Was macht eigentlich … Susan Love? (5)

(Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2015)

 

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Online-Diskussion
gelesen von G. Kemper

Mit einem Beitrag unter dem Titel „Mehr als Moleküle“ hat sich Dr. Susan Love in eine Diskussion auf der Webseite der New York Times zum Thema Krebstherapien eingemischt. Die Diskussion nimmt unbequeme Fragen zu dem seit Jahrzehnten ausgerufenen „Krieg gegen den Krebs“ auf.

Erfolge bzw. Misserfolge, Sinn und Sinnlosigkeit der aggressiven Maßnahmen dieses Krieges, der auf dem Körper der Erkrankten stattfindet, standen anlässlich des Todes von Edward Kennedy, der am 25. August 2009 an den Folgen eines Hirntumors verstorben war, wieder einmal zur Diskussion. Susan Love, Präsidentin der nach ihr benannten Forschungseinrichtung „Dr. Susan Love Research Foundation“ (übersetzt: Dr. Susan Love Forschungsstiftung), die auch als Professorin an der David Geffen School of Medicine an der University of California in Los Angeles lehrt, erinnert an den bisher größten Erfolg im Zusammenhang mit Brustkrebs in den vergangenen Jahren. Und sie weist auf den Weg hin, den Organisationen wie „Breast Cancer Action“ oder „Women in Europe for a Common Future“ beständig auf die Tagesordnung stellen: Primärprävention oder die Vermeidung von Brustkrebs.

Susan Love schreibt hier, dass die Brustkrebssterblichkeit durch Früherkennung und aggressive Therapien in den vergangenen Jahren zwar zurückgegangen sei, jedoch um den Preis von Übertherapie und erheblicher Kosten in der Diagnostik. Sie weist darauf hin, dass es viele persönliche und langfristige gesellschaftsbezogene Nebenwirkungen dieses eindimensionalen Ansatzes gäbe. Love meint, dass durch die neuen Therapienverfahren zwar inzwischen weniger Kollateralschäden zu beklagen seien. Die molekulare Arbeit habe aber von den ebenso wichtigen Fragen im Zusammenhang mit den Ursachen von Brustkrebs und Brustkrebsvermeidung abgelenkt.

Der stärkste Rückgang von Brustkrebs sei nicht den Verbesserungen in der Brustkrebstherapie zu verdanken. Der Verzicht auf eine Therapie – nämlich der Rückgang der Verordnungen bei der Hormonersatztherapie – ist die Ursache für diesen bisher stärksten Rückgang von Brustkrebs.

Nicht noch mehr Medikamente, sondern weniger Medikamente (Entmedikalisierung) sind für diesen Erfolg verantwortlich, der ermöglicht wurde auf Basis der Daten der Women’s Health Initiative, die im Jahr 2002 veröffentlicht wurden. Susan Love schreibt weiter: „Wenn wir Brustkrebs verhindern wollen, dürfen wir uns nicht nur auf Moleküle konzentrieren, sondern müssen auch auf die Ursachen schauen. Es ist wahrscheinlich, dass die verschiedenen molekularen Subtypen von Brustkrebs unterschiedliche Ursachen und Risikofaktoren haben.“ Der Östrogenrezeptor-positive Brustkrebs von Frauen nach der Menopause in westlichen Industrieländern habe andere Ursachen als der aggressive Östrogenrezeptor-negative Brustkrebs bei jungen Frauen in anderen Ländern.

Die Ursachenforschung sei sehr viel schwieriger als die molekularen Untersuchungen, die so häufig an Mausmodellen durchgeführt würden.

Mit ihrer „Army of Love“, an der sich Hunderttausende Frauen beteiligen, versucht Susan Love, mehr über die Ursachen herauszufinden. Ihr Eintrag in der New York Times-Diskussion kann natürlich auch nicht enden, ohne wieder die – typische – Hoffnung zu beschwören, dass diese Generation Frauen, die sich hier formiert, endlich diejenige sein wird, die das Ende der „Brustkrebsepidemie“ einläutet.  (Zitat: „This type of research is much harder to do than the molecular studies often done on mice. But only with research on large numbers of women will we get these answers. The Love/Avon Army of Women is a new online model to do just that. We are recruiting one million healthy women who are willing to participate in this kind of research, and more than 300,000 women have signed up to participate. We can be the generation that sees the end to breast cancer.“)

Quellenangabe:

Kennedy’s War on Cancer, and Our Own, August 27, 2009, 7:43 pm (übersetzt: Kennedy’s Krieg geben den Krebs – und unser eigener), Online-Diskussion: http://roomfordebate.blogs.nytimes.com/2009/08/27/kennedys-war-on-cancer-and-our-own/?scp=2&sq=Cancer%20Kennedy&st=cse

3 Kommentare
  1. […] … Susan Love (2) Was macht eigentlich … Susan Love (3) Was macht eigentlich … Susan Love (4) Was macht eigentlich … Susan Love (5) Brustkrebs als Viruskrankheit oder: Was macht eigentlich … Susan Love […]

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  3. Love, Susan sagt:

    […] Was macht eigentlich … Susan Love (Teil 5) […]

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