Vermindert MRT die Folgen von Brustkrebs?

(Zuletzt aktualisiert: 11. März 2009)

Bericht von Beate Schmidt

In ihrem monatlichen Newsletter vom März 2009 berichtet die National Breast Cancer Coalition in den USA (NBCC) u.a. über die Sorge von Frauen, dass sie nach einer Diagnose von Krebs in der einen Brust diesen auch in der anderen Brust bekommen könnten. Tatsächlich, so die NBCC, liegt das Risiko hierfür bei nur durchschnittlich 0,7% pro Jahr. In den letzten Jahren haben Radiologen in den USA jedoch offenbar immer mehr Magnetresonanztomographien (MRT, auch Kernspintomographie genannt, ein Verfahren, das ohne die Freisetzung ionisierender Strahlung auskommt) in den gesunden Brüsten der erkrankten Frauen durchgeführt. Wir wissen zwar nicht, wie der Trend hier in Deutschland derzeit ist. Doch die Fragen, die die NBCC hierzu stellt, interessieren uns auch, nämlich:

  • Gibt es irgendeinen Vorteil, die gesunde Brust von an Brustkrebs erkrankten Frauen mit Hilfe der MRT zu untersuchen?
  • Was sind die Vorteile und Risiken?

Dr. Todd Tuttle vom Masonic Cancer Center der University of Minnesota, USA, von dem derzeit einige Arbeiten im Zusammenhang mit prophylaktischer Mastektomie im Internet zu finden sind, zeigte lt. NBCC in einem Vortrag, dass die zunehmende Nutzung der MRT einer der Hauptfaktoren für die Verdoppelung dieser schwerwiegenden Eingriffe in den Fällen ist, in denen eine Brust bereits erkrankt war. Obwohl diese prophylaktische Operation das Risiko einer Erkrankung der zweiten (contralateralen) Brust um 95% senkt, ist es nach Dr. Tuttle wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass das Risiko ohnehin nur gering ist. Dieses bedeutet, dass die prophylaktische Mastektomie der contralateralen Brust das Risiko von 0,7% auf 0,04% senkt. Dr. Tuttle stellte auch fest, dass es keinen Beweis für einen Überlebensvorteil durch eine derart aggressive Operation gibt, dass viele Patientinnen sich aber dennoch dafür entschieden hätten.

In mehreren vorhergehenden Studien hatten Forscher festgestellt, dass das MRT-Screening der anderen, nicht betroffenen Brust zum Zeitpunkt der Erstdiagnose von Brustkrebs zu einem großen Anteil unnötiger Biopsien geführt hat. Diese vorangehenden Studien zeigten auch keinen Vorteil im Gesamtüberleben durch prophylaktische Mastektomien. Die NBCC ist auch besorgt, dass derartige Eingriffe zu Komplikationen führen, die den Beginn einer empfohlenen Chemo- oder Strahlentherapie verzögern könnten. In einer (nur englischsprachig verfügbaren) Analyse, die sich u.a. mit bildgebenden Verfahren und prophylaktischer Mastektomie befasst, weist die NBCC darauf hin, dass die Leitlinien zwar die MRT für Frauen mit hohem Risiko wie Mutationen an den Genen BRCA1 oder 2 empfehlen, es jedoch keinen Beweis dafür gibt, dass aufmerksame Überwachung und Screening Leben rettet.

Es habe, so die NBCC, keine Studie zeigen können, dass die MRT das Risiko von Frauen, an Brustkrebs zu sterben, senken könne. Der unangemessene Gebrauch dieser teuren Technologie könne jedoch zu unnötigen Operationen führen, die sowohl die Kosten für das Gesundheitssystem wie auch die Lebensqualität von Frauen negativ beeinflussen können.

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