Kongress: Brustkrebs, reproduktive Gesundheit von Frauen und endokrine Disruptoren

(Zuletzt aktualisiert: 26. November 2014)

cWECF2014In Lyon findet am 14.10.2014 die Internationale WECF-Konferenz Breast cancer, women’s reproductive health and endocrine disruptors in der Lyon City Hall statt. Nicht nur Brustkrebs, auch Endometriose wird während dieser Veranstaltung im Zusammenhang mit endokrinen Disruptoren (EDCs) genauer unter die Lupe genommen. Übereinstimmende Hinweise von WHO, UNEP und aus wissenschaftlichen Studien sehen hier die Rolle der Exposition gegenüber endokrinen Disruptoren in einem Kontext mit dem Fortschreiten beider Erkrankungen. Seit der Internationalen Konferenz der WHO über Umwelt- und Arbeitseinflüsse bei der Verursachung von Krebs im Jahr 2011, bei der die Erklärung von Asturien (Asturias Declaration) verabschiedet wurde, sei klar, dass Primärprävention und damit die Vermeidung von Krebs verursachenden Einflüssen das einzige wirksame Mittel der Vermeidung einer Krebserkrankung sei. In Frankreich gibt es bereits einen Aktionsplan zu Umwelt und Gesundheit, der jetzt in der dritten Version vorliegt: PNSE3.

WECF – Women in Europe for a Common Future bringt am 14.10.2014 Wissenschaft, Forschungsteams und Menschen, die sich gegen den Krebs engagieren, GesundheitsexpertInnen, Regierungsbehörden, Patientenorganisationen und lokale Akteure an einen Tisch, um die praktische Implementierung von Primärprävention zu diskutieren und Wege zur Realisierung zu entwickeln.

Unter anderem wird Dr. Véronique Trillet-Lenoir, Onkologin an der Universitätsklinik von Lyon, zu Gesundheit von Frauen und endokrinen Disruptoren sprechen.
Kathryn Gutton wird für die IARC (International Agency for Research on Cancer) teilnehmen. Zu dem Themenkomplex Brustkrebs und Umwelteinflüsse: Wissen, Vermeidung und Behandlung sprechen Janet Ackerman vom Silent Spring Institute, Massachusetts, USA und Dr. Maria-Paula Curado vom Internationale Prevention Research Institute.

Die Veranstaltung wird u.a. mit Unterstützung des Institut National du Cancer und der Environmental Exposure & Health Initiative (EEHI) durchgeführt. Wir werden über die Ergebnisse der WECF-Konferenz weiter informieren.

Bildnachweis: WECF e.V. – mit freundlicher Genehmigung

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Beachten Sie den Kongressbericht im Kommentar dieses Artikels

Programm (pdf, engl.)
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Anmeldung zur Konferenz

Broschüre: Brustkrebs und Umwelteinflüsse (WECF/AKF)

 

1 Kommentar
  1. Kurzbericht zur Konferenz

    Die Eröffnung der Tagung übernahm Thérèse Rabatel, die die Stadt Lyon vertrat. Für das Ministerium für Gesundheit sprach Dr. Emmanuelle Salines, die den Wunsch zum Ausdruck brachte, eine Kultur der Vermeidung, wie sie vor kurzem mit dem 3. Krebsplan in Frankreich verabschiedet wurde, zu etablieren. Sie betonte die Rolle der Verbände für das Verständnis der Zusammenhänge. Dr. Véronique Trillet-Lenoir zeigte die Bedeutung multidisziplinärerer Ansätze auf und gab einen Überblick über epidemiologische Daten.
     
    „Wir haben es getan: Wir haben unsere Umwelt verändert. Und deswegen können wir es wieder tun. Es ist eine Frage des politischen Willens und des politischen Wandels. Weltweit werden jedes Jahr knapp 2.400 Mrd. im Bereich Gesundheit durch das Verbot von Blei in Benzin erreicht“, so Patrice Sutton, der im Bereich reproduktive Gesundheit im Programm für Umwelt (UCSF) forscht.
     

    Amerikanische GynäkologInnen haben Richtung aufgezeigt

    Bereits 2013 hatte die Fachgesellschaft amerikanischer Geburtshelfer und Gynäkologen gemeinsam mit der Amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin eine Vorreiterrolle eingenommen mit einer Vision zur Rolle der ärztlichen Arbeit. Die legitime Rolle von Angehörigen der Gesundheitsberufe wird dabei auch in der Politik gesehen, wenn es darum geht, aus wissenschaftlichen Erkenntnissen Maßnahmen für die Vermeidung von Krankheiten umzusetzen. Die Zeiten hätten sich, auch in traditionell konservativen Gesellschaften, verändert. So betonte Prof. Robert Gould (UCSF) in Lyon, sei dies das erste Mal, dass ÄrztInnen aufgefordert seien, mit ihren Patientinnen über Umweltbelastungen zu sprechen und darüber hinaus auch auf die Politik Einfluss zu nehmen, um die Bevölkerung zu schützen.
     

    Wir können nicht warten, wenn es darum geht, Belastungen zu verringern

    Das war die Botschaft von Janet Ackerman vom Silent Spring Institute in Boston, Co-Autorin einer Studie, die 17 Stoffe identifiziert hat, für die Priorität bei der Vermeidung von Brustkrebs besteht. Janet Ackerman setzt sich für einen Wandel ein, die Produktsicherheit von Chemikalien müsse vor dem in Verkehr bringen belegt sein. Bis heute seien 114 Chemikalien international als krebserzeugend eingestuft, erinnerte auch Kate Guyton von der Internationalen Krebsbehörde IARC. Sie kündigte für 2015 neue Veröffentlichungen der IARC zu Organophosphat-Pestiziden wie Glyphosat oder Malathion an.
     
    WECF gab auf der Konferenz den TeilnehmerInnen verschiedene Empfehlungen zur Krankheitsvermeidung mit auf den Weg: So wurde hervorgehoben, wie wichtig es ist, vor allem Schwangere und junge Mütter besser zu informieren, welche möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit durch Schadstoffbelastung entstehen können. Gleichzeitig sollten alle VerbraucherInnnen besser über Chemikalien in Alltagsprodukten informiert werden. Unnötige Belastungen vermeiden, politischer Wille und kollektives Handeln seien Schlüssel für Änderungen. Die KonferenzteilnehmerInnen diskutierten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und es wurde ein Überblick gegeben über die aktuelle Situation in Frankreich, Europa, den USA und in einigen Entwicklungsländern, wo der Zugang zu Screening, angemessene Medikation und Therapie bei Brustkrebs zum Teil erheblich variieren können. Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit für mehr Ausbildung zu Umweltfaktoren für Gesundheitsfachkräfte und Maßnahmen auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene unterstrichen. WECF verwies auf seine Veröffentlichung „Breast Cancer: The politics of prevention“, die bei uns in deutscher Sprache vorliegt.

    Pressekontakt: elisabeth.ruffinengo@wecf.eu / + 33 (0) 6 74 77 77 00

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    Die WECF/AKF-Veröffentlichung: Broschüre: Brustkrebs und Umwelteinflüsse (WECF/AKF)

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