Strahlentherapie bei Frauen im Alter von über 70 Jahren

(Zuletzt aktualisiert: 13. Mai 2013)

Mit einer Nachbeobachtungszeit von mittlerweile über 8,2 Jahren wurde mit einem Versuch überprüft, ob Brustkrebspatientinnen über 70 mit Brustkrebs im Stadium I (also bei einer Tumorgröße von unter 2 cm ohne befallene Lymphknoten) in der Erstbehandlung von Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs von der Strahlentherapie der Brust profitieren. Zusätzlich wurde nach Brust erhaltender Operation Tamoxifen (Tam) verordnet.

Vorteilhaft wirkte sich die Strahlentherapie in dieser Studie, in der in den beiden Armen jeweils 317 (TamRT) bzw. 319 (Tam) Patientinnen eingeschlossen waren, nur in Bezug auf das Lokalrezidivrisiko in der nachbestrahlten Brust aus, während das Gesamtüberleben sich nicht verbesserte. Deswegen fasste der vortragende Referent Dr. KS Huges auf dem SABCS 2006 zusammen, dass nach Operation die Tamoxifentherapie allein für Brustkrebspatientinnen über 70 Jahre eine angemessene Therapie sein kann, auch wenn die folgende Nachbestrahlung der Brust (die zur Zeit als „Standardtherapie“ eingestuft ist) nicht durchgeführt wird. Allerdings fehlt bisher wohl eine Überprüfung – und dieses wurde im Studiendesign dieses Versuchs nicht berücksichtigt -, ob für diese Patientinnen im Alter von über 70 Jahren möglicherweise in der Standardbehandlung von Brustkrebs im Frühstadium vielleicht sogar eine chirurgische Therapie allein ausreichend sein könnte.

Patientinnen über 70 Jahre sollten über diese Ergebnisse informiert werden, um ihre individuelle informierte Entscheidung in dieser Konstellation treffen zu können.

Abstract der Studie:
http://www.abstracts2view.com/sabcs06/view.php?nu=SABCS06L_433

Berichterstattung Breast Cancer Action, SF

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