Literaturhinweis – Sandra Steingraber: Raising Elijah

(Zuletzt aktualisiert: 5. Dezember 2016)

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Sandra Steingrabers Buch „Raising Elijah“ (Originalausg. erschienen 2011)

Elijah ist der Name eines biblischen Propheten und – der Name des im Jahr 2000 geborenen Sohnes von Sandra Steingraber. Die umweltengagierte Biologin, Ökologin, Krebsüberlebende und Buchautorin auf den Spuren von Rachel Carson sorgt international für Aufmerksamkeit und wurde vielfach ausgezeichnet für Ihr Umweltengagement im Zusammenhang mit der Suche nach den Ursache von Krebs. 1998 erhielt sie den Preis der Jenifer Altman-Stiftung für ihren „inspirierenden und poetischen Einsatz der Wissenschaft bei der Aufklärung der Ursachen von Krebs“.[i] Es wäre an dieser Stelle zu langatmig, alle Preise aufzuzählen, die sie für ihre Arbeiten bereits erhalten hat, aber  Im November 2011 sprach Steingraber im Europäischen Parlament [… Was wir lieben, müssen wir schützen … „What we love, we must protect].[ii]

Raising Elijah

Jetzt ist wieder ein neues Sandra-Steingraber-Buch erschienen: Raising Elijah: Protecting Children in an Age of Environmental Crisis [Elijah aufziehen: Kinderschutz in Zeiten der Umweltkrise]. Steingrabers Buch „Having Faith: An Ecologist’s Journey to Motherhood“ [Faith bekommen: Die Reise einer Ökologin zur Mutterschaft] ist während der Schwangerschaft mit ihrer Tochter Faith entstanden. Es ist das – leider bisher einzige Steingraber-Buch, dass es auch in deutscher Sprache gibt. Es erschien 2002 im Walter Verlag unter dem Titel „Leben wächst in mir: eine biologische Reise zur Geburt“. In „Leben wächst in mir“ lässt die Autorin ihre LeserInnen sehr detailliert an den neun Monaten ihrer Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit teilnehmen und erklärt dabei Wachstum und Ökologie, Umwelt und Umweltgefahren für das Ungeborene bzw. für das Neugeborene. Das einzigartige Buch ist ein „Muss“ für Frauen, die sie umweltinteressiert und schwanger sind oder Interesse an Steingraber’s Denkweise habe. Steingraber’s neues Buch „Raising Elijah“ fasst Naomi Klein zusammen mit „Es könnte das wichtigste und inspirierendste Elternbuch, das je geschrieben wurde, sein. Kinder vor den Giften schützen, die sie umgeben, kann nicht die Aufgabe gewissenhafter Eltern allein bleiben. Es muss stattdessen die höchste kollektive Priorität in unserer Gesellschaft erhalten.“

Kinder schützen – Aber wie?

Was tun Eltern nicht alles, wenn sie ihr Kind schützen wollen? Es ist eines der Hauptanliegen, das eigene Kind zu schützen. Doch Gefahren für Kinder lauern gegenwärtig nicht allein bei den „klassischen Gefahrenmomenten“, im Straßenverkehr, bei ungeputzten Zähnen oder dem unbekannten Fremden.[iii] So lebensgefährlich wie Leben immer schon war oder heute erst ist, können wir viele Worte wie „Risiko“ und „Gefahr“ schon längst nicht mehr hören oder wir überhören sie, obwohl sie an den Spielpätzen, im Essen oder in Wohnräumen unsichtbar schlummern, während ihre Wirkung oft erst viel später, lange nach der Kontamination zum Tragen kommt. Unkritischer Gebrauch von alltäglichen Produkten und wirtschaftliche Interessen der Hersteller haben dazu geführt, dass wir alle uns mehr und mehr mit einer Vielzahl von Chemikalien, von denen viele bekannte Karzinogene – Krebs auslösende Stoffe – sind, kontaminieren, Chemikalien, die auch die Kinder erreichen. Endokrine Disruptoren, Nervengifte, Karzinogene und andere Gifte verursachen in ihrer Allgegenwärtigkeit und Vielzahl Gefühle von Machtlosigkeit, Verzweiflung und Resignation. Sandra Steingraber beschreitet den Weg von der persönlichen Ebene, über kommunale Projekte bis hin zu nationalem – und wie ihr Auftritt im Europäischen Parlament auch zeigt –

internationalem Engagement und Möglichkeiten des aktiven Eingreifens in die Politik. Sie verwebt die persönliche Ebene mit der wissenschaftlichen, betrachtet Wirtschaft, gesellschaftliche Faktoren und die ökologische Krise, und dass es diese Krise gibt, davon zeugt allerspätestens das gegenwärtig bei uns in den Medien zur Randerscheinung mutierte Fukushima.

Ökologische Krise – ein Krisenherd für Eltern

Die ökologische Krise ist für Sandra Steingraber auch eine Krise der Elternschaft, die mit den bedrückenden Fakten „an den Rand der Verzweiflung“[iv] gelangen können. Steingraber will, dass Eltern aktiv einbezogen werden in politische Prozesse, für den Schutz einer künftigen Generation, die in Unwissenheit gegenwärtig vergiftet wird.

Eine deutschsprachige Übersetzung von „Raising Elijah“ wäre ein „guter Ausgangspunkt für Eltern, die wissen wollen, wie sie ihre Kinder heute vor Gefahren schützen können. [v]

„Umweltbewusstsein ohne entsprechende politische Veränderungen führt zu lähmender Hoffnungslosigkeit. Wir fühlen uns hilflos in unserem Wissen, und wir sind nicht sicher, ob wir noch mehr Wissen wollen. Man könnte es auch als das „gut informierte Sinnlosigkeitssyndrom“ bezeichnen. Zu schnell ziehen wir uns in stiller Resignation zurück, anstatt jetzt für die Abschaffung einzutreten.“, sagt Sandra Steingraber auf ihrer Webseite – und in ihrem Buch „Raising Elija. Es ist nicht das Schlusswort. [Text des Literaturhinweises G. Kemper]

Sandra Steingraber – Weiterlesen

Raising Elijah von Sandra Steingraber. Merloyd Lawrence Book 2011 ISBN 978-0738213996

Leben wächst in mir von Sandra Steingraber. Walter Verlag 2002. ISBN 978-3-530-40135-6

Webseite von Sandra Steingraber

Stichwort Sandra Steingraber

Informationen für Eltern und andere Menschen …

Nestbau.info (Women in Europe for a Common Future e.V. (WECF), Lebenswelt für Kinder ökologisch einrichten)

Ratgeber Spielzeug (pdf, WECF)
Kindergesundheit geht vor, Passivrauch vermeiden (pdf, WECF)

Safe Toys – Sicheres Spielzeug (dtsprachiger Text unten auf der Seite. Das eingebettete Video wird für hiesige Verhältnisse ungewohnt deutlich).


[i] Quelle: http://www.jaf.org/report/Reports_2008_2009.html

[ii] s. Bericht und Video s. Sarah Horton – Being Sarah http://www.bcaction.de/bcbooks/sarah-horton-sandra-steingraber/

[iii] s. auch Lynne M. Hinnkey in ihrer Rezension zu dem hier vorgestellten Buch

[iv] s. Lynne M. Hinnkey, a.a.O.

[v] s. Lynne M. Hinnkey, a.a.O.

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