Retrospektive Studie unterstreicht Sterblichkeitssenkung durch Mammographie-Screening

(Zuletzt aktualisiert: 4. Mai 2013)

Eine Untersuchung, die bereits 2004 veröffentlicht worden ist, zeigte Vorteile für Frauen, die am Screening teilnehmen. In einer rückschauenden Untersuchung wurde der Krankheitsverlauf von Patientinnen mit Brustkrebs betrachtet, bei denen die Erkrankung mit Mammographie-Screening gefunden worden war und die trotzdem an Brustkrebs verstarben.

Ziel dieser Untersuchung war es, den Anteil der Patientinnen zu ermitteln, deren Brustkrebserkrankung trotz der Diagnostik mit einer Screening-Mammographie einem letztlich tödlichen Verlauf nahm, um diese Erkrankungsfälle zu charakterisieren. Die Patientinnen, die zwischen 1995 und 2001 verstorben waren, wurden in drei unterschiedlichen Krankenhäusern behandelt. Sie wurden über das staatliche Krebsregister und die Rhode Island Department of Health Database im Nachhinein ermittelt. Die Patientinnen wurden eingeteilt in routinemäßig im richtigen Interval gescreente, außerhalb des Programms gescreente und ungescreente Frauen eingeteilt.

Die maximale Tumorgröße, die bei tödlich verlaufenden Erkrankungsfällen im Median gefunden wurde, betrug 2,5 cm. 69% der Patientinnen hatten bereits befallene Lymphknoten (Lympknotenmetastasen) und 19% der Patientinnen in dieser Untersuchung erhielten die Diagnose erst im Stadium IV (also in einem Stadium, wo bereits eine Fernmetastasierung eingetreten ist). 57% der Erkrankungen mit tödlichem Verlauf waren „ungescreente“ Patientinnen. 12% betrafen routinemäßig gescreente Patientinnen mit einem Tumordurchmesser von 1,5 bis 2,5 cm. 52% der ungescreenten bzw. nicht routinemäßig Patientinnen hatten bereits bei der Erstdiagnose das Erkrankungsstadium III oder IV. 15% der Erkrankungen wurden als sogenannte „Intervallkarzinome“ eingestuft, also Brustkrebserkrankungen, die zwischen zwei Screeningrunden diagnostiziert worden sind. Von den verstorbenen Patientinnen waren nur 27% der Patientinnen Teilnehmerinnen am Screening-Programm in Rhode-Island, wo insgesamt 84% aller Frauen die Möglichkeit nutzen, sich routinemäßig screenen zu lassen. Diese Untersuchung unterstützt die Ergebnisse bevölkerungsbezogener Studien, die eine signifikante Reduktion der Brustkrebssterblichkeit für die Frauen zeigen, die an einem bevölkerungsbezogenen Mammographie-Screening-Programmen mit Einladungssystem teilgenommen haben.

Quelle:

Mammographic Screening and Disease Presentation of Breast Cancer Patients Who Die of Disease
Authors: Spencer D.B.1; Potter J.E.1; Chung M.A.; Fulton J.2; Hebert W.3; Cady B.
Source: The Breast Journal, Volume 10, Number 4, July 2004 , pp. 298-303(6)
(Volltext des Artikels leider nur kostenpflichtig: $42,40 plus Steuern)

Zum Weiterlesen:

Positionen zu Früherkennung und Mammographie-Screening auf unserer Webseite

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