FFGZ informiert: Keine Renaissance der Hormontherapie!

(Zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2013)

TablettenSeit 2002 geht der Absatz der Hormone zurück. Damals wurde in den USA die Studie der Women´s Health Initiative (WHI), die größte randomisierte Studie zur Hormontherapie in den Wechseljahren, abgebrochen, da nachgewiesen worden war, dass die synthetischen Hormone bei gesunden Frauen ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachten, insbesondere ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombose zu erkranken. Diese Studienergebnisse führten zu einem weltweiten Paradigmenwechsel und Umdenken der ÄrztInnen im Umgang mit der Hormontherapie und einem Rückgang der Verordnungen. Weltweit kam es zu weniger Brustkrebserkrankungen. Allein in Deutschland erkrankten seitdem ca. 55.000 Frauen nicht an Brustkrebs.

Neuer Druck auf die Verordnungspraxis

Doch jetzt gibt es Bestrebungen verschiedener Akteure, u.a. der gynäkologischen Fachgesellschaften und des Berufsverbands der Frauenärzte, die Hormontherapie wieder als Präventions- und Lifestyle-Medikament zu etablieren. Hormone werden vermehrt auf Kongressen und in der Presse diskutiert – Tendenz überaus positiv. Als Beleg werden eine kleine dänische Studie, die DOPS-Studie (Danish Osteoporosis Prevention Study), und die Ergebnisse der Nachbeobachtungen des Östrogen-Arms der WHI-Studie angeführt. Erstere hat methodische Mängel und diente einer anderen Fragestellung, bei Letzterer werden die Ergebnisse aus der Gruppe von Frauen, deren Gebärmutter vor den Wechseljahren entfernt wurde, auf alle Frauen übertragen.

Handfeste wirtschaftliche Interessen, aber keine wissenschaftliche Grundlage

So bleibt das Fazit, dass es für eine Renaissance der Hormontherapie zwar handfeste wirtschaftliche Interessen, aber keine wissenschaftliche Grundlage gibt, wie es auch Stiftung Warentest in Test, der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) in einer Erklärung zur Hormontherapie und das arznei-telegramm feststellen. […]

Unabhängig informieren

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Dieser Text basiert auf der Presseerklärung des FFGZ Berlin v. 19.09.2013
Bildnachweis: Pills by Lorenzoclick, CC BY-NC 2.0

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www.ffgz.de
Inhaltsverzeichnis der Broschüre „Wechseljahre“ des FFGZ (pdf)
Hormontherapie und Brustkrebs (von Dr. med. Maria J. Beckermann, 1. Vorsitzende des AKF e.V.)

 

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