Carson, Rachel

(Zuletzt aktualisiert: 11. November 2017)

Rachel Carson: Leben und Werk der „Mutter der Umweltbewegung“

Rachel Louise Carson (27. Mai 1907 in Springdale, Pennsylvania – 14. April 1964 in Silver Spring, Maryland) war eine amerikanische Meeresbiologin. 1932 schloss sie ihr Studium der Zoologie mit dem M.A.-Abschluss an der Johns Hopkins  University in Baltimore ab. Zunächst arbeitete sie für die amerikanische Fischereibehörde (Bureau of Fisheries) und leitete später den U.S. Fish and Wildlife Service, wo sie für die Veröffentlichungen der Behörde zuständig war. Nebenbei schrieb sie für Zeitungen wie z.B. Baltimore Sun. 1941 erschien ihr erstes Buch Under the Sea Wind. Eine Veröffentlichung zu den Auswirkungen des Pestizids DDT  schrieb sie bereits 1945, doch Readers Digest lehnte damals die Veröffentlichung ab. 1951 erschien The Sea around us . 1955 erschien The Eadge of the Sea. In ihrem Buch „Silent Spring“ (Der stumme Frühling), das in einem Vorabdruck im New Yorker und in erster Auflage im September 1962 erschien, lieferte sie fachliche Grundlagen für die Umweltbewegung. Carson wird deswegen auch als „Mutter der Umweltbewegung“ bezeichnet. Sie verwies darauf, wie eng das Leben und Überleben des Menschen mit dem Schicksal der Tiere verknüpft ist.  Pestizide und  darunter DDT reichern sich in Lebewesen an, können das Erbgut von Zellen schädigen und so krebserregend wirken. Carson’s Anklage richtete sich dabei in erster Linie gegen den Einsatz synthetischer Pestizide, die beim Blick auf heutige Umweltverhältnisse weiter an Bedeutung zugenommen hat. Doch es bleibt nicht bei der Klage, Carson schlug auch alternative Wege für den Pflanzenschutz vor, bei dem natürliche Fressfeinde, Lockstoffe und standortgerechter Anbau bei ausgeglichener Fruchtfolge gehörten. Während sie an „Silent Spring“ schrieb, wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Unter der Kennedy-Regierung wurde sie 1963 in eine Anhörung zu einem Untersuchungsausschuss zum Umgang mit Pestiziden eingeladen. Bereits im April 1964 starb Rachel Carson an den Folgen ihrer Brustkrebserkrankung. 1972 wurde DDT in den USA und auch in Deutschland verboten, ein Erfolg, der auf die Arbeit von Rachel Carson zurück geht.

Veröffentlichungen

Under the Sea Wind (amerikanische Erstausgabe 1941):
Unter dem Meerwind. Zürich: Büchergilde Gutenberg Zürich. 1947. (Original: Under the Sea Wind, 1941, Simon & Schuster, Penguin Group, 1996, ISBN 0-14-025380-7)

The Sea Around Us (amerikanische Erstausgabe Oxford Univ. Pr. 1951):
Geheimnisse des Meeres. Übersetzung Luise Laporte. Biederstein Verlag, München 1952. Wunder des Meeres. Ausgabe für die Jugend von Anne Terry White. Taschenbuch: List Verlag 1960. Übersetzung Hannes Ruebel. Verlag O. Maier. 1968.

The Edge of the Sea (amerikanische Erstausgabe 1955)
Am Saum der Gezeiten. Übersetzung Margaret Auer. Verlag Biederstein, München 1957.

Silent Spring (amerikanische Erstausgabe 1962)
Der stumme Frühling. Übersetzung Margaret Auer. Verlag Biederstein, München 1963 und diverse weitere Ausgaben, u.a. als Beck Taschenbuch 2007

Always, Rachel: The Letters of Rachel Carson and Dorothy Freeman 1952–1964.
An Intimate Portrait of a Remarkable Friendship, Beacon Press, 1995, ISBN 0-8070-7010-6 (Briefwechsel Rachel Carson /Dorothy Freeman 1952 – 1964, dtsprachige Ausgabe fehlt bisher)

Rachel Carson, Linda Lear: Lost Woods: The Discovered Writing of Rachel Carson, Beacon Press, 1998, ISBN 0-8070-8547-2 (unveröffentlichte Schriften, bisher keine Übersetzung in dt. Sprache vorhanden)

Über Rachel Carson

Steiner, Dieter: Rachel Carson: Pionierin der Ökologiebewegung. Eine Biographie. oekom 2014, ISBN 978-3865814678 (enthalten sind verschiedene Übersetzungen aus Büchern von und über Rachel Carson)

Mark Hamilton Lytle: The gentle subvesive. New York: Oxford Univ. Pr. 2007. ISBN 978-0-19-517246-1 (dt. Ausgabe fehlt bisher)

Brooks, Paul: The House of Life: Rachel Carson at work. With selections from her writings published and unpublished. London: Allen & Unwi 1973.  ISBN  978-0-395135174

Bildnachweis: Oregon Sea Grand, (Ausschnitt) CC BY-NC-SA 2.0

Quellen

[1] Rachel Carson, Mutter der Umweltbewegung. In: Zeitgeist Ausg. 110 v. Dezember 2010
http://www.zeitpunkt.ch/fileadmin/download/ZP_110/GeissensheldInnen_110_22-23.pdf

Webseiten

Rachel Carson Institute
Silent Spring Institute
www.rachelcarson.org (private Webseite von Linda Lear über Rachel Carson)

“Silent Spring” [dt: Der stumme Frühling] von Rachel Carson in Bibliotheken

Weiterlesen

Wikipedia: Rachel Carson

10 Kommentare
  1. […] Mukherjee nicht, denn beide unterzogen sich später doch der Mastektomie. Sie verbündeten sich mit Rachel Carson. Mukherjee beschreibt Rollin und Kushner als „wunderbare Schriftstellerinnen: provokant, […]

  2. […] und krank machende Zusammenhänge sind lange bekannt (s. Eintrag Rachel Carson). Doch sie sind nicht Teil der öffentlichen […]

  3. […] und krank machende Zusammenhänge sind lange bekannt (s. Rachel Carson). Doch sie sind nicht Teil der öffentlichen […]

  4. […] Zukunft, München 1996, ISBN 3-426-26864-7) warnte und Wurzeln des Problems wurden bereits von Rachel Carson in den 1960er Jahren thematisiert. Inzwischen sind viele neuere Untersuchungsergebnisse hinzu […]

  5. […] Colborn (1927 – 2014) hat in den Fußstapfen von Rachel Carson viele Steine in Sachen endokrine Disruptoren (EDCs) ins Rollen gebracht und ist im öffentlichen […]

  6. […] Brustkrebsmonat, in Hinsicht auf einzelne bekannte Aktivistinnen wie Audre Lorde, Love, Susan, Rachel Carson oder beispielsweise Sandra Steingraber und Einzelthemen wie die Selbstuntersuchung oder die […]

  7. […] Rachel Carson mit ihren Arbeiten zu Pesitiziden mit Auswirkungen auf Mensch und Umwelt war eine der wichtigen Grundlagenforscherinnen in diesem Bereich. Die Wissenschaftlerin Theo Colborn (Wikipedia-Link) brachte das Thema „endokrine Disruptoren“ in den 1990er Jahren in eine breitere Öffentlichkeit. Ihr Buch „Our Stolen Future“, übersetzt in diverse Sprachen, erschien 1996 unter dem Titel Die bedrohte Zukunft: Gefährden wir unsere Fruchtbarkeit und Überlebensfähigkeit? in einer deutschsprachigen Ausgabe. Das Thema stand bisher nicht auf der gesundheitspolitischen bzw. politischen Tagesordnung. […]

  8. […] werden seit vielen Jahren in der ganzen Welt beobachtet. Bereits die Wissenschaftlerinnen Rachel Carson und Theo Colburn begannen mit einer Art Pionierarbeit, die Zusammenhänge zu erarbeiten.  Eine […]

  9. […] selbst an Brustkrebs erkrankte Biologin Rachel Carson war es, die in erster Linie für ein Umdenken sorgte. Weiter aus dem Artikel im Tagesspiegel: […]

  10. […] synthetischer Chemikalien seit dem Zweiten Weltkrieg statt. [In einzigartiger Weise hat auch Rachel Carson in ihrem Buch „Silent Spring“ die entsprechenden Hintergründe bereits in den 1960er Jahren […]

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