Vermeidung: 10-Punkte-Plan zur Reduzierung von Brustkrebs

(Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2013)

Text: Breast Cancer Action (BCA), San Francisco, USA, übersetzt aus dem Amerikanischen von Gudrun Kemper

10-Punkte-Plan zur Reduzierung von Brustkrebs (Stand 2006), Neuauflage 2008, Kontext s. auch die Charta von Ottawa

  1. Etablierung eines Umwelt-Gesundheitsschutz-Programms (Environmental Health Tracking) auf Landes- und Bundesebene.
  2. Einführung des „gesunden Einkaufens“ durch den Abschluss präventiver Kaufgesetze auf lokaler, föderaler und staatlicher Ebene.
  3. Schutz von Mitarbeitern vor gefährlichen Emmissionen.
  4. Schulung der Öffentlichkeit über die gesundheitsbezogenen Effekte von Strahlung und die Möglichkeiten der Reduktion von ionisierender und nicht ionisierender Strahlung.
  5. Herstellung der Verantwortlichkeit von Körperschaften beim Einsatz gefährdender Verfahrensweisen.
  6. Angebote auf lokaler, staatlicher und Landesebene für saubere, grüne Praxis.
  7. Stärkung einer Gesetzgebung des Rechtes auf Wissen und die Beteiligung der Öffentlichkeit an den Entscheidungen über giftige Emissionen.
  8. Durchsetzung der vorhandenen Umweltschutzgesetze
  9. Umsetzung einer grösseren Transparenz bei der Finanzierung der wissenschaftlichen und medizinischen Ausbildung, in der Forschung und der Veröffentlichung von Publikationen.
  10. Entwicklung einer umfassenden Chemikalienpolitik, die auf dem präventiven (vorbeugenden) Prinzip basiert.

Originaltext der 4. Auflage
Stand der Beweisaufnahme: Wo finden sich Verbindungen zwischen Umwelt und Brustkrebs? (”State of the Evidence: What is the Connection between the Environment and Breast Cancer?”, hrsg. von Nancy Evans) Breast Cancer Fund, 2006, S. 12

Mit der neuen, hier der 4. Auflage von „State of the Evidence: What is the Connection between the Environment and Breast Cancer?“ – aus dem Jahr 2006 – wurde der „6-Punkte-Plan“ erneuert und verändert. Aber auch die Vorgängerversion aus dem Jahr 2004 ist lesenswert. Deswegen folgt hier nachfolgend der sehr präzise ausformulierte Text aus der 3. Auflage:

6-Punkte-Plan zur Reduzierung von Brustkrebs

(3. Auflage, Stand 2004)

  1. Stufenweise Aussonderung aller Chemikalien, von denen bekannt ist, dass sie Krebs oder genetische Veränderungen hervorrufen; Test aller Chemikalien, die verwendet werden und am Markt zugelassen sind, auf ihre Effekte auf die menschliche Gesundheit und Umwelt. Informationen darüber sind öffentlich zu machen. Chemikalien: Xenoöstrogene & Östrogene, Progestine, Pflanzenöstrogene, Lösungsmittel, Aromatische Eiweiße, DDT/DDE und PC1, polycyclische aromatische Hydrocarbonate, Dioxin, Äthylenoxid, Heptachlor, Herbizide, Weichmacher, Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln.
  2. Information der Bevölkerung über die Effekte von Strahlung und Möglichkeiten, diese Exposition sowohl radioaktiver wie nicht ionisierender Strahlung zu reduzieren. Strahlung: UV-Strahlung (Sonne, Solarien, elektromagnetische Strahlung, radioaktive Strahlung. Es ist schwierig, hier anzusetzen und zu forschen, da alle dieser Strahlung ausgesetzt sind, aber es erscheint ein sorgsamer & schützender Umgang geboten.)
  3. Überwachung von chemischer Körperbelastung und epidemiologischen gesundheitsbezogenen Auswirkungen durch Bioproben wie Blut, Urin, Fett und Brustmilch. Etablierung eines übergreifenden Programms, um synthetische Chemikalien und ihre metabolischen Produkte in Menschen zu erforschen, Dokumentation aller geographischen Verbreitungsmuster und Gesundheitsergebnisse. Initialisierung eines Plans, um die Kontaminationen zu eliminieren.
  4. Herstellung der Rechenschafts- und Haftpflicht für Körperschaften und intensive Werbung für saubere, grüne Praktiken
  5. Erlassen von „grünen“ Rechten und konsequente Durchsetzung existierender Umweltrechte.
  6. Praktizierung von „gesunder Beschaffung“ in lokalen, staatlichen und föderalen Regierungen zeigt einen Weg in umweltfreundlicher Beschaffung von zu bevorzugenden Produkten auf, um so ein Beispiel zu entwickeln, dem Körperschaften und lndividuen folgen können. Studien des 1946 ursprünglich im Kampf gegen Malaria gegründeten „Center for Disease Control and Prevention“ (CDC, Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention, eine der 13 Haupteinrichtungen der amerikanischen Regierung für den Gesundheitsschutz) zeigen, dass Amerikaner in allen Altersgruppen eine Körperlast von durchschnittlich 116 Chemikalien haben; manche davon sind so stabil und toxisch, dass sie über zwei Jahrzehnte im Körper verbleiben. Die zunehmende Evidenz, dass Chemikalien und Strahlung das Brustkrebsrisiko (und damit das vieler anderer Erkrankungen) ansteigen lassen, sollte nicht ignoriert werden.

Vergleichszahlen aus den USA: In den 40er Jahren erkrankte in Amerika ca. jede 44. Frau an Brustkrebs, heute ist es bereits jede 8. Frau.

Gesundheit ist an die erste Stelle zu stellen. lst es nicht Zeit, den Kurs intensiver zu verändern?

Mehr Info:

Übersicht über relevante Arbeiten aus der Perspektive von Frauen (dt. Übersetzung überfällig!)
Filmprojekt: „No family history“ zum Schwerpunktthema Prävention (Film von Sabrina McCormick)

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