Den PatientInnen nützt es nicht oder: Auf dem Weg zu ungebremster Pharmawerbung?

(Zuletzt aktualisiert: 21. November 2010)
www.bukopharma.de

www.bukopharma.de

Am 23. November wird der kontrovers debattierte EU-Gesetzesvorschlag zu Patienteninformation in erster Lesung durch das Europäische Parlament gebracht werden. Hier geht es unter anderem um die Möglichkeiten, für verschreibungspflichtige Medikamente bei den Patientinnen direkt zu werben (sog. Direct to Consumer Advertising, Werbung direkt bei den Konsumenten). Doch: Den PatientInnen nützt es nicht. Es nützt nicht nur nicht, es kann auch schaden. Das sagt die BUKO Pharma-Kampagne und informiert jetzt wieder umfassend über den Stand der Dinge.

Werbung für verschreibungspflichte Medikamente bei PatientInnen direkt ist in Deutschland bisher verboten. Wir setzten uns seit dem Beginn der Arbeit an diesem Projekt Breast Cancer Action Germany aktiv für den Schutz bzw. die Beibehaltung dieser gesetzlichen Regulierungen ein. Bereits jetzt ist festzustellen, dass mehr und mehr Werbemaßnahmen, die direkt auf die PatientInnen oder auch Gesunde zielen, zu beobachten sind, sei es für Impfungen, klinische Studien oder auch verschreibungspflichtige Medikamente, die angedeutet, aber nicht genannt werden (sog. „just watch me“-Werbung). Auch auf Patientinneninformationsveranstaltungen für Frauen mit Brustkrebs wurde in diesem Jahr von Pharmakonzernen für verschreibungspflichtige Medikamente direkt bei den Patientinnen auf diese Weise „indirekt“ geworben, mit unrealistischen Versprechungen und Hoffnungen.

Wer ist „Bukopharma“? Die BUKO Pharma-Kampagne ist eine Aktion der >>> Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), einem Zusammenschluss von 130 Dritte Welt Aktions- und Solidaritätsgruppen in Deutschland. Sie arbeitet mit ÄrztInnen und PharmazeutInnen, Verbrauchergruppen und StudentInnen zusammen. Sie hat durch die Mitarbeit im Netzwerk Health Action International (HAI) Kontakt mit Gruppen in über 70 Ländern in aller Welt.

Wir haben Bukopharma gemeinsam mit anderen NetzwerkpartnerInnen aus Deutschland und Europa unterstützt. Eine umfassende Analyse des jetzigen Kompromissvorschlages wurde erstellt und dazu auch ein Pharma-Brief Artikel verfasst, der als >>> pdf in Vorabversion zum neuen Pharma-Brief bereits online ist.

Wie Bukopharma kommen auch wir zu dem Schluss, dass der Kompromissvorschlag trotz minimaler Verbesserungen abgelehnt werden sollte. Dies haben wir auch in einem Brief an alle deutschen Mitglieder des Europäischen Parlamentes deutlich gemacht. Auch die Presse hat entsprechende Informationen erhalten.
Dies und mehr können Sie auf der Webseite von Bukopharma unter Aktuelles nachlesen.

Weiterlesen

http://www.bukopharma.de/index.php?page=aktuelles

Ausführliche Analyse in englischer Sprache: Pharmaceutical companies „informaing“ the public: one step closer to legalising reminder advertising for presciption drugs?

Schreibe einen Kommentar

Benutzungshinweis

Die dieser Webseite zugrunde liegenden Inhalte beleuchten Einzelaspekte aus der Perspektive von betroffenen Frauen und Frauengesundheitsbewegung. Die hier bereitgestellten Informationen sind kein Ersatz für ärztliche Beratung und Behandlung. Im Einzelfall sind Diagnose und Therapieempfehlungen immer Sache der behandelnden ÄrztInnen. Weiterlesen: Haftungsausschluss / Disclaimer

Werbung?

Diese Webseite ist werbefrei.

Akkreditierung

Diese Website ist bei der Health On the Net Foundation akkreditiert.
Wir berücksichtigen HONcode Standards. Zur Überprüfung klicken Sie bitte auf das HON-Logo. Diese Website ist seit 2007 bei der Health On the Net Foundation akkreditiert. Wir berücksichtigen HONcode-Standards. Zur Überprüfung klicken Sie bitte auf das HON-Logo.

LibraryThing

Wir …

... sind eine kleine unabhängige Gemeinschaft von Frauen, die sich im Kontext Brustkrebs engagieren. Wir wollen die bestmögliche Behandlung für alle, die von dieser schweren Erkrankung betroffen sind. Wir wollen aber auch, dass die Forschung über die Ursachen von Brustkrebs und über die Möglichkeiten der Primärprävention endlich grundlegend verbessert werden.

Wir sind ein kreatives, privat finanziertes Low-Budget-Projekt, das grundsätzlich jegliche Finanzierung im Interessenkonflikt ablehnt und insbesondere keine Pharmagelder annimmt. Lesen Sie dazu unsere Leitlinie, entsprechend der Richtlinie zur Einwerbung von Drittmitteln von Breast Cancer Action.

Spenden …

Breast Cancer Action Germany - die kritische Annäherung rund um das Thema Brustgesundheit und Brustkrebs im Kontext von Medizin, Krankheitsvermeidung, Umwelt, Gesellschaft und Politik mit dem Schwerpunkt Selbstschutz / Verbraucherinnenschutz.

Wir lehnen uns u.a. an die Arbeit von Breast Cancer Action mit Sitz in San Francisco an. Diese Arbeit hilft uns sehr. Ohne die wichtige Arbeit der engagierten Frauen von Breast Cancer Action (www.bcaction.org) nachzunutzen, hätten wir von Frauenseite in Deutschland keine wirklich neutralen Berichte zu vielen wichtigen und komplizierten Themenbereichen bei Brustkrebs. Die Arbeit von Breast Cancer Action ist wertvoll und nicht kostenlos zu leisten.
Es ist möglich, direkt an Breast Cancer Action in den USA zu spenden. Die Spenden werden in der Breast Cancer Action-Zeitschrift „Source“ veröffentlicht, wenn nichts anderes angekreuzt wird. Es ist auch möglich, für namentlich genannte Patientinnen oder zum Gedächtnis von Frauen mit Brustkrebs, die nicht mehr leben, zu spenden. Eine Spende ist einfach z.B. über Kreditkarte möglich: Breast Cancer Action unterstützen.