Paradigmenwechsel beim Mammographie-Screening

(Zuletzt aktualisiert: 13. November 2015)

Unbenannt

Paradigmenwechsel beim Mammographie-Screening

Paradigmenwechsel beim Mammographie-Screening, das heißt: Die Information zum Mammographie-Screening für Frauen bei uns in Deutschland wird weiterentwickelt, weg von uneingeschränkter bzw. unkritischer Befürwortung, hin zu fundierter, neutraler und wissenschaftlich abgesicherter Fraueninformation. Bereits im August 2014 hatte die Bundesregierung eine Kleine Anfrage zum wissenschaftlichen Stand von Nutzen und Risiken des Mammographie-Screenings beantwortet.

Umfassende, fundierte, neutrale Information ist unverzichtbar

Nach der Antwort der Bundesregierung zur Kleinen Anfrage ist

“für die Bundesregierung eine wissenschaftlich fundierte, neutrale und umfassende Information der Bevölkerung zu erwünschten und unerwünschten Effekten von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen unbedingt erforderlich.”

Frauengesundheitsnetzwerke: Steigende Fallzahlen sind Anlass zur Sorge

Auch im Rahmen der Frauengesundheitsprojekte (Nationales Netzwerk Frauen und Gesundheit; Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.; Netzwerk Frauengesundheit Berlin) sind das Screening, sein Für und Wider, Nutzen und Risiken während des gesamten Jahres wiederholt breit diskutiert worden. Anlass zur Sorge bereitet der deutliche Anstieg der Fallzahlen bei Brustkrebs seit Etablierung des Screening-Programms. Die Brustkrebssterblichkeit in absoluten Zahlen ist heute, rund zehn Jahre nach Etablierung des Programms, noch nicht merklich gesunken, während die Neuerkrankungsrate höchstens in geringem Umfang wieder rückläufig ist. Weiterleben mit Brustkrebs bedeutet für betroffene Frauen massive Einschnitte in der Lebensqualität. Eine Rückkehr in ein „gesundes“ Leben „wie zuvor“ ist nach den einschneidenden Therapien, Belastungen und Langzeitschäden durch die Krebstherapie und die damit einher gehenden psychische Belastungen nicht möglich.

IQWiG erstellt neue Informationsmaterialien

Einzelne Maßnahmen zur Verbesserung wurden bereits auf den Weg gebracht. So beauftragte der Gemeinsame Bundesausschuss das IQWiG mit der Neubearbeitung von Einladungsschreiben und Merkblatt zum Mammographie-Screening, s.a. weitere Konkretisierung. Mit eingeflossen ist dabei die Kritik des AKF zum Merkblatt für das Mammographie-Screening (Arbeitskreis Frauengesundheit, 09.05.2014).

In der Kritik: Einseitige Werbekampagnen durch Screening-Anbieter, Evaluation

Erforderlich ist nicht nur die Neubearbeitung von Einladungsschreiben und Merkblatt, auch einseitige Werbemaßnahmen von Leistungsanbietern sind nicht im Interesse von Frauen und stehen in der Kritik. Es sind nicht zuletzt wirtschaftliche Interessen, die in unserem heute marktorientierten Gesundheitswesen die Diskussion erschweren. Werbung für medizinische Maßnahmen ist erst in jüngerer Zeit erlaubt worden. Beim Mammographie-Screening geht es um eine Maßnahme, bei der ionisierende Strahlung zum Einsatz kommt. Einseitige Werbung ist deswegen besonderes kritisch zu sehen.

Ebenfalls wichtig bleibt, dass die Ergebnisse des Screeningprogramms unabhängig und nicht durch die Leistungsanbieter selbst evaluiert werden.
Einen Ausschnitt aus der Diskussion in den Frauengesundheitsnetzwerken, die im August 2014 geführt wurde, bietet die hier hinterlegte Zusammenfassung mit Literaturhinweisen.

Weiterlesen

Nutzen und Schaden von Mammographie-Screening-Programmen: Position des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e.V.

Notizen aus der Diskussion mit den Frauengesundheitsnetzwerken

 

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