Neuer Bericht der Europäischen Kommission zur Krebsfrüherkennung

(Zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2014)

Am 22.12.2008 wurde in Brüssel der „Bericht der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen zur Durchführung der Empfehlung des Rates v. 2. Dezember 2003 zur Krebsfrüherkennung“ (2003/878/EG) in endgültiger Fassung vorgelegt.

Am 2. Dezember 2003 haben die Gesundheitsminister der Europäischen Union einstimmig eine Empfehlung zur Krebsfrüherkennung angenommen. Die Empfehlung des Rates der Europäischen Union zur Krebsfrüherkennung bestätigt u.a. die Belege für die Wirksamkeit der Früherkennung von Brustkrebs bei der Verringerung der Krankheitslast.

Die Empfehlung des Rates nennt Grundprinzipien für vorbildliche Praktiken zur Krebsfrüherkennung und fordert die Mitgliedstaaten auf, Maßnahmen zur Durchführung nationaler Programme zur Krebsfrüherkennung mit einem bevölkerungsweiten Konzept und einer angemessenen Qualitätssicherung auf allen Ebenen zu ergreifen, und zwar unter Berücksichtigung europäischer Qualitätssicherungsleitlinien. Für Brustkrebs liegen Europäische bzw. EUSOMA-Leitlinien vor, die auch in Deutschland gemäß eines fraktionsübergreifenden Bundestagsbeschlusses aus dem Jahr 2002 bei der Früherkennung von Brustkrebs umzusetzen wären. Erstaunlicherweise werden jedoch diese Europäischen Leitlinien, die speziell für eine optimale Umsetzung bevölkerungsbezogener Programme entwickelt wurden, bei uns in Deutschland nach wie vor nicht in allen notwendigen Aspekten berücksichtigt. Vielmehr werden nationale Leitlinien zugrunde gelegt, die in wichtigen Teilaspekten weiter hinter europäische Vorgaben zurückfallen.

Die Europäische Kommission hat 2008 aktualisierte und erweiterte EU-Leitlinien u.a. für die Früherkennung von Brustkrebs veröffentlicht. Die Empfehlungen wurden vom Europäischen Parlament durch Entschließungen unterstützt, die in den Jahren 2003, 2006 und 2008 vom Parlament angenommen wurden.

Nach Schätzungen der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) erkrankten in Europa im Jahr 2006 331.000 Frauen neu an Brustkrebs und schätzungsweise 90.000 Todesfälle sind zu beklagen. Nach diesen Schätzungen hat Belgien die höchste Rate bei den Neuerkrankungen („Inzidenz“) für Brustkrebs in Europa, während Dänemark bevölkerungsbezogen die höchste und Rumänien die niedrigste Sterberate hat. Die Zahlen sind aufgrund einer teilweise unzureichenden Krebsregistierung und großen Unterschieden in der Qualität der medizinischen Versorgung jedoch mit Vorsicht zu bewerten. Auch Deutschland gehört zu den Ländern ohne funktionsfähiges nationales Krebsregister und kann insofern bisher keine zuverlässigen Daten vorlegen. Dieses ist insbesondere angesichts der Notwendigkeit der Evaluierung des bereits laufenden nationalen Programms zur Brustkrebsfrüherkennung sehr zu bedauern.

Mittlerweile verfügen 22 europäische Länder über ein nationales Programm zur Brustkrebs-Früherkennung bzw. sind wie bei uns in Deutschland dabei, ein entsprechendes Programm zu etablieren. Diese Programme setzen die Mammographie, die vom Rat der Europäischen Union im Jahr 2003 empfohlen wurde, zur Brustkrebsfrüherkennung ein.

Hintergrundinfos:

Bericht der Europäischen Kommission v. 22.12.2008

Europäische Leitlinien und die wichtigsten Links auf einen Blick

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