Verbraucherinnen verlangen Stopp! für Wachstumshormon rBGH in der Milch

(Zuletzt aktualisiert: 7. September 2010)
Eli Lilly MILKING CANCER Petition

Eli Lilly MILKING CANCER Petition


Mit dem Slogan MILKING CANCER hat >>> Breast Cancer Action eine Petition im Zusammenhang mit dem rekombinaten Wachstumshormon rBGH in Gang gebracht. Die Petition ist direkt an den globalen Pharmakonzern Eli Lilly gerichtet und wird von neun weiteren Non-Profit-Organisationen, darunter >>> DES Action, die >>> Massachusetts Breast Cancer Coalition, >>> Our Bodies – Ourselves und >>> Food & Water Watch unterstützt.

Eli Lilly vermarktet das gentechnisch hergestellte Wachstumshormon rBGH ebenso wie Krebsmedikamente, darunter auch Medikamente gegen Brustkrebs. In der Europäischen Union und damit auch in Deutschland ist der Einsatz von rBGH verboten, da der begründete Verdacht besteht, dass es Krebserkrankungen – darunter auch Brustkrebs – begünstigt.

Während beispielsweise die auf Kaffeeprodukte spezialisierte Kette Starbucks, die in Deutschland rund 150 Filialen betreibt, sich ebenso wie eine große Supermarktkette mittlerweile dem Druck der VerbraucherInnen gebeugt hat und Milchprodukte, die unter Einsatz von rBGH hergestellt wurden, bereits im Einkauf meidet, geht für Eli Lilly das Geschäft mit rBGH weiter. Das halten die UnterzeichnerInnen der Petition für ein Glückspiel, das man nicht gewillt ist, weiter mitzutragen.

Bei rBHG zeigt sich beispielhaft, wie nahtlos der Kreislauf von Krebsentstehung und Krebsbehandlung funktioniert:

  • Eli Lilly ist der weltweit einzige Hersteller des künstlichen wikipedia11 Wachstumshormons rBGH (auch: rBST), das Kühen zur Steigerung der Milchproduktion verabreicht wird. Dieses Hormon erhöht jedoch auch die Produktion des die wikipedia11 Apoptose beeinflussenden, wikipedia11 insulinähnlichen Wachstumsfaktors IGF-1 im Menschen, so dass durch den Verzehr von Produkten, die mit „rBGH-Milch“ hergestellt wurden, das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ansteigen kann.
  • Eli Lilly stellt ein Medikament her (Evista, Raloxifen), das Brustkrebs verhindern soll.
  • Eli Lilly produziert Medikamente (z.B. Gemzar, Gemcitabin), um Brustkrebs zu behandeln.

Breast Cancer Action nennt diese Spirale der dreifachen Gewinnmaximierung das schlimmste Beispiel unternehmerischer Geldgier („the worst example of corporate greed“), das sie je gesehen haben. Dieses müsse ein Ende haben.

Auch hält sie das Engagement des Konzerns für ihre Community nicht für glaubwürdig. Eli Lilly sponsert übrigens auch in Deutschland PatientInnenselbsthilfe im Zusammenhang mit Krebs.

Zur Zeit darf rBGH zur Steigerung der Milchleistung bei Kühen in der Europäischen Union zwar nicht legal eingesetzt werden. Tendenziell können jedoch Stoffe, die in anderen Ländern eingesetzt werden dürfen, auch bei uns den Weg auf unsere Teller finden. Wer kann uns in einer globalisierten Warenwirtschaft sicher garantieren, dass nicht verarbeitete Produkte, die „rBGH-Milch“ enthalten, über den Import doch auf unsere Märkte gelangen? Viele von uns reisen, und Nahrungsmittel müssen überall auf der Welt sicherer werden.

Schon im Jahr 2008 hat sich Breast Cancer Action in Sachen rBGH engagiert und einen öffentlichen Aufruf an Yoplait gestartet. Yoplait ist drittgrößter Hersteller von Milchprodukten auf dem amerikanischen Markt, der u.a. ausgerechnet mit Spenden an die Komen-Stiftung zur Heilung von Brustkrebs für seine Produkte wirbt. Ziel war, Yoplait zu veranlassen, seine Milchprodukte nur noch mit „rBGH-freier“ Milch zu produzieren. Der Druck von Seiten der KonsumentInnen wurde daraufhin so groß, dass Yoplait inzwischen nur noch „rBGH-freie“ Milch verwendet. Ein weiterer Produzent, Dannon (US-Name von Danone), zog kurze Zeit später nach.

Es bleibt zu hoffen, dass auch diese Aktion des Breast Cancer Action-Projekts „Think Before you Pink“ schnell erfolgreich ist.

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Originalartikel Eli Lilly is milking cancer. Tell Them to Stop! auf der Website von Breast Cancer Action mit Link zur Petition

3 Kommentare
  1. […] Eli Lilly, den >>> Breast Cancer Action gerade mit einer Petition stoppen will, >>> wir haben berichtet, vermarktet alle drei: Produkte, die Krebs auslösen können, Produkte, die Krebs vorbeugen sollen, […]

  2. […] infoblog!: 07.09.2010 – Verbraucherinnen verlangen Stopp! für Wachstumshormon rBGH in der Milch: Der Kreislauf des Geschäfts mit Krebs verursachenden Produkten und Medikamenten für die Krebsbehandlung funktioniert hoch profitabel. Im Fall eines gentechnisch herstellten Wachstumshormons, das Krebs auslösen und die Milchproduktion steigern kann, formiert sich Widerstand, denn der Preis (Leben und Gesundheit) ist vielen inzwischen zu hoch. Weiterlesen … […]

  3. […] hormonell wirksame Substanzen in Körperpflegeprodukten oder Hormone in Milchprodukten (s. unser Bericht aus 2008 sowie die Pressemeldung von Breast Cancer Action aus dem Jahr 2009 über den Erfolg dieser […]

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