MARIE-Studie – FFGZ aktuell: Wie lange noch? Schluss mit dem Hormonwahnsinn!

(Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2014)

Text: Pressemeldung FFGZ Berlin v. 27.01.2011 – Die schlechten Nachrichten zur Hormontherapie in den Wechseljahren reißen nicht ab.

FFGZ-Broschüre bietet pharmaunabhängige Informationen zur "Hormonersatztherapie" und Hormoneinnahme

FFGZ-Broschüre bietet pharmaunabhängige Informationen zur „Hormonersatztherapie“ und Hormoneinnahme

Die neuesten Ergebnisse der von der Deutschen Krebshilfe geförderten MARIE-Studie an 10.000 Frauen belegen, dass 30 Prozent aller Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren durch den Verzicht auf die Hormontherapie und mehr Bewegung zu vermeiden wären. 19,4% der Fälle von invasivem Brustkrebs gehen auf die Hormoneinnahme zurück, 12,8% auf den Mangel an körperlicher Aktivität. Wenn diese Zahlen zugrunde gelegt werden, würden jedes Jahr ca. 10.000 Frauen in Deutschland allein aufgrund der Hormoneinnahme erkranken, weitere 5000 Frauen aufgrund zu geringer Bewegung. Bei den Frauen, die an einem rezeptorpositiven Brustkrebs erkrankten, liegt der Wert sogar bei 37,9%.

Eine neue Auswertung aus der Nachbeobachtung der WHI Studie zeigt, dass Frauen, die die Östrogen-Gestagen-Kombination einnahmen, nicht nur ein erhöhtes Brustkrebsrisiko hatten, sondern der Brustkrebs auch weiter fortgeschritten und die Wahrscheinlichkeit, an ihm zu sterben, erhöht war. Die Folge war ein Anstieg der Brustkrebssterblichkeit von 1,3 auf 2,6 Todesfälle bei 10.000 Frauen pro Jahr. Und bei den Frauen, die Hormone nahmen, stieg die Gesamtsterblichkeit im Vergleich zur Placebo-Gruppe von 3,4 auf 5,3 Todesfälle pro 10.000 Frauen pro Jahr signifikant an. Der Herausgeber der Ergebnisse, Peter Bach, mahnt eine kritische Reflektion der gängigen Verschreibungspraxis bei Hormonen an. Die WHI-Studie habe gezeigt, dass ÄrztInnen zu wenig über die langfristigen Auswirkungen der Hormontherapie auf die Gesundheit wüssten.

Auch das Eierstockkrebsrisiko erhöht sich, so die European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition, in der u.a. der Zusammenhang zwischen Hormontherapie und Eierstockkrebs untersucht worden war. Bei 126.920 Frauen waren 424 Frauen im Lauf des neunjährigen Follow up an Eierstockkrebs erkrankt. Insbesondere eine aktuelle Hormoneinnahme war signifikant mit einem um 29% erhöhten Risiko an Eierstockkrebs verbunden, die Einnahme von Östrogenen war mit einem 63% erhöhten Risiko assoziiert. Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, war für die Frauen, die fünf Jahre und länger eine Hormontherapie gemacht hatten, um 45% höher als für die Frauen, die nie Hormone genommen hatten.
Zwar gibt es seit September 2009 die S 3 Leitlinie zum Umgang mit der Hormontherapie, die Hormone nur bei starken Hitzewallungen und nur so kurz und niedrig dosiert wie möglich empfiehlt, doch die gesundheitlichen Risiken werden weiter bagatellisiert, verschwiegen und ignoriert. Nicht nur das, auch viele Frauen über 70 und auch 80 bekommen seit Jahrzehnten Hormone verordnet. Dies entspricht in keinster Weise den aktuellen Empfehlungen, die Langzeitanwendung ist spätestens seit dem Abbruch der WHI im Jahr 2002 obsolet.

Nach all diesen Jahren mit Studienergebnissen, die die gesundheitlichen Risiken für Frauen immer wieder belegen, ist es absolut an der Zeit, sich von der Hormontherapie in den Wechseljahren endgültig zu verabschieden. Es reicht!

Wechseljahresbeschwerden kann mit Lebensstiländerungen, wie ausgewogener Ernährung, mehr körperlicher Bewegung, Stressabbau und mit Hilfe der Komplementärmedizin gut begegnet werden. Gleichzeitig fördert dies die Gesundheit von Frauen in der Lebensmitte und darüber hinaus.

Die 104-seitige FFGZ-Broschüre zu den Wechseljahren ist ein gut verständlicher pharma-unabhängiger Ratgeber mit Literatur- und Adressenteil, der interessierten Frauen und Multiplikatorinnen kompakt das Wichtigste zu der Lebensphase Wechseljahre und Älterwerden unter ganzheitlichen Aspekten und der Selbsthilfe bietet – informativ, vielseitig und gut handhabbar, als Nachschlagewerk zu nutzen – auch für gut Informierte. Für viele Frauen gilt sie als das Beste, was auf dem vielfältigen Bücher- und Ratgeber-Markt zum Thema Wechseljahre zu bekommen ist.

Die Broschüre Wechseljahre – Praktische Begleitung für diese Lebensphase ist zum Preis von 7 € (zzgl. Versandkosten 1,20 €) zu beziehen über den Buchhandel (ISBN: 978-3-930766-13-0) oder direkt über das Feministische FrauenGesundheitsZentrum e.V. Berlin, Bamberger Str. 51, 10777 Berlin, Tel. 030/213 95 97, Fax 030/214 19 27, E-Mail: ffgzberlin@snafu.de, www.ffgz.de, hier bestellen

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