MARIE-Studie

(Zuletzt aktualisiert: 5. Juni 2015)

Die MARIE-Studie (Mammakarzinom-Risiko-Erhebung) ist eine bevölkerungsbezogene Studie, die vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) durchgeführt wird. Sie wird gefördert durch die Deutsche Krebshilfe.

Es gibt mittlerweile mehrere Teile der Studie.

MARIE-Studie

In der MARIE-Studie sollten möglichst alle neuerkrankten Frauen zwischen 50 und 74 Jahren im Zeitraum von 2002 – 2005 aus den Regionen Rhein-Neckar-Karlsruhe und Hamburg teilnehmen, um mögliche Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs nach den Wechseljahren zu ermitteln. Eingeschlossen in die Studíe wurden 3813 an Brustkrebs erkrankte Frauen und 7341 nicht an Brustkrebs erkrankte Frauen. Ergebnisse wurden in Kurzform im Studienbericht 2009 (pdf) veröffentlicht.

Ergebnisse:

  • Überlebensvorteile für Gemüse und Früchte, Nachteile bei viel Fleisch, Frittiertem
  • Phythoöstrogene: Pressemeldung des dkfz zu Enterolakton: Pflanzeninhaltsstoff senkt Brustkrebssterblichkeit (Der Vorteil betrifft allerdings nur Östrogen-Rezeptor negative Patientinnen.)
  • Rauchen und Alkoholkonsum können sich negativ auswirken.
  • Aromatasehemmer verusachen häufiger Herz-Kreislauferkrankungen und Osteoporose.
  • Die Therapie mit Herceptin führt häufiger zu Herz-Kreislauferkrankungen.
  • Körperliche Aktivität vor und nach Brustkrebs wirken sich positiv aus (nur bei Hormonrezeptor positiven Patientinnen).
  • Das Risiko für Brustkrebs nach Hormontherapie ist erhöht.

Nachteilig bei dem veröffentlichten Studienbericht ist jedoch, dass Zahlen fehlen, die eine Bewertung der Vorteile tatsächlich ermöglichen. Studienteilnehmerinnen und Patientinnen lesen diese Berichte, die Empfehlungen für ihren Lebensstil erhalten. Wenn die Überlebensvorteile so marginal sind, wie bei vielen anderen präventiven Ansätzen, sollten Frauen offen darüber informiert werden. Es ist unfair, das Überleben mit Empfehlungen zu verknüpfen, wenn nur sehr wenige Frauen den Vorteil erreichen können.

Original-Studienergebnisse zu Bewegung: Martina E. Schmidt et al.: Physical Activity and Postmenopausal Breast Cancer: Effect Modification by Breast Cancer Subtypes and Effective Periods in Life. Cancer Epidemiol Biomarkers PrevDecember 2008 17; 3402, zum Volltext

MARIEplus

In dieser Nachfolgestudie ging es um den Einfluss von Risikofaktoren, Lebensstiländerung und Brustkrebstherapie auf den Krankheitsverlauf. Hierzu wurden die Patientinnen der MARIE-Studie (insgesamt 2711 Patientinnen) erneut kontaktiert und gebeten, an einer weiteren Befragung zu Ernährung, körperlicher Aktivität, Rauchen, Aklholkonsum und Einnahme von Hormonen teilzunehmen. Kurzbericht zu den Studienergebnisse 2014 (pdf)

MARIE-II

In dieser Nachfolgestudie wurde die Kontrollgruppe (Frauen, die nicht erkrankt sind) befragt. Die Ergebnisse sind einer Bachelorarbeit von Manuela Runge zusammengefasst: Der Einfluss der menopausalen Hormontherapie auf die Gesamtmortalität – Überlebenszeitanalyse der Kontrollgruppe der MARIE-Studie (pdf)

MARIEplus2

MARIEplus2 befragt im Abstand von fünf Jahren erneut die Patientinnen. Es soll damit ermittelt werden, inwiefern Änderungen im Lebensstil und persönlichen Faktoren nach einer Brustkrebsdiagnose einen Einfluss auf die Prognose von Brustkrebs haben können. Hier geht es um Veränderungen von BMI, körperliche Aktivität, Phytoöstrogen-Aufnahme und Konzentration von Enterolakton (als Biomarker der Lignanzufuhr) sowie Alkoholkonsum und Rauchen. (In der MARIE-Studie konnte kein Zusammenhang zwischen Rauchen und Mitrauchen gezeigt werden.) Untersucht werden soll auch der Einflusses verschiedener Biomarker (u.a. C-Peptid, Leptin, Resistin, Interleukin-6, Adiponektin, C-reaktives Protein) und deren zeitlicher Veränderungen auf die Brustkrebsprognose hinsichtlich ihrer metabolischen Wirkungen sowie ihrer Funktionen als Indikatoren von Entzündungsprozessen im Körper. Weiterhin sollen Einflüsse von Lebensstilfaktoren auf die Langzeitprognose von mehr als 10 Jahren sowie auf die Langzeit-Lebensqualität und Erschöfungssyndrom („Fatique“) untersucht werden. Studienergebnisse liegen noch nicht vor. (Stand Mai 2015)

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Die GENICA-Studie (Gene-ENvironment Interaction and Breast CAncer in Germany)

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