Zuviel ROSA – Die spannende Arbeit der Anthropologin Margret Jäger

(Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2011)

Jäger: Früherkennung von BrustkrebsMargret Jäger: Früherkennung von Brustkrebs. Diskurse in Brasilien und Österreich. Ein Beitrag zur Gesundheitsanthropologie. Wien: LIT, 2010 aus der Schriftenreihe Medizin & Gesellschaft, Bd. 17.  ISBN:  978-3-643-50123-3

Früherkennung von Brustkrebs : Diskurse in Brasilien und Österreich ; ein Beitrag zur Gesundheitsanthropologie / Margret Jäger
Verfasser:Jäger, Margret *1951-*
Erschienen:Wien [u.a.] : Lit, 2010
Umfang:360 S. : Ill., Kt. ; 21 cm
Schriftenreihe:Medizin & Gesellschaft ; 17
Anmerkung:Literaturangaben
ISBN:978-3-643-50123-3*kart. : EUR 34.90, sfr 55.90 (freier Pr.)

„ROSA erscheint ausschließlich die Darstellung der Informationen, die bittere Realität von erkrankten Frauen oder jenen Frauen, welche den Verdacht einer Erkrankung als schwere Last mit sich tragen, sieht alles andere als rosig aus. … Die visuelle Wirkung eines kräftigen Rosa Farbtons … zur Erregung von Aufmerksamkeit … ist unbestreitbar, es stellt sich jedoch die Frage, … inwieweit diese die Erkrankung Brustkrebs damit eher verharmlost und verniedlicht. Meines Erachtens trägt die Wahl der Farbe ROSA nicht dazu bei, Informationen zu verschönern oder Hoffnung zu vermitteln. Selten wird in Informationsmaterialien der Grund für diese Farbgestaltung kommuniziert, welcher existiert und erläutert werden könnte“, so schreibt Margret Jäger in der Zusammenfassung ihres Buches. Wie zutreffend diese Feststellung ist, zeigt der erste Blick auf das Internetangebot unseres deutschen Mammographie-Screening-Programms sofort. Jäger verfolgt einen binationalen Ansatz bei der Betrachtung des gesellschaftlichen Umgangs mit Brustkrebs, der wertvolle Hinweise für eine multinationale Betrachtung der gegenwärtigen Situation öffnet.

Die Anthropologin Dr. Margret Jäger aus Wien, die zu den Forschungsschwerpunkten Thematische Schwerpunkte Gesundheit, NGOs, Frauen, Sozialbewegungen, Brustkrebs, Entwicklungspolitik, Regionalplanung, Kultur- und Sozialanthropologie sowie Ethnologie forscht, arbeitet schon länger am Thema Brustkrebs und Gesellschaft. Ihr erstes Buch „Früherkennung von Brustkrebs. Diskurse in Brasilien und Österreich“ erschien 2010 im LIT Verlag und entstand auf der Basis ihrer Dissertation an der Universität Graz („Alles rosa oder was?“, 2008).

Aus der Information des Verlags: Die bikulturelle Studie fokussiert das soziale Phänomen Brustkrebs und die dazu existenten Maßnahmen zu dessen frühzeitiger Erkennung. Im Mittelpunkt stehen die lokalen Auswirkungen der globalen Diskussion und Umsetzung von Maßnahmen auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von Frauen in Österreich (die Steiermark und Graz) und in Brasilien (Bundesstaat Pará und Belém do Pará). Frauen beider Länder kommen zu Wort in einer Diskussion, in der ihr Körper vor allem von anderen instrumentalisiert wird und ihre Bedürfnisse und Wünsche wenig beachtet werden.

Mehr Info zu diesem spannenden Buch demnächst an dieser Stelle.

Antropology is my life – antropologia é a minha vida – Margret Jäger Blog

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Info in englisch und portugisisch

This bicultural study focuses on breast cancer as a social phenomenon and on the existing measures of early detection. At its core is the analysis of the local impact of the ongoing global debate about the implementation of prevention measures, on female health and health behavior of women in Austria (State of Styira and Graz) and Brazil (State of Pará and Belém do Pará). Women of both countries have their say in this matter that concerns the exploitation of their bodies and the lack of attention for their needs and wishes. (German with Portuguese citations)

O estudo bicultural centra o fenómeno social do cancer de mana e as medidas existentes para detectar o cancer precocemente. No centro da atencao estao os impactos locais de uma discussao global sobre medidas na área de saúde e de comportamento de saúde de mulheres na Austria (Estado de Stiria e Graz) e no Brasil (Estado do Pará e Belém do Pará). Mulheres dos dois paises levantam a voz nesta discussao em que os seus corpos sao instrumentalizados e suas necessidades e seus desejos sao pouco ouvidos. (em Alemao com citacoes em Portugues)

1 Kommentar
  1. […] “ROSA erscheint ausschließlich die Darstellung der Informationen, die bittere Realität von erkrankten Frauen oder jenen Frauen, welche den Verdacht einer Erkrankung als schwere Last mit sich tragen, sieht alles andere als rosig aus. … Die visuelle Wirkung eines kräftigen Rosa Farbtons … zur Erregung von Aufmerksamkeit … ist unbestreitbar, es stellt sich jedoch die Frage, … inwieweit diese die Erkrankung Brustkrebs damit eher verharmlost und verniedlicht. Meines Erachtens trägt die Wahl der Farbe ROSA nicht dazu bei, Informationen zu verschönern oder Hoffnung zu vermitteln. Selten wird in Informationsmaterialien der Grund für diese Farbgestaltung kommuniziert, welcher existiert und erläutert werden könnte”, so schreibt Margret Jäger in der Zusammenfassung ihres Buches. Wie zutreffend diese Feststellung ist, zeigt der erste Blick auf das Internetangebot unseres deutschen Mammographie-Screening-Programms sofort. Jäger verfolgt einen binationalen Ansatz bei der Betrachtung des gesellschaftlichen Umgangs mit Brustkrebs, der wertvolle Hinweise für eine multinationale Betrachtung der gegenwärtigen Situation öffnet. Weiterlesen … […]

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