Leitlinien zum Mammographie-Screening in den USA (Aktualisierung des Forschungsplans)

(Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2013)

In den USA gibt die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) Leitlinien zur Früherkennung von Brustkrebs heraus. Wir haben über die Arbeit dieser Arbeitsgruppe bereits früher berichtet, als es um die Leitlinien der USPSTF für Frauen zwischen 40 und 50 Jahren ging.

Aktualisierung des Forschungsplans

Gegenwärtig aktualisiert die USPSTF ihren Forschungsplan, der bis einschl. 11.12.2013 öffentlich kommentiert werden konnte. Mammographie-Screening kann Brustkrebs nicht verhindern. Karuna Jaggar verweist für Breast Cancer Action zum wiederholten Male auf die Breast Cancer Action Position und erteilt einem ausschließlich bevölkerungsbezogenen Screening-Programm unabhängig von Altersgruppen, Risikofaktoren, ethnischer Zugehörigkeit etc. eine Absage. Entscheidungen für oder gegen ein Screening müssten auf der persönlichen Ebene getroffen werden.

Nein zu simplen eingängigen Botschaften anstelle von evidenzbasierten Informationen

Ferner richtet sich Breast Cancer Action gegen simplifizierende Medienkampagnen im Stil von „Früherkennung rettet Leben“ und erwartet stattdessen evidenzbasierte Informationen, die Frauen ein ausgewogenes Verständnis von Schäden, Nutzen und Grenzen der Screening-Mammographie vermitteln.

Die Schäden, die Mammographie-Screening verursacht, würden übertüncht durch eingängige Slogans wie „Früherkennung rettet Leben“. Genau diese übersimplifizierte Form der Werbung für das Mammographie-Screening-Programm wird auch Frauen in Deutschland angeboten – ohne adäquate Information über bestehende Risiken. Die USPSTF-Leitlinien verfolgen die Zielsetzung, eine Minimierung der Schäden (Strahlenbelastung, Kostenfaktoren, falsch-positive Befunde, überflüssige Biopsien, Überdiagnose und Überbehandlung) in eine möglichst günstige Balance mit dem erwünschten Nutzen zu bringen. Breast Cancer Action hat sich mit verschiedenen Kommentaren an die USPSTF gewandt und auf die Notwendigkeit der Bereitstellung evidenzbasierter Informationsmaterialien für Frauen aus unterschiedlichen Risikogruppen verwiesen.

Diskussionen um die Dichte des Brustgewebes oder wie eine neue Risikogruppe gemacht wird

Dies sei umso wichtiger, als mehrere US-Staaten mittels einer neuen Gesetzgebung Frauen über ihre Brustdichte benachrichtigten, wenn sie sich einem Mammographie-Screening unterziehen, versehen mit dem Hinweis, dass ihr Brustkrebsrisiko erhöht sei. Breast Cancer Action ist über diesen neuen Trend hochgradig besorgt. Gleichzeitig werde besorgt beobachtet, dass bestimmte ethnische Gruppen – und konkret nicht-weiße Frauen in den USA, die – aufgrund erhöhter Mortalität – ebenfalls zu spezifischen Risikogruppen gezählt werden – nicht adäquat mitbedacht und informiert werden. Screening-Empfehlungen für diese spezielle Gruppe seien auffällig abwesend.

Alternative Wege des Umgangs mit DCIS

In Bezug auf Duktales Carcinoma in situ (DCIS) fordert Breast Cancer Action, dass Frauen auf Basis der informierten Entscheidung auch eine aktive Beobachtung („kontrolliertes Zuwarten“) bei dieser Diagnose einer sog. „Vorstufe“ als mögliche Handlungsoption angeboten wird.

Forschung zur Früherkennung

Ferner möchte Breast Cancer Action, dass weitere Forschungsarbeiten zu Thermographie sowie zur Selbstuntersuchung der Brust als Screening-Modalitäten erforscht werden. Frauen wollten Antworten auf ihre Fragen zur Thermographie und zur Selbstuntersuchung der Brust als Alternativen und nicht-invasive Screening-Optionen, die anders als die Mammographie ohne Strahlenrisiko auskommen.

Weiterlesen

Vollständiger Bericht von Karuna Jaggar zu den Eingaben an die USPTSF und Anforderungen an Screening-Programme

Nach amerikanischen Leitlinien: Kein Screening zwischen 40 und 50

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