In der Zwickmühle – DDT ja oder nein?

(Zuletzt aktualisiert: 18. November 2017)

Unter dem Titel „Verteufelter Schutz“ berichtet Kai Kupferschmidt aus Swasiland am 10.02.2010 im Berliner Tagesspiegel vom dort derzeit erfolgenden Einsatz des Pestizids DDT zur Bekämpfung der Malaria. Aus dem Bericht: „DDT ist ein furchtbares Gift“, sagt Carina Weber vom Pestizid-Aktions-Netzwerk und zählt die Risiken auf: Brustkrebs, verringerte Spermienzahl, Störungen des Hormonhaushaltes: „Und dabei sind uns viele Gefahren von DDT vielleicht noch gar nicht bekannt.“ Im südafrikanischen Fernsehen führte ein Wissenschaftler sogar den Fall von Caster Semenya, der 800-Meter-Läuferin, deren Geschlecht immer noch überprüft wird, auf die Benutzung von DDT in ihrer Heimat zurück. Auch Umweltorganisationen wie BUND, Greenpeace und das Umweltbundesamt prangern DDT an. Nicht nur die Menschen seien bedroht. Weil sich DDT in der Nahrungskette anreichert, sehen Umweltschützer eine ökologische Katastrophe.“

Die selbst an Brustkrebs erkrankte Biologin Rachel Carson war es, die in erster Linie für ein Umdenken sorgte. Weiter aus dem Artikel im Tagesspiegel: „In ihrem Buch „Stummer Frühling“ machte die US-Biologin Rachel Carson auf Umweltschäden durch DDT aufmerksam. Durch das vermeintliche Wundermittel würden die Eierschalen des Weißkopfseeadlers brüchiger und dünner, der Bestand des amerikanischen Wappentieres sei gefährdet. Das US-Landwirtschaftsministerium musste zugeben, die Giftigkeit von DDT nicht selbst getestet, sondern die Angaben des Herstellers übernommen zu haben. In einem Gutachten kam die Umweltschutzbehörde 1972 zwar zu dem Schluss, dass DDT sicher sei, aber das Ende von DDT war gekommen.

In den USA wurde DDT verboten und die meisten europäischen Länder zogen nach.

Reducing Environmental Cancer Risk: What We Can Do Now

(DDT) wirkt östrogenähnlich. Besonders Frauen, die als Mädchen während der Pubertät mit DDT in Berührung gekommen sind, werden durch krebserregende Effekte auf Zellen im Brustgewebe und durch eine vorzeitig einsetzende Pubertät gefährdet. Die Herstellung und Verbreitung DDT ist in Bundesrepublik zwar seit den 1970er Jahren verboten, wurde allerdings in der DDR noch bis Anfang der 1990er Jahre z.B. als Holzschutzmittel eingesetzt. Da DDT schwer abbaubar ist, ist in Gebäuden, in denen es eingesetzt wurde, auch heute noch nachweisbar.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfahl nicht länger den Einsatz von DDT … “

Weiterlesen

Sabrina McCormicks Film No family history

mehr Literatur zu Brustkrebs und Umwelt

Pestizid-Aktions-Netzwerk PAN e.V.

Verteufelter Schutz im Tagesspiegel v. 10.02.2010

1 Kommentar

Benutzungshinweis

Die dieser Webseite zugrunde liegenden Inhalte beleuchten Einzelaspekte aus der Perspektive von betroffenen Frauen und Frauengesundheitsbewegung. Die hier bereitgestellten Informationen sind kein Ersatz für ärztliche Beratung und Behandlung. Im Einzelfall sind Diagnose und Therapieempfehlungen immer Sache der behandelnden ÄrztInnen. Weiterlesen: Haftungsausschluss / Disclaimer

Werbung?

Diese Webseite ist werbefrei.

Akkreditierung

Diese Website ist bei der Health On the Net Foundation akkreditiert.
Wir berücksichtigen HONcode Standards. Zur Überprüfung klicken Sie bitte auf das HON-Logo. Diese Website ist seit 2007 bei der Health On the Net Foundation akkreditiert. Wir berücksichtigen HONcode-Standards. Zur Überprüfung klicken Sie bitte auf das HON-Logo.

LibraryThing

Wir …

... sind eine kleine unabhängige Gemeinschaft von Frauen, die sich im Kontext Brustkrebs engagieren. Wir wollen die bestmögliche Behandlung für alle, die von dieser schweren Erkrankung betroffen sind. Wir wollen aber auch, dass die Forschung über die Ursachen von Brustkrebs und über die Möglichkeiten der Primärprävention endlich grundlegend verbessert werden.

Wir sind ein kreatives, privat finanziertes Low-Budget-Projekt, das grundsätzlich jegliche Finanzierung im Interessenkonflikt ablehnt und insbesondere keine Pharmagelder annimmt. Lesen Sie dazu unsere Leitlinie, entsprechend der Richtlinie zur Einwerbung von Drittmitteln von Breast Cancer Action.

Spenden …

Breast Cancer Action Germany - die kritische Annäherung rund um das Thema Brustgesundheit und Brustkrebs im Kontext von Medizin, Krankheitsvermeidung, Umwelt, Gesellschaft und Politik mit dem Schwerpunkt Selbstschutz / Verbraucherinnenschutz.

Wir lehnen uns u.a. an die Arbeit von Breast Cancer Action mit Sitz in San Francisco an. Diese Arbeit hilft uns sehr. Ohne die wichtige Arbeit der engagierten Frauen von Breast Cancer Action (www.bcaction.org) nachzunutzen, hätten wir von Frauenseite in Deutschland keine wirklich neutralen Berichte zu vielen wichtigen und komplizierten Themenbereichen bei Brustkrebs. Die Arbeit von Breast Cancer Action ist wertvoll und nicht kostenlos zu leisten.
Es ist möglich, direkt an Breast Cancer Action in den USA zu spenden. Die Spenden werden in der Breast Cancer Action-Zeitschrift „Source“ veröffentlicht, wenn nichts anderes angekreuzt wird. Es ist auch möglich, für namentlich genannte Patientinnen oder zum Gedächtnis von Frauen mit Brustkrebs, die nicht mehr leben, zu spenden. Eine Spende ist einfach z.B. über Kreditkarte möglich: Breast Cancer Action unterstützen.