Schutz vor gefährlichen Giftstoffen und Chemikalien: Kleine Anfrage zu REACH

(Zuletzt aktualisiert: 5. Dezember 2016)

Die kleine Anfrage „Weiterentwicklung der REACH-Verordnung“ der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wendet sich mit wichtigen Fragen zu VerbraucherInnenschutz und Produktsicherheit an die Bundesregierung. Sie betrifft auch die ursächlich für die Entstehung von Brustkrebs relevanten sogenannten endokrinen Disruptoren, deren Rolle für die menschliche Gesundheit immer existenzieller wird.

Gesundheitliche Folgen nicht ausgeschlossen - Gefährliche Chemikalien in Kosmetika und "Düften"

Gesundheitliche Folgen nicht ausgeschlossen – Gefährliche Chemikalien in Kosmetika und „Düften“

Ressourcen im Umweltbundesamt

Die Grüne Fraktion fragt in ihrer Kleinen Anfrage 17/9259, ob es im Umweltbundesamt genügend personelle und finanzielle Ressourcen für die im Zusammenhang mit der europäischen Chemikalienverordnung REACH anfallenden Aufgaben gibt, um diese in höchster Qualität auszuführen.

Besonders besorgniserregende Stoffe

Gefragt wird auch nach den besonders besorgniserregenden Stoffen (sog. SVHC-Stoffe) bzw. welche dieser Stoffe aus Deutschland vorgeschlagen werden (s. Fragen 8 und 9) und nach Erkenntnissen zu den globalen Schadstoffkreisläufen (Frage 15).

Brustkrebs, Unfruchtbarkeit

Frage 19 befasst sich mit der Berücksichtigung von Kombinationseffekten verschiedener Chemikalien, dazu gibt es bereits die Kleine Anfrage 17/7162 (Frage 22). Wichtig im Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs sind wiederum Phthalate, die zugleich auch reprotoxisch eingestuft sind – sie können bei Aufnahme in den Körper zu Unfruchtbarkeit führen und Krebserkrankungen wie Brustkrebs begünstigen (s. Frage 20). Frage 21 befasst sich mit „Pflanzenschutzmitteln“ (ein geschönter Begriff; Pestizide sind Gifte, die schwere und schwerste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können, wenn es zu Kontaminationen kommt). Die Anfrage will die konkrete Position der Bundesregierung dazu hören.

VerbraucherInnen-Informationen fehlen

Außerdem wird danach gefragt, ob es geplant ist, auch in Deutschland eine Online-Produktdatenbank für VerbraucherInnen anzubieten, wie sie in den USA bereits verfügbar ist. Die amerikanische Produktdatenbank des Nationalen Gesundheitsinstituts National Institutes of Health, Abteilung Health and  Human Services, betreibt die Household Products Database, die sich u.a. mit Haushaltschemikalien wie z.B. Putzmitteln, aber auch mit Kosmetika, Gartenchemikalien, Bastelbedarf, Bürochemikalien wie Tonern, Schreibgeräten und anderen wie Tippex oder Tintenkillern befasst.

Ungefährliche Ersatzstoffe sind eine Lösung

Warum gibt es das alles in unserem an Gesetzen reichen Lande eigentlich nicht? Wo schlafen die Verantwortlichen und wer hält sie von derartig wichtigen Aufgaben ab? Die Stärkung von Gesundheit als Menschenrecht erscheint dringend geboten. Der Austausch gefährlicher Stoffe, die „Substitution risikoreicher Chemikalien“ ist möglich (Frage 31), sollte also nicht nur angefragt, sondern zügig vorangetrieben werden.

Bildnachweis: Probensammlung von frie.Mo, Creative Commons 2.0

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Gestörte Weiblichkeit – Endokrine Disruptoren, das weibliche Fortpflanzungssystem und Brustkrebs

Kleine Anfrage Weiterentwicklung der REACH-Verordnung – Position der Bundesregierung in der europäischen Debatte (Drucksache 17/9259, pdf)

Keine tolerierbare Minimaldosis für hormonell wirksame Schadstoffe (Bericht von der Chemsec-Tagung 2011)

1 Kommentar
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