Ungünstig? Gewichtszunahme nach Brustkrebsdiagnose

(Zuletzt aktualisiert: 4. Mai 2013)
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Venus von Willendorf, ca. 25.000 v.Chr.

Eine geringfügige Gewichtszunahme nach Brustkrebs beeinflusst die Überlebenschancen nicht, eine starke Gewichtszunahme führt zu einem höheren Risiko, an den Folgen von Brustkrebs zu versterben. Das sind die Ergebnisse des amerikanischen Gesundheitsdienstleisters Kaiser Permanente (Krankenversicherung, Klinikbetreiber, Ärzteorganisation, Apothekenkette: „Amerika ist das größte Versuchslabor der Welt“, sagt Sophia Schlette[i], Expertin für internationale Gesundheitspolitik bei der Bertelsmann Stiftung. „Wir können uns von Netzwerken wie Kaiser Permanente viel abschauen.“). Die Firma mit Sitz in Nordkalifornien stellte ihre Projektergebnisse auf einem Kongress im April 2011 vor.

After Breast Cancer (ABC) Pooling Project

Das Projekt, das die Daten lieferte, trägt den Namen “After Breast Cancer (ABC) Pooling Project“, in dem 18.336 Brustkrebspatientinnen aus vier verschiedenen prospektiv – also in Bezug auf die Ergebnisse – beobachteten Gruppen gesammelt wurden, drei davon in den USA, eine in Shanghai, China. Der beobachtete Diagnosezeitraum der Ersterkrankung lag zwischen 1976 und 2006, und die Patientinnen waren zwischen 20 und 83 Jahren alt. Die Entwicklung des Gewichts wurde beobachtet zwischen dem 18 und 48 Monat nach Diagnose und wurde verglichen mit dem Gewicht vor der Diagnose. Eine Projektwebseite haben wir bei unserer Recherche zu diesem Projekt nicht gefunden.

Ergebnisse

  • 16% der Patientinnen hätten in Folge der Diagnose eine stärkere Gewichtszunahme gezeigt.
  • Patientinnen, die mehr als 10% ihres bisherigen Gewichts zugenommen hatten, hatten lt. Kaiser-Permanente-Projekt eine um 14% erhöhte Rückfallwahrscheinlichkeit im Vergleich zu Frauen, deren Gewicht stabil blieb.
  • Eine moderate Gewichtszunahme (5 bis 10%) nach der Diagnose wurde häufiger bei normalgewichtigen und untergewichtigen Frauen beobachtet.
  • Dies hätte aber keine Auswirkungen auf die Überlebenswahrscheinlichkeit gehabt.
  • 11,1% der Patientinnen, die bereits vor der Diagnose übergewichtig waren, hatten eine starke Gewichtszunahme nach der Diagnose.
  • Schlankere Frauen (BMI unter 25), die eine Gewichtszunahme von 10% oder mehr nach der Diagnose aufwiesen, hatten zugleich auch ein höheres Rückfallrisiko und ein um 25% höheres Risiko, an ihrer Erkrankung zu sterben.
  • Besonders davon betroffen waren Frauen mit Hormonrezeptor positiven Tumoren.

Zusammenfassend wurde festgestellt, dass mehr Forschung notwendig ist, um zu verstehen, was zu einer starken Gewichtszunahmen nach Brustkrebs führt.

Quellenangabe: AACR Webseite

Bildnachweis: Wikipedia, Matthias Kabel, Creative Commons 3.0


[i] Artikel „Prepaid-Versorgung“ in: medbiz 03/07, z.B. Health Policy Monitor der Bertelsmann-Stiftung, online unter: http://www.hpm.org/Downloads/Events/medbiz_KaiserPermanente.pdf
[Anmerkung: Ob wir denn nun zum zweitgrößten Versuchslabor der Welt werden möchten oder gar die USA noch überflügeln? Auch die Vorstellung, dass Krankenkasse, Klinik, Arzt und Apotheke so eng vernetzt sind, kann man hinterfragen. Tatsache ist: Unsere Brustkrebs-DMPs – ein Importprodukt aus der Gesundheitswirtschaft – haben brauchbare Daten bisher nicht gebracht.]

2 Kommentare
  1. […] versterben. Das sind die Ergebnisse des amerikanischen Gesundheitsdienstleisters Kaiser Permanente … weiterlesen « doku: 01.05.2011 – Keine Mehrheit für DDT-Verbot (taz […]

  2. […] Ungünstig – Gewichtszunahme nach Brustkrebs […]

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