Gestörte Entwicklung: Risiken während der Schwangerschaft

(Zuletzt aktualisiert: 1. November 2018)

Schwangerschaft_Umweltbelastungen

Breast Cancer Fund thematisiert bereits seit vielen Jahren Umweltbelastungen und Brustkrebsentstehung. Mit ihrer neuen Veröffentlichung Disrupted Development (Gestörte Entwicklung) wendet sich die Organisation an Frauengesundheits- und Umweltorganisationen, Behörden und Hersteller sowie an ÄrztInnen, die Schwangere betreuen. Es geht um Gefahren in der Schwangerschaft und die unfreiwillige Kontamination mit Bisphenol A, wie es in beschichteten Konservendosen zum Einsatz kommt, und weiteren hormonellen Schadstoffen, die für das Ungeborene zum Problem werden können. Die Veröffentlichung befasst sich mit möglichen Ursachen bei der Begünstigung von Brustkrebs sowie schwerwiegenden weiteren gesundheitlichen Problemen, die ebenfalls in Zusammenhang mit hormonellen Schadstoffen gebracht werden.

Forschungsergebnisse in der Übersicht

Breast Cancer Fund stellt eine übersichtliche Auflistung der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse bereit. Nach diesen Forschungsergebnissen ist die Gefährdung des Ungeborenen während der Schwangerschaft sogar noch problematischer als die Exposition während der (frühen) Kindheit. Die Erkenntnisse sind nicht wirklich neu, denn prinzipiell wurden sie bereits durch Theo Colburn beschrieben, die bereits Mitte der 1990er Jahre mit ihrem Buch Our Stolen Future (deutschsprachige Ausgabe: Die bedrohte Zukunft, München 1996, ISBN 3-426-26864-7) warnte und Wurzeln des Problems wurden bereits von Rachel Carson in den 1960er Jahren thematisiert. Inzwischen sind viele neuere Untersuchungsergebnisse hinzu gekommen.

Weckruf an die Verantwortlichen: Die nächste Generation schützen

Die neue Broschüre Disrupted Development versteht sich als Weckruf an Gesetzgeber und Hersteller. Breast Cancer Fund plädiert dafür, nicht allein den Betroffenen die Last der Vermeidung aufzubürden und plädiert für ein Verbot von BPA in Konservendosen. Die nächste Generation schützen – so lautet die Botschaft, die sicherlich auch Dr. Ibrahim Chahoud von der Berliner Charité teilen würde, der exakt vor den gleichen Gefahren in Berlin 2011 auf der ChemSec-Veranstaltung (s. Keine tolerierbare Minimaldosis für hormonell wirksame Schadstoffe) eindringlich warnte.

Schwangere warnen

Breast Cancer Fund möchte ÄrztInnen, die Schwangere betreuen, bei der Aufklärung über gesundheitliche Risiken durch BPA in der Schwangerschaft einbeziehen. Besonders risikobehaftet gegenüber einer Kontamination mit endokrinen Disruptoren ist die Zeit der Frühschwangerschaft. ÄrztInnen könnten ihre Patientinnen aufklären über solche Substanzen, die es zu meiden gilt. Sie finden sich in Reinigungsmitteln, Pestiziden (z.B. nur „Bio“ essen speziell in dieser wichtigen Zeit), aber auch in beschichteten Konservendosen, u.U. auch in Plastikflaschen für Mineralwasser. Wichtig sind auch solche Hinweise, wie Gefährdungen vermieden werden könnten, z.B. durch die Nutzung von Glas, Keramik oder Edelstahlbehältnissen zur Nahrungszubereitung. Speziell wenn die Mikrowelle benutzt wird, sollten keine Plastikgefäße verwendet werden. Verpackte Produkte bergen Risiken. Vor allem während der Schwangerschaft ist die Nahrungszubereitung mit frischen Nahrungsmitteln besonders wichtig. Breast Cancer Fund empfiehlt dabei, die Informationen auch an das Bildungs- und Einkommensniveau und ihre tatsächlichen Möglichkeiten, sich selbst mit frischer Nahrung zu versorgen, anzupassen.

Aufruf an Frauengesundheits- und Umweltorganisationen

Außerdem wünscht sich Breast Cancer Fund die Unterstützung von Frauengesundheits- und Umweltorganisationen, die mithelfen, in der Medizin für Aufmerksamkeit zu sorgen, da die wissenschaftliche Literatur zu Umweltfragen vielfach nur am Rande verfolgt wird.

Text: Gudrun Kemper
Bildnachweis: Cover by Breast Cancer Fund 2013

Weiterlesen

Disrupted Development (pdf zum Download bei Breast Cancer Fund)
Verbot von BPA in Babyfläschen (BMELV 2011)
STOP EDCs – Neue WECF-Info zu hormonell wirksamen Chemikalien in Alltagsprodukten
Keine tolerierbare Minimaldosis für hormonell wirksame Schadstoffe (Bericht von der ChemSec Tagung 2011 in Berlin)
Das Gift aus der Konservendose (TAZ v. 09.08.2012)
The Falling Age of Puberty in U.S. Girls (Sandra Steingraber)
Video von Sarah Horton: Was wir lieben, müssen wir schützen (What we love, we must protect mit Sandra Steingraber im Europäischen Parlament)

 

Benutzungshinweis

Die dieser Webseite zugrunde liegenden Inhalte beleuchten Einzelaspekte aus der Perspektive von betroffenen Frauen und Frauengesundheitsbewegung. Die hier bereitgestellten Informationen sind kein Ersatz für ärztliche Beratung und Behandlung. Im Einzelfall sind Diagnose und Therapieempfehlungen immer Sache der behandelnden ÄrztInnen. Weiterlesen: Haftungsausschluss / Disclaimer

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