Forschungsprojekt „SPUPEO“ zur spezialisierten onkologischen Pflege und Patient*innenbeteiligung bei Entscheidungsfindung mit „David-Sackett-Preis“ ausgezeichnet

(Zuletzt aktualisiert: 2. Juni 2019)

Der „David-Sackett-Preis des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e.V.“ wurde am 22. März 2019 an Birte Berger-Höger für das Forschungsprojekt „Spezialisierte Pflegefachkräfte zur Unterstützung partizipativer Entscheidungsfindung in der Onkologie“ verliehen. Das renommierte EbM-Netzwerk ist das deutschsprachige Kompetenz- und Referenzzentrum für alle Aspekte der Evidenzbasierten Medizin. Es vergibt den David-Sackett-Preis jährlich seit 2008. Der Preis soll die Verbreitung der Konzepte und Methoden der evidenzbasierten Medizin in Praxis, Lehre und Forschung unterstützen.

Die diesjährige Preisträgerin Birte Berger-Höger ist Gesundheits- und Pflegewissenschaftlerin, Gesundheits- und Krankenpflegerin und jetzt wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheitswissenschaften an der Universität Halle.

Das jetzt ausgezeichnete Forschungprojekt „Spezialisierte Pflegefachkräfte zur Unterstützung partizipativer Entscheidungsfindung in der Onkologie“ (SPUPEO) wurde im Rahmen des Nationalen Krebsplans des Bundesgesundheitsministeriums gefördert. Wir haben das Projekt unterstützt. Ziel des Projektes war es zu zeigen, dass der Einsatz von spezialisierten Pflegefachkräften (Breast Care Nurses) als Unterstützung für Patientinnen mit Brustkrebs diese bei ihrer Entscheidungsfindung für Therapien im Rahmen der Brustkrebsbehandlung unterstützen kann. Auf diese Weise soll eine informierte gemeinsame Entscheidungsfindung (Informed Shared Decision Making) durch bzw. mit der Patientin ermöglicht werden.

Patientinnen mit Brustkrebs fordern ihr Recht auf informierte Entscheidung in Arbeitsgruppen und Gremien der Frauengesundheitsorganisationen immer wieder ein. Zugleich sind Partizipation und informierte Entscheidung im Patientenrechtegesetz und in medizinischen Leitlinien verankert und explizit im Nationalen Krebsplan definiert. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. haben wir uns mit entsprechenden Anliegen von Patientinnen mit Brustkrebs bereits 2015 an das Bundesministerium für Gesundheit gewandt. (s. dazu auch: Verbesserungen bei Patientinnen-Information sind unverzichtbar: AKF engagiert sich für neues Verfahren der Leitlinienentwicklung)

Mit dem Forschungsprojekt SPUPEO konnte gezeigt werden, dass die Einbeziehung von Patientinnen in ihre eigene Entscheidungsfindung im Vergleich zur herkömmlichen Versorgung deutlich verbessert werden kann. Außerdem wurden Barrieren sichtbar, die der Umsetzung einer informierten partizipativen Entscheidungsfindung in der medizinischen Versorgung entgegenstehen, beispielsweise strukturelle Fehlanreize oder eine fehlende positive Haltung von Ärzt*innen gegenüber diesem Ansatz. Die Studie konnte zeigen, dass unter der gegenwärtigen Standardversorgung in den in die Studie eingeschlossenen Brustzentren die informierte Beteiligung von Patientinnen an ihren eigenen Therapieentscheidungen nicht stattfindet.

Wir  freuen uns sehr über die Preisverleihung an Birte Berger-Höger.

In Kooperation mit dem AKF werden wir sowohl die Bereitstellung von patientinnenorientiert aufgebauten evidenzbasierten Entscheidungshilfen für Patientinnen mit Brustkrebs wie auch die Stärkung der Patientinnen durch Breast Care Nurses bei der komplexen Entscheidungsfindung im Rahmen einer Brustkrebstherapie im Interesse der betroffenen Frauen weiterhin aktiv unterstützen.

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