Einleitung zum Sponsoring: Finanzierung der Arbeit in der Patientinnen-Initiative

(Zuletzt aktualisiert: 9. Mai 2013)

Direkt zum Download unserer Richtlinie  >> Text als pdf

Lesetipp: Unsere Online-Broschüre zum Thema Fundraising & Ethik: Ein anderes Rezept von Anne Rochon Ford (pdf)

Die Beschaffung von finanziellen Mitteln für Selbsthilfeprojekte ist nicht einfach. Fast alle Selbsthilfeorganisationen im Kontext Krebs und Brustkrebs in Deutschland werden (seltener) in geringerem oder auch (häufiger) in größerem Umfang mit Geldern aus der Pharmaindustrie finanziert. In der Regel sind weder die Bereitstellung noch die Verwendung der Mittel transparent. Die Selbsthilfegruppen selbst verschleiern die Herkunft ihrer Gelder. Die Frage nach den Geldgebern in der Selbsthilfe ist unbequem, aber sie berührt wichtige ethische Grundsatzfragen, die den Charakter und Inhalte des Selbsthilfeengagements direkt betreffen.

Wir sehen, dass gerade dieses schwierige Thema zunehmend polarisiert und eine neue Standortbestimmung in der Selbsthilfe erforderlich macht. Die Organisationen der Selbsthilfe schlagen unterschiedliche Wege ein:

  • z.B. durch industrienahe Positionierung mit massivem Industriesponsoring,
  • gemäßigte Wege, die die Einwerbung von solchen Mitteln im Interessenkonflikt unter bestimmten Bedingungen zulassen und
  • es gibt wenige Gruppen, die Mittel vor einem zumindest ethisch fragwürdigem Hintergrund bzw. vor dem Hintergrund von Interessenkonflikten prinzipiell ablehnen. Genau dafür haben wir uns entschieden. Alle bisher gemachten Erfahrungen gerade auch der jüngeren Zeit in diesem Bereich können uns darin nur bestärken und Erfahrungen mit der Wirkung und dem Einsatz von Geld und Interessenkonflikten in der Selbsthilfe haben uns zu dieser Entscheidung veranlasst.

Wir möchten bewusst nicht mitschwimmen in einem Strudel des „pink Business“, einer Welle von Aktivismus „im Namen der betroffenen Frauen“, die mittlerweile die Welt umspannt, dabei längst deren Anliegen weitgehend aus dem Auge verloren hat und zu einer großen Maschinerie der Profitgenerierung mutiert ist. Ein vielleicht noch schwerer wiegendes Grundproblem im Zusammenhang mit der Beschaffung von Mitteln im Interessenkonflikt ist aber der sich zwangsläufig durch die entstehenden Verbindungen verändernde Fokus der Inhalte.

Vorbildlich finden wir die „Richtlinie zur Beschaffung von Mitteln von BCAction“ aus San Francisco. BCAction verzichtet auch auf Spenden von chemischen Fabriken, Öl-Konzernen, Tabakwaren-Herstellern, Krankenversicherungen und Krebsbehandlungseinrichtungen, weil ein Interessenkonflikt vorliegt und damit die unabhängige Arbeit gefährdet ist – zumindest in puncto Glaubwürdigkeit.

Vorbildlich für uns sind neben Breast Cancer Action in den USA und Kanada grundsätzlich auch Organisationen wie der Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF e.V.), das Netzwerk Frauengesundheit Berlin, Greenpeace, Buko oder Health Action International, die ebenfalls auf die Einwerbung von Mitteln vor dem Hintergrund eines Interessenkonfliktes grundsätzlich verzichten.

Lernen Sie die Position zur Beschaffung von Mitteln von BCAction kennen und lesen Sie die komplette Richtlinie:

Übersetzung der Drittmittelrichtlinie von BCAction:

Online-Publikationen:

  • Ein anderes Rezept von Anne Rochon Ford (pdf): Fundraising & Ethik in Frauengesundheitsorganisationen mit Prof. Dr. Margit Mayer (Vorwort Anne Rochon Ford mit einem Beitrag über Sharon Batt aus Kanada u.a.)
1 Kommentar
  1. über uns sagt:

    […] anfänge | forschung | sponsoring | gentests | ethikLinks | palliativmedizin patientenverfügung | patientinnenschutz […]

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Wir sind ein kreatives, privat finanziertes Low-Budget-Projekt, das grundsätzlich jegliche Finanzierung im Interessenkonflikt ablehnt und insbesondere keine Pharmagelder annimmt. Lesen Sie dazu unsere Leitlinie, entsprechend der Richtlinie zur Einwerbung von Drittmitteln von Breast Cancer Action.

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