Europäisches Parlament für Mammographie-Screening und Brustzentren nach EU-Leitlinen

(Zuletzt aktualisiert: 4. Mai 2013)

Presseerklärung Karin Jöns, MdEP
„In Deutschland sterben unnötig 16 Frauen pro Tag“
EP für Mammographie-Screening und Brustzentren nach EU-Leitlinien

Das Europäische Parlament hat heute mit 641 Stimmen bei elf Gegenstimmen und vier Enthaltungen die Umsetzung der EU-Leitlinien bei Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs in allen Mitgliedstaaten der EU eingefordert. Das Parlament folgte damit einer Initiative der Europaabgeordneten und Gesundheitspolitikerin Karin Jöns (SPD).

In ihrer Entschließung „Brustkrebs in der erweiterten Europäischen Union“ fordern die Abgeordneten von der Kommission eine Charta zum Schutz der Rechte von Brustkrebspatientinnen am Arbeitsplatz.

Jöns: „Nach wie vor sind nämlich Brustkrebspatientinnen im Berufsalltag Diskriminierungen unterschiedlichster Art bis hin zum Arbeitsplatzverlust ausgesetzt. Verschärfend kommt hinzu, dass sich die Zahl der unter 40jährigen mit Brustkrebs in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat.“

Die Europaabgeordneten kritisieren, dass es in den meisten Mitgliedstaaten noch kein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening gibt. In Deutschland bieten auch 14 Jahre nach den EU-Leitlinien erst acht Bundesländer Screening an.

Jöns: „In der EU sterben jährlich über 88.000 Frauen an Brustkrebs, davon 18.000 allein in Deutschland. Wir könnten aber durch Mammographie-Screening die Brustkrebssterblichkeit laut WHO um bis zu 35% senken und somit allein in Deutschland pro Tag 16 Frauen das Leben retten.“

Das EP fordert, endlich allen Frauen in der EU die Behandlung in spezialisierten Brustzentren nach europäischen Qualitätsvorgaben zu ermöglichen, in denen pro Jahr mindestens 150 Operationen von erstmals aufgetretenem Brustkrebs in ein und demselben Zentrum durchgeführt werden und interdisziplinäre Fallkonferenzen Pflicht sind. Die Deutsche Krebsgesellschaft dagegen zertifiziert laut Jöns Brustzentren nach erheblich niedrigeren Standards. Sie erlaubt z.B. das Zusammenzählen von Erst-OPs und sieht interdisziplinäre Fallkonferenzen nur für 20-40% der Fälle vor.

Jöns: „Es ist völlig inakzeptabel, dass es nach wie vor einem Glückspiel gleichkommt, ob Frauen die richtige Behandlung erhalten oder nicht. Durch Mammographie-Screening und eine optimale Behandlung könnten 90% aller Brustkrebsfälle geheilt und zudem die Kosten im Gesundheitswesen erheblich gesenkt werden.“

Link zur EU-Resolution

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