Europaabgeordnete wehren sich gegen versteckte Einflussnahme der Pharmaindustrie

(Zuletzt aktualisiert: 24. April 2008)
Karin Jöns, MEP, Vorsitzende der Europäischen Parlamentsgruppe zu Brustkrebs

Karin Jöns, MEP, Vorsitzende der Europäischen Parlamentsgruppe zu Brustkrebs, Abbildung Pressefoto Karin Jöns


„Wir wollen keinen Lobbyismus durch die Hintertür.“ Mit diesen Worten kommentiert die Vorsitzende der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe zu Brustkrebs im Europäischen Parlament (European Parliamentary Group on Breast Cancer, EPGBC), die SPD-Europaabgeordnete KARIN JÖNS, die Aufkündigung der Zusammenarbeit der Parlamentarier/innen mit EUROPA DONNA, der Internationalen Koalition gegen Brustkrebs.

Die Krebsexpertin begründet die am 16. April 2008 auf ihre Initiative hin getroffene Entscheidung der EPGBC mit den erstmals öffentlich gemachten Finanzierungsquellen von EUROPA DONNA. Alleine 2007 seien 86% der Einnahmen dieser Patienteninitiative aus der Pharmaindustrie geflossen. Der Verein habe dagegen stets eine finanzielle Abhängigkeit von der Pharmaindustrie bestritten.

Karin Jöns: „Wir lehnen als EPGBC eine weitere Zusammenarbeit mit EUROPA DONNA ab, weil sich der Vorstand des europäischen Dachverbandes immer mehr als Lobbyverein für Marktinteressen großer Pharmakonzerne instrumentalisieren lässt. Dies ist leider kein Einzelfall. Wir wissen, dass die Pharmaindustrie mit immer subtileren Mitteln versucht, Patienteninitiativen für ihre eigenen Interessen zu missbrauchen. Die Kampagne Cancer United aus 2006 ist hierfür ein Paradebeispiel.“

Jöns bedauert, dass das Agieren des internationalen Vorstands damit auch die nationalen EUROPA DONNA Vereine gleichermaßen diskreditiert. Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der nationale Verein von EUROPA DONNA in Deutschland, dem sie sieben Jahren lang vorgestanden hat, beispielsweise bis heute auf jegliche Förderung der Pharmaindustrie verzichtet.

Quelle:

Pressemeldung EPGBC

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