Die Preise für Krebsmedikamente steigen

(Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2013)

Unter dieser Schlagzeile erschien am 07.11.2006 ein Artikel von Liz Szabo in USA TODAY. Sie schreibt, dass die Preisspirale mittlerweile bei bis zu 10.000 $ im Monat für ein einziges Medikament und eine einzige Patientin angekommen sei. „Die Kosten sind außer Kontrolle geraten“, das sagt auch Fran Visco, die Präsidentin der dortigen amerikanischen Nationalen Brustkrebskoalition NBCC. Töne die wir hier bei unseren Patientinnenorganisationen in Deutschland breit vermissen, obwohl auch unsere Medikamente mittlwerweile exorbitant teuer sind. Visco wird deswegen eine Konferenz zu diesem Thema ausrichten und ergänzte, dass „wir es uns nicht erlauben können, so weiterzumachen„. Im Jahr 2005 sind die Kosten für verordnete Krebsmedikamente um 15% angestiegen. Im Vergleich dazu sind die Kosten für andere Medikamente nur um 3% teurer geworden.

Barbara Brenner von Breast Cancer Action, SF, äußert ihre Besorgnis hinsichtlich der zu erwartenden Preise für das neue Medikament Avastin, das bei Darmkrebs eingesetzt wird und jährlich rund $ 50.000 pro Patient und Jahr kostet. Der Preis für das Medikament könne bei Brustkrebs schnell noch auf das Doppelte ansteigen, da bei Brustkrebs höhere Dosierungen eingesetzt werden müssten, so Brenner sinngemäß. Marcia Angell, die frühere Herausgeberin des „New England Journal of Medicine“, bezeichnet die extremen Preise im selben Artikel als Ausbeutung der Verzeiflung von Menschen mit lebensberohlichen Erkrankungen.

In den vergangenen 10 Jahren hat die Forschung die neuen „zielgerichteten“ Therapien, die Tumorerkrankungen im Griff behalten sollen, enthusiastisch gefeiert, da die Nebenwirkungen geringer als bei herkömmlichen Krebsmedikamenten ausfallen. Die Therapien geben erkrankten Menschen oftmals einige Monate, so schreibt Liz Szabo, aber, eben keine Heilung. Aufgrund der begrenzten Wirksamkeit fragen Angell und andere, ob die teuren Medikamente ihr Geld wert sind.

Eine Mitarbeiterin des Krankenversicherungsunternehmens Kaiser Permanente, Sharon Levine, weist darauf hin, dass die hohen Kosten für die Krebsbehandlung alle angeht. Die Kosten müssen letztlich – in den USA – auch über die Steuern finanziert werden, da der Großteil der Kosten durch die staatlichen Krankenversicherungen wie „Medicare“ aufgebracht werden muss, während die Leiter von Pharmakonzernen angeben, dass sie alles tun, damit die Patienten die notwendigen Medikamente erhalten. Die Konzerne spendeten im Jahr 2005 nach eigenen Angaben mehr als 8 Mio Dollar für arme und nicht versicherte Patienten. Walter Moore, Vice-President von „Genentech“, wo auch das Medikament Herceptin entwickelt wurde, erklärt, dass die Profite der Forschung helfen.

Link zum Originalartikel bei USA TODAY:
http://www.usatoday.com/news/health/2006-07-10-cancer-costs_x.htm

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