Der „Aufruf von Paris“ – Chemische Umweltverschmutzung stoppen

(Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2004)
industrial sunrise

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Der „Aufruf aus Paris“ gegen die Gefahren der chemischen Umweltverschmutzung

Text/Pressemeldung des elektronischen Bulletins: Wissenschaft-Frankreich (Nr. 54 vom 24.05.04), herausgegeben von den Französischen Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Viele renommierte Wissenschaftler, die im Rahmen einer internationalen UNESCO Veranstaltung (gemeint ist die Konferenz „Krebs, Umwelt und Gesellschaft“) versammelt waren, haben am vergangenen Freitag ihren «Aufruf aus Paris» gestartet. Ziel dieses Aufrufes ist es, der Öffentlichkeit die Gefahren der chemischen Umweltverschmutzung bewusst zu machen.

Er unterstreicht den sich immer weiter verschlechternden Gesundheitszustand weltweit und seine Folgen:

  • vermehrtes Auftreten von Krebserkrankungen,
  • 15% der europäischen Pärchen sind unfruchtbar und
  • 1 von 7 Kindern leidet aufgrund der Verschmutzung von Städten und Wohnungen unter Asthma.

Die Wissenschaftler betonen, dass der Mensch heutzutage einer allgemeinen chemischen Verschmutzung ausgesetzt ist. Ein Teil dieser chemischen Produkte bzw. Substanzen sammelt sich in lebenden Organismen, dem menschlichen Körper eingeschlossen, was die Risiken für Krebserkrankungen und genetische Mutationen und für Schädigungen der Fortpflanzungsfunktionen erhöht.

Aus diesen Gründen fordern die Wissenschaftler die Anwendung des Prinzips der Vorsichtsmaßnahme, insbesondere ein Verbot der Chemikalien, die bei Luft-, Wasser- oder Nahrungsmittelverschmutzung eine Gefahr für das „Überleben des Menschen“ darstellen.

Dieser Aufruf hat zugleich das Ziel, das europäische Programm “REACH“ (für Registration, Evaluation, Autorisation of Chemicals), dessen Aufgabe die Regulierung der Vermarktung von Chemikalien ist, zu unterstützen. Nun wird diese Reglementierung von der europäischen Chemieindustrie, die eine Erhöhung der Gesamtkosten und eine Verminderung seiner Wettbewerbsfähigkeit fürchtet, stark kritisiert …

Nachsatz Mai 2010:

… und die Inhalte von REACH sind dann nach und nach durch gezielten Lobbyismus  wieder zunichte gemacht worden. Wie konnte es passieren, dass die Chemikalienrichtlinie „REACH“ von Lobbyisten so lange durch den Wolf gedreht wurde, bis sie am Ende nicht die Verbraucher vor Giften in Alltagsgegenständen schützte, sondern die Chemieindustrie vor neuen Kosten? Mehr dazu kann man nachlesen in dem Buch „Bursting the Brussels Bubble – the battle to
expose corporate lobbying at the heart of the EU“, herausgegeben von >>> ALTER EU, der Initiative für Lobbying Transparency and Ethics Regulation in Europa

Bildnachweis: Industrial Sunrise von Stefan Polenz, Creative Commons 2.0

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