Clarity Haynes: Radikale Akzeptanz – Radical Acceptance

(Zuletzt aktualisiert: 7. August 2011)

Vom 5. Februar bis zum 5. März 2011 zeigte die bildende Künstlerin Clarity Haynes (Jg. 1971) in der Tabla Rasa Gallery in Brooklyn (New York) die Ausstellung „Radical Acceptance“ mit Werken aus ihrem „Breast Portrait Project“, zu dem Haynes auf ihrer Website sagt, dass der Portrait-Malerei historisch betrachtet das Privileg zukomme, Schönheit und gesellschaftliche Macht festzuhalten.

Radical Acceptance: The Breast Portrait Project in der Tabla Rasa Gallery, Click auf das Bild zum Video von Mark J. McQuade bei vimeo

Radical Acceptance: The Breast Portrait Project in der Tabla Rasa Gallery, Click auf das Bild zum Video von Mark J. McQuade bei vimeo

Clarity Haynes hat sich entschieden für die sonst unsichtbare Darstellung des Körpers von Frauen in unserer Kultur, ungeschönt, ungeschminkt, wie er ist. Das Gesicht entspräche normalerweise unserem „anerkannten Selbst“, unserer Maske einer Identität, so Haynes. Ihre Fokussierung ausschließlich auf den Oberkörper bringe einen persönlichen und private Teil eines Individuums ans Licht, wie er in der Regel verborgen sei.[1] Haynes begann ihr Breast Portrait Projekt 1998 mit einem Selbstportrait und setzte es mit mittlerweile über 500 Brustportraits fort.[2] Clarity Haynes malt seit ihrem 16. Lebensjahr. Ihr Mentor Carlo Pittore (Charles Stanley), ein international bekannter Künstler der Mail Art Bewegung, starb im Jahr 2005 an den Folgen einer Krebserkrankung. Er beeinflusste sie maßgeblich in ihrer Arbeit, Themen des Lebens und den menschlichen Körper darzustellen. Für Clarity Haynes ist Malen ein Weg, um einen magischen, besonderen Ort zu Schaffen, der Frauen in ihren Beziehungen zueinander und als intellektuelle und starke Wesen darstellt.

In den Arbeiten der lesbischen Künstlerin nehmen Frauen die Hauptrolle ein, auch wenn sie während des Malens nicht dezidiert versucht, diesen Teil ihrer Identität zu integrieren, so Haynes in einem Interview mit Tom Saettel. Doch komme bei der Arbeit ihre Liebe zu Frauen, die mehr als eine sexuelle sei, durch. Das ist auch spürbar, wenn ihre Bilder auf die BetrachterInnen wirken. Haynes erklärt, was wir wissen und täglich hinnehmen müssen, dass wir in der Repräsentation des Körpers von Frauen an junge, dünne oder chirurgisch bzw. kosmetisch bearbeitete Bilder gewöhnt sind, während Frauen – und in diesem Zusammenhang auch Männer – ein reales Selbstbild weder reflektieren, noch zelebrieren.

Bevor Haynes mit dem Arbeit am „Breast Portrait Projekt begann, habe sie den eigenen Körper mehr als Gebrauchsgegenstand wahrgenommen, während die spirituelle Ebene, Menschlichkeit, unsichtbar blieb. Während des Arbeitens entwickelte das Projekt ein Eigenleben, das so nicht geplant war, etwa ein Zeichen gegen die Unsichtbarkeit von Brustkrebs zu setzen. Viele der Frauen hätten durch das Projekt für sich den Weg gewählt, sichtbar zu werden, um ihre Stärke mit anderen Frauen zu teilen, die Selbstakzeptanz zu fördern.[3]


[1] http://www.clarityhaynes.com/projects_statement.html
[2] http://www.bportraitproject.org/Site_5/herstory____.html
[3] s. a. Just Real Looking; The Portrait Art of Clarity Haynes: An interview with Clarity Haynes by Tom Saettel in Journal of the Leslie/Lohan Gay Art Foundation, Iss. 20/2006

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Webseite Clarity Haynes
Webseite des Breast Portraits Projects
Clarity Haynes Breast Portraits Project auf Twitter

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