Medikamente zur Cholesterin-Senkung: Studie zur Langzeiteinnahme von Statinen zeigte erhöhtes Brustkrebsrisiko

(Zuletzt aktualisiert: 1. Juni 2014)

Die Positionen zu Statinen und Brustkrebs sind in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert wurden. Die eine Untersuchung findet einen Nutzen und eine andere belegt das Gegenteil. Mit einer Veröffentlichung zum kritischen Thema „Brustkrebsrisiko“ meldete sich jetzt auch eine ForscherInnengruppe aus dem Fred Hutchinson-Krebsforschungszentrum in Seattle (USA) in der Zeitschrift „Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention“ zu Wort. In der Zusammenfassung lesen wir, dass „mechanistische Studien“ den vermeidenden Effekt dieser Medikamente bisher breit unterstützt hätten. Epidemiologische (bevölkerungsbezogene) Studien dagegen seien widersprüchlicher gewesen und hätten den Langzeiteffekt nicht hinreichend untersucht.

statine

Teilnehmerinnen der Untersuchung

Eine Untersuchung zu den Langzeiteffekten wurde mit Frauengruppen aus der Region um Seattle durchgeführt. In die Studie flossen Daten von 916 Brustkrebs-Patientinnen mit invasiv-duktalem Karzinom sowie von 1.078 Frauen, die an invasiv-lobulärem Karzinom erkrankt waren – jeweils im Alter zwischen 55 und 74 Jahren – ein. In der Kontrollgruppe wurden 902 Frauen ohne Brustkrebserkrankung untersucht. Alle Frauen wurden persönlich strukturiert zu ihren Blutfettwerten während der Therapie mit den „Fettsenkern“ befragt.

Erhöhtes Risiko für eine invasive Brustkrebserkrankung – doch es gibt Produktunterschiede

Im Ergebnis zeigte sich, dass Frauen, die die Medikamente eingenommen hatten, ein 1,83-fach erhöhtes Risiko für eine invasive Brustkrebserkrankung hatten, wenn sie die Medikamente über einen Zeitraum von 10 Jahren oder länger eingenommen hatten, und zwar im Vergleich mit Frauen, die diese Medikamente nicht eingenommen haben. Bei Frauen mit nachgewiesener Hypercholesterinämie (hoher Cholesterinspiegel im Blut) war das Risiko unter der Tabletteneinnahme in dieser Studie sogar mehr als verdoppelt (2,04-fach erhöhtes Risiko für invasiven Brustkrebs, 2,43-fach erhöhtes Risiko für invasiv-lobulären Brustkrebs) im Vergleich zu Frauen aus der Gruppe, die keine Statine eingenommen hatten.

Die Forschergruppe fordert abschließend weitere Studien mit Frauen, die in ähnlichem Umfang Statine eingenommen haben, da vor einer Veränderung in der klinischen Praxis die Ergebnisse zunächst bestätigt werden sollten. Verwiesen wird auch auf frühere kurzzeitige Untersuchungen, die andere Ergebnisse gezeigt hätten, und die Grenzen dieser Studie, die z.B. bei falscher Selbsteinschätzung der Studienteilnehmerinnen in Bezug auf die Medikamenteneinnahme liegen könnten.

Der Blick auf einzelne Laborwerte

Die Hoffnung, dass die Veränderung bestimmter Biomarker oder Blutwerte ein Weg zur Gesundheitsförderung ist, hat sich auch mit dieser Studie nicht bestätigt. Wir stellen Müdigkeit fest, immer wieder chemische Stoffe zu schlucken, die zeigen konnten, dass nachteilige Wirkungen für die Gesundheit von Frauen eintreten können. Das gilt einmal mehr, wenn chronische Krankheiten bereits aufgetreten sind.

Langzeitmedikationen: Immer schön kritisch bleiben …

Bei jeder auf den ersten Blick vielversprechenden Langzeitmedikation erscheint es sinnvoll, sich immer wieder zu informieren, ob es überhaupt Daten zu möglichen Überlebensverbesserungen gibt, die unabhängig belegt und belastbar erhoben worden sind.

[box type=“download“]Der vollständige Artikel (bisher mit dem Status Author Manuscript / First online)  Long-term statin use and risk of ductal and lobular breast cancer among women 55-74 years of age ist über das Internet nicht frei zugänglich, kann jedoch nach Anmeldung via „patientACCESS“ bei AACR Journals kostenlos abgerufen werden.

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Bildnachweis Artikelbild: Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0 von AJ Cann

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