Brustkrebs in Berlin: Daten aus der Gesundheitsberichterstattung (Basisbericht 2008)

(Zuletzt aktualisiert: 5. Juni 2013)
Gesundheitsberichterstattung Berlin - Basisbericht 2008

Gesundheitsberichterstattung
Berlin – Basisbericht 2008

Knapp zusammengefasst: Die Zahlen zu Brustkrebs in Berlin für das Jahr 2007 zeigen einen Trend zu steigenden Erkrankungszahlen bei sinkender Sterblichkeit. Vor dem Hintergrund des am 17. Juli 2006 in Berlin begonnenen Mammographie-Screening-Programms müssen alle Zahlen in den nächsten Jahren sorgfältig beobachtet werden. Allerdings sind Neuerkrankungen, die im Mammographie-Screening entdeckt wurden, bisher noch nicht enthalten.

Neuerkrankungen

In den Jahren 2002 bis 2005 sind die gemeldeten Brustkrebs-Neuerkrankungen in Berlin um knapp 10% angestiegen: von 1.947 im Jahr 2002, 1.989 (2003), 2.124 (2004) und 2.176 im Jahr 2005. Auch bevölkerungsbezogen zeigt sich der Anstieg von 84 auf 90,8 Erkrankungsfälle je 100.000 EinwohnerInnen. Eine Aufschlüsselung nach Altersgruppen zeigt, dass statistisch die meisten Erkrankungsfälle (ca. 51 bis 57 Prozent) in Berlin bei Frauen innerhalb der Altersgruppe der beiden Dekaden zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auftreten, also bei denjenigen Frauen, die zur Zeit zum Mammographie-Screening eingeladen werden (s. Kapitel 3, S. 295).

Mortalität

Bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren ist Brustkrebs weiterhin die häufigste Todesursache (10,2% = absolut 197 Todesfälle, dicht gefolgt von Lungenkrebs mit 7,7% = absolut 187).

In der Tabelle zu Sterbefällen in Berlin und Deutschland 2007 (S. 31 des Nachtrags) werden bei 16.731 Sterbefällen insgesamt 632 – entsprechend 3,8% aller Sterbefälle bei Frauen – durch Brustkrebs berichtet. Zum Vergleich die Zahlen zu ganz Deutschland: Es gab 2007 hier insgesamt 16.780 Sterbefälle durch Brustkrebs – ebenfalls entsprechend 3,8% aller Sterbefälle bei Frauen in Deutschland.

Die längerfristige Beobachtung der letzten rund 15 Jahre zeigt, dass die Sterblichkeit an Brustkrebs in Berlin in den Jahren zwischen 1994 und 2007 kontinuierlich gesunken ist. Während im Jahr 1994 828 Frauen an den Folgen von Brustkrebs starben, waren es im Jahr 2007 noch 632 Frauen, was sich auch bevölkerungsbezogen nachweisen lässt.

Vollstationäre Behandlungsfälle

Bei den vollstationären Behandlungsfällen bei Frauen in Berlin im Jahr 2006 liegt Brustkrebs auf Platz 2 (nach Herzinsuffizienz), in der Altersgruppe zwischen 60 bis 69 sogar auf Platz 1, bei Frauen zwischen 70 und 80 jedoch „nur“ noch auf Platz 10.

Staatsangehörigkeit & Brustkrebs in Berlin

Die meisten in Berlin an Brustkrebs verstorbenen Frauen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Anzahl der an den Folgen von Brustkrebs verstorbenen Migrantinnen in Berlin ist vergleichsweise sehr gering. Sie liegt absolut zwischen 4 Todesfällen im Jahr 1994 und 27 im Jahr 2003, sinkt dann aber wieder (2004 = 17, 2005 = 16, 2006 = 17 und 2007 = 21).

Nach wie vor wird bei Brustkrebs die Anzahl vermeidbarer Todesfälle angeben, die mit 234 im Jahr 2004, 212 im Jahr 2005, 223 im Jahr 2008 und 198 im Jahr 2007 berechnet wurde. Wie diese Zahlen berechnet werden, wird nicht dargelegt. Wahrscheinlich handelt es sich um die statistisch mögliche Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch das Screening-Programm.

Brustkrebs in der FrauenärztInnenpraxis

Auch die niedergelassenen FauenärztInnenpraxen in der Stadt hatten mit Brustkrebs viel zu tun: Nach den häufigsten Diagnosen in FrauenärztInnenpraxen lag Brustkrebs auf Platz 17. Insgesamt 23.767-mal lautete die Diagnose Brustkrebs, was 4,4% aller Diagnosen entsprach. Vorsicht: Dies sind keine Fallzahlen, sondern Arztbesuche. Die gutartigen Erkrankungen der Brust lagen mit 42.698 Diagnosen auf Platz 9 (= 7,9% aller Diagnosen).

Zum Vergleich: Die Daten zeigen eine zunehmende Bedeutung für die Behandlung von Brustkrebs in der Frauenarztpraxis. Im Jahr 2004 lag die Krankheit auf Platz 22, im Jahr 2005 auf Platz 21 und im Jahr 2006 auf Platz 20. Die „Hitliste der Frauenarztbesuche“ wurde im Jahr 2007 angeführt mit kontrazeptiven Maßnahmen (44,7% bzw. 242.130 Diagnosen), auf Platz 2 lagen Früherkennungsmaßnahmen („Screening“ auf Krebserkrankungen).

Weiterlesen:

Der Gesundheitsbericht 2008 der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
mit umfassenden Daten zu Gesundheits- und Sozialwesen ist jetzt online abrufbar unter
http://www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/gesundheit/basis.html.

Zusammenfassung aus dem Basisbericht 2005

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