Brustkrebs in Berlin: Gesundheitsberichterstattung 2005

(Zuletzt aktualisiert: 5. Juni 2013)

Basisbericht 2005

Text: Hrsg. von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, zusammengestellt von Gudrun Kemper
Berlin 2006. ISSN 1617-9242

Brustkrebs ist in Berlin die häufigste Todesursache bei Frauen im Alter zwischen 35 und 64 Jahren. Mit einem Anteil von 10,9 Prozent an der Gesamtsterblichkeit sind dies in absoluten Zahlen 233 Frauen, die in dieser Altersgruppe im Jahr 2004 an Brustkrebs verstorben sind. Zwischen 65 und 79 Jahren liegt Brustkrebs mit 280 Todesfällen an dritter Stelle der Todesursachen. Der Anteil an der Gesamtsterblichkeit liegt hier bei 6 Prozent.

6.603 Berliner Frauen mit der Behandlungsdiagnose Brustkrebs wurden im Jahr 2003 in Berlin vollstationär in einem Krankenhaus behandelt. Das war nach Herzinsuffizienz mit 6.792 Behandlungsfällen die häufigste Diagnose noch vor der „Entbindung eines Einlings“ mit 5.926 Krankenhausbehandlungen. Pro Tag befanden sich für den genannten Zeitraum des Jahres 2003 durchschnittlich rund 125 Frauen wegen der
Therapie von Brustkrebs in stationärer Behandlung.

Das Auftreten von Brustkrebs lag im Jahr 2000 in Berlin bei 1.932, im Jahr 2001 bei 1.916 und im Jahr 2002 bei 1.889 Neuerkrankungen. Zwischen 2002 und 2004 ist die Erkrankungsfrequenz leicht angestiegen, zumindest wenn man die gemeldeten Neuerkrankungen zugrunde legt. Waren es im Jahr 2002 gemeldete 1.889 Neuerkrankungen, so stieg diese Zahl im Jahr 2003 auf insgesamt 1.932 und im Jahr 2004 auf 2.032 gemeldete Neuerkrankungen. Auf die Bevölkerung von 100.000 Frauen umgerechnet, stieg damit die Erkrankungsrate von 81,8 Frauen im Jahr 2002 auf 85,1 Frauen im Jahr 2004.

125 Frauen mussten sich in Berlin im Jahre 2002 wegen verminderter
Erwerbsfähigkeit berenten lassen, 2003 waren dies 148 und im Jahr 2004 gingen 121 Frauen mit Brustkrebs vorzeitig in Rente.

Es wird interessant sein, die Entwicklung dieser Zahlen unter den veränderten
Bedingungen in den kommenden Jahren weiter zu beobachten, denn die Meldepflicht für Krebserkrankungen in Berlin ist erst mit dem 01.06.2004 in Kraft getreten. (Ein nationales Krebsregister fehlt weiterhin.)

Einen weiteren Einfluss auf die Neuerkrankungsrate dürfte die Einführung der Früherkennung mit Mammographie-Screening ausüben. Die Erkrankungszahlen müssten durch die frühere und auch vermehrte Diagnose zunächst ansteigen und sollen sich langfristig auch auf die Sterblichkeit auswirken. Diese sollte nämlich trotz häufigerer Diagnose langsam sinken.

Bedauerlich bleibt nur, dass die Meldepflicht erst jetzt eingeführt wurde, so dass es schwierig ist, einen Vergleich mit den wahrscheinlich nicht ganz vollständigen Daten der aus der Vergangenheit vorzunehmen.

Unter „Vermeidbare Todesfälle“ lesen wir, dass im Zeitraum von 2000 und 2004 jedes Jahr zwischen 232 und 277 der Todesfälle bei Brustkrebs allein in Berlin vermeidbar gewesen wären, wenn denn geeignete Früherkennungsmaßnahmen zum Einsatz gekommen wären, aber in diesem Zeitraum gab es ein Früherkennungsprogramm für Brustkrebs in Berlin noch nicht. Insgesamt wird für diese fünf Jahre eine vermeidbare Sterblichkeit an Brustkrebs von 1253 Frauen angegeben! 1253 Frauen, die heute noch leben könnten.

Quelle: Basisberichte zur Berliner Gesundheitsberichterstattung

(Hrsg. von der Senatsverwaltung, Referat Gesundheitsberichterstattung,
Epidemiologie, Gemeinsames Krebsregister, Sozialstatistisches Berichtswesen, Gesundheits- und Sozialinformationssysteme)

Weiterführende Infos:
Netzwerk Frauengesundheit Berlin

1 Kommentar
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