Aufruf: Stopp!!! Brustkrebs auslösende Chemikalien-Cocktails

(Zuletzt aktualisiert: 5. Dezember 2016)

 

Logos der Unterstützerorganisationen

Eine Gruppe von Organisationen, darunter Women in Europe for a Common Future (WECF e.V)., und andere Frauen-, Gesundheits- und Umweltorganisationen fordern jetzt zum Handeln auf:

Cocktail-Effekte bei Chemikalien sind gesundheitsgefährdend.

Kurzbericht von Gudrun Kemper

Gefährliche Chemikalien stehen im Verdacht, unter anderem auch Brustkrebs auszulösen. Die europäischen Gesundheitsminister haben in ihrer Sitzung vom 22.12.2009 Bedenken geäußert, dass Umwelt und Gesundheit in Europa nicht genug vor den Auswirkungen schädlicher Chemikalien geschützt werden. Das war es aber auch bereits. Wirksame Maßnahmen wurden bisher nicht eingeleitet. Insbesondere vor hormonell wirksamen Substanzen, sogenannten „endokrinen Disruptoren“ (auch Xenoöstrogene genannt), und vor sich gegenseitig verstärkenden Effekten von Chemikalien – den „Cocktail-Effekten“ – wurde ausdrücklich gewarnt.

Chemische Kontamination mit endokrinen Disruptoren

Frauen reagieren auf hormonelle und chemische Kontaminationen und werden so gesundheitlichen Gefährdungen ausgesetzt, die zu schweren Krankheiten wie Brustkrebs führen können. Die Organisation Breast Cancer Fund hat sich in ihrer in verschiedenen Sprachen und mittlerweile in 5. Auflage erschienenen Publikation State of the Evidence – The Connection Between Breast Cancer and the Environment ausführlich mit diesen Zusammenhängen befasst. Eine deutsche Übersetzung fehlt bisher.

Maßnahmen zur Verringerung der Kontamination

Dringlichst gefordert werden nun auch für Europa Maßnahmen gegen die Exposition mit diesen Chemikalien, so Women in Europe for a Common Future e.V. in ihrer gemeinsamen Pressemeldung mit ChemTrust, Health & Environment Alliance, Greenpeace und WWF. Die Exposition muss verringert und es müssen sichere Produkte und Alternativen geschaffen werden. Die hormonähnlich wirksamen Substanzen sind in der Schwangerschaft gefährlich und spielen eine Rolle bei vorgeburtlichen Schädigungen und Geburtsfehlern. Sie führen aber auch bei Männern zu steigenden Hodenkrebserkrankungen und zum Rückgang der Anzahl der Spermien. Schätzungen gehen mittlerweile davon aus, dass einer von fünf Männern in Europa so beeinträchtigt sein könnte.

Erhöhung des Risikos, an Brustkrebs zu erkranken

Wir arbeiten ungern mit dem Begriff „Brustkrebsrisiko“. Doch das Stillschweigen über Jahrzehnte ist auch unfair gegenüber Frauen, besonders auch Schwangeren und Kindern, die die gesundheitlichen Folgen der Kontaminationen mit hormonell wirksamen Stoffen im ungünstigen Fall lebenslänglich tragen werden. Für Frauen bedeutet die Belastung mit diesen Chemikalien, dass u.a. das Brustkrebsrisiko sich erhöht. Beispiele für die gefährlichen Chemikalien sind einige Phthalate, Weichmacher in PVC-Kunststoff-Produkten (wie sie z.B. in Bodenbelägen und Schuhen verwendet werden) und Bisphenol-A, das häufig verwendet wird, um Kunststoff, z. B. in Säuglingflaschen, durchsichtig zu machen, oder das als Innenbeschichtung in Lebensmittelkonserven und in verschiedenen Verpackungsmaterialien zum Einsatz kommt, s.a. unseren Bericht zu Mineralwasser in Plastikflaschen.

Lücken in den EU-Vorschriften

Die EU-Minister haben die Europäische Kommission aufgefordert, einen Bericht zur Analyse der Lücken in bestehenden EU-Vorschriften zu verfassen und entsprechende Änderungen vorzuschlagen. Die Frist für diesen Bericht der Europäischen Kommission wurde bis zum Jahr 2012 (!!!) verschoben. Das bedeutet im Klartext: Es wird noch Jahre dauern, bis dringend notwendige Gesetzesänderungen zum VerbraucherInnenschutz überhaupt diskutiert werden können.

REACH3 und das zentralisierte europäische Chemikalienrecht

Women in Europe for a Common Future, ChemTrust, Health & Environment Alliance, Greenpeace und WWF drängen die Europäische Kommission, konkret Änderungen zu erwirken, um die sich gegenseitig verstärkenden Wirkungen von Chemikalien in den bestehenden EU-Rechtsvorschriften, insbesondere im Zusammenhang mit REACH3, zu berücksichtigen und die Gesundheit der europäischen Bürger und die Umwelt zu schützen. REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals – Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien. Die EG-Verordnung Nr. 1907/2006 zentralisiert das Chemikalienrecht europaweit, sie ist am 01. Juni 2007 in Kraft getreten. Es ist erklärtes Ziel, den Wissensstand über die Gefahren und Risiken, die von Chemikalien ausgehen können, zu erhöhen. Nur sollte dieses dann auch in die Praxis umgesetzt werden.

Alternativen sind möglich

Women in Europe for a Common Future, ChemTrust, Health & Environment Alliance, Greenpeace und WWF rufen Unternehmen und EU-Mitgliedstaaten jetzt gleichermaßen auf, sicherere Alternativen zu schaffen und Maßnahmen zur Verringerung der Belastung durch die genannten Chemiecocktails umzusetzen, damit hormonell aktive Substanzen nicht weiter Menschen schädigen.

Links

Women in Europe for a Common Future e.V.

Offizielle Webseite der EU zur REACH-Verordnung (REACH – Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe)

Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH-Verordnung) (bei Wikipedia)

State of the Evidence – The Connection Between Breast Cancer and the Environment
(Bericht in dt. Sprache bei uns)

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