Atrazin, Komen und KFC: Bericht aus dem Zentrum der Belastung

(Zuletzt aktualisiert: 5. Dezember 2016)
Bildnachweis: Steve Hurbala, CC BY 2.0

Bildnachweis: Steve Hurbala, CC BY 2.0

Unter dem Titel „Escape from the Heartland – Atrazine, Susan G. Komen, and KFC” 1 berichtet Sandra Steingraber auf der Webseite von Breast Cancer Action Montreal über den Einsatz des Pestizids Atrazin, das allerdings in der EU derzeit löblicherweise verboten ist. Atrazin wird dennoch auch in Deutschland im Grundwasser gefunden. Obwohl bereits im März 1991 verboten, wird es „auf Jahre hinaus“ im Wasser nachweisbar bleiben. 2 Wikipedia schreibt unter Eigenschaften, Atrazin sei nicht wasserlöslich. 3 Die Biologin Sandra Steingraber berichtet, Atrazin sei wasserlöslich und gelange, angewendet als Pestizid, leicht in den Wasserkreislauf und werde so auch zum Bestandteil von Regentropfen, Schneeflocken und Nebel, um sich von dort aus weiter in der Atmosphäre zu verbreiten.

Atrazin – ein wanderndes Pestizid

Atrazin gehört zu den endokrinen Disruptoren und wird damit für die Begünstigung von Krankheiten wie Brustkrebs mitverantwortlich gemacht. Steingraber, die aus Illinois stammt, verweist darauf, dass in Illinois die Kontamination der fließenden Gewässer und des Grundwassers nachgewiesen sei. 4 Die Unmöglichkeit, dieses „wandernde Pestizid“ wieder zu entfernen, wenn es erst einmal in die Natur gelangt ist, sei die Basis für das Verbot von Atrazin in der EU, so Steingraber, während es in den USA nach wie vor eines der am häufigsten eingesetzten Pestizide sei. So werde es in den USA regelmäßig bei Rohrzucker (90%) und Getreide (nahezu im gesamten Anbau) eingesetzt. Über den Welthandel von Nahrungsmitteln schließt sich ein Kreis, und Atrazin gelangt so schließlich über diverse Produkte hierzulande ebenfalls in die Nahrungskette. Im Mai 2011 haben besorgniserregende neue Forschungsergebnisse über negative Auswirkungen auf die Gesundheit die amerikanische Umweltschutzbehörde veranlasst, neue Prüfungen durchzuführen. 5

Atrazin als hormonell wirksame Chemikalie

Die hormonelle Wirksamkeit von Atrazin wird nach Steingraber mit folgenden Problemen in Zusammenhang gebracht:

  • Steigerung des Östrogenspiegels bei Lebewesen,
  • Manipulationen in der Genexpression,
  • Beeinflussungen bei der Funktion der Hypophyse,
  • Beeinflussung der Regulation der Ovulation,
  • verfrühter Eintritt der Pubertät,
  • Änderungen des Geschlechts bei Kaulquappen, wenn diese mit Atrazin kontaminiert werden,
  • Entstehung von Eierstockkrebs und Krebs des lymphatischen Systems beim Menschen,
  • Veränderungen des Brustgewebes, die als Prädisposition für Brustkrebs verstanden werden (Ergebnisse aus Tierversuchen), sowie
  • Störungen der Stillfähigkeit (Ergebnisse aus Tierversuchen).

Eine Gruppe von Einrichtungen der Wasserwirtschaft aus sechs amerikanischen Bundesstaaten hat im Jahr 2011 in den USA Klage gegen die Hersteller von Atrazin eingereicht, bei der es um die Rückerstattung der Kosten für die Wasserfilterung geht. Besondere Dringlichkeit habe diese Klage erhalten, da nachgewiesen wurde, dass im Großraum Chicago in rund 60 Gemeinden und einem Einzugsgebiet von mehr als einer Million Einwohnern Atrazin im Trinkwasser nachgewiesen wurde. 6

Steingrabers Komen Kritik

Steingraber stellt heraus, dass sie von einer führenden Brustkrebsorganisationen erwarte, dass diese eine klare Position zu Atrazin vertrete. Steingraber selbst, die an Blasenkrebs erkrankt ist, Susan G. Komen, nach der die Komen Foundation benannt wurde und die im Jahr 1980 an den Folgen von Brustkrebs starb, aber auch ihre Schwester Nancy G. Brinker, Gründerin von Komen, ebenfalls an Brustkrebs erkrankt, hätten in ihrer Kindheit das gleiche Wasser aus dem Sankoty Aquifer (Grundwasseraufbereitung in Illinois) getrunken.  Sie seien gemeinsam aufgewachsen im Zentrum mit der höchsten Atrazin-Belastung in den USA.

Steingraber hat die Komen-Webseite recherchiert mit dem Ergebnis, dass der Begriff Atrazin nicht vorkommt. 7 Stattdessen fand Steingraber auf der Webseite die Komen-Kampagne „Buckets for the Cure“, bei der über den Konzern Kentucky Fried Chicken (KFC) mittels Verkaufs von ungesunden frittierten Hähnchen-Snacks (die durch den Gehalt von Acrylamid mit der Entstehung von Krebs in Zusammenhang gebracht werden) Geld in die Kasse von Komen gespült wurde. 8

Sandra Steingraber ist wissenschaftliche Beraterin von Breast Cancer Action. Breast Cancer Action startete gegen die „Unheilige Allianz“ 9  und die Absurdität der „Heilung einer Krankheit“ (Brustkrebs) durch den Verkauf von krank machendem Fast Food, das u.a. die Entstehung von Brustkrebs begünstigt, eine eigene Kampagne. 10

„Zynische Heuchelei“

Steingraber beschreibt die Komen-Kampagne entsprechend als zynische Heuchelei.  Überdies würden Hähnchen ausgerechnet mit jenem Mais gefüttert, der mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Atrazin behandelt werde, mit einem Pestizid also, das mit der Entstehung von Brustkrebs in Zusammenhang gebracht wird. Hier schließt sich ein weiterer Kreis. Atrazin finde sich in den Flüssen und Bächen von Illinois und anderen Ländern, es regne über Nordamerika ab und es finde sich, schlimmer noch, in den Blutbahnen der Kinder, die in den Agrarregionen aufwüchsen. Steingraber hat Vertreterinnen Susan G. Komen zum Gespräch nach Illinois gebeten, um mit ihnen über Atrazin zu sprechen.

Erforderliche Änderungen bei gefährlichen Chemikalien – wann?

Es ist unwahrscheinlich, dass eine solche offene Diskussion über die Zusammenhänge zustande kommt, denn sie wäre einfach zu peinlich für „Komen“. Darüber hinaus besteht auf finanzkräftiger Seite der Konzern finanzierten Charities schlicht kein Interesse, die Profitinteressen der Konzerne (seien sie nun aus der Lebensmittelbranche, der Landwirtschaft, der Chemiekonzerne etc. etc. etc.) auch nur im geringsten zu beeinträchtigen.

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Mehr zu Sandra Steingraber

 

References

  1. 1. Escape from the Heartland— Atrazine, Susan G. Komen, and KFC Breast Cancer Action Montreal http://www.bcam.qc.ca/content/escape-heartland%E2%80%94-atrazine-susan-g-komen-and-kfc

    s.a. Huffington Post v. 05.05.2011

  2. 2. Wasser-Wissen, Wasserlexikon, Institut für Umweltverfahrenstechnik Bremen http://www.wasser-wissen.de/abwasserlexikon/a/atrazin.htm
  3. 3. Wikipedia, Eintrag Atrazin, Abruf 05/2013 http://de.wikipedia.org/wiki/Atrazin
  4. 4. U.S. Geological Survey’s 2006 Report on Pesticides

    zitiert nach Steingraber a.a.O.

  5. 5. U.S. Environmental Protection Agency http://www.epa.gov
  1. 6. Growing concern in the water Chicago Tribune http://articles.chicagotribune.com/2010-04-18/news/ct-met-atrazine-water-20100417_1_atrazine-drinking-water-water-utilities

    v. 18.04.2010

  2. 7. Webseite der amerikanischen Komen-Organisation, komen.org

    Wir haben diese Recherche im Mai 2013 wiederholt, zum Suchbegriff „Atrazine“ gibt es bis dato keine Ergebnisse.

  3. 8. KFC Presents to Susan G. Komen for the Cure® a Check for more than $4.2 Million: Single Largest Donation in Organization’s History

    Komen-Webseite komen.org, die Presseerklärung v. 24.08.2012 gibt die „größte Einzelspende“ in Höhe von 4,2 Millionen US $ bekannt.

  4. 9. s. z.B. “Susan G. and KFC: An Unholy Alliance” Christina Pirello http://www.huffingtonpost.com/christina-pirello/kfc-cancer-susan-g-and-kf_b_539355.html

    Huffington Post, April 26, 2010

  5. 10. What the Chuck?

    http://thinkbeforeyoupink.org/?page_id=1011

3 Kommentare
  1. Jochen Armbruster, Arzt für Allgemeinmedizin, Jungfernstr. 26, 64291 Darmstadt, Tel. 06151-374888 Mein Beitrag:24.02.2015

    1 von 7 Frauen in Deutschland erkrankt heutzutage an Brustkrebs

    Das Thema:
    Brustkrebs sowie schwere Schäden und Nebenwirkungen durch die Anwendung von synthetischen hormonähnlichen patentierbaren aber karzinogenen Substanzen bei Frauen, enthalten in „Anti-Baby-Pillen“ und Pseudohormonen für „Wechseljahresbeschwerden“, durch Xenooestrogene (Fremd-Oestrogene) wie Phthalate, Bisphenol-A sowie Pestizide, Herbizide und Insektizide wie Atrazin, DDT, PCB und andere muss journalistisch aufgearbeitet werden, da wir es für absolut wichtig halten, dass die Anwender und die Ärzteschaft unabhängig informiert werden.
    Der jahrelange tägliche Kontakt mit geschädigten (häufig krebskranken) Frauen und die Ignoranz der Ursache dieser Erkrankungen durch die Pharma-Industrie und deren abhängige Medien sind der Anstoß für diese Arbeit.
    Nachfolgend begründe ich mein Vorgehen wie folgt:

    Krebs der geschlechtsspezifischen Drüsenorgane, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall sind nur einige der schlimmsten möglichen Nebenwirkungen dieser synthetischen unnatürlichen karzinogenen Substanzen.

    Kontrazeptiva und synthetische Hormone stehen auf der Liste 1 der krebserregenden Substanzen der IARC (international Agency for Research on Cancer) der Weltgesundheitsorganisation WHO.
    Da wir in unserer endokrinologisch orientierten Praxis sehr häufig Patientinnen
    mit schwersten Nebenwirkungen von patentierten, karzinogenen, synthetischen Pseudohormonen sehen und behandeln, möchte ich dabei mithelfen, dass diese karzinogenen Ovulationshemmer und die künstlichen karzinogenen Pseudohormone unter Anwenderinnen und Ärzten öffentlich diskutiert werden.

    Die Gesundheit der Frauen kommt vor dem Profit der Pharmaindustrie.

    Schon seit der WHI (Womens Health Initiative) Studie 2002 sind diese Zusammenhänge von schwersten und krebserregenden Nebenwirkungen von patentierten synthetischen Pseudohormonen, am schlimmsten die von CEE (Conjugierte Equine Estrogene) Mixturen aus Hormonen von trächtigen Pferdestuten und von Xenooestrogenen bei Frauen bekannt.
    Die Anwendung von synthetischen (deshalb patentierbaren) hormon-ähnlichen
    aber karzinogenen Substanzen oder Pferdehormonen aus dem Urin trächtiger Stuten ist pervers und hat deshalb keinerlei medizinische Qualität. Sie ist zudem extrem unwirtschaftlich, da mit schwersten Nebenwirkungen behaftet, die sehr teure Behandlungen nach sich ziehen. Die mutagene Wirkung auf die DNA von geschlechtsspezifischen Drüsenzellen durch Abbauprodukte der Menschenoestrogene,
    der Pferdeoestrogene und synthetischer „Pseudo“-Oestrogene ist hinlänglich bekannt.

    1 von 7 Frauen in Deutschland und den USA erkrankt heute an einem Mammacarcinom, und wir tun nichts. Wir sehen Brustkrebs und Prostatakrebs als eine der großen Epidemien unserer Zeit.
    Stellen Sie sich einmal vor, eine von sieben würde an Schweinegrippe erkranken oder an Ebola!?
    Die Medien und die Impf-/Pharmaindustrie würden aufspringen und permanent berichten.
    Zur weiteren Information:
    In den USA und Kanada ist zurzeit der Skandal um das Kontrazeptivum „Yasmin®“ ein Thema (www.yasmin lawsuit). Über 3.500 Gerichtsverfahren laufen dort gegen die deutsche Fa. Bayer wegen der bekannten schwersten, auch lebensbedrohenden Nebenwirkungen.
    Laut „Drugwatch“, http://www.drugwatch.com, hat Bayer bis Ende 2014 in dreitausendfünfhundert Fällen zusammen bereits ca. 1 Milliarde US-Dollar als Entschädigung an Frauen gezahlt, die durch die Anwendung der Ovulationshemmer „Yaz®“ oder „Yasmin®“ schwere Gesundheitsschäden erlitten haben. Mehrere Tausend Gerichtsverfahren stehen offenbar noch an.
    Dazu bemerkte das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) in Bonn auf unser Anschreiben (mit der Forderung, diese Drospirenon enthaltenden Anti-Baby-Pillen sofort in Deutschland vom Markt zu nehmen: “Das Nutzen-Risiko-Verhältnis“ der synthetischen (karzinogenen) „Hormone“ bei Ovulationshemmern und im Rahmen einer HRT werde weiterhin als „günstig“ angesehen. Diese Einschätzung des BfArM ist trotz angeblicher Vigilanz unrealistisch und ignorant. Möglicherweise fühlen sich betroffene Frauen verhöhnt.
    Der Nutzen liegt einzig bei der Industrie und das Risiko bei den Frauen.
    Wir erinnern an die beiden, lange Zeit zugelassenen und häufig damals verordneten
    (in den 70er und 80er Jahren), teratogenen und karzinogenen Pseudohormone „Diaethylstilbestrol“ und „Norethisteron“ (Duogynon®) und die entsetzlichen Spätfolgen für deren Anwenderinnen und deren spätere Kinder.
    Nochmals: Ovulationshemmer (Anti-Baby-Pillen) und synthetische Oestrogene und Gestagene (Pseudo-Gelbkörperhormon Progesteron) sind von der WHO in der IARC (International Agency for Research on Cancer) Liste 1 der karzinogen Stoffe eingruppiert ! Ebenso das Präparat Tamoxifen, ein sogenannter „Selektiver Oestrogen Rezeptor Modulator.“
    Welches Recht hat die Pharmaindustrie, für völlig gesunde Frauen rein zum Zweck der Ovulationshemmung karzinogene Substanzen herzustellen und zu vertreiben; und wie kann eine Behörde solche karzinogenen synthetischen Substanzmischungen zulassen? Wie können wir Ärzte diese karzinogenen Substanzen verordnen?
    Warum werden diese karzinogenen Pseudohormone nicht mit entsprechend der Kategorie 1 der für den Menschen karzinogenen Substanzen gekennzeichnet?
    Frau Dr. Angela Lanfranchi vom „Breastcancer Prevention Institute“ in New York (www.bcpinstitute.org) beklagt über 50 Todesfälle alleine durch
    Lungenembolie und Schlaganfall zwischen 2004 und 2009 in den USA als Folge der Ovulationshemmer. Von Brustkrebs einmal ganz abgesehen.
    Sind über 50 Tote eine „seltene“ Nebenwirkung und „günstig“ im Nutzen-Risiko Verhältnis

    Wir behandeln in unserer Praxis bei Balancestörungen der Steroidhormone mit menschen-identischen (=bio-identischen) Hormonen; natürlich nur nach vorheriger
    Bestimmung der Hormonspiegel. In den letzten 7 Jahren wurden ca. 4.200 Frauen
    praeventiv bei Oestradiol-Dominanz wegen Progesteron-Mangels mit Progesteron
    therapiert. Keine einzige ist seitdem an Brustkrebs erkrankt. Alle Frauen, die nach Brustkrebs Erkrankung keinen SERM wie Tamoxifen oder einen sogenannten „Aromatase-Hemmer“ anwenden wollten, sondern stattdessen Progesteron zur Blockade der Oestradiolrezeptoren, (ca. 50 Patientinnen) haben ebenfalls keinerlei Fortschreiten ihrer Mammacarcinom-Erkrankung. Progesteron beseitigt hervorragend PMS-, Endometriose- und sonstige durch Oestrogendominanz hervorgerufene Beschwerden. Wunderbare Erfolge auch bei der Anwendung von bio-identischem DHEA, Testosteron, Oestradiol/Oestriol und Cortisol.
    Was ist logischer als die Verwendung von Menschenhormonen bei Frauen, Pferdehormonen bei Stuten, Froschhormonen bei Fröschen und Elefantenhormonen bei Elefanten?
    Aktuell behandeln wir in unserer Praxis ca. 20 Frauen mit Brustkrebs, davon einige mit metastasierendem Mammacarcinom; alle (ohne Ausnahme) haben vorher Ovulationshemmer angewendet oder synthetische HRT (Hormon Replacement Therapie).
    Frauen wegen menopausaler Symptome ohne Messen der Steroid- und Schilddrüsenhormonspiegel „einfach so“ synthetische Pseudohormone zu
    geben ist nach meiner Ansicht ein grober Kunstfehler. Ebenso die Gabe von karzinogenen Ovulationshemmern an Mädchen wegen Akne-Pickeln oder PMS.
    Wir müssen wieder lernen, die Ursache einer Erkrankung zu behandeln und nicht die Symptome.
    Mir ist bewusst: Die Industrie ist übermächtig, die Lobbyisten sitzen in allen Gremien und alle berufen sich auf Studien doppelblind und randomisiert.
    Aber wir sollten beachten, dass es, wie in der Chemie, Mathematik oder Physik, auch in der Biochemie unserer human-physiologischen Lebensabläufe Gesetze gibt und eines davon ist die karzinogene Wirkung von Oestradiol (auch der synthetischen und equinen „Oestrogene. Oestrogen-Überschuß (so genannte Oestrogendominanz) entsteht immer dann, wenn die Balance zwischen Oestrogen und dem menschlichen Gelbkörperhormon Progesteron gestört ist.
    Progesteron wird in größerer Menge nur nach dem Eisprung und während der Schwangerschaft gebildet. Progesteron blockiert die Oestradiol-Rezeptoren und schützt somit die geschlechts-spezifischen Drüsenzellen vor dem Effekt von Zellteilung und Wachstum von Oestradiol.
    Durch „Pille“ keine Ovulation, ohne Ovulation kein Gelbkörper (Corpus luteum), ohne Gelbkörper kein Progesteron, ohne Progesteron keine Blockade der Oestradiol-Rezeptoren und somit Oestrogendominanz. Das Gleiche gilt bei einer Frau mit anovulatorischen Zyklen (Zyklus ohne Eisprung) bereits in der Praemenopause und dann nach ihrem allerletzten Eisprung.
    Nicht zu vergessen der Einfluß der Xenooestrogene wie Phthalate und Bisphenol A (BPA erst letztes Jahr in Deutschland verboten für Kinderspielzeug), synthetische Hormone in Tierfutter und weltweit in großer Menge verwendete chemische Pestizide und Insektizide. Oestrogendominanz durch Progesteronmangel führt dann bei einer von sieben Frauen (von genetischen oder anderen Einflüssen einmal abgesehen) zur Entstehung von Brustkrebs, aber auch Eierstockkrebs und Gebärmutterkrebs. Bei Männern führt Oestrogendominanz zu Wachstum der Prostata und Prostatakrebs.

    Wenn man täglich mit Vigilanz krebskranke Frauen (und Männer) behandelt und weiß,
    ein großer Teil dieser Erkrankungen ist Folge der Anwendung von völlig unnatürlichen aber patentierbaren karzinogenen Pseudohormonen, von menschengemachten
    Umweltgiften, Weichmachern in Plastik und Xenooestrogenen wie Insektenvernichtungs-mittel etc. so wird die Forderung nach Ächtung und Verordnungsverbot dieser karzinogenen Substanzen, nach mehr Praevention und Suche nach der Ursache einer Erkrankung und nicht Behandlung der Symptome, zur Mission.
    Leider scheint mir die Mainstream Gynäkologie häufig „brainwashed“ durch die Industrie und leider sind Lehre und Forschung auf Drittgelder der Pharmafirmen angewiesen. Leider zum Schaden für so viele Frauen.

    Dass eine von sieben Frauen in Deutschland heute an Brustkrebs erkrankt ist die wahre Epidemie unserer Tage, nicht Ebola oder Masern.

    Jochen Armbruster
    Arzt für Allgemeinmedizin

    Initiative gegen Brustkrebs

    Literatur:
    Dr. med. Jonathan Wright Bio-identische Hormone, VAK Verlag
    Dr. med. John Lee Natürliches Progesteron
    Dr. med. Michael Platt Die Hormonrevolution, VAK Verlag
    Dr. med. John Lee What you doctor may not tell you about breastcancer Dr. med. John Lee What your doctor may not tell you about menopause
    Dr. med. Eldred Taylor Are your hormones making you sick

    Weitere Literatur unter:
    http://www.armbruster-medical-center.de

  2. Breast Cancer Action Germany sagt:

    Danke für den ausführlichen Beitrag zur Diskussion. Gerade in Sachen chemische Belastung ist es wichtig, dass Sie das Thema aufnehmen.

    Weiterhin:
    Eine von sieben Frauen ist vielleicht etwas hoch gegriffen, in den USA ist es nach aktuellen Angaben und bereits seit längerer Zeit lt. NCI eine von acht. Das ist viel zu viel. Die USA haben die höchste Brustkrebsrate weltweit, gefolgt von Kanada.

    Mit dem Thema Umweltchemikalien befassen wir uns seit vielen Jahren und versuchen, Initiativen zu stärken, die an diesem Thema arbeiten. Die Schuld liegt nicht allein bei der Pharmaindustrie, andere Industrien sind beteiligt. Dies kann gut studiert werden an der Geschichte von Astra Zeneca, vormals ICI, wo auf der einen Seite Pestizide produziert und auf der anderen Seite Brustkrebsmedikamente vermarktet wurden. Diese Art der Doppelprofitstrategie ist schon himmelschreiend.

    Welche Alternativen würden Sie unseren Leserinnen in Sachen Kontrazeptiva mit auf den Weg geben? Frauen werden bei Verordnung der Antibabypille und anderen hormonhaltigen Kontrazeptiva von behandelnden FrauenärztInnen in der Regel höchstens selten vor einem erhöhten Risiko für Brustkrebs speziell gewarnt, das jedenfalls ist unsere Erfahrung als betroffene Frauen. Es wird hier möglicherweise vorausgesetzt, dass die Frau ein gewisses Risiko für ihre Gesundheit selbst kalkulieren wird, wenn sie die Pille nimmt. Im Waschzettel der Medikamente findet sich üblicherweise ein Hinweis auf das Brutkrebsrisiko im Kleingedruckten. In der gesellschaftlichen Diskussion um Brustkrebs und Verhütung ist dieser Schaden nicht wirklich präsent. In medizinischen Fachveröffentlichungen wird entweder auf Forschungsergebnisse verwiesen, die das Problem herunterspielen, oder es ist schlicht nicht nachvollziehbar, wie viele Frauen es sind, die durch die Pille Brustkrebs ausgesetzt sind, es wird nur zugegeben, dass man es nicht weiß, s. z.B. M. Schmidmayr et al, Pille und Krebsrisiko; Gynäkologische Endokrinologie 2014, 12:138– 143, nach so langjähriger Anwendung in der Praxis für Frauen enttäuschend.

    Evidenzbasierung ist für neue therapeutische Wege und aller Einschränkungen zum Trotz unserer Auffassung nach essentiell, auch für solche Hormone, die als bioidentisch oder naturidentisch bezeichnet werden, s. dazu auch Bioidentical (Natural) HRT: Are natural plant-based bioidentical hormones better than traditional, synthetic HRT? (Dr. Susan Love Research Foundation)

    Handelt es sich bei den von ihnen angegeben Ergebnisse um eine Studie und gibt es Daten zu den 4.200 präventiv wegen Progesteronmangels behandelten Frauen? Sieben Jahre Nachbeobachtungszeit sind in Bezug auf die Entstehung von Brustkrebs nicht sehr lang. Gleiche Frage nochmals zu den Brustkrebspatientinnen.

    Dass „wunderbare Erfolge“ auch mit den anderen von Ihnen gelisteten Hormonen („Menschenhormonen“?) eintreten, sehen wir kritisch bzw. wir haben keine entsprechenden Daten zu Wirkung und Langzeitwirkung. Meistens handelt es sich um „Antiaging“-Versprechen. Vielleicht muss im Interesse von Gesundheit auch gelernt werden, Beschwerden und Altern auszuhalten, anstatt zusätzlichen Hormongaben zu therapieren?

    Dass immer die „Östrogendominanz“ zu Brustkrebs führt, ist als These für uns neu. Damit werden wir uns befassen.

  3. […] Atrazin, Komen und KFC: Bericht aus dem Zentrum der Belastung – Sandra Steinbergers Kritik an Komen (2013) Komenwatch – Archiv, Stimme, Wegweiserin (2011) Komen oder Patente „für die Heilung“ (2011) Versprich, dass du die Inhaltsstoffe liest – Das Pinkwashing-Prinzip (2011) Die „Kultur“ der Geldsammelei gegen Brustkrebs (Buchrezension Samantha King, 2006) Komen – Wie Brustkrebs vermarktet wird: Mary Ann Swisslers The Marketing of Breast Cancer (Umfassende, investigative journalistische Auseinadersetzung mit der Organisation, 2002) Willkommen in Krebsland – Barbara Ehrenreichs Welcome in Cancer Land (2001) […]

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