Ein gutes Jahr 2015 und Rückblick 2014

(Zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2014)

Liebe FreundInnen und NetzwerkerInnen des BCAction Germany-Projekts,

auf diesem Wege bedanken wir uns bei allen, die uns auch in diesem Jahr wieder unterstützt haben, die unsere Stimme hörten und Interesse daran hatten, gemeinsam mit uns „quer“ zu denken und Positionen von Frauen herauszufiltern aus all dem, was sich im Zusammenhang mit Brustkrebs für uns und gegen uns bewegt.

Krankheitsvermeidung, Umwelt und Brustkrebs

Wichtiges Thema 2014 war u.a. wieder „Umwelt und Brustkrebs“, und dabei speziell die EDCs, endokrine Disruptoren, die die Gesundheit von Menschen beeinflussen und im Verdacht stehen, u.a. bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle zu spielen.

Die Vermeidung von Brustkrebs gehört an die erste Stelle, wenn es um Engagement, Nachdenken über die Krankheit, Weiterbildung, Kongresse etc. etc. geht. Immer noch können hormonell aktive Substanzen überall sein, wo wir sie nicht erwarten, vom Kassenbon über Kosmetika bis hin zu Konserven, Kinderspielzeug und Wohnumfeld. In viel zu vielen Alltagsprodukten, die uns täglich umgeben, sind sie immer noch enthalten, obwohl viele von ihnen für die Qualität des Produktes entbehrlich sind.

Frauengesundheit und Chemikalien

„Frauen werden in anderer Weise als Männer nicht nur mit gefährlichen Chemikalien kontaminiert, sie reagieren auch sensibler auf diese Chemikalien. Sie sind die erste Lebenswelt für ihre Kinder und sie haben weniger Macht, die politischen und ökonomischen Verhältnisse zu bestimmen.“ (Alexandra Caterbow, WECF e.V., SAICM 17.12.2014) WECF wird in Kürze einen Report zu „Frauen und Chemikalien“ herausgeben, in dem es u.a. um Pestizide und Brustkrebs geht. Wir werden berichten.

NEIN_EDCs

Noch bis 16. Januar 2015: „Sag „NEIN“ zu hormonell wirksamen Chemikalien“ (JETZT unterstützen!)

Ein wichtiges Projekt in diesem Zusammenhang ist „Sag „NEIN“ zu hormonell wirksamen Chemikalien“ des Netzwerks EDC Free Europe, das wir unterstützen. Es ist möglich, über die Projektwebseite das „NEIN“ an die Europäische Kommission zu übermitteln, versehen mit der Nachricht, dass Chemikalien, die das Hormonsystem stören und Gesundheitsschäden verursachen können, in unserem täglichen Leben nichts zu suchen haben.

„Sag NEIN“ – Nachricht an die Europäische Kommission

Folgende Nachricht, die verändert und angepasst werden kann, wird dabei mit an die Kommission übermittelt: „Ich stimme der Option 2 nicht zu. Die Option 2 beschränkt sich auf einen Auszug der WHO/IPCS-Definition zur Identifizierung von EDCs mit bestätigten Schadeffekten auf die menschliche Gesundheit. Die zweite Passage der Definition zu potenziellen endokrinen Disruptoren wird ausgeklammert. Nur die erste Teildefinition bzgl. nachgewiesener Gesundheitsschäden als Bewertungsgrundlage zu verwenden, entspricht einer Schwarz-Weiß-Sicht, die den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand außer Acht lässt. In der Konsequenz würden alle Substanzen unberücksichtigt bleiben, bei denen weitere Untersuchungen notwendig wären, um sicher entscheiden zu können, ob eine hormonell schädliche Eigenschaft vorliegt oder nicht. Nach dem EU-Recht zu Pestiziden und Bioziden ist ein Verwendungsverbot für beide Gruppen – den bestätigten und den verdächtigen EDCs – vorgesehen. Gemäß Verordnungstext ist entscheidend, ob die Möglichkeit besteht, dass ein schädlicher Effekt ausgelöst werden kann. Es ist daher notwendig, eine Definition festzulegen, die nicht nur die bestätigten EDCs berücksichtigt. Der bedeutendste Bericht zum Stand der wissenschaftlichen Kenntnisse zu EDCs, publiziert 2012 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), veranschaulicht eindrucksvoll die globalen Konsequenzen für die menschliche Gesundheit und für Ökosysteme durch die Exposition mit EDCs. Daher ist es unerlässlich, neben den anerkannten auch verdächtige oder potenziell schädliche Substanzen mit hormonwirksamen Eigenschaften zu erfassen, zu beobachten und zu regulieren bis eine endgültige Entscheidung über die Zuordnung der Substanz als EDCs oder nicht-EDC getroffen werden kann.“ Bitte unterstützt den Aufruf und ergänzt ggf. eure Nachricht an die Europäische Kommission.

Webseitehttp://no2hormonedisruptingchemicals.org/

HEAL: Deutschsprachiges Webinar zu endokrinen Disruptoren

Auch die Arbeit von HEAL, der Health and Environment Alliance, werden wir weiterhin unterstützen. HEAL will die Aufmerksamkeit dafür erhöhen, wie durch Umweltschutz auch Gesundheit von Menschen verbessert werden kann. HEAL mischt sich mit der Kampagnenarbeit aktiv ein in politische Entscheidungsverfahren. 2014 hat HEAL ein deutschsprachiges Webinar durchgeführt, bei dem Prof. Andreas Kortenkamp Inhalte seiner Arbeit zu den Auswirkungen endokriner Disruptoren vorstellen konnte. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Entschlüsselung der Östrogensignaltransduktion und Östrogen vermittelte Effekte im Hinblick auf das Verständnis von hormonabhängigen Krebserkrankungen, insbesondere Brustkrebs. Er arbeitet in diesem Forschungsfeld eng mit Dr. Elisabete Silva zusammen, die an der hormonellen Verursachung von Krebs forscht.

Weiterlesen:  Webinar: Chronische Krankheiten, Gesundheitsprobleme und Chemikalien: Was ist der Zusammenhang?

Aluminium im Alltag: Ein gesundheitliches Risiko?

Interessant war 2014 auch der Kongress „Aluminium im Alltag: Ein gesundheitliches Risiko?“ des Bundesinstituts für Risikobewertung im Rahmen des 15. BfR-Forums Verbraucherschutz. Die gesamte Veranstaltung wurde live im Internet übertragen. Die britische Wissenschaftlerin Prof. Dr. Philippa Darbre (Gibt es Hinweise auf einen möglichen Kausalzusammenhang zwischen Aluminium und Brustkrebs?) konnte ihre Arbeit dort vorstellen. Eine Simultanübersetzung ins Deutsche erleichterte die Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema.

Weiterlesen beim BfR:  Aluminium im Alltag: Ein gesundheitliches Risiko? Aufnahme über Lebensmittel, Kosmetika und andere Verbraucherprodukte
Weiterlesen bei uns: Doetsch Grether AG (Hersteller von Fenjal) hat sich bei uns entschuldigt (Wir warten weiter, jetzt auf Fenjal ohne Alu)

Helen Lynn-Initiative „From Pink to Prevention“

Auch die neue Helen Lynn-Initiative „From Pink to Prevention“ werden wir im kommenden Jahr im Auge behalten. Auf Basis der Arbeit von Helen Lynn wurde die deutschsprachige Version unserer Broschüre „Brustkrebs und Umwelteinflüsse“, die in vielen anderen europäischen Ländern ebenfalls erschienen ist, entwickelt. Das neue Projekt wird den Blick auf die Hindernisse bei der Realisierung von Krankheitsvermeidung richten (Veränderung hin zu gesunden Lebenswelten, „Verhältnisprävention“). Dabei soll grundsätzlich der Blick auf die Arbeit von verantwortlichen Personen, Organisationen und Institutionen gerichtet werden, die über Entscheidungsbefugnis verfügen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Zielsetzung dabei bleibt, „die Krankheit zu stoppen, bevor sie beginnt“. Der einseitige und fest verankerte Blick allein auf individuelle Lebensstilfaktoren, der uns als Einzelne nur vor die alte Schuldfrage stellt, was „wir als Frauen mit Brustkrebs falsch gemacht haben“, verändert dieses Projekt mit Blick auf das, was Frauen krank macht.

Webseite: www.frompinktoprevention.org

2015 – Wie geht es weiter?

Wie in den vergangenen Jahren werden wir auch 2015 die Arbeit der uns wichtigen Organisationen Breast Cancer Action Québec in Kanada und Breast Cancer Action (US) weiter verfolgen und über die wichtigsten Inhalte und Veranstaltungen berichten. Wichtig für uns sind weiterhin Women in Europe for a Common Future e.V. mit ihrem immer wichtiger werdenden Einsatz gegen gesundheitsschädigende Technologien und Chemikalien und für gesunde Lebenswelten und Ressourcen für Frauen und Kinder. Wir werden weiterhin eng mit den Frauengesundheitsnetzwerken bei uns in Deutschland zusammenarbeiten – mit dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V., mit dem Nationalen Netzwerk Frauen und Gesundheit und dem Netzwerk Frauengesundheit Berlin sowie den unabhängigen Frauengesundheitsnetzwerken und berichten auch künftig über wichtige Ressourcen und Termine im Zusammenhang mit Brustgesundheit und Brustkrebs.

Auch kleinere und größere Frauengesundheitsprojekte wie Anne Rochon Fords Women and Health Protection (Kanada) und die Arbeiten von kritischen Medizinsoziologinnen, Ärztinnen und Gesundheitswissenschaftlerinnen werden wir mit großem Interesse weiter beachten. Themenschwerpunkte bleiben weiterhin Umwelt und Frauengesundheit, frauengerechter Umgang mit Frauen mit Brustkrebs, die Screening-Debatten, Arzneimittelsicherheit, spannende und wichtige Veröffentlichungen, Blogs, Webseiten, Bücher, Behördenpublikationen, Broschüren und vieles mehr …

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Bildnachweis: WECF e.V. mit freundlicher Genehmigung

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Die dieser Webseite zugrunde liegenden Inhalte beleuchten Einzelaspekte aus der Perspektive von betroffenen Frauen und Frauengesundheitsbewegung. Die hier bereitgestellten Informationen sind kein Ersatz für ärztliche Beratung und Behandlung. Im Einzelfall sind Diagnose und Therapieempfehlungen immer Sache der behandelnden ÄrztInnen. Weiterlesen: Haftungsausschluss / Disclaimer

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Wir …

... sind eine kleine unabhängige Gemeinschaft von Frauen, die sich im Kontext Brustkrebs engagieren. Wir wollen die bestmögliche Behandlung für alle, die von dieser schweren Erkrankung betroffen sind. Wir wollen aber auch, dass die Forschung über die Ursachen von Brustkrebs und über die Möglichkeiten der Primärprävention endlich grundlegend verbessert werden.

Wir sind ein kreatives, privat finanziertes Low-Budget-Projekt, das grundsätzlich jegliche Finanzierung im Interessenkonflikt ablehnt und insbesondere keine Pharmagelder annimmt. Lesen Sie dazu unsere Leitlinie, entsprechend der Richtlinie zur Einwerbung von Drittmitteln von Breast Cancer Action.

Spenden …

Breast Cancer Action Germany - die kritische Annäherung rund um das Thema Brustgesundheit und Brustkrebs im Kontext von Medizin, Krankheitsvermeidung, Umwelt, Gesellschaft und Politik mit dem Schwerpunkt Selbstschutz / Verbraucherinnenschutz.

Wir lehnen uns u.a. an die Arbeit von Breast Cancer Action mit Sitz in San Francisco an. Diese Arbeit hilft uns sehr. Ohne die wichtige Arbeit der engagierten Frauen von Breast Cancer Action (www.bcaction.org) nachzunutzen, hätten wir von Frauenseite in Deutschland keine wirklich neutralen Berichte zu vielen wichtigen und komplizierten Themenbereichen bei Brustkrebs. Die Arbeit von Breast Cancer Action ist wertvoll und nicht kostenlos zu leisten.
Es ist möglich, direkt an Breast Cancer Action in den USA zu spenden. Die Spenden werden in der Breast Cancer Action-Zeitschrift „Source“ veröffentlicht, wenn nichts anderes angekreuzt wird. Es ist auch möglich, für namentlich genannte Patientinnen oder zum Gedächtnis von Frauen mit Brustkrebs, die nicht mehr leben, zu spenden. Eine Spende ist einfach z.B. über Kreditkarte möglich: Breast Cancer Action unterstützen.