Phytoöstrogene

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Phytoöstrogene (heterozyklische Aromaten) sind östrogenähnlich wirkende Pflanzeninhaltsstoffe. In der Pflanze gehören Phytoöstrogene zu den Schutzmechanismen über die Pflanzen verfügen und ihre Aufgabe ist es, die Pflanze vor Stress zu schützen.[i] Sie gehören zur Gruppe der nichtsteroidalen Verbindungen, die in ihrer Struktur und Funktion menschlichen Hormonen ähnlich sind.

Phytoöstrogene werden von der International Agency für Research on Cancer (IARC) nicht als krebsauslösend (carcinogenic) im Menschen eingestuft.

Sie interagieren möglicherweise mit Östrogenrezeptoren und rufen dabei östrogene oder antiöstrogene Wirkungen hervor, d. h. sie wirken wie Östrogene oder Xenoöstrogene oder auch wie deren Gegenspieler (Antagonisten) im Körper von Mensch und Tier. Da sie Östrogene im Körper „imitieren“, können Phytoöstrogene die gleichen Wirkungen wie Östrogene oder Östrogenblocker haben.

Es gibt drei Hauptgruppen von Phytoöstrogenen, die sich im menschlichen Körper hormonähnlich verhalten können:

Übersichtsarbeit 2003

Im Zentralblatt für Gynäkolgie erschien im Juni 2003 die Übersichtsarbeit „Phytoöstrogene“.[ii] Sie geht der Frage nach, ob es Belege für die den Phytoöstrogenen zugeschriebene schützende Wirkung im Zusammenhang mit Östrogen abhängigen Erkrankungen gibt. Dazu wurden  Ergebnisse verfügbarer klinischer Studien ausgewertet.

Der Autor stellt in der Zusammenfassung einleitend fest, dass es keine Belege für einen Einfluss der Isoflavone auf Menopausensymptome und Risikofaktoren für Brustkrebs gibt. Allerdings könne Sojaprotein den Serumspiegel an Gesamt-Cholestrol, LDL-Cholesterol und Triglizeriden senken. In der Einleitung wird auch darauf hingewiesen, dass bei einem hohen Gehalt an bestimmten Pflanzeninhaltsstoffen Fertilitätsstörungen (Störungen der Fruchtbarkeit) bei Nutztieren beobachtet worden sind. Es werde angenommen, dass hohe Konzentrationen von Isoflavonen bei Frauen vor der Menopause wie Östrogen-Antagonisten – also wie “Gegenspieler” – wirken können, während sie in der Menopause bei Frauen mit niedrigem Östrogenspiegel die gegenteilige Wirkung haben könnten. Außerdem gehöre zu den nicht genomischen Wirkungen die Hemmung von Enzymen wie der Topoisomerase II. Im Reagenzglas (in vitro) konnten Enterodiol und Enterolakton eine durch ER-α und ER-β vermittelte östrogene Wirkung nicht zeigen.

Einfluss auf das Brustkrebsrisiko

In dem Abschnitt „Einfluss auf das Brustkrebsrisiko“ wird darauf verwiesen, dass vermutet  wurde, dass die traditionell hohe Sojazufuhr in den asiatischen Ländern den Metabolismus der Sexualhormone beeinflusse.[iii] Brustkrebs entwickele sich über einen Zeitraum von Jahrzehnten, weswegen es schwierig sei, Interventionsstudien mit Sojaprodukten über einen so langen Zeitraum zu führen. Der Verzehr von Soja sei mit verminderten (zwei Untersuchungen), unveränderten (eine Untersuchung) und erhöhten Östrogenspiegeln (zwei Untersuchungen) einhergegangen, ohne nachweisbaren Einfluss z.B. auf die Länge des Zyklus bei den untersuchten Frauen. Lediglich Experimente mit Tieren hätten eine schützende Wirkung mit Genistein im Tierexperiment gezeigt, wegen der Dosierungen sei hier aber eine Übertragung der Daten auf den Menschen nicht zulässig, so heißt es in dem Artikel explizit.

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Enterolakton (Phytoöstrogen)


[i] BCERC Fact Sheet on the Phytoestrogen Enterolactone 11/07/07: Early Life Exposure to the Phytoestrogen Enterolactone and Breasdt Cancer Risk in Later Years http://www.bcerc.org/COTCpubs/BCERC.FactSheet_Phytoestrogen_ENL.pdf

[ii] Zittermann, Armin (PD Dr. oec troph.), Phytoöstrogene, Zentralbl Gynäkol 2003; 125: 195-201

[iii] Unter Bezugnahme auf: Duncan AM et al.: Soy isoflavones exert modest hormonal effects in premenopausal women. J Clin Metab 1999; 84:945 – 953

 

 

Author: BCAG on 13. September 2011
Category: Hormone
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