National Breast Cancer Coalition (NBCC)

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Die National Breast Cancer Coalition (NBCC) ist ein Zusammenschluss und Lobbyverband von Frauenorganisationen in den USA, der Interessenvertretung für Frauen im Kontext Brustkrebs leistet.

Gründung

Im Dezember 1990 trafen sich die Ärztin Susan Love und Susan Hester, eine Washingtoner Fundraiserin und Leiterin des Mary-Helen-Mautner-Projects for Lesbian with Cancer, um den Aufbau einer nationalen Lobby für Frauen mit Brustkrebs zu diskutieren. Sie vernetzten sich außerdem mit Amy S. Langer, damals Executive Director der – massiv von der Pharmaindustrie gesponserten – National Alliance for Breast Cancer (NABCO). Zu dritt entwickeln die drei Frauen die Struktur für die National Breast Cancer Coalition (NBCC), die drei Jahre später bereits über 180 Organisationen aus den USA unter einem Dach vereinigte. Über die Zusammenarbeit mit dem demokratischen Politiker Tom Harkin aus Iowa “als Schlüsselfreund” wurde die Vernetzung der NBCC mit dem amerikanischen Verteidigungsministerium Department of Defense entwickelt.

Das Anliegen der Aktivistinnen 1991 bzw. 1993 bei Gründung der National Breast Cancer Coalition war nicht nur mehr Geld zu sammeln, sondern auch selbst festzulegen, was mit dem Geld passiert, ein Punkt, der bis heute nicht umgesetzt ist, denn Frauen sprechen höchstens im seltenen Ausnahmefall mit, wofür gesammelte Gelder in Sachen Brustkrebs ggf. ausgegeben werden. Dinge, die die NBCC bereits 1993 infrage gestellt hat, war die Selbstuntersuchung der Brust und die beständigen Mammographien.

Bereits 1993 beklagte Fran Visco, die noch heute [Stand 2011] Vorsitzende der NBCC ist, den isolierten Blick auf einzelne Aspekte der Krankheit. Ganzheitliche Ansätze würden nicht aufgenommen, mit der Folge, dass einzelne Frauen deswegen ihren „Kampf“ gegen den Brustkrebs verlieren werden.

Die NBCC erreichte für das Jahr 1994 ein Budget in Höhe von 694 US Dollar für die Brustkrebsforschung. Die NBCC verwies darauf, dass Forschung immer politisch gewesen ist. Man wolle nicht ein größeres Stück vom Kuchen, sondern einen größeren Kuchen. Die Mittel seien noch nie ausreichend gewesen und zu viel sei bisher auf dem Rücken von Frauen ausgetragen worden.

Außerdem wollte die NBCC eine umfassende Strategie gegen Brustkrebs (Comprehensive Breast Cancer Strategy), die direkt aus dem Weißen Haus koordiniert wird, erreichen.[1]

Position zur Mammographie

Die Organisation setzte sich, trotz einer bereits in den 1990er Jahren gemäßigt kritischen Einstellung, damals zunächst für Zugang zum Mammographie-Screening für alle Frauen, einschließlich Frauen ohne Krankenversicherung, ein.

Mit ihrem Positionspapier zum Mammographie-Screening vom November 2002 änderte die NBCC ihre Position zur Mammographie grundlegend und übernahm die Position, die auch die Cochrane Collaboration vertritt: … “There is insufficient evidence to recommend for or against screening mammography in any age group of women …” und zwar mit identischem Wortlaut. [2, 3]

Position zur Selbstuntersuchung der Brust

Die Selbstuntersuchung der Brust: Bericht zum Standpunkt der NBCC

Position zu Genexpressionstests

Genexpressionsprofile in der Brustkrebstherapie: Bericht

Neuere Aktivitäten

Die NBCC hat im Herbst 2010 zur Bekämpfung von Brustkrebs eine Deadline für das Jahr 2020 ausgegeben.  Ein Weißpapier ist der Ausgangspunkt für diese Deadline. Mehr lesen: Reise zum Mond oder mit Whitepaper ans Eingemachte (NBCC 2020)

Fran Visco, Präsidentin der NBCC, erklärt das amerikanische Forschungsprogramm des US-Verteidigungsministerium zur Brustkrebs-Bekämpfung (DOD BCRP, Department of Defence Breast Cancer Research Programm) bei youtube (Stand: Juli 2011).

Internetquellen

Alte Internetseiten der NBCC bei archive.org

Quellenangaben

[1] The Anguished Politics of Breast Cancer von Susan Ferraro, New York Times Magazine [08/15/1993]

[2] s. alte Webseite der NBCC, archive.org

[3] The Mammography Controversy, The Lancet, Vol. 366, Issue 9496, P. 5019-5020, Gotzsche P. 29. Oct. 2005 und früher

Mehr zur NBCC:

 

Author: BCAG on 6. Juli 2011
Category: Charity, Chemotherapie, Organisationen
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