Who’s who

Women’s Voices for the Earth

Druck | Download PDF
Women's Voices for the Earth Logo

Women's Voices for the Earth Logo

Women’s voices for the Earth (WVE) ist eine nationale amerikanische Organisation, die sich dafür einsetzt, dass Chemikalien, die der Gesundheit von Frauen schaden, verschwinden. Stattdessen können nicht schädigende Alternativen genutzt werden.

Aktionen

2011 hat die Organisation den “Dirty Secrets Report” veröffentlicht. Darin befasst sie sich mit Reinigungsprodukten von multinationalen Konzernen, die auch in den USA die Zutaten für ihre an die Frau gebrachten Produkte nicht obligatorisch veröffentlichen müssen. Gesundheitsschädigende Substanzen würden bewusst verschwiegen und könnten so die Gesundheit von Frauen schädigen. WVE hatte für den Report ein unabhängiges Institut beauftragt, um 20 häufig benutzte Reinigungsprodukte auf ihre versteckten, toxischen (giftigen) Inhaltsstoffe hin testen zu lassen. Dabei ging es um Produkte von Clorox, Procter & Gamble, Reckitt Benckiser, SC Johnson & Son und Sunshine Makers (Simple Green).

Im Ergebnis wurden reproduktionsschädigende Gifte, Karzinogene, endokrine Disruptoren und Allergene gefunden und es zeigte sich, dass keine einzige dieser Chemikalien auf dem Produktlabel ausgewiesen war. Frauen dagegen wollten und hätten ein Anrecht darauf, zu wissen, welchen Chemikalien sie ausgesetzt werden, denn so könnten sie einfach gefährliche Produkte vermeiden,

  • die allergische Reaktionen auslösen,
  • die Langzeitnebenwirkungen haben und Krebs verursachen,
  • die embryotoxisch wirken und das ungeborene Kind schädigen oder zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen.

WVE hat in Folge der Untersuchungsergebnisse die Regierungsbehörden aufgerufen, neue Gesetzgebungen zu erlassen, damit bei Reinigungsprodukten alle Inhaltsstoffe auf den Produktlabels angegeben werden müssen. Im europäischen Raum arbeitet die Frauenorganisation Women in Europe for a Common Future (WECF e.V.) an den gleichen Themen.

Als Erfolg kann die Organisation verbuchen, dass es zumindest eine öffentliche Diskussion um ein Reinigungsmittel des Herstellers Procter & Gamble gibt. Der Konzern verweigert nach wie vor die Offenlegung der Inhaltsstoffe und die Entfernung von 1,4-Dioxan aus seinem Reinigungsprodukt. 1,4-Dioxan entsteht auch aus Sodium-Laureath-Sulfat (Natriumlaurylethersulfat). 1,4-Dioxan war einer der Hauptbestandteile des chemischen Entlaubungsmittels “Agent Orange”, welches während des Vietnamkrieges eingesetzt worden war. 1,4-Dioxan ist eine Substanz, die den Hormonhaushalt stört (endokriner Disruptor). Die Substanz ist dem Hormon Östrogen ähnlich, und es gibt Hinweise, dass es die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs erhöht und Stress bedingte Erkrankungen sowie männliche Fruchtbarkeitsstörungen verursacht. [1.]

Webseiten

www.womensvoices.org

WVE-Jahresberichte

WVE-Reports

Reinigungsmittel-Datenbank bei Environmental Working Group (EWG)

Quellen

1. Procter & Gamble Defends Against Claims that Tide Detergents Contain Carcinogens, Forbes v. 30.04.2012

 

Sasco, Annie J.

Druck | Download PDF

Dr. Annie J. Sasco (PhD) ging nach ihrem Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Bordeaux nach Harvard, wo sie zwei Master ablegte und ihre Doktorarbeit in Epidemiologie abschloss. Anschließend lehrte sie als Gastdozentin an der Harvard University.

Als feministische Ärztin bzw. Epidemiologin hat sie 22 Jahre bei der International Agency  for Research on Cancer (IARC) in Lyon, Frankreich, gearbeitet. Das IARC ist eine Einrichtung der WHO, die sich mit Krebsforschung und insbesondere mit dem Programm zur Bewertung und Klassifizierung von Karzinogenen befasst. Für zwei Jahre hat Annie Sasco außerdem eines der Krebskontrollprogramme der WHO geleitet. Sie war für den Zeitraum von neun Jahren am IARC in der Leitung der Abteilung für Epidemiologie und Krebsvermeidung beschäftigt, bevor sie 2011 in die Arbeitsgruppe HIV, Krebs und Globale Gesundheit ( HIV, Cancer and Global Health) am INSERM, dem Institut national de la santé et de la recherche médicale (Französisches Nationales Institut für Gesundheit und Medizinforschung) ging.

Sasco hat mehr als 400 Publikationen veröffentlicht und ist Mitglied in diversen Fachgremien und Verbänden. Sie ist Mitbegründerin und Vizepräsidentin der European Society of Environmental Health. Im Jahr 2005 war sie eine der 1.000 Frauen, die für den Friedensnobelpreis nominiert waren. Sie spricht Französisch, Englisch und Italienisch sowie etwas  Deutsch und Spanisch.

Annie Sasco forscht unter anderem an den Auswirkungen von hormonhaltigen Kosmetika und Körperpflegeprodukten, die im Verdacht stehen, Brustkrebs zu begünstigen. Sie plädiert für die Einrichtung von Zentren zur Erforschung der umweltbedingten Ursachen von Krebs.

Am Runden Tisch “Endokrin wirksame Substanzen, Wirkungen und Wirkmechanismen”, organisiert von Women in Europe for a Common Future (WECF), hat sie am 10.12.2012 in Paris die generationsübergreifenden Auswirkungen von endokrinen Disruptoren vorgestellt. Sie zog dabei auch Lehren aus dem DES-Skandal und weist auf die Verursachung von Krebs hin.

Quellen

Vita Annie Sasco, z.B. World Conference on Breast Cancer Foundation

Bücher

Cancer et environnement : la vérité. [Krebs und Umwelt: Die Wahrheit] Les éditions du Toucan (21. Oktober 2010). ISBN 2810002673, 978-2810002672

Zeitschriftenartikel

Donovan M., Sasco A. et al: Personal care products that contain estrogens or xenoestrogens may increase breast cancer risk (pdf). Medical Hypotheses, 02/2007; 68(4):756-66. DOI: 10.1016/j.mehy.2006.09.039

Devra Lee Davis, Maryann Donovan, Ronald Herberman, Mitchell Gaynor, Deborah Axelrod, Nik van Larebeke, Annie J Sasco: The need to develop centers for environmental oncology. University of Pittsburgh Cancer Institute and Graduate School of Public Health, University of Pittsburgh, Pittsburgh, PA, USA. Biomedecine [?]. 01/2008; 61(10):614-22. DOI: 10.1016/j.biopha.2007.06.006

Sasco AJ: Breast Cancer and the Environment. Horm Res 2003;60(suppl 3):50- (DOI: 10.1159/000074500)

Videos

Effets transgénérationnels des perturbateurs endocriniens: les leçons du DES, WECF-Roundtable 10.04.2012

 

Mukherjee, Siddhartha

Druck | Download PDF

Siddhartha Mukherjee (Jg. 1970) ist ein in New Delhi / Indien geborener amerikanischer Arzt, Wissenschaftler und Schriftsteller. Sein Buch “Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie” (The Emperor of all Maladies) erschien 2012 bei Dumont auch in einer deutschsprachigen Ausgabe.

Mukherjee besuchte eine christlich-englische Schule in Indien und Universitäten wie Stanford, Oxford und Harvard. E ist Assistent (Assistant Prof.) am Medicine (Oncology) Department der Columbia Universität in New York City. Er ist außerdem Mitarbeiter des Ärzteteams am Columbia University Medical Center. Die englische Ausgabe „The Emperor of All Maladies: A Biography of Cancer“ gewann 2011 den Pulitzer Preis für das beste Sachbuch. Mukherjee dankt in seinem Buch seiner Frau Sarah Sze, einer bildenden Künstlerin aus New York, und seinen beiden Töchtern, für die das Buch „ein rivalisierendes Geschwisterkind“ gewesen sei, sowie ungezählten WissenschaftlerInnen und BuchautorInnen, die mit ihrer Mitarbeit, Korrekturen und Vorarbeiten Anteil an „Emperor of all Maladies“ hatten.

Rezension

Reise der Irrwege – Siddhartha Mukherjees König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie (ressourcen, 04/2012)

Videobericht zum Buch bei ttt (19.02.2012)

Carson, Rachel

Druck | Download PDF

“Silent Spring” von Rachel Carson ist die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Folgen der chemischen Vergiftung unseres Planeten. Sie wurde zu einer der 100 einflussreichsten Menschen des 20. Jahrhunderts gekürt.[1.] Die Biologin Rachel Carson war selbst von Brustkrebs betroffen und starb an den Folgen der Krankheit. Ihr Buch “Silent Spring” (Der stumme Frühling] wurde, obwohl von industrieller Seite versucht worden war, es zu unterdrücken, häufig als Ausgangspunkt der weltweiten Umweltbewegung und als eines der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Rachel Carson wird heute zu den einflussreichsten Persönlichkeiten gezählt.

Quellen

[1.] Time’s 100 Most Influential People of the Century
[2.] Robert Friedman (Hg): The Life Millennium: The 100 Most Important Events and People of the Past 1.000 Years, Life Books, New York 1998, S. 55

Webseiten

zu Rachel Carson
Rachel Carson Institute
Silent Spring Institute

“Silent Spring” [dt: Der stumme Frühling] von Rachel Carson in Bibliotheken

BCAG 27. April 2012 | Umwelt, Ursachen, Who's who
Schlagwörter:

Batt, Sharon

Druck | Download PDF

Sharon Batt (BA Hons (Psychologie), Carleton Univ., 1967 MA (Psychologie), Univ. of British Columbia, 1970, PhD interdisziplinär, Dalhousie Univ. 2012) ist eine kanadische Gesundheitswissenschaftlerin und Psychologin, Publizistin und Mitbegründerin von Breast Cancer Action Montreal, deren Präsidentin sie zeitweise war.

Batt war u.a. Herausgeberin des Verbrauchermagazins “Protect yourself”. In den 1970er Jahren war sie Begründerin und Herausgeberin der ersten feministischen kanadischen Frauenzeitschrift “Branching out” und zugleich stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung kanadischer Zeitschriftenverleger (Canadian Periodical Publisher’s Association).  1998 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Sie war überrascht hinsichtlich der Unsichtbarkeit der Krankheit in der Gesellschaft und begann, die Konsequenzen dieser Abwesenheit zu erforschen.

Sharon Batt ist Autorin des Buchs Patient No More: The Politics of Breast Cancer. Sie setzt sich darin kritisch mit Früherkennung, Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie, Alternativmedizin, Genetik und Prävention auseinander. Sharon Batt ist eine der weltweit bedeutendsten Wissenschaftlerinnen, die sich mit dem Themenkomplex Interessenkonflikte, Pharmaindustrie und Brustkrebs aus der Perspektive von Frauen befassen.

PhD Thesis

In ihrer Habilitationsschrift (PhD Thesis) vom Februar 2012 mit dem Titel From Grass Roots to Pharma Partnerships: Breast Cancer Advocacy in Canada (Von der Selbsthilfe zu Pharmapartnerschaften: Brustkrebs-Interessenvertretung in Kanada) hat Batt die Arbeitsweise von Brustkrebsorganisationen in Kanada untersucht hat.

Von der Selbsthilfe zu Pharmapartnerschaften untersucht die Entwicklungen der letzten 20 Jahre, die Bündnisse zwischen Brustkrebs-Basisgruppen in Kanada und der pharmazeutischen Industrie, ihre Auswirkungen auf die pharmazeutische Industrie sowie ihre Auswirkungen auf die Pharmapolitik.

Die Bündnisse zwischen Patientinnengruppen und Pharmaindustrie hätten die kritische Interessenvertretung, ihren Inhalt und Stil in einer Weise verändert, die sie zur Unterstützung der politischen Ziele der Pharmaindustrie hin entwickelt.

Das Spektrum der Brustkrebsorganisationen umfasse unterschiedliche Reaktionen von der völligen Ablehnung von Mitteln aus der Pharmaindustrie bis hin zu Lobliedern auf die Pharmaindustrie und der vollständigen Finanzierung durch Pharmamittel. Im Mittelfeld befinde sich die „pragmatische Ambivalenz“.

Batt beschreibt auch die Merkmale der Verschiebungen in der kanadischen Politiklandschaft, die sich sukzessive durch neoliberale Politikstrategien verändert hat, die auch den Charakter des Patienten beeinflusse. Das kanadische System habe sich nach Batt in den vergangenen 30 Jahren schlecht an die Dilemmata angepasst, die durch die neue Generation teurer Krebsmedikamente entstanden seien. Das System der Kostenkontrolle, Medikamentenzulassungen und die Ansprüche an wahrheitsgemäße Informationen zu Medikamenten habe sich verschlechtert.  Die Verschlechterung traditioneller Förderung der kritischen Interessenvertretung habe die Kraft des zivilgesellschaftlichen Sektors untergraben. In Kanada haben sich Selbsthilfegruppen zu Brustkrebs allmählich zu einem nationalen Netzwerk – eine nationale „Engagementstrategie“ wird auch in Deutschland forciert – zusammengeschlossen, in dem sich viele auf die Unterstützung der pharmazeutischen Industrie verlassen würden.

Eine Reihe von Fallstudien zeige, wie Gruppen, die von der pharmazeutischen Industrie finanziert werden, zu subtilen Fehlinterpretationen des Wissensstandes bei den neuen Krebsmedikamenten kämen. Die Ergebnisse legten nahe, dass diese Gruppen das Potential böten, wichtiges Wissen aus der Nutzerinnenperspektive zum Verständnis von Medikamenten und Pharmapolitik beizutragen. Um dies sicherzustellen, benötigten diese Gruppen industrieunabhängige Finanzierungsquellen, die schmerzlich vermisst würden.

Politische Ansätze seien notwendig, um zu verhindern, dass diese Patientinnengruppen zu Chearleadern für neue Medikamente, deren Wirkungsweisen weiterhin weitgehend unerforscht seien, oder unwissentlich zu Partnerinnen in einer breiteren Konzernstrategie würden, die für die Zulassung neuer Industrieprodukte entwickelt worden sei, um sie aus Versicherungsleistungen zu finanzieren.

Weiterlesen

Social Disease – Krankheit der Gesellschaft: Übersetzung von Sharon Batts Rezension Breast Cancer: Society shapes an Epidemic“ [Brustkrebs: Wie die Gesellschaft eine Epidemie prägt] hrsg. von Anne S. Kasper und Susan Ferguson (2001)

Den Fluss der Medikamente in unser Trinkwasser stoppen: Was wir tun könnenÜber Sharon Batts Arbeit zu Medikamenten, die im Trinkwasser landen (2003, 2005)

Veröffentlichungen

Patient No More: The Politics of Breast Cancer. Charlottetown, PEI: Gynergy Books, 1994.  UK: Scarlett Press, 1994. Australien, Neusseeland:  Spinifex, 1996.

Beyond Early Detection: A New Look at Breast Cancer. Montreal, QC: DES Action Canada, 1996. À bout de patience: les enjeux de la lutte au cancer du sein. French translation. Montreal: Rémue-menage, 1998.

Marching to Different Drummers (pdf): Health Advocacy Groups in Canada and Funding from the Pharmaceutical Industry by Sharon Batt. Women and Health Protection, January, 2005. Auch erschienen in The Push to Prescribe (mit Link zu einem Webinar u.a. mit Sharon Batt)

Patients’ Groups, Pharmaceutical Company Partnerships and the  Negotiated Meanings of  “What Patients Need” in Canada (pdf). Tagungsbeitrag für Health Politics in an Interconnected World: The 13th Berlin Roundtables on Transnationality. Irmgard Coninx Foundation, Social Science Research Center Berlin and Humboldt-Universität Berlin,  1. – 5. Dez. 2010

 

Auszeichnungen

Finalist, QSPELL – Best Non-Fiction Book in English by a Quebec Writer for Patient No More, 1995.
Laura Jamieson Award – Best Feminist Book Published in Canada in 1994 for Patient No More, 1995.
National Media Awards Competition fo Excellence in Health Reporting for The Cancer Personality, 1991.
Major Armstrong Award for excellence in Broadcasting for The Cancer Personality, 1991.

Hamburg, Margaret

Druck | Download PDF

Dr. Margaret Hamburg (*12.07.1955-) ist eine amerikanische Ärztin und Spezialistin für Public Health (Öffentliches Gesundheitswesen, Harvard-Absolventin), die aus  Chicago (Ill., USA) stammt und seit dem 18. Mai 2009 die 21. Leiterin der amerikanischen Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA)  unter der Verwaltung von Präsident Obama ist. Sie ist Mitglied der Demokratischen Partei, lebt in Washington D.C.  und ist verheiratet mit Peter Fitzhugh Brown. Am 17.11.2011 kündigte sie die Aufhebung der Zulassung für das Medikament Avastin / Bevacizumab für die Behandlung von metastasiertem Brustkrebs an.

Webseite

http://www.fda.gov/AboutFDA/CommissionersPage/default.htm

Berichterstattung zu Avastin bei uns

 

BCAG 18. November 2011 | Gesundheitsbehörden, Medikamente, Who's who
Schlagwörter:

Komen, Susan G. (1943 – 1980)

Druck | Download PDF

Susan G. Komen war eine amerikanische Brustkrebspatientin. Susan Goodman, später Susan Goodman Komen, wurde 1943 in Peoria, Illinois geboren und erhielt im Alter von 33 Jahren (1976?) die Diagnose Brustkrebs.[i] Sie starb drei Jahre später (1980) an den Folgen von Brustkrebs.[ii]

Ihre jüngere Schwester, Nancy Goodman Brinker, die auf dem Standpunkt steht, dass das Überleben ihrer Schwester mit mehr Wissen über die Krankheit hätte besser sein können, versprach ihrer Schwester, sich für Änderungen einzusetzen. Brinker gründete die Susan G. Komen Breast Cancer Foundation zum Andenken an ihre Schwester 1982.[iii]

“Susan G. Komen for the Cure”, die zuvor den Namen “The Susan G. Komen Breast Cancer Foundation” trug und häufig einfach “Komen” genannt wird, ist in den USA die bekannteste, größte und reichste der Brustkrebsorganisationen.[iv]

Weiterlesen

Dokuwiki: Artikel Komen

[i] Palm Beacher Nancy G. Brinker to Receive Presidential Medal of Freedom”Palm Beach Daily News. July 30, 2009,  Abruf 2011-10-23

[ii] Susan G. Komen for the Cure: New name, renewed mission to fight breast cancer”,  Abruf  2011-10-23

[iii] Quelle s. Fußnote ii

[iv] Sulik, G.A.: Pink Ribbon Blues: How Breast Cancer Culture Undermines Women’s Health. Oxford University Press. 2010. S. 146 – 150. ISBN 0-19-974045-3

 

BCAG 23. Oktober 2011 | Charity, Who's who
Schlagwörter:

Komen

Druck | Download PDF

Hinweis: Bisher bezieht sich dieser Artikel allein auf die amerikanische Komenorganisation, der Artikel ist – wikiüblich – im Aufbau!

Hintergrund

Susan G. Komen war eine amerikanische Brustkrebspatientin. Susan Goodman, später Susan Goodman Komen. Sie wurde 1943 in Peoria, Illinois geboren und erhielt im Alter von 33 Jahren (1976?) die Diagnose Brustkrebs.[i] Sie starb drei Jahre (1980) später an den Folgen von Brustkrebs.[ii]

Ihre jüngere Schwester, Nancy Goodman Brinker, die auf dem Standpunkt steht, dass das Überleben ihrer Schwester mit mehr Wissen über die Krankheit hätte besser sein können, versprach ihrer Schwester, sich für Änderungen einzusetzen. Brinker gründete die Susan G. Komen Breast Cancer Foundation zum Andenken an ihre Schwester 1982.[iii]

“Susan G. Komen for the Cure®”, die zuvor den Namen “The Susan G. Komen Breast Cancer Foundation®” trug und häufig einfach “Komen” genannt wird, ist in den USA die bekannteste, größte und reichste der Brustkrebsorganisationen.[iv]

Eigendarstellung der Organisation in den USA

Auf der Webseite von “Susan G. Komen for  the Cure” stellt die Organisation sich selbst dar. Danach kämpfte Susan G. Komen mit ihrem Herzen, Körper und Seele gegen Brustkrebs. Während ihrer Diagnose, Behandlung und endlosen Tagen im Krankenhaus habe sie ihre Zeit damit verbracht, sich zu überlegen, wie man das Leben besser machen kann, um für andere Frauen mit Brustkrebs zu kämpfen, anstatt sich Gedanken um die eigene Situation zu machen. Ihr Interesse am Schicksal anderer habe selbst dann noch angehalten, als Susan sich dem Ende ihres Kampfes näherte. Gerührt von Susans Mitgefühl für andere und dem Wunsch nach Veränderungen, habe ihre Schwester Nancy G. Brinker ihr versprochen, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun werde, um Brustkrebs für immer zu besiegen.[v]

Weiter schreibt die Organisation, dass dieses Versprechen jetzt Susan G. Komen for the Cure®, (eingetragenes Markenzeichen im Markenrecht des anglo-amerikanischen Rechtskreises) als „weltweit führender Anbieter der Brustkrebsbewegung“ einhalte.[vi] Soweit die Eigendarstellung von Komen, die nach eigenen Angaben mehr als US $ 1.900.000.000 investierte.[vii] Die Organisation sieht sich in ihrer eigenen Darstellung als „weltweit größtes Basis-Netzwerk von Frauen mit Brustkrebs und Aktivisten, die zusammen arbeiten, um Leben zu retten, Menschen zu “empowern” (etwa: ermächtigen), Qualität zu sichern, einschließlich der Versorgung für alle und der Wissenschaft Energie zu geben, um die Heilung zu finden.“[viii] Dank Veranstaltungen wie dem Susan G. Komen Race for the Cure® und Susan G. Komen 3-Day for the Cure® sowie großzügigen Spenden von Partnern, Sponsoren und Mitstreitern der Organisation habe Komen sich als die größte Quelle von Non-Profit-Fonds dem Kampf gegen Brustkrebs gewidmet.[ix]

In der Broschüre zu Brustkrebs und Umwelt, die Komen beim amerikanischen Institute of Medicine (IOM) in Auftrag gegeben hat, gibt die Organisation an, dass sie bis zum Dezember 2011 $ 685 Millionen Dollar in die Brustkrebsforschung und mehr als $ 1,3 Milliarden Dollar in Programme zur Suche der Heilung und der Beendigung von des Leidens an Brustkrebs investiert habe.[x] Kritikerinnen wie Barbara Brenner, Geschäftsführerin von Breast Cancer Action bis 2010, bemängeln jedoch Transparenz der Herkunft der Mittel, sinnvolle Verwendung und Erfolglosigkeit der Arbeit der Organisation. [xi]

Mehr zu Komen

Komenwatch – Archiv, Stimme, Wegweiserin (resourcen 2011)
Komen oder Patente „für die Heilung“ (infoblog! 2011)
Komen – Wie Brustkrebs vermarktet wird: Mary Ann Swisslers The Marketing of Breast Cancer (infoblog! 2002)
Versprich, dass du die Inhaltsstoffe liest – Das Pinkwashing-Prinzip (news -2011)
Die „Kultur“ der Geldsammelei gegen Brustkrebs (ressourcen – 2006)
Willkommen in Krebsland – Barbara Ehrenreichs Welcome in Cancer Land (pdf, 2001)

Bücher

Pink Ribbon Blues – Das Gayle Sulik Buch (infoblog 2011)
Pink Ribbon, Inc. von Samantha King (ressourcen 2006)

 

[i] Palm Beacher Nancy G. Brinker to Receive Presidential Medal of FreedomPalm Beach Daily News. July 30, 2009,  Abruf 2011-10-23

[ii] Susan G. Komen for the Cure: New name, renewed mission to fight breast cancer,  Abruf  2011-10-23

[iii] Quelle s. Fußnote ii

[iv] Sulik, G.A.: Pink Ribbon Blues: How Breast Cancer Culture Undermines Women’s Health. Oxford University Press. 2010. S. 146 – 150. ISBN 0-19-974045-3

[v] Susan G. Komen for the Cure, About us, http://ww5.komen.org/AboutUs/AboutUs.html, Abruf 2011-10-23

[vi] s. Fußnote v

[vii] s. Fußnote v

[viii] s. Fußnote v

[ix] s. Fußnote v

[x] Breast Cancer and the Environment: A Life Course Approach, 07.12.2011, Booklet Questions and Answers http://www.iom.edu/Reports/2011/Breast-Cancer-and-the-Environment-A-Life-Course-Approach.aspx

[xi] Barbara Brenner in ihrem Blog Healty Barbs, http://barbarabrenner.net/

Spence, Jo (1934 – 1992)

Druck | Download PDF

Jo Spence (1934 – 1992), geboren als Joanna Patricia Clode, war eine britische Fotografin, Dozentin und politische Aktivistin. Sie bearbeitete das Thema Brustkrebs mit den Mitteln der Fotografie und Fototherapie und verfolgte dabei zugleich sozialkritische Ansätze.

Geboren in London als Kind von Eltern aus der Arbeiterklasse, sammelte Jo Spence früh Erfahrungen mit Gefühlen der „totalen Machtlosigkeit“, als sie im 2. Weltkrieg hin und her geschoben wurde, eine Erfahrung, die sie ihr Leben lang beschäftigen würde. Nach dem Besuch einer Sekretärinnenschule begann Spence im Alter von 15 Jahren zu arbeiten. Von 1951 bis 1962 war sie Sekretärin in einem kommerziellen Fotostudio. 1965 eröffnete sie im exklusiven London Hampstead ihr eigenes Fotostudio mit Spezialisierung auf Portrait- und Hochzeitsfotografie sowie Castings für Schauspieler[i]. Sie gab dieses kommerzielle Studio jedoch 1974 auf und setzte ihre in den frühen 1970er Jahren begonnene dokumentarische gesellschaftskritische Fotografie fort, weil sie erkannte, dass sie sozial engagierte Arbeiten machen muss.[ii] Bei der Arbeit und Fotografie auf Einladung des Gypsy Education Council für ein Roma-Alphabetisierungsprojekt beginnt Spence, die “Wahrheit” der Dokumentarfotografie in Frage zu stellen. Diese Krise führte schließlich zur Beendigung ihrer Karriere als Berufsfotografin[iii]. Ab 1979 studierte sie am Politechnikum in London Fotografie bei dem britischen Konzeptkünstler Victor Burgin (Jg. 1941).

Mehr über Jo Spence

Jo Spence’s autobiographische Fotographie: Rebellion und Krankheit heute (Spurensuche)

BCAG 31. Juli 2011 | Gesellschaft, Who's who
Schlagwörter: , ,

Matuschka

Druck | Download PDF

Matuschka (Joanne Matuschka)  ist eine Bildende Künstlerin und Aktivistin, die in New York lebt und die insbesondere auch mit ihren Arbeiten zu Brustkrebs seit den 1980er Jahren vielfach international veröffentlicht wurde. Ihre Ausbildung schloss sie an der School of Visual Arts Mitte der 1970er Jahre ab.

Die bekannteste ihrer Arbeiten ist  ”Beauty our of Damage”, erschienen 1993 auf dem Titelblatt des New York Times Magazine und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Aber auch für ihre Arbeiten, die Umweltfragen thematisierten, wurde sie vielfach ausgezeichnet, z.B. mit dem Rachel Carson Award.

Matuschka war in den 1990er Jahren Mitglied der Women’s Health Action Mobilization (WHAM!), sie zeigte, was Krebs macht mit Frauen.

Mehr zu Matuschka bei uns

Im Jahr 16 nach Matuschka
Ich bin nicht länger ängstlich … Frauen, die sich nicht haben “rekonstruieren” lassen
Flashback – Kleine Rückblende: Ist Brustkrebs zu verhüten?
Maren Klawiters Biopolitik und Brustkrebs: Krankheitskultur und Aktivismus

Matuschka online

http://www.matuschka.net/

über Matuschka

Matuschka Archive

BCAG 9. Juni 2011 | Who's who
Schlagwörter: ,