Die Studiengruppe „Gene-ENvironment Interaction and Breast CAncer in Germany” (GENICA) führte von 2000 bis 2004 unter Beteiligung des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV / Institut der Ruhr-Universität Bochum eine Fall-Kontroll-Studie zu Risikofaktoren des Mammakarzinoms durch.
Die GENICA-Studie hatte ursprünglich insgesamt 2298 Teilnehmerinnen, die wegen der Verschreibung von Hormontabletten befragt wurden.
Die Zukunft arbeitsmedizinischer Forschung liege letztlich in der Entschlüsselung von Gen- Umwelt-Wechselwirkungen.[ii]
Vorbeugung
Neue Ansätze zur Vorbeugung von Brustkrebs finden, um künftig die Zahl der Neuerkrankungen zu senken.
Umwelt
Schon heute wisse man, dass es sich bei der Krebsentstehung um kein monokausales, sondern um ein sehr komplexes Zusammenspiel von genetischen Veranlagungen und Umweltfaktoren handele. Beantwortung der Frage, warum nicht alle Menschen gleichermaßen auf gleiche Umweltbedingungen reagieren
Ernährung
Krebs entstehe immer in mehreren Schritten und im Wechselspiel mit Umweltfaktoren wie z.B. den Ernährungsgewohnheiten, so dass sich hier eine Möglichkeit, die Erkrankungswahrscheinlichkeit für Risikopatientinnen zu senken, biete.
Bewertung von Belastungen am Arbeitsplatz
Präventionskonzepte am Arbeitsplatz: Ziel sei es, bestimmte Anzeichen (Marker) dafür zu finden, ob eine Person Schadstoffen ausgesetzt war. Anhand solcher Marker ließe sich dann einschätzen, inwieweit eine Krankheit auf die Belastung am Arbeitsplatz zurückgeführt werden muss (Brückenbefund).
Nachbefragung zur Schichtarbeit
Bei einer umfangreichen Nachbefragung der Studienteilnehmerinnen zur Schichtarbeit wurden 857 Brustkrebspatientinnen und 892 Kontrollen verglichen und hinsichtlich aller mindestens ein Jahr lang ausgeübten Berufe in der Berufsbiographie befragt. 13% der GENICA-Teilnehmerinnen hatten zeitweise in Schichtarbeit gearbeitet. 56 der Brustkrebspatientinnen und 57 der Frauen aus der Kontrollgruppe hatten mindestens ein Jahr lang in Nachschicht gearbeitet. Frauen, die nachts gearbeitet hatten, hatten in dieser Untersuchung öfter keine Kinder und waren schlechter ausgebildet. Auch hatten die Nachtarbeiterinnen seltener eine Hormonersatztherapie (35.7% versus 51.9%). Bei Frauen, die über 807 Nachtschichten übernommen hatten, zeigte sich ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko von 1.73, bei Frauen, die über 20 Jahre lang Nachtarbeit leisteten, lag das Risiko bei 2.48, bei 12 beobachteten Brustkrebsfällen und 5 Frauen in der Kontrollgruppe. Es sollen sich hier keine Hinweise auf Risiken von Schicht- bzw. Nachtarbeit gezeigt haben, jedoch fand sich eine „Tendenz zu einer Risikoerhöhung nach langjähriger Nachtschichtarbeit.[iii] Die GENICA-Studie ist jedoch aufgrund der geringen Anzahl der untersuchten Teilnehmerinnen, die Nachtarbeit geleistet haben, nur begrenzt aussagefähig.[iv],[v]
Ergebnisse der GENICA-Studie
Hormonersatztherapie
Erste Ergebnisse im Rahmen der GENICA- Studie haben das in der Literatur bereits beschriebene erhöhte Brustkrebsrisiko bei langjähriger Einnahme von Hormonen in der Menopause bestätigt. Allerdings seien diese Ergebnisse vorläufig und bedürfen im Hinblick auf Risiken und Nutzen der Hormontherapie weiterer sorgfältiger Prüfungen. [vi]
[ii] Internetseite BGFA, Zaghow a.a.O.
[iii] Schichtarbeit und Krebs, Thomas Brüning u.a., Fachzeitschrift für Prävention, Rehabilitation und Entschädigung DGVU-Forum, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, 2011/4, S. 14/15, zum Archiv der Zeitschrift
[iv] Night work and breast cancer – results from the German GENICA study, Pesch B, Scand J Work Environ Health 2010;36(2):134-141
[v] Internetseite BGFA, Zaghow a.a.O.
[vi] Internetseite BGFA, Zaghow a.a.O.