Ernährung

E 150 c – Ammoniak-Zuckercouleur und Krebsrisiko

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Vorkommen

4-Methylimidazol kann bei der Fermentierung oder beim Bräunen von Lebensmitteln entstehen, wenn man Zucker unter Einwirken von Ammoniumverbindungen erhitzt.Es kommt als in Ammoniak-Zuckercouleur (E 150 c) vor und wird in Colagetränken, Süßwaren, Bier, Cidre, Brandy, Whiskey, Rum, Weinbrand, Grappa und Spirituosen aus Getreide, in Essig, Frühstücksgetreideprodukten und Malzbrot verwendet. Im Tierversuch mit Ratten wurde eine schädigende Wirkung auf das Immunsystem beobachtet. Reagenzglasstudien konnten genetische Schädigungen durch E150c nachweisen. Der Lebensmittelfarbstoff kann auch Aluminium enthalten, ohne dass es auf dem Etikett ausgewiesen wird. Das Metall steht im Verdacht, Demenzerkrankungen wie die Alzheimer- und Parkinsonkrankheit, zu fördern. Aluminium wirkt als sogenanntes Metallöstrogen und beeinflusst die Wirkung der weiblichen Geschlechtshormone und kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Als endokriner Disruptor gehört E 150 c damit in die Gruppe der Stoffe, die auch für die Entstehung von Brustkrebs mit verantwortlich gemacht werden.

Alle Cola-Getränke in Deutschland enthalten lt. Produktinformation von Coca Cola Deutschland E 150d

Bereits eine entsprechende 3-dl-Dosis übersteigt die in Kalifornien empfohlene Dosis um das Fünffache.

Nun handeln die Getränke-Giganten und passen ihre Rezepturen an – um zu verhindern, dass sie Krebswarnungen auf ihre Flaschen platzieren müssen. Bereits sind in Kalifornien Colas nach neuem Rezept im Handel.

«Wissenschaftlich unfundierte Warnung»

Coca Cola und Pepsi, die 90 Prozent des US-Brausen-Markts beherrschen, handeln mit Zähneknirschen: «Obwohl wir davon ausgehen, dass für die Konsumenten kein Gesundheitsrisiko besteht, das eine solche Änderung rechtfertigen würde, haben wir unsere Karamell-Lieferanten um diesen Schritt gebeten», sagte eine Coca-Cola-Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur AP. «Wir wollten verhindern, dass auf unseren Produkte eine wissenschaftlich unfundierte Warnung zu stehen kommt.»

Details

Im Tierversuch löste Ammoniak-Zuckerkulör in hohen Konzentrationen Krämpfe und eine Saus. Für den Einsatz dieses Zusatzstoffes bestehen aus diesem Grund gesetzliche Grenzwerte, von einem hohen Verzehr wird abgeraten.

Verwendung

4-Methylimidazol ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von pharmazeutische Produkten. Es ist Ausgangsmaterial für Medikamente und antiseptische Mittel, sowie für Foto-Entwicklerlösung.
4-Methylimidazol kann bei Kaninchen, Mäusen und Hühnern Krämpfe auslösen. Des Weiteren konnte bei Ratten und Mäusen eine krebserregende Wirkung festgestellt werden[1] und die Senkung der Leukozytenzahl (weiße Blutkörperchen) beobachtet.

Quellen

  1. Chan PC, Hill GD, Kissling GE, Nyska A.: Toxicity and carcinogenicity studies of 4-methylimidazole in F344/N rats and B6C3F1 mice. In: Arch Toxicol. 2008 Jan;82(1), S. 45–53 (Epub 2007 Jul 10).

Und: Wikipedia, Methylimidazol

BCAG 18. Mai 2012 | Endokrine Disruptoren, Ernährung
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Progesteron

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Gewidmet Elisabeth Rieping. Dieser Artikel befasst sich mit Progesteron als wichtigem Hormon und Grundwissen im Zusammenhang von Frauengesundheit allgemein und mit Progesteron und Brustkrebs im Besonderen. Der Artikel ist “under construction” -Verbesserungshinweise per Mail gern an: info@bcaction.de

Progesteron gehört zur Gruppe der Gestagene (Gelbkörperhormone). Unterschiedliche Namen wie Corpus Luteum Hormon, Luteohormon oder Gelbkörperhormon, bzw. oder Progestin, Progestagen für verschiedene Zwischenstufen des Hormons werden auch verwendet. Hormone im engeren Sinn sind körpereigene Stoffe, die aus endokrinen Drüsen in den Blutkreislauf abgegeben werden, um spezifische Vorgänge im Körper zu steuern. Störungen im „Hormonhaushalt“, die durch Krankheit oder äußere Einflüsse entstehen, können zu schwerwiegenden Krankheiten führen. Das ist auch beim Progesteron so. Progesteron gehört zur Stoffklasse der Steroidhormone (Lipide, die hormonell wirksam sind, andere Steroidhormone sind Östrogene, Androgene und Kortisol) und wird den Sexualhormonen zugerechnet. Sehr ähnlich ist das Cholesterin, aus dem der Körper ebenfalls Progesteron herstellen kann.

Herstellung

Progesteron wird technisch in großen Mengen durch oxidativen Abbau von Stigmasterol, das hauptsächlich in fettreichen Lebensmitteln wie Kakaobutter, Olivenöl und Sojabohnen-Öl  enthalten ist, bzw. aus Solanum-Alkaloiden (Nachtschattengewächse) oder aus dem  Sapogenin bzw. Diosgenin plantagenmäßig angebauter – ansonsten ungenießbarer – Yamswurzeln (Dioscorea) gewonnen.

Physiologische Wirkung

Progesteron ist verantwortlich für die Reifung und das Wachstum der inneren weiblichen Geschlechtsorgane, der sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale in der Pubertät sowie die Beendigung des Knochenwachstums (Schluss der Epiphysenfuge) und, neben den Hypophysenhormonen (FSH und LH)  bzw. den Östrogenen steuert das Progesteron auch den weiblichen Zyklus sowie – als schwangerschaftserhaltendes Hormon – die Schwangerschaft. Deshalb wird es auch als Schwangerschaftshormon bezeichnet.

Der Gelbkörper und seine Funktion

Progesteron wird im Corpus Luteum, einer kleinen gelben Drüse, dem „Gelbkörper“, gebildet.  Deswegen wird es auch Gelbkörperhormon genannt. Zu den Gelbkörperhomonen (Gestagenen) gehören Progesteron, Pregnadiol bzw. Pregnenolon. Der Gelbkörper entwickelt sich während des Eisprungs (Ovulation) und produziert dann 12 Tage lang Östrogen und Progesteron, wobei die Menge gegen Ende abnimmt, wenn keine Befruchtung bzw. Einnistung stattgefunden hat. Das Progesteron ist verantwortlich für den Temperaturanstieg, der durch bestimmte Methoden der Empfängnisverhütung genutzt wird, um die unfruchtbaren Tage zu erkennen. Die Gebärmutterschleimhaut wird durch die hormonellen Veränderungen auf die Aufnahme eines befruchteten Eis vorbereitet. Progesteron wird in kleinen Mengen während des gesamten Zyklus und in größeren Mengen kurz nach dem Eisprung ausgeschüttet. Wird das Ei befruchtet, kann es sich in der Gebärmutterschleimhaut festsetzen. Progesteron wird bei Frauen hauptsächlich von diesem Gelbkörper in der zweiten Phase des Menstruationszyklus sowie in weit größeren Mengen während der Schwangerschaft von der Plazenta gebildet und hat eine die Schwangerschaft (Gestation) erhaltende Wirkung. In der Schwangerschaft wird Progesteron auch von der Plazenta produziert. In der Kinderwunschbehandlung werden die Eierstöcke meistens „stimuliert“ und Progesteron wird zusätzlich gegeben, um eine Gelbkörperschwäche, die das Entstehen einer Schwangerschaft gefährden könnte, zu vermeiden. Das plötzliche Absinken des Östrogen- und Progesteronspiegels am Ende der Schwangerschaft kann möglicherweise zur Auslösung von Depression beitragen.[i]

Wirkungen auf die Brust

Progesterone spielen eine große Rolle für die Brustentwicklung (Ismail PM 2003Cooneely OM 2003).[ii] Auch haben Progesterone einen Einfluss auf die Milchbildung. So können Depotpräparate aus  Medroxyprogesteronazetat, einem synthetischen Progesteron, dass auch in der Antibabypille verwendet wird, als Nebenwirkung zu einer Galaktorrhoe, also zum Milchfluss, führen (Omar HA 2006).[iii] In der Schwangerschaft wirkt der hohe Progesteronspiegel vorbereitend auf die Milchbildung in der Brustdrüse.

Progesteron nach den Wechseljahren

Meistens verringert sich die Östrogen- und Progesteronproduktion langsam über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Progesteron wird im Körper der Frau von der Pubertät bis zu den Wechseljahren gebildet. Wenn die Eierstöcke auf die Steuerungshormone der Hirnanhangdrüse nicht mehr genug reagieren, bleibt der Anstieg des Luteinisierenden Hormons, der beim normalen Zyklus zum Eisprung führt, aus. Es gibt keinen Eisprung mehr. Ohne Eisprung, kommt es auch nicht mehr zur Bildung eines Gelbkörpers. Dieser Gelbkörper bildet normalerweise Progesteron. Die Hormonproduktion geht ebenfalls zurück. Dadurch verkürzt sich die Dauer des Monatszyklus. Der Mangel an Progesteron führt aber noch nicht zum völligen Wegfall der Menstruation. Erst, wenn auch die Östrogenproduktion ausfällt, bleibt die Regelblutung aus. Durch die Medikamente gegen „Hormonmangel“ nach den Wechseljahren (Hormonersatztherapie, abgekürzt HET), die auch Progesterone enthielten, kam es einem Anstieg der Brustkrebsrate. Und auch das Levonorgestrel, ein Progesteron, das Frauen jetzt oft gegen zu starke Monatsblutungen … verschreiben bekommen, steht in Verdacht, Brustkrebs auszulösen (Trinh XB 2007).[iv]

Stoffwechsel

Geringe Progesteronmengen werden aus dem im Körper vorhandenen Cholesterin auch von der Nebennierenrinde synthetisiert.  Progesteron wird in der Leber zu Pregnadiol verstoffwechselt und weiter verarbeitet im Urin später aus dem Körper ausgeschieden. Erhöhte Progesteronwerte finden sich neben der Schwangerschaft vor allem bei Eierstocktumoren und bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen. Bei Zyklusstörungen und beim Hypogonadismus, einer Unterentwicklung der Eierstöcke, kann die Progesteronkonzentration verringert sein. Mit den Wechseljahren (Menopause) stellen die Eierstöcke die Herstellung von Progesteron, das jetzt nicht mehr benötigt wird, ein.

Progesteron und Krebsentstehung

Die Forschung zu den weiblichen Geschlechtshormonen konzentrierte sich in den vergangenen Jahren mehr auf Östrogene, als auf Progesteron. Zunächst ging man gar von einem schützenden Effekt durch das Progesteron aus. Bis in die 1960er Jahren war man davon ausgegangen, dass Progesteron sich nicht begünstigend auf die Entstehung von Brustkrebs auswirkt[v] bzw. es war sogar von „antitumorigener Wirkung“ die Rede[vi]. Doch heute weiß man, dass diese Einschätzung nicht richtig war. Die gängigen Lehrbücher zu Brustkrebs beachten Progesteron gegenwärtig kaum. Brustkrebszellen können durch Progesteron sowohl zum Wachstum angeregt, wie auch gebremst werden.[vii]Natürliches Progesteron und dessen Abbauprodukte im Brustgewebe können das Wachstum von Tumorzellen anregen.[viii] Bei den Untersuchungen zur Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren hatten Therapien, die Kombinationen aus Östrogenen und Gestagenen (Progesteron) enthielten, das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken stärkre erhöht, als im Vergleich zur Gabe von Östrogenen allein.

Progesteronabhängig gebildete Proteine

Die Bildung des Turmormakers CA-15-3 wird durch Progesteron gefördert. Der Anstieg dieses Tumormarkers weist bei Brustkrebs auf einen ungünstigen Verlauf der Tumorerkrankung und ein Versagen der Tumorabwehr hin. Progesteron fördert die Bildung von Proteinen, die in die Tumorabwehr eingreifen. Eines dieser Proteine ist das MUC-1 (Mucin 1), das wir unter dem Begriff Tumormarker CA 15-3 kennen.[ix] MUC 1 kommt in allen Organen des Menschen vor, wird jedoch z.B. bei Brustkrebs (und anderen Tumorerkrankungen) überexprimiert.

Dass der Progesteronspiegel nach dem Verzehr von Milchprodukten steigt, wurde von Goodson III WH, Handagama P, Moore II DH, Dairkee S. California Pacific Medical Center Research Institute, San Francisco, CA gezeigt. Gemessen wurde [bei einer kleinen Gruppe von Testpersonen] die Menge an bioverfügbarem Progesteron im  Speichel. Sie steigt einen Tag nach Milchprodukte reichem Essen von ca. 20 – 30 Picogramm/ml auf über 60 Picogramm/ml an.[x]

Auch andere Proteine werden wie VEGF (Wachstumsfaktor, der bei der Gefäßneubildung eine Rolle spielt) oder uPA(Urokinase-Typ Plasminogen Aktivator, ein Enzym, das bei Tumorerkrankungen wie Brustkrebs ebenfalls erhöht sein kann, mit wiederum ungünstigerer prognostischer Relevanz) werden progesteronabhängig gebildet.

Progesteron bzw. Gestagene in Medikamenten

Progesteron wird bei der Behandlung gynäkologischer Erkrankungen eingesetzt und ist auch in der Antibabypille enthalten, die meistens zusätzlich Östrogene enthält. Bei gynäkologischen Behandlungen war die Arnzeimittelsicherheit allerdings mitnichten immer gegeben und es wurden viele Jahre Experimente an Frauen gemacht, nicht zuletzt weil wirtschaftliche Interessen der Arzneimittelhersteller im Hintergrund standen. Ein Beispiel dafür ist das Medikament Duogynon (in Deutschland vertrieben durch den Pharmahersteller Schering), dass sowohl Östrogene wie auch Gestagene enthielt und das zur Behandlung von Zyklusstörungen und als hormoneller Schwangerschaftstest angewendet wurde. „Auf Duogynon kann verzichtet werden, wir benutzen es schon lange nicht mehr ist es entbehrlich [und gefährlich möchte man anfügen] und zur Behandlung von Zyklusstörungen falsch.“[xi]

Die Antibabypille

In den 1920er Jahren erforschte Ludwig Haberlandt die ersten wissenschaftlichen Grundlagen der hormonellen Medikamente, die schwangerschaftsverhütend wirken sollten.[xii] Bereits 1930 entwickelte er das Medikament „Infecundin“ zur Schwangerschaftsverhütung, das Östrogene und Gestagene enthielt, jedoch damals noch nicht für den Markt produziert wurde. Durch den Freitod Haberlandt’s im Juli 1932 und den 2. Weltkrieg entstand bei Realisierung einer hormonalen Empfängnisverhütung in eine langjährige Zeit der Untätigkeit.[xiii] Die Schwangerschaft verhütende Wirksamkeit des Progesterons wurde zwar auch in den 1930er bzw. 1940er Jahren beschrieben.[xiv]

Der Chemiker Carl Djerassi (*1923 in Wien) nennt als “Geburtsdatum der Pille” den 15.10.1951 (Tag, an dem das Labor, in dem er arbeitete, die erste Synthese eines Steroids mit dem Namen “Norethisteron” abschloss, das schließlich zur oralen Empfängnisverhütung verwendet wird).[xv]

„Als das deutsche Pharmaunternehmen Schering 1961 die erste europäische Verhütungs-Pille „Anovlar“ auf den Markt bringt, ist das keine Sensation, im Gegenteil. Schering machte wenig Werbung für das neue Produkt, und die empfängnisverhütende Funktion galt als Nebenwirkung und wurde öffentlich nicht benannt. Aufgabe von „Anovlar“ war die „Ruhigstellung des Ovariums“, lindernd einzusetzen für dieses und jenes. Allein der Schlusssatz im Beipackzettel lautete: „Allerdings ist eine Empfängnis unter regelmäßiger Einnahme von Anovlar nicht möglich“1. Die Revolution kam im Nebensatz und blieb lange unentdeckt. Erst in der zweiten Hälfte der 60er Jahre begann der Siegeszug der Pille: 1966 nahmen knapp drei Prozent der bundesdeutschen Frauen die Pille, fünf Jahre später waren es bereits 25 Prozent. Heute nehmen knapp 60 Prozent der Frauen zwischen 20 und 44 die Pille.“[xvi]

Die Antibabypille enthält Progesteron, das – gemeinsam mit Östrogenen – die Hemmung des Eisprungs (Ovulation) bewirkt.  In der sog. „Minipille“ ist ausschließlich Progesteron („Gestagene“) enthalten. Das Progesteron bewirkt zusätzlich Veränderungen im Schleim des Gebärmutterhalses, was ebenfalls eine Empfängnis verhindert. Progesterongehalt  verschiedener Antibabypillen (Tagesdosis): Chlormadionacetat 1,5 – 2 mg, Cyproteronacetat 1 mg, Desogestrel 0,06 mg, Dienogest 1 mg, Gestoden 0,03 – 0,05 mg, Levonorgestrel 0,05 – 0,06 mg, Norethisteron 0,04 – 0,05 mg, Lynestrenol 2.0 mg, Norethisteronacetat 0,5 mg.[xvii] Sogenannte „Einphasenpillen“ enthalten ausschließlich Gestagene und keine Östrogene. Ein wenig öffentlich diskutiertes Thema im Zusammenhang mit dem „Siegeszug“[xviii]ist der Zusammenhang zwischen Hormonen, die Frauen zur Empfängnisverhütung einnehmen und dem Krebsrisiko durch die Pille, dass entweder gar nicht benannt wird oder eher als geringfügig heruntergespielt wird. Neben verschiedenen anderen (Krebs)Erkrankungsrisiken wurde auch gezeigt, dass die Antibabypille das Brustkrebsrisiko erhöht.[xix] „Die Pille hat weibliche Körper verfügbarer gemacht als zuvor.“[xx] Die gesellschaftliche Diskussion dieser Verfügbarkeit von Mädchen und Frauen und der Preis, den Frauen dafür mit ihrer Gesundheit zahlen, ist nicht eben sehr erwünscht.

Progesteron in Tierprodukten

Für das synthetische – also im Labor hergestellte – Progesteron und das Progesteron tierischer Herkunft sind krank machenden Eigenschaften durch Forschungsarbeiten belegt. In der wissenschaftlichen Diskussion angekommen ist die Frage nach der Aufnahme von Progesteron aus Kuhmilch- und Fleischprodukten. Bedingt durch die heutige Art der Massentierhaltung und die Verabreichung von Hormonprodukten an die Tiere[xxi] sowie bedingt durch die Tatsache, dass die Milch gebenden Kühe heute schwanger gehalten werden, enthält Kuhmilch heute sehr viel mehr Progesteron als noch zu früheren Zeiten.  Die Ärztin und Diplombiologin Elisabeth Rieping (1950 – 2009) hat als selbst von genetischem Brustkrebs Betroffene verschiedene Gesichtspunkte zur Ernährung mit Kuhmilch analysiert. Sie kam zu dem Ergebnis, dass progesteronhaltige Nahrung und damit Kuhmilchprodukte dem Wachstum von Tumoren förderlich ist, ein Umstand, der von Tumorpatientinnen nicht erwünscht sein kann. Bei Brustkrebs untersucht, scheint die Bildung embryonaler Proteine aber nicht auf Brustkrebs beschränkt zu sein, http://www.erieping.de/ca15-3_muc1_brustkrebs.htm.

Elisabeth Rieping initiierte über ihre Intervention an das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Jahr 2007 die Stellungnahme des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Nr. 022/2008 vom 21. Januar 2008: BfR sieht keine Assoziation zwischen dem Progesterongehalt in Milch und Brustkrebs. Das BfR kann in seiner Stellungnahme ein Risiko nicht erkennen und bezieht sich mit seiner Datenbasis noch heute im Wesentlichen auf die vor 36 Jahre (Stand 2011) veröffentlichten Daten zum damaligen Progesterongehalt von Milch.[xxii] Nicht exakt evaluiert ist, wie viel Progesteron über Milchprodukte heute – unter gegenwärtigen Produktionsbedingungen in der Milchviehwirtschaft bzw. Menge der milchhaltigen Nahrungsmittel – tatsächlich vom menschlichen Körper aufgenommen wird.

Weitere Materialien und Untersuchungen zu Progesteron, Kuhmilch und Brustkrebs

Ganmaa D, Sato A.: The possible role of female sex hormones in milk from pregnant cows in the development of breast, ovarian and corpus uteri cancersMed Hypotheses. 2005;65(6):1028-37.

Sato A, Ganmaa D.: Hormonal effects of cows’ milk on human health v. 24. Oct. 2006

Poole AJ. u.a.: Prevention of Brca1-mediated mammary tumorigenesis in mice by a progesterone antagonist. Science.2006 Dec 1;314(5804):1467-70. (Studie am Tiermodell, wie durch einen Progesteronantagonisten die Entwicklung von Brusttumoren verhindert wurde)

Goodson III WH, Handagama P, Moore II DH, Dairkee S. California Pacific Medical Center Research Institute, San Francisco, CA: Milk products are a source of dietary progesterone 30th Annual San Antonio Breast Cancer Symposium. pp. abstract # 2028.

Gever, J.:  Progesterone in Dairy Products Poses Risks 2007

Bücher zu Progesteron in der Milch

Plant, Jane: Dein Leben in Deiner Hand. ISBN 3-44215297-6 (erschienen 2004, vergriffen (Rezension Elisabeth Rieping)

Rollinger, Maria: Milch besser nicht. 3. Auflage 2010 ISBN 978-3-940236-00-5, Webseite zum Buch

Cohen, Robert: Milk – The Deadly Poison. Argus Publ. 1998, (Zusammenfassung in deutscher Sprache von Maria Rollinger)

Campbell, Collin T.,  Campbell, Thomas M.:  Die China-Study. ISBN 978-3-86401-001-9, 2. Auflage, Verl. Systemische Medizin 2011 (Rezension folgt)

Internetquellen zu Progesteron in der Milch

Sammlung Progesteron in den “Unfinished Works” von Elisabeth Rieping
http://www.milchlos.de (Maria Rollinger)
http://www.cancersupportinternational.com/janeplant.com/ (Jane Plant, engl.)

Pflanzliches Progesteron

Zu den pflanzlichen Progesteronen („Phytoprogesteron“) gibt es bisher kaum wissenschaftliche Untersuchungen, die entsprechend evidenzbasierter Standards durchgeführt wurden. Dessen ungeachtet gibt es regelrechte Kampagnen, die „natürliches“ Progesteron massiv propagieren.

Verschiedene Pflanzen sollen die körpereigene Progesteron-Produktion anregen, sie enthalten Vorstufen von Progesteron oder wirken Progesteron ähnlich, z.B. durch enthaltenes Saponin oder Diosgenin. Am bekanntesten ist die Yamswurzel, die auch als Rohstoff für die Herstellung des in der Antibabypille enthaltenen Progesterons genutzt wurde. Die Inhaltstoffe müssen erst teilsynthetisch im Labor umgewandelt werden, um ihre gelbkörperhormonartige Wirkung zu erlangen.[xxii] Ähnliche Wirkungen werden aber auch Beifuss, Bockshornklee, Frauenmantel, Honigklee (Steinklee), der Küchenschelle (die Pflanze ist aufgrund ihrer Hauptbestandteile giftig, sie steht unter Naturschutz, Zubereitungen aus der frischen Pflanze sind bis D3 einschließlich überdies auch rezeptpflichtig[xxiii]), Mönchspfeffer (Keuschlamm, Angus Castus), der Nachtkerze, Papayasamen, Sarsaparilla, der Scharfgabe oder dem Weisswurz (Salomonsigel) bescheinigt. AlfaAlfa, Karotte und Spargel enthalten, wie auch die Yamswurzel, Diosgenin. Die Wirkungen vieler Pflanzen werden seit Jahrtausenden in der Heilkunde genutzt, doch nach heutigen Standards und „evidenzbasierten Kriterien“ exakte Ergebnisse zur Anwendung von Konzentraten, Dosierung, möglichen Risiken oder Vorteilen liegen häufig nicht vor. Eine Anwendung von hormonhaltigen Arzneipflanzen ohne qualifizierte ärztliche Beratung ist deswegen empfehlenswert.

Krankheiten, die mit der Aufnahme von Progesteron in Verbindung gebracht werden

… [folgt]

Weitere Quellen

Geschichte der “Pille”: Medizinhistorisches Museum Dr. Kunger


[i] Gründe für Schwierigkeiten nach der Geburt in Unser Körper – unser Leben, Our bodies – ourselves,  T. 2, 1981

[ii] Rieping, E.: Progesteron. 2008

[iii] Rieping, E.: Progesteron. 2008

[iv] Rieping, E.: Progesteron. 2008

[v] Fermente, Hormone, Vitamine, Bd. II Hormone, Stuttgart, Thieme 1960, S. 215

[vi] Fermente … a.a.O., S. 301

[vii] Santen, R.: Risk of breast cancer with progestins. Steroids 68 (2003), 953-964

[viii] Bredlow, H. u.a.: Steroids as procarcinogenic agents. Ann NC Acad Sci 1028 (2003), 216-232

[ix] Rieping, E.: Progesteron und Krankheit

[x] Rieping, E.: Progesteron. 2008

[xi] Bettendorf, G. zitiert in „Nur noch vier Jahre zu leben“, Stern 1973, Nr. 33, viele weitere Berichte zu „Duogynon / Primodos“ s. auch http://www.cbgnetwork.org/2885.html

[xii] Haberland, E.: Ludwig Haberlandt – Ein Pionier der hormonalen Kontrazeption, Wiener Klinische Wochenschrift,Volume 121 (2009), Numbers 23-24, 746-749

[xiii] Haberlandt, E. a.a.O.

[xiv] Mazer u.a. American J. Obstetrics 38 (1939) S. 625, Büttner u.a.: Vitamine u. Hormone, Leipzig 2 (1942): 255, 3 (1942) S. 229

[xv] Djerassi, Carl: This Man’s Pill. Innsbruck, Haymon 2001. S. 18

[xvi] Von der Pille bis zum Kaiserschnitt, Vortrag Hauffe, U., GfG-Tagung, 09.10.2010

[xvii] Zahlen: Weil, Sabine u.a.: Behandlung von Frauen mit Epilepsie, Dtsch Arztebl Int 2010; 107(45): 787-93, Tab. 2

[xviii] s. Hauffe, U.

[xix] Kumle L. u.a.: Use of oral contraceptives and breast cancer risk. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 11(2002):1375-81. PMID 12433714, Althuis MD et al. Hormonal content and potency of oral contraceptives and breast cancer risk among young women. Br J Cancer. 88(2003):50-7. PMID 12556959

[xx] Von der Pille bis zum Kaiserschnitt, Vortrag Hauffe, U., GfG-Tagung, 09.10.2010

[xxi] Kampf um Hormone, greenpeace magazin 3.99

[xxii] Hoffmann, B., Hamburger, R., Karg, H. (1975)

[xxiii] Madejsky, M.: Lexikon der Frauenkörper. 3. Aufl. AT-Verl. 2010, S. 31

[xxvi] Madejsky, M.: a.a.O., S. 152

 


 


Brustkrebs und Ernährung

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Ein großer Teil der nicht genetisch bedingten Brustkrebserkrankungen wird erklärt durch reproduktive und hormonelle Faktoren. In Bezug auf Ernährungsfaktoren konnte nur für Frauen nach der Menopause ein Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Übergewicht bzw. für Alkoholkonsum (Key et al, 2003) belegt werden. Verschiedene größere prospektive Studien haben beobachtet, ob eine hohe Aufnahme von Obst und Gemüse mit einem reduzierten Risiko von Brustkrebs in Verbindung gebracht werden kann, aber insgesamt liegen die Ergebnisse nahe Null (Tabelle 1 in Key im Minireview: Fruit and vegetables and cancer risk, Key 2011 und Michels 2007). Die in der Women’s Health Initiative randomisierte Studie über eine Steigerung der Aufnahme von Obst und Gemüse mit durchschnittlich 1,1 Portionen mehr pro Tag, kombiniert mit zusätzlicher Steigerung der Getreideannahme und einer Verringerung des Fettkonsums bewirkte keine signifikante Veränderung in der Häufigkeit von Brustkrebs nach acht Jahren (Prentice et al, 2006). Im Minireview: Fruit and vegetables and cancer risk heißt es deswegen, es erscheine unwahrscheinlich, dass eine hohe Aufnahme von Obst und Gemüse im Allgemeinen einen bedeutsamen schützenden Effekt habe, es sei aber durchaus möglich, dass bestimmte Gemüse, die reich an Isoflavonen seien, insbesondere Sojabohnen, möglicherweise eine schützende Wirkung durch eine Verringerung der östrogenen Stimulation von Brust-Zellen hätten (Michels et al, 2007).

Quellen

Minireview: Fruit and vegetables and cancer risk, Timothy J. Key, Cancer Epidemiology Unit, Nuffield Department of Clinical Medicine, Oxford University, UK, British Journal of Cancer (2011) 104, 6 –11

Nutrition and breast cancer, Timothy J. Key, Nutrition and breast cancer. The Breast (2003) 12(6): 412–416

Michels KB, Diet and breast cancer: a review of the prospective observational studies. Cancer (2007) 109 (12 Suppl): 2712–2749

BCAG 15. Mai 2011 | Ernährung
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Kaffee und Brustkrebs

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Artikel >>> Kaffee schützt vor rezeptornegativem Brustkebs,  Nachrichten Deutsches Ärzteblatt v. 11.05.2011:

“Frauen, die viel Kaffee trinken, erkranken seltener an Brustkrebs. Die Assoziation war in einer Kohortenstudie aus Schweden in Breast Cancer Research 2011; 13: R49) auf rezeptor-negative Mamma­karzinome beschränkt. Die Ergebnisse konnten an einer deutschen Kohorte annähernd reproduziert werden.”

Außerdem heißt es dort:

“Danach erkranken postmenopausale Frauen, die mehr als 5 Becher (à 1,5 dl) Kaffee pro Tag konsumierten, zu 20 Prozent seltener an Brustkrebs als Frauen die im Durchschnitt einen Becher oder weniger trinken.”

Die deutsche MARIE-Studie, deren Ergebnisse u.a. auch Daten zur Gefährung durch Hormonersatztherapie und vorallem Zusammenhänge zu Umweltbelastungen und Brustkrebs untersucht hat, konnte die “Schutzwirkung durch Kaffee” ebenfalls zeigen.

Zum pdf der Studie (Coffee consumption modifies risk of estrogen-receptor negative breast cancer, erschienen in Breast Cancer Research 2011, 13:R49 doi:10.1186/bcr2879, Jingmei Li (Jingmei.Li@ki.se) et al.)

Weitere Quellen:

3. Elisabeth Rieping: Koffeinhaltiger Kaffee und Brustkrebs (Stand 03/2006)

2. Nkondjock, A. et al. (2006). Coffee consumption and breast cancer risk among BRCA1 and BRCA2 mutation carriers [pdf] Int J Cancer 118(1): 103-7.

“… Although there are several plausible biologic mechanisms whereby coffee consumption might influence the risk of breast cancer, epidemiologic evidence is limited. We assessed the association between coffee consumption and breast cancer risk among high-risk women who carry BRCA mutations. We performed a matched case-control analysis on 1,690 women with a BRCA1 or BRCA2 mutation from 40 centers in 4 countries. Average lifetime coffee consumption was estimated via a self-administered questionnaire. Odds ratios (ORs) and 95% confidence intervals (CIs) were estimated using conditional logistic regression. After adjustment for potential confounders, the ORs for breast cancer in BRCA carriers who habitually drank 0, 1-3, 4-5 and 6 or more cups of coffee were 1.00, 0.90 (95% CI 0.72-1.12), 0.75 (95% CI 0.47-1.19) and 0.31 (95% CI 0.13-0.71; p-trend = 0.02). The effect was limited to the consumption of caffeinated coffee. These results suggest that among women with BRCA gene mutation, coffee consumption is unlikely to be harmful and that high levels of consumption may in fact be related to reduced breast cancer risk.”

1. Phelps, H. M. and C. E. Phelps (1988).  Caffeine ingestion and breast cancer. A negative correlationCancer 61(5): 1051-4.

… The potential association of breast cancer and caffeine intake was examined using international aggregate data. Death rates from breast cancer were correlated with caffeine ingestion from tea and coffee sources in 44 countries. By using multiple regression analysis, the authors demonstrated that 85% of the international variation in breast cancer rates is associated with variations in fat intake. When this is accounted for, the partial correlation of breast cancer rates with caffeine intake is negative (and significant at P less than 0.05). When the data are weighted by populations in each country, the negative partial correlation of caffeine with breast cancer disappears, but the strong positive association with fat intake remains unchanged. Although there have been suggestions that caffeine exacerbates fibrocystic disease of the breast and may be a causal factor in breast cancer, data from this study do not support a positive association between caffeine intake and subsequent development of breast cancer.

 

 

BCAG 11. Mai 2011 | Ernährung
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Apigenin (Antiprogestin)

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“Das in Petersilie und Sellerie enthaltene Apigenin könnte in Zukunft noch therapeutische Relevanz erhalten, weil es die Tumorzellen in Mammakarzinomen vom Wachstum abhalten kann. Wie das Fachmagazin Cancer Prevention Research (doi: 10.1158/1940-6207.CAPR-10-0382) in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, konnten Forscher der University of Missouri die Wirkung der Pflanze nun an Ratten nachweisen.”

Quelle: Petersilie bremst Wachstum von Tumorzellen (Deutsches Ärzteblatt, Nachrichten, 20.05.2011)

“Der wichtige Stoff im Granatapfelsaft könnte das Apigenin sein, eine Art (Anti-)progestin sein, das auch in der Petersilie vorkommt, die deshalb anno Toback als Abtreibungsmittel beliebt war. Denn die Antiprogestinwirkung erkennt man an der Schwangerschaften unterbrechenden Wirkung.

Petersilie kann man billig auf dem Fensterbrett züchten.

Bei einer Untersuchung des Flavonoidkonusms von Gesunden und Eierstockkrebskranken zeigte sich von fünf untersuchten Flavonoiden nur für den Apigenin-Konsum eine Reduktion des Eierstockkrebsauftretens.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19117058?ordinalpos=7&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum

Bei Eierstockkrebs ist ein erhöhter Progesteronspiegel häufig. Aber nicht nur da.Apigenin, ob aus Granatapfelsaft oder aus Petersilie, könnte da nützen. Es wundert uns nicht.”

Quelle: Elisabeth Rieping / Granatapfel und Granatapfelsaft / 23.01.2009:

 

BCAG 10. Mai 2011 | Ernährung
Schlagwörter:

Gewicht und Brustkrebs

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Linkliste:

Kaiser-Permanente-Daten:

Ungünstig – Gewichtszunahme nach Brustkrebs (infoblog!)
Gewichtszunahme erhöht Brustkrebsrisiko (Dt. Ärzteblatt)

 

BCAG 4. Mai 2011 | Ernährung
Schlagwörter:

Phytoöstrogene, Soja, Ernährung und Brustkrebs (Quellensammlung)

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I. Brustkrebs durch Soja?

Artikel: “Auf die Gene kommt es an” | Prof. Dr. med. habil. Angela Brand Fachhochschule Bielefeld, Deutsches Zentrum für Public Health Genomics (DZPHG)

„Soja kann bei Frauen mit entsprechender Veranlagung eine Brustkrebs-Erkrankung im Anfangsstadium auslösen. Die Krebsforschung fand heraus: Schon kleinste Mengen wie ein Glas Sojamilch können ausreichen, um ein schlafendes Karzinom zu wecken“, sagt die Professorin für Sozialmedizin am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Bielefeld und Leiterin des „Deutschen Zentrums für Public Health Genomics“ (DZPHG) in Bielefeld. „Genetische Tests können helfen, verbesserte Vorhersagen über das individuelle Erkrankungsrisiko zu machen.“ … (Stand 01.08.2008, zur Quelle)

Soja: Soy-Cube II by Ian Honer, CC 2.0

Soja: Soy-Cube II by Ian Honer, CC 2.0

II. Soja bzw. Phytoöstrogene zur “Brustkrebsvorbeugung”?

Dissertation Verena Piller, 2006

Phytoöstrogene in der Ernährung und ihr Einfluss auf das Risiko für Brustkrebs (pdf) von Regina Verena Piller

Zitat aus der Zusammenfassung:

In asiatischen Ländern dagegen liegen die Inzidenzraten um ein Vielfaches niedriger. Dies könnte unter anderem an den unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten von westlichen und asiatischen Frauen liegen. Während die Sojabohne in der Ernährung der asiatischen Bevölkerung eine bedeutende Rolle spielt, ist sie in der westlichen Ernährung kaum vertreten. Soja enthält hohe Mengen an Phytoöstrogenen, für die potentiell positive gesundheitliche Wirkungen diskutiert werden. Phytöstrogene sind gerade im Zusammenhang mit sogenannten „hormonabhängigen“ Tumorerkrankungen, wie Brustkrebs, von besonderem Interesse, da sie in vitro sowohl östrogene als auch anti-östrogene Wirkungen zeigen.
Im Fokus der Phytoöstrogenforschung stehen Isoflavone, Lignane sowie Coumestane. Isoflavone sind in sehr hohen Konzentrationen in der Sojabohne und daraus hergestellten Lebensmitteln zu finden. Zudem sind sie auch in anderen Leguminosen in nennenswerten Konzentrationen enthalten. Die beiden Hauptvertreter sind Daidzein und Genistein. Darüber hinaus zählen auch Formononetin und Biochanin A zu den Isoflavonen. Für die Ernährung in Deutschland sind die Lignane von größerer Bedeutung, da sie in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, die auch hier in größeren Mengen verzehrt werden. Leinsamen enthält mit Abstand die höchsten Lignankonzentrationen. Matairesinol und Secoisolariciresinol
sind Vertreter der pflanzlichen Lignane, welche durch die Darmflora zu den Enterolignanen Enterolacton und Enterodiol metabolisiert werden. Coumestane spielen in der Humanernährung eher eine untergeordnete Rolle, da sie nur in wenigen Lebensmitteln, wie Sprossen, in höheren Mengen enthalten sind. … Der brustkrebsreduzierende Effekt einer hohen Zufuhr der Isoflavone Genistein und Daidzein ist nur bei östrogenrezeptorpositiven bzw. progesteronrezeptorpositiven Tumoren zu beobachten. Ist der
Hormonrezeptorstatus des Tumors negativ, kann kein Effekt festgestellt werden. Die Wirkung von Enterolignanen ist unabhängig vom Hormonrezeptorstatus des Tumors. … Zusammenfassend betrachtet konnte in der vorliegenden Arbeit die Phytoöstrogenversorgung Erwachsener in Bayern quantifiziert und die Lebensmittelquellen der  phytoöstrogenzufuhr identifiziert werden.
Im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie konnte gezeigt werden, dass sowohl ein hoher Konsum des Lignans Matairesinol und eine hohe berechnete Produktion von Enterolignanen als auch eine hohe Konzentration des Biomarkers Enterolacton im Plasma das Risiko für prämenopausalen Brustkrebs senken kann. Prämenopausale Frauen mit einem bestimmten CYP17-Genotyp können möglicherweise am stärksten von dem positiven Effekt der Enterolignane profitieren.

arznei-telegramm 2001

“Ein klinischer Nutzen von Phytoöstrogenen ist nicht belegt, ihre Anwendung bei Beschwerden in den Wechseljahren oder zur Prophylaxe von Osteoporose und kardiovaskulären Erkrankungen therapeutisch nicht zu begründen.” s. arznei-telegramm: Phytoöstrogene nach den Wechseljahren?

III. Hinweise zu Forschungsergebnissen bei Frauen mit Brustkrebs

arznei-telegramm 2001

“Bei Brustkrebs sind Phytoöstrogene möglicherweise riskant und daher kontraindiziert. Die Isoflavone Genistein und Daidzein fördern in vitro und in Tierversuchen das Tumorwachstum und beeinträchtigen die Wirksamkeit des Antiöstrogens Tamoxifen (NOLVADEX u.a.). Betroffenen Frauen ist von der Einnahme dringend abzuraten.” s. arznei-telegramm: Phytoöstrogene nach den Wechseljahren?

Einfluss von Soja auf Brustkrebswachstum, 2004

Genistein – das vor allem in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten ist – hat möglicherweise einen negativen Effekt und könnte das Wachstum von Brustkrebszellen fördern, während natürliche Sojaprodukte aus bisher nicht geklärten Gründen möglicherweise durch andere bioaktive Komponenten einen schützenden Einfluss haben könnten, die die negativen Eigenschaften von Genistein reduzieren. (Allred C.Carcinogenesis (2004) 25 (9):1649-1657.doi: 10.1093/carcin/bgh1789

Einfluss von Soja als Nahrungsmittel bei Brustkrebs (Shanghai Breast Cancer Study, “Follow up” 2005)

Der Einfluss von Soja wurde an einer Kohorte von 1459 Frauen mit Brustkrebs aus der Shanghai Breast Cancer Study untersucht, die zwischen 1996 und 1998 in die Studie aufgenommen wurden. Die Aufnahme von Soja als Nahrungsmittel wurde mit einem Fragebogen abgefragt und über einen Zeitrum von durchschnittlich 5,2 Jahren nachbeobachtet. Es konnte kein Zusammenhang hergestellt werden zwischen früherem Sojakonsum und Brustkrebsüberleben. Auch ein nachteiliger Effekt der Aufnahme von Soja nach der Brustkrebsdiagnose konnte nicht nachgewiesen werden. Quelle: Boyapati, Sonia M. et al. Soyfood intake and breast cancer survival: a followup of the Shanghai Breast Cancer Study, Breast Cancer Research and Treatment, 2005-07-01, ISSN 0167-6806, Vol. 92, 1.Url: http://dx.doi.org/10.1007/s10549-004-6019-9, Doi: 10.1007/s10549-004-6019-9

IV. Mehr zu Soja

Phytoöstrogene, Soja und Brustkrebs: Literaturliste mit vielen weiteren wichtigen Quellen – z.B. arznei-telegramm – zum Einstieg in das Thema
Immer wieder Soja oder Was macht eigentlich Susan Love Teil 8

Soja und Gentechnik

Fakten und Hintergrundwissen zu Gentech-Soja (greenpeace)
Gv-Soja überall (GeN – Gen-ethisches Netzwerk)

BCAG 26. April 2011 | Ernährung
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