Siddhartha Mukherjee (Jg. 1970) ist ein in New Delhi / Indien geborener amerikanischer Arzt, Wissenschaftler und Schriftsteller. Sein Buch “Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie” (The Emperor of all Maladies) erschien 2012 bei Dumont auch in einer deutschsprachigen Ausgabe.
Mukherjee besuchte eine christlich-englische Schule in Indien und Universitäten wie Stanford, Oxford und Harvard. E ist Assistent (Assistant Prof.) am Medicine (Oncology) Department der Columbia Universität in New York City. Er ist außerdem Mitarbeiter des Ärzteteams am Columbia University Medical Center. Die englische Ausgabe „The Emperor of All Maladies: A Biography of Cancer“ gewann 2011 den Pulitzer Preis für das beste Sachbuch. Mukherjee dankt in seinem Buch seiner Frau Sarah Sze, einer bildenden Künstlerin aus New York, und seinen beiden Töchtern, für die das Buch „ein rivalisierendes Geschwisterkind“ gewesen sei, sowie ungezählten WissenschaftlerInnen und BuchautorInnen, die mit ihrer Mitarbeit, Korrekturen und Vorarbeiten Anteil an „Emperor of all Maladies“ hatten.
Reise der Irrwege – Siddhartha Mukherjees König aller Krankheiten: Krebs – eine Biografie (ressourcen, 04/2012)
Videobericht zum Buch bei ttt (19.02.2012)
Sharon Batt (BA Hons (Psychologie), Carleton Univ., 1967 MA (Psychologie), Univ. of British Columbia, 1970, PhD interdisziplinär, Dalhousie Univ. 2012) ist eine kanadische Gesundheitswissenschaftlerin und Psychologin, Publizistin und Mitbegründerin von Breast Cancer Action Montreal, deren Präsidentin sie zeitweise war.
Batt war u.a. Herausgeberin des Verbrauchermagazins “Protect yourself”. In den 1970er Jahren war sie Begründerin und Herausgeberin der ersten feministischen kanadischen Frauenzeitschrift “Branching out” und zugleich stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung kanadischer Zeitschriftenverleger (Canadian Periodical Publisher’s Association). 1998 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Sie war überrascht hinsichtlich der Unsichtbarkeit der Krankheit in der Gesellschaft und begann, die Konsequenzen dieser Abwesenheit zu erforschen.
Sharon Batt ist Autorin des Buchs Patient No More: The Politics of Breast Cancer. Sie setzt sich darin kritisch mit Früherkennung, Chirurgie, Strahlentherapie, Chemotherapie, Alternativmedizin, Genetik und Prävention auseinander. Sharon Batt ist eine der weltweit bedeutendsten Wissenschaftlerinnen, die sich mit dem Themenkomplex Interessenkonflikte, Pharmaindustrie und Brustkrebs aus der Perspektive von Frauen befassen.
In ihrer Habilitationsschrift (PhD Thesis) vom Februar 2012 mit dem Titel From Grass Roots to Pharma Partnerships: Breast Cancer Advocacy in Canada (Von der Selbsthilfe zu Pharmapartnerschaften: Brustkrebs-Interessenvertretung in Kanada) hat Batt die Arbeitsweise von Brustkrebsorganisationen in Kanada untersucht hat.
Von der Selbsthilfe zu Pharmapartnerschaften untersucht die Entwicklungen der letzten 20 Jahre, die Bündnisse zwischen Brustkrebs-Basisgruppen in Kanada und der pharmazeutischen Industrie, ihre Auswirkungen auf die pharmazeutische Industrie sowie ihre Auswirkungen auf die Pharmapolitik.
Die Bündnisse zwischen Patientinnengruppen und Pharmaindustrie hätten die kritische Interessenvertretung, ihren Inhalt und Stil in einer Weise verändert, die sie zur Unterstützung der politischen Ziele der Pharmaindustrie hin entwickelt.
Das Spektrum der Brustkrebsorganisationen umfasse unterschiedliche Reaktionen von der völligen Ablehnung von Mitteln aus der Pharmaindustrie bis hin zu Lobliedern auf die Pharmaindustrie und der vollständigen Finanzierung durch Pharmamittel. Im Mittelfeld befinde sich die „pragmatische Ambivalenz“.
Batt beschreibt auch die Merkmale der Verschiebungen in der kanadischen Politiklandschaft, die sich sukzessive durch neoliberale Politikstrategien verändert hat, die auch den Charakter des Patienten beeinflusse. Das kanadische System habe sich nach Batt in den vergangenen 30 Jahren schlecht an die Dilemmata angepasst, die durch die neue Generation teurer Krebsmedikamente entstanden seien. Das System der Kostenkontrolle, Medikamentenzulassungen und die Ansprüche an wahrheitsgemäße Informationen zu Medikamenten habe sich verschlechtert. Die Verschlechterung traditioneller Förderung der kritischen Interessenvertretung habe die Kraft des zivilgesellschaftlichen Sektors untergraben. In Kanada haben sich Selbsthilfegruppen zu Brustkrebs allmählich zu einem nationalen Netzwerk – eine nationale „Engagementstrategie“ wird auch in Deutschland forciert – zusammengeschlossen, in dem sich viele auf die Unterstützung der pharmazeutischen Industrie verlassen würden.
Eine Reihe von Fallstudien zeige, wie Gruppen, die von der pharmazeutischen Industrie finanziert werden, zu subtilen Fehlinterpretationen des Wissensstandes bei den neuen Krebsmedikamenten kämen. Die Ergebnisse legten nahe, dass diese Gruppen das Potential böten, wichtiges Wissen aus der Nutzerinnenperspektive zum Verständnis von Medikamenten und Pharmapolitik beizutragen. Um dies sicherzustellen, benötigten diese Gruppen industrieunabhängige Finanzierungsquellen, die schmerzlich vermisst würden.
Politische Ansätze seien notwendig, um zu verhindern, dass diese Patientinnengruppen zu Chearleadern für neue Medikamente, deren Wirkungsweisen weiterhin weitgehend unerforscht seien, oder unwissentlich zu Partnerinnen in einer breiteren Konzernstrategie würden, die für die Zulassung neuer Industrieprodukte entwickelt worden sei, um sie aus Versicherungsleistungen zu finanzieren.
Social Disease – Krankheit der Gesellschaft: Übersetzung von Sharon Batts Rezension Breast Cancer: Society shapes an Epidemic“ [Brustkrebs: Wie die Gesellschaft eine Epidemie prägt] hrsg. von Anne S. Kasper und Susan Ferguson (2001)
Den Fluss der Medikamente in unser Trinkwasser stoppen: Was wir tun können – Über Sharon Batts Arbeit zu Medikamenten, die im Trinkwasser landen (2003, 2005)
Patient No More: The Politics of Breast Cancer. Charlottetown, PEI: Gynergy Books, 1994. UK: Scarlett Press, 1994. Australien, Neusseeland: Spinifex, 1996.
Beyond Early Detection: A New Look at Breast Cancer. Montreal, QC: DES Action Canada, 1996. À bout de patience: les enjeux de la lutte au cancer du sein. French translation. Montreal: Rémue-menage, 1998.
Marching to Different Drummers (pdf): Health Advocacy Groups in Canada and Funding from the Pharmaceutical Industry by Sharon Batt. Women and Health Protection, January, 2005. Auch erschienen in The Push to Prescribe (mit Link zu einem Webinar u.a. mit Sharon Batt)
Patients’ Groups, Pharmaceutical Company Partnerships and the Negotiated Meanings of “What Patients Need” in Canada (pdf). Tagungsbeitrag für Health Politics in an Interconnected World: The 13th Berlin Roundtables on Transnationality. Irmgard Coninx Foundation, Social Science Research Center Berlin and Humboldt-Universität Berlin, 1. – 5. Dez. 2010
Finalist, QSPELL – Best Non-Fiction Book in English by a Quebec Writer for Patient No More, 1995.
Laura Jamieson Award – Best Feminist Book Published in Canada in 1994 for Patient No More, 1995.
National Media Awards Competition fo Excellence in Health Reporting for The Cancer Personality, 1991.
Major Armstrong Award for excellence in Broadcasting for The Cancer Personality, 1991.
“Rational Therapy for Breast Cancer: Individualized Treatment for Difficult-to-Treat Breast Cancer Subtypes” ist ein biomedizinisch ausgerichtetes Forschungsprojekt, dass von der Europäischen Kommission im Rahmen des European Commission’s 7th Framework Programme of Research and Development aus Steuermitteln finanziert wird.
Koordinator: Liam Gallagher, Gründer der Fa. Oncomark (2007), spezialisiert auf die Entwicklung von Biomarkern
Projectnummer: 258967
Förderung: € 5,995,786
Projektwebsite: http://www.ratherproject.com/
Jüngsten Forschungen zufolge gäbe es mindestens fünf Unterarten von Brustkrebs, die unterschiedliche Therapien erfordern, schreibt die Europäische Kommission zu diesem Projekt auf ihrer Webseite. Neben verschiedenen Universitäten sind auch die Firmen Agendia und Oncomark Partner in diesem Projekt.
Untersucht werden in diesem Projekt
Weiter schrieb die Europäische Kommission in ihren Nachrichten vom 27.10.2011: “Die Projetkpartner arbeiten zudem eng mit dem Europäischen Bioinformatik-Institut durch ihre gemeinsame Beteiligung an EUROCANPLATFORM zusammen, einem von der EU im Rahmen von RP7 mit 12 Millionen EUR finanzierten Projekt. Dessen allgemeine Zielsetzung ist die Optimierung aller Bereiche der europäischen Krebsforschung – von der Grundlagenforschung bis zu vorklinischen und klinischen Test. Durch die Teilnahme an EUROCANPLATFORM ist gewährleistet, dass die RATHER-Datenbank der europäischen Wissenschaftsgemeinschaft in den kommenden Jahren als Ressource zur Verfügung stehen wird.”
Noch relativ neu ist die Beteiligung privater Unternehmen in der staatlich bzw. europäisch geförderten Forschung zu Krankheiten, auf die Produktentwicklungen aufgesetzt werden, bei in der Regel hohen Gewinnerwartungen.
Neues EU-finanziertes Forschungsprojekt zu spezifischen Formen von Brustkrebs auf gutem Weg
Europa stärkt grenzübergreifende Krebsforschung