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Brustkrebs heilen ist gut – vermeiden ist besser

Brustkrebs und Umwelteinflüsse: 2. Auflage

Gemeinsame  Pressemeldung

Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF)

WECF Germany – Women in Europe for a Common Future e.V.

„Brustkrebs und Umwelteinflüsse“, die aktualisierte Broschüre zu vermeidbaren Umweltrisiken, ist gerade bei den beiden Frauenorganisationen Women in Europe for a Common Future e.V. (WECF) und dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) neu erschienen.

Die Zahl der Brustkrebsneuerkrankungen ist in der letzten Dekade deutlich angestiegen und liegt nach Schätzungen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland bei knapp 72.000. Brustkrebs und andere Krebserkrankungen steigen weltweit an. Die Entstehungsmuster der Krankheit sind durch bekannte Risikofaktoren nicht vollständig zu erklären.
Der Fokus in Wissenschaft und Gesellschaft liegt praktisch ausschließlich auf Diagnose und Therapie. Aus dem Blick fallen immer noch die Ursachen und viele Gesundheitsgefährdungen, die in Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs gebracht werden. Viele davon könnten vermieden werden. Kritische neue Ursachen von Krebs werden international mehr und mehr erkannt und reichen von modernen Ernährungsformen, Zusatzstoffen und Medikamenten bis hin zu Haushaltschemikalien, Kosmetika und Pestizidrückständen im Essen, in der Landwirtschaft oder beim Einsatz im eigenen Garten.

Die Diskussion um die Vermeidung von unnötigen und gefährlichen Risiken durch Krebs auslösende Stoffe in der Umwelt wird bisher kaum geführt. Viele Gefährdungen werden von Frauen selbst nicht wahrgenommen. Es fehlt auch Information über die unsichtbare Kontamination.

Eine bessere Vermeidung von Krebs kann nicht allein durch individuelle Verhaltensänderungen erreicht werden. So fordert die Ärztin Prof. Dr. Annie J. Sasco, die langjährig in leitender Funktion für die WHO und die International Agency for Research on Cancer (IARC) an Strategien zur Krebsvermeidung gearbeitet hat und heute am französischen Nationalinstitut für Gesundheit und medizinische Recherche (INSERM) arbeitet, die Schaffung von Forschungszentren für Umwelt-Onkologie.

So weit sind wir in Deutschland noch nicht. Mit der Broschüre „Brustkrebs und Umwelteinflüsse“, die am vergangenen Mittwoch im Netzwerk Frauengesundheit Berlin vorgestellt wurde, erinnern WECF und AKF an die ausstehende Diskussion und stellen erneut Informationen zum Einstieg in das Thema bereit.

Die Broschüre kann für 2 Euro plus Porto bei beiden Organisationen bestellt werden.

Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.
Sigmaringer Str. 1
D-10731 Berlin
Tel. 030 – 863 933 – 16
Fax 030 – 863 934 – 73
www.akf-info.de

&

WECF Germany
Women in Europe for a Common Future
Sankt-Jacobs-Platz 10
D-80331 München
Tel. 089 – 23 23 938 – 0
Fax 030 – 23 23 938 – 11
www.wecf.eu

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Brustkrebs und Umwelteinflüsse (Download als pdf)

 

Rubrik chemikalien, ernährung, gene, gesundheitspolitik, grundsätzliches, kinder, kosmetika, krebsvermeidung, nichtraucherinnenschutz, rauchen, schwangerschaft, strahlenschutz, strahlenschutz, umweltöstrogene, umweltverschmutzung, unser körper - unser leben, ursachenforschung


Zusammenhänge zwischen Cadmium und dem Wachstum von Brustkrebszellen

Cadmium-haltige Keramik-Tasse, Abbildung Hannes Reich, CC BY-SA 2.0

Cadmium-haltige Keramik-Tasse

Dr. med. Maggie Louie unterrichtet organische Chemie, Biochemie und Molekulare Biotechnologie an der Dominician University in Kalifornien, USA. Ihre derzeitigen Forschungsarbeiten befassen sich mit dem Verständnis der Entwicklung und dem Fortschreiten von hormonabhängigem Brustkrebs. In ihrer aktuellen Arbeit konnte sie jetzt zeigen, dass Brustkrebszellen immer aggressiver werden, je länger sie geringen Dosen von Cadmium, einem Schwermetall, ausgesetzt sind. Cadmium ist erst seit Dezember 2011 wegen seiner erheblichen Toxizität (Giftigkeit) in der EU in Schmuck (!) verboten. In älteren Silberlegierungen und in Sterling-Silber kann es ebenso enthalten sein, wie in rot-grünen Gold-Cadmium-Legierungen. Cadmium wird weit verwendet in Rostschutzmitteln und Farben, Kunststoffen und Batterien („Nickel-Cadmium-Akkus“). Cadmium wurde z.B. auch nachgewiesen in Wimperntusche[1]. In Kosmetika ist Cadmium in Deutschland prinzipiell verboten, doch Billigprodukte aus aller Welt werden nicht darauf geprüft, und zumindest in den USA sollen kleine Mengen von Cadmium sehr häufig in Kosmetika enthalten sein. Auch wer raucht, nimmt mit dem Rauch Cadmium auf.

Kleine Cadmium-Mengen machen Brustkrebszellen aggressiver

Maggie Louies neue Forschungsergebnisse (die Arbeiten wurden finanziert durch das NIH) belegen, dass kleine Cadmium-Mengen mit dafür verantwortlich gemacht werden können, wenn Brustkrebszellen immer aggressiver werden. Die Ergebnisse wurden auf der Konferenz für Experimentelle Biologie am 23. April 2012 in San Diego vorgestellt. Das normale Wachstum von Brustdrüsenzellen wird beeinflusst durch Östrogen. Östrogen wiederum beeinflusst den Östrogenrezeptor. Schwermetalle wie Cadmium imitieren im menschlichen Körper Östrogen. Sie wirken als endokrine Disruptoren (hormonelle Schadstoffe), die die normalen hormonabhängigen Wirkungen auf die Zelle stören.

Selbst geringfügige Langzeitkontaminationen sind problematisch

Es gibt bereits andere Studien, die die Zusammenhänge zwischen Cadmium-Kontamination und der Aktivierung des Östrogenrezeptors gezeigt haben. Die Studie von Maggie Louie befasst sich dagegen mit Langzeitkontaminationen und Brustkrebs. Louie erklärt in einer Meldung auf der Webseite der Dominician University,[2] dass es wichtig sei, die Langzeiteffekte zu verstehen, denn die meisten Menschen kämen, außer wenn sie in der Landwirtschaft arbeiteten, nicht mit großen Mengen von Schwermetallen in Berührung. Eine erste Studie von Louie zeigte bereits, dass eine akute Kontamination mit Cadmium das Wachstum von Brustkrebszellen anregt und die Östrogenrezeptor-regulierte Genexpression aktiviert[3].

Cadmium in Wasserfarben

Es ist (fast) überall …

Unglücklicherweise sei Cadmium weit verbreitet, in der Nahrung, im Wasser, in Kosmetika und in der Luft, erklärte Louie weiter. Bei der Rolle von Cadmium und den Einflüssen auf das Fortschreiten von Brustkrebs sei es besonders wichtig zu verstehen, wie dieses Fortschreiten verhindert werden könne. Viele Menschen kämen täglich mit geringen Mengen von Cadmium in der Umwelt in Berührung, und die Forschungsergebnisse zeigten, das selbst diese geringen Konzentrationen das Krebswachstum anregen könnten. Cadmium gelange über die Aufnahme von kontaminierter Nahrung oder Wasser bzw. über den Zigarettenrauch in den Körper. Louies Untersuchungen haben gezeigt, dass geringe Mengen Cadmium die malignen Eigenschaften (Bösartigkeit) von Brustkrebszellen fördert. Die vorläufigen Ergebnisse zeigten anhand bestimmter Proteine, wie SDF-1, die für „Invasion“ (Einwachsen in andere Gewebe) bzw. für die Migration, also die Fähigkeit zur Metastasierung der Brustkrebszellen, verantwortlich sind, bereits bei geringen Cadmium-Mengen einen Anstieg.

Weitere Untersuchungen zu Schwermetallen und Cadmium sind notwendig, um ihre Rolle bei der „Karzinogenese“ noch besser zu verstehen.

[Text: G. Kemper]

Quellen

  1. s. z.B. Lead in lipstick, arsenic in eyeliner and cadmium in mascara: The ugly secrets that the beauty industry isn’t telling you, Daisy Dumas, 21.02.2012 in Daily Mail
  2. Research finds cadmium link to breast cancer, Abruf 01.05.2012
  3. Die Ergebnisse sind bereits 2010 in Molecular Endocrinology veröffentlicht.

Bildnachweise:
“Yum, Cadmium” (Lecker, Cadmium) – Cadmium-haltige Keramik-Tasse, Abbildung Hannes Reich, CC BY-SA 2.0 und Night owl City, CC BY-NC-SA 2.0

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Schutz vor gefährlichen Giftstoffen und Chemikalien: Kleine Anfrage zu REACH

Die kleine Anfrage „Weiterentwicklung der REACH-Verordnung“ der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wendet sich mit wichtigen Fragen zu VerbraucherInnenschutz und Produktsicherheit an die Bundesregierung. Sie betrifft auch die ursächlich für die Entstehung von Brustkrebs relevanten sogenannten endokrinen Disruptoren, deren Rolle für die menschliche Gesundheit immer existenzieller wird.

Gesundheitliche Folgen nicht ausgeschlossen - Gefährliche Chemikalien in Kosmetika und "Düften"

Gesundheitliche Folgen nicht ausgeschlossen - Gefährliche Chemikalien in Kosmetika und "Düften"

Ressourcen im Umweltbundesamt

Die Grüne Fraktion fragt in ihrer Kleinen Anfrage 17/9259, ob es im Umweltbundesamt genügend personelle und finanzielle Ressourcen für die im Zusammenhang mit der europäischen Chemikalienverordnung REACH anfallenden Aufgaben gibt, um diese in höchster Qualität auszuführen.

Besonders besorgniserregende Stoffe

Gefragt wird auch nach den besonders besorgniserregenden Stoffen (sog. SVHC-Stoffe) bzw. welche dieser Stoffe aus Deutschland vorgeschlagen werden (s. Fragen 8 und 9) und nach Erkenntnissen zu den globalen Schadstoffkreisläufen (Frage 15).

Brustkrebs, Unfruchtbarkeit

Frage 19 befasst sich mit der Berücksichtigung von Kombinationseffekten verschiedener Chemikalien, dazu gibt es bereits die Kleine Anfrage 17/7162 (Frage 22). Wichtig im Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs sind wiederum Phthalate, die zugleich auch reprotoxisch eingestuft sind – sie können bei Aufnahme in den Körper zu Unfruchtbarkeit führen und Krebserkrankungen wie Brustkrebs begünstigen (s. Frage 20). Frage 21 befasst sich mit „Pflanzenschutzmitteln“ (ein geschönter Begriff; Pestizide sind Gifte, die schwere und schwerste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können, wenn es zu Kontaminationen kommt). Die Anfrage will die konkrete Position der Bundesregierung dazu hören.

VerbraucherInnen-Informationen fehlen

Außerdem wird danach gefragt, ob es geplant ist, auch in Deutschland eine Online-Produktdatenbank für VerbraucherInnen anzubieten, wie sie in den USA bereits verfügbar ist. Die amerikanische Produktdatenbank des Nationalen Gesundheitsinstituts National Institutes of Health, Abteilung Health and  Human Services, betreibt die Household Products Database, die sich u.a. mit Haushaltschemikalien wie z.B. Putzmitteln, aber auch mit Kosmetika, Gartenchemikalien, Bastelbedarf, Bürochemikalien wie Tonern, Schreibgeräten und anderen wie Tippex oder Tintenkillern befasst.

Ungefährliche Ersatzstoffe sind eine Lösung

Warum gibt es das alles in unserem an Gesetzen reichen Lande eigentlich nicht? Wo schlafen die Verantwortlichen und wer hält sie von derartig wichtigen Aufgaben ab? Die Stärkung von Gesundheit als Menschenrecht erscheint dringend geboten. Der Austausch gefährlicher Stoffe, die „Substitution risikoreicher Chemikalien“ ist möglich (Frage 31), sollte also nicht nur angefragt, sondern zügig vorangetrieben werden.

Bildnachweis: Probensammlung von frie.Mo, Creative Commons 2.0

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Gestörte Weiblichkeit – Endokrine Disruptoren, das weibliche Fortpflanzungssystem und Brustkrebs

Kleine Anfrage Weiterentwicklung der REACH-Verordnung – Position der Bundesregierung in der europäischen Debatte (Drucksache 17/9259, pdf)

Keine tolerierbare Minimaldosis für hormonell wirksame Schadstoffe (Bericht von der Chemsec-Tagung 2011)

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Licht als Risikofaktor für Brustkrebs

 

Zusammenfassung: Der Wissenschaftliche Ausschuss für neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken der Europäischen Kommission (SCENIHR) hat Beleuchtung als Faktor der potentiellen Störung des Biorhythmus’ und Risiko für Brustkrebs beschrieben.

Ist "Lichtverschmutzung" ein Risikofaktor für Brustkrebs? Ein Ausschuss der Europäischen Kommission hat sich jetzt des Themas angenommen

Ist "Lichtverschmutzung" ein Risikofaktor für Brustkrebs? Ein Ausschuss der Europäischen Kommission hat sich mit dem Thema befasst. Doch relative Zahlen fehlen darin.

Erhöhte Risiken für Störungen des Biorhythmus’ wurden gesehen

  • für Nachtschicht-Arbeiterinnen,
  • für Flugbegleiterinnen, die potentiell sowohl unter Jetlag als auch Nachtschicht-Arbeit leiden,
  • bei Raumbeleuchtung bei Nacht im Schlafzimmer und
  • bei hohem öffentlichem Lichtpegel z.B. in Städten.

Verminderte Risiken wurden dagegen beschrieben bei

  • blinden Frauen,
  • langer Schlafdauer und
  • Menschen, die in der Arktis mit langen Wintern ohne oder mit nur wenig Licht leben.

Da die Beleuchtung in vorhandenen epidemiologischen Studien nur indirekt gemessen wird, könnten lt. der vorliegenden Arbeit andere Faktoren als Licht jedoch zumindest teilweise am beobachteten Brustkrebsrisiko beteiligt sein.

Bericht der EU-Kommission

zusammengestellt von Beate Schmidt

Das Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR) der Europäischen Kommission hat am 19.03.2012 einen ausführlichen Bericht zum Thema gesundheitliche Auswirkungen von künstlichem Licht (Health Effects of Artificial Light) verabschiedet. Dieser wissenschaftliche Ausschuss befasst sich mit Fragen zu neu auftretenden und neu identifizierten Gesundheits- und Umweltrisiken, Verbraucherschutz und öffentlicher Gesundheit. Deutsches Mitglied des Komitees ist Prof. Dr. Klaus Schulze-Osthoff vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen, wo er sich mit Molekularer Medizin, Zelltod und Altersforschung befasst. Der vorliegende Bericht wurde von einer SCENIHR-Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Prof. Dr. Mats-Olof Mattsson vom österreichischen AIT Austrian Institute of Technology verfasst. Mitgewirkt haben insgesamt elf Experten aus Österreich, Schweiz, Bulgarien, Frankreich, Niederlande, UK, Dänemark und Deutschland (Dr. Dieter Kunz, St. Hedwig-Hospital, Charité Berlin).

Künstliches Licht und Einfluss auf die Gesundheit

Bereits in Abschnitt A des Abstracts zur Frage des wissenschaftlichen Nachweises für Einflüsse des künstlichen Lichts auf die Gesundheit der Bevölkerung wird auf mögliche Risiken von künstlichem Licht hingewiesen: “Die Lichteinwirkung bei Nacht kann (unabhängig von der Beleuchtungs- / Lichttechnik[1]) im Wachzustand (z.B. bei Schichtarbeit) mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Zusammenhang stehen und ferner Schlaf-, Magen-Darm-, Stimmungs- sowie Herz-Kreislauf-Störungen verursachen.”[2]

In der Zusammenfassung werden die Auswirkungen noch deutlicher formuliert: “Neben den positiven Wirkungen des Lichts z.B. durch die Synchronisierung des Tag-Nacht-Rhythmus’ gibt es zunehmende Hinweise darauf, dass die nächtliche Bestrahlung mit Licht während der Wachphase (insbesondere während der Schichtarbeit) mit einem gestiegenen Brustkrebsrisiko in Zusammenhang steht und ferner Schlaf-, Magen-Darm-, Stimmungs- sowie Herz-Kreislauf-Störungen verursacht, möglicherweise durch die Unterbrechung des Biorhythmus’. Wichtig ist, dass diese Wirkungen mit Licht in Zusammenhang stehen, ohne speziellen Bezug auf eine bestimmte Lichttechnik.”[3]

Beeinflusst Licht mit starkem Blauanteil den Biorhythmus?

Im Abschnitt “Background” ist auf S. 14 zu lesen, dass einige Presseveröffentlichungen behaupteten, dass künstliches Licht mit einem starken Blauanteil den Biorhythmus und das Hormonsystem des Menschen beeinflussen und zu Krankheiten von Schlafstörungen, Störungen des Immunsystems, Makula-Degeneration, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Osteoporose bis zu Brustkrebs führen könnten. Einige Vergleiche von Licht aus unterschiedlichen künstlichen Lichtquellen behaupten lt. vorliegender Arbeit weitere gesundheitliche Nachteile bezüglich fluoreszierender Lampen im Vergleich mit Glühlampen. Es müsse daher eine breite Palette von Beleuchtungstechnologien in Bezug auf ihre potentiellen Gesundheitsgefahren hin untersucht werden. Genannt werden alle elektrischen Beleuchtungstechniken inklusive konventioneller Glüh- und Halogenlampen, Halogenlampen mit verbesserter Effizienz, einfach (kompakt) und doppelt gekapselte fluoreszierende Lampen, Hochdruckentladungslampen (HID-Lampen) und lumineszenzemittierende Diodenlampen (LED-Lampen). Die volle Bandbreite der möglichen Lampenlichtströme Lampenspannungen (Netzspannung, Kleinspannung und andere niedrige Stromspannungen) sollten in dieser Untersuchung bei jeder Lampentechnik analysiert werden und es sollten, sofern angezeigt, gesonderte Schlussfolgerungen für die verschiedenen Volt- / Lichtstrom-Kategorien gezogen werden.

Störungen des Biorhythmus’ beeinflussen die menschliche Gesundheit maßgeblich

Die Arbeitsgruppe kam zu dem Ergebnis, dass Störungen in Bezug auf den fundamentalen Biorhythmus einschließlich der Kommunikation zwischen verschiedenen Zelltypen das Potential haben, die menschliche Gesundheit maßgeblich zu beeinflussen. Es liege nahe, dass Störungen des Biorhythmus’ einschließlich der Senkung des Melatoninspiegels eine wichtige Rolle bei der Entwicklung chronischer Krankheiten und Zustände wie Krebs (Brust, Prostata, Endometrium, Eierstock, Dickdarm, Haut und Melanome, Non-Hodgkin-Lymphome), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fortpflanzung, Endometriose, Magen-Darm- und Verdauungsprobleme, Diabetes, Adipositas, Depression, Schlafentzug und kognitiven Beeinträchtigungen spielen könnten. Es sei jedoch schwierig, die Auswirkungen zeitlich unpassender Lichteinwirkung und [daraus resultierender] langfristige Gesundheitsfolgen direkt zu erforschen, da alle Menschen in der Zeit zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen in unterschiedlichem Maße künstlichem Licht ausgesetzt seien. Daher könnten, so der Bericht des SCENIHR, epidemiologische Studien diese Theorie hauptsächlich indirekt stützen. Demzufolge wurde in Bezug auf Brustkrebs bei vier von fünf prospektiven Kohortenstudien beobachtet, dass Frauen mit der niedrigsten Konzentration des wichtigsten Melatonin-Metaboliten Sulfatoxymelatonin das höchste Risiko hatten.

Ergebnisse im Einzelnen

Weiterhin fanden die Wissenschaftler der EU relativ übereinstimmende Unterstützung für diese Theorie in anderen, sehr unterschiedlichen Aspekten der Beleuchtung und potentiellen Störung des Biorhythmus’:

1. erhöhtes Risiko bei Nachtschicht-ArbeiterInnen und

2. FlugbegleiterInnen, die potentiell sowohl unter Jetlag als auch Nachtschicht-Arbeit leiden;

3. vermindertes Risiko bei blinden Frauen und

4. bei langer Schlafdauer;

5. erhöhtes Risiko durch Raumbeleuchtung bei Nacht im Schlafzimmer und

6. hohen öffentlichen Lichtpegel z.B. in Städten;

7. vermindertes Risiko für Personen, die in der Arktis mit langen Wintern ohne oder mit nur wenig Licht leben.

Da die Beleuchtung in vorhandenen epidemiologischen Studien nur indirekt gemessen werde, könnten andere Faktoren als Licht jedoch zumindest teilweise am beobachteten Brustkrebsrisiko beteiligt sein.

Nachtschicht, Schichtarbeit, Melatonin-Spiegel

Der umfassendste Beweis für einen Zusammenhang zwischen Störungen des Biorhythmus’ und Krankheit wurde für Brustkrebs nach Angaben der Wissenschaftler bei Nachtschicht-Arbeiterinnen gefunden. Nachtschicht-Arbeit über mehrere Jahre beträfe ca. 10 – 20% der Erwerbstätigen in der EU und sei die extremste Quelle zeitlich unpassender Lichteinwirkung und dadurch gleichzeitig der Verminderung der Melatonin-Produktion, von Schlafentzug und Biorhythmus-Störungen. Eine von der IARC[4] im Oktober 2007 einberufene Expertengruppe kam zu dem Schluss, dass “Schichtarbeit mit Störungen des Biorhythmus’ für Menschen vermutlich krebserregend ist”. In einer jüngeren Meta-Analyse, die auf acht veröffentlichten Studien zu Schichtarbeit und dem Brustkrebsrisiko von Frauen basiert, wurde nach Angaben den SCENIHR ein signifikant erhöhtes Risiko von 40% gefunden. Nach Bewertung durch die IARC gaben drei Studien zu Schichtarbeit und Brustkrebs weitere Unterstützung für die Licht-bei-Nacht-Hypothese, eine Studie tat dies nicht. Kürzlich wurden weitere drei Studien zu Brustkrebsrisiko und nicht mit dem Beruf in Zusammenhang stehendem nächtlichem Licht zu Hause veröffentlicht. Dabei wurden lt. vorliegendem Bericht signifikante Zusammenhänge für diejenigen Frauen gefunden, die während der Nachtzeit, zu der der Melatoninspiegel normalerweise am höchsten ist, nicht schliefen oder die nachts öfter das Licht anschalteten. Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko stand auch in Beziehung zu stärkerer Beleuchtung im Schlafzimmer. Diese Studienergebnisse beruhten allerdings auf Berichten von Frauen, so dass lt. Verfassern Verfälschungen durch falsche Erinnerung möglich sind. – Aufgrund der häufigen Beleuchtung zur unpassenden Zeit bestehe dringender Bedarf an weiterer multidisziplinärer Forschung zu nächtlichem Licht in Beruf und Umwelt und dem Risiko für bestimmte Erkrankungen.

“Moderate” Beweislage

Die Arbeitsgruppe kommt in Bezug auf Brustkrebs zu dem Schluss, dass das Gesamtgewicht der Beweise moderat sei, dass Beleuchtung zur falschen Zeit (Licht bei Nacht gemessen anhand von Nachtschichtarbeit) möglicherweise durch die Unterdrückung von Melatonin und die Störungen den Biorhythmus’ das Brustkrebsrisiko erhöhen könne.[5] Wichtig zu wissen sei, dass diese Wirkung direkt oder indirekt auf dem Licht selbst beruhe, ohne besondere Beziehung zu der Beleuchtungs- / Lichttechnik.[6]

Relative Zahlenangaben fehlen

Im Bericht finden sich nur relative Zahlenangaben zum festgestellten Brustkrebsrisiko, die wichtigen konkreten Zahlen fehlen. Eine konkrete Einschätzung des Brustkrebsrisikos ist also auf der Grundlage dieses Berichts nicht möglich.

Mit der vorliegenden Untersuchung über die Lebensbedingungen von Frauen und der Suche nach Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs wird einer Forderung aus der Frauengesundheitsbewegung Rechnung getragen. Dieses begrüßen wir sehr.

Weiterlesen

Brustkrebs und Schichtarbeit (Dokuwiki Brustkrebs)

Elisabeth Rieping: Licht und Brustkrebs

Quellen

Original des Berichtes Health Effects of Artificial Light, Europäische Kommission, Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR), angenommen in der 17. Plenarsitzung am 19.03.2012 (PDF in englischer Sprache); Die Europäische Kommission weist darauf hin, dass die Meinungen der wissenschaftlichen Komitees die Ansichten der unabhängigen Wissenschaftler darstellen, die Mitglieder des Komitees sind. Sie reflektieren nicht notwendigerweise die Ansichten der Europäischen Kommission.[7]

Für Interessierte: Die Arbeit enthält u.a. auch Stellungnahmen zu Auswirkungen künstlichen Lichts auf den Schlaf, die Augen und die Haut (UV-Strahlung).

Übersicht über die Mitglieder des SCENIHR. Verlinkt sind der Lebenslauf sowie die Erklärungen zu Interessen (-skonflikten), Mitarbeit und Vertraulichkeit.

Link Grundsätze der Arbeit des SCENIHR


[1] In Abschnitt A wurden die Auswirkungen von Licht aus künstlichen Quellen untersucht, dessen Hauptzweck die Sichtbarkeit ist (im Gegensatz z.B. zu Bräunungs- und Infrarotlampen, deren Hauptzweck in ihrem nicht-sichtbaren Licht besteht), und Licht aus allen verfügbaren elektrischen sichtbaren und nicht-sichtbaren Lichtquellen (insbesondere die Untergruppen der ultravioletten Strahlung UVA, UVB und UVC)

[2] s. S. 4 des Berichtes

[3] s. S. 9 des Berichtes

[4] International Agency for Research on Cancer (Internationale Agentur für Krebsforschung) mit Sitz in Paris

[5] s. S. 55-57 des Berichtes

[6] s. S. 59 Abs. 3 des Berichtes

[7] s. S. 2 des Berichtes

Bildnachweis: energy for creativity auf flickr von kurt_abel2000, CC BY-NC-SA 2.0

Rubrik haus & garten, krebsvermeidung, strahlenschutz, umweltverschmutzung, ursachenforschung

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Ungeschminkt – Die schmutzige Welt der Kosmetik

Im Dezember 2011 und Januar 2012 zeigten verschiedene TV-Kanäle den Filmbeitrag “Ungeschminkt – Die schmutzige Welt der Kosmetik” von Inge Altemeier und Steffen Weber. Die Reportage nimmt auf dem deutschen Markt befindliche Kosmetika – darunter auch solche, die mit Qualitätssiegeln und Kaufanreizen wie “bio” und “test” ausgezeichnet sind – genauer unter die Lupe.

Die Versprechen der Kosmetikindustrie

Die Kosmetikindustrie verspricht Schönheit, doch von den Risiken ihrer Produkte spricht sie nicht. Ob Creme, Bodylotion, Duschgel oder Düfte, viele der Produkte bergen gesundheitliche Risiken, von denen die meisten Frauen sich überhaupt keine Vorstellung machen. Das Verständnis dafür fehlt weitgehend. Krebs auslösende und gesundheitsgefährdende Kosmetikprodukte werden heutzutage selbst von kleinen Mädchen spielerisch und arglos benutzt. Ein Spiel mit hohem Risiko.

Gefahren – auch für Mädchen

Das Milliardengeschäft mit “Schönheit”  und in diesem Fall mit Kosmetika fordert viele Opfer, sei es in Herstellungsländern wie China, wo Arbeitsschutzmaßnahmen bei der Verarbeitung gesundheitsgefährdender Chemikalien oft lasch oder nicht vorhanden sind, oder hier bei den Endverbraucherinnen, die sich mangelhaft oder gar nicht informiert auf vermeintlich sichere Produkte im Handel verlassen. Gerade in Kinderkosmetik aus China werden häufig giftige Chemikalien gefunden, die Krebs und bei Mädchen den verfrühten Eintritt in die Pubertät, bei Jungen dagegen Unfruchtbarkeit fördern können, wenn sie in die Umwelt und in den menschlichen Körper gelangen. Billig verpackt in Berge von Plastik, kontaminiert mit Substanzen, die endokrine Disruptoren oder Phthalate enthalten, werden die Produkte auf den Markt gebracht. Auch Naturkosmetik enthält immer öfter nicht, was der schöne Name verspricht. Ein Konzept, das mit “Greenwashing” bezeichnet wird, macht Kasse. Doch der Schein des nach außen gehängten grünen Mäntelchens verschleiert nur Gefahren, die lebensgefährlich sind.  Die Politik ist dringend gefordert, für Abhilfe zu sorgen.

“Ungeschminkt – Die schmutzige Welt der Kosmetika”  online

Video bei WDR - Originalausstrahlung bei WDR in der Reihe die story am 12.12.2011

 

Mehr zum Thema

Eine Broschüre von AKF und WECF
Vorstellung der Broschüre Heavy Metal Hazard

Bildnachweis:

Fraser Valley Pulse & Metro Vancouver Pulse: Beauty Bar Cosmetics (CC BY NC 2.0)

Rubrik chemikalien, kinder, kosmetika, krebsvermeidung, unser körper - unser leben, ursachenforschung

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Neu gelesen: Krebs verstehen – neue Wege gehen (1997)

In Doris Schadow / Heike Schallhammer (Hg.) Krebs verstehen – neue Wege gehen ist das zweite Kapitel Vermeidbare Risiken? Neue Erkenntnisse zu Umweltchemikalien und Krebs der Medizinsoziologin >>> Regina Stolzenberg enthalten. Die Arbeit orientiert sich u.a. an dem bereits Anfang der 1990er Jahre vorwiegend in den USA erarbeiteten, vorhandenen Wissen zu endokrinen Disruptoren bzw. der >>> Erklärung von Wingspread (1991).

Streitfrage “Brustkrebsepidemie”

Stolzenberg verweist auf die ansteigenden Erkrankungsraten u.a. für Brustkrebs. “Zum anderen ist es als Verdienst einer starken, politisch aktiven Bewegung von Betroffenenorganisationen und Gesundheitsaktivistinnen anzusehen, die sich auf kommunaler und nationaler Ebene gebildet hat, dass Brustkrebs inzwischen zu einem politischen Thema geworden ist. Sie erreichte dies, indem sie Brustkrebs als “Epidemie” bezeichnete und damit das Ausmaß der Bedrohung für jede einzelne Frau deutlich machte. Die Massivität der Zahlen und auch die Schlagkraft der Basisbewegung sind sicher Grund genug, dass Politik und Wirtschaft nicht länger die Augen vor der Problematik verschließen konnten” (S. 52). Und weiter im Abschnitt Mögliche Zusammenhänge zwischen Umweltchemikalien und Krebs am Beispiel Brustkrebs: “Wenn jede 10. Frau in Deutschland [im Laufe ihres Lebens] damit rechnen muß, Brustkrebs zu bekommen, so ist dies eine Dimension, die deutlich macht, dass es sich um kein Einzelschicksal mehr handelt, sondern das Wort Epidemie zutreffend ist. ” (S. 58)

Gefährdete Lebensphasen, gefährdende Substanzen, Krankheitsbilder

Stolzenberg arbeitet heraus, welche Phasen des Lebens (z.B. Schwangerschaft!) besonders gefährdet sind und listet die bekannten gefährdenden Substanzen von Bisphenol A über Nonylphenole bis hin zu chlororganischen Verbindungen und Schwermetallen wie Blei, Quecksilber und Cadmium auf.  Neben Krebs werden auch andere umweltbedingte Krankheitsrisiken gelistet, die von Autoimmunerkrankungen über Fruchtbarkeitsstörungen und Endometriose bis hin zu Intelligenz- und Verhaltensstörungen reichen.

Beweislast

Auch weiß sicher nicht jeder, dass der “überzeugendste Zusammenhang zwischen Chlororganika und Brustkrebs” (S. 59) aus Israel kommt. “Zwischen 1976 und 1986 wurde in dem Land ein überraschender und weltweit einzigartiger Rückgang von Brustkrebs festgestellt. Auf der Suche nach den Gründen dafür kamen die Wissenschaftler Westin und Richter zu dem Ergebnis, daß der Rückgang vermutlich auf das 1978 ausgesprochene Verbot der Pestizide HCH, DDT und Lindan zurückzuführen sei, die vorher in extrem hohen Konzentrationen in der Milch vorhanden waren. Die Brustkrebsrate ging insgesamt um acht Prozent zurück, anstatt wie erwartet um 20 Prozent zu steigen, obwohl andere Risikofaktoren wie der Fettkonsum oder das Alter der Mutter bei der ersten Geburt gestiegen waren. Besonders auffällig war der Rückgang bei jungen Frauen, bei denen er 34 Prozent betrug. Es wird vermutet, dass die unerwartet direkte Verbindung zwischen dem Rückgang der Pesitizidbelastung und der Verminderung von Brustkrebs darauf zurückzuführen ist, daß diese Stoffe als starke Kanzerogene (krebserzeugende Stoffe) wirken können (Westin/Richter 1990). Diese Ergebnisse haben zwar weltweit die Aufmerksamkeit auf diese Zusammenhänge gelenkt, gelten aber nicht als wissenschaftliche Beweise, da keine Messungen der Belastungen durchgeführt worden sind (Greenpeace 1995, S. 30), so Stolzenberg weiter. (S. 60)

Hormonquellen

Im Abschnitt Die vermutete Wirkungsweise der Xeno-Östrogene bei der Auslösung von Brustkrebs erklärt Stolzenberg: “Wenn wir davon ausgehen, dass Östrogene das Brustkrebsrisiko steigern, sind es wahrscheinlich vor allem die Xeno-Östrogene, die hier eine Rolle spielen, indem sie die lebenslange Exposition von Frauen verstärken, von der sie durch ihre eigenen Hormone, durch die Gabe von künstlichen Hormonen und durch die Hormone in der Nahrung (natürliche in vielen pflanzlichen Produkten und synthetische in Fleisch, das aus der Massentierhaltung stammt) betroffen sind.” (S. 61)

In Bezug auf Ernährung hält Stolzenberg den besonderen Stellenwert der vegetarischen Ernährung fest, versehen mit dem Hinweis darauf, dass Fleisch und Fisch chlororganische Verbindungen – mit bekannten endokrin-disruptiven Wirkungen – in den höchsten Dosen enthalten. Gleichzeitig hätten Gemüse und Obst viele Wirkstoffe, die vor Krebs schützen, einschließlich Pflanzen mit Östrogenwirkung. Und “Wichtig ist es sicher auch, biologisch angebaute Nahrung zu bevorzugen, sich möglichst ausgewogen zu ernähren, industriell hergestellte Nahrungsmittel zu vermeiden und auf Plastikprodukte so weit als möglich zu verzichten.” (S. 65)

Genforschung als Lösung?

Auch den Hoffnungsträger Genom-Forschung relativiert Regina Stolzenberg vor dem Hintergrund von Umweltbelastungen und Brustkrebs: “Das Wissen über die Möglichkeit vorgeburtlicher Einflüsse läßt die Forschung nach dem sogenannten Brustkrebs-Gen, auf die besonders viel Geld und Energie verwendet wird, als noch unsinniger erscheinen als bisher. Sie relativiert vor allem die Sichtweise, nach der genetische Deformationen mit ‘schlechter Erbmasse’ gleichzusetzen sind und damit als individueller Makel gelten.” (S. 63)

Neu gelesen

Die einzelnen Artikel des Buches von Schadow/Schallhammer wirken heute in der Rückschau nicht mehr sämtlich relevant, und besonders die Hinweise von Nina Rissim zu den Außenseiter-Methoden bei Brustkrebs lesen sich wie eine Werbung für Dr. Hamer und Co. Regina Stolzenbergs Artikel bleibt aber auch heute noch besonders lesenswert und es fragt sich, warum das hier zusammengetragene Wissen, das in den 1990er Jahren bereits bekannt war, aus dem öffentlichen Bewusstsein auch heute noch, wo es an Relevanz noch gewonnen hat, nach wie vor praktisch vollständig ausgeblendet wird, wobei Stolzenberg auch hier eine vorausschauende Erklärung mitliefert: “Es wird nicht einfach sein, die Weichen neu zu stellen, da eine starke Lobby der Chemie- und Agrarindustrie mit Sicherheit ihre riesigen Profite verteidigen wird.” (S. 71) Heute – Stand 2011, 20 Jahre nach Wingspread – haben sich die Machtverhältnisse noch weiter verschoben, hin zu dieser Industrie, die so engmaschig mit den Pharmakonzernen, die aus Brustkrebs Profit ziehen, verwoben ist.

 Weiterlesen

Die verkannte Gefahr: Brustkrebs und Umweltbelastung (pdf der gemeinsamen Broschüre von Women in Europe for a Common Future (WECF e.V.) und Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF e.V.)

Linksammlung >>> Internetquellen zum Themenschwerpunkt Umwelt und Brustkrebs und zu den >>> Stichworten

 

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Wie entsteht Krebs oder “Ich bebe vor Wut!” – Prof. Kodoma zur Kontamination nach Fukushima

Es folgt ein Ausschnitt aus dem Artikel „Ich bebe vor Wut! Prof. Kodama zur Kontamination nach Fukushima“ von der Webseite der Anti-Atom-Piraten. Er gibt einen Teil des Transcripts einer Rede von Prof. Tatsuhiko Kodoma, der in Tokyo das universitäre Radioisotopen-Zentrum leitet, gehalten am 27. Juli 2011 im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Japanischen Unterhauses, wieder. Der Artikel legt in größter Eindringlichkeit die Wirkungen ionisierender Strahlung und der von ihr ausgehenden Risiken einschließlich der Entstehung von Krebserkrankungen dar. Wegen der hohen Relevanz und der gut verständlichen Erklärungen geben wir diesen Ausschnitt hier an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung der Anti-Atom-Piraten wieder und empfehlen die Lektüre des vollständigen Transcripts.

Wie entsteht Krebs?

“Weil Strahlung DNA-Stränge zerschneidet. Wie Sie wissen, hat die DNA die Form einer Doppelhelix. In dieser Spiralform ist sie äußerst stabil. Wenn sich jedoch eine Zelle teilt, wird die Doppelhelix zu Einzelsträngen, doppelt sich und wird zu 4 Strängen. Das ist das höchst gefährdete Stadium. Deshalb sind Föten und kleine Kinder, deren Zellen sich rasch teilen, am empfänglichsten für Strahlengefährdung. Selbst bei Erwachsenen gibt es Zellen, die sich rasch teilen wie Haar, Blutzellen und Darmepithel [Bestandteil der Darmschleimhaut], die von Strahlung beschädigt werden können.

Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel dafür geben, was wir über interne Strahlungsbelastung wissen.

Eine genetische Mutation verursacht keinen Krebs. Nach der anfänglichen Bestrahlung braucht es einen zweiten Auslöser, damit eine Zelle zu einer Krebszelle mutiert, der „driver mutation“ oder „passenger mutation“ genannt wird. [keine deutsche Bezeichnung verfügbar]

Für Details sehen Sie sich bitte das beigefügte Dokument über die Fälle in Tschernobyl und Cäsium an. Alpha-Strahlung ist sehr berühmt. Ich bin erschrocken, als ich von einem Professor der Tokyo Universität erfuhr, der sagte, es sei sicher, Plutonium zu trinken. Alpha-Strahlung ist die gefährlichste Strahlung. Sie verursacht Thorotrast-Leberschäden [später erklärt], wie wir Leberspezialisten sehr genau wissen.

Bei interner Strahlung wird häufig auf so und so viele Millisievert verwiesen, aber das ist absolut bedeutungslos. Jod-131 geht in die Schilddrüse, Thorotrast geht in die Leber und Cäsium geht ins Urothel [Gewebe der Harnwege] und in die Harnblase. Ein Ganzkörperscan ist völlig bedeutungslos, ohne sich diese Stellen im Körper anzuschauen, wo Strahlung akkumuliert. Thorotrast war ein Kontrastmittel, das in Deutschland seit 1890, in Japan seit 1930 benützt wurde, aber man fand heraus, dass 25 bis 30% Prozent der Menschen 20 bis 30 Jahre später Leberkrebs bekamen.

Warum dauert es so lange, bevor sich Krebs entwickelt?

Thorotrast ist ein alpha-strahlendes Nuklid. Alphastrahlung verletzt nahegelegene Zellen, und die DNA, die am meisten betroffen ist, ist ein Gen namens „p53“. Mittlerweile kennen wir dank der Gentechnik die gesamte Sequenz der menschlichen DNA. Allerdings gibt es 3 Millionen Positionen auf der DNA, die von Person zu Person unterschiedlich sind. Daher macht es heute überhaupt keinen Sinn, so zu handeln, als ob alle Menschen gleich wären. Das Grundprinzip sollte die „personalisierte Medizin“ sein, wenn wir interne Strahlung untersuchen – welche DNA ist beschädigt und welche Art Wandel findet statt. Im Fall von Thorotrast ist es erwiesen, dass im ersten Stadium p53 geschädigt wird und es dann 20 bis 30 Jahre dauert, bis die Zweit- und Drittmutationen auftreten, die Leberkrebs und Leukämie verursachen.

Über Jod-131

Wie Sie wissen, akkumuliert Jod in der Schilddrüse, und das ist besonders während der Entwicklungsphase der Schilddrüse festzustellen, d.h. bei kleinen Kindern. Aber dennoch: Als die ersten Forscher in der Ukraine 1991 sagten: „Es gibt eine ansteigende Zahl von Schilddrüsenkrebs-Fällen“, veröffentlichten Forscher in Japan und den USA Artikel in „Nature“, die besagten: „Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Strahlung und Schilddrüsenkrebs.“

Warum sagten sie das? Weil es keine Daten gab für die Zeit vor 1986, gab es keine statistische Signifikanz. Die statistische Signifikanz wurde schließlich 20 Jahre später festgestellt. Warum? Weil der Kurvenausschlag, der 1986 begann, wieder verschwand. Selbst ohne Daten von vor 1986 gab es also den kausalen Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Schilddrüsenkrebs-Fälle und der Strahlenbelastung aus Tschernobyl.

Epidemiologische Beweisführung ist sehr schwierig. Es ist unmöglich, Beweise zu liefern, bevor alle Fälle abgeschlossen sind. Daher wird aus dem Blickwinkel des „beschützt unsere Kinder“ eine völlig andere Herangehensweise benötigt. Dr. Shoji Fukushima von der staatlichen Institution „Japan Bioassay Research Center“, die die gesundheitlichen Auswirkungen von chemischen Verbindungen erforscht, hat seit dem Tschernobyl-Unfall Krankheiten im Bereich des Urinaltraktes untersucht.

Dr. Fukushima und Doktoren aus der Ukraine untersuchten Teile von Blasen, die bei über 500 Operationen von Prostatahypertrophie [Vergrößerung der Prostata] entnommen wurden. Sie fanden heraus, dass es in den hoch kontaminierten Gegenden, wo 6Bq/Liter im Urin entdeckt wurde, eine hohe Frequenz von p53-Mutationen gab, obwohl 6Bq/l unbedeutend klingen mag.

Sie stellten auch viele Fälle von proliferativen präkazerosen Konditionen fest [entartete Zellen, die Krebs entwickeln können], von denen wir annehmen, dass sie durch Aktivierung von P38 MAP Kinase und dem sogenannten „NF-kappa-B“ Signal bedingt sind, was zwangsläufig zu einer proliferativen Zystitis führt, mit in beachtlicher Frequenz auftretendem Carcinoma in situ.
Mit diesem Wissen war ich bestürzt, den Bericht zu hören, dass 2 bis 13 Bq/Liter [radioaktives Cäsium] in der Muttermilch von sieben Müttern in Fukushima gemessen wurde.

Wir vom Radioisotopen-Zentrum der Universität Tokyo haben geholfen, Minami-Soma City zu dekontaminieren. Wir haben jeweils 4 Leute gleichzeitig geschickt und Dekontaminationen auf der Länge von 700 km pro Woche durchgeführt.”

Wir danken den #AntiAtomPiraten für die Bereitstellung des Transcripts der Rede.

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Vollständiges Transcript auf der Seite der #AntiAtomPiraten (mit den Original-Videos der Rede auf youtube)

Rubrik gesundheitspolitik, grundsätzliches, strahlenschutz, strahlenschutz

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Literaturhinweis – Sandra Steingraber: Raising Elijah

steingraber_elijahElijah ist der Name eines biblischen Propheten und – der Name des im Jahr 2000 geborenen Sohnes von Sandra Steingraber. Die umweltengagierte Biologin, Ökologin, Krebsüberlebende und Buchautorin auf den Spuren von Rachel Carson sorgt international für Aufmerksamkeit und wurde vielfach ausgezeichnet für Ihr Umweltengagement im Zusammenhang mit der Suche nach den Ursache von Krebs. 1998 erhielt sie den Preis der Jenifer Altman-Stiftung für ihren „inspirierenden und poetischen Einsatz der Wissenschaft bei der Aufklärung der Ursachen von Krebs“.[i] Es wäre an dieser Stelle zu langatmig, alle Preise aufzuzählen, die sie für ihre Arbeiten bereits erhalten hat, aber  Im November 2011 sprach Steingraber im Europäischen Parlament [… Was wir lieben, müssen wir schützen … „What we love, we must protect].[ii]

Raising Elijah

Jetzt ist wieder ein neues Sandra-Steingraber-Buch erschienen: Raising Elijah: Protecting Children in an Age of Environmental Crisis [Elijah aufziehen: Kinderschutz in Zeiten der Umweltkrise]. Steingrabers Buch „Having Faith: An Ecologist’s Journey to Motherhood“ [Faith bekommen: Die Reise einer Ökologin zur Mutterschaft] ist während der Schwangerschaft mit ihrer Tochter Faith entstanden. Es ist das – leider bisher einzige Steingraber-Buch, dass es auch in deutscher Sprache gibt. Es erschien 2002 im Walter Verlag unter dem Titel „Leben wächst in mir: eine biologische Reise zur Geburt“. In „Leben wächst in mir“ lässt die Autorin ihre LeserInnen sehr detailliert an den neun Monaten ihrer Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit teilnehmen und erklärt dabei Wachstum und Ökologie, Umwelt und Umweltgefahren für das Ungeborene bzw. für das Neugeborene. Das einzigartige Buch ist ein „Muss“ für Frauen, die sie umweltinteressiert und schwanger sind oder Interesse an Steingraber’s Denkweise habe. Steingraber’s neues Buch „Raising Elijah“ fasst Naomi Klein zusammen mit „Es könnte das wichtigste und inspirierendste Elternbuch, das je geschrieben wurde, sein. Kinder vor den Giften schützen, die sie umgeben, kann nicht die Aufgabe gewissenhafter Eltern allein bleiben. Es muss stattdessen die höchste kollektive Priorität in unserer Gesellschaft erhalten.“

Kinder schützen – Aber wie?

Was tun Eltern nicht alles, wenn sie ihr Kind schützen wollen? Es ist eines der Hauptanliegen, das eigene Kind zu schützen. Doch Gefahren für Kinder lauern gegenwärtig nicht allein bei den „klassischen Gefahrenmomenten“, im Straßenverkehr, bei ungeputzten Zähnen oder dem unbekannten Fremden.[iii] So lebensgefährlich wie Leben immer schon war oder heute erst ist, können wir viele Worte wie „Risiko“ und „Gefahr“ schon längst nicht mehr hören oder wir überhören sie, obwohl sie an den Spielpätzen, im Essen oder in Wohnräumen unsichtbar schlummern, während ihre Wirkung oft erst viel später, lange nach der Kontamination zum Tragen kommt. Unkritischer Gebrauch von alltäglichen Produkten und wirtschaftliche Interessen der Hersteller haben dazu geführt, dass wir alle uns mehr und mehr mit einer Vielzahl von Chemikalien, von denen viele bekannte Karzinogene – Krebs auslösende Stoffe – sind, kontaminieren, Chemikalien, die auch die Kinder erreichen. Endokrine Disruptoren, Nervengifte, Karzinogene und andere Gifte verursachen in ihrer Allgegenwärtigkeit und Vielzahl Gefühle von Machtlosigkeit, Verzweiflung und Resignation. Sandra Steingraber beschreitet den Weg von der persönlichen Ebene, über kommunale Projekte bis hin zu nationalem – und wie ihr Auftritt im Europäischen Parlament auch zeigt –

internationalem Engagement und Möglichkeiten des aktiven Eingreifens in die Politik. Sie verwebt die persönliche Ebene mit der wissenschaftlichen, betrachtet Wirtschaft, gesellschaftliche Faktoren und die ökologische Krise, und dass es diese Krise gibt, davon zeugt allerspätestens das gegenwärtig bei uns in den Medien zur Randerscheinung mutierte Fukushima.

Ökologische Krise – ein Krisenherd für Eltern

Die ökologische Krise ist für Sandra Steingraber auch eine Krise der Elternschaft, die mit den bedrückenden Fakten „an den Rand der Verzweiflung“[iv] gelangen können. Steingraber will, dass Eltern aktiv einbezogen werden in politische Prozesse, für den Schutz einer künftigen Generation, die in Unwissenheit gegenwärtig vergiftet wird.

Eine deutschsprachige Übersetzung von „Raising Elijah“ wäre ein „guter Ausgangspunkt für Eltern, die wissen wollen, wie sie ihre Kinder heute vor Gefahren schützen können. [v]

„Umweltbewusstsein ohne entsprechende politische Veränderungen führt zu lähmender Hoffnungslosigkeit. Wir fühlen uns hilflos in unserem Wissen, und wir sind nicht sicher, ob wir noch mehr Wissen wollen. Man könnte es auch als das „gut informierte Sinnlosigkeitssyndrom“ bezeichnen. Zu schnell ziehen wir uns in stiller Resignation zurück, anstatt jetzt für die Abschaffung einzutreten.“, sagt Sandra Steingraber auf ihrer Webseite – und in ihrem Buch „Raising Elija. Es ist nicht das Schlusswort. [Text des Literaturhinweises G. Kemper]

Sandra Steingraber – Weiterlesen

Raising Elijah von Sandra Steingraber. Merloyd Lawrence Book 2011 ISBN 978-0738213996

Leben wächst in mir von Sandra Steingraber. Walter Verlag 2002. ISBN 978-3-530-40135-6

Webseite von Sandra Steingraber

Stichwort Sandra Steingraber

Informationen für Eltern und andere Menschen …

Nestbau.info (Women in Europe for a Common Future e.V. (WECF), Lebenswelt für Kinder ökologisch einrichten)

Ratgeber Spielzeug (pdf, WECF)
Kindergesundheit geht vor, Passivrauch vermeiden (pdf, WECF)

Safe Toys – Sicheres Spielzeug (dtsprachiger Text unten auf der Seite. Das eingebettete Video wird für hiesige Verhältnisse ungewohnt deutlich).


[i] Quelle: http://www.jaf.org/report/Reports_2008_2009.html

[ii] s. Bericht und Video s. Sarah Horton – Being Sarah http://www.bcaction.de/bcbooks/sarah-horton-sandra-steingraber/

[iii] s. auch Lynne M. Hinnkey in ihrer Rezension zu dem hier vorgestellten Buch

[iv] s. Lynne M. Hinnkey, a.a.O.

[v] s. Lynne M. Hinnkey, a.a.O.

Rubrik chemikalien, ernährung, gesundheitspolitik, haus & garten, kinder, kosmetika, krebsvermeidung, nichtraucherinnenschutz, rauchen, schwangerschaft, strahlenschutz, umweltöstrogene, umweltverschmutzung, unser körper - unser leben, ursachenforschung

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Keine tolerierbare Minimaldosis für hormonelle wirksame Schadstoffe: Bericht von der ChemSec-Tagung

chemsec

Endokrine Disruptoren – Stoffe, die das menschliche Hormonsystem empfindlich stören – werden für die Entstehung von Brustkrebs mitverantwortlich gemacht. Doch wer weiß schon, was unter „endokrinen Disruptoren“ zu verstehen ist und welche hochgradig negativen Auswirkungen und lebensbedrohlichen Gefahren sie für die menschliche Gesundheit und Umwelt und uns alle, die wir in von Industrialisierung betroffenen Ländern leben, mit sich bringen? Eine Befragung von 100 zufällig ausgewählten Passanten in einer Einkaufsstraße käme mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Ergebnis nahe Null.

>>> Rachel Carson mit ihren Arbeiten zu Pesitiziden mit Auswirkungen auf Mensch und Umwelt war eine der wichtigen Grundlagenforscherinnen in diesem Bereich. Die Wissenschaftlerin >>> Theo Colborn brachte das Thema „endokrine Disruptoren“ in den 1990er Jahren in eine breitere Öffentlichkeit. Ihr Buch „Our Stolen Future“, übersetzt in diverse Sprachen, erschien 1996 unter dem Titel >>> Die bedrohte Zukunft: Gefährden wir unsere Fruchtbarkeit und Überlebensfähigkeit? in einer deutschsprachigen Ausgabe. Das Thema stand bisher nicht auf der gesundheitspolitischen bzw. politischen Tagesordnung.

>>> ChemSec, „Das internationale Chemikalien-Sekretariat“, so die Eigendefinition, ist eine im Jahr 2002 gegründete Non-Profit-Organisation mit industriellem Hintergrund und Hauptsitz in Göteborg, Schweden. ChemSec hat sich nach eigenen Angaben den Einsatz für eine giftfreie Umwelt zur Aufgabe gemacht („eine giftfreie Zukunft bis 2020“, >>> a toxic-free environment by 2020) und „Brücken bilden“ zwischen Entscheidern, Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Industrie. Im Mai 2011 nahm die Organisation in Brüssel und Berlin, wie bereits in den vorangegangenen Jahren, das Thema „endokrine Disruptoren“ (EDCs) erneut auf. Hintergrund ist die Aktualisierung der von ChemSec herausgegebenen sogenannten SIN List auf „SIN List 2.0“, die jetzt neu auch 22 endokrine Disruptoren als besonders gefährdende Stoffe verzeichnet.

Am 26.05.2011 veranstaltete ChemSec in Berlin eine kleine, gut besuchte Fachtagung mit anschließender Diskussion zu endokrin wirksamen Chemikalien (>>> A German Dialogue about Endocrine Disrupting Chemicals). TeilnehmerInnen kamen aus Behörden und Regierungseinrichtungen, aus Industrie und Non-Profitorganisationen von BUND über Greenpeace bis hin zu Frauengesundheitsorganisationen. Ebenso bunt gemischt waren auch die ReferentInnen und die TeilnehmerInnen der Diskussion, bei der es teilweise emotionsgeladen zuging und Meinungen und Interessen aufeinander prallten.

ChemSec Business Group

Bei Chemsec beteiligte Industrieunternehmen haben sich zu einer ChemSec Business Group zusammengeschlossen. Aktuell sind dies der multinationale Industriekonzern B & Q (eine britische Heimwerkermarkt-Kette), Boots (ein britischer Pharma- und Kosmetikhersteller, der den internationalen Markt bedient, zugleich drittgrößter Pharmagroßhändler in Deuschland), der US-amerikanische Computerhersteller Dell, EUREAU (Europäische Wasserindustrie), IKEA (der multinationale Einrichtungskonzern des Schweden Ingvar Kamprad), L’Oreal (der weltgrößte Kosmetikkonzern), Sara Lee (US-amerikanischer Konsumgüterhersteller, Getränke, Natreen u.a.), Skanska (ein multinationales Bauunternehmen aus Schweden), Sony Ericsson (weltweit größter Hersteller von Mobiltelefonen mit Sitz in Schweden) und Sveriges Byggindustr (schwedische Bauindustrie). Die exorbitanten Einnahmen, die diese Konzerne generieren, sind kaum aktuell zu überschauen. Mit ihren Produkten dürften diese Unternehmen in nicht unerheblichen Umfang auch an der Verbreitung endokriner Disruptoren im alltäglichen Leben von Menschen überall auf der Welt Verantwortung tragen, und das sogar ohne bisher damit rechnen zu müssen, dass Behörden sie für eintretende Schäden irgendwie haftbar machen können.

I. Die BUND / Friends of the Earth Germany-Position

Dr. Heribert Wefers, Chemiker, Physiker und Biologe, sprach für BUND / Friends of the Earth Germany, wo er zuständig ist für Chemikalienpolitik und Nanotechnologie. Er eröffnete die Vorträgsreihe mit dem Einführungsvortrag >>> (pdf) Was sind endokrin wirksame Substanzen (EDC’s)? – Was sind endokrin wirksame Schadstoffe (EDCs)?

Aus dem Inhalt:

  • 1993: Theo Colborn stellt die These auf, dass EDCs die Entwicklung des Hormonsystems von Tieren und Menschen stark beeinträchtigen und zu bleibenden gesundheitlichen Störungen führen.
  • 2007 – Eine KANN-Vorschrift: Seit dem Inkrafttreten der EU-Chemikalienverordnung REACH können EDCs den „besonders besorgniserregenden Stoffen“ zugeordnet werden (REACH, Artikel 57f).
  • Bis heute ist keine Zuordnung erfolgt, da es den Behörden (die nicht vorausschauend, z.B. nach dem Vorsorgeprinzip oder weil Bedenken bestehen, aktiv werden) an Kriterien fehlt.
  • Zu den durch EDCshervorgerufene Gesundheitsstörungen werden gerechnet:
    • Störungen der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit,
    • Missbildungen von Organen und bleibende Schäden an Organfunktionen,
    • hormonabhängige Krebsformen (Brustkrebs, Prostatakrebs),
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
    • Übergewicht und
    • Diabetes (Reihenfolge entsprechend Vortrag).

Keine tolerierbare Minimaldosis

Heribert Wefers erklärte, dass man von bioakkumulativen Prozessen ausgehe. Unterschiedliche unerwünschte hormonell wirksame Schadstoffe (EDCs) sammeln sich im Körper an, werden im Fettgewebe gespeichert, erreichen das Ungeborene bereits im Mutterleib – mit irreversiblen Schäden und langfristigen Fehlsteuerungen in der Folge. Die Gesamtbelastung wird nach Wefers unterschätzt. Er betont, dass es keine tolerierbare Minimaldosis gäbe. Geringste Dosismengen würden in ihren Auswirkungen durch epigenetische Veränderungen erst nach längerer Zeit sichtbar. Die Berücksichtigung sensibler Zeitabschnitte (Schwangerschaft, Säuglingszeit, frühe Kindheit, Pubertät) sei mindestens so wichtig wie die Betrachtung von Dosis-Wirkung-Zusammenhängen. Über 200 Studien allein zu Bisphenol A (BPA, das in den letzten Monaten im Zusammenhang mit Säuglingsflaschen für ein wenig Medienaufmerksamkeit sorgte), die mögliche negative Folgen belegen konnten, liegen inzwischen vor. Sie reichten Behörden in Deutschland und Europa zur Schaffung von Kriterien bisher offensichtlich nicht aus, um Maßnahmen zum Gesundheitsschutz einzuleiten. Immerhin wurden BPA-belastete Produkte für Säuglinge im März 2011 bundesweit verboten (für bereits hergestellte Produkte gibt es aber noch eine Übergangsfrist bis Ende Juni 2011), ein Vorgang, der nach wie vor vielfach als „umstritten“ dargestellt wird.

Unterschiedliche Behörden – unterschiedliche Positionen

Positionen der Behörden bezüglich der zugemuteten „täglichen tolerierbaren Aufnahmemenge (TDI)“ von Bisphenol A, wie von Dr. Heribert Wefers dargelegt:

EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit): kein Handlungsbedarf

BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung): kein Handlungsbedarf

FDA (amerikanische Arzneimittelbehörde mit Zuständigkeit auch für Lebensmittel): einige Bedenken – bei Säuglingen und Kleinkindern

Das Umweltbundesamt mahnt zur Vorsicht und empfiehlt, die Verwendung einiger Produkte, die Bisphenol A enthalten, zu beschränken.

BUND stellt grundsätzlich in Frage, dass es eine “tägliche tolerierbare Aufnahmemenge” für endokrine Disruptoren gibt und vertritt die Position: Es gibt keine tolerierbare Minimaldosis.

„Verbrauchernahe Produkte“

Als „verbrauchernahe“ Produkte, die Bisphenol A – und das ist nur ein einziger der kritischen Kunststoffe mit endokriner Störwirkung – enthalten, nannte Wefers:

Teile von Haushaltsgeräten und Mobiltelefonen, Compact Discs (CDs), Autoteile (transparente Kunststoffteile), Reflektoren, Flaschen und Behälter für Lebensmittel und Getränke, Sonnenbrillen, mikrowellenfestes Geschirr, Kunststoffbesteck, Kochutensilien, Motorradhelme und –Schutzschilde, Babyfläschchen und Babyschnuller (Schilde). Sie alle enthalten Polycarbonat-Kunststoffe.

Beschichtungen, Lacke, Farben, insbesondere Beschichtungen von Getränke- und Konservendosen, Inliner, d.h.Innenbeschichtungen von Wasserleitungen (!), Klebstoffe und Nagellacke enthalten Epoxydharze.

Bisphenol A ist ebenfalls enthalten in Thermopapier, dass z.B. bei Kassenzetteln benutzt wird, in Hilfsmitteln bei der Kunststoffherstellung (sie enthalten 1.800 t/a PVC) und sogar zahnmedizinischen Versiegelungsmitteln.

Zunahme von Krankheiten

Krankheiten, die seit 1970 zugenommen haben und die in den Kontext der Kontamination mit endokrinen Disruptoren gebracht werden, sind nach Wefers: Asthma, Krebs bei Kindern und Jugendlichen, Diabetes bei Kindern und Jugendlichen, Autoimmunkrankheiten, Hypospadie (Fehlbildung des Penis), Endometriose, Übergewicht, Osteoporose, Hodenkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs.

Die BUND-Forderungen

  • Endokrin wirksame Schadstoffe sofort ersetzen (durch andere, als ungefährlicher eingestufte Stoffe), und zwar
  • besonders in sensiblen Bereichen wie Lebensmittelkontaktmaterialien und bei Artikeln, mit denen Kinder und Säuglinge in Kontakt kommen.
  • BPA und andere hormonelle Schadstoffe (EDCc) sind entsprechend Art. 57f REACH als besonders besorgniserregender Stoff (SVHC) zu deklarieren und die
  • Anwendung dieser Stoffe ist über das Beschränkungs- und/oder Authorisierungsverfahren zu begrenzen.
  • Bei der Festlegung von Orientierungswerten sind kumulative Risiken durch verschiedene, ähnlich wirkende endokrine Schadstoffe soweit wie möglich zu berücksichtigen.
  • Information der VerbraucherInnen über die Gefahren von EDCs und Möglichkeiten der Vermeidung dieser Gefahren.
  • Notwendigkeit von Kriterien für die Identifizierung von endokrinen Schadstoffen, einheitlich für die gesamte EU-Gesetzgebung.
  • Das Vorsorgeprinzip sei (vorrangig) zu berücksichtigen.
  • Verbleibende Unsicherheiten – etwa zum Wirkungsmechanismus – dürfen gesetzliche Regulierungen eines endokrinen Schadstoffes nicht verhindern oder verzögern.

II. EDCs und ihre gesundheitlichen Folgen

Prof. Dr. Ibrahim Chahoud, der zweite Referent der Fachtagung, arbeitet am >>> Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie an der Charité Berlin (als „WHO-Collaborating Centre“) und referierte über >>> (pdf) EDCs und ihre gesundheitlichen Folgen. Er untermauerte im Wesentlichen die Argumente von Dr. Heribert Wefers vom BUND und ergänzte die Liste der Krankheiten, die durch die Kontamination mit endokrinen Disruptoren entstehen können, noch mit einem Hinweis auf den „vorzeitigen Eintritt der Pubertät bei Mädchen“. [Anm.: Früh eintretende Pubertät ist verknüpft mit einem höheren Brustkrebsrisiko. Die amerikanische Biologin Sandra Steingraber hat dazu die umfassende Veröffentlichung >>> The Falling Age of Puberty in U.S. Girls vorgelegt, eine entsprechende Information in deutscher Sprache fehlt]. Chahoud nannte außerdem Fehlbildungen an Fortpflanzungsorganen in der Tierwelt und beim Menschen, z. B. Hypospadie, verminderte Anzahl Spermien, Verhaltensstörungen, Lernbehinderungen und Störungen des Immunsystems. Er erinnerte an die verheerenden Wirkungen der Gabe von >>> Diethylstilbestrol (DES) zwischen 1938 und 1970 und verwies eindringlich insbesondere auf die höchste Fürsorgepflicht, die gegenüber Frauen in der Schwangerschaft bezüglich endokrin wirksamen Stoffen aufzubringen sei, da Substanzen, die in Müttern erhöht nachweisbar seien, für höhere Erkrankungsraten bei den Kindern sorgen. Chahoud zitierte in seinem Beitrag die 2004 von Theo Colborn zur Exposition unterschiedlicher Generationen mit endokrin wirksamen Substanzen veröffentlichten Daten[i] und zeigte außerdem eine interessante Tabelle zum Anstieg von Erkrankungsraten bei verschiedenen Krankheiten, darunter Brustkrebs. Der relative Anstieg für Brustkrebs liegt demnach bei rund 50% seit Anfang der 1970er Jahre (leider ohne Quellenangabe für die Tabelle).

III. Politikberatung

>>> (pdf) Endokrin wirksame Stoffe – politische Prozesse in Deutschland und Europa war der Titel des dritten Beitrags von Dr. Christoph Schulte vom Fachgebiet Chemikalien des Umweltbundesamtes. Er knüpfte an die mittlerweile drei Statusberichte „Chemikalien in der Umwelt mit Wirkung auf das endokrine System an, erschienen zuerst 1998 (obwohl amtliche Veröffentlichung im Internet nicht frei zugänglich). Der 3. Statusbericht wurde 2005 veröffentlicht. Bericht 2 lässt sich nicht recherchieren und ist demnach vielleicht nicht veröffentlicht worden. Schulte verwies außerdem auf die in den VDI-Nachrichten veröffentlichte Meldung >>> Industrie soll auf Umwelthormone verzichten vom 20.05.2011, in der es auch um die ChemSec-Veranstaltung >>> From Ambition to Action am 03.05.2011 in Brüssel ging. [Anm.: Es lohnt sich für Interessierte, die dort in der rechten oberen Ecke hinterlegten pdf-Dokumente mit den Beiträgen der Brüsseler Veranstaltung anzusehen]. Nach 15 Jahren Forschung, so jedenfalls das Fazit von Dr. Christoph Schulte, stünden regulatorische Maßnahmen auf der Tagesordnung. Deutschland trüge zum Ziel der EU-Kommission bei, besonders besorgniserregende Stoffe zu identifizieren, und bringe als ersten Stoff Octylphenol – gem. der REACH-Chemikalienverordnung § 57f – ein. Das bedeutet konkret aber vorerst weiter „Abwarten und Tee trinken“, denn Auswirkungen auf Produkte lassen damit nach wie vor auf sich warten.

Industrie I – IKEA

Die Toxikologin Mareke Wieben von IKEA Deutschland GmbH & Co. KG stellte die Unternehmenstrategie >>> (pdf) Gesundheitsschutz und Umgang mit Produktinhaltsstoffen bei IKEA vor. Das Unternehmen möchte demnach gewährleisten, dass Produkte frei von gefährlichen Substanzen sind, und legt eine ganze Reihe von Kriterienkatalogen an, angefangen bei Sozialstandards, über technische Anforderungen bis hin zu chemischen Anforderungen. Größte Herausforderungen bei EDCs seien eindeutige Definitionen und Testmethoden, bei denen IKEA die Behörden in der Pflicht sieht. IKEA setzt auf Netzwerkpartner „statt zögerlichem Austausch“, auf „Förderung eines Marktes, der nach alternativen nachhaltigen Substanzen sucht“. IKEA suche außerdem selbst nach Kenntnissen über EDCs innerhalb der Lieferkette. Wieben demonstrierte im Vortrag viel Verantwortlichkeit im Einkauf auf den Weltmärkten. IKEA verfügt über einen Code of Conduct, der in der deutschsprachigen Version online verfügbar ist in der Rubrik „Mensch und Umwelt“ als >>> IWAY – IKEA Verhaltenskodex. IKEA pflegt außerdem seine Partnerschaften mit Unicef und WWF. Mehr zu IKEA siehe auch >>> Recherche IKEA – beispielsweise auf den Nachdenkseiten.

Industrie II – NATRUE

Für NATRUE (True Friends of Natural and Organic Cosmetics, International Natural and Organic Cosmetics Association), einem Zertifizierer für Natur- und Biokosmetika, der gerade international expandiert, berichtete Dr. Hans Steisslinger >>> (pdf) Aus der Unternehmenspraxis: Substitution von EDC´s. Steisslinger ist u.a. auch Vorstand der WELEDA AG (Pharmahersteller, Hersteller von Naturkosmetika auf der Basis >>> anthroposophischer Grundlagen). In Naturkosmetika dürften normalerweise zumindest keine künstlichen endokrin wirksamen Substanzen enthalten sein. NATRUE wolle die „strengst möglichen Standards setzen, als alleinigem Auftrag der Organisation“. Die Zertifizierung solle dabei durch unabhängige Zertifizierer erfolgen. Der Verband positioniere sich strikt gegen Gentechnik und Nanotechnologie: „Gentechnik hat in der Landwirtschaft nichts verloren“, so Steisslinger in seinem Vortrag. Nicht nur Inhaltsstoffe, auch Umverpackungen dürften nicht mit Schadstoffen (Beispiel Phthalate) belastet sein. Es gehe auch um einen Verzicht auf Profit.

Die ChemSec SIN List

Die Chemikerin und Politologin Anne-Sofie Andersson, Direktorin bei ChemSec, stellte abschließend die von ChemSec erstellte „SIN List“ (www.sinlist.org) vor.

Was ist die SIN List?

Die SIN List ist eine >>> öffentliche Datenbank, die besonders gefährdende Stoffe enthält, die auch die REACH-Kriterien erfüllen. Viele der darin enthaltenen chemische Substanzen werden in großen Mengen hergestellt (mehr als 1000 Tonnen/Jahr). Sie landen in den Produkten, die wir täglich kaufen.

Die SIN List ist insofern Streitobjekt, als sie neben der REACH-Kandidatenliste für gefährdende Stoffe, also neben den gesetzlich bindenden Vorgaben der EU, existiert und letztlich auf Privatinitiative beruht. Auf die REACH-Kandidatenliste sollen laut EU-Kommission bis zum Jahr 2020 alle gefährdenden chemischen Stoffe aufgenommen werden. Wie man allerdings feststellen kann, ist zumindest hinsichtlich der endokrinen Disruptoren bisher schlicht nichts passiert. Die SIN List soll Unternehmen, die mit Chemikalien arbeiten, eine Arbeitshilfe bieten. Sie enthält zur Zeit >>> (pdf) 378 Substanzen. Die EU, so ChemSec, sei bisher nicht genügend in Aktion getreten, s. eingebettetes ChemSec-Dokument. 22 endokrine Disruptoren sind jetzt neu in die SIN List aufgenommen worden als Stoffe, gegen die besonders große Bedenken bestehen. Ein solcher Stoff ist beispielsweise Bisphenol A. So haben sich ALDI und IKEA gerade regelrecht einen Wettlauf geliefert, diesen Stoff von ihren Kassenzetteln zu entfernen [Anm.: Hintergrund zu der Kassenbon-Thematik s. z.B. GreenAction / Greenpeace >>> Bisphenol A im Kassenzettel geht unter die Haut]. Bei der Auswahl der endokrinen Disruptoren hat ChemSec direkt mit Theo Colborn und ihrer Organisation >>> The Endocrine Disruption Exchange (TEDX) zusammengearbeitet. Anne-Sophie Andersson forderte den Gesetzgeber auf, seine Kandidatenliste zu erweitern. Unternehmen fordert ChemSec auf, gefährliche Stoffe frühzeitig zu ersetzen und so Kosten bei der Umstellung, die sowieso über kurz oder lang anstünde, zu sparen. Die Chemikalienhersteller sollen Alternativen erforschen[ii].

Wie gehen wir mit Risiken um? (aus der Diskussion)

In der anschließenden Diskussion war von behördlicher Seite immer wieder die Argumentation der „fehlenden Kriterien“ zu hören. Auch der Vorwurf, dass man mit der Aufforderung zum Austausch von Substanzen Gefahr laufe, „den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben“, wurde hier laut. Im Prinzip sei man für den Ersatz der gefährdenden Chemikalien, wisse aber nicht, womit und habe überdies auch nicht die erforderlichen Personalkapazitäten. Auch sei man vorsichtig, da man befürchte, dass die Industrie die Behörde verklage, wenn man „den falschen Stoff auf die Liste setze“.

Vorbeugender Gesundheitsschutz und ein Verfahren, bei dem Chemikalien zuerst ihre Sicherheit belegen müssen und dann zugelassen werden, existiert nicht.

In der Folge werden VerbraucherInnen (Schwangere, Kinder …) über Jahrzehnte mit Chemikalien kontaminiert, bevor Kriterien erstellt sind, die schließlich ein Aus-dem-Verkehr-ziehen ermöglichen. Industrievertreter in der Veranstaltung fühlten sich teilweise spürbar auf den Schlips getreten. In diesem Zusammenhang wurde von „Generalverdacht“ gesprochen, was einzelne Unternehmen deutlich von sich wiesen. Es gab aber auch andere Perspektiven. Sich verantwortlich, umweltbewusst bzw. „grün“ zu zeigen, definierten einzelne Unternehmen als ihre Chance zur Profilierung auf dem Markt.

Dr. Rolf Buschmann von der Verbraucherzentrale in NRW, der an der Podiumsdiskussion teilnahm, hielt gesetzliche Regulierungen für endokrine Disruptoren für zwingend erforderlich. Die Gesundheit von Menschen, besonders aber der Kinder, dürfe nicht weiterhin gefährdet werden. Alexandra Caterbow von >>> Women in Europe for a Common Future (WECF e.V.) bemängelte, dass die Informationen insbesondere für Schwangere und Eltern völlig unzureichend seien. Auch sehr gut informierte Eltern wüssten meistens nichts über endokrine Disruptoren. Sie setzt sich mit ihrer Organisation für das >>> Vorsorgeprinzip ein, plädierte für die Sorgfaltspflicht der Behörden gegenüber den BürgerInnen und sieht die Verantwortlichkeit nicht allein bei der Industrie. Chemikalien seien zuerst zu evaluieren und danach für die Benutzung zuzulassen. Zumindest wäre aber eine Kennzeichnungspflicht notwendig.

15 Jahre Zeit für Forschung

„Zeit zum Handeln“ (Zitat BUND), doch kein effektives Handeln staatlicher Einrichtungen zum Schutze von Menschen vor schwerer Krankheit scheint am Horizont erkennbar. Es ist dieser Umstand, der die „Insuffizienz“ staatlicher Einrichtungen deutlich zum Ausdruck bringt, nur übertroffen von der Tatsache, dass ausgerechnet die Verursacher, multinationale Konzerne selbst, aktiv werden, als Unternehmen, die Signale für „ein deutliches Umweltgefühl setzen möchten“ (ChemSec). Es ist ungewöhnlich, aber auch nicht neu, dass multinationale Industriekonzerne für „Action“ sorgen und wie eine „Pressure Group“ agieren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Zuständigkeit für die Auswirkungen von Schadstoffen auf den Menschen. Wenn Behörden es nicht schaffen, das Leben von Menschen in hoch sensiblen Bereichen über Jahrzehnte hinweg wirksam zu schützen, sind wir auf „unternehmerische“ Initiativen zurückgeworfen, mit allen Konsequenzen. Es kann grundsätzlich nicht nur darum gehen, dass VerbraucherInnen selbst versuchen müssen, sich durch den Einkauf der “richtigen Produkte” individuell zu schützen. Die Gesetzgebung – und nicht die Industrie allein – ist vielmehr gefordert, die Herstellung von mit Chemikalien behafteten Produkten so zu regulieren, dass Schäden bei allen vermieden werden.

[Text & Bildnachweis: Gudrun Kemper]

Empfehlenswerte Links

Umweltbundesamt

Women in Europe for a Common Future (WECF e.V.)

WECF Ratgeber Babypflege (pdf)

WECF Ratgeber Reinigungsmittel (pdf)

WECF Ratgeber Spielzeug (pdf)

BUND e.V. / Friends of the Earth Germany

BUND: Gefährliche Lieblinge Hormoncocktail in Plüsch und Plastik macht Kinder krank

BUND: Wie viel Chemie kaufen wir euch ab (Flyer, pdf)

BUND: Zukunft ohne Gift – Kinder vor Schadstoffen schützen

BUND: Hintergrundpapier zu Weichmachern in Kitas

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10-Punkte-Plan zur Reduzierung von Brustkrebs (Breast Cancer Action / Breast Cancer Fund)

Positionspapier: Anforderungen an die angemessene Regulierung von Chemikalien mit endokrin disruptiven Eigenschaften (pdf) unterzeichnet von ChemSec, EBEEB, WECF, istas, Environment Sante Ressau, Health and Environmental Alliance, Client Earth, Cancer Prevention, Greenpeace, BUND; beuc und Swedish Society of Nature Conservation, Pesticide Action Network

Anlage zum Positionspapier: Endokrin disruptive Chemikalien (EDCs) in der REACH-Verordnung: Vier Prioritäten bei der Regulierung (pdf)

ChemSec / SIN List Datenbank

Krach um die Nuckelflaschen (Artikel in sueddeutsche.de vom 05.08.2008 zur EFSA-Position, einfach mal lesen)

Die Hormon-Falle: Unfruchtbarkeit durch Chemikalien (Greenpeace Magazin 1/1997)

Endocrine Disrupter-Webseite der Europäischen Kommission (nur engl.)

Die deutschsprache Webseite des Natrue-Verbandes ist zur Zeit offline, auf der internationalen Webseite abrufbar in deutscher Sprache:

NATRUE-Label: Anforderungen an Natur- und Biokosmetika (pdf)

NATRUE Rahmenbedingungen für die Produktzertifizierung


[i] Colborn (2004). Neurodeveolpment and Endocrine Disruption. EHP, 11, (9): 944-949, frei zugänglich (Open Access, s. Tabelle 1)

[ii] s. Präsentation Anne-Sophie Andersson, letzte Folie

Rubrik chemikalien, gesundheitspolitik, kosmetika, krebsvermeidung, schwangerschaft, strahlenschutz, umweltöstrogene, unser körper - unser leben, ursachenforschung

Stichwort , , , , , , , , , ,


Schwermetalle im Makeup: Kosmetika und Gesundheitsgefährdung

heavy metal hazard coverSich mit Krebs auseinandersetzen heißt vor allem auch, endlich Fragen danach zu stellen, was die Krankheit verursacht. Es ist in der wissenschaftlichen Forschung sehr wohl bekannt, dass sich giftige Schadstoffe gerade auch im Fettgewebe der Brust anreichern und im Laufe des Lebens allmählich ansammeln, sich also kumulieren. Bei 90 bis 95 Prozent der Frauen, die derzeit an Brustkrebs erkranken, liegt zumindest nach heutigem Kenntnisstand keine genetische Veranlagung vor.

Die Umweltorganisation >>> Environmental Defence („Verteidigung der Umwelt“) aus Toronto ist eine der aktivsten Umweltorganisationen in Kanada. Die Schwerpunktthemen wie Chemikalienpolitik, Umweltschutz, regenerative Energie etc. sind ähnlich wie die anderer klassischer Umweltschutzorganisationen oder beispielweise auch >>> Women in Europe for a Common Future (WECF e.V.).

Im Mai 2011 hat Environmental Defence eine neue Broschüre herausgegeben, die gerade auch für Frauen interessant ist. Es geht um Gesundheitsgefahren von Kosmetika, die sehr nachdenklich machen. Die kanadische Situation dürfte sich von der in Deutschland höchstens unwesentlich unterscheiden, auch wenn Europa auf den ersten Blick Engagement in Sachen Chemikalienpolitik verspricht. Die meisten Frauen sind ahnungslos, dass sie sich selbst durch die Anwendung „harmloser“ Kosmetika mit gesundheitsgefährdenden Stoffen kontaminieren.

Kosmetika müssen sicher sein

Grundsätzlich müssten Hersteller von Kosmetika bei der Entwicklung ihrer Produkte das >>> Vorsorgeprinzip berücksichtigen und größte Sorgfalt bei der Herstellung von Produkten, die auf die Haut aufgetragen werden, walten lassen. Viele Kosmetikhersteller arbeiten außerdem an ihrem Image als Unternehmen für Frauen. So zeigen etwa AVON oder Estée Lauder „Engagement“ in Sachen „rosa Schleife“.

Wie aber sieht es mit den Inhaltsstoffen von Kosmetika aus? Kosmetikhersteller, die für sich in Anspruch nehmen wollen, dass sie für Frauen – und nicht in erster Linie für Profitmaximierung – engagiert sind, müssten in erster Linie Produkte entwickeln, die die Gesundheit von Frauen nicht gefährden. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Und Frauenzeitschriften werben für Kosmetika, statt Frauen in diesen relevanten Fragen zu informieren.

Heavy Metal Hazard – Gefahren durch Schwermetalle

Die von Environmental Defence herausgegebene Broschüre heißt „Die Schwermetall-Gefährdung: Gesundheitsrisiken versteckter Schwermetalle in Gesichts-Makeup“ (Heavy Metal Hazard – The Health Risks of Hidden Heavy Metals in Face Makeup). Wir stellen diese Broschüre hier vor, weil Schwermetalle im Verdacht stehen, auch Krebserkrankungen und Brustkrebs zu begünstigen.

Aus der Executive Summary (Zusammenfassung)

In vielen Kosmetika befinden sich gesundheitsschädigende Schwermetalle. VerbraucherInnen haben keine Chance, sich über diese Inhaltsstoffe produktbezogen genau zu informieren, da entsprechende Angaben auf den Produktverpackungen fehlen.

Test auf Schwermetalle in Kosmetika

Environmental Defence hat deswegen in Kanada jeweils sechs Frauen aus unterschiedlichen Altersgruppen befragt, um exemplarisch verschiedene Produktgruppen der von diesen Frauen benutzten Produkte zu untersuchen:

  • Makeup („Foundations“)
  • Abdeckstifte
  • Puder
  • Rougeprodukte
  • Mascara (Wimperntusche)
  • Eyeliner
  • Lidschatten
  • Lippenstifte und Lipgloss

Die sechs Frauen werden mit den Produkten, die sie benutzen, persönlich vorgestellt. Eine Tabelle schlüsselt auf, mit welchen Stoffen die Frauen sich selbst – unwissentlich – durch den Gebrauch ihrer Kosmetika mit Schwermetallen kontaminieren.

Die Produkte für die Tests wurden in verschiedenen Geschäften in Toronto eingekauft und in einem akkreditierten Speziallabor auf >>> Schwermetalle hin untersucht.

Warum sind Schwermetalle so bedenklich?

Schwermetalle können sich im menschlichen Körper im Laufe der Zeit anreichern. Sie werden für verschiedene Krankheiten und Gesundheitsprobleme verantwortlich gemacht. Zu diesen Gesundheitsproblemen gehören:

  • Krebserkrankungen
  • Störungen der reproduktiven Gesundheit (z.B. „Unfruchtbarkeit“)
  • Entwicklungsstörungen
  • neurologische Probleme
  • Vergesslichkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Störungen des Nervensystems
  • Störungen des Immunsystems
  • Störungen der Nieren- und Blasenfunktion
  • Kreislaufprobleme
  • Knochenveränderungen
  • Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall
  • Lungenschäden
  • Kontaktdermatitis
  • Haarausfall

Die bedenklichsten Inhaltsstoffe

Viele Stoffe sind „endokrine Disruptoren“ bzw. in anderer Weise toxisch wirkende Stoffe. Schwermetalle im Lippenstift können über die Lippen aufgenommen werden. Schwermetalle in Kosmetika, die auf die Haut aufgetragen werden, können über die Haut absorbiert werden und so in den Körper von Frauen gelangen.

Die von Environmental Defence am häufigsten gefundenen Metalle waren

und zwar ungeachtet der Tatsache, dass sie in Kosmetika in Kanada aufgrund der bekannten Gesundheitsrisiken verboten sind.

Weitere bedenkliche Inhaltsstoffe

Weitere bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetika, die als etwas weniger gefährlich eingestuft werden, sind

Mit Ausnahme von Nickel sind diese Stoffe international als Inhaltsstoffe für Kosmetika ebenfalls verboten. In der Broschüre werden die Wirkungen der einzelnen Schwermetalle genau beschrieben. Die Namen der Schwermetalle sind deswegen hier mit Wikipedia verlinkt. Dort kann man zumindest einige Informationen abrufen, um sich ein Bild von diesen Stoffen sowie ihrem Gefahrenpotential zu machen.

Ergebnisse bei Environmental Defence

Sieben der acht bedenklichen Inhaltsstoffe – also jene Stoffe, die die größten Bedenken in Bezug auf Gesundheit auslösen – wurden in den 49 untersuchten Kosmetikprodukten nachgewiesen.

Durchschnittlich wurden pro Produkt zwei der vier bedenklichsten Schwermetalle sowie vier der ebenfalls bedenklichen Inhaltsstoffe nachgewiesen.

5 Produkte – ein Makeup, 2 Mascaras und 2 Lippenkosmetika – enthielten die zweithöchste Menge an gefundenen Substanzen, nämlich 6 der 8 Stoffe.

Die Schwermetalle waren auf den Etiketten der Produkte grundsätzlich nicht angegeben.

Ein Produkt, das z.B. auch in Deutschland auch erhältlich ist, heißt Benefit Benetint Pocket Pal. „Red Tint“ (diese Farbvariante haben wir bei einer Online-Recherche hier allerdings nicht gefunden) enthielt die meisten Schwermetalle, 7 der 8 Stoffe konnten nachgewiesen werden. Das Produkt, das als „Geheimwaffe für ein den ganzen Tag anhaltend junges Aussehen“ wirbt, macht jetzt Negativschlagzeilen in Kanada.

Auch mengenmäßig enthielt das Produkt Benefit Benetint Lip Gloss mit 110 ppm die größten Mengen, genauer sogar mehr als 10 mal so viel, wie als Limit im >>> Health Kanada Draft Guidance on Heavy Metal Impurities in Cosmetics vorgegeben ist.

Die Situation bei uns

Muss man sich wegen der Messergebnisse Sorgen machen? Zum Beispiel wurde von 268 amtlicherseits überprüften kosmetischen Mitteln in Deutschland nur eines wegen der Verwendung verschreibungspflichtiger oder verbotener Stoffe beanstandet. Welches, das erfährt die Verbraucherin allerdings nicht. (Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, >>> Verbraucherschutzbericht 2009, s. Anl. 5, S. 108). „Ökotest“ bietet in seinem online frei zugänglichen Material vergleichsweise wenig brauchbare Infos zur Schwermetalbellastung von Kosmetika und geht auf Gefahren für die Gesundheit eher beschwichtigend ein. Bei der Zeitschrift „test“ von Stiftung Warentest heißt es beispielsweise in einem Text für Lidschatten aus dem Jahr 2006:

Schadstoffe kein Thema

Erfreulich auch die Ergebnisse aus Praxistest und Testlabor. Alle Testerinnen vertrugen die Lidschatten ohne Probleme. Die Produkte verursachten weder Hautreizungen noch allergische Reaktionen. Die Analyse im Labor belegt: Die Lidschatten enthalten kaum Blei oder andere Schwermetalle. Die Chemiker fanden nur Minimengen. Weit unter den zulässigen Grenzwerten.“ (>>> Haltbare Augenwischerei, Test 2/2007, S. 28-32)

Was unter “Minimengen” der sich im menschlichen Körper bioakkumulativ verhaltenden Schwermetalle zu verstehen ist, erfährt die interessierte Verbraucherin auch hier nicht.

Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) will ein „Reinheitsgebot“ über Mengenbegrenzungen – und nicht Verzicht! – von Schwermetallen für Kosmetika und stützt seine Forderung in der Stellungnahme 025/2006 >>> Kosmetische Mittel: BfR empfiehlt Schwermetallgehalte über Reinheitsanforderungen der Ausgangsstoffe zu regeln vom 05. April 2006 auf Untersuchungen aus dem Jahr 1985. Inzwischen sind 26 Jahre vergangen. Schwermetallgehalte in Kosmetika können sich in dieser Zeitspanne doch erheblich verändert haben. Auch Mehrfachbelastungen wie etwa Anreicherung von Schwermetallen in Nahrungsmitteln, extensiverer Gebrauch oder Globalisierung von Kosmetika und viele andere Punkte könnten neu kritisch betrachtet werden, in allererster Linie im Interesse von Frauen, die naturgemäß denjenigen der Hersteller durchaus widersprechen können.

Nach den kanadischen Ergebnissen erscheint es notwendig, sich weiterhin gründlicher mit diesem Thema auseinanderzusetzen, auch vor dem Hintergrund der Entstehung von Brustkrebs. [Text: Gudrun Kemper, Beate Schmidt]

Quellenangabe

Heavy Metal Hazard: The Health Risks of Hidden Heavy Metals in Face Makeup, Download als pdf

Weiterlesen

Skin Deep Datenbank Kosmetika von Environmental Working Group (Recherche lohnt sich auch für viele der hier erhältlichen Produkte)

Sichere Kosmetika und Bedarfsgegenstände: Eine Information des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (pdf, als Einstieg in das Thema, jedoch weniger kritisch ausgerichtet)

Gesetzliche Vorgaben in Deutschland und Europa

Verordnung über kosmetische Mittel (KosmV, Deutschland)
Anlage 1 zur Verordnung: Stoffe, die bei dem Herstellen oder Behandeln von kosmetischen Mitteln nicht verwendet werden dürfen (Deutschland)
Europäische Kosmetika-Richtline 76/768/EWG (kl. Einführung mit weiterführenden Links, Wikipedia)
Text der Richtlinie 76/768/EWG mit Änderungen (Europäische Kommission, Text in deutscher Sprache, nach unten scrollen)

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