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Im Jahr 16 nach Matuschka

Sharon's Foto, Copyright Sharon Adams, Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Sharon Adams

Sharon's Foto, Copyright Sharon Adams, Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Sharon Adams

Die Amerikanerin Matuschka löste eine weltweit geführte Diskussion aus, als sie 1993 mit der Unterschrift “Du kannst nie mehr wegsehen” (You can’t look away anymore) auf dem Titelblatt des New York Times Magazine die Folgen der an ihr durchgeführten Mastektomie der Öffentlichkeit vor Augen führte und sich dabei zugleich zu einem Kunstgegenstand transformierte. Sie zeigte damals ihre Ausstellung “I Am One Woman” mit Bildern und Skulpturen ihres Körpers vor und nach der Operation. Darf man solche Bilder zeigen? Alice Schwarzers Frauenzeitschrift EMMA entschied sich 1996 dafür. Auch sie zeigte Matuschka auf dem Titelblatt.

Die Darstellung der Realität dieser immer noch täglich an Frauen durchgeführten Operation sorgt nach wie vor für Diskussionsstoff. Der Betreiber der Internetplattform Facebook hat kürzlich die von ihr selbst online gestellten Fotos einer brustamputierten Frau entfernt und sie als “sexuell und missbräuchlich” klassifiziert. Erst als sich eine Protestgruppe (Get Sharon Adams Picture back on Facebook for Breast Cancer) mit inzwischen weit über 1.000 Mitgliedern bildete, wurde der Fall überprüft und die Frau kann nun wieder ihre Bilder zeigen. Sharon Adams verknüpft sie mit Empfehlungen zur wöchentlichen Selbstuntersuchung der Brust. Leider führt diese jedoch nach evidenzbasierten (= wissenschaftlich nachgewiesenen) Daten zu noch mehr Brustamputationen. Brustkrebs ist ein Dilemma.

Das Internetportal Facebook wird nach diesem Umgang mit Sharon Adams offen kritisiert. Gerade auf soziale Netzwerkarbeit ausgerichtete Internetplattformen sollten sich vor Oberflächlichkeit hüten, so eine der vertretenen Meinungen, bei der es unter anderem um Wertschätzung der durch die BenutzerInnen eingestellten Inhalte geht. In einem Entschuldigungsschreiben eines Facebook-Mitarbeiters an die Protestgruppe wird mitgeteilt, dass die Betreuer des Portals täglich Tausende gemeldeter Fotos kontrollierten und dabei möglicherweise auch einmal etwas entfernten, was nicht gegen die Regeln verstoße. Man müsse also dem Massenbetrieb nachsehen, dass die frischen Operationsnarben einer Frau als sexuell anzüglich interpretiert werden. Der Informationsdienst intern.de, der sich mit dem Internet als Medium befasst, kommentiert denn auch die Notwendigkeit der Protestgruppe wie folgt: “Ebenso wie man es akzeptieren muss, dass man mit einem Monster-Netzwerk, das die privaten Auftritte von über 120 Millionen Menschen betreut, nur per Protest kommunizieren kann.”

Weiterlesen:

Artikel in der Daily Mail, in dem auch das oben eingeblendete Foto online ist: http://www.dailymail.co.uk/femail/article-1189143/Facebook-forced-lift-ban-theyd-imposed-breast-cancer-victims-sexual-abusive-mastectomy-scar-photos.html

Spiegelberichterstattung zu Matuschka 1993

Rubrik fotografie, internet

Stichwort , ,


2 Kommentare

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Weitere Beiträge zum Diskurs

  1. Matuschka « Dokuwiki Brustkrebs linked to this post on 28. Oktober 2011

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  2. Internettrends I: Social Networks und Facebook für Brustkrebs – lernen linked to this post on 11. November 2011

    [...] der Therapie in Bildern. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist die Britin Sharon Adams (s. auch Im Jahr 16 nach Matuschka), die von Facebook wegen der Veröffentlichung ihrer Mastektomienarbe gesperrt wurde. Hier musste [...]



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