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	<title>ressourcen &#187; blog</title>
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	<description>bücher, medien und mehr zu brustkrebs, frauen &#38; gesundheit</description>
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		<title>Sarah Horton &#8211; Being Sarah! (Was wir lieben, müssen wir schützen &#8230;)</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jun 2011 23:56:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sandra Steingraber]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist ein Anschlag und es ist natürlich nicht gerade das, was aktuell von überlebenden Brustkrebspatientinnen gern gesehen wird. Wer Krebs hat, muss dankbar sein, nicht aber eine &#8220;heilungsbessene Gesellschaft&#8221; kritisieren.  &#8220;Wir sehen die Zerstörung, die die Krankheit macht, nicht&#8221;, sagt Sarah Horton. Die moderne medizinische Therapie, Mastektomie, Chemotherapie, Haarverlust, Übelkeit, Silikonimplantate usw., all dies wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein Anschlag und es ist natürlich nicht gerade das, was aktuell von überlebenden Brustkrebspatientinnen gern gesehen wird. Wer Krebs hat, muss dankbar sein, nicht aber eine &#8220;heilungsbessene Gesellschaft&#8221; kritisieren.  &#8220;Wir sehen die Zerstörung, die die Krankheit macht, nicht&#8221;, sagt Sarah Horton. Die moderne medizinische Therapie, Mastektomie, Chemotherapie, Haarverlust, Übelkeit, Silikonimplantate usw., all dies wird uns mit einer rosa Schleife verpackt. Sarah Horton stellt unbequeme Fragen nach den Verantwortlichen und ist eine andere Stimme – garantiert antipink  -, die den Rummel um die rosa Schleife scharf kritisiert, wenn auch leider wieder nur in englischer Sprache. Sie kommt aus Liverpool, spricht aber auch mit ihren Bildern zu uns. Und vielleicht deswegen lohnt es sich doch, auch für die eine oder andere von uns hier, einen Blick auf Sarahs Webseiten, Videos, ihre Bilder oder ihr Buch „Being Sarah“, das sie selbst verlegt hat, zu werfen. Sarahs Mann Ronnie unterstützt und begleitet sie. Er macht Fotos, übernimmt die technische Unterstützung bei den Videos.</p>
<p>Sarahs Themen sind „pink washing“, die ungesunde Geschäftemacherei mit Brustkrebs und Wahlmöglichkeiten bei der Therapie, die es einfach geben muss. Der „qualitätsgesicherte“, „leitliniengerechte“, „einzig richtige“ und „evidenzbasierte“ Weg ist eben nicht immer der einzig mögliche und passt auch nicht für Jede. Sarah berichtet über ihre Erfahrungen mit dem staatlichen Gesundheitsdienst NHS in Großbritannien („We love the NHS. And we talk about it.“, tja, wenn wir das über die verworrene Situation unserer „Gesundheitsreform“ hier in Deutschland doch auch sagen könnten …), und sie thematisiert Krebsvermeidung und die Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Umweltbelastung.</p>
<p>Ein Trugschluss ist die &#8220;alles klar&#8221;-Mentalität, dass wir doch eigentlich ganz gut leben damit, mit all den Therapien, dass Brustkrebs doch heute „heilbar“ ist und „vollständig geheilt“ werden kann. Unsere westlichen Gesellschaften ignorieren die Debatte über Vermeidung. Warum ist das so, und was hat das mit den heiklen politischen Fragen über die Ursachen von Krebs zu tun?</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="478" height="271" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=17473615&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><param name="align" value="center" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="478" height="271" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=17473615&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" align="center" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>In der vergangenen Woche ist Sarah nach Brüssel gefahren. Sie hat wieder ein Video mitgebracht, mit Bildern aus dem Europäischen Parlament, Bilder von Sandra Steingraber, Biologin, Umweltwissenschaftlerin, Mutter, Autorin, Krebsüberlebende. Steingraber stellt unermüdlich die Ursachen zu Krebs auf die Tagesordnung. „Was wir lieben, müssen wir schützen“ (What we love, we must protect) &#8211; Sandra Steingraber, Europäisches Parlament, November 2011. Das Video im Europäischen Parlament entstand mit Hilfe von Helen Lynn.</p>
<h3>Mehr von Sarah Horton</h3>
<p><a href="http://beingsarahblog.blogspot.com/2010/11/you-cant-tell.html" target="_blank">Sarahs Homepage<br />
Sarahs Blog</a><br />
<a href="http://www.lulu.com/product/paperback/being-sarah/13571123" target="_blank">Sarahs Buch</a></p>
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		<title>Tragik begegnen im Social-Media-Zeitalter</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 22:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Confronting Tragedy In The Age of Social Media von Anna Rachnel Ich weiß, dass dieser Eintrag eine dramatisch andere Sicht zeigt als mein letzter Eintrag, aber er zeigt auch, wie ich schwanke. Ich kann im Voraus nie wissen, was ich als nächstes schreibe, bis der Moment da ist und die Ereignisse der vergangenen Woche haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://cancerculturenow.blogspot.com/2010/12/confronting-tragedy-in-age-of-social.html" target="_blank"><strong><em>Confronting Tragedy In The Age of Social Media</em></strong></a><em><br />
von Anna Rachnel</em></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://cancerculturenow.blogspot.com/2010/12/confronting-tragedy-in-age-of-social.html"><img class="size-full wp-image-2143 aligncenter" title="Confronting Tragedy von Anna Rachnel" src="http://www.bcaction.de/bcbooks/wp-content/uploads/2011/03/Clipboard01.jpg" alt="Confronting Tragedy von Anna Rachnel" width="464" height="229" /></a></p>
<p>Ich weiß, dass dieser Eintrag eine dramatisch andere Sicht zeigt als mein letzter Eintrag, aber er zeigt auch, wie ich schwanke. Ich kann im Voraus nie wissen, was ich als nächstes schreibe, bis der Moment da ist und die Ereignisse der vergangenen Woche haben sicherlich Munition für diesen Artikel beigetragen. In der letzten Woche ist ein guter alter Freund an einem inoperablen Gehirntumor plötzlich gestorben. Ich hatte ihn schon länger nicht gesehen, aber wir haben durch gemeinsame Freunde und Emails von Zeit zu Zeit Einzelheiten über unser Leben ausgetauscht. Offensichtlich verschlimmerte sich seine Krankheit, während er arbeitete ganz plötzlich und zwei Wochen später war er weg. Es ging sehr schnell und war für die meisten eine völlige Überraschung. Aber so ist Krebs, nicht wahr? Er schleicht sich an, wenn man es am wenigsten erwartet und ohne erkennbare Logik, wer der nächste ist und wann. Die Welt ist plötzlich ein leerer Platz durch den Verlust dieses wunderbaren, erstaunlichen Menschen und es kam mir vor wie der Höhepunkt in einer Woche, wo es so schien, dass sich alles nur um den Tod dreht, egal wohin man schaut.</p>
<p>Das erste Mal wurde mir durch eine andere Freundin auf Facebbook klar, dass er krank war und dann erhielt ich eine Email mit den schlechten Nachrichten. Als ich den Namen meines alten Freundes googlete, fand ich einen Nachruf auf einer Nachrufseite, auf der man sich mit dem Facebook-Account einloggen und alle Details zu Beerdigungen, Nachrichten für die Familie, virtuelle Kerzen und Blumengeschäfte findet, um den Angehörigen Blumen zu schicken. Man kann auch einen Familienstammbaum anlegen und bekommt eine unbefristete Erinnerungsseite zum Schnäppchenpreis für eine geringe monatliche Gebühr. Es sieht so aus, dass die meisten Bestattungsunternehmen bereits mit irgendeinem Beerdigungsportal verknüpft sind und ich habe es nicht zum ersten Mal gesehen, dass Trauernden Online-Trauerangebote gemacht werden.</p>
<p>Anfänglich war ich von diesem Konzept ein wenig unangenehm berührt, aber letztlich glaube ich, mein Freund würde das Gedenken, dass ihm auf diese Weise gewährt wurde, gut finden und die Familie würde, wenn sie schließlich die Zeit dazu findet, auch Trost aus den Einträgen für diesen wunderbaren Menschen ziehen. Aber es hat mich auch nachdenklich gemacht. Wie wichtig sind Social Media heute im Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft?</p>
<p>Anfang letzter Woche stolperte ich außerdem zufällig über ein Brustkrebsblog, wo das Sterben einer Frau und ihre letzten Momente dokumentiert und für die Nachwelt aufgezeichnet wurden. Nach dem, was ich sehen konnte, war die Frau im Krankenhaus und diktierte ihrer Schwester, die es aufzeichnete und in ihren Blog einstellte bzw. es als SMS versandte, um es als Transkript in den Blog einzustellen. Es war ein sehr eigenartiges Moment für mich und ich schämte mich fast, dass ich scheinbar lauernd auf dieser Webseite war, bei diesem eindringlichen, heiligsten Moment eines Lebens. (Um jedwede Art der Gafferei zu vermeiden, würde ich mich nicht wohl fühlen, diese Webseite zu identifizieren und es würde auch keinen Sinn machen, dies hier zu tun. Die betreffende Frau starb Ende der Woche.)</p>
<p>Es sieht so aus, das Leben und Sterben, insbesondere mit Krebs, zu einer öffentlichen Angelegenheit geworden ist. Wir bloggen darüber, wir tweeten es und wir posten für alle sichtbar Aktualisierungen auf Facebook.</p>
<p>In der Welt der Krebsblogs gibt es „Grabstein-Blogs“ im Überfluss, die damit enden, dass Angehörige die Welt über den Tod der AutorInnen informieren oder es kommt gar nichts und es bleiben nur unsere Annahmen über das Schicksal unserer virtuellen Begleiterinnen. Es gibt sogar Facebook-Seiten für Verstorbene. Eine gute Freundin von mir starb vor zwei Jahren an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs und ihr aktiver Facebook-Account wird von ihrer Schwester betreut, in den ihre Freunde immer noch Botschaften einstellen, eine Art virtueller Friedhof, auf dem man gehen kann, um friedlich mit den Verstorbenen ein Zwiegespräch zu führen, in einer Weise, die sich greifbar anfühlt.</p>
<p>Tatsächlich konnten die Social Media-TeilnehmerInnen in dieser Woche kollektiv trauern über Nachricht des Todes von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Edwards" target="_blank">Elizabeth Edwards</a>, Rechtsanwältin, Autorin, Gesundheitsaktivistin und Ex-Ehefrau von Möchtegern-Präsidentschaftskandidat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Edwards_%28North_Carolina%29" target="_blank">John Edwards</a>. Bei Elizabeth Edwards war im Jahr 2004 fortgeschrittener Brustkrebs diagnostiziert worden, seit 2007 metastasiert, lebte sie seitdem mit der Krankheit. Nachdem der Öffentlichkeit durch ihre Familie bekannt gegeben worden war, dass sie ihre Krebstherapien abgebrochen hat, veröffentlichte sie ihre letzten Worte als Facebook-Status:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ihr alle wisst, dass ich mein Leben nachhaltig auf drei Stützen aufgebaut habe: Meine Familie, meine Freunde und das Vertrauen in Widerstandsfähigkeit und Hoffnung. Diese Säulen haben mich durch die schwierigsten Zeiten getragen und sie brachten mehr Freude und Gutes als ich mir je hätte vorstellen können. Die Tage unseres Lebens, für uns alle, sind gezählt. Das wissen wir. Und ja, es gibt sicherlich Zeiten, in denen wir nicht imstande sind, so viel Kraft und Geduld aufzubringen, wie wir gern möchten. Man nennt es menschlich sein. Aber ich habe herausgefunden, dass in dem einfachen Akt des Lebens in Hoffnung und in den täglichen Anstrengungen, einen positiven Einfluss auf den Lauf der Dinge zu nehmen, die Tage, die ich habe, alle um so wichtiger und kostbarer sind. Und dafür bin ich dankbar. Ich kann die Liebe und Dankbarkeit, die ich in mir fühle, für alle, die mich an jedem Tag unterstützt und inspiriert haben, nicht in Worte fassen. Ich kann euch einfach nur sagen: Ihr wisst es.&#8221; (You all know that I have been sustained throughout my life by three saving graces – my family, my friends, and a faith in the power of resilience and hope. These graces have carried me through difficult times and they have brought more joy to the good times than I ever could have imagined. The days of our lives, for all of us, are numbered. We know that. And, yes, there are certainly times when we aren&#8217;t able to muster as much strength and patience as we would like. It&#8217;s called being human. But I have found that in the simple act of living with hope, and in the daily effort to have a positive impact in the world, the days I do have are made all the more meaningful and precious. And for that I am grateful. It isn&#8217;t possible to put into words the love and gratitude I feel to everyone who has and continues to support and inspire me every day. To you I simply say: you know.&#8221;) </em></p></blockquote>
<p>Einen Tag später erfuhr die Öffentlichkeit, dass Elizabeth Edwards gestorben war. Der Strom der Emotionen auf Twitter, Facebook, in den Blogs und den vielen Online-Artikeln, die nach ihrem Tod erschienen, war überwältigend. Obwohl kaum jemand behaupten konnte, eine persönliche Beziehung zu ihr gehabt zu haben, schien es so, als sei ihr Tod eine Art Wendepunkt, vor allem in der Brustkrebs-Online-Community. Viele philosophierten lyrisch über ein Leben in „Anmut und Würde“ und einen &#8220;friedlichen Tod zu Hause von Familie und Freunden umgeben&#8221;. Nun können wir nicht wirklich etwas zu den Umständen ihres Todes sagen, weder ob sie Schmerzen hatte, noch ob sie ihr Schicksal akzeptiert hatte oder ob sie sich des nahen Endes bewusst gewesen ist, aber als die virtuelle Gruppe der „Schwestern“, die von Brustkrebs betroffen sind, empfinden wir scheinbar Trost in dem Wissen, dass sie ihren Frieden nach einem „tapferen und mutigen“ Kampf gegen metastasierten Brustkrebs gefunden hat. Für mich war ihr Tod &#8211; obwohl es natürlich ein trauriger Moment war -  eher eine krasse und tragische Erinnerung daran, dass Brustkrebs nicht die „chronische Krankheit“ ist, wie es uns viele in Krebsindustrie und Ärzteschaft glauben machen wollen. Elizabeth Edwards Tod machte mir einfach nur den einer Lotterie ähnlichen Charakter dieser Krankheit klar. Nachdem sie im Jahr 2004 die Diagnose erhielt, im selben Jahr wie ich, kam ihr Krebs 2007, im gleichen Jahr wie bei mir, zurück. Obwohl ich sicher bin, dass wir beide Zugang zu allem hatten, was die medizinische Profession anzubieten hat, im Sinne von Therapien, habe ich einfach nur ein wenig mehr „Glück“ mit meiner Krankheit als Mrs. Edwards, dass ich immer noch da bin.</p>
<p>Obwohl die Anzahl der Therapien für Stadium IV mehr werden, ist ihre Wirksamkeit unsicher und was bei einer Patientin wirkt, wirkt bei einer anderen aus nicht klar identifizierbaren Gründen nicht. Ich kann es nur „verrücktes Glück“ (dumb luck) nennen. Und es macht mich verrückt, wenn ich über ihren Tod nachdenke, dass wieder einmal eine Frau sterben musste, weil wir nicht wissen, wie man diese blöde Krankheit stoppen kann. Wir können alles Geld der Welt in Ausbildungs- und Bewusstseins-Kampagnen investieren, aber es hat Elizabeth Edwards nicht für einen Jota geholfen, noch hilft es den Hunderttausenden, die aktuell mit metastasiertem Brustkrebs (oder anderen Krebsarten) leben. In dieser Hinsicht müssen wir einfach besser werden.</p>
<p>Und in gewisser Weise ist es ein Grund, warum ich dankbar bin für die Fortschritte in der Computertechnologie, die uns die Social Media-Werkzeuge beschert hat. Wegen der Existenz dieser sozialen Medien ist Krebs in einer Weise in der Öffentlichkeit, die konfrontativ und persönlich ist, und zwar in einer Weise, die uns alle daran erinnert, das Krebs jeden jederzeit treffen kann. Krebs diskriminiert nicht. Der Tod von Elizabeth Edwards und die kollektive Online-Berichterstattung und Verbreitung von Trauer spiegelt deutlich sichtbar persönliche Reaktionen, die weit über das, was ein einfacher Nachruf in der Zeitung hervorgerufen hätte, hinausgehen. Ich war unglaublich traurig, dass wieder eine Frau an der Krankheit gestorben war, aber ich war fast froh, dass ihr Bekanntheitsgrad und die damit verknüpfte Online-Persönlichkeit Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenkte, dass metastasierender Brustkrebs trotz einer Zunahme von Behandlungsmöglichkeiten und der besten Pflege unumstößlich mit dem Tod endet. Und es ist diese Perspektive, aus der ich für mich selbst und die vielen anderen von dieser heimtückischen Krankheit betroffenen Frauen hoffe, dass die Öffentlichkeit nicht so schnell vergisst, was es wirklich heißt, mit der Diagnose Brustkrebs zu leben.</p>
<p>Elizabeth Edwards Tod sollte ein Aufruf zum Handeln sein, um diese Krankheit besser zu bekämpfen und zum Verschwinden zu bringen. Wir müssen darüber sprechen und Social Media sind ein Weg, um diese Botschaft im öffentlichen Bewusstsein wach zu halten.</p>
<p>Für diejenigen von uns, die mit Krebs und anderen schweren Krankheiten leben, haben Social Media die Möglichkeit eröffnet, uns innerhalb einer gigantischen virtuellen Selbsthilfegruppe zu kontaktieren, wo wir gleichgesinnte Menschen treffen und unser Leid ohne Richter ins Universium stellen können. Wir können Informationen zu Momentaufnahmen finden und uns darauf verlassen, dass immer jemand da ist, der gerade exakt das Gleiche durchmacht. Selbst wenn wir normalerweise diese virtuellen Schicksalsgefährtinnen nie treffen und keine Beziehung über Online-Foren, Diskussionsstränge, Blogkommentare, Twitterfeeds oder Facebook-Seiten hinaus aufnehmen, ist es unglaublich stärkend als Teil einer Gruppe Denkweisen und Gefühle im Umgang mit einer katastrophalen Krankheit zu teilen.</p>
<p>Obwohl viele von uns völlig unterschiedliche Standpunkte haben, unterschiedliche Strategien der Bewältigung nutzen und manche einfach nur mitlesen und nachdenken, während andere zu irgendeiner Art von Aktivismus motiviert werden, kann man Trost aus dem Wissen ziehen, das man nicht allein ist.</p>
<p>Tatsächlich schrieb Chemobabe in ihrem letzten Blogeintrag Good Company, warum wir den immanenten Bedarf haben, uns gegenseitig zu suchen, wenn sie sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir Überlebenden brauchen einander. Wir leben in einer emotionalen Realität, die zwar begreifbar erscheint, aber vielleicht nicht ganz verstanden werden kann von denjenigen, die außerhalb dieser Erfahrung stehen, unabhängig davon, wie sehr sie uns lieben. Es ist oft ein einsamer Ort.&#8221;</p></blockquote>
<p>Letztlich können Leben und Sterben im Zeitalter sozialer Medien unfassbar erscheinen, ja sogar verabscheuungswürdig für einige. Aber es dient einem Zweck, besonders für die, die mit einer schweren Krankheit leben. Gefühle von Isolation und der ihnen innewohnenden Einsamkeit sind ein häufiges Problem – oft ist es leichter zu schreiben, was los ist, als mit engen Verwandten oder Freunden zu sprechen, und sicherlich gibt es einen therapeutischen Wert, den man erfahren kann, wenn man in der Lage ist, ehrlich auszudrücken, was man fühlt, durch den anonymen Schrei ins Universum. Man wird gehört und das ist nicht unerheblich.</p>
<p>Deswegen denke ich, dass die sterbende Frau das Bedürfnis hatte, ihre letzten Momente an die Welt zu bloggen. Weil sie daran erinnern wollte, dass sie noch von Bedeutung ist. Und dass sie immer noch etwas zu sagen hat. Das ist auch der Grund, warum Elizabeth Edwards ihre letzten Worte via Facebook-Status veröffentlicht hat. Weil auch sie einfach gehört werden wollte. Und das ist es, was alle von uns wollen, einfach gehört werden.</p>
<p>Es ist irgendwie interessant, daran zu denken, dass unsere Blogs, Twitter-Feeds und Facebook-Seiten als Binärcode und Bits und Bytes, irgendwo auf einem Server gespeichert vielleicht, eines Tages unser Werk sind. In Ewigkeit können wir weiterhin gehört werden. So, meine Lieben, ich sage es euch. Schreibt weiter.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 474px"><a href="http://3.bp.blogspot.com/_tgEK-yGypds/TQVFzSlYo6I/AAAAAAAAAFs/_21ZYk4wtUw/s1600/fb-friends.jpg"><img title="Menschen wollen gehört werden" src="http://3.bp.blogspot.com/_tgEK-yGypds/TQVFzSlYo6I/AAAAAAAAAFs/_21ZYk4wtUw/s1600/fb-friends.jpg" alt="Menschen wollen gehört werden" width="464" height="302" /></a><p class="wp-caption-text">Menschen wollen gehört werden</p></div>
<p>Dieser Artikel erschien am 13.12.2010 in Anna Rachnels Blog <a href="http://cancerculturenow.blogspot.com">The Cancer Culture Chronicals</a>: One women&#8217;s inside view of living with breast cancer in today&#8217;s society. Übersetzt von Gudrun Kemper und veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von und Dank an Anna Rachnel</p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p><a href="http://www.bcaction.de/bcbooks/anna-rachnel-blog-ausgetretene-pfade/" target="_blank">Ausgetretene Pfade</a> von Anna Rachnel (<a href="http://www.bcaction.de/pdf/ressourcen/2010_anna_rachnel.pdf" target="_blank">&gt;&gt;&gt; pdf-Version zum Download</a>)</p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/bcbooks/frauen-bewaeltigen-brustkrebs-%E2%80%93-ueber-die-jahrhunderte-hinweg-oder-die-faehigkeit-etwas-zu-schaffen-the-can-do-spirit/" target="_blank">Frauen bewältigen Brustkrebs über die Jahrhunderte</a> von Anna Rachnel</p>
<p><a href="http://cancerculturenow.blogspot.com/2011/01/preserving-our-digital-legacy.html" target="_blank">Preserving our Digital Legacy</a> von Anna Rachnel</p>
<p><a href="http://www.blogger.com/profile/07650364997423007994" target="_blank">Anna Rachnel Blog</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Frauen bewältigen Brustkrebs – Über die Jahrhunderte hinweg oder Die Fähigkeit, etwas zu schaffen = The Can-Do Spirit</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 22:02:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anna Rachnel schreibt über ihre Krankheitserfahrung mit Brustkrebs und geht der Frage nach, warum Frauen schreiben, was sie damit (er)schaffen. &#8220;Wir werden uns weiterhin mitteilen, wir werden weiterhin schreiben, einfach um das zu tun, was wir tun. Warum? Weil wir es tun!&#8221; Spurensuche und ein wenig auch Spuren schaffen, etwas dokumentieren, etwas das bleibt &#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #78468c;">Anna Rachnel schreibt über ihre Krankheitserfahrung mit Brustkrebs und geht der Frage nach, warum Frauen schreiben, was sie damit (er)schaffen. <em>&#8220;Wir werden uns weiterhin mitteilen, wir werden weiterhin schreiben, einfach um das zu tun, was wir tun. Warum? Weil wir es tun!&#8221; Spurensuche und ein wenig auch Spuren schaffen, etwas dokumentieren, etwas das bleibt &#8230; </em></span></p>
<p><em>Von Anna Rachnel </em></p>
<p align="right">
<p><em>„Sie können es schaffen. Sie werden es überstehen.“</em> Diese Worte sagte mir sanft meine Onkologin, Dr. WW, als ich im Jahr 2004 das erste Mal diagnostiziert wurde, angesichts das Leben verändernder Operationen und schwächender Chemotherapien. Und Dr. WW hat diese Worte auch weiterhin eingesetzt als eine Möglichkeit, mich zu überreden, immer wenn wir eine neue Krise hatten und immer wenn eine neue beängstigende Runde von Untersuchungen uns niederzwang zum Wechsel der Chemotherapie.</p>
<p>Interessant für mich ist, dass aus irgendeinem Grund dieses kleine Mantra „Ich kann es schaffen“ bei mir geblieben ist und zu mir hielt, selbst in den schwierigsten Zeiten. Ich bin immer wieder verwundert, was der menschliche Körper und die Psyche in der Lage sind, angesichts einer medizinischen Katastrophe zu ertragen. Und auch wenn viele Menschen so schnell dabei sind, diese Art von Bewältigungsmechanismus <em>tapfer </em>oder<em> Kampfgeist</em> oder auch einfach<em> Charakterstärke </em>zu nennen, für mich ist er einfach der beste Weg den ich kenne, durch eine schreckliche Erfahrung zu gehen. Es hat nichts mit Tapferkeit zu tun. Es ist einfach das, was es ist. Und würden andere nicht genau das gleich tun, wenn sie in meiner Situation wären? Du machst es halt und hältst durch. Irgendwie.</p>
<div id="attachment_1885" class="wp-caption alignleft" style="width: 212px"><a rel="attachment wp-att-1885" href="http://www.bcaction.de/bcbooks/frauen-bewaeltigen-brustkrebs-%e2%80%93-ueber-die-jahrhunderte-hinweg-oder-die-faehigkeit-etwas-zu-schaffen-the-can-do-spirit/bathshebasbreast/"><img class="size-medium wp-image-1885" title="Bathshebas Breast" src="http://www.bcaction.de/bcbooks/wp-content/uploads/2011/01/BathshebasBreast-202x300.jpg" alt="Bathsheba's Breast: Titelblatt des James S. Olson-Buchs" width="202" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bathsheba&#39;s Breast: Titelblatt des James S. Olson-Buchs</p></div>
<p>Im Umgang mit meinem eigenen Krebs-Alptraum bin ich zu einer unersättlichen Leserin aller möglichen Materialien zu Brustkrebs geworden. Vor allem die Geschichte von Brustkrebs hat mich interessiert. Gerade habe ich ein fesselndes Buch &#8211; <a href="http://books.google.com/books?id=gp9aMBieClMC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=bathsheba%27s+breast+olson&amp;source=bl&amp;ots=IEr0uAcSce&amp;sig=cmIay4pQkTuljdwBvCa2b_h-XvI&amp;hl=en&amp;ei=oIcbTczZBMH88AbnqKiGDg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CBMQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=fa" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Bathsheba&#8217;s Breast: Women, Cancer &amp; History</a> &#8211; gelesen.</p>
<p>Nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich zwei Dinge begriffen. Erstens, wie lange die Krankheit Brustkrebs bereits bekannt ist, offenbar seit den altägyptischen Zeiten, und wie wenig wir erst über Brustkrebs wissen, selbst heute noch. Und zweitens war ich sehr bewegt von den schrecklichen Qualen, die Frauen ertragen haben &#8211; und weiterhin ertragen &#8211; im Umgang mit der Krankheit selbst und den Behandlungen, die ihnen zugefügt werden durch das medizinische Establishment der jeweiligen Zeit. Tatsächlich sind ihre Geschichten traumatisch und unerträglich grausam für LeserInnen, aber am Ende erinnern sie daran, was Generationen von Frauen schon immer bereit waren, in der Hoffnung auf eine Heilung von dieser schrecklichen Krankheit auf sich zu nehmen.</p>
<h3>Anna von Österreich (1601 &#8211; 1666)</h3>
<div id="attachment_1886" class="wp-caption alignright" style="width: 242px"><a rel="attachment wp-att-1886" href="http://www.bcaction.de/bcbooks/frauen-bewaeltigen-brustkrebs-%e2%80%93-ueber-die-jahrhunderte-hinweg-oder-die-faehigkeit-etwas-zu-schaffen-the-can-do-spirit/anne-von-osterreich/"><img class="size-medium wp-image-1886 " title="Anne von Österreich " src="http://www.bcaction.de/bcbooks/wp-content/uploads/2011/01/Anne-von-Österreich-271x300.jpg" alt="Anna von Österreich (1601 - 1666) - Abb. Quelle: Wikipedia" width="232" height="256" /></a><p class="wp-caption-text">Anna von Österreich (1601 - 1666) - Abb. Quelle: Wikipedia</p></div>
<p>Betrachten wir  <a href="../?attachment_id=1633"></a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_von_%C3%96sterreich_%281601%E2%80%931666%29" target="_blank">Anna von Österreich</a>, die Frau von Ludwig XIII., die 1666 in Frankreich im Alter von 65 Jahren an Brustkrebs starb. Sie hatte zunächst 1663 in ihrer Brust einen Knoten bemerkt, aber sie entschied sich, ihn zu ignorieren, wohl um den schrecklichen und entmutigenden Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs in dieser Zeit zu entgehen, die damals die chirurgische Exzision, Blutungen und &#8211; Säuberung von der angeblich krebserregenden schwarzen Galle (s. dazu black bile, <a href="http://www.cancer.org/Cancer/CancerBasics/TheHistoryofCancer/the-history-of-cancer-cancer-causes-theories-throughout-history" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Cancer causes: Theories throughout history</a>), nach einer beliebten medizinischen Theorie zu Körperflüssigkeiten jener Zeit – umfassten. Im Jahre 1664, nachdem der Schmerz durch den Tumor unerträglich und Anna kränker wurde, konsultierte sie ihre Ärzte. Die Ärzte realisierten, dass eine Operation nicht mehr möglich war, da der Tumor sich bereits bis unter den Arm ausgebreitet hatte, und so begannen sie eine Reihe von Behandlungen, um sie am Leben zu halten. Blutungen, tägliche Einläufe, Säuberungsaktionen, Kräuter-Kompressen und sogar täglich chirurgische Entfernung des nekrotischen Gewebes wurden Annas Realität. Aber es war alles vergeblich, nach ihrem quälenden Märtyrium starb Anna im Jahr 1666.</p>
<p>Im 18. Jahrhundert hatte man die medizinischen Theorien zu den Körperflüssigkeiten bei Brustkrebs weitgehend aufgegeben und die Mastektomie war bevorzugte Methode der Behandlung durch Ärzte der damaligen Zeit. Im Jahr 1811 beschrieb die viktorianische Schriftstellerin Fanny Burney in einem Brief ihre Erfahrungen mit einer Mastektomie ohne Betäubung und ohne geeignete Sterilität. Es folgt ein Ausschnitt der grauenvolle Beschreibung, die vollständig unter dem bei beigefügten Link [<a href="http://wesclark.com/jw/mastectomy.html" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Fanny Burney</a>] nachgelesen werden kann.</p>
<h3>Fanny Burney (1752 &#8211; 1840)</h3>
<p><em><a href="../brustkrebs-ueber-die-jahrhunderte/funny-burney-2/"></a></em></p>
<p><em></p>
<div id="attachment_1895" class="wp-caption alignleft" style="width: 191px"><em><a rel="attachment wp-att-1895" href="http://www.bcaction.de/bcbooks/frauen-bewaeltigen-brustkrebs-%e2%80%93-ueber-die-jahrhunderte-hinweg-oder-die-faehigkeit-etwas-zu-schaffen-the-can-do-spirit/funny-burney-2/"><img class="size-full wp-image-1895" title="Fanny Burney auf dem Titelblatt der Biographie von Claire Harman" src="http://www.bcaction.de/bcbooks/wp-content/uploads/2011/01/Funny-Burney1.jpg" alt="Fanny Burney auf dem Titelblatt der Biographie von Claire Harman" width="181" height="278" /></a></em><p class="wp-caption-text">Fanny Burney auf dem Titelblatt der Biographie von Claire Harman</p></div>
<p>Meine liebste Esther, &#8211; &amp; alle meine Lieben, denen sie dieses traurige Liedchen erzählt, wird sich freuen zu hören, dass diese einmal getroffene Entscheidung fest eingehalten wurde, trotz des Terrors, der jede Beschreibung übertrifft, &amp; der höchst qualvollen Schmerzen. Doch – als der fürchterliche Stahl in die Brust schnitt – Venen &#8211; Arterien &#8211; Fleisch &#8211; Nerven – brauchte ich keine Anweisungen, um meine Schreie zu bändigen. Ich begann einen Schrei, der ununterbrochen während der ganzen Zeit des Schneidens dauerte &#8211; &amp; ich wunderte mich fast, dass er in meinen Ohren nicht immer noch klingt! so qualvoll war die Agonie. Als die Wunde gemacht wurde, &amp; das Gerät weggenommen wurde, schien der Schmerz ungebrochen, denn die Luft, die plötzlich diese empfindlichen Teile berührte, fühlte sich wie eine Masse von winzigen, aber scharfen &amp; gegabelten Dolchen an , die an den Rändern der Wunde rissen – aber als ich wieder das Instrument fühlte &#8211; eine Kurve schreibend, &#8211; Schneiden gegen den Strich, wenn ich so sagen darf, während das Fleisch bei so gewaltsamer Art und Weise versucht, sich dem Reifen &amp; der Hand des Betreibers entgegen zu stellen, die von rechts nach links gezwungen wurde &#8211; dann, ja, dachte ich, ich muss gestorben sein.</em></p>
<p><a href="../?attachment_id=1633"></a><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Abigail_Adams_Smith" target="_blank">Abigail &#8220;Nabby&#8221; Smith</a>, Tochter des [zweiten] U.S. Präsidenten John Adams und dessen Frau Abigail, fand 1809 einen Knoten in ihrer Brust. Der Arzt der Familie, William Rush, schrieb nach seiner Konsultation an ihre Familie.</p>
<h3>Nabby Smith (1765 &#8211; 1813)</h3>
<p><em>“… Dieses Mittel ist das Messer. Vom Stadium her ist der Tumor jetzt in einer guten Situation für eine Operation. Sollte sie warten, bis es eitert oder sich gar sehr entzündet, mag es zu spät sein … Ich wiederhole es, lassen Sie keine Zeit vergehen, das Messer anzusetzen.“ </em></p>
<p>Schließlich operierte ein Chirurg namens John Warren von Boston Nabby im Schlafzimmer des oberen Stockwerks im Hause der Adams. Seine chirurgischen Werkzeuge bestanden auch aus einer großen Gabel mit zwei sechs Zoll Zinken, die in einer scharfen Nadel endeten, einem Rasiermesser mit Holzgriff, einem Berg Kompressen und einem kleinen Ofen mit glühenden Kohlen für die Erhitzung eines schweren Eisenspachtels.</p>
<p>Nabby betrat das Schlafzimmer in ihrem Sonntagsstaat gekleidet und wurde angewiesen, sich hinzusetzen und sich in einen Liegestuhl zurückzulehnen, auf den ihre Taille, Beine, Füße und der rechte Arm angeschnallt wurden, während ihr linker Arm über dem Kopf gehoben wurde. Während ein anderer Arzt den erhobenen Arm hielt und ein weiterer stand hinter ihr stand und Schulter und Nacken hielt.</p>
<p>Rittlings über Nabby’s Knien lehnend über ihren halb vorgebeugten Körper schritt Warren zur Arbeit ….</p>
<p>Eine vollständige Beschreibung dieser Operation, wiederum durchgeführt ohne Anästhesie und ohne sterile Bedingungen, „Nabby’s Heilung“ und ihr Sterben an der Krankheit im Alter von 48 Jahren im Jahr 1813 aus dem Buch von James S. Olson ist als Aufsatz [in engl. Sprache] verfügbar auf der <a href="http://www.shsu.edu/%7Epin_www/T@S/2002/NabbyAdamsEssay.html" target="_self"> &gt;&gt;&gt; Webseite der Staatlichen Sam Houston Universität. </a></p>
<h3>Asa und Lucy Thurston</h3>
<div id="attachment_1888" class="wp-caption alignright" style="width: 283px"><a rel="attachment wp-att-1888" href="http://www.bcaction.de/bcbooks/frauen-bewaeltigen-brustkrebs-%e2%80%93-ueber-die-jahrhunderte-hinweg-oder-die-faehigkeit-etwas-zu-schaffen-the-can-do-spirit/thurstons/"><img class="size-medium wp-image-1888" title="Thurstons" src="http://www.bcaction.de/bcbooks/wp-content/uploads/2011/01/Thurstons-300x231.jpg" alt=" Die Thurstons im Jahr 1668, Abb. Wikipedia" width="273" height="210" /></a><p class="wp-caption-text"> Die Thurstons im Jahr 1668, Abb. Wikipedia</p></div>
<p>Auch <a href="../?attachment_id=1633"></a> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Asa_and_Lucy_Goodale_Thurston" target="_blank">Lucy Goodale Thurston</a> (b.1795 &#8211; d. 1876), eine auf Hawaii lebende Missionarin, schrieb einen <a href="http://books.google.com/books?id=ueTtVSNEJtEC&amp;pg=PA298&amp;lpg=PA298&amp;dq=lucy+thurston+mastectomy&amp;source=bl&amp;ots=NZ2iMf5AAC&amp;sig=H8fSsqtwcA1UnItBBzAOS8ApvWc&amp;hl=en&amp;ei=Pw8aTZPEE4-p8AbmnPXBDg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CBMQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=lucy%20thurston%20mastectomy&amp;f=false" target="_blank">unglaublichen Brief</a>, in dem sie eine Mastektomie ohne Narkose beschreibt, die 1855 durchgeführt wurde. Hier ist ein Auszug:</p>
<p><em>„Dann gab es einen tiefen und langen Schnitt, zuerst auf der einen Seite der Brust, dann auf der anderen. Schwere Krankheit ergriff mich und ich erbrach mein Frühstück. Darauf folgte eine extreme Schwäche. Meine Leiden waren nicht länger lokal. Da war ein allgemeines Gefühl von Todesangst während der gesamten Operation.“</em></p>
<p>Das Lesen der Geschichten dieser Frauen erinnert uns an die Widerstandsfähigkeit von Frauen, selbst unter schwierigsten Umständen, und es liegt etwas Verbindendes darin, mit dem ich versuche, meine eigene Brustkrebstherapie zu verstehen. Egal, wie schlecht die Dinge für mich manchmal aussehen, der schiere Terror und Horror, den jede dieser Frauen, die in diesem Beitrag vorgestellt wurden, durchgemacht haben müssen, ist absolut unvorstellbar. Und doch fanden sie irgendwie die Kraft, es so gut wie möglich zu schaffen und sie litten und ertrugen die meisten unbeschreiblichen Erniedrigungen bei der Suche nach einer Heilung ihrer Krankheit. Zu Fanny’s und Lucy’s Fall ist noch zu sagen, dass sie über ihre Erfahrungen schrieben in einer Zeit, als Brustkrebs als Schande galt, etwas das versteckt werden &#8211; und schon gar nicht außerhalb der unmittelbaren Familie &#8211; diskutiert werden sollte.</p>
<p>Doch irgendwie &#8211; da treffen sich meine Erfahrungen und die Erfahrungen dieser Frauen &#8211; fanden sie die Kraft. Gayle <a href="http://gaylesulik.com/?page_id=2" target="_blank">Sulik</a>’s Artikel <a href="http://gaylesulik.com/?p=4107" target="_blank">&gt;&gt;&gt; The terrible stories</a> (Die schrecklichen Geschichten) und die Diskussion der Arbeiten der afro-amerikanischen Poetin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lucille_Clifton">&gt;&gt;&gt; Lucille Clifton</a>, die ebenfalls Brustkrebs hatte, beschreibt tatsächlich sehr gut die Bedeutung des Schreibens als Weg, um mit dieser Art von Trauma fertig zu werden. Die „schrecklichen Geschichten“ von denen Clifton spricht, offenbaren die Macht des Geschichtenerzählens im Zusammenhang mit lebensbedrohlichen Erfahrungen. Die Erzählungen, notwendig und erschreckend, sind eine Art der Kommunikation, die Suche nach Verbindungen und dem Weg, privaten, tief empfundenen Erfahrungen eine Stimme zu verleihen.</p>
<p>Unmöglich, frei über ihre eigenen Erfahrungen zu sprechen, fanden Fanny und Lucy vielleicht Trost im Schreiben ihres Briefes &#8211; und konnten einen Weg finden, mit dem, was ihnen passiert war, fertig zu werden. Wahrscheinlich war das Schreiben sogar ihre einzige Hilfe bei dem Versuch, die großen Verletzungen, die sie seelisch und körperlich durchgemacht hatten, zu heilen. In vielerlei Hinsicht sind es keine anderen Gründe, die uns unsere Blogs über die Erfahrungen mit Krebs heute schreiben lassen.</p>
<p>Beim Lesen und Verarbeiten dieser Geschichten von Frauen war das Besondere für mich ihre Haltung bei der Bewältigung ihrer schrecklichen Operationen und Behandlungen. Es ist eine Fähigkeit, so meine ich, die viele Frauen besitzen. Es ist nicht unbedingt Tapferkeit, Courage oder gesegnete Stärke, vielmehr ist es die Fähigkeit, etwas zu (er)schaffen. Ich denke, es ist diese Fähigkeit, die mich trägt. Und vielleicht ist es das, was meine Onkologin anspricht, wenn sie mir sagt: „Sie können es schaffen. Sie werden es überstehen“. Es ist die Fähigkeit, die so viele Frauen teilen und reflektieren in so vielen Geschichten, in der Vergangenheit und in der Gegenwart, berühmte Frauen und ganz normale Frauen gleichermaßen, was ich sehr inspirierend und motivierend finde.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Krebs verkörpern wir fortgesetzt und jeden Tag diese Frauen mit der Fähigkeit, etwas zu erschaffen, wahrscheinlich sogar ohne es zu bemerken. Sarah Horton aus <a href="http://www.beingsarah.com/" target="_blank">Being Sarah</a>, eine Frau, die ein Buch zu Brustkrebs veröffentlicht in Großbritannien und Gudrun Kemper von <a href="http://www.facebook.com/BCActionGermany" target="_blank">Breast Cancer Action Germany</a>, einer unabhängige Stimme für Frauen mit Brustkrebs in Deutschland, wo die Krebskultur von pharmazeutischen Konzernen dominiert wird. Gayle Sulik, die Autorin von <a href="http://www.pinkribbonblues.org/" target="_blank">Pink Ribbon Blues</a>, die schwerwiegende Fragen zur amerikanischen Brustkrebsbewegung aufwirft, Jody Shoger von <a href="http://womenwcancer.blogspot.com/" target="_blank">Women With Cancer</a>, eine unermüdliche Interessenvertreterin, die die Macht von Twitter (<a href="http://twitter.com/jodyms" target="_blank">@jodyms</a>) nutzt, um uns mit Nachrichten aus der Krebsumgebung zu informieren, <a href="http://www.chemobabe.com/" target="_blank">Chemobabe</a>, Katie von <a href="http://www.uneasypink.com/" target="_blank">Uneasy Pink</a>, Kathi, die <a href="http://accidentalamazon.com/blog/" target="_blank">Accidental Amazon</a>, Stacey von <a href="http://www.bringingupgoliath.com/" target="_blank">Bringing Up Goliath</a>, Nancy von <a href="http://nancyspoint.com/" target="_blank">Nancy&#8217;s Point</a>, Brenda mit <a href="http://breastcancersisterhood.com/" target="_blank">Breast Cancer Sisterhood</a>, Marie von <a href="http://beyondbreastcancer.wordpress.com/" target="_blank">Journeying Beyond Breast Cancer</a>, Sarah mit <a href="http://carcinista.com/" target="_blank">The Carcinista</a> sind ein paar mehr aus dieser wunderbaren Community von schreibenden Frauen mit der Fähigkeit, etwas zu (er)schaffen, die ihre Hausaufgaben machen, um das Feuer am Leben zu erhalten und dabei die Scheinwerfer auf die Realtität des Lebens, das unterbrochen und durch die Krebsdiagnose in Frage gestellt wurde. Wir werden uns weiterhin mitteilen, wir werden weiterhin schreiben, einfach um das zu tun, was wir tun. Warum? Weil wir es tun!</p>
<p>Und an die LeserInnen, es passiert mit diesem Sinn „es zu schaffen“ im Kopf, dass ich heute ein Versprechen von mir einlöse, (erwähnt in meinem Beitrag <a href="http://cancerculturenow.blogspot.com/2010/12/moving-forward-hopefully-in-red-karmann.html" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Moving Forward</a> (Weitergehen)), die Gründung eines neuen Blogs mit dem Namen <a href="http://candowomen.wordpress.com/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Can-Do Women</a>, eine Homage an das alltäglichen Leben von Frauen in Vergangenheit und Gegenwart.</p>
<p>Ich werde <em>The Cancer Culture Chronicles weiter schreiben mit der gleichen Energie und Einstellung wie vorher, aber der <a href="http://www.candowomen.wordpress.com/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Can-Do Women</a></em> blog wird mein begieriges Interesse an der Sozialgeschichte von Frauen und den Wunsch, mehr über die Realität von Krebs hinaus zu schreiben, erfüllen. Ich hoffe, es wird ein interaktiver Blog, in dem wir uns austauschen über „Can-Do-Women“, die uns in Vergangenheit, Gegenwart und dem alltäglichen Leben begegnen. Über eure Meinung freue ich mich, teilt mir mit, was ihr davon haltet und eure Beiträge werden höchst willkommen sein. Sie können in beliebiger Form, in Geschichten, Fotos, Gedichten, Artikeln, Interviews, Bildern, Anzeigen, Rezepten oder Videos bestehen, Schnippsel aus dem Alltag, die Formen sind grenzenlos.</p>
<p>Email: <a href="mailto:candowomen@gmail.com" target="_blank">candowomen@gmail.com</a> oder über die <a href="http://www.blogger.com/goog_293741515">Can-Do Women </a><a href="http://www.facebook.com/pages/Can-Do-Women/167492296627568" target="_blank">Facebook</a>-Seite. Bitte mitreden. Du bist herzlich willkommen.</p>
<p><em>Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Anna Rachnel, Abbildungen sofern nicht anders erwähnt Wikipedia, urheberrechtsfrei, public domain. </em></p>
<h3>Links</h3>
<p>Englischer Originaltext von Anna Rachnel: <a href="http://cancerculturenow.blogspot.com/2011/01/can-do-spirit.html" target="_blank">The Can-Do Spirit</a></p>
<p>Breast Cancer Action: <a href="http://bcaction.org/index.php?page=newsletter-77f" target="_blank">Rezension Bathsheba&#8217;s Breast</a> von Jane Sprague Zones</p>
<p>Neues Anna Rachnel-Blog: <a href="http://candowomen.wordpress.com/" target="_blank">Can-Do Women</a>: An Homage To The Lives Of Everyday Women, Past and Present</p>
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		<title>Anna Rachnel-Blog: Ausgetretene Pfade</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 13:56:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Brustkrebsbewegung]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachdenken!!!]]></category>

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		<description><![CDATA[Anna Rachnel, New Jersey, USA, ist 40, liebt das Leben und lebt seit 2004 mit Brustkrebs. Ihrer Meinung nach ist es Zeit, sich von ausgetretenen Pfaden zu verabschieden. Blogs sind ein Weg, um unabhängig oder anonym über Krebs und das Leben damit zu schreiben. Rachnel analysiert die allgegenwärtige westliche Kultur des Umgangs mit der Krankheit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #78468c;">Anna  Rachnel, New Jersey, USA, ist 40, liebt das Leben und lebt seit 2004  mit Brustkrebs. Ihrer Meinung nach ist es Zeit, sich von ausgetretenen  Pfaden zu verabschieden. Blogs sind ein Weg, um unabhängig oder anonym  über Krebs und das Leben damit zu schreiben. Rachnel analysiert die  allgegenwärtige westliche Kultur des Umgangs mit der Krankheit, die sie  oft verrückt findet, und nennt ihren Blog, in dem sie seit Juni 2009  schreibt, <a href="http://cancerculturenow.blogspot.com/">&gt;&gt;&gt; The Cancer Culture Chronicles</a>. </span>(Übers. ins Deutsche von G. Kemper  <a href="../../pdf/ressourcen/2010_anna_rachnel.pdf" target="_blank">&gt;&gt;&gt; pdf zum Download)</a></p>
<div>
<dl id="attachment_4239" style="width: 490px;">
<dt><a href="http://cancerculturenow.blogspot.com/2010/12/well-trodden-path.html"><img title="Cancer Culture Chronicles" src="../../wordpress/wp-content/uploads/2010/12/Clipboard01.jpg" alt="Anna Rachnel Blog: The Cancer Culture Chronicles" width="480" height="160" /></a> </dt>
<dd>Anna Rachnel Blog: The Cancer Culture Chronicles</dd>
</dl>
</div>
<h3>„The Well Trodden Path“</h3>
<p><em>von Anna Rachnel</em></p>
<p>December 16, 2010</p>
<p>In vielerlei Hinsicht fühlt sich die Erfahrung der Krankheit  Brustkrebs an wie ein ausgetretener Pfad, beschritten von so vielen vor  uns, und das mit beständig steigender Tendenz. Die gegenwärtige Kultur  des Umgangs mit Brustkrebs macht uns weis, dass es bestimmte  Meilensteine gibt, die alle ihre eigenen Entdeckungen und Gefühle mit  sich bringen, die aber der ultimative Preis für das Weiterleben sind &#8211;  frei und geheilt von Brustkrebs.</p>
<p>Abgekämpft laufen wir zu den Stationen, von der „Diagnose“ durch die  „Behandlung“ zu „Heilung“ und „Überleben &#8211; Leben nach Brustkrebs“. Und  obwohl es bei all diesen Meilensteinen manchmal unmöglich erscheint,  schreibt unsere Kultur des Umgangs uns vor, dass wir, wenn wir all  unsere weibliche Kraft und unseren Mut aufbringen, uns tapfer halten,  durchkommen werden und einen Grund zum Feiern haben, wenn Brustkrebs  schließlich zu einer fernen Erinnerung wird. Und zum Glück ist es für  viele so, wie die Erfahrung zeigt.</p>
<p>Was aber ist mit denen, die mit Metastasen, mit fortgeschrittenem Brustkrebs leben?</p>
<p>Ich kam auf die ausgetretenen Pfade im Jahr 2004 im Alter von 34  Jahren. Nach zig Operationen, Chemotherapie, Strahlentherapie und  anderen Behandlungen bis Ende 2005 wurde ich für krebsfrei erklärt und  ich fühlte, es ging vorwärts. Ich arbeitete wieder, resümierte mein  Leben, und Brustkrebs begann gerade zu einer fernen Erinnerung zu werden.  Es sah ganz nach einem guten Zeitpunkt zum Feiern aus.</p>
<p>Ich griff nach meiner Rolle als Überlebende, stolz darauf, den Krebs  besiegt zu haben. Ich engagierte mich, damit mehr Geld für die  Brustkrebsforschung bereitgestellt wird. Auf meiner Arbeitsstelle  gründete ich eine Selbsthilfegruppe, alles in Dankbarkeit für das zurück  gewonnene Leben.</p>
<p>Schnellvorlauf &#8211; 2007 gab es einen Rückfall mit Remission, einen  weiteren Rückfall 2009, und plötzlich war ich von der siegreichen  Brustkrebs-Überlebenden verwandelt in eine Frau, die unheilbar an  Brustkrebs erkrankt ist (Stadium IV). Ich war wütend, dass die Krankheit  wieder da war, trotz all der Dinge, die ich durchgemacht hatte, und ich  fühlte mich betrogen von einer Brustkrebsbewegung, in der es für mich  scheinbar keinen Platz gab.</p>
<p>Was genau hatte ich überlebt? Wo war meine Heilung geblieben? Warum  fühlte ich mich nicht länger Teil der Gemeinschaft, die ihre Erfahrungen  teilt? Ich hatte mich unterkriegen lassen. Ich hatte den heiligen Gral  der Meilensteine – das Leben nach Brustkrebs – nicht erreicht.</p>
<p>Leben mit metastasiertem Brustkrebs ist ein fremder und einsamer Platz,  wenn man dort ist. Es gibt keine richtigen Meilensteine mehr, nur dass  niemand mehr darüber sprechen will. Es gibt kein definiertes Ende der  Behandlung mehr, außer dass die Therapie nicht mehr wirkt, ein Fall, in  dem du dich zur nächsten „Option“ bewegst. Jedes Jahr, das vergeht,  fühlt sich nicht mehr an wie ein Grund zum Feiern, sondern wie ein  weiteres Jahr der Zerstörung durch Brustkrebs.</p>
<p>Manche werden fragen: Aber bist du nicht dankbar, dass du noch lebst?  Und die Antwort ist: Ja, aber das ist nicht so einfach. Weil der  unausgesprochene Teil der Frage heißt: Wie lange noch? Bei jedem Scan  fragt man sich jetzt, wo der Krebs nun wieder auftaucht. Ein gutes  Ergebnis ist, wenn der Krebs nicht – zu viel – wächst.</p>
<p>Und alle drei Monate müssen wir uns selbst wieder neu gegen die Angst  stemmen. Welche neuen Schrecken werden die Untersuchungen jetzt  offenbaren? Manchmal fühlt es sich an, als hätten wir zwischen den  Ängsten kaum die Zeit zum Atmen. Jemand fragte mich deswegen, ob ich  nicht auch noch Momente der Fröhlichkeit und der Freiheit verspüre. Die  ehrliche Antwort darauf ist, dass sie zumindest rar sind.</p>
<p>Wenn ich spüre, wie die Krankheit mich frisst und ich nicht weiß, was ich  tun soll, und mich nicht mehr erinnern kann, wie das Leben vor  Brustkrebs war, dann ist es sehr schwierig, an etwas zu denken, ohne  dass es nicht vom Brustkrebs in irgendeiner Weise bereits verdorben ist.  Eine Reise vielleicht – wenn man fit genug ist, unter der Therapie. Es  ist Zeit zum Essen – und Zeit, die Tabletten zu schlucken. Ein wenig  Laufen – wenn man nicht zu müde ist. Etwas Schönes zum Anziehen – aber  man sieht meinen Port und die Narben. Ein wenig in die Sonne – aber  durch die Chemotherapie brennt die Haut. Werde ich in der Lage sein, den  Garten zu pflegen? Werde ich meine Nichten und Neffen noch aufwachsen  sehen? Werden mein Liebster und ich gemeinsam alt werden? Warum ich?  Warum ich? Warum ich? Es hört nie auf.</p>
<p>Wie werde ich damit fertig? Für mich ist es das Schreiben. Ich bin  wütend und enttäuscht und ich stelle die Fragen ins Universum. Ich  denke, dazu bin ich berechtigt. Ich beobachte die Welt um mich herum  scharf. Und ich schreibe über das, was ich sehe. Das ist vielleicht  nicht für alle der Weg, aber mir hilft es. Es ist der Weg, wie ich mit  einer Situation klarkomme, die so unsicher, so unkontrollierbar und so  total verrückt ist, dass es wie ein Wunder erscheint, dass mein Kopf,  meine Stimme weiterhin funktioniert, trotz allem.</p>
<h3>Links</h3>
<p><a href="http://cancerculturenow.blogspot.com/">The Cancer Culture Chronicles</a> (auch bei <a href="http://www.facebook.com/?ref=logo#%21/pages/The-Cancer-Culture-Chronicles/127046084016317">Facebook</a>)</p>
<p>Anna Rachnel „The Well Trodden Path“ entstand als Gastbeitrag für ein weiteres kritisches Blog: <a href="http://beyondbreastcancer.wordpress.com/">The Journeying Beyond Breast Cancer</a>, JBBC (<a href="http://www.facebook.com/?ref=logo#%21/beyondbreastcancer">Facebook</a>)</p>
<p>Bildnachweis: Screenshot The Cancer Culture Chronicles, BCAG, Übersetzung mit freundlicher Genehmigung und <span style="text-decoration: underline;">DANK</span> an Anna Rachnel.</p>
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		<title>&quot;Nicht nur über Krebs&quot;: Vom Blog zum Buch zum Leben &#124; Lauri Kingston</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 02:06:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was tun Sie, wenn Sie 38 Jahre alt sind, Ihren Lebensunterhalt mit Schreiben verdienen und das Unfassbare passiert: Diagnose Brustkrebs? Wenn Du wie ich bist, schreibt Laurie Kingston, dann startest Du einen Blog. Und wenn der Krebs in die Leber gestreut hat? Du schreibst weiter. Und wenn Du dann erlebst, dass die Tumoren verschwinden, so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_582" class="wp-caption alignleft" style="width: 211px"><img class="size-full wp-image-582" title="not done yet toronto poster - october 22" src="http://www.bcaction.de/bcbooks/wp-content/uploads/2009/11/not-done-yet-toronto-poster-october-22.gif" alt="'Not Done Yet'" width="201" height="276" /><p class="wp-caption-text">&#39;Not Done Yet&#39;</p></div>
<p>Was tun Sie, wenn Sie 38 Jahre alt sind, Ihren Lebensunterhalt mit Schreiben verdienen und das Unfassbare passiert: Diagnose Brustkrebs? Wenn Du wie ich bist, schreibt Laurie Kingston, dann startest Du einen Blog. Und wenn der Krebs in die Leber gestreut hat? Du schreibst weiter. Und wenn Du dann erlebst, dass die Tumoren verschwinden, so steht es über dem Blog von Laurie geschrieben, dann packst Du das alles in ein Buch. Und machst weiter mit Deinem Leben. Weil das Leben schön ist.</p>
<p>Mehr und mehr Frauen mit Brustkrebs stellen ihre Geschichte ins Internet. Oder sie schreiben ein Buch. Oder sie tun gleich beides. Das mag manch einem schon zuviel sein, angesichts der vielen Bücher und abertausender von Webseiten, aber für jede Frau, die neu erkrankt, ist die lebensbedrohliche Krankheit zentral, und das Internet hat inzwischen ein loses weltweites Netzwerk von Frauen wachsen lassen, die das Netz nutzen, um zu schreiben, Wissen zu sammeln, über Erfahrungen zu berichten und sehr lebendige Signale in die Welt zu senden.</p>
<p>Viele können es nicht lassen, ob anonym oder mit vollem Namen: „Story telling online&#8221; hat zunächst Webseiten, später ganze Netzwerke, Foren, Chatrooms und Mailinglisten erreicht, inzwischen sind es meistens Blogs und manchmal kleine Webringe von Frauen mit Brustkrebs, die auf diese Weise entstehen, wachsen und die Welt teilhaben lassen an dem, was den Frauen widerfährt. Laurie Kingston, deren im März 2009 erschienenes und leider nur in englischer Sprache verfügbares Buch „Not Done Yet: Living through Breast Cancer&#8221; von der kanadischen Gesundheitswissenschaftlerin Sharon Batt sehr gelobt wird, ist weltweit erreichbar über ihren Blog <a href="http://notjustaboutcancer.blogspot.com/">http://notjustaboutcancer.blogspot.com/</a>.</p>
<p>Sie erhielt die Diagnose 2005 und begann mit dem Blog. Dieser wird später auch die Basis für ihr bewegendes Buch, in dem sie über sich als Frau und Mutter, als Geliebte und ärgerliche Krebsaktivistin schreibt, während sie versucht, das Leben in Ottawa weiterzuleben und weiterzuschreiben.</p>
<p>Robert Buckman, ein Onkologe, der ebenfalls ein Buch zum Thema („Cancer is a Word, not a Sentence&#8221; / Krebs ist ein Wort, kein Urteil) herausgegeben hat, schrieb zu „Not Done Yet&#8221;, was vielleicht soviel heißt wie „Noch nicht fertig damit&#8221;: Ein sehr sehr gutes Buch, witzig, aufschlussreich, nachdenklich und ultimativ inspirierend. Sharon Batt, die kanadische Professorin für Gesundheitswissenschaften, meint, dass die emotionalen und detaillierten Schattierungen im Zusammenhang mit den nackten äußeren Tatsachen des Lebens und Lauries ehrlichen Schilderungen Sinn machen. Das schlichte Erzählen der Erfahrungen über die lebensbedrohliche Krebserkrankung werde zum Stoff des Lebens verwoben und nach einem verheerenden Bruch so auch verarbeitet. Sharon Batt, die ebenfalls sehr jung an Krebs erkrankte, hat 1994 mit ihrem Buch „Patient No More&#8221; sowohl die eigene Geschichte, wie auch gleich das gesundheitspolitische Umfeld glasklar ausgeleuchtet. Sie hat <a href="http://www.bcam.qc.ca/bcam/Breast%20Cancer%20Action%20Montreal/index1.html">Breast Cancer Action Montreal</a> mit begründet und widmet sich besonders Themen wie den Interessenkollisionen im Zusammenhang mit Industrie und Gemeinwohl, z.B. im Zusammenhang mit Pharmasponsoring oder Medikamentenresten im Trinkwasser.</p>
<p>Laurie Kingston wollte mit ihrem Blog ihre Krebserfahrungen aufarbeiten und ihre Gefühle zum Ausdruck bringen. Jede Frau geht ihren ganz eigenen Weg. Für metastasierten Brustkrebs gibt es praktisch keine Leitlinien, schon gar keine sicheren, und ob die Ablehnung der Schulmedizin und der Verzicht auf Chemotherapie oder der umgekehrte Weg gangbar sind, muss jede Frau für sich entscheiden. Unerprobte Therapien und nicht-konventionelle Heilungsversuche lassen Hoffnung greifbar werden, wo die Schulmedizin nicht mehr wirklich Hoffnung geben kann. Als Laurie im November 2006 hinnehmen musste, dass ihr Krebs in ihre Leber metastasiert hatte, war sie am Boden zerstört. Sie schaffte es zunächst, dass die Tumoren verschwanden. Bereits sechs der CT-Untersuchungen konnten keine Tumorreste mehr nachweisen. Mit Humor und Gefühl geht es in Leben, Buch und Blog auf und ab in eine andere neue Realität.</p>
<p>„Not Done Yet&#8221; spricht diejenigen an, die durch die gleiche Erfahrung gehen, es ist für diejenigen geschrieben, die eine von uns kennen, die gerade durch diese Erfahrungen gehen muss, und für diejenigen, die sich wundern über das erfüllte Leben, auch wenn es auf dem Kopf steht. Gut, das ist jetzt etwas weich gezeichnet, es hört sich ein wenig nach dem so gern gesehenen &#8216;dem Krebs den tieferen Sinn abgewinnen&#8217; an, aber es bleibt nicht viel mehr, als das Leben zu leben, solange es noch geht.</p>
<h3>Weiterlesen:</h3>
<p><strong>Laurie Kingstons Blog lesen:</strong><a href="http://notjustaboutcancer.blogspot.com/"></p>
<p>http://notjustaboutcancer.blogspot.com/</a></p>
<p><strong>Laurie Kingstons Buch bei Women&#8217;s Press:</strong><a href="https://www.womenspress.ca/motion.asp?siteid=100366&amp;lgid=1&amp;menuid=5376&amp;prodid=120424&amp;cat=9869%3E./"></p>
<p>https://www.womenspress.ca/motion.asp?siteid=100366&#038;lgid=1&#038;menuid=5376&#038;prodid=120424&#038;cat=9869%3E./</a></p>
<p><strong>Rezension des Buchs von Sharon Batt im CMAJ (engl.):</strong><br />
Giving meaning to the stark facts of breast cancer</p>
<p>http://www.cmaj.ca/cgi/rapidpdf/cmaj.091331v1?</p>
<p><strong>Mehr Blogs von Frauen mit Brustkrebs:</strong><a href="http://www.bcaction.de/bcbooks/homepages-von-brustkrebspatientinnen/"></p>
<p>http://www.bcaction.de/bcbooks/homepages-von-brustkrebspatientinnen/</a></p>
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		<title>Gesundheit und Glück</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jul 2007 13:18:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeanne gewidmet Für Jeannes „Cancer Bloggers Join Forces Again: Health and Happiness” Meine Freundin Jeanne Sather, „The Assertive Cancer Patient“ &#8211; die selbstbewusste Krebspatientin &#8211; macht gerade eine Aktion zu „Gesundheit und Glück“ im Kontext schwerer und lebensbegrenzender Erkrankung und sammelt Beiträge. Hier ist meiner … Auch in der deutschen Sprache sind Standardsprüche weit verbreitet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeanne gewidmet</p>
<p><img class="alignleft" title="vierblaetteriges-kleeblatt" src="http://www.bcaction.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/vierblaetteriges-kleeblatt.jpg" alt="Vierblätteriges Kleeblatt" width="280" height="226" /></p>
<p>Für Jeannes „<a href="http://www.assertivepatient.com/2007/06/cancer_bloggers.html">Cancer Bloggers Join Forces Again: Health and Happiness</a>”</p>
<p>Meine Freundin Jeanne Sather, „The Assertive Cancer Patient“ &#8211; die selbstbewusste Krebspatientin &#8211; macht gerade eine Aktion zu „Gesundheit und Glück“ im Kontext schwerer und lebensbegrenzender Erkrankung und sammelt Beiträge. Hier ist meiner …</p>
<p>Auch in der deutschen Sprache sind Standardsprüche weit verbreitet, die uns lebenslänglich begleiten, wenn es um Gesundheit geht. Solange wir nicht von einer lebensbedrohlichen Perspektive betroffen sind, setzen wir sie unbefangen ein, auch wenn die Wichtigkeit häufig nicht ganz real dabei ist. Ist Gesundheit etwa keine Selbstverständlichkeit? Und ist es möglich, sie sicher zu manipulieren, also gesund zu bleiben? Die Wünsche und Sprüche zur Gesundheit sind allgegenwärtig, sie beginnen bereits vor der Geburt. „Wird es ein Junge oder ein Mädchen?“ Werdende Eltern des ungeborenen menschlichen Winzlings antworten obligatorisch: „Egal, Hauptsache gesund“.</p>
<p>Wie zerbrechlich ist die menschliche Natur – obwohl – wir blenden es aus, solange wir jung und topfit sind. Das Gefühl der Unverwundbarkeit und Unsterblichkeit verhindert, über diese Zerbrechlichkeit permanent nachzudenken oder deswegen nun dauernd Ängste zu hegen. Ist ja auch gut so.</p>
<p>Der massive Schlag, dass die eigene Gesundheit irreparabel mit einer Krebsdiagnose kaputt gehen kann, ist solange fern, bis er eintrifft. Krebs ist heilbar. Auch intelligente Menschen konfrontieren uns nach der Diagnose immer wieder mit „Heilung“. Mit der eigenen Betroffenheit entsteht ein anderes Verständnis für die Endlichkeit. Es muss nicht zwangsläufig im Laufe eines Lebens passieren. „Nur“ jede/r Zweite muss mit der Diagnose irgendwann klarkommen.</p>
<p>Ich habe lange gebraucht, um mich etwas davon zu erholen. Mindestens ein Jahr lang hatte ich nur noch das Gefühl, dass meine letzte Zeit zerrinnt und ich unweigerlich zukünftig auf alles was ich liebe, verzichten muss. Am schlimmsten war dieses Gefühl mit Blick auf meinen Sohn, der damals 11 Jahre alt war. Ein Gefühl, wie auf den Gleisen zu stehen, während der Zug, das Unheil, unweigerlich in rasender Geschwindigkeit auf mich zukam, blieb ich gelähmt und bewegungsunfähig. Glück ist, ein Kind nicht verlassen zu müssen.</p>
<p>Das alles hat mich nicht gerade glücklich gemacht, im Gegenteil. Nachdem die Chemotherapie hinter mir lag, begann ich wieder zu arbeiten. Die Therapien liefen weiter, zuerst über ein Jahr lang wöchentlich, dann monatlich Infusionen mit zytostatisch wirksamen Medikamenten. Nach sechs Jahren habe ich aufgehört, mich „bis an die Zähne mit Medikamenten zu bewaffnen“, haben sie mein Leben gerettet, verlängert oder mich nur weiter beschädigt? Ich weiß es nicht mehr. Besonders leicht war die Gratwanderung nicht. Dazu die Untersuchungen. Warten auf das „Urteil“. Genehmigung zum Weiterleben. Das köstliche Glück nach guten Befunden hält meistens ein paar Tage, bis neue Zipperlein wieder Fragen aufwerfen, es reißt nie ab. Und weinen musste ich in den ersten Jahren auch so genug. Die anderen leben weiter … und ich? Der Weg zurück in das alte Leben ist für immer verschlossen. Manchmal musste ich mir einen Raum suchen und mich einschließen. Alle Traurigkeit der Welt holte mich ein, nichts ging mehr. Am Schlimmsten waren und bleiben die Nächte. Die Nacht ist der Ort der Angst. Angstzustände kriechen rauf.</p>
<p>Glück ist für mich, dass mein Sohn „gesund“ ist. Als mein Sohn zwei Jahre später Verdacht auf einen Knochentumor im Bein hatte, waren es meine bisher schwersten Stunden. Ein Film spulte vor meinem inneren Auge ab. Was nun alles passieren würde und dann kam die Entwarnung. Die Erleichterung und das Glück waren eine Utopie. Glück, dass mein Mann seinen schweren Autounfall vor einem Jahr überlebt hat. Glück ist meine Arbeit, dass ich die Wege schaffe, wo ich nun fast ein Jahr nicht laufen konnte. Glück habe ich seitdem am meisten in den kleinen einfachen Dingen gefunden, in Freundschaften und kostbaren Menschen, die mir immer und gerade durch die Krankheit erst begegnet sind. Wieder Verdacht auf Tumor, bei einer Freundin, bei mir. Entwarnung und Glück – unter dem Damoklesschwert.</p>
<p>Man lebt „intensiver“, „bewusster“, all die Beschreibungen, die den Krebs als die große positive Wende zeigen, lösen bei mir Abwehr aus. Gesundheit ist wichtig, aber nicht das Maß aller Dinge … Die menschliche Zuwendung ist kostbar, das Aushalten und der Mut und die Mühe. Glück ist nicht, sich abzuwenden, Glück ist zu bleiben.</p>
<p>Gudrun</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/bcbooks/healthhapp/">English Version/Text in englischer Sprache</a><br />
Jeanne Sathers Blog &#8220;<a href="http://assertivepatient.com/">The Assertive Cancer Patient</a>&#8220;</p>
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		<title>Health and Happiness</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2007 13:05:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Dedicated to Jeanne For Jeanne&#8217;s &#8220;Cancer Bloggers Join Forces Again: Health and Happiness&#8221; My friend Jeanne Sather, &#8220;The Assertive Cancer Patient&#8221;, has just initiated an action to collect contributions to her blog in context of serious and life-limiting illnesses. Here is mine… Also in German language, proverbs and aphorisms on health are widely spread and [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dedicated to Jeanne</p>
<p><img class=" alignleft" src="http://www.bcaction.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/vierblaetteriges-kleeblatt.jpg" alt="Vierblätteriges Kleeblatt" width="280" height="226" /></p>
<p>For Jeanne&#8217;s &#8220;<a href="http://www.assertivepatient.com/2007/06/cancer_bloggers.html">Cancer Bloggers Join Forces Again: Health and Happiness</a>&#8221;</p>
<p>My friend Jeanne Sather, &#8220;The Assertive Cancer Patient&#8221;, has just initiated an action to collect contributions to her blog in context of serious and life-limiting illnesses. Here is mine…</p>
<p>Also in German language, proverbs and aphorisms on health are widely spread and often used, and they are accompanying us in each period of our lives. As long as we are not affected by a life-threatening perspective we are using them freely, even if their importance is often not quite real. Isn&#8217;t it only natural to be healthy? And is it possible to influence it safely, and thus remain healthy? Good wishes and proverbs concerning health are omnipresent, they started already before we were born. &#8220;Will it be a girl or a boy?&#8221; For expectant parents of the still unborn tiny human being the answer is obligatory: &#8220;Whatever it will be, what matters most is that it will be healthy.&#8221;</p>
<p>How fragile is the human nature, we fade it out though as long as we are young and in top form. The feeling of invulnerability and immortality prevents us from thinking about this fragility permanently, or living in constant fear of it. And it&#8217;s good the way it is.</p>
<p>The severe blow of one&#8217;s own health being irreparably affected by a cancer diagnosis is far away &#8211; until it happens. Cancer is curable. After this diagnosis, even intelligent people tend to confront us again and again with &#8220;healing&#8221;. Being the affected person oneself, a different understanding of finiteness grows. It must not happen inevitably in the course of a lifetime. &#8220;Only&#8221; every other person must sometime or other understand this diagnosis.</p>
<p>It took me a long time to recover a bit from it. For at least one year the only feeling I had was that my last years are slipping away and that in future I will inevitably have to abandon everything I love. This feeling was worst when I looked at my son who was only 11 years old then. I felt like I stood on the tracks while the train, the disaster, approached at terrific speed &#8211; and I stood paralyzed. Bliss is, not to have to leave your child.</p>
<p>All this didn&#8217;t exactly make me happy, on the contrary. After I had lived through chemotherapy I started working again. Therapies continued, at first one year of weekly infusions of cytostatically effective drugs, then on a monthly basis. After six years I stopped &#8220;to arm myself to the teeth with medicine.&#8221; Did these drugs save my life, did they prolong it, or have they only damaged me additionally? I don&#8217;t know any more. This tightrope walk was not particularly easy. In addition, continued medical checks. Waiting for &#8220;the judgment.&#8221; Permission to live on. The delicious happiness after good results usually lasts for a few days until new discomforts raise new questions, there&#8217;s never an end to it. During the first years, I had plenty of reasons to cry. The others lived on … and I? The door back into my old life is closed, forever. Sometimes I had to find a room to lock myself in. These were the days when all sadness of the world embraced me, rien ne vas plus. The nights were and will remain the worst, by far. Night is the scene of fear. Panic is crawling up my spine.</p>
<p>It means happiness to me that my son is &#8220;healthy&#8221;. Two years after my own diagnosis, when he was suspected of having bone cancer in one of his legs, I had my hardest times. A film ran through my mind&#8217;s eye. All the things that would happen now. Then the all clear was given. Bliss and relief were utopia. Happiness means that my husband survived a severe car accident last year. My work means happiness, and being able to walk distances again now, after I could almost not walk at all for one year. Again suspected of a tumor, first a friend, then me. All clear, and happiness &#8211; under the sword of Damocles.</p>
<p>Since my diagnosis, I mostly find happiness in small, simple things, in friendships and precious people whom I met always and especially through my illness.</p>
<p>One lives &#8220;more intensively&#8221;, &#8220;more consciously&#8221;, &#8220;diagnosis breast cancer, the best thing that could happen to me&#8221;, all those descriptions saying that cancer is the big turning point to the positive, they only cause my resistance. Health is important, but not the measure of all things. Affection is precious, endurance and courage and effort. Happiness does not mean to turn away, happiness means to stay.</p>
<p>Gudrun</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/bcbooks/gesundheit-und-gluck/">German Version / Text in deutscher Sprache</a><br />
Jeanne Sather&#8217;s Blog &#8220;<a href="http://assertivepatient.com/">The Assertive Cancer Patient</a>&#8221;<br />
Jeanne&#8217;s Action &#8220;<a href="http://www.assertivepatient.com/2007/06/cancer_bloggers.html">Cancer Bloggers Join Forces Again</a>&#8220;</p>
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