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Informationen für Angehörige und FreundInnen
zusammengestellt in Anlehnung an einen Text von Breast Cancer Action durch Beate Schmidt
Eine Brustkrebsdiagnose ist eine sehr schwierige und schwerwiegende Sache. Wenn die Worte “Sie haben Brustkrebs” fallen, können bei einer Betroffenen unzählige unterschiedliche und sehr existenzielle Gefühlslagen entstehen: Angst, Wut, Verrat, Kraftlosigkeit, Verbitterung, Verzweiflung, Einsamkeit. An diesem Punkt können Angehörige und FreundInnen helfen, wenn Unterstützung, Zuspruch und Ermutigung gebraucht werden.
Wenn Sie diese Zeilen lesen, haben Sie anderen Menschen schon Einiges voraus. Ihre Freundin kann sich glücklich schätzen, dass sie jemanden hat, der bzw. die so viel Zuneigung empfindet, für sie da zu sein und Informationen für sie herauszusuchen, die ihr in dieser schwierigen Situation helfen können.
So können Sie der Frau, Sie gern haben, die Sie lieben, helfen:
Zuhören
Oftmals benötigt eine Frau, die eine Brustkrebsdiagnose erhalten hat, jemanden, der zuhört. Ängste müssen ausgesprochen werden, während gleichzeitig geradezu Berge von Informationen zu bewältigen sind.
Da sein
und eine Schulter anbieten, an der Ihre Freundin sich ausweinen kann, wenn es notwendig ist. Wenn der Zeitpunkt passt, sagen Sie ihr, dass viele Menschen diese Diagnose überleben und ein hohes Alter erreichen. Geben Sie Ihrer Freundin das Gefühl, nicht allein zu sein, sondern ein genauso wertvoller und geliebter Mensch wie immer – ob mit intakter Brust oder ohne.
Niemals
sollten Sie sagen, was Sie an Stelle Ihrer Freundin tun würden. Tatsache ist, dass Sie nicht in ihrer Situation sind und gar nicht wissen, was Sie in ihrer Situation tun würden. Ihre Freundin möchte reden und angehört werden. Jede Situation ist anders. Es gibt viele verschiedene Arten Brustkrebs und viele verschiedene Entscheidungen, die getroffen werden müssen.
Ratschläge
sollten Sie nur dann geben, wenn Sie darum gebeten werden. Stattdessen könnten Sie anbieten, Behandlungsmöglichkeiten und / oder mehr Informationen über die Erkrankungen herauszufinden.
Begleitung
zu Arztterminen kann eine wichtige und große Hilfe sein. Schlagen Sie vor, die Gespräche mit dem Arzt / der Ärztin aufzunehmen oder mitzuschreiben. Helfen Sie, eine Liste mit Fragen an den Arzt / die Ärztin / das Behandlungsteam aufzuschreiben. Während dieser ersten Termine bekommt man viele Informationen von seinen Medizinern. Achten Sie mit darauf, dass alle Fragen, die Ihre Freundin hat, verständlich beantwortet werden.
Fahren und Abholen
kann ebenfalls eine gute Unterstützung sein. Bieten Sie von sich aus an, Ihre Freundin zu ihren Behandlungsterminen zu fahren und sie wieder abzuholen, wenn es möglich und hilfreich ist. Ihre Freundin mag Sie darum vielleicht nicht von sich aus bitten, um Sie nicht zu belasten.
Hilfe im Haushalt
Ihrer Freundin können Sie mit Freunden und Familienmitgliedern organisieren, z.B. Babysitting, Hausputz, Einkaufen oder die Zubereitung von Mahlzeiten. Das wird Ihrer Freundin die freie Zeit geben, die sie jetzt benötigt.
Beratungsmöglichkeiten
können auch von Angehörigen und Freunden der Erkrankten in Anspruch genommen werden. Öffentlicher Gesundheitsdienst, unabhängige psychosoziale Krebsberatungsstellen und Krebsinformationsdienst (http://www.krebsinformationsdienst.de – kostenfreie Rufnummer täglich 8 bis 24 Uhr: 0800 – 420 30 40) können Sie beraten. Besonders die Frauengesundheitszentren (www.frauengesundheitszentren.de) kennen die Behandlungseinrichtungen und können bei Brustkrebs wertvolle Hinweise geben.
Angehörige und FreundInnen
brauchen manchmal auch Unterstützung. Tun Sie sich selbst etwas Gutes und nehmen Sie auch selbst Hilfe in Anspruch, wenn Sie diese brauchen. Wenn Sie ausflippen müssen – und das werden Sie –, dann tun Sie es bitte nicht in Gegenwart der Frau, die gerade ihre Brustkrebsdiagnose bekommen hat. Sprechen Sie stattdessen mit einer anderen Freundin oder einem anderen Freund.
Diese Hinweise und Anregungen gelten übrigens nicht nur für die FreundInnen einer an Brustkrebs erkrankten Frau, sondern auch für den Ehemann bzw. Lebensgefährten.
Quelle
Factsheet: What to Do When Someone You Know Has Been Diagnosed with Breast Cancer http://bcaction.org/index.php?page=bc-diagnosis
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