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	<title>lernen &#187; NBCC</title>
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	<description>basisinfo, positionen, grundlegendes und vertiefendes zu brustkrebs</description>
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		<title>Die Selbstuntersuchung der Brust</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Dec 2008 09:24:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[diagnose]]></category>
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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFBericht zum Standpunkt der National Breast Cancer Coalition (NBCC) &#62;&#62; Download als pdf Zusammenfassung / Bericht von Gudrun Kemper &#38; Beate Schmidt Die National Breast Cancer Coalition, NBCC (dt.: Nationale Brustkrebskoalition in den USA), der größte Zusammenschluss von Frauenorganisationen und Frauen zum Thema Brustkrebs weltweit, hat im Januar 2002 erstmals ein Positionspapier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/selbstuntersuchung-der-brust/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p><strong>Bericht zum Standpunkt der National Breast Cancer Coalition (NBCC) </strong><a href="../../pdf/03info/sub.pdf" target="_blank">&gt;&gt; Download als pdf</a></p>
<p><span><em>Zusammenfassung / Bericht von Gudrun Kemper &amp; Beate       Schmidt</em><a href="http://www.bcaction.de/pdf/03info/sub.pdf" target="_blank"><br />
</a></span></p>
<div id="attachment_57" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://takeaction.stopbreastcancer.org/site/DocServer/NBCC_shower_card.pdf?docID=201"><img class="size-medium wp-image-57" title="Clipboard01" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2009/12/Clipboard011-240x300.png" alt="NBCC Aktion &quot;Brustselbstuntersuchung rettet kein Leben&quot;" width="240" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Abbildung:  NBCC Aktion - deutliche Worte:  &quot;Brustselbstuntersuchung rettet kein Leben&quot; Screenshot BCAG</p></div>
<p>Die <a href="http://www.stopbreastcancer.org/" target="_blank">National         Breast Cancer Coalition</a>, NBCC (dt.: Nationale Brustkrebskoalition         in den USA), der größte Zusammenschluss von Frauenorganisationen         und Frauen zum Thema Brustkrebs weltweit, hat im Januar 2002 erstmals         ein Positionspapier zur Selbstuntersuchung veröffentlicht und aktualisiert         diese Position fortlaufend anhand der vorliegenden Datenlage, zuletzt         im April 2006. Die NBCC versucht mit ihren Positionspapieren, auf Basis         vorliegender wissenschaftlicher Daten zu informieren und eine unabhängige         Stellungnahme im Interesse von Frauen zu formulieren. Dieses ist ihr         in der Rückschau betrachtet bei vielen Themen relativ gut gelungen.</p>
<p>Hinsichtlich der Selbstuntersuchung der Brust zieht die NBCC bei Abwägung von Nutzen und Schaden kurz gefasst die Bilanz, dass die Maßnahme <strong> mehr Schaden als Nutzen</strong> nach sich zieht. Die <a href="http://www.cochrane.org/reviews/en/ab003373.html" target="_blank">Cochrane Collaboration hat die Position der National Breast Cancer Coalition bestätigt</a> und auch <a href="http://blog.dslrf.org/?p=38" target="_blank"> Dr. Susan Love</a> hat sich in diesem Zusammenhang im Juli 2008 zu Wort gemeldet.</p>
<p><strong>Standpunkt</strong><br />
Es gibt zur Zeit aus randomisierten Studien keinen wissenschaftlichen Nachweis,     dass die Selbstuntersuchung der Brust (im Englischen &#8220;Breast Self-Exam&#8221;)     Leben retten oder Frauen in die Lage versetzen könnte, Brustkrebs so     früh zu entdecken, dass sich ihre Überlebenswahrscheinlichkeit     damit verbessert. Im Gegenteil, es gibt einige Daten die zeigen, dass die     Selbstuntersuchung die Anzahl der entdeckten, also von Hand ertasteten, gutartigen     Knoten in hohem Maße ansteigen lässt. Außerdem wird darauf     hingewiesen, dass die Selbstuntersuchung vermehrt zu Ängsten führt,     zu mehr Arztbesuchen und zu unnötigen Biopsien. Deshalb unterstützt     die NBCC keine Initiativen, die die Selbstuntersuchung propagieren und diese     flächendeckend lehren wollen. Die Organisation betont stattdessen in     ihren Veröffentlichungen, dass sie keinerlei öffentliche Gesundheitsinterventionen     unterstützen wird, bevor es nicht einen ausreichenden wissenschaftlich     abgesicherten Nachweis gibt, dass die Vorteile die Risiken überwiegen.     Wenn eine Frau die Selbstuntersuchungen erlernen wolle, so die NBCC, so sollte     sie nicht nur über den möglichen Nutzen, sondern auch über     die möglichen Risiken informiert sein.</p>
<p><strong>Was versteht man unter Selbstuntersuchung der Brust?</strong><br />
Die Selbstuntersuchung ist eine Maßnahme, bei der Frauen selbst ihre   Brüste und die angrenzenden Gebiete systematisch von Hand nach ungewöhnlichen   Knoten oder Formveränderungen abtasten.Dabei sollen alle Bereiche der   Brust gefühlt und gründlich untersucht werden. Häufig werden   bestimmte Zeitpunkte und bestimmte Zeitabstände empfohlen. Der Zweck ist   einzig und allein, Brustkrebs so früh wie möglich zu entdecken. Die   bloße Vorstellung, dass bei dieser Untersuchung möglicherweise eine   Krebserkrankung am entdeckt wird, kann auch Ängste verursachen. Die NBCC   hält deswegen sinngemäß fest: Frauen berühren ihre Brüste   natürlicherweise sowieso häufig, etwa beim Duschen, beim Anziehen,   beim Sex etc. Es gibt auch bei uns in Deutschland viele Ärztinnen und Ärzte,   die Frauen informieren, schulen und auffordern, ihre Brüste so oft wie   möglich zu berühren, damit sie wissen, wie diese sich normalerweise   anfühlen und was eine ungewöhnliche Veränderungen sein könnte.   Die Selbstuntersuchung ist aber etwas ganz anderes, als einfach die Brüste   zu berühren und &#8220;kennenzulernen&#8221;. Die NBCC weist ausdrücklich   darauf hin, dass dieses bewusste Suchen die Frauen überängstlich   in Bezug auf Brustkrebs machen kann und unnötigerweise Besorgnis bei jeder   Veränderung erzeuge, die ertastet wird. In einigen Fällen könne   diese Angst so groß werden, dass sie Frauen abschreckt, ihre Brüste überhaupt   zu berühren. (1)<br />
Über 80% der Brustkarzinome, die nicht durch die Mammographie aufgespürt wurden, werden von Frauen selbst entdeckt. (2) Tumoren werden sowohl bei einer Selbstuntersuchung als auch bei Berührungen oder Beobachtungen der Brust aus ganz anderen Gründen entdeckt, gelegentlich auch, wenn der Partner einen Knoten in der Brust der Frau fühlt. Die NBCC hält fest, dass in einer der analysierten Studien nur 7,6% der Brustkrebspatientinnen, die vorher die Selbstuntersuchung regelmäßig praktiziert hatten, ihren Brustkrebs tatsächlich während der Selbstuntersuchung entdeckt haben. (3)</p>
<p><strong> Die Selbstuntersuchung als &#8220;Public Health-Maßnahme&#8221;<br />
</strong>Eine Public Health-Maßnahme, also eine Maßnahme           zur öffentlichen Gesundheitspflege, die für <span style="text-decoration: underline;">alle</span> flächendeckend           empfohlen wird (wie z.B. zur Zeit in Deutschland das Mammographie-Screening           für Frauen zwischen 50 und 70 oder bestimmte Impfungen), hat grundsätzlich           zum Anliegen, die Gesundheit einer Bevölkerungsgruppe zu verbessern.           Beispiel: Die Ermutigung, mit dem Rauchen aufzuhören, wie in Deutschland           in den <a href="http://www.gesundheitsziele.de/cgi-bin/render.cgi?__xpage_template=tabak&amp;__xpage_object=menu_left&amp;__xpage_usr_data=&amp;menu=nationale_ziele" target="_blank"> &#8220;Gesundheitszielen&#8221;</a> verankert.           Public Health-Maßnahmen können nützlich für die           Bevölkerung sein, aber auch kostenintensiv und/oder sie können           Risiken beinhalten und sogar Schaden verursachen. Deshalb ist es sehr           wichtig, derartige Maßnahmen genau zu studieren und zu entscheiden,           ob die geplante Intervention tatsächlich wirksam ist, bevor sie           eingeführt wird. Eine öffentliche Gesundheitsintervention           sollte nicht durchgeführt werden, bevor wissenschaftliche Untersuchungen           aufzeigen, dass der Nutzen der Maßnahme die Risiken überwiegt.           Frauen auf einem flächendeckenden Niveau die Selbstuntersuchung           der Brust zu empfehlen, wäre eine solche öffentliche Gesundheitsintervention.           Mit Werbung und Unterweisung in die Selbstuntersuchung hat man bereits           zu einem Zeitpunkt, bevor sie adäquat überprüft war,           begonnen und lange bevor wir wussten, wie das Verhältnis von möglichem           Nutzen zu möglichem Schaden ist. Unzählige Organisationen           verteilen beispielsweise sogenannte &#8220;Duschkarten&#8221;, die sich           jede Frau im Badezimmer aufhängen kann; hierin wird das Vorgehen           bei der Selbstuntersuchung dargestellt und an die regelmäßige           Durchführung erinnert. Während der letzten Jahrzehnte haben           viele Organisationen mit Nachdruck empfohlen, dass jede Frau ab 20           Jahre die Selbstuntersuchung einmal im Monat durchführen soll.           Viele dieser Organisationen haben auch beachtliche finanzielle Mittel           für solche Duschkarten, Lehrprogramme, Videos usw., die den Frauen           die richtige Selbstuntersuchungs-Technik beibringen sollten, ausgegeben.           (4) Einige Firmen haben sogar Brustmodelle zur Schulung der Selbstuntersuchung           produziert und verkauft. Zusätzlich verwenden viele Ärzte           und Schwestern viel Zeit darauf, die Selbstuntersuchung zu propagieren           und Frauen die Technik zu lehren. (5) Mit diesen Anstrengungen wurde           vielen Frauen vermittelt, dass die Selbstuntersuchung eine lebensrettende           Maßnahme sei, obwohl es keinerlei Nachweis gibt, dass dieses           tatsächlich so ist.</p>
<p>Die NBCC will ihre Fragen beantwortet wissen, bevor sie eine Maßnahme   wie die Selbstuntersuchung bevölkerungsweit empfiehlt. Wird Brustkrebs   mit Hilfe der Selbstuntersuchung wirklich früher gefunden als ohne? Und   noch wichtiger: Kann eine Frau damit tatsächlich ihr Leben oder ihre Brust   retten? Birgt diese Art von Intervention Risiken oder negative Konsequenzen   für Frauen? Dies sind schwierige Fragen, die nur durch randomisierte,   kontrollierte Studien beantwortet werden können. Bisher haben diese Studien   nicht gezeigt, dass die Vorteile die Risiken überwiegen.</p>
<p><strong> Forschung zur Selbstuntersuchung der Brust<br />
</strong>Einige beobachtende Studien, einschließlich Kohorten-           und Fall-Kontroll-Studien, haben die Auswirkungen der Selbstuntersuchung           in bestimmten Gruppen von Frauen untersucht. (6) Es wurden Frauen beobachtet,           die sich dazu entschlossen hatten, die Selbstuntersuchung regelmäßig           durchzuführen. Erforscht wurde, ob die Frauen frühere Stadien           von Brustkrebs entdeckten und/oder ob sie länger lebten als Frauen,           die die Selbstuntersuchung nicht praktizierten. Die Studien führten           teilweise zu widersprüchlichen Ergebnissen, aber die meisten konnten           nicht aufzeigen, dass die Selbstuntersuchung den Frauen nutzt. Leider           können auch die Ergebnisse dieser Studien unzuverlässig sein,           weil beobachtende Studien einigen Einschränkungen unterliegen,           wenn sie dazu eingesetzt werden, um eine Screening-Methode wie die           Selbstuntersuchung zu bewerten (7). Zum Beispiel kann es verschiedene           Unterschiede zwischen den untersuchten Frauengruppen geben, die die           Ergebnisse einer Studie beeinflussen. Brustkrebs-Screening-Techniken           müssen im Zusammenhang von randomisierten klinischen Studien geprüft           werden, um zu entscheiden, ob sie wirkungsvoll sind.</p>
<p>Zwei randomisierte klinische Studien zur Selbstuntersuchung wurden inzwischen   durchgeführt, eine in St. Petersburg, Russland (8), die andere in Shanghai,   China (9). Eine Gruppe von Frauen erhielt dabei jeweils eine umfassende Anleitung   zur Selbstuntersuchung, die andere (Kontroll-) Gruppe erhielt diese Unterweisung   nicht. Beide Gruppen wurden über mehrere Jahre hinweg beobachtet. Am Ende   des Beobachtungs-Zeitraums verglichen die Forscher die Gruppen miteinander   um zu ermitteln, ob es Unterschiede bezüglich der Anzahl der Frauen, bei   denen Brustkrebs diagnostiziert wurde bzw. die an Brustkrebs starben (Mortalitätsrate),   gab. Die erste Studie, die in St. Petersburg durchgeführt wurde, beobachtete   122.471 Frauen im Alter zwischen 40 und 64 Jahren. Ausgebildete Krankenschwestern   und Ärzte zeigten den Frauen in der Selbstuntersuchungs-Gruppe sehr gründlich,   wie sie die Selbstuntersuchung durchführen sollten. Leider führten   dann viele Frauen in dieser Gruppe die Untersuchung doch nicht regelmäßig   durch, nachdem sie die Technik erlernt hatten. Im fünften Jahr der Beobachtungsphase   praktizierten nur noch 55,8% der Frauen die Selbstuntersuchung mindestens fünfmal   jährlich. Nach 9 Jahren Follow-up hatten die Selbstuntersuchungs-Gruppe   und die Gruppe, die die Selbstuntersuchung nicht erlernt hatte, die gleiche   Brustkrebs-Sterblichkeitsrate. Es gab auch keinen Unterschied hinsichtlich   der Stadien, in denen Brustkrebs diagnostiziert wurde. Jedoch führte die   Selbstuntersuchung zu einer höheren Anzahl Biopsien wegen gutartiger Knoten.<br />
Die am besten gestaltete Studie zur Selbstuntersuchung war eine randomisierte   Studie an 267.040 Frauen im Alter von 31 bis 64 Jahren, die in Shanghai durchgeführt   wurde. Die Frauen erhielten eine individuelle Anleitung zur Selbstuntersuchung   anhand eines Silikon-Brustmodells und sie wurden immer wieder erinnert, die   erlernte Technik anzuwenden. Die meisten Frauen in der Selbstuntersuchungs-Gruppe   praktizierten die Untersuchung während des Beobachtungszeitraums. Nach   einem Follow-up von etwa 10 Jahren hatten die Gruppe, die die Selbstuntersuchung   der Brust angewendet hatte, und die Kontrollgruppe die gleiche Brustkrebs-Sterblichkeitsrate.   Es gab auch nur wenig Anzeichen dafür, dass die Selbstuntersuchung die   Frauen befähigt hätte, ihre Karzinome früher zu entdecken. Die   Selbstuntersuchungsgruppe und die Kontrollgruppe fanden in jedem Jahr der Studienlaufzeit   die gleiche Anzahl Tumoren. Ferner war auch die Anzahl der Krebserkrankungen,   die sich schon in die Lymphknoten ausgebreitet hatte, in beiden der Gruppen ähnlich.   Jedoch entdeckte die Gruppe, die die Selbstuntersuchung erlernt und durchgeführt   hatte, viel mehr gutartige Knoten als die Kontrollgruppe.<br />
Vor kurzem hat auch die kanadische Projektgruppe für Gesundheitsvorsorge   Empfehlungen zum Thema Selbstuntersuchung ausgesprochen, nachdem sie die o.g.   Studien und klinischen Versuchsreihen beurteilt hat (10). Das Fazit dieser   Projektgruppe war, dass es keinen Nachweis dafür gibt, dass das Lehren   der Selbstuntersuchung in irgendeiner Altersgruppe die Brustkrebs-Sterblichkeitsrate   reduzieren kann.</p>
<p>Die National Breast Cancer Coalition stellt zusammenfassend fest, dass die   meisten Studien den Nutzen der Selbstuntersuchung der Brust für Frauen   nicht nachgewiesen haben. Ergebnisse verschiedener Studien, eingeschlossen   die beiden o.g. randomisierten Studien, zeigen hingegen, dass ein Screening   mittels Selbstuntersuchung die Anzahl der entdeckten gutartigen Tumoren in   hohem Maße ansteigen lässt. Die Unterweisung in der Selbstuntersuchung   führte dagegen nicht zu einer früheren Erkennung von Brustkrebs,   und sie wirkte weder lebensrettend noch lebensverlängernd. Als negative   Folge der Selbstuntersuchung löst diese ferner mehr Ängste aus und   führt zu mehr Arztbesuchen und unnötigen Biopsien. Und auch wenn   Brustbiopsien vergleichsweise einfache chirurgische Eingriffe sind, so müssen   sie dennoch einerseits aus den knappen Geldmitteln des Gesundheitswesens finanziert   werden und können andererseits außerdem zu Leid, Narbenbildung und Entstellung   führen.</p>
<p><strong> Empfehlungen<br />
</strong>Die NBCC ist der Meinung, dass breite öffentliche Gesundheitsempfehlungen           und -interventionen auf wissenschaftlich abgesicherten Forschungsergebnissen           beruhen sollten. Die Studien zur Selbstuntersuchung der Brust haben           weder erwiesen, dass Frauen von der Selbstuntersuchung nicht profitieren           noch dass sie profitieren können. Weil es diese Nachweise nicht           gibt, unterstützt die NBCC weder öffentliche noch privat           finanzierte Programme, die darauf abzielen, die Selbstuntersuchung           zu fördern oder auf flächendeckendem Niveau zu lehren. Zitat: &#8220;Wir           können es uns nicht leisten, unseren begrenzten Ressourcen an           eine öffentliche Gesundheitsmaßnahme zu verschwenden, deren           Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurde, insbesondere wenn es Beweise           gibt, dass eben diese Maßnahme Schaden verursachen kann. Die           Mittel sollten besser zur Finanzierung weiterer wissenschaftlicher           Studien verwendet werden, um Maßnahmen zu finden, die wirklich           funktionieren, wie z. B. bessere Wege, um Brustkrebs zu entdecken,           zu behandeln und zu verhüten. Diese Ressourcen würden auch           besser verwendet für Maßnahmen, die nachgewiesenermaßen           die Brustkrebsmortalität senken, wie z. B. die Versorgung aller           an Brustkrebs erkrankten Frauen mit einer angemessenen Therapie.&#8221;</p>
<p>Die NBCC empfiehlt aber auch nicht, dass Frauen mit der Selbstuntersuchung   aufhören sollten. Die Entscheidung für oder gegen die Selbstuntersuchung   muss individuell getroffen werden. Wenn eine Frau die Technik der Selbstuntersuchung   lernen möchte, so muss sie jedoch über die möglichen Risiken   und Vorteile aufgeklärt werden.</p>
<p><strong> Fazit</strong><br />
Weil die Selbstuntersuchung jahrelang so aggressiv propagiert wurde, hat die   NBCC Verständnis dafür, dass die obigen Empfehlungen möglicherweise   nur schwer akzeptiert werden können. Jedoch möchte die Koalition   Frauen lieber wahrheitsgemäße Informationen über die Selbstuntersuchung   als Fehlinformationen oder ein falsches Gefühl der Sicherheit geben. Außer   der NBCC haben noch andere Gesundheitsorganisationen festgestellt, dass es   nur unzureichende wissenschaftliche Nachweise gibt, die den Schluss zulassen,   dass die Selbstuntersuchung der Brust Frauen nützt. Das National Cancer   Institute (NCI, dt.: Nationales Krebsinstitut der USA) druckt in seiner Brustkrebs-Broschüre <a href="http://www.cancer.gov/PDF/af24a43f-95ef-4c5d-9b95-ce405654c947/28392pdf.pdf" target="_blank">Understanding   Breast Changes</a> (dt.: Brustveränderungen verstehen) keine Anleitung   zur Selbstuntersuchung mehr ab. Die U.S. Preventive Services Task Force (etwa:   Arbeitsgruppe Prävention im staatlichen Gesundheitsdienst der USA) stellt fest, dass &#8220;die Beweise unzulänglich   sind, um Empfehlungen für oder gegen die Anleitung oder regelmäßige   Durchführung der Selbstuntersuchung auszusprechen“. (11) Darüber   hinaus zieht die American Cancer Society (dt.: Amerikanische Krebsgesellschaft)   Materialien aus dem Verkehr, die sich ausschließlich auf die Selbstuntersuchung   konzentrierten.</p>
<p>Anders dagegen die Deutsche Krebsgesellschaft: <a href="http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_brustkrebs_selbsuntersuchung,107714.html" target="_blank"> Sie   empfiehlt weiterhin die Selbstuntersuchung der Brust</a>, als gäbe es   die Diskussionen zu Nutzen, Risiken und Schaden dieser Maßnahme gar nicht.   Auch Prof. Dr. Ingrid Schreer, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft   für Senologie, hält selbst nach der Bewertung der Cochrane Collaboration   in &#8220;Der Spiegel&#8221; (<a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=58485931&amp;aref=image037/2008/07/26/ROSP200803101210121.PDF&amp;thumb=false" target="_blank">Heft   31/2008</a>) daran fest, &#8220;weiterzutasten wie bisher&#8221;. Die NBCC kommt   generell zu dem Fazit, dass es derzeit keine hochwirksamen Screening-Methoden   für Frauen in allen Altersgruppen gibt. Die NBCC ist mit dieser Situation   sehr unzufrieden und hofft, dass sie Frauen dazu ermuntert, sich für die   Verbesserung der Forschung über wirksame Screening-Methoden, Vorsorge-   und Behandlungsmöglichkeiten einzusetzen.</p>
<p><strong>Über die NBCCF<br />
</strong>Die National Breast Cancer Coalition Foundation ist eine Frauengesundheitsorganisation,         die sich im Zusammenhang mit Brustkrebs der Interessenvertretung der         Frauen gewidmet hat. Hauptziele der Koalition sind die Steigerung staatenübergreifende         Förderung für die Brustkrebsforschung, in Zusammenarbeit mit         der Wissenschaft neue Forschungsmodelle zu entwickeln, den Zugang zu         qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung und zu klinischen Studien         für alle Frauen zu verbessern sowie den Einfluss der Vertreterinnen         von Brustkrebs-Patientinnen in allen Bereichen des Entscheidungsprozesses         im Hinblick auf Brustkrebs zu erweitern.</p>
<p><strong>Fußnoten:<br />
</strong>(1) Love S, Lindsey K. Dr. Susan Love&#8217;s Breast Book, 2nd ed.         Reading, MA:Addison-Wesley, 1995;25. Wellisch D, et al. Annals Behav         Med 2001;23(4).<br />
(2) Love S, Lindsey K. Dr. Susan Love&#8217;s Breast Book, 2nd ed. Reading, MA:Addison-Wesley,   1995;25.<br />
(3) Auvinen A, Elovainio L, Hakama M. Breast self-examination and survival   from breast cancer: a prospective follow-up study. Breast Cancer Res Treat   1996;38(2):161-8.<br />
(4) Gehrke AW. Breast self-examination: A mixed message. J Natl Cancer Inst   2000;92(14):1120-1.<br />
(5) Tessaro I, Herman C. Changes in public health nurses&#8217; knowledge and perception   of counseling and clinical skills for breast and cervical cancer control. Cancer   Nurs 2000;23(5):401-5. Warner SL, Worden JK, Solomon LJ, Wadland WC. Physician   interest in breast cancer screening education. A survey of Vermont family physicians.   J Fam Pract 1989;29(3):281-5.<br />
(6) Holmberg L, Ekbom A, Calle E, et al. Breast cancer mortality in relation   to self-reported use of breast self-examination. A cohort study of 450.000   women. Breast Cancer Res Treat 1997;43:137-40. Harvey BJ, Miller AB, Baines   CJ, Corey PN. Effect of breast self-examination techniques on the risk of death   from breast cancer. CMAJ 1997;157(9):1205-12. Muscat JE, Huncharek MS. Breast   self-examination and extent of disease: a population-based study. Cancer Detect   Prev 1991;15:155-9. Newcomb PA, Weiss NS, Storer BE, et al. Breast self-examination   in relation to the occurrence of advanced breast cancer. J Natl Cancer Inst   1991;83:260-5. Gastrin G, Miller AB, To T, et al. Incidence and mortality from   breast cancer in the Mama Program for Breast Screening in Finland, 1973-1986.   Cancer 1994;73:2168-74.<br />
(7) Semiglazov VF, Moiseenko VM, Manikhas AG, et al. [Interim results of a   prospective randomized study of self-examination for early detection of breast   cancer (Russia/St.Petersburg/WHO)]. Vopr Onkol 1999;45:265-71.<br />
(8) Thomas DB, Gao DL, Ray RM, et al. <a href="http://www.stiftung-koalitionbrustkrebs.de/Aktuelles/maerz2006/shanghai.pdf" target="_blank">Randomized   trial of breast self-examination in Shanghai: Final Results.</a> J Natl Cancer   Inst 2002;94(19):1445-57.<br />
(9) U.S. Preventive Services Task Force. Guide to Clinical Preventive Services,   2nd Ed, 1996.</p>
<p><a href="http://www.stopbreastcancer.org/" target="_blank">National       Breast Cancer Coalition, NBCC</a><br />
1707 L Street, NW, Suite 1060, Washington, D.C. 20036, USA<br />
Tel.: 001 (202) 296-7477 Fax: 001 (202) 265-6854</p>
<div>
<div><strong> </strong><strong>Positionspaper               der NBCC (originalsprachl.) im Archiv der Library of Congress:</strong><br />
<a href="http://web.archive.org/web/20020210054656/http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?strid=496&amp;depid=9&amp;btnid=1" target="_blank">Januar                 2002<br />
</a><a href="http://web.archive.org/web/20030218200553/http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?strid=496&amp;depid=9&amp;btnid=1" target="_blank">Oktober                 2002</a><br />
<a href="http://web.archive.org/web/20040224093118/http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?strid=496&amp;depid=9&amp;btnid=1" target="_blank">Oktober           2003</a><br />
<a href="http://web.archive.org/web/20061117062156/http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?strid=496&amp;depid=9&amp;btnid=1" target="_blank">April           2006<br />
</a><br />
<a href="http://www.stopbreastcancer.org/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=505&amp;Itemid=180" target="_blank">Aktuelle           Version: Breast Self-Exam</a> Current Research and Recommendations         (aktualisiert im Juli 2008)</div>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Genexpressionsprofile (= Gensignaturen, Genprofile) in der Brustkrebstherapie</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 18:26:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFBericht: Beate Schmidt &#38; Gudrun Kemper [aktulisiert 21.09.2011] Für Frauen mit Brustkrebs in frühen Tumorstadien sind mittlerweile zahlreiche experimentelle Testverfahren im Angebot, die zusätzliche Informationen zu dem individuell vorliegenden Tumor liefern sollen. Diverse Beiträge in unterschiedlichen Medien berichteten bereits über diese Testverfahren. Auch haben die Hersteller mittlerweile diverse deutschsprachige Webseiten zu ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/genexpressionsprofile-brustkrebs/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p><em><span>Bericht: Beate Schmidt &amp; Gudrun Kemper [aktulisiert 21.09.2011]</span></em></p>
<p>Für Frauen mit Brustkrebs in frühen Tumorstadien sind mittlerweile zahlreiche experimentelle Testverfahren im Angebot, die zusätzliche Informationen zu dem individuell vorliegenden Tumor liefern sollen. Diverse Beiträge in unterschiedlichen Medien berichteten bereits über diese Testverfahren. Auch haben die Hersteller mittlerweile diverse deutschsprachige Webseiten zu ihren Produkten veröffentlicht. In die Entwicklung der Testverfahren sind hohe Summen investiert worden, entsprechend hoch ist der Erwartungsdruck bei der Etablierung der Tests.</p>
<p>Die Tests, die lediglich für Frauen mit Ersterkrankung und Hormonrezeptor positivem Brustkrebs möglicherweise einmal hilfreich sein könnten,  sind nach wie vor nicht ausreichend evaluiert. Ihre Zuverlässigkeit ist also bisher nicht ausreichend belegt, und die Ergebnisse können für betroffene Frauen sehr belastend sein, wenn sie nach einem solchen Test erfahren, dass sie einer Hochrisikogruppe angehören. Auch ein niedriges Metastasierungsrisiko kann Ergebnis des Tests sein, mit den gleichen Einschränkungen für die Richtigkeit. Ob Frauen deswegen auf Therapien verzichten möchten, können nur sie allein im informed consent, also informiert über die Zusammenhänge, entscheiden.</p>
<p>Die NBCC stellte ihre Position zu Genexpressionsprofilen [1] erstmals im April 2005 vor, eine Aktualisierung erfolgte im Oktober 2006 und März 2007. Auf unserer Webseite haben wir über dieses Positionspapier erstmals im August 2007 berichtet.</p>
<p>Die &#8220;Übertherapie&#8221; ist ein wissenschaftlich weit beachtetes Thema im Zusammenhang mit Brustkrebs. Immer mehr, massivere &#8211; und länger andauernde &#8211; Therapien werden miteinander gekoppelt und verursachen auch viele, mitunter gravierende Nebenwirkungen. Es ist schwierig, den optimalen Weg im Spektrum von Nutzen und Schaden bei einer &#8220;Ersttherapie&#8221; von Brustkrebs zu bestimmen. Leitlinien und die interdisziplinäre Zusammenarbeit von ExpertInnen sollen helfen, die geeignete Therapie zu finden. Ob im Zusammenhang von Screening oder therapeutischen Maßnahmen, mit der individuellen Patientin im Blick bleibt es schwer, herauszufinden, welche Frau von den Therapien profitiert. Auch die NBCC weist in ihrem Positionspapier darauf hin, dass es lange bekannt ist, dass viele Frauen, bei denen die Diagnose Brustkrebs gestellt wird, Therapien erhalten, die sie nicht benötigen und von denen sie nicht profitieren werden. Der Preis des als &#8220;Überbehandlung&#8221; bekannten Phänomens sei beträchtlich in Hinsicht auf die Kurzzeit- und Langzeittoxizität (&#8220;Giftigkeit&#8221;), negative Auswirkungen wie etwa Nebenwirkungen von Medikamenten, Einbuße von kurzfristiger und langfristiger Lebensqualität und nicht zuletzt in Bezug auf unnötige Geldausgaben, so betont die NBCC.</p>
<p>In der Forschung hat man gerade erst damit begonnen, mit den seit kurzem verfügbaren Technologien den Versuch zu unternehmen, mit einer gewissen wissenschaftlichen Sicherheit diejenigen Frauen vielleicht besser zu bestimmen, die eine Therapie nicht benötigen, so vorsichtig beschreibt es die NBCC.[2] Deswegen sei es sehr wichtig, zuverlässigere und präzisere Wege ausfindig zu machen, um herauszufinden, welche Patientinnen von einer speziellen Brustkrebstherapie profitieren und welche nicht.</p>
<p>Ein großer Teil der gegenwärtigen Krebsforschung konzentriere sich darauf, Wege zu finden, Eigenschaften der Krebszellen individueller Tumoren besser zu verstehen. Ein solches Verständnis würde es ÄrztInnen erlauben, besser zu erkennen, welche Krebsarten bestimmte Therapien nicht benötigen, und Therapien für diejenigen zu entwickeln, die sie benötigen, so auch die Hoffnung der NBCC. Jede lebende Zelle trägt Gene in sich, die die Produktion spezifischer Proteine steuern. Krebszellen sollen nun über eine zu hohe oder zu geringe Produktion der Proteine identifiziert werden. Eine solche Unter- oder Überproduktion von Proteinen sei typisch für Zellen mit einer Funktionsstörung &#8211; wie Krebszellen, erklärt die NBCC.</p>
<p>Das heutige Verständnis der Gene in einer menschlichen Zelle habe zusammen mit der Entwicklung neuer Technologien verschiedene Möglichkeiten eröffnet, die Funktion der Gene in normalen Zellen mit ihrer Funktion in Krebszellen zu vergleichen. Solche Vergleiche erlaubten ForscherInnen, Gene auszuwählen, die zuverlässig zwischen Krebszellen und gesunden Zellen unterscheiden helfen. Sobald ein eindeutiges Muster identifiziert ist, das die Krebszellen von den normalen Zellen unterscheidet, hofft man darauf, dass damit eine Vorhersage über Eigenschaften von Krebszellen, etwa in Bezug auf das Teilungsverhalten, möglich wird.</p>
<h3>Was ist ein Genexpressionsprofil?</h3>
<p>Bei einem &#8220;Genexpressionsprofil&#8221; für Brustkrebsgewebeproben werden Gene aus einzelnen Zellen, die mit Brustkrebs in Verbindung gebracht werden, identifiziert und man versucht, die Aktivität in den Krebszellen zu messen. Verschiedene Techniken stehen inzwischen zur Verfügung, und es kommen immer neue hinzu. Eine sogenannte &#8220;Microarray-Analyse&#8221; misst die Genaktivität in &#8220;frischen&#8221; (&#8220;unkonservierten&#8221;) Gewebeproben. Diese Analyse kann nicht mit Gewebeproben durchgeführt werden, die bereits paraffiniert und auf diese Art konserviert wurden. Hier wird also das &#8220;frische&#8221;, unkonservierte Gewebe – direkt nach einer OP z.B. – benötigt, um Genexpressionprofile zu nutzen. Auch eine Methode, die als &#8220;Reverse Transcriptase-Polymerase-Kettenreaktion&#8221; (RT-PCR) bekannt ist, eignet sich zur Messung der Genexpression. Unterschiedliche Arbeitsweisen und Praxis in der Pathologie haben in unterschiedlichen Teilen der Erde zu verschiedenen Methoden der Gewebeaufarbeitung sowie auch zur Entwicklung unterschiedlicher Tests geführt, bei denen jeweils ganz unterschiedliche Gensätze genutzt werden.</p>
<h3>Welche Tests werden bisher eingesetzt?</h3>
<div>In Europa wurde mit dem Microarray-Verfahren bei Tumoren von nodal-negativen Patientinnen im Frühstadium von Brustkrebs die Brauchbarkeit von zwei unterschiedlichen Gensätzen untersucht. Der eine Gensatz nutzt 70, der andere 76 Gene.[3] [4] Diese beiden Gensätze haben nur drei Gene gemeinsam.[5] Trotz dieses Unterschieds haben beide Gensätze, so berichtet die NBCC, &#8220;vielversprechende Ergebnisse&#8221; gezeigt.[6] Ein kommerzieller Test, der auf dem Gensatz mit 70 Genen basiert, ist unter dem Produktnamen &#8220;MammaPrint®&#8221; (Hersteller Agendia, Laura van’t Veer) verfügbar. In Europa setzt hier ein großes europäisches Forschungsprojekt an, das u.a. mit Geldern der europäischen Union gefördert wird (Transbig mit der sog. &#8220;MINDACT&#8221;-Studie).</div>
<p>Das &#8220;RT-PCR-Verfahren&#8221; wurde in den USA anhand von Brustkrebszellen von nodal-negativen, Östrogenrezeptor-positiven Patientinnen untersucht. Eine Signatur mit 21 Genen, kommerzieller Produktname &#8220;Oncotype DX™ &#8220;, ist ebenfalls in den USA erhältlich. Die National Breast Cancer Coalition hatte zu diesem Test ein Infopapier herausgegeben, dass mittlerweile jedoch nicht mehr online ist. Bei den Gensignaturen von Oncotype DX™ und MammaPrint® stimmt lediglich ein einziges Gen überein. Gründe für den sehr geringen Grad an Überschneidung zwischen den verschiedenen Gensignaturen, die untersucht werden, können lt. Information der NBCC etwa Unterschiede in der Gewebeaufbereitung, in den Labormethoden und in den Messtechniken, die in den einzelnen Einrichtungen und Ländern angewendet werden, sein. Ob nachgewiesen werden kann, dass eine der vorhandenen Signaturen anderen erheblich überlegen ist bzw. wie schnell weitere neue Signaturen gefunden werden, die eine vielleicht bessere Prognosequalität haben, weiß man bisher noch nicht so genau, jedoch gibt es die ersten Berichte auch zu preiswerten Verfahren. &#8220;Konkurrenzprodukte&#8221; werden bei &#8220;Innovationen&#8221; mit ähnlichem Wirkungsspektrum tendenziel eher nicht miteinander verglichen.</p>
<p>Wie die Erfahrungswerte bei anderen konkurrierenden Produkten im Onkologiebereich zeigen, werden prinzipiell notwendige vergleichende Untersuchungen oft nicht durchgeführt, so dass es für Patientinnen schwer bleibt, sich zu orientieren oder gar eine Auswahl zu treffen. Wir bräuchten zusätzliche Studien zur Wertigkeit und mehr klinische Erfahrungen, um die Zuverlässigkeit der Genexpressions-Profile für die Voraussage eines Tumorrezidivs und das Ansprechen auf spezifische Therapien zu belegen. Bisher sind die Tests von Genexpressionprofilen nur bei Gewebeproben gemacht worden, die man &#8220;auf Lager&#8221; hatte, die also rückschauend (&#8220;retrospektiv&#8221;) betrachtet wurden.</p>
<h3>Die TAILORx-Studie</h3>
<p>Die NBCCF hat sich für die erste in Aussicht stehende Phase-III-Studie, die &#8220;TAILORx-Studie&#8221;, bei der Oncotype DX™ eingesetzt wurde, mit der Eastern Cooperative Oncology Group zusammengeschlossen. &#8220;TAILORx&#8221; steht für &#8220;Trial for Assigning IndividuaLized Options for Treatments (Rx)&#8221; = <strong>&#8220;Versuch zur Bestimmung von individualisierten Therapiemöglichkeiten&#8221;</strong>. Diese Studie versucht demnach zu bestimmen, ob bei bestimmten Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium eine adjuvante hormonelle Therapie allein ebenso wirkungsvoll ist, wie eine adjuvante hormonelle Therapie plus Chemotherapie.</p>
<h3>Vorschriften zu Tests für Genexpressions-Profile</h3>
<p>Obgleich die Hersteller eine FDA-Zulassung beantragen können, ist diese keine Vorbedingung für die Vermarktung der Gewebetests. MammaPrint hat inzwischen eine Zulassung zur Testung auf ein mögliches Rezidivrisiko, jedoch keine Zulassung dafür, ob eine bestimmte Therapie ansprechen kann oder nicht. Für Oncotype DX steht die FDA-Zulassung noch aus [s. Fact Sheet NBCC Stand 2011/09]. So müssen VerbraucherInnen auf die relativ mageren Daten bereits publizierter Untersuchungen vertrauen, um Schlussfolgerungen über die Nützlichkeit dieser Tests [7] zu ziehen. In Deutschland werden die Kosten für die Tests von den gesetzlichen Krankenkassen entsprechend bisher nicht übernommen.</p>
<h3>Grenzen der Tests</h3>
<div>
<p>Es gibt eine Reihe wichtiger Fragen zu dieser Art Tests, die Verbraucherinnen kennen müssen, z.B.: Tests für die Erstellung einer Prognose bei Brustkrebs sind bisher nur für spezifische Tumorarten bzw. Situationen eingesetzt worden:</p>
<ul>
<li><strong>&#8220;MammaPrint®&#8221;</strong> ist z.B. für Brustkrebs im Frühstadium (Tumorstadium I oder II), der noch nicht in die axillären Lymphknoten metastasiert hat, entwickelt worden.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>&#8220;Oncotype DX™&#8221;</strong> wurde für Brustkrebs im Frühstadium bei Östrogenrezeptor-positiven Tumoren entwickelt, wenn die Lymphknoten noch tumorfrei sind.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die Studien haben noch keine Patientinnen mit befallenen Lymphknoten eingeschlossen (bei MammaPrint®) bzw. die entweder Hormonrezeptor-negativ oder Lymphknoten-positiv waren (bei Oncotype DX™), so dass für den Nutzen dieser Tests für diese Behandlungsgruppe keinerlei Daten vorliegen.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Veröffentlichte</strong> Forschungsergebnisse gibt es bis heute kaum. Weitere klinische Forschung ist erforderlich, um festzustellen, ob solche Tests Frauen wirklich helfen, bessere Behandlungsentscheidungen mit Auswirkungen auf bessere Überlebensmöglichkeiten zu treffen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Weitere randomisierte klinische Versuche sind erforderlich, um die klinische Relevanz dieser Tests und ihren Wert im Verhältnis zu traditionellen prognostischen und Vorhersage-Methoden festzustellen.[8] Eine neue Studie, die dieser Fragestellung nachgeht, ist die Phase III-Studie &#8220;MINDACT&#8221; (&#8220;<strong>MI</strong>croarray for<strong> N</strong>ode negative <strong>D</strong>isease may <strong>A</strong>void <strong>C</strong>hemo <strong>T</strong>herapy&#8221; etwa: Microarry für Rezeptor-negativen Brustkrebs könnte Chemotherapie vermeiden). MINDACT wird dabei die Risikobeurteilung des Produkts MammaPrint® mit &#8220;Adjuvant! Online&#8221; (klinisch-pathologische Kriterien, die mit einem Computer-Programm berechnet werden) bei der Auswahl von Lymphknoten-negativen Brustkrebspatientinnen für eine adjuvante Chemotherapie vergleichen. Die ersten Zwischenergebnisse von MINDACT werden 2010 präsentiert. Das Forschungsprojekt ist sehr komplex, eine hinreichende Information über Aufbau und Inhalt steht für interessierte Frauen in deutscher Sprache bisher nicht zur Verfügung. Die Interessenvertretung bei der MINDACT-Studie hat die europäische &#8220;EUROPA DONNA international&#8221; übernommen. Bisher beteiligen sich Belgien, Holland, Spanien, Frankreich und Slovenien an &#8220;MINDACT&#8221;, mit Stand 16.10.2007 waren laut <a href="http://www.eortc.be/services/unit/mindact/MINDACT_websiteii.asp" target="_blank">&gt;&gt;&gt; EORTC</a> 93 Patientinnen in diese Studie eingeschrieben.</li>
</ul>
<ul>
<li>Genexpressions-Tests sind kostspielig, und von einer Übernahme der Kosten durch die Versicherung kann zur Zeit nicht ausgegangen werden.[9]</li>
</ul>
</div>
<h3>Wie bewertet die NBCC Genexpressionsprofile?</h3>
<p>Die NBCC, die sich prinzipiell nicht für Produkte ausspricht, bewertet die Aussicht auf Testverfahren, die helfen können, individuelle Tumoren zu charakterisieren und Mittel für die Zuordnung zu spezifisch wirksamen Therapien zu finden, die zu diesen Tumoreigenschaften passen, grundsätzlich positiv.<br />
Die NBCC glaubt, dass sämtliche Tests auf der Basis von Genexpressionsprofilen angemessen validiert und in Studien kontrolliert werden müssen, <strong>bevor sie in Kliniken außerhalb von Forschungsprotokollen verwendet werden</strong>. Aus diesem Grund unterstützt die NBCC weitere Forschung an diesen und anderen solcher Tests. Sie wird Frauen weiterhin ermutigen, ihre Teilnahme an <strong>gut entworfenen</strong> klinischen Versuchen <strong>zu erwägen</strong>, um zu helfen, dieses Ziel zu erreichen.</p>
<h3>Die NBCC &#8211; Wer ist das?</h3>
<div>
<p>Die National Breast Cancer Coalition Foundation (NBCC) ist der größte Zusammenschluss von Brustkrebsorganisationen in den USA. Als Basisorganisation setzt sie sich für die aktive Bekämpfung von Brustkrebs als Interessenvertretung von Frauen ein. Sie arbeitet dafür mit relevanten Einrichtungen zusammen. Ganz anders als bei uns in Deutschland existiert damit in den USA ein großer Verbund von Brustkrebsorganisationen, der die Interessen von Frauen im Zusammenhang mit Brustkrebs einerseits wirksam vertritt und andererseits eine fundierte und weitestgehend neutrale Fraueninformation vorlegt. Diese Situation ist bei uns in Deutschland zur Zeit nicht gegeben und eine neutrale Patientinnen-Information &#8211; wie etwa die des National Health Service in Großbritannien &#8211; existiert bei uns ebenfalls nicht. Mittlerweile wurde das IQWiG, unser nationales Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, mit der Bearbeitung von Patienteninformationen beauftragt. Dennoch sind gerade Informationen von Frauen und Frauengesundheitsorganisationen für uns ebenfalls unverzichtbar, denn weder die Informationsangebote der Deutschen Krebshilfe e.V. noch diejenige des Krebsinformationsdienstes KID sind bei uns bezüglich aller Fragen und Einzelthemen bei Brustkrebs hinreichend verfügbar, ganz abgesehen davon, dass diese Organisationen beide keine Interessenvertretungen von Frauen sind.</p>
<h3>Nachträge 09/2011</h3>
<p>Der Deutsche Bundestag hat sich mit den hier vorgestellten Genexpressionstests bereits befasst. In der <a title="zum Bericht des Deutschen Bundestags " href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/120/1612000.pdf" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Drucksache 16/12000</a> (pdf), Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss) gemäß § 56a der Geschäftsordnung, Technikfolgenabschätzung (TA), Zukunftsreport, Individualisierte Medizin und Gesundheitssystem v. 17.02.2009 heißt es:</p>
<blockquote><p>In Bezug auf die klinische Validierung von Genexpressionstests sind die beiden Brustkrebstestsysteme Oncotype DX® und MammaPrint® am intensivsten untersucht. Sie erwiesen sich für die Prognose von Brustkrebs den besten verfügbaren Prognosemodellen wie dem Nottingham Prognostic Index, Adjuvant!Online, den St. Gallen und NIH ConsensusRichtlinien zwar als ebenbürtig, jedoch nicht – wie erhofft – deutlich überlegen.</p></blockquote>
<p>Und weiter heißt es dort:</p>
<blockquote><p>Beispielsweise hat das amerikanische Unternehmen Genomic Health für die im Zuge der Zulassung erforderlichen klinischen Validierungen seines Gentests Oncotype DX® rund 100 Mio. US-Dollar investiert.</p></blockquote>
<p>In einer Pressemeldung v. 18.08.2011 wirbt der Hersteller des Produkte Oncotype DX, Genomic Health, damit, dass die AOK Rheinland/Hamburg als erste Krankenkasse die Studienteilnahme für 400 Patientinnen an 11 Studienzentren in der Region Rheinland und Hamburg finanziert.</p>
<p>Zum Produkt MammaPrint verweist die NBCC in ihrem neueren, sehr knappen <a title="zur Webseite der NBCC - Factsheet Gene Expression Profiling" href="http://www.breastcancerdeadline2020.org/know/analyses-factsheets--other/gene-expression-profiling-for.html" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Factsheet</a> auf die prospektive, randomisierte Phase III-Studie &#8220;MINDACT&#8221;, in der Daten von 6.000 Patientinnen von &#8220;MammaPrint&#8221; mit &#8220;Adjuvant! Online&#8221; verglichen werden sollen.  In die TAILORx-Studie, in der &#8220;Oncotype DX&#8221; evaluiert werden soll, sollen lt. NBCC über 10.000 Frauen aus 900 Behandlungseinrichtungen in den USA und Kanada eingebunden werden. Ferner verweist die NBCC gegenwärtig [Stand 09/2011] in ihrem Factsheet darauf, dass die Tests zwar breiten Einsatz bei Ärzten fänden, dass jedoch mehr Evidenz notwendig wäre, um zu verstehen, ob sie klinisch nützlich sein könnten.</p>
<h3>Anmerkungen &amp; Quellen</h3>
<p>1. auch &#8220;Genomprofile&#8221; genannt</p>
<p>2. Behandlungentscheidungen basieren gewöhnlich auf Variablen wie Alter und allgemeinem Gesundheitszustand, Tumorgröße, Tumorstadium und Grading, dem Nodalstatus, ob der Tumor positiv auf Östrogen- und/oder Progesteronrezeptoren getestet wurde und ob er HER2/neu-positiv ist. Genauere Informationen sind jedoch nötig, um es Ärzten zu erlauben, individuelle Behandlungen zu den exakten molekularen Eigenschaften des jeweiligen Tumors zu entwickeln.</p>
<p>3. van&#8217;t Veer, L, Dai, N, van de Vijver, M, et al. Gene Expression Profiling perdicts Clinical Outcome of Breast Cancer (Genexpressionsprofil sagt klinisches Resultat bei Brustkrebs voraus). Natur, 2002, 415:530 &#8211; 536.</p>
<p>4. Wang, Y, Klijn, J, Zhang, Y, et al. Gene Expression Profiles Predict Distant Metastasis of Lymph-Node-Negative Primary Breast Cancer (Genexpressionsprofil kann Fernmetastasierung bei nodalnegativem Brustkrebs vorhersagen) Lancet, 2005, 365:671 &#8211; 679.</p>
<p>5. Beide Gensignaturen schließen Cyclin E2, den Origin Recognition Complex (ORC) und das TNF Superfamilyprotein ein.</p>
<p>6. Foekens JA, Atkins D, Zhang Y, et al. Multicenter validation of a gene expression-based prognostic signature in lymph node-negative primary breast cancer (Mulitcenter-Auswertung prognostischer Genexpressionsmuster bei nodalnegativem primären Brustkrebs) J Clin Oncol, 10. Apr. 2006; 24 (11): 1665-71.</p>
<p>7. Am 7. September 2006 hat die FDA einen Entwurf für eine gesetzliche Verordnung für Tests, die Gene und Proteine messen und analysieren oder andere Materialien, die klinische Informationen liefern und die bei Patienten entnommen werden, herausgegeben. Die Regelung soll die Sicherheit bei der Nutzung solcher Tests für Patienten sicherstellen.</p>
<p>8. Es wird z.B. mehr Forschung benötigt, die die Resultate der komplexen Laborversuche bei &#8220;MammaPrint®&#8221; und &#8220;Oncotype DX™&#8221; mit den einfacheren und besser zugänglichen Tests wie &#8220;Adjuvant! Online&#8221; vergleicht. &#8220;Adjuvant! Online&#8221; basiert auf einem vom Computer erzeugten Algorithmus, der computergestützt die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens des Tumors berechnet, und zwar basierend auf Alter und allgemeinem Gesundheitszustand im Zusammenhang mit klinischen Indikatoren wie Östrogen- und HER2/neu-Status, Tumorgrading, Tumorgröße und Zahl der positiven Achsellymphknoten.<br />
&#8220;Adjuvant! Online&#8221; ist als Hilfsmittel für Ärzte gedacht, die dieses mit ihren Patientinnen ggf. gemeinsam benutzen können:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.adjuvantonline.com/" target="_blank">http://www.adjuvantonline.com</a>.</li>
<li>Eine deutsche Version, die sich direkt an Patientinnen wendet, ist als &#8220;Adjuvant Consensus&#8221; zugänglich unter:  <a href="http://www.adjuvantconsens.com/" target="_blank">http://www.adjuvantconsens.com</a>. Die simple Berechnung wird eine umfassende ärztliche Beratung aber nicht ersetzen. Sie ist lediglich ein Hilfsmittel.</li>
</ul>
<p>9. Der Oncotype DX-Test kostet ca. US $ 3.400 und der MammaPrint-Test kostet € 1.650 [Stand 09/2007].</p>
<h3><strong>Zum Weiterlesen:</strong></h3>
<div>
<div><a href="http://www.presseportal.ch/de/text/story.htx?firmaid=100006862" target="_blank">Pressemeldungen verstehen lernen &#8230; Die Agendia Pressemeldungen</a><br />
<a href="http://www.genomichealth.com/oncotype/default.aspx" target="_blank">Oncotype DX &#8211; Firmenwebsite &#8220;Genomic Health&#8221;</a><br />
<a href="http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/nature-news/news-nature-Genetik-Krebs;art15656,2353221" target="_blank">Gentest erhält Zulassung &#8211; Berichterstattung im Berliner Tagesspiegel (07.08.2007)</a><br />
<a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung-medizin/forschung-innovation/gentests-erleichtern-die-krebstherapie/2887298.html?p2887298=all" target="_blank">Gentests erleichtern die Krebstherapie &#8211; Berichterstattung im Handelsblatt (15.01.2008)</a></div>
</div>
<div>
<div>
<p>Stichwort: Genprofil, Gensignatur</p>
</div>
</div>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Mammographie: Bericht zur Arbeit des Nationalen Frauengesundheitsnetzwerks „National Women’s Health Network“</title>
		<link>http://www.bcaction.de/lernen/mammographie-nwhn/</link>
		<comments>http://www.bcaction.de/lernen/mammographie-nwhn/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2007 14:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[mammographie]]></category>
		<category><![CDATA[BCA]]></category>
		<category><![CDATA[Medizingeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[NBCC]]></category>
		<category><![CDATA[NWHN]]></category>
		<category><![CDATA[Susan Love]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFDownload &#62;&#62; Text als pdf Stand der Information: November 2007 National Women’s Health Network (NWHN) ist eine der großen unabhängigen Frauengesundheitsnetzwerke in den USA. Im Editorial des „The Women&#8217;s Health Activist“- eines auch online zugänglichen Newsletters der Organisation &#8211; findet sich in der September/Oktober-Ausgabe 2007 ein Editorial zu Screeningtests, und bereits in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/mammographie-nwhn/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p><span>Download &gt;&gt; <a href="http://www.bcaction.de/pdf/03info/screening_nwhn.pdf" target="_blank">Text als pdf</a><br />
Stand der Information: November 2007<br />
</span><span><a id="inhalt" name="inhalt"></a><a id="inhalt" name="inhalt"></a></span></p>
<p><a href="http://www.nwhn.org/" target="_blank">National               Women’s Health Network (NWHN)</a> ist eine der großen unabhängigen               Frauengesundheitsnetzwerke in den USA.</p>
<p>Im Editorial des „The Women&#8217;s Health Activist“- eines auch online            zugänglichen Newsletters der Organisation &#8211; findet sich in der            September/Oktober-Ausgabe 2007 ein Editorial zu Screeningtests, und            bereits in der Januar/Februar-Ausgabe gab es einen Bericht zur Mammographie       von Cynthia Pearson.</p>
<h2><a id="Cindy" name="Cindy"></a>Wer ist Cynthia Pearson?</h2>
<p>Cynthia Pearson ist die Leiterin des NWHN, die bereits seit         20 Jahren für dieses Frauengesundheitsnetzwerk arbeitet. Sie koordinierte         das Referendariat, leitete die Clearingstelle sowie auch das NWHN-Programm         und die Leitlinienarbeit. 1996 wurde sie Leiterin der Organisation. Cindy         Pearson stammt aus Kalifornien, machte einen Bachelor-Abschluss der UC San Diego         in Biologie und leitete nachfolgend die für Abtreibungsrechte aktive         Organisation Colorado NARAL. In San Diego arbeitete sie schließlich         für verschiedene Spezialeinrichtungen in der Frauengesundheitspflege         und in einem feministischen Frauengesundheitszentrum. Sie ist zur Zeit         auch Präsidentin des Vorstands der Frauengesundheitsspezialistinnen         in Nordkalifornien und Schatzmeisterin der National Breast Cancer Coalition,         die der größte Zusammenschluss von amerikanischen Frauengesundheitsorganisationen         zum Thema Brustkrebs ist. Den Skandal der Hormonersatztherapie kommentierte sie mit: &#8220;Dies ist Teil einer Geschichte von Korruption in Medizin und Wissenschaft, in der Frauen, und ihre Ärzte, betrogen wurden. Frauen [die eine Hormonersatztherapie eingenommen haben] waren Schäden durch ihre Ärzte, die als ahnungslose Sündenböcke für die Pharma-Unternehmen gehandelt hatten, ausgesetzt. (“Women, and their physicians, were duped. Women [who took HRT] were placed in the way of harm by their physicians, who acted as unsuspecting patsies for pharmaceutical companies.” <a href="http://www.bcaction.de/lernen/mammographie-nwhn/#1">[1]</a></p>
<h2>Pearson und Screeningtests</h2>
<p>Für die September/Oktober-Ausgabe 2007 schrieb sie ein Editorial unter   dem Titel: “Warum ich für Zugang zu medizinischen Leistungen für   alle arbeite und NEIN zu Screeningtests sage“. Cindy Pearson schreibt, dass   sie mit verschiedenen Frauengesundheitsorganisationen zusammenarbeitet, um   im Netzwerk eine Stimme zu Standpunkten der Frauengesundheit zu entwickeln.   Ihr Schwerpunkt dabei ist das, „was Frauen wirklich brauchen“. Für sie   ist das in erster Linie eine qualitativ hochwertige, bezahlbare gesundheitliche   Versorgung, die präventive Maßnahmen, integrierte reproduktionsbezogene   Gesundheitsleistungen, freie Auswahlmöglichkeiten bei den Leistungsanbietern   und respektvolle Behandlung für alle einschließt.</p>
<p>Bei einem jährlichen Check-up werden ihr, die 53 Jahre alt ist, eine Blutdruckkontrolle, eine Blutuntersuchung auf Cholesterin, ein Haemocculttest, eine Koloskopie, eine Mammographie, eine Knochendichtemessung für ein Osteoporose-Check-Up und ein EKG empfohlen. In der Diskussion mit ihrer neuen Ärztin äußert sie jedoch ihre Bedenken: Alle Tests verursachen falsch-positive Befunde, die nachfolgenden Untersuchungen sind nicht ungefährlich und teilweise invasiv. Die Tests konnten nicht immer zeigen, dass man mit ihrer Hilfe die Lebenszeit verlängern kann, und Screeningtests führen zu Medikamentenbehandlungen, die zwar den Risikofaktor therapieren, aber nicht immer das Gesamt-Outcome beeinflussen können. Doch sie sieht es noch differenzierter: Für Blutdruck-Check, Mammographie und Darmkrebs-Screening gibt sie eine positive Note, doch der Cholesterintest jedes Jahr erhält ein Nein, das EKG ohne Symptome kommt für sie nicht in Frage und die Knochendichtemessung will sie mit 53 nicht, ab 65 sähe es anders aus. Cindy Pearson stellt sich selbst die Frage, wie sie das mit ihrem Standpunkt und ihrem Engagement für eine bessere Frauengesundheit nun unter einen Hut bringen soll. Schließlich weist sie darauf hin, dass die NWHN an einem System mit Respekt für alle arbeitet, und das lässt dann ja durchaus dann Variablilität zu. Um sich schlau zu machen, empfiehlt sie ihren Leserinnen noch den Blick in die amerikanischen Leitlinien zur Präventivmedizin für periodische Screenings.</p>
<h2>Pearson und Mammographie-Screening</h2>
<p>Bereits in ihrem Beitrag vom Januar 2007 befasste sich Cindy Pearson mit der            Mammographie. Ihr Beitrag ist vor dem Hintergrund des bei uns aktuell            neu geschaffenen Zugangs zur Mammographie durchaus eine spannende            Lektüre und zeigt zugleich die Entwicklung in den USA auf. Manchmal            ist es nicht leicht, sich in Sachen Frauengesundheit zu engagieren,            schreibt sie. Wir entdecken ein neues Verfahren, dass die Gesundheit            von Frauen verbessern soll. Wir setzen uns dafür ein, dass alle            Frauen Zugang dazu erhalten, und wir tun alles dafür, dass die            besten Qualitätsstandards eingehalten werden. Schließlich            meinen wir, dass wir am Ziel sind. Doch manchmal ist es komplizierter,            so wie bei der Mammographie, die ein schmerzhaftes Beispiel für            komplizierte Fragen in Sachen Frauengesundheit ist.</p>
<p>Als Screening-Methode wurde die Mammographie zunächst in den            1960er Jahren erforscht. Die erste Studie sah so aus, als ob das Screening            Leben retten kann. Frauen ohne Symptome für Brustkrebs wurden            jedes Jahr oder alle zwei Jahre gescreent. Bei den gescreenten Frauen            wurden kleinere Karzinome als bei den nicht gescreenten gefunden.            Diese Frauen wurden sofort behandelt, und in der Screening-Gruppe            starben weniger Frauen an Brustkrebs. Aufgrund dieser vielversprechenden            Ergebnisse sah es so aus, dass man allen Frauen ein solches Screening            anbieten sollte.</p>
<h2>Zugang</h2>
<p>In den nachfolgenden Jahren engagierte sich die NWHN sehr für            den Zugang zur Mammographie. In den 1980er Jahren wurde durch intensive            Lobbyarbeit im Parlament die Kostenübernahme für die Mammographie über            Medicare, die staatliche Gesundheitsversicherung in den USA, erkämpft.            Zu diesem Zeitpunkt übernahm Medicare noch keinerlei Kosten für            Screeningmaßnahmen welcher Art auch immer. Cindy Pearson erinnert sich,            dass ein Abgeordneter argumentierte, dass ein Screening zu teuer sei,            weil man Kosten für alle Frauen übernehmen müsse, die            dann nur länger mit einem durch Mammographie gefundenen Brustkrebs            leben würden. Die Entscheidung fiel jedoch trotz dieser Warnung            doch positiv für die Kostenübernahme der Mammographie aus.            Nachdem Medicare die Kosten übernahm, zogen die privaten Kassen            nach, und es gab spezielle Programme für unversicherte Frauen.</p>
<h2>Qualität</h2>
<p>Nachdem die Kostenübernahme erreicht war, engagierte sich NWHN für   die Qualitätssicherung in der Mammographie und musste feststellen, dass   das auch wieder harte Arbeit war. Die Erbringung der Screening-Mammographie   war nicht geregelt, und die Gerätequalität variierte ebenso wie die   Qualifikation und Spezialisierung bei Technikern und Radiologen. Viele Frauen   erhielten eine qualitativ gute Leistung, doch eben nicht alle. Damals formulierte   NWHN, dass eine schlechte Mammographie schlechter sei als keine Mammographie,   ein Satz, der sich nebenbei auch auf den Plakaten der Brustkrebsdemonstrantinnen   in Deutschland wiederfand.</p>
<h2>Information und ein Gesetz</h2>
<p>Dann erstellte das Netzwerk eine Information für Frauen, die die wichtigsten   Qualitätskriterien für eine gute Mammographie festhielt und forderte   die Frauen auf, genau zu prüfen, ob diese Kriterien auch eingehalten wurden.   Wenn Missstände festgestellt wurden, wandten die Frauen sich gleich an   das Parlament, um eine gesetzliche Regelung zur Durchführung der Mammographie   einzufordern. Viele Frauengesundheitsorganisationen beteiligten sich damals   und 1992 war es dann soweit, das Gesetz zum Qualitätsstandard in der Mammographie   (Mammography Quality Standards Act) wurde verabschiedet. Besonders stolz waren   die Frauen darauf, dass es auch das Recht auf die Aushändigung einer Kopie   ihrer eigenen Mammographie gab.</p>
<h2>Die Wende</h2>
<p>Und gerade als man wieder dachte, dass das Ziel der Arbeit sei erreicht, so   schreibt Pearson, kamen die Versprechungen, dass Mammographie Leben rettet,   ins Wanken. 1992 begann NWHN den Nutzen, den Frauen von der Mammographie wirklich   hatten, zu analysieren. Und dabei kam heraus, dass der Vorteil nicht ganz so   groß war, wie gedacht, und außerdem war sie auch nicht für   Frauen in allen Altersgruppen gleichermaßen geeignet. Das Netzwerk fühlte   sich verantwortlich, auch wegen des eigenen Engagements, und die Mitglieder   wollten außerdem wissen, ob es auch Zweifel an der Behandlung gab. Man   wollte keine zu optimistischen Informationen und simplifizierten Botschaften,   eine bessere Motivation sei schließlich Information.</p>
<p>Was man dann herausfand, war weniger ermutigend. In Folge der ersten Mammographie-Studie   wurden verschiedene andere Studien durchgeführt, ohne allzu beeindruckende   Ergebnisse. Der lebensrettende Vorteil konnte damals nicht in allen nachfolgenden   Studien nicht in allen Studien belegt werden. Insbesondere für die Mammographie   ab 40 zeigte sich der Vorteil damals nicht. Damit wandte sich das NWHN 1993   an die Öffentlichkeit und gab ein Positionspapier heraus, das die Mammographie   für prämenopausale Frauen ablehnte, in den USA eine sehr kontroverse   Position. Die Brustkrebsbewegung startete gerade durch, und viele Organisationen   hatten daran zu knacken, dass die Mammographie vielleicht nicht ganz so effektiv   ist, wie man immer annahm.</p>
<p>Außerdem waren viele auch schockiert von der Idee, dass Mammographie            auch Schäden verursachen könnte. Der Grund ist, dass Screening            zu einer Diagnose führt, die eine Therapie nach sich ziehen kann,            und eine Therapie auch immer Risiken hat. Eine Therapie ist oftmals            das Risiko wert, wenn Symptome vorliegen oder eine akute Gefahr besteht.            Vorstufen von Krebs führen nicht immer zu einer lebensbedrohlichen,            fortgeschrittenen Krebserkrankung. Wir hätten gerne die Sicherheit            gehabt, dass die Früherkennung auch tatsächlich lebensrettend            ist, so Cynthia Pearson. Es waren diese Bedenken, die NWHN damals            veranlassten, dass Mammographie prämenopausalen Frauen so lange            nicht angeboten werden sollte, bis bewiesen ist, dass die Vorteile            größer als der Schaden sind.</p>
<p>Auch bei uns ist diese Gruppe der prämenopausalen Frauen ja bisher nicht einbezogen in unser neues deutsches Mammographie-Screening-Programm, wohl aber wurden – und werden? – Frauen zu „grauen“ Screenings geschickt bzw. nutzen ein graues Screening möglicherweise immer noch. In Norwegen ist z.B. bekannt, dass neben dem nationalen Screening-Programm Frauen sich wegen der Arztwahl, als privat Versicherte oder insbesondere auch berufstätige Frauen aus terminlichen Gründen sich weiterhin „grau“, was meint &#8211; bei Radiologen außerhalb eines qualitätsgesicherten Screening-Programms &#8211; screenen lassen.</p>
<p>Nun ist wieder Zeit ins Land gegangen, aber unglücklicherweise ist Mammographie-Screening   nach wie vor eine komplizierte Frage. Die gleichen sieben Studien verursachen   nach wie vor eine generelle Kontroverse, genau wie in den 1990er Jahren. Unzählige   weitere Standpunkte und Teilergebnisse aus Studien sind hinzugekommen. Immer   noch liegen nicht alle Daten, die nötig wären, vor, aber die Datenflut   ist dennoch kaum zu überschauen. Pearson weist auch auf die Entstehung   von zahlreichen wunderbaren Brustkrebsorganisationen hin, die ihre eigenen   unabhängigen Analysen zur Wissenschaft und den vorliegenden klinischen   Studien durchgeführt haben. Sie machen es für Frauen heute viel einfacher,   exzellente Informationen zu dieser komplizierten Fragestellung zu finden. NWHN   stoppte deswegen die eigene Arbeit an der Auswertung der Studien zur Frage   des Mammographie-Screenings, zumal die spezialisierteren Organisationen genau   so gut und meistens schneller als NWHN berichten.</p>
<h2>Standpunkte</h2>
<p>Abschließend stellt Cynthia Person ausgewählte Passagen            der Standpunkte der vier Organisationen, die NWHN am meisten schätzt,            zusammenfassend kurz vor:</p>
<h2>Center for Medical Consumers</h2>
<p>Brustkrebs hat die beste Prognose, wenn die Diagnose mit Mammographie gestellt   wird. Allerdings führt Screening auch zur Entdeckung und Behandlung von   Brustkrebs, der nie lebensbedrohlich wird. Die Rolle der Mammographie im Zusammenhang   mit der Senkung der Brustkrebssterblichkeit in den USA ist unklar. Im besten   Fall erscheint der Einfluss jedoch minimal. Frauen erhalten zu wenig Information über   die Risiken. Für 1.000 Frauen, die sich 10 Jahre lang mammographieren   lassen, erreicht eine Frau eine Lebensverlängerung. Fünf Frauen werden   eine unnötige zusätzliche Krebsdiagnose und eine Behandlung erhalten,   drei Frauen erhalten eine Biopsie bei einem gutartigen Befund. Center for Medical   Consumers, 2005, <a href="http://www.medicalconsumers.org/" target="_blank">www.medicalconsumers.org</a>.</p>
<h2>Breast Cancer Action</h2>
<p>Mammographie ist zur Zeit die beste Screeningmethode, die verfügbar     ist. Es gab viele Diskussionen hinsichtlich der ionisierenden Strahlung,     wie man gesunden Frauen ohne Symptomen für eine Brusterkrankung damit     verabreicht. Um sich informiert zu entscheiden zu können, müssen     Frauen sich über verschiedene Faktoren im Klaren sein: Die Mammographie     verhindert Brustkrebs nicht. Mammographie verursacht radioaktive Strahlung,     und radioaktive Strahlung ist dafür bekannt, dass sie Krebs verursachen     kann. Die Strahlenbelastung akkumuliert sich im Laufe eines Lebens. Die Qualität     der Mammographie ist sehr variabel und die Mammographie ist ein Test, der     nicht perfekt ist. Der Vorteil für prämenopausale Frauen ist nicht     belegt. Die klinische Untersuchung und die Selbstuntersuchung sind wichtige     Methoden zur Entdeckung von Brustkrebs. Breast Cancer Action 2004.<br />
Auf unserer Website können Sie die komplette <a href="../../03info/screening_BCA_Leitlinie.htm" target="_blank">Breast Cancer Action Position zum Mammographie-Screening</a> in deutscher Übersetzung finden.</p>
<h2>Dr. Susan Love Research Foundation</h2>
<p>Selbst bei älteren Frauen ist die Mammographie weit davon entfernt, ein   perfektes Mittel für ein Screening zu sein. Sie mag hilfreich sein, um   den Krebs früher zu finden, aber das frühere Auffinden ist keine   Garantie dafür, dass es damit auch lebensrettend ist. Neue Daten legen   den Schluss nahe, dass es verschiedene Arten von Brustkrebs gibt und dass eine   schnelle Krankheitsprogression mehr von der Art des Krebses und weniger vom   Zeitpunkt der Diagnosestellung abhängig ist. Wahrscheinlich sind es rund   30 Prozent der Brustkrebserkrankungen, die das Potential haben, „böse“   zu enden, wenn man sie nicht früh stoppt. Das sind die Arten von Brustkrebs,   die man mit einem Früherkennungsprogramm und Mammographie-Screening beeinflussen   kann. Das sind auch die Krebserkrankungen, die die Mammographie am besten detektieren   kann. Screening ist immer noch unser bestes Werkzeug, um die Sterblichkeit   bei Brustkrebs zu senken. Wir müssen den größten Gewinn daraus   ziehen und gleichzeitig hart daran arbeiten, etwas Besseres zu finden. Dr.   Susan Love Foundation 2006, <a href="http://www.susanlovemd.org/" target="_blank">www.susanlovemd.org</a></p>
<h2>National Breast Cancer Coalition (NBCC)</h2>
<p>Die NBCC steht auf dem Standpunkt, dass es eine ungenügende Evidenz     für oder gegen den Einsatz eines Mammographie-Screenings unabhängig     vom Alter der Frauen gibt. Frauen wird vermittelt, dass die Mammographie     Leben retten kann, aber die Beweislage für die Reduktion der Sterblichkeitsrate     ist widersprüchlich und wird weiterhin von einigen WissenschaftlerInnen     und EntscheidungsträgerInnen etc. in Frage gestellt. Es steht Frauen     zu, die Wahrheit zu erfahren und diese ist, dass es keinen Beleg für     eine Reduktion der Sterblichkeit für Frauen unter 50 gibt und die Beweislage     für Frauen über 50 zur Zeit unklar ist. Die NBCC glaubt, dass es     Maßnahmen einer öffentlichen Gesundheitspflege gibt, die mehr     Leben retten können und dabei weniger Ressourcen des Gesundheitswesens     benötigen als die Mammographie. Eine solche Maßnahme wäre     die Sicherstellung des Zugang zu einer qualitätsgesicherten Behandlung     für alle Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wird. National     Breast Cancer Coalition, 2003, <a href="../../03info/www.stopbreastcancer.org" target="_blank"> www.stopbreastcancer.org</a></p>
<p><strong>Quellenangabe:</strong><br />
<a name="1"></a> Pearson C. Statement zur Veröffentlichung der Gesundheitsrisiken. National Women’s Health Network, Juli 2002 unter <a href="http://web.archive.org/web/20031222212832/http://www.womenshealthnetwork.org/hrtupdate.htm" target="_blank">www.womenshealthnetwork.org/hrtupdate.htm</a></p>
<p><strong>Links</strong></p>
<p>Website der &#8220;National Women&#8217;s Health Network&#8221;:<br />
<a href="http://www.nwhn.org/" target="_blank">http://www.nwhn.org/</a><strong><br />
</strong><strong>Link     zum Originalartikel:<br />
</strong><a href="http://www.nwhn.org/newsletter/article.cfm?content_id=118" target="_blank">http://www.nwhn.org/newsletter/article.cfm?content_id=118 </a><strong><br />
</strong> <strong> </strong><strong>Internetquellen     zum Mammographie-Screening</strong> erschließen wir in unserer Linksammlung: <a href="http://delicious.com/bcag_mammography_screening" target="_blank">http://delicious.com/bcag_mammography_screening</a> (im     Aufbau)<strong><br />
Stichwortliste     zur Linksammlung:<br />
</strong><a href="../../03info/screening-links.htm" target="_blank">http://www.bcaction.de/03info/screening-links.htm </a><br />
<a href="../../03info/screening.htm"><br />
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