<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>lernen &#187; BRCA</title>
	<atom:link href="http://www.bcaction.de/lernen/tag/brca/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.bcaction.de/lernen</link>
	<description>basisinfo, positionen, grundlegendes und vertiefendes zu brustkrebs</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Feb 2012 09:10:44 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Brustkrebs: Hormone, Schwangerschaft, Stillen</title>
		<link>http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-und-reproduktion/</link>
		<comments>http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-und-reproduktion/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 20:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[basiswissen]]></category>
		<category><![CDATA[risikofaktoren]]></category>
		<category><![CDATA[schwangerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[stillen]]></category>
		<category><![CDATA[ursachen & vermeidung]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Antibabypille]]></category>
		<category><![CDATA[BRCA]]></category>
		<category><![CDATA[Epidemiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensstil]]></category>
		<category><![CDATA[Säuglingsnahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaftsabbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bcaction.de/lernen/?p=445</guid>
		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFInternetversion des Artikels: Die fruchtbare Zeit: Gefahrenzone für Brustkrebs? Erschienen in: Deutsche Hebammenzeitschrift 6/2010 Text: Gudrun Kemper Epidemiologisches zum Einstieg &#8211; Globale Unterschiede Kinderlosigkeit und Brustkrebs: Wissen aus früheren Zeiten Epidemiologie – Trend Ursachen und Lebensstil Ernährung Menarche Umwelt Alkoholkonsum Hormontabletten Antibabypille Schwangerschaftsabbruch Teenager und Mutterschaft „Späte“ Mutterschaft Kinderzahl und Brustkrebs Schwangerschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-und-reproduktion/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p><em>Internetversion des Artikels: Die fruchtbare Zeit: Gefahrenzone für Brustkrebs? Erschienen in: Deutsche Hebammenzeitschrift 6/2010</em></p>
<p><em>Text: Gudrun Kemper</em></p>
<ul>
<li><a href="#epidemiology">Epidemiologisches zum Einstieg &#8211; Globale   Unterschiede</a></li>
<li><a href="#frueher">Kinderlosigkeit und Brustkrebs: Wissen   aus früheren Zeiten</a></li>
<p><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2010/08/schwanger6.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-591" title="schwanger" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2010/08/schwanger6.jpg" alt="" width="248" height="618" /></a></p>
<li><a href="#trend">Epidemiologie – Trend</a></li>
<li><a href="#ursachen">Ursachen und Lebensstil</a></li>
<li><a href="#ernaehrung">Ernährung</a></li>
<li><a href="#menarche">Menarche</a></li>
<li><a href="#umwelt">Umwelt</a></li>
<li><a href="#alkohol">Alkoholkonsum</a></li>
<li><a href="#hormontabletten">Hormontabletten</a></li>
<li><a href="#pille">Antibabypille</a></li>
<li><a href="#schwangerschaftsabbruch">Schwangerschaftsabbruch</a></li>
<li><a href="#teenager">Teenager und Mutterschaft</a></li>
<li><a href="#spaet">„Späte“ Mutterschaft</a></li>
<li><a href="#kinderzahl">Kinderzahl und Brustkrebs</a></li>
<li><a href="#schwangerschaft">Schwangerschaft und Brustkrebs</a></li>
<li><a href="#brustkrebsgene">Schwangerschaft und Brustkrebsgene</a></li>
<li><a href="#stillen">Schwangerschaft und Stillen</a></li>
<li><a href="#schutzfaktor">Schützt Stillen vor Brustkrebs?</a></li>
<li><a href="#stillen_gene">Stillen und Brustkrebsgene</a></li>
<li><a href="#stillzeit">Stillzeit und Brustkrebs</a></li>
<li><a href="#brustkrebsursache">Stillen als Brustkrebsursache?</a></li>
<li><a href="#frueherkennung">Früherkennung in der Schwangerschaft</a></li>
<li><a href="#zukunft">Zukunftsvision</a></li>
<li><a href="#perspektiven">Perspektiven</a></li>
<li><a href="#literatur">Literatur</a></li>
</ul>
<p><em><span style="color: #6697c4;">ÄrztInnen kennen epidemiologische Daten und Zusammenhänge und die weltweiten Unterschiede bei der Entstehung und dem Vorkommen von Brustkrebs &#8211; wenn sie sich auf Brustheilkunde (Senologie) spezialisiert haben. Doch Frauen erschließen sich die Zusammenhänge nicht so leicht. Die Berichterstattung zu Brustkrebs konzentriert sich auf Einzelschicksale, Maßnahmen zur Früherkennung von Brustkrebs und neue Medikamente. Aus dem Blickfeld fallen Lebensbedingungen von Frauen, die mehr mit der Entstehung der Krankheit zu tun haben, als die meisten von uns wissen.<br />
</span></em></p>
<p><em> </em>Seit den 1970er Jahren hat sich die Häufigkeit von Brustkrebs relativ etwa verdoppelt. So erreichen uns Meldungen über steigende Erkrankungszahlen und täglich neue Bruchteile einer mehr oder weniger richtigen Information. Bereits in medizinischen Papyri um 1550 vor Christus wird Brustkrebs beschrieben. Über die Häufigkeit in früheren Zeiten gibt es keine wirklich sicheren Zahlen. Vor 100 Jahren war die Krankheit jedoch seltener als heute. Seit dem Jahr 1900 ist die Müttersterblichkeit massiv gesunken. Brustkrebsraten und Brustkrebssterblichkeit sind jedoch angestiegen.</p>
<p><strong><a name="epidemiology"></a>Epidemiologie &#8211; Globale Unterschiede</strong><br />
Über Mechanismen und Ursachen der Entstehung und Vermeidung von Brustkrebs wissen wir noch immer zu wenig. Das gilt allgemein genauso wie speziell &#8211; im Zusammenhang von Schwangerschaftsverhütung, Schwangerschaft und Stillen. „Schwangerschaft ist keine Krankheit“, so heißt es. Und doch werden manche  Krankheiten, wie Brustkrebs bei einer Schwangeren, heute in Medien verstärkt  diskutiert. Zwar wird ein Anstieg der Erkrankungsraten von Brustkrebs auch während der Schwangerschaft ständig prognostiziert, doch die epidemiologisch abgesicherten Zahlen dazu fehlen. Der große wissenschaftliche Durchbruch zur Vermeidung oder Heilung von Brustkrebs fehlt weiterhin, und einige WissenschaftlerInnen geben das inzwischen sogar offen zu (Norton 2007). Über die Jahrzehnte sind einzelne Zusammenhänge entdeckt worden. Doch das Wissen ist Frauen nicht zugänglich.</p>
<p>Welche hormonellen Einflüsse kommen durch Schwangerschaft und Stillzeit zum Tragen und was hat das mit Brustkrebs zu tun? In den stark industrialisierten Ländern haben nur wenige Frauen ein niedriges Brustkrebsrisiko. Das sagt die britische <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Val_Beral">&gt;&gt;&gt; Professorin für Epidemiologie Dr. Valerie Beral</a> von der Universität von Oxford in Großbritannien. Sie vergleicht die Situation von Frauen, die in westlichen, industrialisierten Regionen leben mit der von Frauen in den ländlichen Regionen Afrikas und Asiens, wo nur eine von 100 Frauen erkranke. Einschränkend muss hier allerdings ergänzt werden, dass Frauen in diesen ländlichen Regionen oft keinen hinreichenden Zugang zu medizinischen Leistungen haben. Die Registrierung der Krankheit lässt in diesen Regionen außerdem zu wünschen übrig und sie ist selbst bei uns verbesserungsfähig. Die Zahlen sind deswegen mit Vorsicht zu betrachten. Wie groß ist das Risiko in westlichen Ländern wirklich?<br />
<strong><br />
Und was können Frauen heute wirklich tun?</strong></p>
<p>Beral hat auf dem jährlichen, weltweit bedeutendsten Brustkrebskongress, dem <a href="../../../../../../wordpress/praevention-aromatasehemmer-2009/#valberal">&gt;&gt;&gt; San Antonio Breast Cancer Symposium</a>, im Dezember 2009 einen epidemiologischen Überblick über die Ursachen und die Vermeidung von Brustkrebs gegeben. Sie ging dabei weltweiten Unterschieden nach. So sei lange bekannt, dass die Krankheit in Ländern mit geringem Einkommen selten und in Ländern mit hohem Einkommen häufiger auftritt.</p>
<p><a name="frueher"></a><strong> Kinderlosigkeit und Brustkrebs in früheren Zeiten<br />
</strong>Dass reproduktive Faktoren eine Rolle spielen, wurde bereits aus Forschungsarbeiten Mitte des 18. und 19. Jahrhunderts abgeleitet (Ramazzini 1743, Rignoni-Stern 1842). Die Brustkrebssterblichkeit bei kinderlos gebliebenen Nonnen lag in der Untersuchung von Rignoni-Stern aus dem Jahre 1842 fast siebenfach höher als bei anderen Frauen. Nach seiner Untersuchung starben 36 von 1.350 Nonnen (2,7 Prozent) an Brustkrebs, während in der Vergleichsgruppe von 72.837 Frauen nur 289 (0,4 Prozent) an Brustkrebs verstarben. Die erste Fallkontrollstudie zu Brustkrebs kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass unverheiratete Frauen häufiger erkrankten. Länger als zwei Jahrhunderte nahm man deswegen an, dass eine der Hauptursachen von Brustkrebs sei, dass Frauen ihre Brüste nicht für ihre „natürlichen Zwecke“ nutzten. Auch die britische Ärztin und Pionierin der modernen Epidemiologie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Janet_Lane-Claypon">&gt;&gt;&gt; Janet Elizabeth Lane-Claypon</a> (1877–1967) konnte nachweisen, dass Frauen mit mehr als fünf Kindern seltener an Brustkrebs erkrankten als Frauen, die durchschnittlich „nur“ 3,5 Kinder hatten. Auch der positive Effekt des Stillens wurde in diesen Forschungsarbeiten gezeigt (Lane-Claypon 1926). Neuere Studien und Metaanalysen haben immer wieder ähnliche Ergebnisse zeigen können. Mit der Anzahl der Geburten ging das statistische Brustkrebsrisiko für die Frauen zurück.</p>
<p><strong><a name="trend"></a>Epidemiologie im Rückblick</strong><br />
In den letzten 100 Jahren sind Brustkrebs-Erkrankungen weltweit stark angestiegen. Im Jahr 1910 wies die amerikanische Krebsstatistik 3.610 Todesfälle durch Brustkrebs nach (Bogen 1935). Die Anzahl der Einwohner ist seitdem um den Faktor 3,9 von knapp 80 auf gut 308 Millionen angestiegen und die Brustkrebssterblichkeit hat sich verzehnfacht. In den USA wird mit rund 40.000 Todesfällen jährlich gerechnet.</p>
<p>Zum Vergleich die Zahlen aus Deutschland: Die Brustkrebssterblichkeit bei Frauen lag in den Jahren 2000 bis 2007 zwischen 17.814 und 16.780 und entspricht damit etwa 3,7 Prozent aller Todesfälle (Destatis 2009, GEKID Atlas 2010, s. auch <a href="../../../../../../wordpress/brustkrebs_2000-2007_zahlen/">&gt;&gt;&gt; Aktuelle Zahlen zu Brustkrebs und Krebs (Deutschland 2000 – 2007)</a> und <a href="../../../../../brustkrebs-in-deutschland-europa-und-weltweit/">&gt;&gt;&gt; Brustkrebs in Deutschland, Europa und weltweit</a>. Nach Zahlen der WHO haben sich die Erkrankungszahlen von 1980 bis zum Jahr 2000 weltweit von 572.100 auf 1.050.348 fast verdoppelt.</p>
<p><strong><a name="ursachen"></a>Ursachen und Lebensstil </strong><br />
Die Internationale Krebsforschungsbehörde IARC geht mit ihren zuletzt erhobenen Zahlen aus dem Jahr 2002 von jährlich 1,15 Millionen Brustkrebsneuerkrankungen weltweit aus. Beral prognostizierte ein weiteres Ansteigen auf weltweit über zwei Millionen Fälle für das Jahr 2040. Wenn sich Bevölkerungsexplosion und Zunahme der Brustkrebsinzidenz auf dem aktuellen Niveau halten, erreichen wir diese unglaubliche Zahl wahrscheinlich bereits deutlich eher. Und die Ursachen?</p>
<p><strong><a name="ernaehrung"></a>Ernährung</strong><br />
Nachweislich steigern Überernährung und Übergewicht das Brustkrebsrisiko. Der Einfluss von Ernährungsgewohnheiten beginnt mit der künstlichen Säuglingsnahrung und dem Rückgang des Stillens. Nicht gestillte Säuglinge nehmen schon in den ersten acht Lebenstagen sehr viel schneller an Gewicht zu (Lane-Claypon 1912) als gestillte Säuglinge. Lebensstil und Ernährung von Mädchen haben sich seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich verändert. In der Folge sind Mädchen heute größer und schwerer (Tanner 1970). Aber auch hormonelle Faktoren, wie beispielsweise <a href="../../../../../../ukul/gestoerte-weiblichkeit/">&gt;&gt;&gt; Umweltöstrogene (endokrine Disruptoren)</a> werden für Übergewicht heute mit verantwortlich gemacht.</p>
<p><strong><a name="menarche"></a>Menarche</strong><br />
Das Alter von amerikanischen Mädchen bei Menarche liegt heute bei durchschnittlich 12,6 Jahren (Steingraber 2007, Nelson 2007). Mädchen, bei denen die Menarche vor dem Alter von zwölf Jahren eintritt, haben ein um 50 Prozent höheres Brustkrebsrisiko als Mädchen, bei denen es erst mit 16 so weit ist. Bei 14 Prozent der Mädchen zeigen sich bereits Zeichen der Brustentwicklung zwischen dem achten und neunten Geburtstag, und bei 50 Prozent der Mädchen ist diese Entwicklung beim zehnten Geburtstag sichtbar (Steingraber 2007). Die frühe Menarche ist im Zusammenhang mit Brustkrebs als Risikofaktor anerkannt. Sie wird durch Körpergröße und Gewicht gesteuert (De Waard 1977, Hitchcock 1985).</p>
<p><strong><a name="umwelt"></a>Umwelt</strong><br />
In einem komplexen Zusammenspiel von Ernährung, psychosozialen Faktoren und verschiedenen Umwelteinflüssen – beispielsweise durch <a href="../../../../../../ukul/gestoerte-weiblichkeit/">&gt;&gt;&gt; Umweltöstrogene (endokrine Disruptoren)</a> – werden Mädchen heute vorzeitig „erwachsen“. Weitere Faktoren im Lebensstil von Frauen und Mädchen kommen hinzu.</p>
<p><strong><a name="alkohol"></a>Alkoholkonsum</strong><br />
Auch Alkoholkonsum lässt das Risiko ansteigen. So prognostizierte Valerie Beral den Amerikanerinnen eine jährliche Senkung der Brustkrebshäufigkeit um über 22 Prozent, relativ 40.000 Erkrankungsfälle weniger, wenn Frauen kein Übergewicht hätten und auf Alkohol sowie Hormonersatztherapien (HET) verzichteten (CGHFBC 2002), ohne aber die einzelnen Faktoren genauer aufzuschlüsseln. Auch Bewegungsmangel und die höhere Lebenserwartung spielten eine Rolle.</p>
<p><strong><a name="hormontabletten"></a>Hormontabletten<br />
</strong>Antibabypille (Kontrazeptiva) oder Hormontabletten gegen „Wechseljahresbeschweren“ (HET) erhöhen das Erkrankungsrisiko ebenfalls. Das hat auch Beral 2009 erneut anhand von Daten aufgezeigt. Die Brustkrebs verursachenden Wirkungen von allen Hormontabletten seien ihrer Meinung nach jedoch vorübergehender Natur. (Wer allerdings erkrankt, erkrankt nicht &#8220;vorübergehend&#8221;.) Mit dem Bekanntwerden des durch die Hormonersatztherapie (HET) erhöhten Risikos für Brustkrebs setzten besonders in den USA viele Frauen ihre Medikamente einfach ab. Dies führte dort zu einem schlagartigen Abfall der Brustkrebsrate (Ravdin 2007), was sich in den staatlichen Krebsregistern bei Erkrankungsraten und Todesfällen widerspiegelte. Die wohl bekannteste Brustkrebsexpertin weltweit, die Chirurgin <a href="../../../../../../wordpress/tag/susan-love/">&gt;&gt;&gt; Dr. Susan Love</a>, die heute eine nach ihr benannte Stiftung zur Erforschung von Brustkrebs (<a href="http://www.dslrf.org/">&gt;&gt;&gt; Dr. Susan Love Research Foundation</a>) in Santa Monica leitet, bezeichnete dies in der <em>New York Times </em>als den bisher größten Erfolg in der Bekämpfung von Brustkrebs (NYT 2009). Nicht eine Therapie mehr, sondern eine Therapie weniger hat diesen Erfolg bewirkt.</p>
<p><strong><a name="pille"></a>Antibabypille</strong><br />
Auch die Antibabypille führt zu einem – lt. Beral allerdings „nur“ moderaten – Anstieg von Brustkrebs. Das Erkrankungsrisiko fällt in den zwölf Jahren nach der Einnahme vollständig wieder zurück auf die Risikostufe von Frauen, die nie die Pille genommen haben (CGHFBC 1996). Für die HET lasse sich ebenfalls keine anhaltende Gefahr nachweisen. Das Risiko sei nur während der Einnahme und kurz danach erhöht, so Beral. Dennoch gibt es keinen Anlass, die Nebenwirkungen dieser Medikamente zu verharmlosen.</p>
<p><a name="schwangerschaftsabbruch"></a><strong>Schwangerschaftsabbruch</strong><br />
Ein Schwangerschaftsabbruch (oder auch eine erlittene Fehlgeburt) erhöhen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nicht. Dies ist mit Daten einer umfassenden Reanalyse aus 53 epidemiologischen Studien, in die über 83.000 Frauen mit Brustkrebs eingeschlossen wurden, belegt. Bevor diese umfassende Untersuchung  2004 veröffentlicht wurde, ist der Schwangerschaftsabbruch immer wieder als Risikofaktor für Brustkrebs diskutiert worden. Kleinere Studien, die Hinweise für diese Diskussion geliefert hatten, waren jedoch bei genauer Betrachtung nicht belastbar. Valerie Beral, die bei der Überprüfung der Studien mitgearbeitet hat, kommentierte damals das Ergebnis dahingehend, dass die Gesamtheit der weltweit verfügbaren epidemiologischen Daten darauf hinweise, dass sich keine Nebeneffekte für das spätere Brustkrebsrisiko ergäben (CGHFBC 2004).</p>
<p><strong><a name="teenager"></a>Teenager und Mutterschaft</strong><br />
Legt man Valerie Berals Theorie zugrunde, so ist das Alter der Erstgebärenden nach wie vor der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor, um das Brustkrebsrisiko von Frauen in Industrieländern spürbar zu senken. Die inzwischen rund 40 Jahre alten Untersuchungen, die Beral in San Antonio 2009 zitierte, belegen dies mit immer wieder neu bestätigten Daten. Wenn das durchschnittliche Alter der Mütter beim ersten Kind von hypothetischen 25 Jahren auf 19 Jahre gesenkt würde, so Beral, würde die kumulative Brustkrebshäufigkeit zurückgehen. Der lebenslang anhaltende Schutz für Frauen, die als späte Teenager Mutter werden, senke in den „reichen Ländern“ das Brustkrebsrisiko von 6,3 auf 5,2 Prozent. Zum Vergleich: In ländlichen Regionen Afrikas und Asiens liegt die Brustkrebshäufigkeit bei Frauen, die mit spätestens 19 Jahren Mutter werden, bei nur einem Prozent.</p>
<p>Das durchschnittliche Alter von Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, liegt in Deutschland momentan bei knapp 30 Jahren. In sieben Regionen in Nord- und Südamerika, Europa, Osteuropa und Asien wurden bei unterschiedlichen ethnischen Gruppen standardisierte Studien durchgeführt. Im Ergebnis trugen überall diejenigen Frauen, die vor dem 18. Lebensjahr ihr erstes Kind bekamen, nur ein Drittel des Brustkrebsrisikos im Vergleich zu Frauen, die erst mit 35 oder später erstmals Mutter wurden. Der schützende Effekt hielt bis zum 75. Lebensjahr und darüber hinaus an.</p>
<p>Frauen, die ihr erstes Kind mit unter 20 Jahren bekamen, hatten im Vergleich zu Kinderlosen ein um 50 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko. Im Vergleich zu Müttern über 35 reduzierte sich ihr Brustkrebsrisiko um 40 Prozent. Bei Erstgebärenden ab 30 Jahren stieg das Risiko mit jedem weiteren Jahr linear an (MacMahon 1970).</p>
<p><strong><a name="spaete"></a>„Späte“ Mutterschaft und Kinderzahl</strong><br />
Veränderungen des Reproduktionsverhaltens wie späte Mutterschaft und sinkende Kinderzahlen sind heute in industrialisierten Ländern zur Normalität geworden. Die Einführung der künstlichen Säuglingsnahrung von Nestlé gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat nicht nur die Stillgewohnheiten weltweit nachhaltig beeinflusst.</p>
<p>Bei erster Schwangerschaft im Alter von über 35 Jahren wird von einem überdurchschnittlich erhöhten Brustkrebsrisiko ausgegangen. In der vergleichenden internationalen Studie zeigte sich auch, dass Frauen, die mit über 35 erstmals Mutter wurden, offensichtlich mit weiteren Geburten ihr Brustkrebsrisiko zusätzlich erhöhten. Ihr Risiko lag 20 Prozent über dem der Frauen ohne Kinder (MacMahon 1970).</p>
<p><a name="kinderzahl"></a><strong>Kinderzahl und Brustkrebs</strong><br />
Die erwähnte Studie über sieben Regionen zeigte in unterschiedlicher Ausprägung auch, dass Frauen mit fünf und mehr Geburten – im Vergleich zu kinderlosen Frauen – ein um 40 bis 60 Prozent geringeres Krebsrisiko tragen. Die Anzahl der Geburten hatte hier im Vergleich zur Teenagerschwangerschaft allerdings nur einen eher untergeordneten Einfluss.</p>
<p><strong><a name="schwangerschaft"></a>Schwangerschaft und Brustkrebs </strong><br />
Die meisten Schwangeren und Stillenden denken nicht an Krebs (Petrek 1994). <strong>Brustkrebs in der Schwangerschaft ist tatsächlich eher selten</strong>, wird aber als  besonders aggressiv eingestuft (Aebi 2008). Die „internationale Fachwelt“ hat sich mehr oder weniger darauf geeinigt, dass heute weltweit durchschnittlich eine von rund 3.000 Frauen in der Schwangerschaft von Brustkrebs betroffen ist. Diese Zahl wird unverändert seit mehr als zehn Jahren in der amerikanischen Datenbank <a href="http://www.cancer.gov/cancertopics/pdq/treatment/breast-cancer-and-pregnancy/HealthProfessional/page2">&gt;&gt;&gt; Physician Data Query (PDQ)</a> des Nationalen Krebsinstituts genannt. Mindestens ebenso lange wird ein weiteres Ansteigen prognostiziert, aber Daten fehlen. Vorausgesetzt, die Zahlen stimmen, so kann man anhand der Geburten in Deutschland sehr vorsichtig schätzen, dass jedes Jahr rund 220 Frauen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft an Brustkrebs erkranken. <strong>Über den Trend einer Zunahme kann man bisher nur spekulieren.</strong> Genauere Daten sind weder national noch international zu ermitteln. Deutschland gehört bisher zu den Ländern ohne funktionierendes nationales Krebsregister. Die Dachdokumentationen des Robert Koch-Instituts zu Krebs und Häufigkeit in Deutschland geben für „Brustkrebs in der Schwangerschaft“ keinen näheren Aufschluss zu den Entwicklungen bei uns. Die onkologischen SpezialistInnen in Deutschland übernehmen die internationalen Zahlen. Das Durchschnittsalter von Patientinnen mit Brustkrebs in der Schwangerschaft liegt demnach zwischen 32 und 38 Jahren (Keleher 2002). Unabhängig von einer Schwangerschaft liegt das statistische Brustkrebsrisiko bei Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren bei eins zu 252 (Regierer &amp; Possinger 2005).</p>
<p><strong><a name="brustkrebsgene"></a>Schwangerschaft und Brustkrebsgene</strong><br />
Nur die Gruppe der Frauen mit den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 kann vom Schutz einer „Teenagerschwangerschaft“ wahrscheinlich nicht profitieren. Das hat eine kanadische Studie bereits untersucht (Jernstrom 1999). Bei Frauen mit BRCA-Mutationen (BRCA: BREAST CANCER, Brustkrebs) erhöht jede Schwangerschaft das Risiko, ab einem Alter von 40 Jahren an Brustkrebs zu erkranken, während Kinderlosigkeit das Risiko verringert (Jernstrom 1999). Eine Studie verglich 1.260 Frauen mit bekannter BRCA-Mutation mit Frauen ohne solche Genveränderung. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das Brustkrebsrisiko in den ersten zwei Jahren nach der Schwangerschaft am größten war. Mehr Schwangerschaften führten in dieser Untersuchung nur bei Frauen mit BRCA2-Mutation ab dem Alter von 50 zu einem höheren Brustkrebsrisiko (Cullinane 2005).</p>
<p>Frauen, die von den BRCA-Genveränderungen betroffen sind, haben auch in Schwangerschaft und Stillzeit ein höheres Brustkrebsrisiko. In der Gruppe der Frauen, die innerhalb dieser Zeit Brustkrebs entwickeln, sind sie wahrscheinlich überrepräsentiert (Johannsson 1998, Shen 1999). ÄrztInnen und Hebammen können mit Achtsamkeit und Fachwissen viel für schwangere Brustkrebspatientinnen, die von BRCA betroffen sind, tun.</p>
<p><strong><a name="stillen"></a>Schwangerschaft und Stillen</strong><br />
Zahlreiche Geburten und lange Stillzeiten werden Frauen immer wieder als schützende Faktoren vermittelt. Erst mit dem Austragen der ersten Schwangerschaft ist die Entwicklung der Brust abgeschlossen (Love 1990). Doch das schnelle Zellwachstum des Brustgewebes in Schwangerschaft und Stillzeit kann auch die Vermehrung jeglicher krebsartiger Zellen in der Brust stimulieren (MacMahon 1970). Wahrscheinlich ist hier eine Ursache von Brustkrebs in der Schwangerschaft zu suchen. Auch führen die zum Schutz des Fetus in der Schwangerschaft eintretenden Veränderungen im Immunsystem der Mutter zu einer Senkung der natürlichen Killerzellen (Murphy 2008). Diese Killerzellen sind für die Abwehr von Krebserkrankungen wichtig. Beides würde erklären können, warum die schützenden Effekte nur bei einer Schwangerschaft in jungen Jahren zum Tragen kommen: Bei 20-Jährigen bilden sich kaum Krebszellen, die zum Wachstum angeregt werden könnten. Mit zunehmendem Lebensalter wird die Wahrscheinlichkeit dafür langsam höher.</p>
<p><strong><a name="schutzfaktor"></a>Schützt Stillen vor Brustkrebs?</strong><br />
Über Jahrhungerte ist vermutet worden, dass Stillen zur Verringerung des Brustkrebsrisikos beiträgt. Auch Beral verwies 2009 erneut auf diesen Schutz. Eine Überprüfung (Reanalyse) der Daten aus 47 Studien in 30 unterschiedlichen Ländern wurde 2002 veröffentlicht. Hier flossen Daten von über 50.000 Brustkrebspatientinnen und einer fast doppelt so großen Vergleichsgruppe mit Frauen, die nicht an Brustkrebs erkrankt waren, ein. Die internationale Krebsforschungsbehörde IARC stützt sich in ihrem Faktenpapier zu Brustkrebs auch auf diese Daten. Sie hält fest, dass die verfügbaren Daten zwar schwach seien, es aber möglicherweise eine <strong>geringfügige</strong> Reduktion des Brustkrebsrisikos durch Stillen gäbe (ENCR/IARC 2002, CGHFBC 2002).  In der breit angelegten Überprüfung wurde festgestellt, dass die Stillzeiten bei Frauen mit Brustkrebs durchschnittlich kürzer waren (9,8 gegenüber 15,6 Monaten). Je länger Frauen stillten, desto besser seien sie gegen Brustkrebs geschützt. In einzelnen der kleineren Studien zum Stillen konnte der positive Effekt des Stillens jedoch entweder gar nicht oder erst im Zusammenhang mit sehr langen Gesamtstillzeiten &#8211; über 60 Monate und länger &#8211; nachgewiesen werden. In der Schlussfolgerung kommt das AutorInnenkollektiv der Reanalyse zu der Interpretation, dass fehlende oder kurze Stillzeiten typisch für Frauen in den entwickelten Ländern seien und Stillen hier einen wichtigen Beitrag zur Senkung von Brustkrebs leisten könne (CGHFBC 2002).</p>
<p><a name="stillen_gene"></a><strong>Stillen und Brustkrebsgene</strong><br />
Auch Frauen, bei denen eine BRCA1-Mutation vorliegt, senken ihr Brustkrebsrisiko, wenn sie länger als ein Jahr stillen (Jernström 2004).</p>
<p><strong><a name="stillzeit"></a>Stillzeit und Brustkrebs</strong><br />
In der Stillzeit können – wie sonst auch – Knoten in der Brust auftauchen. Wie in der Schwangerschaft soll Brustkrebs auch in der Stillzeit öfter mit einer schlechteren Prognose verknüpft sein (Guinee 1994). Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass die Diagnose hier häufiger verspätet gestellt wird. Jeder Knoten, der nicht durch Ausstreichen oder Massage wieder verschwindet, muss in der Stillzeit also schnell und sicher ärztlich abgeklärt werden, auch wenn verschiedene gutartige Veränderungen wie etwa Milchzysten (Galaktozelen) ursächlich sein können.</p>
<p><strong><a name="brustkrebsursache"></a>Stillen als Brustkrebsursache?<br />
</strong>Auch die Zusammensetzung von Muttermilch und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit werden Frauen und Wissenschaft noch lange weiter beschäftigen. Muttermilch ist in den letzten 30 Jahren durch Umweltbelastungen mit den gleichen Chemikalien  &#8211; wie beispielsweise PCB, DDT, Lösungsmitteln und Schwermetallen &#8211; kontaminiert, die unter anderem wiederum für den Anstieg des Brustkrebsrisikos verantwortlich gemacht werden. Die Schadstoffe sammeln sich im Laufe des Lebens im Körper an und werden über die Muttermilch weitergegeben. Die Biologin Dr. Sandra Steingraber verweist darauf, dass eine Frau während des Stillens 20 Prozent dieser eigenen Körperbelastung an den Säugling weitergibt (Steingraber 2001). Frauengruppen setzen sich seit einigen Jahren für eine Forschung zum Thema gesündere Brustmilch ein (Tarkan 2001).</p>
<p><strong><a name="frueherkennung"></a>Früherkennung in Schwangerschaft und Stillzeit: Selbstuntersuchung?</strong><br />
Für die Selbstuntersuchung der Brust konnte generell belegt werden, dass sie die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs nicht senkt. In großen Studien erwies sich sogar eine Zunahme von negativen Auswirkungen (Semiglazov 1999, Thomas 2002). Dennoch wird die Selbstuntersuchung wegen des Risikos der verspäteten Diagnose in Schwangerschaft und Stillzeit häufig empfohlen. <strong>Eine umfassende klinische Untersuchung mit entsprechendem Studienergebnis gibt es dazu jedoch nicht.</strong> Was also tun in Schwangerschaft und Stillzeit? Die Brüste erkunden und auf natürliche Veränderungen achten. Es ist schön, zu erfahren, wie die Brüste sich anfühlen. Die Suche nach Krebs sollte nicht im Vordergrund stehen, so schreibt Susan Love in ihrem „Brustbuch“.</p>
<p><strong><a name="zukunft"></a>Zukunftsvision  der Brustkrebsforschung</strong><br />
Valerie Beral, die seit 1989 die Abteilung für Krebsepidemiologie an der Universität von Oxford leitet und in verschiedenen internationalen Arbeitsgruppen mitarbeitet, sieht bis heute die Zusammenhänge rund um das Kinderkriegen als die wichtigsten Einflussgrößen zur Senkung des Brustkrebsrisikos. Die Häufigkeit von Brustkrebs in Mitteleuropa würde sich mehr als halbieren, wenn Frauen dieselben Reproduktionsgewohnheiten hätten wie in Entwicklungsländern. Allerdings schätzt sie die Möglichkeiten von Veränderungen selbst als unrealistisch ein. Beral hat 2009 gut untersuchte ältere Daten und abgesicherte Forschungsarbeiten wieder ans Licht gebracht. Ihre futuristisch anmutende Vision von 2009 ging in die Richtung, dass die Schwangerschaft in ihren Auswirkungen auf die weibliche Brust und den Körper der Frau mit einer Art Impfung imitiert werden könne. In jungen Frauen würden Kurzzeitwirkungen von Hormonen während Spätschwangerschaft und Stillzeit für lebenslangen Schutz sorgen. Beral, die in ihrer Präsentation keine Interessenkonflikte mit Pharmafirmen angab, beschrieb einen entsprechenden‚ hormonellen Impfstoff für junge Frauen als Ziel einer langfristigen Präventionsstrategie. Auf die Vermeidung der beständigen Kontamination mit Umwelthormonen ging sie dagegen nicht ein.</p>
<p>Diese neuerliche Idee einer Medikalisierung von Frauen weckte wenig Begeisterung. Das amerikanische Nationale Krebsinstitut (NCI) hat die sogenannte <a href="../../../../../../wordpress/keine-unterstutzung-fur-praventionsstudie-stellar-study-to-evaluate-letrozole-and-raloxifene/">&gt;&gt;&gt; STELLAR-Studie (Study to evaluate Letrozole and Raloxifene) bereits im Sommer 2007 gestoppt</a> – nach einer Reihe erfolgloser medikamentöser Versuche. Damit hatte man sich vorerst von dem Weg verabschiedet, die hormonelle Situation von Frauen zur Brustkrebsprävention über Medikamente zu beeinflussen. Wirkungen und Nebenwirkungen standen in einem sehr ungünstigen Verhältnis, und der Schaden war größer als der Nutzen. Frauenorganisationen in den USA bewerteten Berals Beitrag kritisch. Ihr wurde ein Rückfall hin zu den Erklärungsmustern des beginnenden 20. Jahrhunderts bescheinigt.</p>
<p>Über die Jahrzehnte wurde mehr oder weniger versteckt die Botschaft übermittelt, dass das Verlassen des „sicheren Platzes“ – Heim, Herd und Mutterschaft – das Brustkrebsrisiko verhaltensbedingt steigert. Das hat langfristig zu einer Interpretation der Daten geführt, die sich am Verhalten von Frauen orientiert. Verhältnisprävention, und damit Forschung an Lebensverhältnissen und Ursachen von Brustkrebs in der Lebensumwelt von Frauen, blieb dagegen über Jahrzehnte einfach links liegen. Dieser Ansatz wird Frauen bis heute in hinreichendem Umfang verweigert (Brenner 1997). Gründe für das so stark gehäufte Auftreten von Brustkrebs in den Industrienationen sind bisher nicht wirklich geklärt. Ernährung, Chemikalien und Umweltfaktoren werden diskutiert. Frauen selbst haben inzwischen verschiedene Organisationen gegründet, die konsequent Umweltaspekte in den Vordergrund stellen.</p>
<p>Wie eine Reihe anderer Fraueninitiativen arbeitet auch die <a href="../../../../../../archiv/no-family-history-ein-film-von-sabrina-mccormick/">&gt;&gt;&gt; Umweltsoziologin Dr. Sabrina McCormick</a> von der staatlichen Universität in Michigan, USA, am Thema Umwelt und Brustkrebs. Sie versucht, im Rahmen ihrer Forschungsprojekte den offenen Fragen auf den Grund zu gehen (McCormick 2007, 2009). Beral vertrat die Auffassung, dass Frauen einfach Pech hätten, wenn sie unabhängig von Reproduktionsfaktoren an Brustkrebs erkrankten. Die Widersprüchlichkeiten dieses „Pechs“ wurden beleuchtet: So erkrankten Frauen nach einem Umzug vom Land in die Großstadt sehr viel schneller an Brustkrebs, als dass sie ihre Gewohnheiten im Zusammenhang mit dem Kinderkriegen änderten. „Strahlende Techniken“ sind auf dem Vormarsch. Mammographie und auch die Computertomographie, die ohne ionisierende Strahlung nicht auskommen, werden immer breiter eingesetzt &#8211; zusätzlich zu ansteigenden Strahlenbelastungen im Alltag. Auch verdienten hormonwirksame Substanzen, sogenannte endokrine Disruptoren, sehr viel mehr Aufmerksamkeit, da sie über Nahrung, Trinkwasser und Kosmetika vom Körper aufgenommen werden. All das hat Beral unter den Tisch fallen lassen.</p>
<p><strong>Perspektiven &#8211; Wie geht es weiter?</strong><br />
Niemand kann heute ernsthaft erwarten, dass Frauen ihre Familienplanung von statistischen Wahrscheinlichkeiten einer unsicheren Brustkrebsprävention abhängig machen. Frauen in westlichen Ländern werden in der überwiegenden Mehrheit ihr erstes Kind nicht unter 20 bekommen. Im Umgang mit hormonellen Medikamenten und hormonell wirksamen Stoffen aller Art wäre eine kritische Diskussion wichtig, die Frauen über Risiken ehrlicher informiert. Unzweifelhaft ist der gegenwärtige Wissensstand unbefriedigend. Alle Daten eignen sich weder, um das Brustkrebsrisiko einer individuellen Frau sicher vorherzusagen, noch um Brustkrebs sicher zu vermeiden. Die Brustkrebsforschung der vergangenen Jahrzehnte hat sich stark auf die medikamentöse Therapie konzentriert. Die Anzahl der durchgeführten Studien ist unüberschaubar geworden. Die Sensibilisierung bei Brustkrebs verursachenden Chemikalien – etwa in Kosmetika oder Verpackungsmaterialien von Lebensmitteln – steckt noch in den Kinderschuhen. Neben Krebs verursachenden Stoffen und Strahlen rückt bei vielen Krebserkrankungen – so auch bei Brustkrebs – das Krebs auslösende Potenzial von Viren ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Verschiedene Standardlehrbücher zum Mammakarzinom halten bereits lange fest, dass Grundlagenforschung unbedingt notwendig sei, um Möglichkeiten einer infektiösen Verbreitung von Brustkrebs durch Viren weiter zu erforschen (Kreienberg 2002 &amp; 2006). Diese Ansätze verfolgt auch Susan Love mit ihrer Forschungsstiftung, der Dr. Susan Love Research Foundation. Sie forscht in verschiedenen Projekten an Brustkrebs als Viruskrankheit und geht davon aus, dass Viren bei Brustkrebs die zentrale Rolle spielen (Love 2010).</p>
<p><em>Bildnachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/moosurreal/5383290361/sizes/l/in/photostream/" target="_blank">Lorena Ulloa</a>, Creative Commons 2.0 Non-Commercial &#8211; Share alike</em></p>
<p><strong><a name="literatur"></a>Literatur </strong></p>
<p>Aebi S, Loibl S Breast cancer during pregnancy: medical therapy and prognosis. Recent Results Cancer Res 2008; 178: 45 &#8211; 55</p>
<p>Beral, V An epidemiological perspective on the causes and prevention of breast cancer. SABCS 2009 (vollständig online: <a href="http://www.sabcs.org">www.sabcs.org</a>)</p>
<p>Boyles, S Breast Cancer in Pregnancy: Chemo OK, WebMD Health News, Apr.18,2008</p>
<p>Brenner, B Reflections on a Handmaid’s Tale. Breast Cancer Action Newsletter 44, Oct/Nov 1997</p>
<p>CGHFBC, Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer, Breast cancer and hormonal contraceptives: collaborative reanalysis of individual data on 53 297 women with breast cancer and 100 239 women without breast cancer from 54 epidemiological studies. Lancet, 1996 Jun 22;347(9017):1713-27</p>
<p>CGHFBC, Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer, Breast cancer and breastfeeding: collaborative reanalysis of individual data from 47 epidemiological studies in 30 countries, including 50 302 women with breast cancer and 96 973 women without the disease. Lancet, 2002, Jul 20:360(9328):187-195</p>
<p>CGHFBC, Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer, Breast cancer and abortion: collaborative reanalysis of data from 53 epidemiological studies, including 83 000 women with breast cancer from 16 countries, Lancet, 2004 Mar 27;363(9414):1007-16</p>
<p>Cullinane CA et al. Effect of pregnancy as a risk factor for breast cancer in BRCA1/BRCA2 mutation carriers. Int J Cancer. 2005 Dec 20;117(6):988-91</p>
<p>De Waard F, Breast cancer incidence and nutritional status with particular reference to body weight and height. Cancer res 35: 3351-56, 1975</p>
<p>Destatis, Statistisches Bundesamt: Gesundheit: Todesursachen in Deutschland, Wiesbaden, 2007, korrigiert am 5. Mai 2009</p>
<p>ENCR/IARC European Network of Cancer Registries, International Agency for Research on Cancer: ENCR Cancer Fact Sheets, Vol. 2, 12/2002</p>
<p>Jerzy E. Tyczynski, Freddie Bray, D. Maxwell Parkin</p>
<p>GEKID Atlas <a href="http://www.ekr.med.uni-erlangen.de/GEKID/Atlas/Inzidenz/atlas.html">http://www.ekr.med.uni-erlangen.de/GEKID/Atlas/Inzidenz/atlas.html, </a>Datenabfrage im Feb. 2010</p>
<p>Guinee, V et al. Effects of pregnancy for prognosis for young women with breast cancer. Lancet 1994; 343: 1587</p>
<p>Hitchcock NE et al. The growth of Breast Fed and Artificially Fed Infants from Birth to Twelve Months. Acta Padiatr Scand 74: 240-245, 1985</p>
<p>Jernstrom H et al. Pregnancy and risk of early breast cancer in carriers of BRCA1 and BRCA2. Lancet 1999;354:1846–50</p>
<p>Jernstrom H et al. Breast-feeding and the Risk of Breast Cancer in BRCA1 and BRCA2 Mutation Carriers, JNCI 2004 96(14):1094-1098</p>
<p>Johannsson, O et al. Pregnancy-associated breast cancer in BRCA1 and BRCA2 germline mutation carriers. Lancet 1998; 352:1359</p>
<p>Keleher, AJ et al. Multidisciplinary management of breast cancer concurrent with pregnancy. J Am Coll Surg. 2002 Jan;194(1):54-64</p>
<p>Kreienberg W et al. Management des Mammakarzinoms, Springer 2002, 2006</p>
<p>Lane-Claypon J A further report on cancer of the breast: reports on public health and medical subjects. London: Ministry of Health; 1926</p>
<p>Lane-Claypon J Report to the local government board upon the available data in regard to the value of boiled milk as a food for infants and young animals. No. 63. London, United Kingdom: His Majesty′s Stationary Office, 1912:1–60. Digitalisiert zugänglich  <a href="http://www.archive.org/details/cu31924003472176">http://www.archive.org/details/cu31924003472176</a> (Open Access)</p>
<p>Litton, J in: Boyles, S Breast Cancer in Pregnancy: Chemo OK, WebMD Health News, Apr.18,2008</p>
<p>Love, S Dr. Susan Love’s Breast Book / Das Brustbuch. 1990, dt. 1996</p>
<p>Love, S Kennedy’s war on cancer, and our own, NYT Aug. 27, 2009</p>
<p>Love, S I fully believe that breast cancer is started by a virus and now have to figure out how to identify the virus and prove it. Facebook, 2010, Feb 03, 02:04</p>
<p>MacMahon, C Age at First Birth and Breast Cancer Risk. Bull. Wld Hlth Org. 1970, 43, 209-221</p>
<p>McCormick, S No Family History. Rowman &amp; Littlefield Publ. 2009 (Verfilmung bereits 2007)</p>
<p>MARIE-Studie. Studienbericht 2009. Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ, Version 1.3 v. 23.03.2009</p>
<p>Murphy, K et al Janeway’s immunobiology. 7. ed. New York, Garland Science 2008, S. 647</p>
<p>Nelson, R Little Women. Am J Nurs 2007 Dec;107(12):25-6</p>
<p>Norton, L zititert nach Brenner, B Reflections on the 30th Annual San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</p>
<p>Ramazzini, B De morbis artifcum diatribe. Venetiis 1743</p>
<p>Regierer, A et al. Mammakarzinom, Manual Diagnostik und Therapie, Dt. Ärzteverl. 2005</p>
<p>Rigoni-Stern, D Fatti statistici relativi alle malattie cancerose. Gior. Servire Progr. Path Terap 1842; 2: 507</p>
<p>Semiglazov VF et al. [Interim results of a prospective randomized study of self-examination for early detection of breast cancer (Russia/St.Petersburg/WHO)]. Vopr Onkol 1999;45:265-71</p>
<p>Shen T, Vortmeyer AO, Zhuang Z, Tavassoli FA. High frequency of allelic loss of BRCA2 gene in pregnancy-associated breast carcinoma. J Natl Cancer Inst 1999; 91:1686</p>
<p>Steingraber S. Having Faith, Perseus Pub 2001</p>
<p>Steingraber S. The Falling Age of Puberty in U.S. Girls. Breast Cancer Fund 2007</p>
<p>Tanner JM Physical growth. In P.M. Mussen (Ed.), Carmichaels Manual of Child Psychology (Vol. 1). New   York: Wiley, 1970</p>
<p>Tarkan L Research is urged for healthier breast milk. The New York Times, Oct. 16, 2001</p>
<p>Thomas DB, Gao DL, Ray RM, et al. Randomized trial of breast self-examination in Shanghai: Final Results. J Natl Cancer Inst 2002;94(19):1445-57</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-und-reproduktion/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mamma-MRT &#8211; MRT der Brust (Magnetresonanztomographie)</title>
		<link>http://www.bcaction.de/lernen/mrt-der-brust/</link>
		<comments>http://www.bcaction.de/lernen/mrt-der-brust/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 16:10:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[MRT]]></category>
		<category><![CDATA[Biopsie]]></category>
		<category><![CDATA[BRCA]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebsrisiko]]></category>
		<category><![CDATA[DCIS]]></category>
		<category><![CDATA[dichtes Brustdrüsengewebe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bcaction.de/lernen/?p=142</guid>
		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFDurch neue Forschungsarbeiten unter deutscher Beteiligung ist die Magnetresonanztomomgraphie der Brust (Mamma-MRT) &#8211; auch &#8220;Kernspin&#8221; genannt &#8211; momentan ein in Medien vieldiskutiertes Thema. Als FAQ zum Mammographie-Screening in Deutschland beantwortet die Kooperationsgemeinschaft Mammographie die Frage &#8220;Ist MRT eine genauere Untersuchungsmethode als die Mammographie?&#8220;: Die MRT der Brust ist von wichtiger Bedeutung in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/mrt-der-brust/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p>Durch neue Forschungsarbeiten unter deutscher Beteiligung 	      ist die Magnetresonanztomomgraphie der Brust (Mamma-MRT) &#8211; auch &#8220;Kernspin&#8221; genannt &#8211; momentan ein in Medien vieldiskutiertes Thema.</p>
<p>Als FAQ zum Mammographie-Screening in Deutschland beantwortet die Kooperationsgemeinschaft Mammographie die Frage &#8220;<strong>Ist              MRT eine genauere Untersuchungsmethode als die Mammographie?</strong>&#8220;:</p>
<p><em> Die MRT der Brust ist von wichtiger Bedeutung in der diagnostischen              Abklärung von Auffälligkeiten in der Brust und kommt bei              klaren Indikationen auch im Screening zum Einsatz. Allerdings, und              das ist die einhellige Meinung von Experten, ist sie als Früherkennungsuntersuchung              bei symptomfreien Frauen nicht geeignet. Dies wird verständlich              vor dem Hintergrund, dass diese Methode etwa 15% falsch-positive              Ergebnisse liefert. Die im Vergleich zur Mammographie erheblich              höhere Zahl an falsch-positiven Ergebnissen ist für ein              bevölkerungsbezogenes Screening nicht akzeptabel. Zudem kommt              es zu einer höheren Zahl an zusätzlichen Brustgewebeentnahmen.              Diese Zahl an zusätzlichen histologischen Klärungen ist              im Vergleich zum Mammographie-Screening etwa zwei- bis dreifach              so hoch. Die MRT als flächendeckende Untersuchungsmethode ist              darüber hinaus auch aus Kostengründen keine Alternative              zum Mammographie-Screening, denn es ist zehnmal so teuer<br />
</em><em>Es gibt lediglich erste Studien zum Screening bei Hochrisikopatientinnen.              Für Hochrisikopatientinnen hat sich gezeigt, dass durch einen              ergänzenden Einsatz der MRT tatsächlich Brustkrebs früher              erkannt werden kann. Die Vorteile der MRT bei Hochrisiko-Patientinnen              und die bei diesen Patientinnen schlechtere Treffsicherheit von              Mammographie und Ultraschall erklären sich durch verschiedene              Ursachen: Es handelt sich um eine andere Altersgruppe als beim Screening              und die Frauenerkranken häufig an Brustkrebstypen mit rasch              wachsendem Brustkrebs. Quelle: <img src="../../images/icons/pdf.jpg" alt="" width="16" height="17" /> <a href="http://www.referenzzentrum-berlin.de/downloads/Fragen%20und%20Antworte.pdf" target="_blank">Fragen              und Antworten zum Mammographie-Screening</a>, Kooperationsgemeinschaft,              Stand Oktober 2008</em></p>
<p>s.              dazu auch die <strong>Pressemeldung der Kooperationsgemeinschaft</strong> Mammographie<em> &#8220;<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/141931/" target="_blank">MRT              oder Mammographie – ist das hier die Frage?&#8221;</a> (Stand: 15.08.2007)<br />
</em><br />
Nachfolgend finden sich zusammengefasst die wichtigsten Empfehlungen der American   Cancer Society, die im Wesentlichen den Empfehlungen aus Deutschland entsprechen.</p>
<h2><a id="ACSLeitlinie" name="ACSLeitlinie"></a> Position und Leitlinie           der American Cancer Society (ACS Guidelines)</h2>
<p>Zum Brustkrebs-Screening ist die MRT nicht durchführbar wegen der         hohen Kosten, inkonsistenter Standards und zuviel &#8220;falsch-positiven&#8221; Befunden,         die zu unnötigen Biopsien führen. Außerdem gäbe         es keinen Beweis, dass mit der Kernspin-Mammographie (MRT der Brust)         das Gesamtüberleben von Frauen mit Brustkrebs oder andere Behandlungsergebnisse         verbessert werden könnte. Zu diesem Ergebnis kam knapp zusammengefasst         eine Experten-Arbeitsgruppe auf dem amerikanischen Krebskongress im Jahr         2007. Die Leitlinie der American Cancer Society beinhaltet die Indikation         für ein Mamma-MRT zur Früherkennung von Brustkrebs nur unter         den folgenden Bedingungen bei:</p>
<ul>
<li>nachgewiesener            BRCA-1 bzw. BRCA-2 Gen-Mutation, bzw. wenn Angehörige (Eltern,            Geschwister oder Kinder) solche Mutationen haben. Nur 1 bis 2% der            Frauen fallen in diese Gruppe.</li>
</ul>
<ul>
<li>Frauen                         mit 20 bis 25%iger oder größerer Wahrscheinlichkeit,                         im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken, was                         von einer Spezialistin bzw. einem Spezialisten mit Zugang                         zu Spezialsoftware-Programmen berechnet worden sein muss.</li>
</ul>
<ul>
<li>Frauen,                die eine Strahlentherapie der Brust für eine andere Krebserkrankung                im Alter zwischen 10 und 30 Jahren erhalten haben. Das ist sehr                selten, in den USA betrifft dies weniger als 1.500 Behandlungsfälle                pro Jahr.</li>
</ul>
<p>Es gibt eine <strong>ungenügende Evidenz für die Empfehlung                zur Mamma-MRT</strong> für Frauen unter den folgenden Umständen,                nachdem sie ein Beratungsgespräch mit ihren behandelnden Ärzten                geführt haben:</p>
<p><strong> </strong></p>
<ul>
<li>Frauen,                  die Brustkrebs haben/hatten (einschließlich duktales Karzinoma                  in situ).</li>
</ul>
<ul>
<li>Frauen                mit &#8220;dichtem Brustgewebe&#8221; in der Mammographie.</li>
</ul>
<ul>
<li>Frauen                mit mehreren Brustbiopsien in der Vorgeschichte, bei denen sich                bereits präkanzeröse Veränderungen gezeigt haben.</li>
</ul>
<ul>
<li>Frauen                mit einem mehr als 15 bis 20%-igem Risiko im Laufe ihres Lebens,                wenn dieses durch die behandelnden Ärzte festgestellt worden                ist.</li>
</ul>
<ul>
<li>Solche                Frauen mit seltenen Symptomen mit bekanntem erhöhten Risiko,                wie z.B. Frauen mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cowden-Syndrom" target="_blank"><img title="Wikipedia-Link zum Cowden-Syndrom" src="../../images/wikipedia.jpg" alt="" width="11" height="11" /> Cowden                Syndrom</a> (bei dem sich multiple sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hamartom" target="_blank"><img title="Wikipedia-Link zu Hamartome" src="../../images/wikipedia.jpg" alt="" width="11" height="11" /> Hamartome</a> entwickeln)                oder dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Li-Fraumeni-Syndrom" target="_blank"> <img title="Wikipedia-Link zu Li-Fraumeni-Syndrom" src="../../images/wikipedia.jpg" alt="" width="11" height="11" /> Li-Fraumeni-Snydrom</a>,                einer ererbten Erkrankung, die unter anderem mit einer verstärkten                Neigung zu Brustkrebs einhergeht. Diese kurzen Empfehlungen wurden                so auch abgedruckt unter anderem in der MAMM, Heft Mai/Juni 2007,                S. 27.</li>
</ul>
<div>
<div><strong>Eine Mamma-MRT                    wird nicht empfohlen für Frauen ohne die hier aufgelisteten                    Risiken.</strong><strong> </strong></div>
</div>
<p>Empfehlungen zur MRT der Brust zur Früherkennung/Screening in            den  <a href="http://web.archive.org/web/20080317160200/http://www.cancer.org/docroot/MED/content/MED_2_1x_American_Cancer_Society_Issues_Recommendation_on_MRI_for_Breast_Cancer_Screening.asp?sitearea=MED" target="_blank">ACS            Guidelines auf den Webseiten der American Cancer Society nachlesen</a> &#8230;            (in englischer Sprache, Stand 2007, Archivlink, aktuelle Position verschwunden?)<br />
Komplette Leitlinie als pdf <a href="http://caonline.amcancersoc.org/cgi/reprint/57/2/75?maxtoshow=&amp;HITS=10&amp;hits=10&amp;RESULTFORMAT=1&amp;title=MRI&amp;andorexacttitle=and&amp;andorexacttitleabs=and&amp;andorexactfulltext=and&amp;searchid=1&amp;FIRSTINDEX=0&amp;sortspec=relevance&amp;resourcetype=HWCIT" target="_blank">American   Cancer Society Guidelines for Breast Screening with MRI as an Adjunct to Mammography</a> (2007)</p>
<h3><strong>Weiterlesen bei uns im infoblog!</strong></h3>
<p><a href="http://www.bcaction.de/wordpress/category/diagnostik/mrt-der-brust/" target="_blank">MRT &amp; Brustkrebs:</a> Infos aus relevanten Einrichtungen &amp; Medien zur Magnetresonanztomographie   der Brust</p>
<p>2010:<a href="http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1021890" target="_blank"> Brustkrebs-Diagnose: ergänzende Magnetresonanztomogramme bringen keine Vorteile</a> (deutschsprachige Pressemeldung The LANCET v. 12.02.10)</p>
<p><em>Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.08.2010</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bcaction.de/lernen/mrt-der-brust/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Brustkrebs: Schluss mit Mythen!</title>
		<link>http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-schluss-mit-mythen/</link>
		<comments>http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-schluss-mit-mythen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 15:37:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[basiswissen]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Ansteckungsgefahr]]></category>
		<category><![CDATA[BfR]]></category>
		<category><![CDATA[BRCA]]></category>
		<category><![CDATA[Deos]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmetika]]></category>
		<category><![CDATA[Männer & Brustkrebs]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Ueberleben]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bcaction.de/lernen/?p=132</guid>
		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFZusammengestellt und übersetzt von Beate Schmidt Wenn Großmutter und/oder Mutter Brustkrebs hatten, erkrankt auch die Tochter. Brustkrebs in der Familienanamnese ist nur ein Risikofaktor für diese Erkrankung. Einen oder mehrere dieser Risikofaktoren zu haben heißt nicht, dass eine Frau die Erkrankung auch entwickeln wird. Wenn ein Familienmitglied an Brustkrebs erkrankt ist, bedeutet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-schluss-mit-mythen/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p>Zusammengestellt und übersetzt       von Beate Schmidt</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> Wenn Großmutter und/oder Mutter Brustkrebs hatten, erkrankt auch 	        die Tochter.<br />
</strong> Brustkrebs in der Familienanamnese ist nur ein Risikofaktor           für diese Erkrankung. Einen oder mehrere dieser Risikofaktoren           zu haben heißt nicht, dass eine Frau die Erkrankung auch entwickeln           wird. Wenn ein Familienmitglied an Brustkrebs erkrankt ist, bedeutet           das nicht automatisch, dass alle diese Krankheit bekommen oder dass           ein genetisches Brustkrebs-Risiko immer vererbt wird. Nur fünf           bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle können durch eine           ererbte Genmutation erklärt werden. Und selbst ein Teil der Frauen,           die eines der sogenannten &#8220;Brustkrebsgene&#8221;, das sie einem           höheren           Brustkrebsrisiko aussetzt, geerbt haben, werden die Krankheit niemals           entwickeln.</p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> <strong>Brustkrebs 	        ist geheilt, wenn fünf Jahre nach der Diagnose kein 	        Krebs nachweisbar ist.</strong><br />
Während das sogenannte Fünfjahresüberleben nach einigen Krebserkrankungen   tatsächlich Heilung bedeutet, ist dieses bei Brustkrebs leider nicht der   Fall. Das Risiko des Wiederauftretens von Brustkrebs ist in den ersten zwei   Jahren nach der Diagnose am größten, doch leider kann Brustkrebs   auch später wieder auftreten, und zwar unabhängig davon, wie viele   Jahre seit Erstdiagnose vergangen sind (s. dazu <a href="http://bcag.twoday.net/stories/5169238/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Langzeitüberleben   und Rückfallrisiko bei Brustkrebs nach fünf Jahren </a> im infoblog!).</p>
<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></strong> <strong>Mammographien verhindern Brustkrebs</strong>. (&#8220;Früherkennung 	        ist Dein bester Schutz&#8221;)<br />
Mammographien können Brustkrebs nicht verhindern. Sie können nur   Krebs erkennen, der bereits vorhanden ist. Kampagnen zum &#8220;Brustkrebsbewusstsein&#8221;,   die Frauen dazu drängen, sich Mammographien zu unterziehen, basieren auf   der Annahme, dass früh entdeckter Brustkrebs &#8220;geheilt&#8221; werden   kann. Aber unabhängig davon, wie klein ein Tumor bei seiner Entdeckung   ist, sind einige Brustkrebstumoren so aggressiv, dass sie mit den derzeit erhältlichen   Therapien nicht wirksam &#8211; im Sinne einer endgültigen Heilung &#8211; behandelt   werden können. Breast Cancer Action hat hierzu auf ihrer Website ein   Positionspapier veröffentlicht, das auch bei uns in deutscher Sprache   verfügbar ist: <a href="../../03info/screening_BCA_Leitlinie.htm" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Mammographie-Screening:   Die Breast Cancer Action Position</a>. Die Entscheidung zur Durchführung   einer Mammographie muss individuell getroffen werden, nach Möglichkeit   in Kenntnis von Chancen und Risiken dieser Maßnahme zur Früherkennung   von Brustkrebs.<br />
Mehr   zur <a href="../../03info/screening.htm">&gt;&gt;&gt; Mammographie</a> auf   unserer Webseite und in der <a href="http://delicious.com/bcag_mammography_screening" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Linksammlung   zur Mammographie<br />
</a><br />
<strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong>Durch 	        eine Mammographie kann Brustkrebs streuen.</strong><br />
Eine Mammographie, also eine Röntgenaufnahme der Brust, ist eine           der besten Möglichkeiten zur Früherkennung und Diagnostik von Brustkrebs. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Brustkrebs durch eine Mammographie &#8220;streuen&#8221; könnte. Die Fähigkeit von Tumorzellen, zu &#8220;streuen&#8221;, also zu metastasieren, ist ein Kennzeichen der Brustkrebserkrankung. Warum ein Teil der Erkrankungen metastasiert, während dieses bei anderen Erkrankungen nicht passiert, steht nicht in einem nachweisbaren Zusammenhang mit der Mammographie. Das Risiko, durch eine zu späte Erkennung an einer nicht mehr heilbaren Brustkrebserkrankung zu versterben, wird zur Zeit höher eingestuft als das Risiko, durch eine Mammographie einen Schaden zu erleiden. Die persönliche Entscheidung für eine Mammographie sollte u.a. auf der Empfehlung bzw. Indikation von in dieser Fragestellung qualifizierten Ärztinnen oder Ärzten beruhen. In der ärztlichen Beratung sollten zuvor alle Fragen oder auch Bedenken besprochen werden können.<br />
Mehr zur <a href="../../03info/screening.htm">&gt;&gt;&gt; Mammographie</a> auf unserer Webseite und in unserer <a href="http://delicious.com/bcag_mammography_screening" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Linksammlung zur Mammographie</a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Deos lösen Brustkrebs aus.</strong><br />
Es kursiert ein Gerücht, dass &#8220;der Hauptgrund für Brustkrebs   der Gebrauch von Deodorants&#8221; ist, wobei behauptet wird, dass das in der   Achselhöhle   angewendete Produkt den Körper an der Ausscheidung von Giftstoffen hindert.   Als weiterer Beleg wird ins Feld geführt, dass fast alle Brusttumoren   im oberen äußeren Quadranten der Brust, wo sich die Lymphknoten   befinden, entstehen. Ein Gerücht ist bekanntlich keine   wissenschaftlich untermauerte Tatsache. Zwar enthalten viele Körperpflegemittel   tatsächlich   Inhaltsstoffe wie Phtalate und Parabene, die mit Brustkrebs in Verbindung gebracht   werden.   Viele Kosmetika und andere Körperpflegeprodukte enthalten Chemikalien,   von denen entweder bekannt ist, dass sie  im Verdacht stehen, Krebs auszulösen,   das Hormonsystem zu stören und anderes. Während der einmalige Gebrauch   einer toxischen Chemikalie wenig schädlich sein mag, könnte der langjährige   tägliche Gebrauch auch kleiner Dosen sehr wohl ein Gesundheitsrisiko darstellen.   Versuchen Sie, sich im Interesse ihrer Gesundheit über Kosmetik-Produkte   zu informieren, die keine schädlichen Stoffe enthalten. <a href="http://www.cosmeticsdatabase.com/index.php?nothanks=1" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Datenbank   &#8220;Skin Deep&#8221; für sichere Kosmetika</a> (leider nur in englischer   Sprache). Einstieg in das Thema: <a href="http://www.untersuchungsaemter-bw.de/pdf/broschuere_kosmetika_bedarf.pdf" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Sichere    Kosmetika    &amp; Bedarfsgegenstände </a>(Information des Ministeriums    für Ernährung und Ländlichen    Raum Baden-Württemberg) sowie die Seite <a href="http://www.bfr.bund.de/cd/242">&gt;&gt;&gt; Kosmetische Mittel</a> auf der Website des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) mit weiterführenden Links.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a></strong> <strong>Eine von acht Frauen bekommt Brustkrebs.</strong></p>
<p>Diese vielzitierte statistische Größe (eine von acht, neun oder   zehn &#8230;) ist das kumulative Risiko einer einzelnen Frau in 85 Lebensjahren.   Sie bedeutet nicht,   dass   zu jedem   beliebigen Zeitpunkt eine von acht Frauen Brustkrebs hat. Sie bedeutet vielmehr,   dass &#8211; wenn alle 85 Jahre alt würden &#8211; eine von acht Frauen die Erkrankung   irgendwann im Laufe ihres Lebens entwickelt. Die gute Nachricht dabei ist,   dass sieben von acht (neun oder zehn) Frauen niemals Brustkrebs bekommen werden.   Die schlechte Nachricht ist, dass der Anteil der erkrankenden Frauen in den   vergangenen Jahrzehnten schnell angestiegen ist: Vor 30 Jahren   war das   Risiko während der gesamten Lebensdauer 1 zu 20.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong><strong>Stress verursacht Brustkrebs.</strong><br />
Bisher konnten Studien keine wissenschaftlich fundierten Belege dafür   erbringen, dass Menschen, die ängstlich oder gestresst sind, mit größerer   Wahrscheinlichkeit Brustkrebs entwickeln als solche, die entspannter sind.   (Unter dem Titel <a href="http://bcaction.org/index.php?page=newsletter-75a" target="_blank">&gt;&gt;&gt; The   Breast Cancer Personality: How I Learned to Stop Worrying About Worrying</a> hat   Breast Cancer Action in seinem Newsletter Nr. 75 von Anfang 2003 hierzu ein   ausführlicheres Papier in englischer Sprache veröffentlicht.)</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong><strong>Brustkrebsrisiko und Schadstoffe stehen in keinem Zusammenhang.</strong><br />
Es gibt zahlreiche Hinweise, die auf einen Zusammenhang zwischen Chemikalien   und Brustkrebs deuten. Während an exakteren Erkenntnissen geforscht wird,   sollten wir unseren Umgang mit Substanzen, die möglicherweise Krebs auslösen,   vorsichtshalber weitestgehend einschränken. Mehr dazu  in unserer Übersicht <a href="../../03info/praevention_literatur.htm">&gt;&gt;&gt; Umwelt   &amp; Prävention / Literatur</a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong><strong>Positives Denken verbessert die Überlebenschancen bei Brustkrebs.</strong></p>
<p>Es gibt keinen Beleg dafür,   dass eine optimistische Haltung angesichts einer Brustkrebs-Diagnose die Überlebenschance   erhöhen   kann. Es gibt Zeiten, in denen eine positive Haltung das einzige ist, was hilfreich   ist,   morgens aus dem Bett zu kommen, aber es ist nach einer Brustkrebsdiagnose    auch normal, Traurigkeit, Wut oder Angst zu fühlen.   Ein fröhliches Gesicht fälschlicherweise aufzusetzen kann hingegen   tatsächlich ein Gefühl der Isolation verstärken und die Fähigkeit,   die Krankheit zu bewältigen, damit vielleicht sogar negativ beeinträchtigen.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong><strong>Brustkrebs ist eine tödlich verlaufende Erkrankung.</strong><br />
Eine Brustkrebsdiagnose ist nicht gleichbedeutend mit einem Todesurteil. <a href="http://bcag.twoday.net/stories/5169238/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Aktuelle   Daten zu Überlebensraten</a> auch über den Zeitraum von fünf   Jahren hinaus haben wir einer Forschungsarbeit entnommen, über die wir   in unserem Blog im September 2008 berichtet haben.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Brustkrebs ist ansteckend.</strong><br />
Man kann sich nicht mit Brustkrebs anstecken oder ihn auf eine andere 	        Person übertragen.   Brustkrebs ist das Ergebnis unkontrollierten Zellwachstums.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Männer bekommen keinen Brustkrebs.</strong><br />
Leider manchmal doch. Gemäß <a href="http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/WS0100/_XWD_PROC?_XWD_2/3/XWD_CUBE.DRILL/_XWD_32/D.946/14300" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Gesundheitsberichterstattung   des Bundes</a> erkrankten im Jahr 2006 insgesamt 932 Männer an Brustkrebs,   29 Männer verstarben an dieser Erkrankung. Tendenz: steigend. Daher sollten   auch Männer ihren Ärzten mitteilen, wenn sie Veränderungen ihrer   Brust entdecken. Weitere Informationen beim Deutschen Krebsforschungszentrum   DKFZ: <a href="http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs-mann/index.php" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Brustkrebs   beim Mann: Gibt es tatsächlich männliche Patienten? </a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Das Wissen, dass Veränderungen an den Genen BRCA1 oder BRCA2 vorliegen, 	        kann helfen, Brustkrebs zu verhindern.</strong><br />
Während Veränderungen an diesen Genen bei Männern und Frauen   eine Veranlagung für ein höheres Brustkrebsrisiko bedeuten, haben   tatsächlich nur 5 &#8211; 10 % aller PatientInnen diese Genmutation. Dieses   bedeutet jedoch keinen absoluten Zusammenhang. Die Ursachen für Brustkrebs   sind nach wie vor nicht vollständig bekannt. Faktoren wie etwa die Alterung,   die einer der Hauptrisikofaktoren für Brustkrebs ist, oder Brustkrebs   in der Familie kann man nicht selbst beeinflussen. Es gibt bisher wenig evidenzbasierte   Daten zu eventuellen medizinischen Interventionen, die eine Brustkrebserkrankung   bei einer nachgewiesenen Genveränderung verhindern bzw. das Leben verlängern   können. Im wesentlichen werden die selben Therapien, wie sie bereits   an Brustkrebs erkrankte Frauen erhalten, prophylaktisch eingesetzt: Entfernung   der Brüste und/oder Eierstöcke, starke antihormonelle Medikamente   und regelmäßiges Screening. Das Risiko, tatsächlich an Brustkrebs   zu erkranken, ist bei vorliegenden Genmutationen deutlich erhöht. In Deutschland   besteht die Möglichkeit, sich in <a href="http://www.krebshilfe.de/brustkrebszentren.html" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Zentren   für familiären Brustkrebs</a> betreuen zu lassen. Weitere Informationen   gibt es auch auf der Webseite des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ: <a href="http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2004/dkfz_pm_04_48.php" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Brustkrebsgene   BRCA1 und BRCA2: Für welche Krebsfälle sind sie verantwortlich?</a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong> <strong>Abtreibung verursacht Brustkrebs.</strong><br />
Es ist eindeutig bewiesen, dass es zwischen einer Abtreibung und einer späteren   Brustkrebs-Diagnose keinen Zusammenhang gibt.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> Starker Stress verursacht Brustkrebs.</strong><br />
Es gibt keinen wissenschaftlich belegten Nachweis, der einen Zusammenhang   zwischen Stress und dem Ausbruch von Brustkrebs belegen kann.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Brustkrebs wird durch eine einzelne Ursache ausgelöst.</strong><br />
Eine einzelne Ursache für Brustkrebs wurde bisher nicht gefunden. Verschiedene     chemische Verbindungen werden heute mit der Entstehung von Brustkrebs     in Zusammenhang   gebracht. Es muss besser erforscht werden, was das Brustkrebsrisiko im Kontext   mehrerer Ursachen, die zur Entstehung beitragen können, verringert. Mehr   dazu in unserer Übersicht <a href="../../03info/praevention_literatur.htm"> &gt;&gt;&gt; Umwelt &amp; Prävention   / Literatur</a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> Eine gesunde Lebensweise schützt vor Brustkrebs.</strong><br />
Der Versuch, ein &#8220;gesundes Leben&#8221; zu führen, könnte das   Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, reduzieren. Unglücklicherweise ist   dieses jedoch keine Garantie für den sicheren Schutz vor Brustkrebs.   Bei den meisten Brustkrebserkrankungen ist die Ursache   immer noch unbekannt, während alle bekannten Risikofaktoren wie z.B. Familienanamnese,   Lebensstil und Gene keinen Anhaltspunkt für den Grund der Erkrankung bieten.   Einige WissenschaftlerInnen stehen auf dem Standpunkt, dass in diesen Fällen   bestimmte toxische Chemikalien oder Umweltgifte die Ursache sein könnten.   Eine bessere finanzielle Ausstattung von wissenschaftlichen Untersuchungen,   die auch nach anderen Ursachen als dem &#8220;Lifestyle&#8221; (bezogen auf das   Verhalten) der erkrankten Frauen  forschen, könnte eine Schlüsselrolle   bei der Suche nach den Ursachen von Brustkrebs spielen.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Medikamente 	        sind die Lösung zur Prävention von Brustkrebs.</strong><br />
Tabletten zur Prävention von Brustkrebs wie z.B. bestimmte Medikamente,   die antihormonelle Eigenschaften aufweisen, könnten zwar das Brustkrebsrisiko   senken. Doch leider erhöhen sie gleichzeitig auch das Risiko für   andere schwerwiegende Erkrankungen &#8211; inklusive Krebs.  Die bisherigen   Ansätze für eine medikamentöse Brustkrebsprävention sind   gescheitert (s. dazu auch die Informationen zum <a href="http://bcag.twoday.net/stories/4069952/" target="_blank">&gt;&gt;&gt;  Abbruch   der finanziellen Förderung der Stellar-Studie</a> infoblog!).<br />
Die Maßnahmen zur Entwicklung von Medikamenten zur &#8220;Vorbeugung&#8221; vor   Brustkrebs entsprechen einer industriell geförderten Hoffnung, über   eine Medikalisierung ein &#8220;Kraut gegen jede Krankheit&#8221; entwickeln   zu können. Dieser einzig industrielle   Ansatz  verstellt gleichzeitig den Blick auf Bemühungen   um    eine primäre   Prävention,   nämlich die Ursachen für Brustkrebs zu finden und zu reduzieren.   Geeignete Maßnahmen einer Primärprävention könnten auch   das Risiko des Ausbruchs anderer Krankheiten  &#8211; inklusive andere   Krebserkrankungen &#8211; verringern (s. dazu auch Ausschnitt aus dem Film: <a href="../../07archiv/02vid_prevention.htm" target="_blank">&gt;&gt;&gt; No   family history von Sabrina McCormick</a>). Die übersteigerte Hoffnung   und der gleichzeitig auch so bequeme Gedanke, dass Medikamente allein die Heilung   oder   Verhinderung   von Erkrankungen bewirken könnten, sollte auf ein realistisches Maß zurückgeschraubt   werden.</p>
<div>
<div>
<p><strong> Ursprung und Ideen             für diese Zusammenstellung:<br />
</strong> <a title="hier geht es zum Originaltext in englischer Sprache" href="http://bcaction.org/index.php?page=breast-cancer-myths-debunked" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Breast              Cancer Myths Debunked von Breast Cancer Action</a> (San Francisco)              und der Flyer<br />
<a href="http://www.bcam.qc.ca/heap/heappdfenglish/Myth_Busters_ENG.pdf">&gt;&gt;&gt; Breast              Cancer Myth Busters</a> von <a href="http://www.bcam.qc.ca/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Breast              Cancer Action Montreal</a>.</p>
<p><strong>Hilft die Selbstuntersuchung der Brust</strong>, die Brustkrebssterblichkeit zu senken? Mythos oder was ist dran? Hier mehr lernen:<br />
<a href="http://www.bcaction.de/lernen/selbstuntersuchung-der-brust/">&gt;&gt;&gt; Selbstuntersuchung der Brust</a></p>
<p>Zurück             zu unserer <a href="../../">&gt;&gt;&gt; Startseite</a></p>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-schluss-mit-mythen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

