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Zeit der Diagnose: Zeit zum ruhigen Planen

Zeit der Diagnose: Zeit zum ruhigen Planen ist ein Artikel von Dr. med. Friederike M. Perl DRCOG (spezialisiert auf Brustchirurgie). Der Artikel ist erschienen in der Zeitschrift LACHESIS mit dem Themenschwerpunkt Krebs Nr. 35 vom November 2008. Ein Ausschnitt des Artikels ist online auf der Webseite von Lachesis e.V.: Zeit der Diagnose: Zeit zum ruhigen Planen

LACHESIS e.V. wurde im Oktober 1986 mit dem Ziel gegründet, eine frauenorientierte Naturheilkunde zu fördern. LACHESIS vertritt Frauen in ihrem Beruf als Heilpraktikerinnen und bewahrt und erweitert die weibliche Tradition des Heilens.

Rubrik diagnose


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Screenshot Internetforum für Frauen zum Thema Brustkrebs

Screenshot Internetforum für Frauen zum Thema Brustkrebs – Dieser Screenshot ist ein Beispiel. 11/2011: Onmeda zeigt hier aktuell Werbung für andere Produkte. Zurück zum Artikel Internettrends I: Social Networks und Facebook für Brustkrebs

Rubrik informationskompetenz


Gerichtsurteile zu Brustkrebs

Justice - Rebecca Ortega

Justice - Rebecca Ortega

2011 /11. Mai / Bundessozialgericht Kassel

Verordnung von Mistel, Homöpathische Arzneimittel – Vorinstanz: LSG Essen, L 11 KA 101/06
Steht es mit dem in § 34 Abs 1 S 3 SGB 5 festgelegten Auftrag, der therapeutischen Vielfalt Rechnung zu tragen, im Einklang, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel der besonderen Therapieeinrichtungen der Anthroposophie und Homöopathie dadurch in die Arzneimittelversorgung nach den Vorgaben des § 34 Abs 1 S 2 SGB 5 (Therapiestandard zur Behandlung einer schwerwiegenden Erkrankung) einzubeziehen, dass ihre Verordnungsfähigkeit auf die für allopathische Arzneimittel geltenden Indikationsgebiete einschließlich der die Indikation eingrenzenden Anwendungsvoraussetzungen beschränkt wird? Zumindest für die Erkrankung und Therapieziele in der Onkologie scheint nun geklärt zu sein, dass homöopathische und anthroposopische Medikamente zu Lasten gesetzlicher Krankenkassen verordnet werden dürfen. Siehe Bericht in den Nachrichten des >>> Dt. Ärzteblatts v. 16. Mai 2011 und Pressemeldung des Gemeinsamen Bundesausschuss v. 16.05.2011 ( Az. des Urteils: B 6 KA 25/10 R)

2010 / 24. Juni / OLG Koblenz

Selbst Verantwortung übernehmen ist erforderlich: Keine Erinnerungspflichten der ÄrztInnen bei Krebsverdacht >>> U 5 186/10

2010 / 17. März / OLG Köln

Schmerzensgeld 60.000 € für unnötige Brustamputation (OLG Köln, >>> AZ 5 U 5109)

Die individuelle Aufklärung einer Patientin bei “verdächtigen Befunden” ist zwingend notwendig. Ohne hinreichende Aufklärung werden bei verdächtigen Befunden unter Umständen Entscheidungen getroffen, die zu erheblichen und in diesem Einzelfall im Ergebnis unnötigen Folgen führt.

2010 / 03 USA

Patentierung der Brustkrebsgene BRCA 1 und BRCA2: >>> Die Befreiung der Brustkrebsgene

2009/ Mai / Bundessozialgericht

Keine Protonentherapie bei Brustkrebs >>> B 6 A1/R08

2002 bzw. 2006 “Off-Lable-Use-Urteile” >>> Off-Lable-Use bei Wikipedia

Rubrik gerichtsurteile

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Hormone, Schwangerschaft, Stillen und Brustkrebs

Internetversion des Artikels: Die fruchtbare Zeit: Gefahrenzone für Brustkrebs? Erschienen in: Deutsche Hebammenzeitschrift 6/2010

Text: Gudrun Kemper

ÄrztInnen kennen epidemiologische Daten und Zusammenhänge und die weltweiten Unterschiede bei der Entstehung und dem Vorkommen von Brustkrebs – wenn sie sich auf Brustheilkunde (Senologie) spezialisiert haben. Doch Frauen erschließen sich die Zusammenhänge nicht so leicht. Die Berichterstattung zu Brustkrebs konzentriert sich auf Einzelschicksale, Maßnahmen zur Früherkennung von Brustkrebs und neue Medikamente. Aus dem Blickfeld fallen Lebensbedingungen von Frauen, die mehr mit der Entstehung der Krankheit zu tun haben, als die meisten von uns wissen.

Seit den 1970er Jahren hat sich die Häufigkeit von Brustkrebs relativ etwa verdoppelt. So erreichen uns Meldungen über steigende Erkrankungszahlen und täglich neue Bruchteile einer mehr oder weniger richtigen Information. Bereits in medizinischen Papyri um 1550 vor Christus wird Brustkrebs beschrieben. Über die Häufigkeit in früheren Zeiten gibt es keine wirklich sicheren Zahlen. Vor 100 Jahren war die Krankheit jedoch seltener als heute. Seit dem Jahr 1900 ist die Müttersterblichkeit massiv gesunken. Brustkrebsraten und Brustkrebssterblichkeit sind jedoch angestiegen.

Epidemiologie – Globale Unterschiede
Über Mechanismen und Ursachen der Entstehung und Vermeidung von Brustkrebs wissen wir noch immer zu wenig. Das gilt allgemein genauso wie speziell – im Zusammenhang von Schwangerschaftsverhütung, Schwangerschaft und Stillen. „Schwangerschaft ist keine Krankheit“, so heißt es. Und doch werden manche Krankheiten, wie Brustkrebs bei einer Schwangeren, heute in Medien verstärkt diskutiert. Zwar wird ein Anstieg der Erkrankungsraten von Brustkrebs auch während der Schwangerschaft ständig prognostiziert, doch die epidemiologisch abgesicherten Zahlen dazu fehlen. Der große wissenschaftliche Durchbruch zur Vermeidung oder Heilung von Brustkrebs fehlt weiterhin, und einige WissenschaftlerInnen geben das inzwischen sogar offen zu (Norton 2007). Über die Jahrzehnte sind einzelne Zusammenhänge entdeckt worden. Doch das Wissen ist Frauen nicht zugänglich.

Welche hormonellen Einflüsse kommen durch Schwangerschaft und Stillzeit zum Tragen und was hat das mit Brustkrebs zu tun? In den stark industrialisierten Ländern haben nur wenige Frauen ein niedriges Brustkrebsrisiko. Das sagt die britische >>> Professorin für Epidemiologie Dr. Valerie Beral von der Universität von Oxford in Großbritannien. Sie vergleicht die Situation von Frauen, die in westlichen, industrialisierten Regionen leben mit der von Frauen in den ländlichen Regionen Afrikas und Asiens, wo nur eine von 100 Frauen erkranke. Einschränkend muss hier allerdings ergänzt werden, dass Frauen in diesen ländlichen Regionen oft keinen hinreichenden Zugang zu medizinischen Leistungen haben. Die Registrierung der Krankheit lässt in diesen Regionen außerdem zu wünschen übrig und sie ist selbst bei uns verbesserungsfähig. Die Zahlen sind deswegen mit Vorsicht zu betrachten. Wie groß ist das Risiko in westlichen Ländern wirklich?

Und was können Frauen heute wirklich tun?

Beral hat auf dem jährlichen, weltweit bedeutendsten Brustkrebskongress, dem >>> San Antonio Breast Cancer Symposium, im Dezember 2009 einen epidemiologischen Überblick über die Ursachen und die Vermeidung von Brustkrebs gegeben. Sie ging dabei weltweiten Unterschieden nach. So sei lange bekannt, dass die Krankheit in Ländern mit geringem Einkommen selten und in Ländern mit hohem Einkommen häufiger auftritt.

Kinderlosigkeit und Brustkrebs in früheren Zeiten
Dass reproduktive Faktoren eine Rolle spielen, wurde bereits aus Forschungsarbeiten Mitte des 18. und 19. Jahrhunderts abgeleitet (Ramazzini 1743, Rignoni-Stern 1842). Die Brustkrebssterblichkeit bei kinderlos gebliebenen Nonnen lag in der Untersuchung von Rignoni-Stern aus dem Jahre 1842 fast siebenfach höher als bei anderen Frauen. Nach seiner Untersuchung starben 36 von 1.350 Nonnen (2,7 Prozent) an Brustkrebs, während in der Vergleichsgruppe von 72.837 Frauen nur 289 (0,4 Prozent) an Brustkrebs verstarben. Die erste Fallkontrollstudie zu Brustkrebs kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass unverheiratete Frauen häufiger erkrankten. Länger als zwei Jahrhunderte nahm man deswegen an, dass eine der Hauptursachen von Brustkrebs sei, dass Frauen ihre Brüste nicht für ihre „natürlichen Zwecke“ nutzten. Auch die britische Ärztin und Pionierin der modernen Epidemiologie >>> Janet Elizabeth Lane-Claypon (1877–1967) konnte nachweisen, dass Frauen mit mehr als fünf Kindern seltener an Brustkrebs erkrankten als Frauen, die durchschnittlich „nur“ 3,5 Kinder hatten. Auch der positive Effekt des Stillens wurde in diesen Forschungsarbeiten gezeigt (Lane-Claypon 1926). Neuere Studien und Metaanalysen haben immer wieder ähnliche Ergebnisse zeigen können. Mit der Anzahl der Geburten ging das statistische Brustkrebsrisiko für die Frauen zurück.

Epidemiologie im Rückblick
In den letzten 100 Jahren sind Brustkrebs-Erkrankungen weltweit stark angestiegen. Im Jahr 1910 wies die amerikanische Krebsstatistik 3.610 Todesfälle durch Brustkrebs nach (Bogen 1935). Die Anzahl der Einwohner ist seitdem um den Faktor 3,9 von knapp 80 auf gut 308 Millionen angestiegen und die Brustkrebssterblichkeit hat sich verzehnfacht. In den USA wird mit rund 40.000 Todesfällen jährlich gerechnet.

Zum Vergleich die Zahlen aus Deutschland: Die Brustkrebssterblichkeit bei Frauen lag in den Jahren 2000 bis 2007 zwischen 17.814 und 16.780 und entspricht damit etwa 3,7 Prozent aller Todesfälle (Destatis 2009, GEKID Atlas 2010, s. auch >>> Aktuelle Zahlen zu Brustkrebs und Krebs (Deutschland 2000 – 2007) und >>> Brustkrebs in Deutschland, Europa und weltweit. Nach Zahlen der WHO haben sich die Erkrankungszahlen von 1980 bis zum Jahr 2000 weltweit von 572.100 auf 1.050.348 fast verdoppelt.

Ursachen und Lebensstil
Die Internationale Krebsforschungsbehörde IARC geht mit ihren zuletzt erhobenen Zahlen aus dem Jahr 2002 von jährlich 1,15 Millionen Brustkrebsneuerkrankungen weltweit aus. Beral prognostizierte ein weiteres Ansteigen auf weltweit über zwei Millionen Fälle für das Jahr 2040. Wenn sich Bevölkerungsexplosion und Zunahme der Brustkrebsinzidenz auf dem aktuellen Niveau halten, erreichen wir diese unglaubliche Zahl wahrscheinlich bereits deutlich eher. Und die Ursachen?

Ernährung
Nachweislich steigern Überernährung und Übergewicht das Brustkrebsrisiko. Der Einfluss von Ernährungsgewohnheiten beginnt mit der künstlichen Säuglingsnahrung und dem Rückgang des Stillens. Nicht gestillte Säuglinge nehmen schon in den ersten acht Lebenstagen sehr viel schneller an Gewicht zu (Lane-Claypon 1912) als gestillte Säuglinge. Lebensstil und Ernährung von Mädchen haben sich seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich verändert. In der Folge sind Mädchen heute größer und schwerer (Tanner 1970). Aber auch hormonelle Faktoren, wie beispielsweise >>> Umweltöstrogene (endokrine Disruptoren) werden für Übergewicht heute mit verantwortlich gemacht.

Menarche
Das Alter von amerikanischen Mädchen bei Menarche liegt heute bei durchschnittlich 12,6 Jahren (Steingraber 2007, Nelson 2007). Mädchen, bei denen die Menarche vor dem Alter von zwölf Jahren eintritt, haben ein um 50 Prozent höheres Brustkrebsrisiko als Mädchen, bei denen es erst mit 16 so weit ist. Bei 14 Prozent der Mädchen zeigen sich bereits Zeichen der Brustentwicklung zwischen dem achten und neunten Geburtstag, und bei 50 Prozent der Mädchen ist diese Entwicklung beim zehnten Geburtstag sichtbar (Steingraber 2007). Die frühe Menarche ist im Zusammenhang mit Brustkrebs als Risikofaktor anerkannt. Sie wird durch Körpergröße und Gewicht gesteuert (De Waard 1977, Hitchcock 1985).

Umwelt
In einem komplexen Zusammenspiel von Ernährung, psychosozialen Faktoren und verschiedenen Umwelteinflüssen – beispielsweise durch >>> Umweltöstrogene (endokrine Disruptoren) – werden Mädchen heute vorzeitig „erwachsen“. Weitere Faktoren im Lebensstil von Frauen und Mädchen kommen hinzu.

Alkoholkonsum
Auch Alkoholkonsum lässt das Risiko ansteigen. So prognostizierte Valerie Beral den Amerikanerinnen eine jährliche Senkung der Brustkrebshäufigkeit um über 22 Prozent, relativ 40.000 Erkrankungsfälle weniger, wenn Frauen kein Übergewicht hätten und auf Alkohol sowie Hormonersatztherapien (HET) verzichteten (CGHFBC 2002), ohne aber die einzelnen Faktoren genauer aufzuschlüsseln. Auch Bewegungsmangel und die höhere Lebenserwartung spielten eine Rolle.

Hormontabletten
Antibabypille (Kontrazeptiva) oder Hormontabletten gegen „Wechseljahresbeschweren“ (HET) erhöhen das Erkrankungsrisiko ebenfalls. Das hat auch Beral 2009 erneut anhand von Daten aufgezeigt. Die Brustkrebs verursachenden Wirkungen von allen Hormontabletten seien ihrer Meinung nach jedoch vorübergehender Natur. (Wer allerdings erkrankt, erkrankt nicht “vorübergehend”.) Mit dem Bekanntwerden des durch die Hormonersatztherapie (HET) erhöhten Risikos für Brustkrebs setzten besonders in den USA viele Frauen ihre Medikamente einfach ab. Dies führte dort zu einem schlagartigen Abfall der Brustkrebsrate (Ravdin 2007), was sich in den staatlichen Krebsregistern bei Erkrankungsraten und Todesfällen widerspiegelte. Die wohl bekannteste Brustkrebsexpertin weltweit, die Chirurgin >>> Dr. Susan Love, die heute eine nach ihr benannte Stiftung zur Erforschung von Brustkrebs (>>> Dr. Susan Love Research Foundation) in Santa Monica leitet, bezeichnete dies in der New York Times als den bisher größten Erfolg in der Bekämpfung von Brustkrebs (NYT 2009). Nicht eine Therapie mehr, sondern eine Therapie weniger hat diesen Erfolg bewirkt.

Antibabypille
Auch die Antibabypille führt zu einem – lt. Beral allerdings „nur“ moderaten – Anstieg von Brustkrebs. Das Erkrankungsrisiko fällt in den zwölf Jahren nach der Einnahme vollständig wieder zurück auf die Risikostufe von Frauen, die nie die Pille genommen haben (CGHFBC 1996). Für die HET lasse sich ebenfalls keine anhaltende Gefahr nachweisen. Das Risiko sei nur während der Einnahme und kurz danach erhöht, so Beral. Dennoch gibt es keinen Anlass, die Nebenwirkungen dieser Medikamente zu verharmlosen.

Schwangerschaftsabbruch
Ein Schwangerschaftsabbruch (oder auch eine erlittene Fehlgeburt) erhöhen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nicht. Dies ist mit Daten einer umfassenden Reanalyse aus 53 epidemiologischen Studien, in die über 83.000 Frauen mit Brustkrebs eingeschlossen wurden, belegt. Bevor diese umfassende Untersuchung 2004 veröffentlicht wurde, ist der Schwangerschaftsabbruch immer wieder als Risikofaktor für Brustkrebs diskutiert worden. Kleinere Studien, die Hinweise für diese Diskussion geliefert hatten, waren jedoch bei genauer Betrachtung nicht belastbar. Valerie Beral, die bei der Überprüfung der Studien mitgearbeitet hat, kommentierte damals das Ergebnis dahingehend, dass die Gesamtheit der weltweit verfügbaren epidemiologischen Daten darauf hinweise, dass sich keine Nebeneffekte für das spätere Brustkrebsrisiko ergäben (CGHFBC 2004).

Teenager und Mutterschaft
Legt man Valerie Berals Theorie zugrunde, so ist das Alter der Erstgebärenden nach wie vor der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor, um das Brustkrebsrisiko von Frauen in Industrieländern spürbar zu senken. Die inzwischen rund 40 Jahre alten Untersuchungen, die Beral in San Antonio 2009 zitierte, belegen dies mit immer wieder neu bestätigten Daten. Wenn das durchschnittliche Alter der Mütter beim ersten Kind von hypothetischen 25 Jahren auf 19 Jahre gesenkt würde, so Beral, würde die kumulative Brustkrebshäufigkeit zurückgehen. Der lebenslang anhaltende Schutz für Frauen, die als späte Teenager Mutter werden, senke in den „reichen Ländern“ das Brustkrebsrisiko von 6,3 auf 5,2 Prozent. Zum Vergleich: In ländlichen Regionen Afrikas und Asiens liegt die Brustkrebshäufigkeit bei Frauen, die mit spätestens 19 Jahren Mutter werden, bei nur einem Prozent.

Das durchschnittliche Alter von Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, liegt in Deutschland momentan bei knapp 30 Jahren. In sieben Regionen in Nord- und Südamerika, Europa, Osteuropa und Asien wurden bei unterschiedlichen ethnischen Gruppen standardisierte Studien durchgeführt. Im Ergebnis trugen überall diejenigen Frauen, die vor dem 18. Lebensjahr ihr erstes Kind bekamen, nur ein Drittel des Brustkrebsrisikos im Vergleich zu Frauen, die erst mit 35 oder später erstmals Mutter wurden. Der schützende Effekt hielt bis zum 75. Lebensjahr und darüber hinaus an.

Frauen, die ihr erstes Kind mit unter 20 Jahren bekamen, hatten im Vergleich zu Kinderlosen ein um 50 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko. Im Vergleich zu Müttern über 35 reduzierte sich ihr Brustkrebsrisiko um 40 Prozent. Bei Erstgebärenden ab 30 Jahren stieg das Risiko mit jedem weiteren Jahr linear an (MacMahon 1970).

„Späte“ Mutterschaft und Kinderzahl
Veränderungen des Reproduktionsverhaltens wie späte Mutterschaft und sinkende Kinderzahlen sind heute in industrialisierten Ländern zur Normalität geworden. Die Einführung der künstlichen Säuglingsnahrung von Nestlé gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat nicht nur die Stillgewohnheiten weltweit nachhaltig beeinflusst.

Bei erster Schwangerschaft im Alter von über 35 Jahren wird von einem überdurchschnittlich erhöhten Brustkrebsrisiko ausgegangen. In der vergleichenden internationalen Studie zeigte sich auch, dass Frauen, die mit über 35 erstmals Mutter wurden, offensichtlich mit weiteren Geburten ihr Brustkrebsrisiko zusätzlich erhöhten. Ihr Risiko lag 20 Prozent über dem der Frauen ohne Kinder (MacMahon 1970).

Kinderzahl und Brustkrebs
Die erwähnte Studie über sieben Regionen zeigte in unterschiedlicher Ausprägung auch, dass Frauen mit fünf und mehr Geburten – im Vergleich zu kinderlosen Frauen – ein um 40 bis 60 Prozent geringeres Krebsrisiko tragen. Die Anzahl der Geburten hatte hier im Vergleich zur Teenagerschwangerschaft allerdings nur einen eher untergeordneten Einfluss.

Schwangerschaft und Brustkrebs
Die meisten Schwangeren und Stillenden denken nicht an Krebs (Petrek 1994). Brustkrebs in der Schwangerschaft ist tatsächlich eher selten, wird aber als  besonders aggressiv eingestuft (Aebi 2008). Die „internationale Fachwelt“ hat sich mehr oder weniger darauf geeinigt, dass heute weltweit durchschnittlich eine von rund 3.000 Frauen in der Schwangerschaft von Brustkrebs betroffen ist. Diese Zahl wird unverändert seit mehr als zehn Jahren in der amerikanischen Datenbank >>> Physician Data Query (PDQ) des Nationalen Krebsinstituts genannt. Mindestens ebenso lange wird ein weiteres Ansteigen prognostiziert, aber Daten fehlen. Vorausgesetzt, die Zahlen stimmen, so kann man anhand der Geburten in Deutschland sehr vorsichtig schätzen, dass jedes Jahr rund 220 Frauen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft an Brustkrebs erkranken. Über den Trend einer Zunahme kann man bisher nur spekulieren. Genauere Daten sind weder national noch international zu ermitteln. Deutschland gehört bisher zu den Ländern ohne funktionierendes nationales Krebsregister. Die Dachdokumentationen des Robert Koch-Instituts zu Krebs und Häufigkeit in Deutschland geben für „Brustkrebs in der Schwangerschaft“ keinen näheren Aufschluss zu den Entwicklungen bei uns. Die onkologischen SpezialistInnen in Deutschland übernehmen die internationalen Zahlen. Das Durchschnittsalter von Patientinnen mit Brustkrebs in der Schwangerschaft liegt demnach zwischen 32 und 38 Jahren (Keleher 2002). Unabhängig von einer Schwangerschaft liegt das statistische Brustkrebsrisiko bei Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren bei eins zu 252 (Regierer & Possinger 2005).

Schwangerschaft und Brustkrebsgene
Nur die Gruppe der Frauen mit den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 kann vom Schutz einer „Teenagerschwangerschaft“ wahrscheinlich nicht profitieren. Das hat eine kanadische Studie bereits untersucht (Jernstrom 1999). Bei Frauen mit BRCA-Mutationen (BRCA: BREAST CANCER, Brustkrebs) erhöht jede Schwangerschaft das Risiko, ab einem Alter von 40 Jahren an Brustkrebs zu erkranken, während Kinderlosigkeit das Risiko verringert (Jernstrom 1999). Eine Studie verglich 1.260 Frauen mit bekannter BRCA-Mutation mit Frauen ohne solche Genveränderung. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das Brustkrebsrisiko in den ersten zwei Jahren nach der Schwangerschaft am größten war. Mehr Schwangerschaften führten in dieser Untersuchung nur bei Frauen mit BRCA2-Mutation ab dem Alter von 50 zu einem höheren Brustkrebsrisiko (Cullinane 2005).

Frauen, die von den BRCA-Genveränderungen betroffen sind, haben auch in Schwangerschaft und Stillzeit ein höheres Brustkrebsrisiko. In der Gruppe der Frauen, die innerhalb dieser Zeit Brustkrebs entwickeln, sind sie wahrscheinlich überrepräsentiert (Johannsson 1998, Shen 1999). ÄrztInnen und Hebammen können mit Achtsamkeit und Fachwissen viel für schwangere Brustkrebspatientinnen, die von BRCA betroffen sind, tun.

Schwangerschaft und Stillen
Zahlreiche Geburten und lange Stillzeiten werden Frauen immer wieder als schützende Faktoren vermittelt. Erst mit dem Austragen der ersten Schwangerschaft ist die Entwicklung der Brust abgeschlossen (Love 1990). Doch das schnelle Zellwachstum des Brustgewebes in Schwangerschaft und Stillzeit kann auch die Vermehrung jeglicher krebsartiger Zellen in der Brust stimulieren (MacMahon 1970). Wahrscheinlich ist hier eine Ursache von Brustkrebs in der Schwangerschaft zu suchen. Auch führen die zum Schutz des Fetus in der Schwangerschaft eintretenden Veränderungen im Immunsystem der Mutter zu einer Senkung der natürlichen Killerzellen (Murphy 2008). Diese Killerzellen sind für die Abwehr von Krebserkrankungen wichtig. Beides würde erklären können, warum die schützenden Effekte nur bei einer Schwangerschaft in jungen Jahren zum Tragen kommen: Bei 20-Jährigen bilden sich kaum Krebszellen, die zum Wachstum angeregt werden könnten. Mit zunehmendem Lebensalter wird die Wahrscheinlichkeit dafür langsam höher.

Schützt Stillen vor Brustkrebs?
Über Jahrhungerte ist vermutet worden, dass Stillen zur Verringerung des Brustkrebsrisikos beiträgt. Auch Beral verwies 2009 erneut auf diesen Schutz. Eine Überprüfung (Reanalyse) der Daten aus 47 Studien in 30 unterschiedlichen Ländern wurde 2002 veröffentlicht. Hier flossen Daten von über 50.000 Brustkrebspatientinnen und einer fast doppelt so großen Vergleichsgruppe mit Frauen, die nicht an Brustkrebs erkrankt waren, ein. Die internationale Krebsforschungsbehörde IARC stützt sich in ihrem Faktenpapier zu Brustkrebs auch auf diese Daten. Sie hält fest, dass die verfügbaren Daten zwar schwach seien, es aber möglicherweise eine geringfügige Reduktion des Brustkrebsrisikos durch Stillen gäbe (ENCR/IARC 2002, CGHFBC 2002). In der breit angelegten Überprüfung wurde festgestellt, dass die Stillzeiten bei Frauen mit Brustkrebs durchschnittlich kürzer waren (9,8 gegenüber 15,6 Monaten). Je länger Frauen stillten, desto besser seien sie gegen Brustkrebs geschützt. In einzelnen der kleineren Studien zum Stillen konnte der positive Effekt des Stillens jedoch entweder gar nicht oder erst im Zusammenhang mit sehr langen Gesamtstillzeiten – über 60 Monate und länger – nachgewiesen werden. In der Schlussfolgerung kommt das AutorInnenkollektiv der Reanalyse zu der Interpretation, dass fehlende oder kurze Stillzeiten typisch für Frauen in den entwickelten Ländern seien und Stillen hier einen wichtigen Beitrag zur Senkung von Brustkrebs leisten könne (CGHFBC 2002).

Stillen und Brustkrebsgene
Auch Frauen, bei denen eine BRCA1-Mutation vorliegt, senken ihr Brustkrebsrisiko, wenn sie länger als ein Jahr stillen (Jernström 2004).

Stillzeit und Brustkrebs
In der Stillzeit können – wie sonst auch – Knoten in der Brust auftauchen. Wie in der Schwangerschaft soll Brustkrebs auch in der Stillzeit öfter mit einer schlechteren Prognose verknüpft sein (Guinee 1994). Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass die Diagnose hier häufiger verspätet gestellt wird. Jeder Knoten, der nicht durch Ausstreichen oder Massage wieder verschwindet, muss in der Stillzeit also schnell und sicher ärztlich abgeklärt werden, auch wenn verschiedene gutartige Veränderungen wie etwa Milchzysten (Galaktozelen) ursächlich sein können.

Stillen als Brustkrebsursache?
Auch die Zusammensetzung von Muttermilch und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit werden Frauen und Wissenschaft noch lange weiter beschäftigen. Muttermilch ist in den letzten 30 Jahren durch Umweltbelastungen mit den gleichen Chemikalien – wie beispielsweise PCB, DDT, Lösungsmitteln und Schwermetallen – kontaminiert, die unter anderem wiederum für den Anstieg des Brustkrebsrisikos verantwortlich gemacht werden. Die Schadstoffe sammeln sich im Laufe des Lebens im Körper an und werden über die Muttermilch weitergegeben. Die Biologin Dr. Sandra Steingraber verweist darauf, dass eine Frau während des Stillens 20 Prozent dieser eigenen Körperbelastung an den Säugling weitergibt (Steingraber 2001). Frauengruppen setzen sich seit einigen Jahren für eine Forschung zum Thema gesündere Brustmilch ein (Tarkan 2001).

Früherkennung in Schwangerschaft und Stillzeit: Selbstuntersuchung?
Für die Selbstuntersuchung der Brust konnte generell belegt werden, dass sie die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs nicht senkt. In großen Studien erwies sich sogar eine Zunahme von negativen Auswirkungen (Semiglazov 1999, Thomas 2002). Dennoch wird die Selbstuntersuchung wegen des Risikos der verspäteten Diagnose in Schwangerschaft und Stillzeit häufig empfohlen. Eine umfassende klinische Untersuchung mit entsprechendem Studienergebnis gibt es dazu jedoch nicht. Was also tun in Schwangerschaft und Stillzeit? Die Brüste erkunden und auf natürliche Veränderungen achten. Es ist schön, zu erfahren, wie die Brüste sich anfühlen. Die Suche nach Krebs sollte nicht im Vordergrund stehen, so schreibt Susan Love in ihrem „Brustbuch“.

Zukunftsvision der Brustkrebsforschung
Valerie Beral, die seit 1989 die Abteilung für Krebsepidemiologie an der Universität von Oxford leitet und in verschiedenen internationalen Arbeitsgruppen mitarbeitet, sieht bis heute die Zusammenhänge rund um das Kinderkriegen als die wichtigsten Einflussgrößen zur Senkung des Brustkrebsrisikos. Die Häufigkeit von Brustkrebs in Mitteleuropa würde sich mehr als halbieren, wenn Frauen dieselben Reproduktionsgewohnheiten hätten wie in Entwicklungsländern. Allerdings schätzt sie die Möglichkeiten von Veränderungen selbst als unrealistisch ein. Beral hat 2009 gut untersuchte ältere Daten und abgesicherte Forschungsarbeiten wieder ans Licht gebracht. Ihre futuristisch anmutende Vision von 2009 ging in die Richtung, dass die Schwangerschaft in ihren Auswirkungen auf die weibliche Brust und den Körper der Frau mit einer Art Impfung imitiert werden könne. In jungen Frauen würden Kurzzeitwirkungen von Hormonen während Spätschwangerschaft und Stillzeit für lebenslangen Schutz sorgen. Beral, die in ihrer Präsentation keine Interessenkonflikte mit Pharmafirmen angab, beschrieb einen entsprechenden‚ hormonellen Impfstoff für junge Frauen als Ziel einer langfristigen Präventionsstrategie. Auf die Vermeidung der beständigen Kontamination mit Umwelthormonen ging sie dagegen nicht ein.

Diese neuerliche Idee einer Medikalisierung von Frauen weckte wenig Begeisterung. Das amerikanische Nationale Krebsinstitut (NCI) hat die sogenannte >>> STELLAR-Studie (Study to evaluate Letrozole and Raloxifene) bereits im Sommer 2007 gestoppt – nach einer Reihe erfolgloser medikamentöser Versuche. Damit hatte man sich vorerst von dem Weg verabschiedet, die hormonelle Situation von Frauen zur Brustkrebsprävention über Medikamente zu beeinflussen. Wirkungen und Nebenwirkungen standen in einem sehr ungünstigen Verhältnis, und der Schaden war größer als der Nutzen. Frauenorganisationen in den USA bewerteten Berals Beitrag kritisch. Ihr wurde ein Rückfall hin zu den Erklärungsmustern des beginnenden 20. Jahrhunderts bescheinigt.

Über die Jahrzehnte wurde mehr oder weniger versteckt die Botschaft übermittelt, dass das Verlassen des „sicheren Platzes“ – Heim, Herd und Mutterschaft – das Brustkrebsrisiko verhaltensbedingt steigert. Das hat langfristig zu einer Interpretation der Daten geführt, die sich am Verhalten von Frauen orientiert. Verhältnisprävention, und damit Forschung an Lebensverhältnissen und Ursachen von Brustkrebs in der Lebensumwelt von Frauen, blieb dagegen über Jahrzehnte einfach links liegen. Dieser Ansatz wird Frauen bis heute in hinreichendem Umfang verweigert (Brenner 1997). Gründe für das so stark gehäufte Auftreten von Brustkrebs in den Industrienationen sind bisher nicht wirklich geklärt. Ernährung, Chemikalien und Umweltfaktoren werden diskutiert. Frauen selbst haben inzwischen verschiedene Organisationen gegründet, die konsequent Umweltaspekte in den Vordergrund stellen.

Wie eine Reihe anderer Fraueninitiativen arbeitet auch die >>> Umweltsoziologin Dr. Sabrina McCormick von der staatlichen Universität in Michigan, USA, am Thema Umwelt und Brustkrebs. Sie versucht, im Rahmen ihrer Forschungsprojekte den offenen Fragen auf den Grund zu gehen (McCormick 2007, 2009). Beral vertrat die Auffassung, dass Frauen einfach Pech hätten, wenn sie unabhängig von Reproduktionsfaktoren an Brustkrebs erkrankten. Die Widersprüchlichkeiten dieses „Pechs“ wurden beleuchtet: So erkrankten Frauen nach einem Umzug vom Land in die Großstadt sehr viel schneller an Brustkrebs, als dass sie ihre Gewohnheiten im Zusammenhang mit dem Kinderkriegen änderten. „Strahlende Techniken“ sind auf dem Vormarsch. Mammographie und auch die Computertomographie, die ohne ionisierende Strahlung nicht auskommen, werden immer breiter eingesetzt – zusätzlich zu ansteigenden Strahlenbelastungen im Alltag. Auch verdienten hormonwirksame Substanzen, sogenannte endokrine Disruptoren, sehr viel mehr Aufmerksamkeit, da sie über Nahrung, Trinkwasser und Kosmetika vom Körper aufgenommen werden. All das hat Beral unter den Tisch fallen lassen.

Perspektiven – Wie geht es weiter?
Niemand kann heute ernsthaft erwarten, dass Frauen ihre Familienplanung von statistischen Wahrscheinlichkeiten einer unsicheren Brustkrebsprävention abhängig machen. Frauen in westlichen Ländern werden in der überwiegenden Mehrheit ihr erstes Kind nicht unter 20 bekommen. Im Umgang mit hormonellen Medikamenten und hormonell wirksamen Stoffen aller Art wäre eine kritische Diskussion wichtig, die Frauen über Risiken ehrlicher informiert. Unzweifelhaft ist der gegenwärtige Wissensstand unbefriedigend. Alle Daten eignen sich weder, um das Brustkrebsrisiko einer individuellen Frau sicher vorherzusagen, noch um Brustkrebs sicher zu vermeiden. Die Brustkrebsforschung der vergangenen Jahrzehnte hat sich stark auf die medikamentöse Therapie konzentriert. Die Anzahl der durchgeführten Studien ist unüberschaubar geworden. Die Sensibilisierung bei Brustkrebs verursachenden Chemikalien – etwa in Kosmetika oder Verpackungsmaterialien von Lebensmitteln – steckt noch in den Kinderschuhen. Neben Krebs verursachenden Stoffen und Strahlen rückt bei vielen Krebserkrankungen – so auch bei Brustkrebs – das Krebs auslösende Potenzial von Viren ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Verschiedene Standardlehrbücher zum Mammakarzinom halten bereits lange fest, dass Grundlagenforschung unbedingt notwendig sei, um Möglichkeiten einer infektiösen Verbreitung von Brustkrebs durch Viren weiter zu erforschen (Kreienberg 2002 & 2006). Diese Ansätze verfolgt auch Susan Love mit ihrer Forschungsstiftung, der Dr. Susan Love Research Foundation. Sie forscht in verschiedenen Projekten an Brustkrebs als Viruskrankheit und geht davon aus, dass Viren bei Brustkrebs die zentrale Rolle spielen (Love 2010).

Bildnachweis: Lorena Ulloa, Creative Commons 2.0 Non-Commercial – Share alike

Literatur

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Brenner, B Reflections on a Handmaid’s Tale. Breast Cancer Action Newsletter 44, Oct/Nov 1997

CGHFBC, Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer, Breast cancer and hormonal contraceptives: collaborative reanalysis of individual data on 53 297 women with breast cancer and 100 239 women without breast cancer from 54 epidemiological studies. Lancet, 1996 Jun 22;347(9017):1713-27

CGHFBC, Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer, Breast cancer and breastfeeding: collaborative reanalysis of individual data from 47 epidemiological studies in 30 countries, including 50 302 women with breast cancer and 96 973 women without the disease. Lancet, 2002, Jul 20:360(9328):187-195

CGHFBC, Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer, Breast cancer and abortion: collaborative reanalysis of data from 53 epidemiological studies, including 83 000 women with breast cancer from 16 countries, Lancet, 2004 Mar 27;363(9414):1007-16

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De Waard F, Breast cancer incidence and nutritional status with particular reference to body weight and height. Cancer res 35: 3351-56, 1975

Destatis, Statistisches Bundesamt: Gesundheit: Todesursachen in Deutschland, Wiesbaden, 2007, korrigiert am 5. Mai 2009

ENCR/IARC European Network of Cancer Registries, International Agency for Research on Cancer: ENCR Cancer Fact Sheets, Vol. 2, 12/2002

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Rubrik basiswissen, risikofaktoren, schwangerschaft, stillen, ursachen & vermeidung

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Brustkrebs und Rauchen als Risikofaktor

Rubrik risikofaktoren


Silikonimplantate bei Brustkrebs

Ist eine die Brust erhaltende Operation bei Brustkrebs nicht möglich, wird Frauen oftmals die “Wiederherstellung” der Brust mit oder ohne Verpflanzung von Eigengewebe angeboten. Auch Implantate aus Silikon werden bei solchen Operationen zur “Rekonstruktion” in den Körper der Frau eingesetzt. Silikonimplantate können häufig nicht dauerhaft in der Brust verbleiben, weitere Nachoperationen werden dann notwendig. Eine Reihe von Komplikationen können sich einstellen, die jedoch angesichts der Diagnose Brustkrebs zunächst unter Umständen als zweitrangig betrachtet werden. Dennoch sollten Frauen sich sehr genau informieren, bevor sie chirurgisch-rekonstruktiven Maßnahmen zustimmen, um Risiken und mögliche Folgeproblematiken besser einschätzen zu können.

Die Stiftung Warentest hat im Dezember 2003 den Artikel >>> Materialtest an Frauen (bitte auf pdf-Icon auf der Webseite der Stiftung Warentest klicken) veröffentlicht, der sich zwar grundsätzlich mit Brustimplantaten im Zusammenhang mit Brustvergrößerung befasst, Risiken und Nebenwirkungen sind beim Einsatz nach Brustkrebsoperation jedoch ggf. von noch größerer Tragweite.

Leider gibt es keine kritischen Informationen zum Einsatz von Silikon in die Brust nach Brustkrebs. Wir raten Frauen deswegen zu größter Vorsicht. Silikon in der Brust trägt mit Sicherheit nicht zur physischen Gesundheit bei und kann weitere erhebliche Gesundheitsprobleme verursachen.

Weitere Informationen:

Alternativen zu Silikon & Co:   Frauen, die sich nicht “rekonstruieren” ließen

Zur Geschichte des Silikons: Skandalöser Normalzustand von Jan Pehrke (02/2012)

Entschließung des Europa-Parlaments zu Brustimplantaten

Silikonimplantate in der Brust: Gefährliche Kosmetik?

Silikonimplantate: Bericht zum Stand in den Vereinigten Staaten (Stand 2007)

Siliconegate (Frauenzeitschrift EMMA, 1996, trotzdem relevant)

Rubrik brustkrebs, brustrekonstruktion, plastische chirurgie, therapie

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Was tun, wenn … eine Frau, die Sie kennen, erfährt, dass sie Brustkrebs hat

 

Informationen für Angehörige und FreundInnen


zusammengestellt von Beate Schmidt in Anlehnung an einen Text von Breast Cancer Action

Eine Brustkrebsdiagnose ist eine sehr schwierige und schwerwiegende Sache. Wenn die Worte “Sie haben Brustkrebs” fallen, können bei einer Betroffenen unzählige unterschiedliche und sehr existenzielle Gefühlslagen entstehen: Angst, Wut, Verrat, Kraftlosigkeit, Verbitterung, Verzweiflung, Einsamkeit. An diesem Punkt können Angehörige und FreundInnen helfen, wenn Unterstützung, Zuspruch und Ermutigung gebraucht werden.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, haben Sie anderen Menschen schon Einiges voraus. Ihre Freundin kann sich glücklich schätzen, dass sie jemanden hat, der bzw. die so viel Zuneigung empfindet, für sie da zu sein und Informationen für sie herauszusuchen, die ihr in dieser schwierigen Situation helfen können.

So können Sie der Frau, Sie gern haben, die Sie lieben, helfen:

Zuhören

Oftmals benötigt eine Frau, die eine Brustkrebsdiagnose erhalten hat, jemanden der zuhört. Ängste müssen ausgesprochen werden, während gleichzeitig geradezu Berge von Informationen zu bewältigen sind. Aber beachten Sie bitte, dass Ihre Freundin u.U. nicht möchte, dass Sie mit Anderen darüber sprechen.

Da sein

und eine Schulter anbieten, an der Ihre Freundin sich ausweinen kann, wenn es notwendig ist. Wenn der Zeitpunkt passt, sagen Sie ihr, dass viele Menschen diese Diagnose überleben und ein hohes Alter erreichen. Floskeln wie “keine Sorge, alles wird gut” sind allerdings nicht hilfreich. Geben Sie Ihrer Freundin das Gefühl, nicht allein zu sein, sondern ein genauso wertvoller und geliebter Mensch wie immer – ob mit intakter Brust oder ohne.

Niemals

sollten Sie sagen, was Sie an Stelle Ihrer Freundin tun würden. Tatsache ist, dass Sie nicht in ihrer Situation sind und gar nicht wissen, was Sie in ihrer Situation tun würden. Ihre Freundin möchte reden und angehört werden. Jede Situation ist anders. Es gibt viele verschiedene Arten Brustkrebs und viele verschiedene Entscheidungen, die getroffen werden müssen.

Ratschläge

sollten Sie nur dann geben, wenn Sie darum gebeten werden. Stattdessen könnten Sie anbieten, Behandlungsmöglichkeiten und / oder mehr Informationen über die Erkrankungen herauszufinden. Aber denken Sie bitte daran, dass Ihre Freundin nun ohnehin mit sehr viel Informationen konfrontiert wird, und suchen Sie Ihren Beitrag daher sorgfältig aus.

Begleitung

zu Arztterminen kann eine wichtige und große Hilfe sein. Schlagen Sie vor, die Gespräche mit dem Arzt / der Ärztin aufzunehmen oder mitzuschreiben. Helfen Sie, eine Liste mit Fragen an den Arzt / die Ärztin / das Behandlungsteam aufzuschreiben. Während dieser ersten Termine bekommt Ihre Freundin viele Informationen von ihren Medizinern. Achten Sie mit darauf, dass alle Fragen, die Ihre Freundin hat, verständlich beantwortet werden.

Fahren und Abholen

kann ebenfalls eine gute Unterstützung sein. Bieten Sie von sich aus an, Ihre Freundin zu ihren Behandlungsterminen zu fahren und sie wieder abzuholen, wenn es möglich und hilfreich ist. Ihre Freundin kann möglicherweise nicht die nötige Aufmerksdamkeit für den Straßenverkehr aufbringen, mag Sie um diese Hilfe aber vielleicht nicht von sich aus bitten, um Sie nicht zu belasten.

Hilfe im Haushalt

Ihrer Freundin können Sie mit Freunden und Familienmitgliedern organisieren, z.B. Babysitting, Hausputz, Einkaufen oder die Zubereitung von Mahlzeiten. Das wird Ihrer Freundin die freie Zeit geben, die sie jetzt benötigt.

Fragen, nicht raten

Bitten Sie Ihre Freundin oder deren Angehörige, Ihnen genau zu sagen, was sie benötigen – und wann. Darauf bekommen Sie vielleicht nicht sofort eine Antwort. Wenn Sie sie dann allerdings bekommen, sollten Sie auch zur Verfügung stehen.

Beratungsmöglichkeiten

können auch von Angehörigen und Freunden der Erkrankten in Anspruch genommen werden. Öffentlicher Gesundheitsdienst, unabhängige psychosoziale Krebsberatungsstellen und Krebsinformationsdienst (http://www.krebsinformationsdienst.de – kostenfreie Rufnummer täglich 8 bis 20 Uhr: 0800 – 420 30 40) können Sie beraten. Besonders die Frauengesundheitszentren (www.frauengesundheitszentren.de) kennen die Behandlungseinrichtungen und können bei Brustkrebs wertvolle Hinweise geben.

Angehörige und FreundInnen

brauchen manchmal auch Unterstützung. Tun Sie sich selbst etwas Gutes und nehmen Sie auch selbst Hilfe in Anspruch, wenn Sie diese brauchen. Wenn Sie ausflippen müssen – und das werden Sie –, dann tun Sie es bitte nicht in Gegenwart der Frau, die gerade ihre Brustkrebsdiagnose bekommen hat. Sprechen Sie stattdessen mit einer anderen Freundin oder einem anderen Freund.

Diese Hinweise und Anregungen gelten übrigens nicht nur für die FreundInnen einer an Brustkrebs erkrankten Frau, sondern auch für den Ehemann bzw. Lebensgefährten.

Quelle

Factsheet: What to Do When Someone You Know Has Been Diagnosed with Breast Cancer http://bcaction.org/wp-content/uploads/2011/02/What-to-do-when-someone-you-know-has-been-diagnosed.pdf

Rubrik brustkrebs, diagnose, info für angehörige, info für angehörige

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Brustkrebs: Umwelt & Prävention | Literatur

Im Zusammenhang mit der Vermeidung von Brustkrebs ist auch  Charta von Ottawa interessant. Nachfolgend genannte Publikationen würden wir uns in deutscher Sprache auch wünschen. “Chemtrust” hat auch deutschsprachige Ausgaben des Flyers und der Broschüre zu Umwelt und Brustkrebs herausgegeben, doch die Übersetzungen allerdings gewöhnungsbedürftig. Das unten genannte Buch von Rachel Carson liegt ebenfalls in deutscher Sprache unter dem Titel “Der stumme Frühling” vor. Eine deutschsprachige Version der Helen-Lynn-Broschüre ist zur Zeit beim AKF e.V. in  Planung.

Helen Lynn / WECF e.V.:

Brustkrebsentstehung und Umwelt: Die Zusammenhänge (Linking breast cancer and our environment, 2008)

Download
englische Version [pdf]
holländische Version [pdf]

Frauen für eine giftfreie Zukunft / WECF e.V.:

Frauen für eine giftfreie Zukunft (WECF e.V., 2005)

Download [pdf]

Auch diese Broschüre ist im Zusammenhang mit Brustkrebs ebenfalls lesenswert und liegt bei WECF vor.

… mehr Info bei WECF e.V. zu dieser Arbeit …

Positionspapier zu dieser Arbeit bei im infoblog!

Die Beweislage 2008 / Breast Cancer Fund

Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Umwelt
- 5. Aufl. – What is the connection between Breast Cancer and the Environment? (Stand des Wissens: Zusammenhänge zwischen Umwelt und Brustkrebs)
Download: State of the evidence [pdf]
Bericht im  infoblog! (mit Bestellmöglichkeiten)
Download französische Version L’état de connaissances: La relation entre l’environnement et la cancer du sein [pdf] bei Breast Cancer Action Montreal

Die Beweislage 2006 / Breast Cancer Fund

Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Umwelt
(4. Aufl.)

Ältere Auflagen s.a. infoblog!

Download:
State of the evidence [pdf] What is the connection between Breast Cancer and the Environment? (Stand des Wissens: Zusammenhänge zwischen Umwelt und Brustkrebs)

Breast Cancer: an environmental disease / nomorebreastcancer.org.uk

Download: Breast Cancer: an environmental disease [pdf] (Hg. Diana Ward …)

Webseite: http://www.nomorebreastcancer.org.uk/

Are you being exposed? / nomorebreastcancer.org.uk

Kleiner Flyer für unterwegs: Hier lässt sich schnell nachlesen, welche Substanzen zu vermeiden sind: Gefährliche Chemikalien, synthetischer Murks in Kosmetik, Plastik etc., Pestizide, Phtalate, Triclosan, Parabene, Bisphenol A, Flammschutzmittel u.a.
Zugleich werden zahlreiche Links genannt, bei denen man weiterlesen kann. Für den englischen Sprachraum gibt es heute auch praktische Datenbanken für Verbraucherinnen, wo Kosmetika und Lebensmittel schnell überprüft werden können. Leider fehlen nicht nur die entsprechenden Informationen für uns, sondern auch geeignete Nachschlagewerke wie z.B. die Deep Skin – Cosmetik safety Database bei uns.
Download des Flyers

Breast cancer and exposurer to hormonally active chemicals / Chemtrust.org

An appraisal of the scientific evidence.

Diese Bestandsaufnahme zum Stand des Wissens ist die englische Ausgabe des Hintergrundpapiers von Prof. Andreas Kortenkamp, dem Leiter des Zentrums für Toxikologie, Universität von London und erschien im April 2008. Ausgabe in dt. Sprache s. nächster Titel
… Download der englischen Ausgabe [pdf]

Brustkrebs und die Exposition gegenüber hormonell aktiven Substanzen / Chemtrust.org

Brustkrebs und die Exposition gegenüber hormonell aktiven Substanzen: Eine Bestandsaufnahme zum Stand des Wissens
Hintergrundpapiers von Prof. Andreas Kortenkamp, dem Leiter des Zentrums für Toxikologie, Universität von London. Unter dem deutschen Titel “Brustkrebs und neu aufkommende Faktoren, welche die Risiken von Brustkrebs beeinflussen”
(dt. Version der Chemtrust-Publikation, Übersetzung gewöhnungsbedürftig, aber dennoch wichtig!). Stand: April 2008.

Risikofaktoren der Brustkrebsentstehung
Des Rätsels Lösung der noch fehlenden Ursachen – nur die Hälfte aller Brustkrebsfälle ist auf eindeutige oder „bekannte“ Ursachen zurückzuführen. Zu diesen zählen: genetische Veranlagung, die Einnahme von Hormonen in Pille und HRT, Gewichtszunahme und Bewegungsmangel sowie Alkoholkonsum.
Welche anderen Faktoren könnten eine Rolle spielen? Das beständige Ausgesetztsein im Zusammenhang mit natürlichen und künstlichen Hormonen (Pille und HRT) trägt zum Brustkrebsrisiko anerkanntermaßen bei und es soll in dieser Broschüre dargelegt werden, dass andere östrogenstimulierende oder hormonhemmende Chemikalien auch eine Rolle spielen können. In unserem Alltag werden wir alle einem Cocktail von Chemikalien ausgesetzt, von denen einige nachweislich unseren Hormonhaushalt stören, einschließlich Östrogenen oder Östrogen-ähnlich wirkenden Substanzen. Dazu gehören gewisse Pestizide, Dioxine, welche unsere Nahrungsmittel kontaminieren, Bisphenol A, das aus Blechdosen und Kunststoffbehältern austreten kann, sowie einige UV-Filter in Sonnenschutzmitteln. Die Forschung weist darauf hin, dass eine bessere Kontrolle dieser Chemikalien unsere Situation verbessern könnte.
“Wenn Sie diesen Bericht lesen”, verspricht der Rückentext, “so werden Sie hoffentlich feststellen, dass Brustkrebs möglicherweise effizienter vermieden werden kann, als Sie bisher gedacht haben.”
… Download der deutschen Ausgabe [pdf]

Brustkrebs – Verhindern, was zu verhindern ist / Chemtrust.org

Flyer: Brustkrebs – Verhindern, was zu verhindern ist. [Übersetzung gewöhnungsbedürftig ...] Die Verhinderung der Exposition gegenüber bestimmten künstlichen Chemikalien kann einen Beitrag zur Senkung der Brustkrebs-Epidemie leisten. Die meisten Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wurde, sind ohne genetische Disposition erkrankt.
… Download Flyer [pdf]

Literaturliste / Chemtrust.org

Chemtrust: Literaturliste zu Umweltbelastungen und Brustkrebs

Rachel Carson: Silent Spring

“Silent Spring” von Rachel Carson ist die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Folgen der chemischen Vergiftung unseres Planeten. Die Biologin Rachel Carson war selbst von Brustkrebs betroffen und starb an den Folgen der Krankheit. Ihr Buch “Silent Spring” wurde, obwohl von industrieller Seite versucht worden war, es zu unterdrücken, zu einem der weltweit wichtigsten Bücher überhaupt. Rachel Carson wird heute zu den einflussreichsten Persönlichkeiten gezählt.
Webseiten über
Rachel Carson
Rachel Carson Institute
Silent Spring Institute
“Silent Spring” [dt: Der stumme Frühling] von Rachel Carson in Bibliotheken in Deutschland

Sandra Steingraber: Living Downstream

An ecologigst look at cancer and the envirnoment. New York: Addison-Wesley, 1997
Rezension (engl., von Peter Montague)
Webseite von Sandra Steingraber

mehr …

Zehn-Punkte-Plan zur Vermeidung von Brustkrebs (Version 2006 & Version 2004)

Filmprojekt: “No family history” zum Schwerpunktthema Prävention (Film von Sabrina McCormick)
Artikel zu speziellen Einzelthemen im Zusammenhang mit dem Themenkoplex “Prävention” – insbesondere “Verhältnisprävention” im infoblog!

Rubrik ursachen & vermeidung

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Die Nachsorge bei Brustkrebs

Die Therapie ist geschafft, die Therapie hört auf. Und jetzt? Eine technisierte, an Apparatemedizin orientierte Form des ständigen Monitorings von Frauen mit Brustkrebs bringt nach heutigem Erkenntnisstand keine Überlebensvorteile. Was kann frau selbst für sich tun, was sollte sie wissen? Wir verweisen hier auf wichtige Informationen zum Weiterleben:

AKF-Special zur Krebsnachsorge im AKF-Info Nr. 2/2006

Aus dem Inhalt:

  • Tumornachsorge – evidenzbasiert
  • Tumornachsorge in der gynäkologischen Praxis
  • Sexualberatung bei Krebspatientinnen
  • Leben Lernen – Sterben lernen
  • Die Rolle der Rehabilitation

Vertiefende Informationen

AKF-Script: Nachsorge bei gynäkologischen Tumoren mit Vorträgen Friederike Perl, Claudia Schumann und Jessica Groß

AKF Pressemeldung: Für eine evidenzbasierte Krebsnachsorge Der AKF hält an evidenzbasierter Krebsnachsorge fest und fordert die gesicherte Honorierung der psychoonkologischen Betreuung

Und die “Selbstheilungskräfte”?

“Alternative Wege”? Was können wir selbst für uns tun?

Irmhild Harbach-Dietz: Ich bin sehr dankbar für mein Leben

Irmhild Harbach-Dietz: Ich bin sehr dankbar für mein Leben

Ein Buch: Jetzt sich lebenslänglich vom Krebs terrorisieren lassen? Hoffentlich nicht, es gibt andere Wege. Irmhild Harbach-Dietz hat 2004 die Erfahrungen von neun Frauen gesammelt, die mit Hilfe alternativer und komplementärer Methoden ihre Krebserkrankung überwunden haben. Sie schildern ihre Auseinandersetzung mit der Erkrankung und die Suche nach ihrem individuellen Heilungsweg. Dabei haben sie erstaunliche Entwicklungen erlebt und ihre Krankheit überlebt! Heute, vier Jahre nach Erscheinen der ersten Auflage, hat Irmhild Harbach-Dietz sich wieder mit den Frauen getroffen. Was ist heute aus ihnen geworden? Was hat ihnen am meisten geholfen? Was haben sie beibehalten? Einige der porträtierten Frauen haben zusätzlich zur Schulmedizin alternative Methoden angewandt und haben damit Selbstheilungskräfte gestärkt. Andere verzichteten völlig auf Chemotherapie oder OP: Sie konzentrierten sich ausschließlich auf Kombinationen alternativer Heilverfahren wie Homöopathie, Misteltherapie oder TCM.

Rubrik brustkrebs, nachsorge, therapie

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Brustkrebs in Berlin: Daten aus der Gesundheitsberichterstattung (Basisbericht 2008)

Gesundheitsberichterstattung Berlin - Basisbericht 2008

Gesundheitsberichterstattung Berlin - Basisbericht 2008

Knapp zusammengefasst: Die Zahlen zu Brustkrebs in Berlin für das Jahr 2007 zeigen einen Trend zu steigenden Erkrankungszahlen bei sinkender Sterblichkeit. Vor dem Hintergrund des am 17. Juli 2006 in Berlin begonnenen Mammographie-Screening-Programms müssen alle Zahlen in den nächsten Jahren sorgfältig beobachtet werden. Allerdings sind Neuerkrankungen, die im Mammographie-Screening entdeckt wurden, bisher noch nicht enthalten.

Neuerkrankungen

In den Jahren 2002 bis 2005 sind die gemeldeten Brustkrebs-Neuerkrankungen in Berlin um knapp 10% angestiegen: von 1.947 im Jahr 2002, 1.989 (2003), 2.124 (2004) und 2.176 im Jahr 2005. Auch bevölkerungsbezogen zeigt sich der Anstieg von 84 auf 90,8 Erkrankungsfälle je 100.000 EinwohnerInnen. Eine Aufschlüsselung nach Altersgruppen zeigt, dass statistisch die meisten Erkrankungsfälle (ca. 51 bis 57 Prozent) in Berlin bei Frauen innerhalb der Altersgruppe der beiden Dekaden zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auftreten, also bei denjenigen Frauen, die zur Zeit zum Mammographie-Screening eingeladen werden (s. Kapitel 3, S. 295).

Mortalität

Bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren ist Brustkrebs weiterhin die häufigste Todesursache (10,2% = absolut 197 Todesfälle, dicht gefolgt von Lungenkrebs mit 7,7% = absolut 187).

In der Tabelle zu Sterbefällen in Berlin und Deutschland 2007 (S. 31 des Nachtrags) werden bei 16.731 Sterbefällen insgesamt 632 – entsprechend 3,8% aller Sterbefälle bei Frauen – durch Brustkrebs berichtet. Zum Vergleich die Zahlen zu ganz Deutschland: Es gab 2007 hier insgesamt 16.780 Sterbefälle durch Brustkrebs – ebenfalls entsprechend 3,8% aller Sterbefälle bei Frauen in Deutschland.

Die längerfristige Beobachtung der letzten rund 15 Jahre zeigt, dass die Sterblichkeit an Brustkrebs in Berlin in den Jahren zwischen 1994 und 2007 kontinuierlich gesunken ist. Während im Jahr 1994 828 Frauen an den Folgen von Brustkrebs starben, waren es im Jahr 2007 noch 632 Frauen, was sich auch bevölkerungsbezogen nachweisen lässt.

Vollstationäre Behandlungsfälle

Bei den vollstationären Behandlungsfällen bei Frauen in Berlin im Jahr 2006 liegt Brustkrebs auf Platz 2 (nach Herzinsuffizienz), in der Altersgruppe zwischen 60 bis 69 sogar auf Platz 1, bei Frauen zwischen 70 und 80 jedoch “nur” noch auf Platz 10.

Staatsangehörigkeit & Brustkrebs in Berlin

Die meisten in Berlin an Brustkrebs verstorbenen Frauen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Anzahl der an den Folgen von Brustkrebs verstorbenen Migrantinnen in Berlin ist vergleichsweise sehr gering. Sie liegt absolut zwischen 4 Todesfällen im Jahr 1994 und 27 im Jahr 2003, sinkt dann aber wieder (2004 = 17, 2005 = 16, 2006 = 17 und 2007 = 21).

Nach wie vor wird bei Brustkrebs die Anzahl vermeidbarer Todesfälle angeben, die mit 234 im Jahr 2004, 212 im Jahr 2005, 223 im Jahr 2008 und 198 im Jahr 2007 berechnet wurde. Wie diese Zahlen berechnet werden, wird nicht dargelegt. Wahrscheinlich handelt es sich um die statistisch mögliche Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch das Screening-Programm.

Brustkrebs in der FrauenärztInnenpraxis

Auch die niedergelassenen FauenärztInnenpraxen in der Stadt hatten mit Brustkrebs viel zu tun: Nach den häufigsten Diagnosen in FrauenärztInnenpraxen lag Brustkrebs auf Platz 17. Insgesamt 23.767-mal lautete die Diagnose Brustkrebs, was 4,4% aller Diagnosen entsprach. Vorsicht: Dies sind keine Fallzahlen, sondern Arztbesuche. Die gutartigen Erkrankungen der Brust lagen mit 42.698 Diagnosen auf Platz 9 (= 7,9% aller Diagnosen).

Zum Vergleich: Die Daten zeigen eine zunehmende Bedeutung für die Behandlung von Brustkrebs in der Frauenarztpraxis. Im Jahr 2004 lag die Krankheit auf Platz 22, im Jahr 2005 auf Platz 21 und im Jahr 2006 auf Platz 20. Die „Hitliste der Frauenarztbesuche” wurde im Jahr 2007 angeführt mit kontrazeptiven Maßnahmen (44,7% bzw. 242.130 Diagnosen), auf Platz 2 lagen Früherkennungsmaßnahmen („Screening” auf Krebserkrankungen).

Weiterlesen:

Der Gesundheitsbericht 2008 der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
mit umfassenden Daten zu Gesundheits- und Sozialwesen ist jetzt online abrufbar unter
http://www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/gesundheit/basis.html.

Zusammenfassung aus dem Basisbericht 2005

Rubrik daten & zahlen

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