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	<title>lernen &#187; selbstuntersuchung</title>
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	<description>basisinfo, positionen, grundlegendes und vertiefendes zu brustkrebs</description>
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		<title>Die Selbstuntersuchung der Brust</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Dec 2008 09:24:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[diagnose]]></category>
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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFBericht zum Standpunkt der National Breast Cancer Coalition (NBCC) &#62;&#62; Download als pdf Zusammenfassung / Bericht von Gudrun Kemper &#38; Beate Schmidt Die National Breast Cancer Coalition, NBCC (dt.: Nationale Brustkrebskoalition in den USA), der größte Zusammenschluss von Frauenorganisationen und Frauen zum Thema Brustkrebs weltweit, hat im Januar 2002 erstmals ein Positionspapier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/selbstuntersuchung-der-brust/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p><strong>Bericht zum Standpunkt der National Breast Cancer Coalition (NBCC) </strong><a href="../../pdf/03info/sub.pdf" target="_blank">&gt;&gt; Download als pdf</a></p>
<p><span><em>Zusammenfassung / Bericht von Gudrun Kemper &amp; Beate       Schmidt</em><a href="http://www.bcaction.de/pdf/03info/sub.pdf" target="_blank"><br />
</a></span></p>
<div id="attachment_57" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://takeaction.stopbreastcancer.org/site/DocServer/NBCC_shower_card.pdf?docID=201"><img class="size-medium wp-image-57" title="Clipboard01" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2009/12/Clipboard011-240x300.png" alt="NBCC Aktion &quot;Brustselbstuntersuchung rettet kein Leben&quot;" width="240" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Abbildung:  NBCC Aktion - deutliche Worte:  &quot;Brustselbstuntersuchung rettet kein Leben&quot; Screenshot BCAG</p></div>
<p>Die <a href="http://www.stopbreastcancer.org/" target="_blank">National         Breast Cancer Coalition</a>, NBCC (dt.: Nationale Brustkrebskoalition         in den USA), der größte Zusammenschluss von Frauenorganisationen         und Frauen zum Thema Brustkrebs weltweit, hat im Januar 2002 erstmals         ein Positionspapier zur Selbstuntersuchung veröffentlicht und aktualisiert         diese Position fortlaufend anhand der vorliegenden Datenlage, zuletzt         im April 2006. Die NBCC versucht mit ihren Positionspapieren, auf Basis         vorliegender wissenschaftlicher Daten zu informieren und eine unabhängige         Stellungnahme im Interesse von Frauen zu formulieren. Dieses ist ihr         in der Rückschau betrachtet bei vielen Themen relativ gut gelungen.</p>
<p>Hinsichtlich der Selbstuntersuchung der Brust zieht die NBCC bei Abwägung von Nutzen und Schaden kurz gefasst die Bilanz, dass die Maßnahme <strong> mehr Schaden als Nutzen</strong> nach sich zieht. Die <a href="http://www.cochrane.org/reviews/en/ab003373.html" target="_blank">Cochrane Collaboration hat die Position der National Breast Cancer Coalition bestätigt</a> und auch <a href="http://blog.dslrf.org/?p=38" target="_blank"> Dr. Susan Love</a> hat sich in diesem Zusammenhang im Juli 2008 zu Wort gemeldet.</p>
<p><strong>Standpunkt</strong><br />
Es gibt zur Zeit aus randomisierten Studien keinen wissenschaftlichen Nachweis,     dass die Selbstuntersuchung der Brust (im Englischen &#8220;Breast Self-Exam&#8221;)     Leben retten oder Frauen in die Lage versetzen könnte, Brustkrebs so     früh zu entdecken, dass sich ihre Überlebenswahrscheinlichkeit     damit verbessert. Im Gegenteil, es gibt einige Daten die zeigen, dass die     Selbstuntersuchung die Anzahl der entdeckten, also von Hand ertasteten, gutartigen     Knoten in hohem Maße ansteigen lässt. Außerdem wird darauf     hingewiesen, dass die Selbstuntersuchung vermehrt zu Ängsten führt,     zu mehr Arztbesuchen und zu unnötigen Biopsien. Deshalb unterstützt     die NBCC keine Initiativen, die die Selbstuntersuchung propagieren und diese     flächendeckend lehren wollen. Die Organisation betont stattdessen in     ihren Veröffentlichungen, dass sie keinerlei öffentliche Gesundheitsinterventionen     unterstützen wird, bevor es nicht einen ausreichenden wissenschaftlich     abgesicherten Nachweis gibt, dass die Vorteile die Risiken überwiegen.     Wenn eine Frau die Selbstuntersuchungen erlernen wolle, so die NBCC, so sollte     sie nicht nur über den möglichen Nutzen, sondern auch über     die möglichen Risiken informiert sein.</p>
<p><strong>Was versteht man unter Selbstuntersuchung der Brust?</strong><br />
Die Selbstuntersuchung ist eine Maßnahme, bei der Frauen selbst ihre   Brüste und die angrenzenden Gebiete systematisch von Hand nach ungewöhnlichen   Knoten oder Formveränderungen abtasten.Dabei sollen alle Bereiche der   Brust gefühlt und gründlich untersucht werden. Häufig werden   bestimmte Zeitpunkte und bestimmte Zeitabstände empfohlen. Der Zweck ist   einzig und allein, Brustkrebs so früh wie möglich zu entdecken. Die   bloße Vorstellung, dass bei dieser Untersuchung möglicherweise eine   Krebserkrankung am entdeckt wird, kann auch Ängste verursachen. Die NBCC   hält deswegen sinngemäß fest: Frauen berühren ihre Brüste   natürlicherweise sowieso häufig, etwa beim Duschen, beim Anziehen,   beim Sex etc. Es gibt auch bei uns in Deutschland viele Ärztinnen und Ärzte,   die Frauen informieren, schulen und auffordern, ihre Brüste so oft wie   möglich zu berühren, damit sie wissen, wie diese sich normalerweise   anfühlen und was eine ungewöhnliche Veränderungen sein könnte.   Die Selbstuntersuchung ist aber etwas ganz anderes, als einfach die Brüste   zu berühren und &#8220;kennenzulernen&#8221;. Die NBCC weist ausdrücklich   darauf hin, dass dieses bewusste Suchen die Frauen überängstlich   in Bezug auf Brustkrebs machen kann und unnötigerweise Besorgnis bei jeder   Veränderung erzeuge, die ertastet wird. In einigen Fällen könne   diese Angst so groß werden, dass sie Frauen abschreckt, ihre Brüste überhaupt   zu berühren. (1)<br />
Über 80% der Brustkarzinome, die nicht durch die Mammographie aufgespürt wurden, werden von Frauen selbst entdeckt. (2) Tumoren werden sowohl bei einer Selbstuntersuchung als auch bei Berührungen oder Beobachtungen der Brust aus ganz anderen Gründen entdeckt, gelegentlich auch, wenn der Partner einen Knoten in der Brust der Frau fühlt. Die NBCC hält fest, dass in einer der analysierten Studien nur 7,6% der Brustkrebspatientinnen, die vorher die Selbstuntersuchung regelmäßig praktiziert hatten, ihren Brustkrebs tatsächlich während der Selbstuntersuchung entdeckt haben. (3)</p>
<p><strong> Die Selbstuntersuchung als &#8220;Public Health-Maßnahme&#8221;<br />
</strong>Eine Public Health-Maßnahme, also eine Maßnahme           zur öffentlichen Gesundheitspflege, die für <span style="text-decoration: underline;">alle</span> flächendeckend           empfohlen wird (wie z.B. zur Zeit in Deutschland das Mammographie-Screening           für Frauen zwischen 50 und 70 oder bestimmte Impfungen), hat grundsätzlich           zum Anliegen, die Gesundheit einer Bevölkerungsgruppe zu verbessern.           Beispiel: Die Ermutigung, mit dem Rauchen aufzuhören, wie in Deutschland           in den <a href="http://www.gesundheitsziele.de/cgi-bin/render.cgi?__xpage_template=tabak&amp;__xpage_object=menu_left&amp;__xpage_usr_data=&amp;menu=nationale_ziele" target="_blank"> &#8220;Gesundheitszielen&#8221;</a> verankert.           Public Health-Maßnahmen können nützlich für die           Bevölkerung sein, aber auch kostenintensiv und/oder sie können           Risiken beinhalten und sogar Schaden verursachen. Deshalb ist es sehr           wichtig, derartige Maßnahmen genau zu studieren und zu entscheiden,           ob die geplante Intervention tatsächlich wirksam ist, bevor sie           eingeführt wird. Eine öffentliche Gesundheitsintervention           sollte nicht durchgeführt werden, bevor wissenschaftliche Untersuchungen           aufzeigen, dass der Nutzen der Maßnahme die Risiken überwiegt.           Frauen auf einem flächendeckenden Niveau die Selbstuntersuchung           der Brust zu empfehlen, wäre eine solche öffentliche Gesundheitsintervention.           Mit Werbung und Unterweisung in die Selbstuntersuchung hat man bereits           zu einem Zeitpunkt, bevor sie adäquat überprüft war,           begonnen und lange bevor wir wussten, wie das Verhältnis von möglichem           Nutzen zu möglichem Schaden ist. Unzählige Organisationen           verteilen beispielsweise sogenannte &#8220;Duschkarten&#8221;, die sich           jede Frau im Badezimmer aufhängen kann; hierin wird das Vorgehen           bei der Selbstuntersuchung dargestellt und an die regelmäßige           Durchführung erinnert. Während der letzten Jahrzehnte haben           viele Organisationen mit Nachdruck empfohlen, dass jede Frau ab 20           Jahre die Selbstuntersuchung einmal im Monat durchführen soll.           Viele dieser Organisationen haben auch beachtliche finanzielle Mittel           für solche Duschkarten, Lehrprogramme, Videos usw., die den Frauen           die richtige Selbstuntersuchungs-Technik beibringen sollten, ausgegeben.           (4) Einige Firmen haben sogar Brustmodelle zur Schulung der Selbstuntersuchung           produziert und verkauft. Zusätzlich verwenden viele Ärzte           und Schwestern viel Zeit darauf, die Selbstuntersuchung zu propagieren           und Frauen die Technik zu lehren. (5) Mit diesen Anstrengungen wurde           vielen Frauen vermittelt, dass die Selbstuntersuchung eine lebensrettende           Maßnahme sei, obwohl es keinerlei Nachweis gibt, dass dieses           tatsächlich so ist.</p>
<p>Die NBCC will ihre Fragen beantwortet wissen, bevor sie eine Maßnahme   wie die Selbstuntersuchung bevölkerungsweit empfiehlt. Wird Brustkrebs   mit Hilfe der Selbstuntersuchung wirklich früher gefunden als ohne? Und   noch wichtiger: Kann eine Frau damit tatsächlich ihr Leben oder ihre Brust   retten? Birgt diese Art von Intervention Risiken oder negative Konsequenzen   für Frauen? Dies sind schwierige Fragen, die nur durch randomisierte,   kontrollierte Studien beantwortet werden können. Bisher haben diese Studien   nicht gezeigt, dass die Vorteile die Risiken überwiegen.</p>
<p><strong> Forschung zur Selbstuntersuchung der Brust<br />
</strong>Einige beobachtende Studien, einschließlich Kohorten-           und Fall-Kontroll-Studien, haben die Auswirkungen der Selbstuntersuchung           in bestimmten Gruppen von Frauen untersucht. (6) Es wurden Frauen beobachtet,           die sich dazu entschlossen hatten, die Selbstuntersuchung regelmäßig           durchzuführen. Erforscht wurde, ob die Frauen frühere Stadien           von Brustkrebs entdeckten und/oder ob sie länger lebten als Frauen,           die die Selbstuntersuchung nicht praktizierten. Die Studien führten           teilweise zu widersprüchlichen Ergebnissen, aber die meisten konnten           nicht aufzeigen, dass die Selbstuntersuchung den Frauen nutzt. Leider           können auch die Ergebnisse dieser Studien unzuverlässig sein,           weil beobachtende Studien einigen Einschränkungen unterliegen,           wenn sie dazu eingesetzt werden, um eine Screening-Methode wie die           Selbstuntersuchung zu bewerten (7). Zum Beispiel kann es verschiedene           Unterschiede zwischen den untersuchten Frauengruppen geben, die die           Ergebnisse einer Studie beeinflussen. Brustkrebs-Screening-Techniken           müssen im Zusammenhang von randomisierten klinischen Studien geprüft           werden, um zu entscheiden, ob sie wirkungsvoll sind.</p>
<p>Zwei randomisierte klinische Studien zur Selbstuntersuchung wurden inzwischen   durchgeführt, eine in St. Petersburg, Russland (8), die andere in Shanghai,   China (9). Eine Gruppe von Frauen erhielt dabei jeweils eine umfassende Anleitung   zur Selbstuntersuchung, die andere (Kontroll-) Gruppe erhielt diese Unterweisung   nicht. Beide Gruppen wurden über mehrere Jahre hinweg beobachtet. Am Ende   des Beobachtungs-Zeitraums verglichen die Forscher die Gruppen miteinander   um zu ermitteln, ob es Unterschiede bezüglich der Anzahl der Frauen, bei   denen Brustkrebs diagnostiziert wurde bzw. die an Brustkrebs starben (Mortalitätsrate),   gab. Die erste Studie, die in St. Petersburg durchgeführt wurde, beobachtete   122.471 Frauen im Alter zwischen 40 und 64 Jahren. Ausgebildete Krankenschwestern   und Ärzte zeigten den Frauen in der Selbstuntersuchungs-Gruppe sehr gründlich,   wie sie die Selbstuntersuchung durchführen sollten. Leider führten   dann viele Frauen in dieser Gruppe die Untersuchung doch nicht regelmäßig   durch, nachdem sie die Technik erlernt hatten. Im fünften Jahr der Beobachtungsphase   praktizierten nur noch 55,8% der Frauen die Selbstuntersuchung mindestens fünfmal   jährlich. Nach 9 Jahren Follow-up hatten die Selbstuntersuchungs-Gruppe   und die Gruppe, die die Selbstuntersuchung nicht erlernt hatte, die gleiche   Brustkrebs-Sterblichkeitsrate. Es gab auch keinen Unterschied hinsichtlich   der Stadien, in denen Brustkrebs diagnostiziert wurde. Jedoch führte die   Selbstuntersuchung zu einer höheren Anzahl Biopsien wegen gutartiger Knoten.<br />
Die am besten gestaltete Studie zur Selbstuntersuchung war eine randomisierte   Studie an 267.040 Frauen im Alter von 31 bis 64 Jahren, die in Shanghai durchgeführt   wurde. Die Frauen erhielten eine individuelle Anleitung zur Selbstuntersuchung   anhand eines Silikon-Brustmodells und sie wurden immer wieder erinnert, die   erlernte Technik anzuwenden. Die meisten Frauen in der Selbstuntersuchungs-Gruppe   praktizierten die Untersuchung während des Beobachtungszeitraums. Nach   einem Follow-up von etwa 10 Jahren hatten die Gruppe, die die Selbstuntersuchung   der Brust angewendet hatte, und die Kontrollgruppe die gleiche Brustkrebs-Sterblichkeitsrate.   Es gab auch nur wenig Anzeichen dafür, dass die Selbstuntersuchung die   Frauen befähigt hätte, ihre Karzinome früher zu entdecken. Die   Selbstuntersuchungsgruppe und die Kontrollgruppe fanden in jedem Jahr der Studienlaufzeit   die gleiche Anzahl Tumoren. Ferner war auch die Anzahl der Krebserkrankungen,   die sich schon in die Lymphknoten ausgebreitet hatte, in beiden der Gruppen ähnlich.   Jedoch entdeckte die Gruppe, die die Selbstuntersuchung erlernt und durchgeführt   hatte, viel mehr gutartige Knoten als die Kontrollgruppe.<br />
Vor kurzem hat auch die kanadische Projektgruppe für Gesundheitsvorsorge   Empfehlungen zum Thema Selbstuntersuchung ausgesprochen, nachdem sie die o.g.   Studien und klinischen Versuchsreihen beurteilt hat (10). Das Fazit dieser   Projektgruppe war, dass es keinen Nachweis dafür gibt, dass das Lehren   der Selbstuntersuchung in irgendeiner Altersgruppe die Brustkrebs-Sterblichkeitsrate   reduzieren kann.</p>
<p>Die National Breast Cancer Coalition stellt zusammenfassend fest, dass die   meisten Studien den Nutzen der Selbstuntersuchung der Brust für Frauen   nicht nachgewiesen haben. Ergebnisse verschiedener Studien, eingeschlossen   die beiden o.g. randomisierten Studien, zeigen hingegen, dass ein Screening   mittels Selbstuntersuchung die Anzahl der entdeckten gutartigen Tumoren in   hohem Maße ansteigen lässt. Die Unterweisung in der Selbstuntersuchung   führte dagegen nicht zu einer früheren Erkennung von Brustkrebs,   und sie wirkte weder lebensrettend noch lebensverlängernd. Als negative   Folge der Selbstuntersuchung löst diese ferner mehr Ängste aus und   führt zu mehr Arztbesuchen und unnötigen Biopsien. Und auch wenn   Brustbiopsien vergleichsweise einfache chirurgische Eingriffe sind, so müssen   sie dennoch einerseits aus den knappen Geldmitteln des Gesundheitswesens finanziert   werden und können andererseits außerdem zu Leid, Narbenbildung und Entstellung   führen.</p>
<p><strong> Empfehlungen<br />
</strong>Die NBCC ist der Meinung, dass breite öffentliche Gesundheitsempfehlungen           und -interventionen auf wissenschaftlich abgesicherten Forschungsergebnissen           beruhen sollten. Die Studien zur Selbstuntersuchung der Brust haben           weder erwiesen, dass Frauen von der Selbstuntersuchung nicht profitieren           noch dass sie profitieren können. Weil es diese Nachweise nicht           gibt, unterstützt die NBCC weder öffentliche noch privat           finanzierte Programme, die darauf abzielen, die Selbstuntersuchung           zu fördern oder auf flächendeckendem Niveau zu lehren. Zitat: &#8220;Wir           können es uns nicht leisten, unseren begrenzten Ressourcen an           eine öffentliche Gesundheitsmaßnahme zu verschwenden, deren           Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurde, insbesondere wenn es Beweise           gibt, dass eben diese Maßnahme Schaden verursachen kann. Die           Mittel sollten besser zur Finanzierung weiterer wissenschaftlicher           Studien verwendet werden, um Maßnahmen zu finden, die wirklich           funktionieren, wie z. B. bessere Wege, um Brustkrebs zu entdecken,           zu behandeln und zu verhüten. Diese Ressourcen würden auch           besser verwendet für Maßnahmen, die nachgewiesenermaßen           die Brustkrebsmortalität senken, wie z. B. die Versorgung aller           an Brustkrebs erkrankten Frauen mit einer angemessenen Therapie.&#8221;</p>
<p>Die NBCC empfiehlt aber auch nicht, dass Frauen mit der Selbstuntersuchung   aufhören sollten. Die Entscheidung für oder gegen die Selbstuntersuchung   muss individuell getroffen werden. Wenn eine Frau die Technik der Selbstuntersuchung   lernen möchte, so muss sie jedoch über die möglichen Risiken   und Vorteile aufgeklärt werden.</p>
<p><strong> Fazit</strong><br />
Weil die Selbstuntersuchung jahrelang so aggressiv propagiert wurde, hat die   NBCC Verständnis dafür, dass die obigen Empfehlungen möglicherweise   nur schwer akzeptiert werden können. Jedoch möchte die Koalition   Frauen lieber wahrheitsgemäße Informationen über die Selbstuntersuchung   als Fehlinformationen oder ein falsches Gefühl der Sicherheit geben. Außer   der NBCC haben noch andere Gesundheitsorganisationen festgestellt, dass es   nur unzureichende wissenschaftliche Nachweise gibt, die den Schluss zulassen,   dass die Selbstuntersuchung der Brust Frauen nützt. Das National Cancer   Institute (NCI, dt.: Nationales Krebsinstitut der USA) druckt in seiner Brustkrebs-Broschüre <a href="http://www.cancer.gov/PDF/af24a43f-95ef-4c5d-9b95-ce405654c947/28392pdf.pdf" target="_blank">Understanding   Breast Changes</a> (dt.: Brustveränderungen verstehen) keine Anleitung   zur Selbstuntersuchung mehr ab. Die U.S. Preventive Services Task Force (etwa:   Arbeitsgruppe Prävention im staatlichen Gesundheitsdienst der USA) stellt fest, dass &#8220;die Beweise unzulänglich   sind, um Empfehlungen für oder gegen die Anleitung oder regelmäßige   Durchführung der Selbstuntersuchung auszusprechen“. (11) Darüber   hinaus zieht die American Cancer Society (dt.: Amerikanische Krebsgesellschaft)   Materialien aus dem Verkehr, die sich ausschließlich auf die Selbstuntersuchung   konzentrierten.</p>
<p>Anders dagegen die Deutsche Krebsgesellschaft: <a href="http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_brustkrebs_selbsuntersuchung,107714.html" target="_blank"> Sie   empfiehlt weiterhin die Selbstuntersuchung der Brust</a>, als gäbe es   die Diskussionen zu Nutzen, Risiken und Schaden dieser Maßnahme gar nicht.   Auch Prof. Dr. Ingrid Schreer, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft   für Senologie, hält selbst nach der Bewertung der Cochrane Collaboration   in &#8220;Der Spiegel&#8221; (<a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=58485931&amp;aref=image037/2008/07/26/ROSP200803101210121.PDF&amp;thumb=false" target="_blank">Heft   31/2008</a>) daran fest, &#8220;weiterzutasten wie bisher&#8221;. Die NBCC kommt   generell zu dem Fazit, dass es derzeit keine hochwirksamen Screening-Methoden   für Frauen in allen Altersgruppen gibt. Die NBCC ist mit dieser Situation   sehr unzufrieden und hofft, dass sie Frauen dazu ermuntert, sich für die   Verbesserung der Forschung über wirksame Screening-Methoden, Vorsorge-   und Behandlungsmöglichkeiten einzusetzen.</p>
<p><strong>Über die NBCCF<br />
</strong>Die National Breast Cancer Coalition Foundation ist eine Frauengesundheitsorganisation,         die sich im Zusammenhang mit Brustkrebs der Interessenvertretung der         Frauen gewidmet hat. Hauptziele der Koalition sind die Steigerung staatenübergreifende         Förderung für die Brustkrebsforschung, in Zusammenarbeit mit         der Wissenschaft neue Forschungsmodelle zu entwickeln, den Zugang zu         qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung und zu klinischen Studien         für alle Frauen zu verbessern sowie den Einfluss der Vertreterinnen         von Brustkrebs-Patientinnen in allen Bereichen des Entscheidungsprozesses         im Hinblick auf Brustkrebs zu erweitern.</p>
<p><strong>Fußnoten:<br />
</strong>(1) Love S, Lindsey K. Dr. Susan Love&#8217;s Breast Book, 2nd ed.         Reading, MA:Addison-Wesley, 1995;25. Wellisch D, et al. Annals Behav         Med 2001;23(4).<br />
(2) Love S, Lindsey K. Dr. Susan Love&#8217;s Breast Book, 2nd ed. Reading, MA:Addison-Wesley,   1995;25.<br />
(3) Auvinen A, Elovainio L, Hakama M. Breast self-examination and survival   from breast cancer: a prospective follow-up study. Breast Cancer Res Treat   1996;38(2):161-8.<br />
(4) Gehrke AW. Breast self-examination: A mixed message. J Natl Cancer Inst   2000;92(14):1120-1.<br />
(5) Tessaro I, Herman C. Changes in public health nurses&#8217; knowledge and perception   of counseling and clinical skills for breast and cervical cancer control. Cancer   Nurs 2000;23(5):401-5. Warner SL, Worden JK, Solomon LJ, Wadland WC. Physician   interest in breast cancer screening education. A survey of Vermont family physicians.   J Fam Pract 1989;29(3):281-5.<br />
(6) Holmberg L, Ekbom A, Calle E, et al. Breast cancer mortality in relation   to self-reported use of breast self-examination. A cohort study of 450.000   women. Breast Cancer Res Treat 1997;43:137-40. Harvey BJ, Miller AB, Baines   CJ, Corey PN. Effect of breast self-examination techniques on the risk of death   from breast cancer. CMAJ 1997;157(9):1205-12. Muscat JE, Huncharek MS. Breast   self-examination and extent of disease: a population-based study. Cancer Detect   Prev 1991;15:155-9. Newcomb PA, Weiss NS, Storer BE, et al. Breast self-examination   in relation to the occurrence of advanced breast cancer. J Natl Cancer Inst   1991;83:260-5. Gastrin G, Miller AB, To T, et al. Incidence and mortality from   breast cancer in the Mama Program for Breast Screening in Finland, 1973-1986.   Cancer 1994;73:2168-74.<br />
(7) Semiglazov VF, Moiseenko VM, Manikhas AG, et al. [Interim results of a   prospective randomized study of self-examination for early detection of breast   cancer (Russia/St.Petersburg/WHO)]. Vopr Onkol 1999;45:265-71.<br />
(8) Thomas DB, Gao DL, Ray RM, et al. <a href="http://www.stiftung-koalitionbrustkrebs.de/Aktuelles/maerz2006/shanghai.pdf" target="_blank">Randomized   trial of breast self-examination in Shanghai: Final Results.</a> J Natl Cancer   Inst 2002;94(19):1445-57.<br />
(9) U.S. Preventive Services Task Force. Guide to Clinical Preventive Services,   2nd Ed, 1996.</p>
<p><a href="http://www.stopbreastcancer.org/" target="_blank">National       Breast Cancer Coalition, NBCC</a><br />
1707 L Street, NW, Suite 1060, Washington, D.C. 20036, USA<br />
Tel.: 001 (202) 296-7477 Fax: 001 (202) 265-6854</p>
<div>
<div><strong> </strong><strong>Positionspaper               der NBCC (originalsprachl.) im Archiv der Library of Congress:</strong><br />
<a href="http://web.archive.org/web/20020210054656/http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?strid=496&amp;depid=9&amp;btnid=1" target="_blank">Januar                 2002<br />
</a><a href="http://web.archive.org/web/20030218200553/http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?strid=496&amp;depid=9&amp;btnid=1" target="_blank">Oktober                 2002</a><br />
<a href="http://web.archive.org/web/20040224093118/http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?strid=496&amp;depid=9&amp;btnid=1" target="_blank">Oktober           2003</a><br />
<a href="http://web.archive.org/web/20061117062156/http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?strid=496&amp;depid=9&amp;btnid=1" target="_blank">April           2006<br />
</a><br />
<a href="http://www.stopbreastcancer.org/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=505&amp;Itemid=180" target="_blank">Aktuelle           Version: Breast Self-Exam</a> Current Research and Recommendations         (aktualisiert im Juli 2008)</div>
</div>
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