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	<title>lernen &#187; basiswissen</title>
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	<description>basisinfo, positionen, grundlegendes und vertiefendes zu brustkrebs</description>
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		<title>Internettrends I: Social Networks und Facebook für Brustkrebs</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 21:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFHilfreiche Hinweise zu Informationskompetenz und Krankheit, z.B. Hilfen für die sachliche Suche nach fachlichen Informationen, gute Quellen oder Hinweise zu Risiken &#8211; für Frauen mit Brustkrebs im Umgang mit dem Internet sind sie leider weitgehend Fehlanzeige. Das Internet verändert sich mit immer mehr neuen Angeboten (&#8220;Web 2.0/3.0&#8243;) und es gibt eine Reihe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/facebook-informationskompetenz-brustkrebs/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><div id="attachment_553" class="wp-caption aligncenter" style="width: 491px"><a href="http://www.flickr.com/photos/choconancy/1268259115/in/photostream/lightbox/"><img class="size-full wp-image-553 " title="social_network" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2010/11/social_network1.jpg" alt="Drehscheibe &quot;Soziale Netzwerke&quot; von Nancy White, Creative Commons 2.0" width="481" height="145" /></a><p class="wp-caption-text">Drehscheibe &#39;Soziale Netzwerke&#39; - Friendwheel von Nancy White, Creative Commons 2.0</p></div>
<p><span class="Apple-style-span" style="color: #6697c4;">Hilfreiche Hinweise zu Informationskompetenz und Krankheit, z.B. Hilfen für die sachliche Suche nach fachlichen Informationen, gute Quellen oder Hinweise zu Risiken &#8211; für Frauen mit Brustkrebs im Umgang mit dem Internet sind sie leider weitgehend Fehlanzeige. Das Internet verändert sich mit immer mehr neuen Angeboten (&#8220;Web 2.0/3.0&#8243;) und es gibt eine Reihe von Fallstricken, viel versteckte Werbung, Datenschutzprobleme, Psychostress, Zensur, Instrumentalisierung oder Risiken bei der Veröffentlichung eigener Inhalte. Naivität und Begeisterung der ersten Jahre im Umgang mit Information zu Krankheit und Gesundheit im Internet sind verflogen. Es ist Zeit, kritisch neu zu sichten. Einzelne Themenbereiche werden wir deswegen hier in loser Folge vorstellen, um Risiken zu verdeutlichen. Wir müssen nicht zwangsläufig den Stecker rausziehen und unsere Internetverbindung kappen, nur weil der Umgang mit dem Internet schwieriger und komplexer wird. Aber wir können uns schlauer machen, um die eigene Internetnutzung zumindest ein wenig besser zu verstehen und abzusichern.</span></p>
<p>Im New England Journal of Medicine (NEJM) erschien im November 201o der Artikel <a href="http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1004986" target="_blank">Pharmaceutical Marketing and the New Social Media</a> von Jeremy A. Greene und Aaron S. Kesselheim, der uns den Anstoß gab, das Thema endlich anzugehen. Die Autoren befassen sich mit den neuen Internettrends, und zwar speziell mit Pharmamarketing in sog. „sozialen Medien“, zu denen auch Twitter und Facebook gehören. Nach eigenen Angaben erreicht Facebook in Deutschland (Stand Juli 2011) gerade die 20-Millionen-Marke bei den NutzerInnen. Unzählige Organisationen wie Medico International, Ärzte ohne Grenzen, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges &#8211; Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) und Women in Europe for a Common Future (WECF) &#8211; und wir &#8211; haben Facebook wegen der praktischen Funktionalität getestet und genutzt. Doch nach einer kurzen Probephase haben wir den Account wieder gelöscht, im Interesse unserer Leserinnen, darunter insbesondere den betroffenen Frauen, und zwar überwiegend aus Datenschutzgründen.</p>
<h3>Multiplikatorennetzwerke, Austausch, Marketing</h3>
<p>Social Media Netzwerke wie Facebook oder Twitter sind Multiplikatorennetzwerke. Sie ermöglichen die blitzartige Verbreitung von Nachrichten und sind damit grundsätzlich nicht allein für den kritischen Informationsaustausch interessant. Pharmamarketing hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten in sämtliche Medien &#8211; von Plakatwänden über Zeitungen und Zeitschriften bis zu wissenschaftlichen Fachzeitschriften sowie Radio und Fernsehen &#8211; Einzug gehalten. Medien sind mehr und mehr zum Motor des Marketings der Medizinindustrie geworden. Pharmawerbung im Internet ist weit verbreitet, und im Internet überwiegt Werbung generell. Wo und was ist Werbung? Was ist Information und was Desinformation? Welche und wessen Information ist überhaupt vertrauenswürdig? <strong>Welche Interessen stecken hinter der Informationsverbreitung? </strong>Wie kann frau sich schützen, besonders vor Beeinflussung durch Werbung, die nicht auf den ersten Blick als solche erkannt wird? Im Interesse des Selbstschutzes sind diese Fragen wichtig.</p>
<h3>Explosion im Marketing</h3>
<p>In den USA haben sich die Marketingausgaben zur Verkaufssteigerung von Medikamenten lt. NEJM im Zeitraum 1996 bis 2008 von 579 Mio auf über 4 Milliarden US-$ jährlich etwa versiebenfacht, kaum eine sinnvolle Investition in die Gesundheit von Menschen, von denen in den USA viele nicht einmal eine Krankenversicherung haben. Obwohl die Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland zur Zeit noch gesetzlich verboten ist, finden wir nicht nur im Internet, sondern auch im Alltag mehr und mehr Spuren einer medikalisierten Gesellschaft praktisch überall. Wer bewusst darauf achtet, sieht sie plötzlich allerorten &#8211; Werbung für die Teilnahme an klinischen Studien in öffentlichen Verkehrsmitteln, großflächige Plakatwerbungen, die auf Impfungen oder Medikamente anspielen, ohne diese direkt zu nennen, weil dies noch verboten ist, Internetforen, die vor Werbung nur so wimmeln und in denen anonyme SchreiberInnen ihre Empfehlungen auch als PatientIn getarnt weitergeben. Als globaler Marktplatz ist das Internet schlicht Marketingplattform.</p>
<h3>Wer ist zuständig?</h3>
<p>In den USA hat die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Adminstration (FDA) die Aufgabe der öffentlichen Gesundheitspflege. Bei uns soll das <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/heilmwerbg/BJNR006049965.html" target="_blank">Heilmittelwerbegesetz</a> (Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens, kurz HWG) KonsumentInnen / PatientInnen schützen. Die zuständige Behörde ist das <a href="http://www.bfarm.de/" target="_blank">Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)</a>. Die FDA sorgt beispielsweise dafür, dass bestimmte Spielregeln im Zusammenhang mit industriellen Werbebotschaften für Medikamente eingehalten werden. Bereits im September 2009 veranstaltete das Food and Drug Law Institute (Rechtsinstitut der FDA) für die FDA ein Hearing zum Web 2.0 (Ergebnisse zum Download bei <a href="http://i.bnet.com/blogs/part-15-hearing-promotion-of-fda-regulated-medical-products-using-the-internet-and-social-media-tools.pdf?tag=content;drawer-container" target="_blank">bNet/CBS</a>, pdf) und dem Umgang mit sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook. Tendenziell warten die Unternehmen in den USA, wenn es neue Medientrends gibt, auf die FDA-Vorgaben für „akzeptable Marketing-Praktiken“, auch weil dort sonst sehr hohe Strafen drohen können. Anfang des 20. Jahrhunderts waren zunächst nur ÄrztInnen der Manipulation durch Arzneimittelwerbung ausgesetzt. Informationsquelle als Entscheidungsgrundlage für ärztliches Handeln sollte nicht Werbung, sondern wissenschaftlich abgesicherte neutrale medizinische Fachinformation sein. Das &#8220;moderne Pharmamarketing&#8221; entdeckte die &#8220;Endverbraucher&#8221; der Produkte &#8211; Patientinnen, Patienten und Gesunde &#8211; ab Mitte des 20. Jahrhunderts.  Werbeaktionen wurden jetzt auch direkt an KonsumentInnen adressiert. Der Fachbegriff für diese Art der Werbung wird „Direct to Consumer Advertising“ (DTCA), also Direktwerbung für &#8211; verschreibungspflichtige &#8211; Medikamente bei den Konsumenten genannt. Die konkreten FDA-Regelungen für Werbung in &#8220;sozialen Netzwerken&#8221; wie Facebook und Twitter stehen zur Zeit noch aus.</p>
<h3>Gesponserte Suchmaschinen</h3>
<p>Auf EU-Ebene gibt es derzeit Bestrebungen und Lobbyismus, die direkte Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente &#8211; wie in den USA &#8211; auch für die Länder Europas zu legalisieren. Unser Projekt setzt sich seit Jahren gegen die Freigabe von Arzneimittelwerbung für verschreibungspflichtige Medikamente ein. Bürgerschaftliche Initiativen wie die <a href="http://www.bukopharma.de/" target="_blank">BUKO Pharma-Kampagne</a> versuchen, über VerbraucherInnenschutz Einfluss zu nehmen, s. aktuell <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/pharmawerbung-patientinnen/" target="_blank">Den PatientInnen nützt es nicht</a>. In den USA ist es Pharmafirmen in der Fernsehwerbung erlaubt, eine Webseite zu Medikamenten „für zusätzliche Informationen“ und kostenlose Telefonhotlines anzubieten. Eine Linie der FDA war dabei grundsätzlich, auf „Ausgewogenheit“ der Informationen zu bestehen und exakte Vorschriften dafür zu liefern. So müssen Nebenwirkungen mit nur einem Click direkt erreichbar und abrufbar sein. NEJM berichtet, dass es jedoch auch damit Probleme gäbe. So haben z.B. 14 Hersteller Suchmaschinen gesponsert, und die Risiken („Statement of Risks“) waren nicht wie vorgeschrieben verfügbar. Auch habe man inzwischen erkannt, dass die verordnete Risikokommunikation &#8211; also die einen Click weit entfernte Angabe von Risiken &#8211; möglicherweise nicht adäquat sei: Sie führe nicht notwendigerweise zu einer realistischen Darstellung von Risiken. Auch wir kennen Arzneimittelwerbung im TV, doch offiziell bisher nicht für verschreibungspflichtige Medikamente. Sie wird häufig versehen mit dem Hinweis: &#8220;Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker&#8221; &#8211; die für das Abwimmeln und Aufklären zu solchen Werbekampagnen allerdings nicht bezahlt werden.</p>
<h3>Die Grenzen verwischen weiter</h3>
<p>Ein Risiko, das mit der Nutzung von Social Media im Internet einhergeht, ist auch, dass die Anbieter selbst die Kontrolle über die Inhalte ihrer Webangebote verlieren, denn diese Inhalte werden im Web 2.0 üblicherweise von den BenutzerInnen selbst erstellt. Und damit verschwimmen die Grenzen vollends. Kommerzielle Inhalte sind nicht mehr getrennt v</p>
<p>on Inhalten der „UserInnen&#8221;. Kritischere  LeserInnen kommerzieller Brustkrebsforen kennen die Situation. Private Foren betroffener Frauen werden regelmäßig unterwandert, doch die Beweisführung bleibt schwierig. Wir raten deswegen von der Nutzung anonymer Internetforen grundsätzlich ab. Information steht und fällt mit der Kenntnis des Absenders.</p>
<p>NEJM weist ebenfalls darauf hin, dass die Grenze zwischen Blogosphäre und geschäftlichen Internetseiten längst effektiv verwischt sei. Google mit seinen Werbeblöcken neben den Suchergebnissen könne jede beliebige Werbung neben die Webseiten &#8220;sozialer&#8221; Netzwerke legen, und genau diese unsägliche Situation findet sich tatsächlich bei diversen Web 2.0-Anwendungen einschließlich und insbesondere bei Facebook. Direkt neben die Einträge von Non-Profit-Nutzern werden „kontextsensitive“ Werbeeinblendungen geschaltet, die wir nicht selbst beeinflussen können. Hier wird noch viel Druck auf die Anbieter der Netzwerke nötig sein, um Bremsen einzubauen, und es bleibt zu hoffen, dass Alternativen entstehen.</p>
<h3>Kommerzielle Medizinportale &#8211; Beispiel Onmeda</h3>
<p>In Deutschland blendet die dreifach „zertifizierte“ Webseite Onmeda rund um Foreneinträge zum Thema Brustkrebs Pharmawerbung ein, und zwar gleich vierfach: Die Werbung verlinkt jeweils auf die Webseite des Pharmakonzerns, Unterrubrik Krebserkrankungen:</p>
<ul>
<li>obere Einblendung: Anzeige über die gesamte Seite, darunter</li>
<li>der kleinere Hinweis: „sponsored by Roche“. Da fragt es sich: Sponsert man sich hier die eigene Werbung? Und Brustkrebspatientinnen sind klug genug, kostenlos darum herum zu schreiben?</li>
<li>In der rechten Spalte befindet sich ein großes „Standbild“ mit dem Werbehinweis Roche Onkologie, ohne den Hinweis Anzeige (dieser befindet sich nur oben und unten).</li>
<li>Unten auf der Seite dann nochmals eine Anzeige für Roche. (s. <a href="http://www.bcaction.de/lernen/screenshot/" target="_blank">Abbildung Screenshot</a>, Abruf  11/2010)</li>
</ul>
<p>Roche ist einer der umsatzstärksten Hersteller von onkologischen Medikamenten für die Indikation Brustkrebs. Die Angabe „sponsored by“ ist hinterlegt mit dem Hinweis, dass dieses Forum exklusiv mit Werbung eines einzelnen Kunden belegt ist. Fährt man mit der Maus über den sponsored-by Roche-Link, so erscheint http://network.gofeminin.de/&#8230; Wird die Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente in sozialen Netzwerken erst legal, könnten Medikamente und Chemotherapie hier nahtlos folgen. Onmeda schrieb weiter: „Onmedas Forenexperten richten sich ausschließlich nach ihrer klinischen Erfahrung und dem derzeitigen Stand von Wissenschaft und Forschung“ [Abruf 11/2010]. Weiterlesen <a href="http://www.bcaction.de/bcbooks/schoene-neue-pharmawelt/" target="_blank">Schöne neue Pharmawelt</a>.</p>
<h3>Öffentliche Gesundheitspflege versus Marketinginteressen</h3>
<p>NEJM berichtet außerdem, dass die FDA auch zu der Position kommen könne, dass sich die „faire Balance“ zwischen Werbung und Risikokommunikation in sozialen Netzwerken nicht auf eine Weise herstellen lässt, die kompatibel mit Interessen der öffentlichen Gesundheitspflege ist. Das könnte in der Konsequenz ein Verbot der Werbung in „Social Media“ bedeuten. Wenn es aber anders käme, und das sagen MedienexpertInnen bereits voraus, nämlich dass durch die FDA neue Regelungen für die Werbung in „Social Media“ wie Foren, Blogs, Sozialen Netzwerken etc. geschaffen werden, dann stehe eine neue Explosion des Marketings bevor.</p>
<h3>Weitere einzelne Aspekte zum Pharmamarketing in Social Media</h3>
<ul>
<li>Jeremy Greene und Aaron Kesselheim, die Autoren des NEJM-Artikels, halten weiter fest, dass es einen <strong>Mangel an Forschung</strong> zu Zusammenhängen und Auswirkungen auf Gesundheit gäbe. Regelungen dürften jedenfalls nicht nur von denen getroffen werden, die ihre wirtschaftlichen Interessen in dieser Sache haben.</li>
<li><strong>ÄrztInnen </strong>müssten sich darüber im Klaren sein, auf welche medizinischen Botschaften ihre <strong>PatientInnen</strong> in „Social Media“ treffen. Sie müssten auch die Auswirkungen dieser Medien verstehen lernen, insbesondere im Zusammenhang mit <strong>Produktmarketing</strong>.</li>
<li>Und wieder: <strong>Interessenkonflikte</strong> müssten <strong>offen gelegt</strong> werden. Bei gesponserten PatientInnenorganisationen &#8211; Beispiel mamazone &#8211; klappt dies gerade im Zusammenhang mit Brustkrebs nicht. Öffentliche Kontrolle ist hier völlig Fehlanzeige. Die Organisation legt selbst nicht offen. Einige Daten finden sich für <a href="http://www.iqtg.de/cms/zuwendungzeig.asp?such=mamazone+" target="_blank">mamazone</a> (€ 58.934 Pharmaspenden 2010, Abruf 11/2011) und ihren <a href="http://www.iqtg.de/cms/zuwendungzeig.asp?such=kompetente" target="_blank">Förderverein</a> (€ 67.050 Pharmaspenden 2010, Abruf 11/2011) jedoch in der IQTG Transparenz Datenbank. Solchen Organisationen wie mamazone empfehlen wir auch <strong>auf Facebook: Bitte dann gut sichtbar neben den Postings und Forderungen für neue Produkte: Wir werden gesponsert von … !!!</strong></li>
<li>Und die Sozialen Netzwerke selbst müssten angeben, ob sie gesponsert werden oder Interessenkonflikte haben, ebenso wie <strong>Autoren in den sozialen Netzwerken</strong>, besonders wenn sie dort eine Rolle als <strong>führende AutorInnen</strong> von „Social Media“-Inhalten inne haben.</li>
<li>Außerdem dürften alle nur <strong>wahrheitsgemäße Informationen zu Produkten oder Medikamenten</strong> anbieten, Informationen also, die wahrheitsgemäß Risiken und zu erwartenden Nutzen berichten (nach Greene und Kesselheim).</li>
</ul>
<h3><span class="Apple-style-span" style="font-size: 15px;">FDA im Nachteil</span></h3>
<p>Die Autoren warnen außerdem vor Markenüberwachung und Klageverfahren durch Big Pharma, mit denen sie ihre Interessen aggressiv verträten. Die FDA jedoch könne mit ihren begrenzten Ressourcen Social Media vergleichsweise nicht hinreichend verfolgen. Und diese Ressourcenfrage werden wir auch bei unseren Behörden wiederfinden. Noch scheint es kaum vorstellbar, dass deren Power ausreicht, im notwendigen Umfang überhaupt Information für PatientInnen bereitzustellen.</p>
<p>Am Rande angemerkt: Die <a href="http://www.facebook.com/FDA" target="_blank">FDA ist natürlich bei Facebook</a>, und für das deutsche IQWiG gibt es eine Gruppe mit der schönen Ansage: <a href="http://www.facebook.com/?ref=logo#%21/group.php?gid=391817100598" target="_blank">IQWIG bleibt unabhängig</a>, der man beitreten kann.</p>
<h3>Zensur, Macht, Abhängigkeit und Netzneutralität bei Facebook</h3>
<p>Viele Frauen mit Brustkrebs weltweit nutzen Facebook freimütig. Viele zeigen die Folgen der Therapie in Bildern. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist die Britin Sharon Adams (s. auch <a href="http://www.bcaction.de/bcbooks/jahr-16-nach-matuschka/" target="_blank">Im Jahr 16 nach Matuschka</a>), die von Facebook wegen der Veröffentlichung ihrer Mastektomienarbe gesperrt wurde. Hier musste sich erst eine Gruppe gründen: <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=68385364216" target="_blank">GET SHARON ADAMS PICTURE BACK ON FACEBOOK FOR BREAST CANCER</a>. Unter dem damit aufgebauten öffentlichen Druck rückte Facebook seine Netzneutralität partiell wieder ein Stückchen gerade. Sharon Adams darf ihre Fotos wieder zeigen, so wie es unzählige Frauen weltweit auf Facebook heute auch tun. Wer sich für Beispiele zu Macht und Abhängigkeit interessiert, dem sei<strong><em> </em></strong><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/facebook-schmeisst-konkurrenten-raus/3257618.html" target="_blank">Zensur &#8211; Facebook schmeißt Konkurrenten raus</a> im Berliner Tagesspiegel v. 24.11.2010 und <a href="http://netzwertig.com/2010/11/23/lamebook-facebooks-versehentliche-zensur/" target="_blank">Lamebook: Facebooks versehentliche Zensur</a> v. 23.11.2010 bei netzwertig.com zur Lektüre empfohlen. Zensur, Macht, Manipulation und Abhängigkeit spielen aber auch in anderen Internetmedien oder bei den Suchmaschinen eine Rolle. Sie sind nicht auf Facebook beschränkt.</p>
<h3>Patientinnengruppen auf Facebook – Kleine Stichprobe</h3>
<p>Nimmt man die Facebook-Seiten von Patientinnengruppen aus Deutschland zu Brustkrebs näher unter die Lupe, wird man schnell feststellen, dass es auch hier noch viele offene Fragen gibt und dass Regelungen, um sich wenigstens vom Produktmarketing fernzuhalten, Sponsoring offen zu legen oder personenbezogene Daten zu schützen, zur Zeit überwiegend Fehlanzeige sind. Facebook-Seiten von Patientenorganisationen <strong>sind anders als die persönlichen Accounts öffentlich zugänglich und können von außen gelesen werden</strong>. Es sind auch viele Namen von Frauen mit Brustkrebs dort öffentlich zugänglich.</p>
<p><strong>Beispiel personenbezogene Daten<br />
</strong>&#8220;M.M. aus G.-Stadt (hier aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes gekürzt) wurde von einem Team von SternTV begleitet. In der viertelstündigen Reportage am 03.03.2010 wurden die Beweggründe für eine prophylaktische Brustdrüsenentfernung mit allen Höhen und Tiefen sehr anschaulich dargestellt. In dem anschließenden Chat ergab sich dann auch die Möglichkeit, … mit Günther Jauch noch ein Foto für die Website zu schießen.“</p>
<p>Wer schon den Mut hat, mit Brustkrebs ins Fernsehen zu gehen, muss mit dieser Öffentlichkeit eben klarkommen, werden einige vielleicht sagen. Doch ob „Stern“ oder eine Fernsehsendung, sie sind in der Regel nicht permanent online im Volltext recherchierbar. Patientinnen, die einige Jahre später einfach weiterleben und mit ihrer Diagnose nicht mehr überall präsent sein wollen, müssen dann feststellen, dass das digitale Gedächtnis der Welt (Internet) dauerhaft für Präsenz sorgt. Und Personensuchmaschinen wie Yasni stellen das alles fein säuberlich personenbezogen zusammen.</p>
<p><strong>Beispiel Studienmarketing im Facebook-Account einer Patientinnengruppe</strong><br />
„ … Dieser neue Wirkstoff bietet Hoffnung auf eine zielgerichtete Therapie. Die aktuellen Forschungsergebnisse zu den so genannten XXX-Inhibitoren sind vielversprechend. Eine weitere Studie ist jetzt endlich auch in Deutschland gestartet.“ Erinnert das nur an Pharmawerbung? Und die Risikokommunikation? Was, wenn die XXX-Inhibitoren (als beliebiges Beispiel) nicht Hoffnung erfüllen, sondern nutzlos sind oder Frauen sogar schaden? Will die Patientinneninitiative das?</p>
<p><strong>Beispiel Produktmarketing / Klinikmarketing im Facebook-Account</strong><br />
„&#8230;  Diese Analyse am frischen Tumorgewebe kann Patientinnen, die keinen Lymphknotenbefall im Achselbereich haben, einen Hinweis geben, ob sie eine vorbeugende Chemotherapie benötigen oder nicht. Die Kostenübernahme wurde durch die Unterzeichnung eines Versorgungsvertrages mit der X-Klinik möglich, die eines der erfahrensten Fachlabore zur Durchführung dieses Testverfahrens betreibt.“ Was aber, wenn die angepriesenen Tests nicht halten können, was sie versprechen? Wenn sie die Krankenkassen nur Geld kosten und Frauen weiter entmündigen? Wenn die Entscheidung über Chemotherapie mit einem Test und nicht anhand einer adäquaten, evidenzbasierten Risikokommunikation in Kenntnis des zu erwartenden Schadens und Nutzens getroffen wird?</p>
<p><strong>Fazit:</strong><br />
Für Patientinnengruppen und Selbsthilfe gibt es keine Not, bei Facebook ins Marketing für andere einzusteigen, sie tun es aber. Warnhinweise zum Datenschutz sind Fehlanzeige.</p>
<h3><strong>Empfehlungen und Nachdenken<br />
</strong></h3>
<ul>
<li>Nur solche Anbieter im Web 2.0 auswählen, bei denen zumindest die öffentlichen Daten<strong> jederzeit vollständig</strong> selbst gelöscht werden können. Es gibt immer Alternativen.</li>
<li>Den Mehrwert von Anwendungen kritischer hinterfragen: <strong>Wollen wir wirklich die Werbeumgebung für Pharmawerbung mit persönlichen Erfahrungen bestücken?</strong></li>
<li>Vorsicht mit Namen und Krankheitsdaten.</li>
<li>Einträge mit Krankheitsdetails zur eigenen Person &#8211; wenn sie denn überhaupt gemacht werden &#8211; immer mal wieder löschen!</li>
</ul>
<p>Freilich, der doppelte Boden der digitalen Daten bleibt: Bei den Anbietern „Sozialer Netzwerke“ werden die Daten durch das Löschen in der Regel nämlich nicht gelöscht. Die Anbieter lassen sich bei der Anmeldung sogar vielfach auch bestätigen, dass sie Daten nicht löschen müssen. Richtig ist: Persönliche Namen müssen immer gelöscht werden. Auch hier wird viel öffentlicher Druck nötig sein, um mehr Datenschutz durchzusetzen. Bei Facebook sind immerhin die öffentlichen personenbezogenen Daten grundsätzlich mit einem Click einfach zu löschen, auch wenn es mühsam ist.</p>
<p>Und im omnipräsenten Medizinmarketing können wir zumindest kommerzielle Anbietern generell kritisch betrachten und solche <strong>Non-Profit-Projekte, die wirtschaftliche Interessen in ihre Angebote geschickt verweben &#8211; gemeint ist die gesponserte Selbsthilfe &#8211; einfach besser meiden: auch bei Facebook.</strong></p>
<p>Wir werden die Reihe &#8220;Internettrends&#8221; gelegentlich fortsetzen.</p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p><strong>Datenschutz bei Facebook</strong></p>
<p>Aktueller Artikel: <a href="http://www.berliner-zeitung.de/berlin/datenschutz--facebook-muss-von-behoerden-webseiten-verschwinden-,10809148,11346916.html" target="_blank">Datenschutz &#8211; Facebook muss auf Behörden-Webseiten verschwinden</a> (Berliner Zeitung v. 23.12.2011)</p>
<p>Buchempfehlung: <a href="http://www.hintergrund.de/201107071639/hintergrund/medien/die-facebook-falle.html" target="_blank">Die Facebook-Falle</a>: Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft, von Sascha Adamek, ISBN <a href="http://kvk.ubka.uni-karlsruhe.de/hylib-bin/kvk/nph-kvk2.cgi?maske=kvk-last&amp;lang=de&amp;title=KIT-Bibliothek%3A+Karlsruher+Virtueller+Katalog+KVK+%3A+Ergebnisanzeige&amp;head=http%3A%2F%2Fwww.ubka.uni-karlsruhe.de%2Fkvk%2Fkvk%2Fkvk-kit-head-de-2010-11-08.html&amp;header=http%3A%2F%2Fwww.ubka.uni-karlsruhe.de%2Fkvk%2Fkvk%2Fkvk-kit-header-de-2010-11-08.html&amp;spacer=http%3A%2F%2Fwww.ubka.uni-karlsruhe.de%2Fkvk%2Fkvk%2Fkvk-kit-spacer-de-2010-11-08.html&amp;footer=http%3A%2F%2Fwww.ubka.uni-karlsruhe.de%2Fkvk%2Fkvk%2Fkvk-kit-footer-de-2010-11-08.html&amp;css=none&amp;input-charset=utf-8&amp;kvk-session=N3NCZOVF&amp;ALL=&amp;Timeout=120&amp;TI=&amp;PY=&amp;AU=&amp;SB=978-3453601802&amp;CI=&amp;SS=&amp;ST=&amp;PU=&amp;VERBUENDE=&amp;kataloge=SWB&amp;kataloge=BVB&amp;kataloge=NRW&amp;kataloge=HEBIS&amp;kataloge=HEBIS_RETRO&amp;kataloge=KOBV_SOLR&amp;kataloge=GBV&amp;kataloge=DDB&amp;kataloge=STABI_BERLIN&amp;BUCHHANDEL=&amp;kataloge=ABEBOOKS&amp;kataloge=AMAZON_DE&amp;kataloge=AMAZON_US&amp;kataloge=BOOKLOOKER&amp;kataloge=KNO&amp;kataloge=LIBRI&amp;kataloge=ZVAB" target="_blank">978-3453601802</a></p>
<p>Weiterführende Info aus den Frauengesundheitsnetzwerken bietet auch: <a href="http://www.bcaction.de/bcbooks/push-to-prescribe-rochon-ford/" target="_blank">The Push to Prescribe &#8211; Die Verschreibungs-Offensive</a>, hrsg. von Anne Rochon Ford. Das wichtige Buch liegt leider nur in englischer Sprache vor.</p>
<p>Quellenangabe / Originalartikel im Open Access (frei zugänglich, aber in englischer Sprache): <a href="http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1004986" target="_blank">Pharmaceutical Marketing and the New Social Media</a>, Jeremy A. Greene, Aaron S. Kesselheim, N Engl J Med 2010; 363:2087-2089</p>
<p>Twitter-Tweeds zum Thema dieses Berichts: Suche bei Twitter nach: #FDASM</p>
<p>Artikel in der TAZ v. 15.10.2010 <a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/eigene-abteilung-zum-schnueffeln/" target="_blank">Wie US-Behörden Facebook nutzen: Eigene Abteilung zum Schnüffeln </a></p>
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		<title>Von der Selbsthilfe zum Selbstschutz</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 18:04:06 +0000</pubDate>
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		<guid isPermaLink="false">http://www.bcaction.de/lernen/?p=608</guid>
		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFSelbsthilfe &#8211; im juristischen Sinne  - nach BGB, dem Bürgerlichen Gesetzbuch, ist ausnahmsweise zulässig, wenn &#8220;obrigkeitliche Hilfe&#8221; nicht rechtzeitig zu erlangen ist (Wikipedia Selbsthilfe (Recht)). Oft geht es bei Selbsthilfe um die Verteidigung von Besitz. Unser Leben ist unser kostbarster Besitz. Selbsthilfegruppen  sind &#8220;Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/selbsthilfe/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><div id="attachment_617" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2011/06/helft-uns-endlich2.jpg"><img class="size-full wp-image-617" title="Neulich im Brustzentrum ... " src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2011/06/helft-uns-endlich2.jpg" alt="Neulich im Brustzentrum ...  ein Selbsthilfe-Comic" width="480" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Neulich im Brustzentrum ... ein Selbsthilfe-Comic</p></div>
<p>Selbsthilfe &#8211; im juristischen Sinne  - nach BGB, dem Bürgerlichen Gesetzbuch, ist ausnahmsweise zulässig, wenn &#8220;obrigkeitliche Hilfe&#8221; nicht rechtzeitig zu erlangen ist (Wikipedia <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Selbsthilfe_(Recht)" target="_blank">Selbsthilfe (Recht)</a>). Oft geht es bei Selbsthilfe um die Verteidigung von Besitz. Unser Leben ist unser kostbarster Besitz.</p>
<p>Selbsthilfegruppen  sind &#8220;Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und gemeinsam etwas dagegen bzw. dafür unternehmen möchten. Typische Probleme sind etwa der Umgang mit chronischen oder seltenen Krankheiten, mit Lebenskrisen oder belastenden sozialen Situationen&#8221; (s. Wikipedia  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Selbsthilfegruppe" target="_blank">Selbsthilfegruppe</a>).</p>
<h3>Was kann Selbsthilfe leisten?</h3>
<p>Auch an &#8220;Zertifizierungen&#8221; und &#8220;Qualitätskriterien&#8221; für Selbsthilfe ist in den vergangenen Jahren ernsthaft gearbeitet worden, um im Meer der Vielfalt Steuerungsmechanismen für die Mächtigen zu finden. Noch in den Anfängen der Selbsthilfebewegung schien Selbsthilfe ein Synonym für   &#8220;Unabhängigkeit&#8221; zu sein.  Heute geht es verstärkt um Verteilungskämpfe. Selbsthilfe, und dabei besonders einzelne Gruppierungen, die sich mit Brustkrebs befassen, haben in jüngerer Zeit auch ein anderes Image geprägt, weil sie sich beispielsweise von &#8220;Big Pharma&#8221; (globalen Pharmakonzernen) sponsern lassen.[1] Das ist ein Problem, weil in der Selbsthilfe zu Brustkrebs auch die Auseinandersetzung mit Medikamenten, ihren Wirkungen und Nebenwirkungen, eine kaum zu unterschätzende Rolle spielt.  Einzelne extrem überteuerte Medikamente zur Behandlung von Krebs haben überdies lebensgefährliche Nebenwirkungen, keine lebensverlängernden Wirkungen und unter mitunter falschen Versprechungen wie „Heilung“, &#8220;Lebensqualität&#8221; und fragwürdiger &#8220;Lebensverlängerung&#8221; wird ihre Finanzierung dem „Solidarsystem“ überlassen, auf dass es untergehe. Und Selbsthilfe schweigt (mehrheitlich), sogar gesetzliche Krankenkassen schweigen. Gesetzliche Krankenkassen, die zur Selbsthilfeförderung gesetzlich verpflichtet sind, sorgen sogar dafür, dass einzelne massiv gesponserte Gruppierungen noch mehr Geld aus den von der Solidargemeinschaft aufgebrachten Mitteln erhalten.[2]</p>
<p>Selbsthilfe in Zeiten des politisch forcierten Sozialabbaus, im neoliberalen Sinne ausgelegt, beinhaltet verschiedene Risiken, beispielsweise &#8220;das Risiko, dass Menschen sich selbst überlassen werden.&#8221;[3] Gern benutzt wird heute auch gern der Begriff des „Empowerment“. „Hilfe zur Selbsthilfe“ als Ressource die scheinbar nichts kostet, wird „bruchlos in neoliberale Denkgebäude eingemeindet“.[4] So ist Brustkrebs-Selbsthilfe heute mitunter Werbeträger für medizinische Einrichtungen, Beigabe für „Infotainment“ zum Thema Brustkrebs, Mitgestalterin von industriell finanzierten Marketingevents.[5] Die Instrumentalisierung der „Brustkrebsselbsthilfe“ in Deutschland &#8211; oder Europa oder den USA &#8211; als Plattform für Pharmawerbung, Werbung für gesetzliche Krankenkassen, Produktwerbung aller Art und nicht zuletzt zur politischen Durchsetzung medizinisch-industrieller Interessen wird Forschungsgegenstand noch für viele Jahre bleiben.</p>
<p><strong>Vermeidung ist die Heilung (&#8220;Prevention is the Cure&#8221;)</strong></p>
<div id="attachment_621" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2011/06/pestizide-chemo21.jpg"><img class="size-full wp-image-621" title="Von einer Chemikalie zur anderen - Krebs, das individuelle Schicksal? " src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2011/06/pestizide-chemo21.jpg" alt="Von einer Chemikalie zur anderen - Krebs, das individuelle Schicksal? " width="480" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Von einer Chemikalie zur anderen - Krebs, das individuelle Schicksal?</p></div>
<p>Unzählige Projekte, die bereits über die letzten Dekaden hinweg aufgebaut wurden, verweisen zumindest im angloamerikanischen Sprachraum auf den notwendigen Richtungswechsel, nämlich dass die Vermeidung von Krankheiten Priorität haben muss.  Nur hierzulande hat sich an der Haltung, dass die Therapie der Weg ist, bisher zumindest was Fachgesellschaften und Charities betrifft, nichts Grundsätzliches geändert.</p>
<p>Von Brustkrebs betroffene Frauen haben relevante Anliegen. Sie gehören nicht unter den Teppich gekehrt. Sie gehen alle an. Tatsächlich vorhandene, das Leben von Frauen in vielfältiger Weise bedrohende Missstände müssen beseitigt werden. Immerhin 123 Frauen haben sich im Jahr 2010 an ärztliche Schlichtungsstellen wegen Fehlbehandlungen gewandt.[6] Wer redet über sie? Frauen mit Brustkrebs wurden minderwertige Silikonimplantate eingesetzt.[7] Wen interessiert das daraus resultierende Leiden heute überhaupt noch? Frauen sterben in der Folge von Brustkrebstherapien, noch bevor der Krebs tödlich verläuft. Wer zählt sie? Was ist mit der Generation Kinder, der Ungeborenen, der Töchter und Enkelinnen? Frauen heute finden in der Regel Lebensbedingungen, die Krankheit und schwere Krankheit vorprogrammieren. Bereits in der Schwangerschaft wird Krankheit durch hormonelle Belastung angelegt. Eine mit Schadstoffen belastete Umwelt, gesundheitsgefährdende Chemikalien in Nahrungsmitteln, Gefährdungen am Arbeitsplatz, Wohngifte usw. usw. usw. Es reicht uns nicht, gescreent zu werden. Es reicht uns nicht, therapiert zu werden. Wir wollen, dass die Ursachen für Brustkrebs gefunden werden. Wir wollen, dass Brustkrebs auslösende Ursachen abgestellt werden. Wir wollen gesunde Lebenswelten.</p>
<div id="attachment_624" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2011/06/tischdeko-kl1.jpg"><img class="size-full wp-image-624 " title="Der etwas andere Informationsstand - Treffpunkt Krebs " src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2011/06/tischdeko-kl1.jpg" alt="Der etwas andere Informationsstand - Treffpunkt Krebs " width="480" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Der etwas andere Informationsstand - Treffpunkt Krebs</p></div>
<h3>Material für Patientinnen-Informationsveranstaltungen:</h3>
<p><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2011/06/PlakatFotoroman3.pdf" target="_blank">Neulich im Brustzentrum &#8211; Ein Fotoroman</a> (pdf)</p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/pdf/ukul/umwelt_brustkrebs.pdf" target="_blank">Die verkannte Gefahr: Brustkrebs und Umweltbelastung</a> (pdf, Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. und Women in Europe for a Common Future e.V.)</p>
<p>[Weitere Materialien folgen ...]</p>
<h3>Unabhängiges Selbsthilfeprojekt für jüngere Frauen</h3>
<p><a href="http://www.treffpunktkrebs.de/" target="_blank">Treffpunkt Krebs</a><br />
&#8220;Treffpunkt Krebs&#8221; &#8211; eine Selbsthilfe- und Gesprächsgruppe für jüngere Frauen mit oder nach Krebs in der Region Tübingen und Reutlingen - geht einen anderen Weg. Die Arbeit in der Gruppe und die Begleitung bei Krebs, Hilfestellung und Unterstützung schließt einen kritischen Blick bei gesundheits&#8221;politischen&#8221; Fragen, z.B. bei Informationsveranstaltungen und Fortbildungen,  nicht aus, im positiven Sinne für Frauen und Patientin.</p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p><a href="http://www.bcaction.de/ukul/krebs-und-die-ursachen/" target="_blank">Krebs und die Ursachen: Ein Film bricht alle Regeln</a> von Tim King in der Rubrik unser körper &#8211; unser leben</p>
<hr size="1" />
<p style="text-align: left;">[1] ungezählige Veröffentlichungen, einige dazu s. <a href="http://www.delicious.com/conflicts/selbsthilfe" target="_blank">http://www.delicious.com/conflicts/selbsthilfe</a></p>
<p>[2] s. auch infoblog! v. 20.03.2011 <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/fischer-spd-barmer-pharma/" target="_blank">Alles ganz legal: Birgit Fisher wird Pharmalobbyistin</a>. Das von der Pharmaindustrie gesponserte Projekt „Mum hat Brustkrebs“ der Initiative mamazone, in dem Kinder – unserer Meinung nach unangemessen &#8211; mit Behandlungsdetails zur Therapie von Brustkrebs konfrontiert werden, wurde beispielsweise von der Barmer Ersatzkasse finanziell „gefördert“. Ob diese Mittel zurückgezahlt werden mussten, ist nicht bekannt. S. Augsburger Allgemeine, Barmer unterstützt Projekt mamazone v. 25.05.2010</p>
<p>[3] Armbruster, Hürgen, Leiter der Dienste für seelische Gesundheit bei der eva in „Experten in eigener Sache“ in <a href="http://www.eva-stuttgart.de/treffsozialarbeitnovember.html" target="_blank">TSA 11/06</a>,</p>
<p>[4] Herriger, Norbert: Empowerment in der sozialen Arbeit, Stuttgart, Kohlhammer 2006, ISBN 3-17-019075-X, S. 85, weiter: Das Empowerment-Konzept wird ordnungspolitisch vereinnahmt, es wird zum modisch klingenden Kürzel für eine soziale Praxis, die unter der Leitformel „Fördern und Fordern“ ihre Bemühungen allein und ausschließlich in die (Wieder-)Herstellung von marktfähigem Arbeitsvermögen investiert und auf diese Weise arbeitsstrukturelle Zwänge ungefiltert in die lebensweltliche Rationalität „durchschaltet“. Mit dieser Indienstnahme für eine Politik autoritärer Fürsoglichkeit aber verliert das Empowerment-Konzept seine emanzipatorische Kraft, es wird zum bloßen Kontrollwächter an den Grenzlinien zwischen sozialer Integration und Desintegration. In der Antwort auf diese Zumutungen einer neoliberal verkürzten Sozialpolitik bleibt daher festzuhalten: Eine empowerment-orientierte Soziale Arbeit, will sie nicht zum Erfüllungsgehilfen der neuen sozialstaatlichen Zwangsprogrammatik werden, muss auf dem Eigensinn der Lebensentwürfe ihrer Adressaten beharren.</p>
<p>[5] s. auch infoblog! v. 03.05.209 <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/achtung-%E2%80%93-patientinneninformationsveranstaltung-medizinmarketing-vom-feinsten/" target="_blank">Achtung, Patientinnen-Informationsveranstaltung! Medizinmarketing vom Feinsten</a>, Bericht von Beate Schmidt</p>
<p>[6] <a href="http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Erhebung_StaeKo_mit_Zahlen_2010_komplett_ohne_Grafiken2.pdf" target="_blank">Statistische Erhebung der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen für das Statistikjahr 2010</a>. Bundesärztekammer 2011</p>
<p>[7] s. infoblog! v.  07.04.2010 <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/rueckruf-brustimplantate/" target="_blank">Rückruf von Brustimplantaten der Firma Poly Implant Prothèse (P.I.P.)</a>: Erhöhte Anzahl von Rissen (Rupturen) und lokalen Entzündungsreaktionen festgestellt,</p>
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		<title>Screenshot</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 22:58:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[informationskompetenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDF Screenshot Internetforum für Frauen zum Thema Brustkrebs &#8211; Dieser Screenshot ist ein Beispiel. 11/2011: Onmeda zeigt hier aktuell Werbung für andere Produkte. Zurück zum Artikel Internettrends I: Social Networks und Facebook für Brustkrebs]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/screenshot/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p style="text-align: center;"><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2010/11/screenshot_o.jpg"><img class="size-full wp-image-564 aligncenter" title="screenshot onmeda" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2010/11/screenshot_o.jpg" alt="Screenshot Internetforum für Frauen zum Thema Brustkrebs" width="374" height="599" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Screenshot Internetforum für Frauen zum Thema Brustkrebs &#8211; Dieser Screenshot ist ein Beispiel. 11/2011: Onmeda zeigt hier aktuell Werbung für andere Produkte. Zurück zum Artikel <a href="http://www.bcaction.de/lernen/informationskompetenz-brustkrebs/">Internettrends I: Social Networks und Facebook für Brustkrebs</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Brustkrebs: Hormone, Schwangerschaft, Stillen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 20:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[basiswissen]]></category>
		<category><![CDATA[risikofaktoren]]></category>
		<category><![CDATA[schwangerschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFInternetversion des Artikels: Die fruchtbare Zeit: Gefahrenzone für Brustkrebs? Erschienen in: Deutsche Hebammenzeitschrift 6/2010 Text: Gudrun Kemper Epidemiologisches zum Einstieg &#8211; Globale Unterschiede Kinderlosigkeit und Brustkrebs: Wissen aus früheren Zeiten Epidemiologie – Trend Ursachen und Lebensstil Ernährung Menarche Umwelt Alkoholkonsum Hormontabletten Antibabypille Schwangerschaftsabbruch Teenager und Mutterschaft „Späte“ Mutterschaft Kinderzahl und Brustkrebs Schwangerschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-und-reproduktion/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p><em>Internetversion des Artikels: Die fruchtbare Zeit: Gefahrenzone für Brustkrebs? Erschienen in: Deutsche Hebammenzeitschrift 6/2010</em></p>
<p><em>Text: Gudrun Kemper</em></p>
<ul>
<li><a href="#epidemiology">Epidemiologisches zum Einstieg &#8211; Globale   Unterschiede</a></li>
<li><a href="#frueher">Kinderlosigkeit und Brustkrebs: Wissen   aus früheren Zeiten</a></li>
<p><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2010/08/schwanger6.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-591" title="schwanger" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2010/08/schwanger6.jpg" alt="" width="248" height="618" /></a></p>
<li><a href="#trend">Epidemiologie – Trend</a></li>
<li><a href="#ursachen">Ursachen und Lebensstil</a></li>
<li><a href="#ernaehrung">Ernährung</a></li>
<li><a href="#menarche">Menarche</a></li>
<li><a href="#umwelt">Umwelt</a></li>
<li><a href="#alkohol">Alkoholkonsum</a></li>
<li><a href="#hormontabletten">Hormontabletten</a></li>
<li><a href="#pille">Antibabypille</a></li>
<li><a href="#schwangerschaftsabbruch">Schwangerschaftsabbruch</a></li>
<li><a href="#teenager">Teenager und Mutterschaft</a></li>
<li><a href="#spaet">„Späte“ Mutterschaft</a></li>
<li><a href="#kinderzahl">Kinderzahl und Brustkrebs</a></li>
<li><a href="#schwangerschaft">Schwangerschaft und Brustkrebs</a></li>
<li><a href="#brustkrebsgene">Schwangerschaft und Brustkrebsgene</a></li>
<li><a href="#stillen">Schwangerschaft und Stillen</a></li>
<li><a href="#schutzfaktor">Schützt Stillen vor Brustkrebs?</a></li>
<li><a href="#stillen_gene">Stillen und Brustkrebsgene</a></li>
<li><a href="#stillzeit">Stillzeit und Brustkrebs</a></li>
<li><a href="#brustkrebsursache">Stillen als Brustkrebsursache?</a></li>
<li><a href="#frueherkennung">Früherkennung in der Schwangerschaft</a></li>
<li><a href="#zukunft">Zukunftsvision</a></li>
<li><a href="#perspektiven">Perspektiven</a></li>
<li><a href="#literatur">Literatur</a></li>
</ul>
<p><em><span style="color: #6697c4;">ÄrztInnen kennen epidemiologische Daten und Zusammenhänge und die weltweiten Unterschiede bei der Entstehung und dem Vorkommen von Brustkrebs &#8211; wenn sie sich auf Brustheilkunde (Senologie) spezialisiert haben. Doch Frauen erschließen sich die Zusammenhänge nicht so leicht. Die Berichterstattung zu Brustkrebs konzentriert sich auf Einzelschicksale, Maßnahmen zur Früherkennung von Brustkrebs und neue Medikamente. Aus dem Blickfeld fallen Lebensbedingungen von Frauen, die mehr mit der Entstehung der Krankheit zu tun haben, als die meisten von uns wissen.<br />
</span></em></p>
<p><em> </em>Seit den 1970er Jahren hat sich die Häufigkeit von Brustkrebs relativ etwa verdoppelt. So erreichen uns Meldungen über steigende Erkrankungszahlen und täglich neue Bruchteile einer mehr oder weniger richtigen Information. Bereits in medizinischen Papyri um 1550 vor Christus wird Brustkrebs beschrieben. Über die Häufigkeit in früheren Zeiten gibt es keine wirklich sicheren Zahlen. Vor 100 Jahren war die Krankheit jedoch seltener als heute. Seit dem Jahr 1900 ist die Müttersterblichkeit massiv gesunken. Brustkrebsraten und Brustkrebssterblichkeit sind jedoch angestiegen.</p>
<p><strong><a name="epidemiology"></a>Epidemiologie &#8211; Globale Unterschiede</strong><br />
Über Mechanismen und Ursachen der Entstehung und Vermeidung von Brustkrebs wissen wir noch immer zu wenig. Das gilt allgemein genauso wie speziell &#8211; im Zusammenhang von Schwangerschaftsverhütung, Schwangerschaft und Stillen. „Schwangerschaft ist keine Krankheit“, so heißt es. Und doch werden manche  Krankheiten, wie Brustkrebs bei einer Schwangeren, heute in Medien verstärkt  diskutiert. Zwar wird ein Anstieg der Erkrankungsraten von Brustkrebs auch während der Schwangerschaft ständig prognostiziert, doch die epidemiologisch abgesicherten Zahlen dazu fehlen. Der große wissenschaftliche Durchbruch zur Vermeidung oder Heilung von Brustkrebs fehlt weiterhin, und einige WissenschaftlerInnen geben das inzwischen sogar offen zu (Norton 2007). Über die Jahrzehnte sind einzelne Zusammenhänge entdeckt worden. Doch das Wissen ist Frauen nicht zugänglich.</p>
<p>Welche hormonellen Einflüsse kommen durch Schwangerschaft und Stillzeit zum Tragen und was hat das mit Brustkrebs zu tun? In den stark industrialisierten Ländern haben nur wenige Frauen ein niedriges Brustkrebsrisiko. Das sagt die britische <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Val_Beral">&gt;&gt;&gt; Professorin für Epidemiologie Dr. Valerie Beral</a> von der Universität von Oxford in Großbritannien. Sie vergleicht die Situation von Frauen, die in westlichen, industrialisierten Regionen leben mit der von Frauen in den ländlichen Regionen Afrikas und Asiens, wo nur eine von 100 Frauen erkranke. Einschränkend muss hier allerdings ergänzt werden, dass Frauen in diesen ländlichen Regionen oft keinen hinreichenden Zugang zu medizinischen Leistungen haben. Die Registrierung der Krankheit lässt in diesen Regionen außerdem zu wünschen übrig und sie ist selbst bei uns verbesserungsfähig. Die Zahlen sind deswegen mit Vorsicht zu betrachten. Wie groß ist das Risiko in westlichen Ländern wirklich?<br />
<strong><br />
Und was können Frauen heute wirklich tun?</strong></p>
<p>Beral hat auf dem jährlichen, weltweit bedeutendsten Brustkrebskongress, dem <a href="../../../../../../wordpress/praevention-aromatasehemmer-2009/#valberal">&gt;&gt;&gt; San Antonio Breast Cancer Symposium</a>, im Dezember 2009 einen epidemiologischen Überblick über die Ursachen und die Vermeidung von Brustkrebs gegeben. Sie ging dabei weltweiten Unterschieden nach. So sei lange bekannt, dass die Krankheit in Ländern mit geringem Einkommen selten und in Ländern mit hohem Einkommen häufiger auftritt.</p>
<p><a name="frueher"></a><strong> Kinderlosigkeit und Brustkrebs in früheren Zeiten<br />
</strong>Dass reproduktive Faktoren eine Rolle spielen, wurde bereits aus Forschungsarbeiten Mitte des 18. und 19. Jahrhunderts abgeleitet (Ramazzini 1743, Rignoni-Stern 1842). Die Brustkrebssterblichkeit bei kinderlos gebliebenen Nonnen lag in der Untersuchung von Rignoni-Stern aus dem Jahre 1842 fast siebenfach höher als bei anderen Frauen. Nach seiner Untersuchung starben 36 von 1.350 Nonnen (2,7 Prozent) an Brustkrebs, während in der Vergleichsgruppe von 72.837 Frauen nur 289 (0,4 Prozent) an Brustkrebs verstarben. Die erste Fallkontrollstudie zu Brustkrebs kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass unverheiratete Frauen häufiger erkrankten. Länger als zwei Jahrhunderte nahm man deswegen an, dass eine der Hauptursachen von Brustkrebs sei, dass Frauen ihre Brüste nicht für ihre „natürlichen Zwecke“ nutzten. Auch die britische Ärztin und Pionierin der modernen Epidemiologie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Janet_Lane-Claypon">&gt;&gt;&gt; Janet Elizabeth Lane-Claypon</a> (1877–1967) konnte nachweisen, dass Frauen mit mehr als fünf Kindern seltener an Brustkrebs erkrankten als Frauen, die durchschnittlich „nur“ 3,5 Kinder hatten. Auch der positive Effekt des Stillens wurde in diesen Forschungsarbeiten gezeigt (Lane-Claypon 1926). Neuere Studien und Metaanalysen haben immer wieder ähnliche Ergebnisse zeigen können. Mit der Anzahl der Geburten ging das statistische Brustkrebsrisiko für die Frauen zurück.</p>
<p><strong><a name="trend"></a>Epidemiologie im Rückblick</strong><br />
In den letzten 100 Jahren sind Brustkrebs-Erkrankungen weltweit stark angestiegen. Im Jahr 1910 wies die amerikanische Krebsstatistik 3.610 Todesfälle durch Brustkrebs nach (Bogen 1935). Die Anzahl der Einwohner ist seitdem um den Faktor 3,9 von knapp 80 auf gut 308 Millionen angestiegen und die Brustkrebssterblichkeit hat sich verzehnfacht. In den USA wird mit rund 40.000 Todesfällen jährlich gerechnet.</p>
<p>Zum Vergleich die Zahlen aus Deutschland: Die Brustkrebssterblichkeit bei Frauen lag in den Jahren 2000 bis 2007 zwischen 17.814 und 16.780 und entspricht damit etwa 3,7 Prozent aller Todesfälle (Destatis 2009, GEKID Atlas 2010, s. auch <a href="../../../../../../wordpress/brustkrebs_2000-2007_zahlen/">&gt;&gt;&gt; Aktuelle Zahlen zu Brustkrebs und Krebs (Deutschland 2000 – 2007)</a> und <a href="../../../../../brustkrebs-in-deutschland-europa-und-weltweit/">&gt;&gt;&gt; Brustkrebs in Deutschland, Europa und weltweit</a>. Nach Zahlen der WHO haben sich die Erkrankungszahlen von 1980 bis zum Jahr 2000 weltweit von 572.100 auf 1.050.348 fast verdoppelt.</p>
<p><strong><a name="ursachen"></a>Ursachen und Lebensstil </strong><br />
Die Internationale Krebsforschungsbehörde IARC geht mit ihren zuletzt erhobenen Zahlen aus dem Jahr 2002 von jährlich 1,15 Millionen Brustkrebsneuerkrankungen weltweit aus. Beral prognostizierte ein weiteres Ansteigen auf weltweit über zwei Millionen Fälle für das Jahr 2040. Wenn sich Bevölkerungsexplosion und Zunahme der Brustkrebsinzidenz auf dem aktuellen Niveau halten, erreichen wir diese unglaubliche Zahl wahrscheinlich bereits deutlich eher. Und die Ursachen?</p>
<p><strong><a name="ernaehrung"></a>Ernährung</strong><br />
Nachweislich steigern Überernährung und Übergewicht das Brustkrebsrisiko. Der Einfluss von Ernährungsgewohnheiten beginnt mit der künstlichen Säuglingsnahrung und dem Rückgang des Stillens. Nicht gestillte Säuglinge nehmen schon in den ersten acht Lebenstagen sehr viel schneller an Gewicht zu (Lane-Claypon 1912) als gestillte Säuglinge. Lebensstil und Ernährung von Mädchen haben sich seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich verändert. In der Folge sind Mädchen heute größer und schwerer (Tanner 1970). Aber auch hormonelle Faktoren, wie beispielsweise <a href="../../../../../../ukul/gestoerte-weiblichkeit/">&gt;&gt;&gt; Umweltöstrogene (endokrine Disruptoren)</a> werden für Übergewicht heute mit verantwortlich gemacht.</p>
<p><strong><a name="menarche"></a>Menarche</strong><br />
Das Alter von amerikanischen Mädchen bei Menarche liegt heute bei durchschnittlich 12,6 Jahren (Steingraber 2007, Nelson 2007). Mädchen, bei denen die Menarche vor dem Alter von zwölf Jahren eintritt, haben ein um 50 Prozent höheres Brustkrebsrisiko als Mädchen, bei denen es erst mit 16 so weit ist. Bei 14 Prozent der Mädchen zeigen sich bereits Zeichen der Brustentwicklung zwischen dem achten und neunten Geburtstag, und bei 50 Prozent der Mädchen ist diese Entwicklung beim zehnten Geburtstag sichtbar (Steingraber 2007). Die frühe Menarche ist im Zusammenhang mit Brustkrebs als Risikofaktor anerkannt. Sie wird durch Körpergröße und Gewicht gesteuert (De Waard 1977, Hitchcock 1985).</p>
<p><strong><a name="umwelt"></a>Umwelt</strong><br />
In einem komplexen Zusammenspiel von Ernährung, psychosozialen Faktoren und verschiedenen Umwelteinflüssen – beispielsweise durch <a href="../../../../../../ukul/gestoerte-weiblichkeit/">&gt;&gt;&gt; Umweltöstrogene (endokrine Disruptoren)</a> – werden Mädchen heute vorzeitig „erwachsen“. Weitere Faktoren im Lebensstil von Frauen und Mädchen kommen hinzu.</p>
<p><strong><a name="alkohol"></a>Alkoholkonsum</strong><br />
Auch Alkoholkonsum lässt das Risiko ansteigen. So prognostizierte Valerie Beral den Amerikanerinnen eine jährliche Senkung der Brustkrebshäufigkeit um über 22 Prozent, relativ 40.000 Erkrankungsfälle weniger, wenn Frauen kein Übergewicht hätten und auf Alkohol sowie Hormonersatztherapien (HET) verzichteten (CGHFBC 2002), ohne aber die einzelnen Faktoren genauer aufzuschlüsseln. Auch Bewegungsmangel und die höhere Lebenserwartung spielten eine Rolle.</p>
<p><strong><a name="hormontabletten"></a>Hormontabletten<br />
</strong>Antibabypille (Kontrazeptiva) oder Hormontabletten gegen „Wechseljahresbeschweren“ (HET) erhöhen das Erkrankungsrisiko ebenfalls. Das hat auch Beral 2009 erneut anhand von Daten aufgezeigt. Die Brustkrebs verursachenden Wirkungen von allen Hormontabletten seien ihrer Meinung nach jedoch vorübergehender Natur. (Wer allerdings erkrankt, erkrankt nicht &#8220;vorübergehend&#8221;.) Mit dem Bekanntwerden des durch die Hormonersatztherapie (HET) erhöhten Risikos für Brustkrebs setzten besonders in den USA viele Frauen ihre Medikamente einfach ab. Dies führte dort zu einem schlagartigen Abfall der Brustkrebsrate (Ravdin 2007), was sich in den staatlichen Krebsregistern bei Erkrankungsraten und Todesfällen widerspiegelte. Die wohl bekannteste Brustkrebsexpertin weltweit, die Chirurgin <a href="../../../../../../wordpress/tag/susan-love/">&gt;&gt;&gt; Dr. Susan Love</a>, die heute eine nach ihr benannte Stiftung zur Erforschung von Brustkrebs (<a href="http://www.dslrf.org/">&gt;&gt;&gt; Dr. Susan Love Research Foundation</a>) in Santa Monica leitet, bezeichnete dies in der <em>New York Times </em>als den bisher größten Erfolg in der Bekämpfung von Brustkrebs (NYT 2009). Nicht eine Therapie mehr, sondern eine Therapie weniger hat diesen Erfolg bewirkt.</p>
<p><strong><a name="pille"></a>Antibabypille</strong><br />
Auch die Antibabypille führt zu einem – lt. Beral allerdings „nur“ moderaten – Anstieg von Brustkrebs. Das Erkrankungsrisiko fällt in den zwölf Jahren nach der Einnahme vollständig wieder zurück auf die Risikostufe von Frauen, die nie die Pille genommen haben (CGHFBC 1996). Für die HET lasse sich ebenfalls keine anhaltende Gefahr nachweisen. Das Risiko sei nur während der Einnahme und kurz danach erhöht, so Beral. Dennoch gibt es keinen Anlass, die Nebenwirkungen dieser Medikamente zu verharmlosen.</p>
<p><a name="schwangerschaftsabbruch"></a><strong>Schwangerschaftsabbruch</strong><br />
Ein Schwangerschaftsabbruch (oder auch eine erlittene Fehlgeburt) erhöhen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nicht. Dies ist mit Daten einer umfassenden Reanalyse aus 53 epidemiologischen Studien, in die über 83.000 Frauen mit Brustkrebs eingeschlossen wurden, belegt. Bevor diese umfassende Untersuchung  2004 veröffentlicht wurde, ist der Schwangerschaftsabbruch immer wieder als Risikofaktor für Brustkrebs diskutiert worden. Kleinere Studien, die Hinweise für diese Diskussion geliefert hatten, waren jedoch bei genauer Betrachtung nicht belastbar. Valerie Beral, die bei der Überprüfung der Studien mitgearbeitet hat, kommentierte damals das Ergebnis dahingehend, dass die Gesamtheit der weltweit verfügbaren epidemiologischen Daten darauf hinweise, dass sich keine Nebeneffekte für das spätere Brustkrebsrisiko ergäben (CGHFBC 2004).</p>
<p><strong><a name="teenager"></a>Teenager und Mutterschaft</strong><br />
Legt man Valerie Berals Theorie zugrunde, so ist das Alter der Erstgebärenden nach wie vor der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor, um das Brustkrebsrisiko von Frauen in Industrieländern spürbar zu senken. Die inzwischen rund 40 Jahre alten Untersuchungen, die Beral in San Antonio 2009 zitierte, belegen dies mit immer wieder neu bestätigten Daten. Wenn das durchschnittliche Alter der Mütter beim ersten Kind von hypothetischen 25 Jahren auf 19 Jahre gesenkt würde, so Beral, würde die kumulative Brustkrebshäufigkeit zurückgehen. Der lebenslang anhaltende Schutz für Frauen, die als späte Teenager Mutter werden, senke in den „reichen Ländern“ das Brustkrebsrisiko von 6,3 auf 5,2 Prozent. Zum Vergleich: In ländlichen Regionen Afrikas und Asiens liegt die Brustkrebshäufigkeit bei Frauen, die mit spätestens 19 Jahren Mutter werden, bei nur einem Prozent.</p>
<p>Das durchschnittliche Alter von Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, liegt in Deutschland momentan bei knapp 30 Jahren. In sieben Regionen in Nord- und Südamerika, Europa, Osteuropa und Asien wurden bei unterschiedlichen ethnischen Gruppen standardisierte Studien durchgeführt. Im Ergebnis trugen überall diejenigen Frauen, die vor dem 18. Lebensjahr ihr erstes Kind bekamen, nur ein Drittel des Brustkrebsrisikos im Vergleich zu Frauen, die erst mit 35 oder später erstmals Mutter wurden. Der schützende Effekt hielt bis zum 75. Lebensjahr und darüber hinaus an.</p>
<p>Frauen, die ihr erstes Kind mit unter 20 Jahren bekamen, hatten im Vergleich zu Kinderlosen ein um 50 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko. Im Vergleich zu Müttern über 35 reduzierte sich ihr Brustkrebsrisiko um 40 Prozent. Bei Erstgebärenden ab 30 Jahren stieg das Risiko mit jedem weiteren Jahr linear an (MacMahon 1970).</p>
<p><strong><a name="spaete"></a>„Späte“ Mutterschaft und Kinderzahl</strong><br />
Veränderungen des Reproduktionsverhaltens wie späte Mutterschaft und sinkende Kinderzahlen sind heute in industrialisierten Ländern zur Normalität geworden. Die Einführung der künstlichen Säuglingsnahrung von Nestlé gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat nicht nur die Stillgewohnheiten weltweit nachhaltig beeinflusst.</p>
<p>Bei erster Schwangerschaft im Alter von über 35 Jahren wird von einem überdurchschnittlich erhöhten Brustkrebsrisiko ausgegangen. In der vergleichenden internationalen Studie zeigte sich auch, dass Frauen, die mit über 35 erstmals Mutter wurden, offensichtlich mit weiteren Geburten ihr Brustkrebsrisiko zusätzlich erhöhten. Ihr Risiko lag 20 Prozent über dem der Frauen ohne Kinder (MacMahon 1970).</p>
<p><a name="kinderzahl"></a><strong>Kinderzahl und Brustkrebs</strong><br />
Die erwähnte Studie über sieben Regionen zeigte in unterschiedlicher Ausprägung auch, dass Frauen mit fünf und mehr Geburten – im Vergleich zu kinderlosen Frauen – ein um 40 bis 60 Prozent geringeres Krebsrisiko tragen. Die Anzahl der Geburten hatte hier im Vergleich zur Teenagerschwangerschaft allerdings nur einen eher untergeordneten Einfluss.</p>
<p><strong><a name="schwangerschaft"></a>Schwangerschaft und Brustkrebs </strong><br />
Die meisten Schwangeren und Stillenden denken nicht an Krebs (Petrek 1994). <strong>Brustkrebs in der Schwangerschaft ist tatsächlich eher selten</strong>, wird aber als  besonders aggressiv eingestuft (Aebi 2008). Die „internationale Fachwelt“ hat sich mehr oder weniger darauf geeinigt, dass heute weltweit durchschnittlich eine von rund 3.000 Frauen in der Schwangerschaft von Brustkrebs betroffen ist. Diese Zahl wird unverändert seit mehr als zehn Jahren in der amerikanischen Datenbank <a href="http://www.cancer.gov/cancertopics/pdq/treatment/breast-cancer-and-pregnancy/HealthProfessional/page2">&gt;&gt;&gt; Physician Data Query (PDQ)</a> des Nationalen Krebsinstituts genannt. Mindestens ebenso lange wird ein weiteres Ansteigen prognostiziert, aber Daten fehlen. Vorausgesetzt, die Zahlen stimmen, so kann man anhand der Geburten in Deutschland sehr vorsichtig schätzen, dass jedes Jahr rund 220 Frauen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft an Brustkrebs erkranken. <strong>Über den Trend einer Zunahme kann man bisher nur spekulieren.</strong> Genauere Daten sind weder national noch international zu ermitteln. Deutschland gehört bisher zu den Ländern ohne funktionierendes nationales Krebsregister. Die Dachdokumentationen des Robert Koch-Instituts zu Krebs und Häufigkeit in Deutschland geben für „Brustkrebs in der Schwangerschaft“ keinen näheren Aufschluss zu den Entwicklungen bei uns. Die onkologischen SpezialistInnen in Deutschland übernehmen die internationalen Zahlen. Das Durchschnittsalter von Patientinnen mit Brustkrebs in der Schwangerschaft liegt demnach zwischen 32 und 38 Jahren (Keleher 2002). Unabhängig von einer Schwangerschaft liegt das statistische Brustkrebsrisiko bei Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren bei eins zu 252 (Regierer &amp; Possinger 2005).</p>
<p><strong><a name="brustkrebsgene"></a>Schwangerschaft und Brustkrebsgene</strong><br />
Nur die Gruppe der Frauen mit den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 kann vom Schutz einer „Teenagerschwangerschaft“ wahrscheinlich nicht profitieren. Das hat eine kanadische Studie bereits untersucht (Jernstrom 1999). Bei Frauen mit BRCA-Mutationen (BRCA: BREAST CANCER, Brustkrebs) erhöht jede Schwangerschaft das Risiko, ab einem Alter von 40 Jahren an Brustkrebs zu erkranken, während Kinderlosigkeit das Risiko verringert (Jernstrom 1999). Eine Studie verglich 1.260 Frauen mit bekannter BRCA-Mutation mit Frauen ohne solche Genveränderung. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das Brustkrebsrisiko in den ersten zwei Jahren nach der Schwangerschaft am größten war. Mehr Schwangerschaften führten in dieser Untersuchung nur bei Frauen mit BRCA2-Mutation ab dem Alter von 50 zu einem höheren Brustkrebsrisiko (Cullinane 2005).</p>
<p>Frauen, die von den BRCA-Genveränderungen betroffen sind, haben auch in Schwangerschaft und Stillzeit ein höheres Brustkrebsrisiko. In der Gruppe der Frauen, die innerhalb dieser Zeit Brustkrebs entwickeln, sind sie wahrscheinlich überrepräsentiert (Johannsson 1998, Shen 1999). ÄrztInnen und Hebammen können mit Achtsamkeit und Fachwissen viel für schwangere Brustkrebspatientinnen, die von BRCA betroffen sind, tun.</p>
<p><strong><a name="stillen"></a>Schwangerschaft und Stillen</strong><br />
Zahlreiche Geburten und lange Stillzeiten werden Frauen immer wieder als schützende Faktoren vermittelt. Erst mit dem Austragen der ersten Schwangerschaft ist die Entwicklung der Brust abgeschlossen (Love 1990). Doch das schnelle Zellwachstum des Brustgewebes in Schwangerschaft und Stillzeit kann auch die Vermehrung jeglicher krebsartiger Zellen in der Brust stimulieren (MacMahon 1970). Wahrscheinlich ist hier eine Ursache von Brustkrebs in der Schwangerschaft zu suchen. Auch führen die zum Schutz des Fetus in der Schwangerschaft eintretenden Veränderungen im Immunsystem der Mutter zu einer Senkung der natürlichen Killerzellen (Murphy 2008). Diese Killerzellen sind für die Abwehr von Krebserkrankungen wichtig. Beides würde erklären können, warum die schützenden Effekte nur bei einer Schwangerschaft in jungen Jahren zum Tragen kommen: Bei 20-Jährigen bilden sich kaum Krebszellen, die zum Wachstum angeregt werden könnten. Mit zunehmendem Lebensalter wird die Wahrscheinlichkeit dafür langsam höher.</p>
<p><strong><a name="schutzfaktor"></a>Schützt Stillen vor Brustkrebs?</strong><br />
Über Jahrhungerte ist vermutet worden, dass Stillen zur Verringerung des Brustkrebsrisikos beiträgt. Auch Beral verwies 2009 erneut auf diesen Schutz. Eine Überprüfung (Reanalyse) der Daten aus 47 Studien in 30 unterschiedlichen Ländern wurde 2002 veröffentlicht. Hier flossen Daten von über 50.000 Brustkrebspatientinnen und einer fast doppelt so großen Vergleichsgruppe mit Frauen, die nicht an Brustkrebs erkrankt waren, ein. Die internationale Krebsforschungsbehörde IARC stützt sich in ihrem Faktenpapier zu Brustkrebs auch auf diese Daten. Sie hält fest, dass die verfügbaren Daten zwar schwach seien, es aber möglicherweise eine <strong>geringfügige</strong> Reduktion des Brustkrebsrisikos durch Stillen gäbe (ENCR/IARC 2002, CGHFBC 2002).  In der breit angelegten Überprüfung wurde festgestellt, dass die Stillzeiten bei Frauen mit Brustkrebs durchschnittlich kürzer waren (9,8 gegenüber 15,6 Monaten). Je länger Frauen stillten, desto besser seien sie gegen Brustkrebs geschützt. In einzelnen der kleineren Studien zum Stillen konnte der positive Effekt des Stillens jedoch entweder gar nicht oder erst im Zusammenhang mit sehr langen Gesamtstillzeiten &#8211; über 60 Monate und länger &#8211; nachgewiesen werden. In der Schlussfolgerung kommt das AutorInnenkollektiv der Reanalyse zu der Interpretation, dass fehlende oder kurze Stillzeiten typisch für Frauen in den entwickelten Ländern seien und Stillen hier einen wichtigen Beitrag zur Senkung von Brustkrebs leisten könne (CGHFBC 2002).</p>
<p><a name="stillen_gene"></a><strong>Stillen und Brustkrebsgene</strong><br />
Auch Frauen, bei denen eine BRCA1-Mutation vorliegt, senken ihr Brustkrebsrisiko, wenn sie länger als ein Jahr stillen (Jernström 2004).</p>
<p><strong><a name="stillzeit"></a>Stillzeit und Brustkrebs</strong><br />
In der Stillzeit können – wie sonst auch – Knoten in der Brust auftauchen. Wie in der Schwangerschaft soll Brustkrebs auch in der Stillzeit öfter mit einer schlechteren Prognose verknüpft sein (Guinee 1994). Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass die Diagnose hier häufiger verspätet gestellt wird. Jeder Knoten, der nicht durch Ausstreichen oder Massage wieder verschwindet, muss in der Stillzeit also schnell und sicher ärztlich abgeklärt werden, auch wenn verschiedene gutartige Veränderungen wie etwa Milchzysten (Galaktozelen) ursächlich sein können.</p>
<p><strong><a name="brustkrebsursache"></a>Stillen als Brustkrebsursache?<br />
</strong>Auch die Zusammensetzung von Muttermilch und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit werden Frauen und Wissenschaft noch lange weiter beschäftigen. Muttermilch ist in den letzten 30 Jahren durch Umweltbelastungen mit den gleichen Chemikalien  &#8211; wie beispielsweise PCB, DDT, Lösungsmitteln und Schwermetallen &#8211; kontaminiert, die unter anderem wiederum für den Anstieg des Brustkrebsrisikos verantwortlich gemacht werden. Die Schadstoffe sammeln sich im Laufe des Lebens im Körper an und werden über die Muttermilch weitergegeben. Die Biologin Dr. Sandra Steingraber verweist darauf, dass eine Frau während des Stillens 20 Prozent dieser eigenen Körperbelastung an den Säugling weitergibt (Steingraber 2001). Frauengruppen setzen sich seit einigen Jahren für eine Forschung zum Thema gesündere Brustmilch ein (Tarkan 2001).</p>
<p><strong><a name="frueherkennung"></a>Früherkennung in Schwangerschaft und Stillzeit: Selbstuntersuchung?</strong><br />
Für die Selbstuntersuchung der Brust konnte generell belegt werden, dass sie die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs nicht senkt. In großen Studien erwies sich sogar eine Zunahme von negativen Auswirkungen (Semiglazov 1999, Thomas 2002). Dennoch wird die Selbstuntersuchung wegen des Risikos der verspäteten Diagnose in Schwangerschaft und Stillzeit häufig empfohlen. <strong>Eine umfassende klinische Untersuchung mit entsprechendem Studienergebnis gibt es dazu jedoch nicht.</strong> Was also tun in Schwangerschaft und Stillzeit? Die Brüste erkunden und auf natürliche Veränderungen achten. Es ist schön, zu erfahren, wie die Brüste sich anfühlen. Die Suche nach Krebs sollte nicht im Vordergrund stehen, so schreibt Susan Love in ihrem „Brustbuch“.</p>
<p><strong><a name="zukunft"></a>Zukunftsvision  der Brustkrebsforschung</strong><br />
Valerie Beral, die seit 1989 die Abteilung für Krebsepidemiologie an der Universität von Oxford leitet und in verschiedenen internationalen Arbeitsgruppen mitarbeitet, sieht bis heute die Zusammenhänge rund um das Kinderkriegen als die wichtigsten Einflussgrößen zur Senkung des Brustkrebsrisikos. Die Häufigkeit von Brustkrebs in Mitteleuropa würde sich mehr als halbieren, wenn Frauen dieselben Reproduktionsgewohnheiten hätten wie in Entwicklungsländern. Allerdings schätzt sie die Möglichkeiten von Veränderungen selbst als unrealistisch ein. Beral hat 2009 gut untersuchte ältere Daten und abgesicherte Forschungsarbeiten wieder ans Licht gebracht. Ihre futuristisch anmutende Vision von 2009 ging in die Richtung, dass die Schwangerschaft in ihren Auswirkungen auf die weibliche Brust und den Körper der Frau mit einer Art Impfung imitiert werden könne. In jungen Frauen würden Kurzzeitwirkungen von Hormonen während Spätschwangerschaft und Stillzeit für lebenslangen Schutz sorgen. Beral, die in ihrer Präsentation keine Interessenkonflikte mit Pharmafirmen angab, beschrieb einen entsprechenden‚ hormonellen Impfstoff für junge Frauen als Ziel einer langfristigen Präventionsstrategie. Auf die Vermeidung der beständigen Kontamination mit Umwelthormonen ging sie dagegen nicht ein.</p>
<p>Diese neuerliche Idee einer Medikalisierung von Frauen weckte wenig Begeisterung. Das amerikanische Nationale Krebsinstitut (NCI) hat die sogenannte <a href="../../../../../../wordpress/keine-unterstutzung-fur-praventionsstudie-stellar-study-to-evaluate-letrozole-and-raloxifene/">&gt;&gt;&gt; STELLAR-Studie (Study to evaluate Letrozole and Raloxifene) bereits im Sommer 2007 gestoppt</a> – nach einer Reihe erfolgloser medikamentöser Versuche. Damit hatte man sich vorerst von dem Weg verabschiedet, die hormonelle Situation von Frauen zur Brustkrebsprävention über Medikamente zu beeinflussen. Wirkungen und Nebenwirkungen standen in einem sehr ungünstigen Verhältnis, und der Schaden war größer als der Nutzen. Frauenorganisationen in den USA bewerteten Berals Beitrag kritisch. Ihr wurde ein Rückfall hin zu den Erklärungsmustern des beginnenden 20. Jahrhunderts bescheinigt.</p>
<p>Über die Jahrzehnte wurde mehr oder weniger versteckt die Botschaft übermittelt, dass das Verlassen des „sicheren Platzes“ – Heim, Herd und Mutterschaft – das Brustkrebsrisiko verhaltensbedingt steigert. Das hat langfristig zu einer Interpretation der Daten geführt, die sich am Verhalten von Frauen orientiert. Verhältnisprävention, und damit Forschung an Lebensverhältnissen und Ursachen von Brustkrebs in der Lebensumwelt von Frauen, blieb dagegen über Jahrzehnte einfach links liegen. Dieser Ansatz wird Frauen bis heute in hinreichendem Umfang verweigert (Brenner 1997). Gründe für das so stark gehäufte Auftreten von Brustkrebs in den Industrienationen sind bisher nicht wirklich geklärt. Ernährung, Chemikalien und Umweltfaktoren werden diskutiert. Frauen selbst haben inzwischen verschiedene Organisationen gegründet, die konsequent Umweltaspekte in den Vordergrund stellen.</p>
<p>Wie eine Reihe anderer Fraueninitiativen arbeitet auch die <a href="../../../../../../archiv/no-family-history-ein-film-von-sabrina-mccormick/">&gt;&gt;&gt; Umweltsoziologin Dr. Sabrina McCormick</a> von der staatlichen Universität in Michigan, USA, am Thema Umwelt und Brustkrebs. Sie versucht, im Rahmen ihrer Forschungsprojekte den offenen Fragen auf den Grund zu gehen (McCormick 2007, 2009). Beral vertrat die Auffassung, dass Frauen einfach Pech hätten, wenn sie unabhängig von Reproduktionsfaktoren an Brustkrebs erkrankten. Die Widersprüchlichkeiten dieses „Pechs“ wurden beleuchtet: So erkrankten Frauen nach einem Umzug vom Land in die Großstadt sehr viel schneller an Brustkrebs, als dass sie ihre Gewohnheiten im Zusammenhang mit dem Kinderkriegen änderten. „Strahlende Techniken“ sind auf dem Vormarsch. Mammographie und auch die Computertomographie, die ohne ionisierende Strahlung nicht auskommen, werden immer breiter eingesetzt &#8211; zusätzlich zu ansteigenden Strahlenbelastungen im Alltag. Auch verdienten hormonwirksame Substanzen, sogenannte endokrine Disruptoren, sehr viel mehr Aufmerksamkeit, da sie über Nahrung, Trinkwasser und Kosmetika vom Körper aufgenommen werden. All das hat Beral unter den Tisch fallen lassen.</p>
<p><strong>Perspektiven &#8211; Wie geht es weiter?</strong><br />
Niemand kann heute ernsthaft erwarten, dass Frauen ihre Familienplanung von statistischen Wahrscheinlichkeiten einer unsicheren Brustkrebsprävention abhängig machen. Frauen in westlichen Ländern werden in der überwiegenden Mehrheit ihr erstes Kind nicht unter 20 bekommen. Im Umgang mit hormonellen Medikamenten und hormonell wirksamen Stoffen aller Art wäre eine kritische Diskussion wichtig, die Frauen über Risiken ehrlicher informiert. Unzweifelhaft ist der gegenwärtige Wissensstand unbefriedigend. Alle Daten eignen sich weder, um das Brustkrebsrisiko einer individuellen Frau sicher vorherzusagen, noch um Brustkrebs sicher zu vermeiden. Die Brustkrebsforschung der vergangenen Jahrzehnte hat sich stark auf die medikamentöse Therapie konzentriert. Die Anzahl der durchgeführten Studien ist unüberschaubar geworden. Die Sensibilisierung bei Brustkrebs verursachenden Chemikalien – etwa in Kosmetika oder Verpackungsmaterialien von Lebensmitteln – steckt noch in den Kinderschuhen. Neben Krebs verursachenden Stoffen und Strahlen rückt bei vielen Krebserkrankungen – so auch bei Brustkrebs – das Krebs auslösende Potenzial von Viren ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Verschiedene Standardlehrbücher zum Mammakarzinom halten bereits lange fest, dass Grundlagenforschung unbedingt notwendig sei, um Möglichkeiten einer infektiösen Verbreitung von Brustkrebs durch Viren weiter zu erforschen (Kreienberg 2002 &amp; 2006). Diese Ansätze verfolgt auch Susan Love mit ihrer Forschungsstiftung, der Dr. Susan Love Research Foundation. Sie forscht in verschiedenen Projekten an Brustkrebs als Viruskrankheit und geht davon aus, dass Viren bei Brustkrebs die zentrale Rolle spielen (Love 2010).</p>
<p><em>Bildnachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/moosurreal/5383290361/sizes/l/in/photostream/" target="_blank">Lorena Ulloa</a>, Creative Commons 2.0 Non-Commercial &#8211; Share alike</em></p>
<p><strong><a name="literatur"></a>Literatur </strong></p>
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		<title>Brustkrebs und Rauchen als Risikofaktor</title>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 10:03:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<title>Mammographie-Screening: Kommunikation &#124; Fraueninformation &#8220;nach europäischen Leitlinien&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Dec 2008 12:45:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDF Kommunikation im Mammographie-Screening (Kapitel 12 der europäischen Leitlinien) Im Mammographie-Screening werden Frauen ohne Symtome für eine Brustkrebserkrankung zu einer Mammographie mit dem Ziel einer Brustkrebsfrüherkennung eingeladen. Die Frauen müssen dabei über die Vor- und Nachteile einer Teilnahme am Screening-Programm aufgeklärt werden, damit sie eine informierte Entscheidung bezüglich der eigenen Teilnahme treffen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/mammographie-screening-fraueninformation/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p><a id="inhalt" name="inhalt"></a> Kommunikation im Mammographie-Screening (Kapitel 12 der europäischen Leitlinien)</p>
<p>Im Mammographie-Screening werden Frauen ohne Symtome für eine Brustkrebserkrankung zu einer Mammographie mit dem Ziel einer Brustkrebsfrüherkennung eingeladen. Die Frauen müssen dabei über die <strong>Vor- und Nachteile</strong> einer Teilnahme am Screening-Programm aufgeklärt werden, damit sie eine <strong>informierte Entscheidung</strong> bezüglich der eigenen Teilnahme treffen können. Alle Gesichtspunkte des Screenings, Vorteile und Nachteile, müssen klar, <strong>deutlich und neutral erläutert</strong> werden, um mit vorhandenen Ängste der Frauen vor, während oder nach einer Teilnahme adäquat umzugehen.</p>
<p>Die zur Verfügung gestellten Informationen müssen<strong> ehrlich, angemessen, evidenzbasiert, zugänglich, respektvoll und neutral</strong> auf die individuellen Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sein.</p>
<p>Alle am Screening beteiligten medizinischen Fachkräfte müssen <strong>sensibel kulturelle, linguistische, religiöse, erzieherische oder sozioökonomische Faktoren berücksichtigen</strong>.</p>
<p><strong>Das Einladungsschreiben und Merkblatt</strong> sollte nachfolgende Informationen enthalten:<br />
Zweck des Screenings, Zielbevölkerung für des Programms, Häufigkeit des Screenings, Vor- und Nachteile, Kosten der Untersuchung bzw. Kostenfreiheit, Form der Terminvereinbarung oder -änderung, Übermittlung und Einstufung von Ergebnissen, Möglichkeiten und Arten weiterführender Untersuchungen und Anlaufstellen, bei denen die Frauen weitere Informationen über Screening und Brustkrebs erhalten.</p>
<p>Potenzielle <strong>Qualitätsindikatoren</strong> für die Kommunikation im Screening-Programm:</p>
<ul>
<li>Telefonischer Beratungsdienst für die zum Screening eingeladenen Frauen</li>
</ul>
<ul>
<li>Mehrere Informationsangebote zum Screening in unterschiedlichen Formen</li>
</ul>
<ul>
<li>Schriftliche Informationen, die bei der Zielbevölkerung auf Akzeptanz und Lesbarkeit getestet wurden</li>
</ul>
<ul>
<li>Informationsmaterialien für unterschiedliche ethnische oder sozial schwache Gruppen</li>
</ul>
<ul>
<li>Verbreitung der Informationen auch über beteiligte nicht medizinische Organisationen</li>
</ul>
<ul>
<li>Festgelegte Beratungsverfahren</li>
</ul>
<ul>
<li>Persönlich vermittelte Informationen auf Anfrage verfügbar</li>
</ul>
<ul>
<li>Organisierte Kommunikationskurse für Dienstleister im Screening</li>
</ul>
<ul>
<li>Beteiligung von Frauen an der Entwicklung und Beurteilung des Infomaterials Zufriedenheitsumfrage unter der Zielbevölkerung</li>
</ul>
<ul>
<li>Bereitstellung von Informationen über das Internet</li>
</ul>
<p><a href="http://www.mammo-programm.de/cms_upload/fck-userfies/broschuere_eu_guideline_internet.pdf"><img class="size-medium wp-image-743 alignright" title="Brustkrebs-Screening: Leitlinien für die Kommunikation" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2008/12/Zwischenablage01-211x300.jpg" alt="" width="169" height="240" /></a>Quelle: <a title="Externer Link zum Originaltext der Europäischen Leitlinien in englischer Sprache" href="http://bookshop.europa.eu/eubookshop/FileCache/PUBPDF/ND7306954ENC/ND7306954ENC_002.pdf" target="_blank">European Guidelines in Breast Cancer Screening</a> (pdf), Kapitel 12: Guidance on breast screening communication, S. 379 ff<br />
<a title="Externer Link zur Broschüre Leitlinien für die Kommunukation" href="http://www.mammo-programm.de/cms_upload/fck-userfies/broschuere_eu_guideline_internet.pdf" target="_blank">Brustkrebs-Screening: Leitlinien für die Kommunikation</a> (pdf, Kapitel 12 der Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Brustkrebs-Screenings) / hrsg. von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie &amp; versehen mit einem Vorwort von Helga Kühn-Mengel (April 2008, s. Abbildung rechts)</p>
<div>
<div><strong> </strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/mammographie-screening-uebersicht/">Zurück zur Themenübersicht Mammographie</a></div>
</div>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Brustkrebs: Schluss mit Mythen!</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 15:37:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druckversion &#124; Download PDFZusammengestellt und übersetzt von Beate Schmidt Wenn Großmutter und/oder Mutter Brustkrebs hatten, erkrankt auch die Tochter. Brustkrebs in der Familienanamnese ist nur ein Risikofaktor für diese Erkrankung. Einen oder mehrere dieser Risikofaktoren zu haben heißt nicht, dass eine Frau die Erkrankung auch entwickeln wird. Wenn ein Familienmitglied an Brustkrebs erkrankt ist, bedeutet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-schluss-mit-mythen/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #6697c4;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #6697c4;">Druckversion | Download PDF</span></a></div><p>Zusammengestellt und übersetzt       von Beate Schmidt</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> Wenn Großmutter und/oder Mutter Brustkrebs hatten, erkrankt auch 	        die Tochter.<br />
</strong> Brustkrebs in der Familienanamnese ist nur ein Risikofaktor           für diese Erkrankung. Einen oder mehrere dieser Risikofaktoren           zu haben heißt nicht, dass eine Frau die Erkrankung auch entwickeln           wird. Wenn ein Familienmitglied an Brustkrebs erkrankt ist, bedeutet           das nicht automatisch, dass alle diese Krankheit bekommen oder dass           ein genetisches Brustkrebs-Risiko immer vererbt wird. Nur fünf           bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle können durch eine           ererbte Genmutation erklärt werden. Und selbst ein Teil der Frauen,           die eines der sogenannten &#8220;Brustkrebsgene&#8221;, das sie einem           höheren           Brustkrebsrisiko aussetzt, geerbt haben, werden die Krankheit niemals           entwickeln.</p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> <strong>Brustkrebs 	        ist geheilt, wenn fünf Jahre nach der Diagnose kein 	        Krebs nachweisbar ist.</strong><br />
Während das sogenannte Fünfjahresüberleben nach einigen Krebserkrankungen   tatsächlich Heilung bedeutet, ist dieses bei Brustkrebs leider nicht der   Fall. Das Risiko des Wiederauftretens von Brustkrebs ist in den ersten zwei   Jahren nach der Diagnose am größten, doch leider kann Brustkrebs   auch später wieder auftreten, und zwar unabhängig davon, wie viele   Jahre seit Erstdiagnose vergangen sind (s. dazu <a href="http://bcag.twoday.net/stories/5169238/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Langzeitüberleben   und Rückfallrisiko bei Brustkrebs nach fünf Jahren </a> im infoblog!).</p>
<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></strong> <strong>Mammographien verhindern Brustkrebs</strong>. (&#8220;Früherkennung 	        ist Dein bester Schutz&#8221;)<br />
Mammographien können Brustkrebs nicht verhindern. Sie können nur   Krebs erkennen, der bereits vorhanden ist. Kampagnen zum &#8220;Brustkrebsbewusstsein&#8221;,   die Frauen dazu drängen, sich Mammographien zu unterziehen, basieren auf   der Annahme, dass früh entdeckter Brustkrebs &#8220;geheilt&#8221; werden   kann. Aber unabhängig davon, wie klein ein Tumor bei seiner Entdeckung   ist, sind einige Brustkrebstumoren so aggressiv, dass sie mit den derzeit erhältlichen   Therapien nicht wirksam &#8211; im Sinne einer endgültigen Heilung &#8211; behandelt   werden können. Breast Cancer Action hat hierzu auf ihrer Website ein   Positionspapier veröffentlicht, das auch bei uns in deutscher Sprache   verfügbar ist: <a href="../../03info/screening_BCA_Leitlinie.htm" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Mammographie-Screening:   Die Breast Cancer Action Position</a>. Die Entscheidung zur Durchführung   einer Mammographie muss individuell getroffen werden, nach Möglichkeit   in Kenntnis von Chancen und Risiken dieser Maßnahme zur Früherkennung   von Brustkrebs.<br />
Mehr   zur <a href="../../03info/screening.htm">&gt;&gt;&gt; Mammographie</a> auf   unserer Webseite und in der <a href="http://delicious.com/bcag_mammography_screening" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Linksammlung   zur Mammographie<br />
</a><br />
<strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong>Durch 	        eine Mammographie kann Brustkrebs streuen.</strong><br />
Eine Mammographie, also eine Röntgenaufnahme der Brust, ist eine           der besten Möglichkeiten zur Früherkennung und Diagnostik von Brustkrebs. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Brustkrebs durch eine Mammographie &#8220;streuen&#8221; könnte. Die Fähigkeit von Tumorzellen, zu &#8220;streuen&#8221;, also zu metastasieren, ist ein Kennzeichen der Brustkrebserkrankung. Warum ein Teil der Erkrankungen metastasiert, während dieses bei anderen Erkrankungen nicht passiert, steht nicht in einem nachweisbaren Zusammenhang mit der Mammographie. Das Risiko, durch eine zu späte Erkennung an einer nicht mehr heilbaren Brustkrebserkrankung zu versterben, wird zur Zeit höher eingestuft als das Risiko, durch eine Mammographie einen Schaden zu erleiden. Die persönliche Entscheidung für eine Mammographie sollte u.a. auf der Empfehlung bzw. Indikation von in dieser Fragestellung qualifizierten Ärztinnen oder Ärzten beruhen. In der ärztlichen Beratung sollten zuvor alle Fragen oder auch Bedenken besprochen werden können.<br />
Mehr zur <a href="../../03info/screening.htm">&gt;&gt;&gt; Mammographie</a> auf unserer Webseite und in unserer <a href="http://delicious.com/bcag_mammography_screening" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Linksammlung zur Mammographie</a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Deos lösen Brustkrebs aus.</strong><br />
Es kursiert ein Gerücht, dass &#8220;der Hauptgrund für Brustkrebs   der Gebrauch von Deodorants&#8221; ist, wobei behauptet wird, dass das in der   Achselhöhle   angewendete Produkt den Körper an der Ausscheidung von Giftstoffen hindert.   Als weiterer Beleg wird ins Feld geführt, dass fast alle Brusttumoren   im oberen äußeren Quadranten der Brust, wo sich die Lymphknoten   befinden, entstehen. Ein Gerücht ist bekanntlich keine   wissenschaftlich untermauerte Tatsache. Zwar enthalten viele Körperpflegemittel   tatsächlich   Inhaltsstoffe wie Phtalate und Parabene, die mit Brustkrebs in Verbindung gebracht   werden.   Viele Kosmetika und andere Körperpflegeprodukte enthalten Chemikalien,   von denen entweder bekannt ist, dass sie  im Verdacht stehen, Krebs auszulösen,   das Hormonsystem zu stören und anderes. Während der einmalige Gebrauch   einer toxischen Chemikalie wenig schädlich sein mag, könnte der langjährige   tägliche Gebrauch auch kleiner Dosen sehr wohl ein Gesundheitsrisiko darstellen.   Versuchen Sie, sich im Interesse ihrer Gesundheit über Kosmetik-Produkte   zu informieren, die keine schädlichen Stoffe enthalten. <a href="http://www.cosmeticsdatabase.com/index.php?nothanks=1" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Datenbank   &#8220;Skin Deep&#8221; für sichere Kosmetika</a> (leider nur in englischer   Sprache). Einstieg in das Thema: <a href="http://www.untersuchungsaemter-bw.de/pdf/broschuere_kosmetika_bedarf.pdf" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Sichere    Kosmetika    &amp; Bedarfsgegenstände </a>(Information des Ministeriums    für Ernährung und Ländlichen    Raum Baden-Württemberg) sowie die Seite <a href="http://www.bfr.bund.de/cd/242">&gt;&gt;&gt; Kosmetische Mittel</a> auf der Website des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) mit weiterführenden Links.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a></strong> <strong>Eine von acht Frauen bekommt Brustkrebs.</strong></p>
<p>Diese vielzitierte statistische Größe (eine von acht, neun oder   zehn &#8230;) ist das kumulative Risiko einer einzelnen Frau in 85 Lebensjahren.   Sie bedeutet nicht,   dass   zu jedem   beliebigen Zeitpunkt eine von acht Frauen Brustkrebs hat. Sie bedeutet vielmehr,   dass &#8211; wenn alle 85 Jahre alt würden &#8211; eine von acht Frauen die Erkrankung   irgendwann im Laufe ihres Lebens entwickelt. Die gute Nachricht dabei ist,   dass sieben von acht (neun oder zehn) Frauen niemals Brustkrebs bekommen werden.   Die schlechte Nachricht ist, dass der Anteil der erkrankenden Frauen in den   vergangenen Jahrzehnten schnell angestiegen ist: Vor 30 Jahren   war das   Risiko während der gesamten Lebensdauer 1 zu 20.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong><strong>Stress verursacht Brustkrebs.</strong><br />
Bisher konnten Studien keine wissenschaftlich fundierten Belege dafür   erbringen, dass Menschen, die ängstlich oder gestresst sind, mit größerer   Wahrscheinlichkeit Brustkrebs entwickeln als solche, die entspannter sind.   (Unter dem Titel <a href="http://bcaction.org/index.php?page=newsletter-75a" target="_blank">&gt;&gt;&gt; The   Breast Cancer Personality: How I Learned to Stop Worrying About Worrying</a> hat   Breast Cancer Action in seinem Newsletter Nr. 75 von Anfang 2003 hierzu ein   ausführlicheres Papier in englischer Sprache veröffentlicht.)</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong><strong>Brustkrebsrisiko und Schadstoffe stehen in keinem Zusammenhang.</strong><br />
Es gibt zahlreiche Hinweise, die auf einen Zusammenhang zwischen Chemikalien   und Brustkrebs deuten. Während an exakteren Erkenntnissen geforscht wird,   sollten wir unseren Umgang mit Substanzen, die möglicherweise Krebs auslösen,   vorsichtshalber weitestgehend einschränken. Mehr dazu  in unserer Übersicht <a href="../../03info/praevention_literatur.htm">&gt;&gt;&gt; Umwelt   &amp; Prävention / Literatur</a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong><strong>Positives Denken verbessert die Überlebenschancen bei Brustkrebs.</strong></p>
<p>Es gibt keinen Beleg dafür,   dass eine optimistische Haltung angesichts einer Brustkrebs-Diagnose die Überlebenschance   erhöhen   kann. Es gibt Zeiten, in denen eine positive Haltung das einzige ist, was hilfreich   ist,   morgens aus dem Bett zu kommen, aber es ist nach einer Brustkrebsdiagnose    auch normal, Traurigkeit, Wut oder Angst zu fühlen.   Ein fröhliches Gesicht fälschlicherweise aufzusetzen kann hingegen   tatsächlich ein Gefühl der Isolation verstärken und die Fähigkeit,   die Krankheit zu bewältigen, damit vielleicht sogar negativ beeinträchtigen.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong><strong>Brustkrebs ist eine tödlich verlaufende Erkrankung.</strong><br />
Eine Brustkrebsdiagnose ist nicht gleichbedeutend mit einem Todesurteil. <a href="http://bcag.twoday.net/stories/5169238/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Aktuelle   Daten zu Überlebensraten</a> auch über den Zeitraum von fünf   Jahren hinaus haben wir einer Forschungsarbeit entnommen, über die wir   in unserem Blog im September 2008 berichtet haben.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Brustkrebs ist ansteckend.</strong><br />
Man kann sich nicht mit Brustkrebs anstecken oder ihn auf eine andere 	        Person übertragen.   Brustkrebs ist das Ergebnis unkontrollierten Zellwachstums.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Männer bekommen keinen Brustkrebs.</strong><br />
Leider manchmal doch. Gemäß <a href="http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/WS0100/_XWD_PROC?_XWD_2/3/XWD_CUBE.DRILL/_XWD_32/D.946/14300" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Gesundheitsberichterstattung   des Bundes</a> erkrankten im Jahr 2006 insgesamt 932 Männer an Brustkrebs,   29 Männer verstarben an dieser Erkrankung. Tendenz: steigend. Daher sollten   auch Männer ihren Ärzten mitteilen, wenn sie Veränderungen ihrer   Brust entdecken. Weitere Informationen beim Deutschen Krebsforschungszentrum   DKFZ: <a href="http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs-mann/index.php" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Brustkrebs   beim Mann: Gibt es tatsächlich männliche Patienten? </a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Das Wissen, dass Veränderungen an den Genen BRCA1 oder BRCA2 vorliegen, 	        kann helfen, Brustkrebs zu verhindern.</strong><br />
Während Veränderungen an diesen Genen bei Männern und Frauen   eine Veranlagung für ein höheres Brustkrebsrisiko bedeuten, haben   tatsächlich nur 5 &#8211; 10 % aller PatientInnen diese Genmutation. Dieses   bedeutet jedoch keinen absoluten Zusammenhang. Die Ursachen für Brustkrebs   sind nach wie vor nicht vollständig bekannt. Faktoren wie etwa die Alterung,   die einer der Hauptrisikofaktoren für Brustkrebs ist, oder Brustkrebs   in der Familie kann man nicht selbst beeinflussen. Es gibt bisher wenig evidenzbasierte   Daten zu eventuellen medizinischen Interventionen, die eine Brustkrebserkrankung   bei einer nachgewiesenen Genveränderung verhindern bzw. das Leben verlängern   können. Im wesentlichen werden die selben Therapien, wie sie bereits   an Brustkrebs erkrankte Frauen erhalten, prophylaktisch eingesetzt: Entfernung   der Brüste und/oder Eierstöcke, starke antihormonelle Medikamente   und regelmäßiges Screening. Das Risiko, tatsächlich an Brustkrebs   zu erkranken, ist bei vorliegenden Genmutationen deutlich erhöht. In Deutschland   besteht die Möglichkeit, sich in <a href="http://www.krebshilfe.de/brustkrebszentren.html" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Zentren   für familiären Brustkrebs</a> betreuen zu lassen. Weitere Informationen   gibt es auch auf der Webseite des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ: <a href="http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2004/dkfz_pm_04_48.php" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Brustkrebsgene   BRCA1 und BRCA2: Für welche Krebsfälle sind sie verantwortlich?</a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> </strong> <strong>Abtreibung verursacht Brustkrebs.</strong><br />
Es ist eindeutig bewiesen, dass es zwischen einer Abtreibung und einer späteren   Brustkrebs-Diagnose keinen Zusammenhang gibt.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> Starker Stress verursacht Brustkrebs.</strong><br />
Es gibt keinen wissenschaftlich belegten Nachweis, der einen Zusammenhang   zwischen Stress und dem Ausbruch von Brustkrebs belegen kann.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Brustkrebs wird durch eine einzelne Ursache ausgelöst.</strong><br />
Eine einzelne Ursache für Brustkrebs wurde bisher nicht gefunden. Verschiedene     chemische Verbindungen werden heute mit der Entstehung von Brustkrebs     in Zusammenhang   gebracht. Es muss besser erforscht werden, was das Brustkrebsrisiko im Kontext   mehrerer Ursachen, die zur Entstehung beitragen können, verringert. Mehr   dazu in unserer Übersicht <a href="../../03info/praevention_literatur.htm"> &gt;&gt;&gt; Umwelt &amp; Prävention   / Literatur</a></p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong><strong> Eine gesunde Lebensweise schützt vor Brustkrebs.</strong><br />
Der Versuch, ein &#8220;gesundes Leben&#8221; zu führen, könnte das   Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, reduzieren. Unglücklicherweise ist   dieses jedoch keine Garantie für den sicheren Schutz vor Brustkrebs.   Bei den meisten Brustkrebserkrankungen ist die Ursache   immer noch unbekannt, während alle bekannten Risikofaktoren wie z.B. Familienanamnese,   Lebensstil und Gene keinen Anhaltspunkt für den Grund der Erkrankung bieten.   Einige WissenschaftlerInnen stehen auf dem Standpunkt, dass in diesen Fällen   bestimmte toxische Chemikalien oder Umweltgifte die Ursache sein könnten.   Eine bessere finanzielle Ausstattung von wissenschaftlichen Untersuchungen,   die auch nach anderen Ursachen als dem &#8220;Lifestyle&#8221; (bezogen auf das   Verhalten) der erkrankten Frauen  forschen, könnte eine Schlüsselrolle   bei der Suche nach den Ursachen von Brustkrebs spielen.</p>
<p><strong><a href="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-327" title="pfeil_wichtig" src="http://www.bcaction.de/lernen/wp-content/uploads/2007/12/pfeil_wichtig.gif" alt="" width="28" height="10" /></a> </strong> <strong>Medikamente 	        sind die Lösung zur Prävention von Brustkrebs.</strong><br />
Tabletten zur Prävention von Brustkrebs wie z.B. bestimmte Medikamente,   die antihormonelle Eigenschaften aufweisen, könnten zwar das Brustkrebsrisiko   senken. Doch leider erhöhen sie gleichzeitig auch das Risiko für   andere schwerwiegende Erkrankungen &#8211; inklusive Krebs.  Die bisherigen   Ansätze für eine medikamentöse Brustkrebsprävention sind   gescheitert (s. dazu auch die Informationen zum <a href="http://bcag.twoday.net/stories/4069952/" target="_blank">&gt;&gt;&gt;  Abbruch   der finanziellen Förderung der Stellar-Studie</a> infoblog!).<br />
Die Maßnahmen zur Entwicklung von Medikamenten zur &#8220;Vorbeugung&#8221; vor   Brustkrebs entsprechen einer industriell geförderten Hoffnung, über   eine Medikalisierung ein &#8220;Kraut gegen jede Krankheit&#8221; entwickeln   zu können. Dieser einzig industrielle   Ansatz  verstellt gleichzeitig den Blick auf Bemühungen   um    eine primäre   Prävention,   nämlich die Ursachen für Brustkrebs zu finden und zu reduzieren.   Geeignete Maßnahmen einer Primärprävention könnten auch   das Risiko des Ausbruchs anderer Krankheiten  &#8211; inklusive andere   Krebserkrankungen &#8211; verringern (s. dazu auch Ausschnitt aus dem Film: <a href="../../07archiv/02vid_prevention.htm" target="_blank">&gt;&gt;&gt; No   family history von Sabrina McCormick</a>). Die übersteigerte Hoffnung   und der gleichzeitig auch so bequeme Gedanke, dass Medikamente allein die Heilung   oder   Verhinderung   von Erkrankungen bewirken könnten, sollte auf ein realistisches Maß zurückgeschraubt   werden.</p>
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<p><strong> Ursprung und Ideen             für diese Zusammenstellung:<br />
</strong> <a title="hier geht es zum Originaltext in englischer Sprache" href="http://bcaction.org/index.php?page=breast-cancer-myths-debunked" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Breast              Cancer Myths Debunked von Breast Cancer Action</a> (San Francisco)              und der Flyer<br />
<a href="http://www.bcam.qc.ca/heap/heappdfenglish/Myth_Busters_ENG.pdf">&gt;&gt;&gt; Breast              Cancer Myth Busters</a> von <a href="http://www.bcam.qc.ca/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Breast              Cancer Action Montreal</a>.</p>
<p><strong>Hilft die Selbstuntersuchung der Brust</strong>, die Brustkrebssterblichkeit zu senken? Mythos oder was ist dran? Hier mehr lernen:<br />
<a href="http://www.bcaction.de/lernen/selbstuntersuchung-der-brust/">&gt;&gt;&gt; Selbstuntersuchung der Brust</a></p>
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