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Brustkrebs in Deutschland, Europa und weltweit: Zahlen & Daten (Epidemiologie)

Hinweis: Sich eventuell “widersprechende” Zahlen in der nachfolgenden Zusammenfassung der aktuellsten und wichtigsten Zahlen liegen an den unterschiedlichen Quellen, Erfassungsmethoden, Schätzungen und ggf. einer unzureichenden Krebsregistrierung. Bitte ggf. auch die Quellen prüfen.


>> mehr zu diesem – leider englischen – Video von “Gapminder”
(dt. Zusammenfassung s. unten) …

Deutschland

2008

Brustkrebs ist sowohl in Deutschland als auch in Europa die häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen. 27,8 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen entfallen auf Brustkrebs. 57.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an Brustkrebs. 17.500 Frauen sterben pro Jahr an den Folgen einer Brustkrebserkrankung.
Das mittlere Erkrankungsalter an Brustkrebs liegt bei 63 Jahren. Andere Krebserkrankungen treten durchschnittlich erst sechs Jahre später auf. Während die Zahl an Neuerkrankungen bei Brustkrebs seit 1980 weiter ansteigt, nimmt die Sterblichkeit seit Mitte der 1990-er Jahre leicht ab.
Quelle:  BMG, BMU, Kooperationsgemeinschaft Mammographie

Im Jahr 2008 gab es bevölkerungsbezogen 16,71 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

Zusammenfassung aus dem Berliner Basisbericht 2008 zu Brustkrebs in der Hauptstadt (mit retrospektiven Daten).

2007

Mortalität: Nach Angaben von Destatis, Statistisches Bundesamt Deutschland, starben im Jahr 2007 insgesamt 16.780 Frauen an den Folgen von Brustkrebs.  Quelle: Statistisches Jahrbuch 2009.
Vollstationäre Behandlungsfälle: Die vollstationären Behandlungsfälle sind im Vergleich zum Jahr 2005 um rund 6.000 gesunken auf 147.222.

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 16,70 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2006

Häufigkeit: In Deutschland erkranken jährlich über 55.100 Frauen an Brustkrebs, davon etwa 23.200 im Alter unter 60 Jahren. Brustkrebs stellt die häufi gste Krebserkrankung bei Frauen dar. Diese Erkrankung ist für 26,8 % aller Krebsneuerkrankungsfälle bei Frauen und für deutlich mehr als ein Drittel (40 %) der Neuerkrankungen bei Frauen unter 60 Jahren verantwortlich. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwas über 62 Jahren, knapp 7 Jahre unter dem mittleren Erkrankungsalter bei Krebs insgesamt.
Mortalität: Im Jahr 2006 sind 17.268 Frauen an Brustkrebs gestorben. Quelle: Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom 21.09.2007.
Trends: Die Brustkrebsinzidenz steigt in Deutschland seit 1970 stetig an, während die Mortalität seit Mitte der 1990er Jahre leicht sinkt. Brustkrebs ist in den bevölkerungsbezogenen Krebsregistern mittlerweile eine der am besten erfassten Lokalisationen. Damit bietet die Datengrundlage eine gute Basis für die Berechnung der deutschlandweiten Inzidenz.
Prognose:
Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Brustkrebspatientinnen beträgt, alle Stadien betrachtet, 79 Prozent.
Die Zunahme von Brustkrebserkrankungen seit 2002, die sich in den Schätzungen des Robert-Koch-Instituts spiegeln, führt die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister ” im Wesentlichen auf … den zunehmenden Einsatz der Mammographie zur frühzeitigeren Diagnose von Brustkrebs” zurück. Quelle:  Krebs in Deutschland: Häufigkeiten und Trends, 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe, Saarbrücken, 2006
Direkte Krankheitskosten: Die direkten Krankheitskosten sind im Vergleich zum Jahr 2004 um über 300 Mio € angestiegen und werden auf 1.882 Milliarden € beziffert.  Quelle: Statistisches Jahrbuch 2009

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 17,52 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2005

Vollstationäre Behandlungsfälle: Im Jahr 2005 war Brustkrebs mit 153.000 Behandlungsfällen der zweithäufigste Behandlungsanlass – nach Herzmuskelschwäche mit 165.000 Fällen – in der stationären Krankenhausbehandlung von Frauen in Deutschland).
Quelle: Pressemeldung des statistischen Bundesamtes vom 05. März 2007

Mortalität: Im Jahr 2005 verzeichnete das statistische Bundesamt 17.455 Sterbefälle bei Frauen mit Brustkrebs. Quelle: Pressemeldung des statistischen Bundesamtes vom 15. September 2006. Exakt die gleiche Zahl ist in der Publikation “Todesursachen in Deutschland” des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2005 verzeichnet. ["Ungenauigkeiten können sich durch die Angaben der Ärzte und durch die subjektive Auswertung der Todesursachen in den Statistischen Landesämtern ergeben. Wie groß diese Ungenauigkeiten sind, konnte bis jetzt noch nicht quantifiziert werden."]

Zusammenfassung aus dem Berliner Basisbericht 2005 zu Brustkrebs in der Hauptstadt (mit retrospektiven Daten).

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezigen 17,96 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2004

Häufigkeit: Im Jahr 2004 erkrankten insgesamt 57.230 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Absolut gesehen war der Zuwachs bei den Fallzahlen um etwa 2.000 Erkrankungen am höchsten, jedoch verläuft der Anstieg von 2002 bis zum Jahr 2004 im Vergleich zu den Schätzungen der Vorjahre nicht mehr ganz so steil.
Quelle: Krebs in Deutschland 2003 – 2004, Häufigkeiten und Trends; eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 6. überarbeitete Auflage, 2008.

Vollstationäre Behandlungsfälle: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war Brustkrebs bei Frauen im Jahr 2004 der häufigste Grund für eine stationäre Behandlung. Insgesamt mussten Frauen sich im Jahr 2004 159.000 Mal vollstationär mit der Diagnose Brustkrebs im Krankenhaus behandeln lassen. Vergleichsweise wurden im Jahr 1994 noch 190.000 Krankenhausbehandlungen vollstationär durchgeführt. Sowohl 1994 als auch 2004 war dies nach der Entbindung der jeweils häufigste Grund für eine stationäre Behandlung bei Frauen. Quelle: Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes im September 1996 und im April 2006. Brustkrebs ist die gefährlichste Krebsart für Frauen, im Jahr 2004 starben 17.590 Frauen daran.
Quelle: Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom 02. März 2006

Mortalität: 2004 sind in Deutschland nach Angabe des Statistischen Bundesamtes 17 592 Frauen (und 176 Männer) an den Folgen von Brustkrebs, der auch in diesem Jahr häufigsten krebsbedingten Todesursache, verstorben. 15 184 Todesfälle entfielen dabei auf die “alten” und 2 584 auf die “neuen” Bundesländer.
Quelle:  Todesursachenstatistik, Statistisches Bundesamt

Das Statistische Jahrbuch 2006 veröffentlicht ebenfalls Zahlen aus dem Jahr 2004.
Vollstationäre Behandlungsfälle: Hier lesen wir: 160.016 Patientinnen und Patienten wurden mit der Diagnose “Neubildungen der Brustdrüse” aus vollstationärer Behandlung entlassen. 2 PatientInnen waren unter 15 Jahren, 20.426 waren 15 bis 45 Jahre alt, 77.347 waren zwischen 45 und 65 Jahren, 58.578 zwischen 65 und 85 und 3.662 über 85 Jahre alt. Insgesamt waren dies 1.042 Männer und 158.974 Frauen, die im Jahr 2004 vollstationär mit Brustkrebs in Krankenhäusern in Deutschland behandelt wurden.
Mortalität: Bei den Sterbefällen unter Frauen waren 1 Patientin zwischen 5 und 15, es gab 4 Patientinnen zwischen 15 und 25, insgesamt 864 Frauen starben im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, 5.226 der an Brustkrebs verstorbenen Frauen waren zwischen 45 und 65 Jahren alt. Bei Frauen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren ist damit Brustkrebs auch in Deutschland die häufigste Todesursache im Jahr 2004. (Geringfügig weniger jüngere sowie vorallem ältere Frauen sterben jedoch häufiger an Krankheiten des Kreislaufssystem.) 4.380 Frauen starben im Jahr 2004 im Alter von 65 und 75 an Brustkrebs, die meisten Todesfälle betrafen jedoch die Frauen über 75 (mit 7.117 Fällen). Auch diese Zahlen werfen Fragen im Zusammenhang mit den Möglichkeiten der Brustkrebsfrüherkennung auf. Eine besondere Auswertung der Statistik nach “Screening-Alter” und “Screening-Teilnahme” könnte hier zukünftig Daten liefern. Doch wer wird uns diese Statistik in Deutschland liefern können?
Direkte Krankheitskosten: Interessant ist auch der Blick auf die direkten Krankheitskosten bei Frauen mit Brustkrebs. Im Vergleich zwischen den Jahren 2002 und 2004 kam es hier zu einem leichten Anstieg der Kosten von rund 1,694 Milliarden Euro im Jahr 2002 auf 1,745 Milliarden Euro im Jahr 2004. [Das Statistische Jahrbuch 2009 gibt allerdings 1.565 Milliarden € für 2004 an.] Brustkrebs ist eine Erkrankung mit hohen Folgekosten. Jedoch verursachen viele andere Erkrankungen weit mehr Kosten. So schlagen etwa “psychische Verhaltensstörungen”, “Kreislauferkrankungen” und “Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes” mit mehr als acht mal soviel an Krankheitskosten zu Buche. Im Jahr 2002 entstanden 223,6 Mrd. Euro direkte Krankheitskosten für Männer und Frauen, rund 129 Mrd. Euro wurden dabei von den Frauen gebraucht. Im Jahr 2004 stiegen die direkten Krankheitskosten der Männer auf über 93,7 Milliarden, für Frauen auf 131,2 Milliarden Euro an. Etwas mehr als 1% (s.o.) entfallen damit auf direkte Krankheitskosten bei Brustkrebs.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2006

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 18,40 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2003

Mortalität: Zwei von 100 Frauen sterben an Brustkrebs. Im Jahr 2003 waren es 17.173 Frauen, die in Deutschland an Brustkrebs gestorben sind.
Quelle: Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom 22. März 2005.

Schwerbehinderung: Mit Stand 31.12.2003 haben sich in Deutschland 174.798 Frauen als Schwerbehinderte mit den Folgen des Verlustes einer oder beider Brüste bei den Versorgungsämtern registrieren lassen, um eine Anerkennung als Schwerbehinderte zu erhalten.
Quelle: Destatis 2005

Häufigkeit: Brustkrebs bei Frauen macht 28 % aller aufgetretenen Krebserkrankungen aus.
Quelle: Krebs in Deutschland 2003 – 2004, Häufigkeiten und Trends; eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 6. überarbeitete Auflage, 2008.

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 18,39 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2002

Mortalität und Inzidenz: Im Jahr 2002 erkrankten 55.689 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Im gleichen Zeitraum starben 17.994 Frauen an den Folgen von Brustkrebs. Quelle: International Agency on Research on Cancer, GLOBOCAN, Stand 2002. Nach der Gesundheitsberichterstattung des Bundes starben im Jahr 2002 in Deutschland 17.780 Frauen an den Folgen von Brustkrebs, s. dazu auch Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom 27.01.2004.

2001

Mortalität: Im Jahr 2001 starben nach Angabe des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 17.504 Frauen an den Folgen von Brustkrebs. Quelle  Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2000

Mortalität: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2000 insgesamt 17.814 Frauen an Brustkrebs gestorben. Quelle  Gesundheitsberichterstattung des Bundes

In den Jahren 2000 – 2002  gab es bevölkerungsbezogen 19,86 (2000) 19,26 (2001) bzw. 19.30 (2002) Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

1999

Aufgrund von Brustkrebs erfolgten 200.099 stationäre Behandlungen im Jahr 1999, 12,5% mehr als noch 1993.
Quelle: 10 Jahre bundeseinheitliche Krankenhausstatistik

Die Erkrankungsraten bei Brustkrebs sind seit den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts weltweit kontinuierlich stark angestiegen. In den USA stieg die Erkrankungsrate um jährlich 1% (Daut et al 1996; Greenberg 1997). Diese Zahlen lassen sich nicht allein durch die steigende Lebenserwartung oder die frühe oder bessere Aufdeckung der Krebserkrankungen erklären, sondern stellen einen realen Anstieg dar. Ebenso wie die Erkrankungsraten nahmen in den hochentwickelten Ländern auch die Sterbefälle zunächst kontinuierlich zu und sind in den Ländern wie USA und Deutschland seit den 70/80er Jahren eher gleich bleibend. Bei der Sterblichkeit ist seit den 70er Jahren keine Steigerung mehr erkennbar. Die Wirksamkeit von Früherkennungsprogrammen steht außer Frage. Häufigste Krebs bedingte Todesursache bei Frauen in Deutschland ist Brustkrebs mit einem Anteil von 3,9% an der Gesamtsterblichkeit. Bei Frauen unter 65 Jahren (sog. “Frühsterblichkeit”) ist es mit 12,1% häufigste Todesursache von Frauen. Brustkrebs gehört in der Lebensmitte zu den häufigsten Krebstodesursachen bei Frauen. Das Sterbealter bei Frauen mit Brustkrebs liegt durchschnittlich bei 65,4 Jahren und liegt damit insbesondere beim Brustkrebs niedrig (im Vgl. zu Herz- und Kreislauferkrankungen liegt sie z.B. bei Arteriosklerose bei 85,2 und bei Herzinsuffizienz bei 83,5 Jahren).
Quelle: Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, 1999.

1995

1995 starben in Deutschland 18.674 Frauen an Brustkrebs. Mit einem Anteil an der Gesamtsterblichkeit von 3,9% ist der Brustkrebs seit Jahren die häufigste Krebstodesursache bei Frauen. Die standardisierte Mortalitätsrate ist in den letzten fünfzehn Jahren leicht gestiegen und lag 1995 bei 34,0 Gestorbenen je 100.000 Frauen (siehe Abb. 5.5.1). Der starke Anstieg im Osten nach der Wiedervereinigung ist teilweise Folge der veränderten Dokumentation.
Die Brustkrebsmortalität steigt mit dem Alter deutlich an; im Osten liegen die Werte durchweg niedriger als im Westen

Brustkrebs macht 26,4% aller Krebserkrankungen und 17.9% aller Krebssterbefälle bei Frauen in Deutschland aus.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland 1999:9)

In den Jahren 1998  – 1999  gab es bevölkerungsbezogen 20,35 (1998) bzw. 19.93  (1999) Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

Europa

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Europa. Es wird geschätzt, dass es jedes Jahr 350.000 Neuerkrankungen gibt, während 130.000 Frauen an den Folgen von Brustkrebs sterben. Brustkrebs ist damit verantwortlich für 26.5% aller Krebserkrankungen und für 17.5% aller Krebs bedingten Todesfälle bei Frauen. Die höchsten Inzidenzraten gibt es in den Niederlanden, Dänemark, Frankreich, Belgien und Schweden. Die niedrigsten Erkrankungsraten wurden in Mazedonien, Litauen, Weißrussland, Lettland und Estland beobachtet. In den 1950er bis 1960er Jahren wurde eine ansteigender Trend der Brustkrebssterblichkeit in Europa beobachtet. In einigen westeuropäischen Ländern fiel die Sterblichkeit in den 1970er bis 1980er Jahren etwas, während es insbesondere in einigen osteuropäischen Ländern zu einem weiteren Ansteigen der Brustkrebssterblichkeit kam. Es gibt große regionale Unterschiede in Bezug auf die Überlebensraten bei Brustkrebs in verschiedenen europäischen Ländern. Zwischen 1985 und 1989 haben in Schweden 81% der erkrankten Frauen Brustkrebs überlebt, während es in der Slowakei und in Polen nur 58% der Frauen waren. Es gibt außerdem große Unterschiede hinsichtlich der Therapieformen. Während in bei 65% der Patientinnen in England und bei 57% der Patientinnen in Frankreich eine konservative Chirurgie durchgeführt wurde, war dies in Estland nur bei 8% und in Spanien nur bei 13% der Frauen der Fall.
Quelle: ENCR Cancer Fact Sheets, Vol. 2, Dec. 2002

Die Erkrankungsraten für Deutschland liegen im europäischen Vergleich im Mittelfeld. In Belgien, Frankreich und Dänemark ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit höher, in den baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen sowie den südeuropäischen Ländern wie Spanien, Griechenland und Portugal teilweise deutlich niedriger.
Quelle: Krebs in Deutschland, Herausgeber: Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut. 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe, Saarbrücken, 2006

32.000 Frauen in Europa müssten nicht an Brustkrebs sterben, wenn Brustkrebs-Früherkennung flächendeckend in der Qualität der EU-Standards umgesetzt würde.
Quelle: European Guidelines on quality assurance in mammography screening. 4. Ed., Stand 2005

Mortalität: Brustkrebs ist für mehr als 4% der Todesfälle unter der weiblichen europäischen Bevölkerung verantwortlich und betrifft auch junge Frauen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren (mehr als 12% der Todesfälle in dieser Altersgruppe).
Quelle: Mortalität in der EU, Statistik kurz gefasst, 2, 2004, ISSN 1024-4379, © Europäische Gemeinschaft

Die Mortalitätsrate in den europäischen Ländern schwankt nach den Angaben der WHO um über 50%, die Mastektomierate (Rate der Brustamputationen im Frühstadium der Erkrankung) schwankt sogar um bis zu 60%.
Quelle: WHO und “Surgical approaches to Early Breast Cancer”, J. Jassem et al. (March 2004): “Surgical Approaches to Early Breast Cancer”, International Collaborative Cancer Group (ICCG), Imperial College, London.

In der Europäischen Union erkrankt jede neunte Frau an Brustkrebs, jährlich sind dies 275.000 Frauen in der EU. Rund 79.000 Frauen sterben in der Europäischen Union jährlich an Brustkrebs. In der Europäischen Union ist Brustkrebs die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 35 und 55 Jahren.
Quelle: Europäisches Parlament, Bericht über Brustkrebs in der Europäischen Union, (2002/2279(INI)), Ausschuss für die Rechte der Frau und Chancengleichheit, Berichterstatterin: Karin Jöns, Stand 2002

Die Chancen, Brustkrebs zu überleben, sind in Europa nicht immer gleich gut. Nach den Zahlen der Eurocare II-Studie liegen Frauen in Deutschland auf Platz 7 in Europa, hinter Österreich, Dänemark, England, Estland, Finnland und Frankreich.
Quelle: Survival of adult cancer patients in Europe diagnosed from 1978 – 1989: The Eurocare II Study, European Journal of Cancer, Vol. 34, No 14.

„In Deutschland liegt auf der Basis der Daten der EUROCARE-2-Studie von 1999 die relative 5-Jahres-Überlebensrate von 71,7% nach wie vor unter dem europäischen Durchschnitt von 74,3%. …Deutschland ist besser platziert als in den Vorjahren. Aber die sogenannten Vorzeigeländer Schweden (80,6%), Frankreich (80,3%) und Finnland (78,4%) stehen mit ihrer 5-Jahres-Überlebensrate doch beachtlich vor Deutschland. Selbst im Vereinigten Königreich konnten durch Screening und den Aufbau von qualitätsgesicherten Brustzentren die Todesfälle kontinuierlich innerhalb von 10 Jahren von 1992 bis 2001 um 15% gesenkt werden, während im gleichen Zeitraum die Neuerkrankungen um 19% stiegen. Für Deutschland weist die gleiche Quelle nur Daten bis 1999 aus. Von 1992 bis 1999 ist die Zahl der Todesfälle bei uns um 4% zurückgegangen, im Vereinigten Königreich um 14,5%. Um auch letzte Zweifel an dieser Entwicklung auszuräumen und dem Argument entgegenzutreten, dass absolute Zahlen die Bevölkerungsentwicklung nicht berücksichtigten, sei auf die Entwicklung der Sterblichkeitsrate ASR(W) bei Brustkrebs von Deutschland und dem Vereinigten Königreich von 1973-1999 hingewiesen. In Deutschland stieg die Rate um 10% (18,9 in 1973 zu 19,7 in 1999), während sie im Vereinigten Königreich um 12% sank (27,6 in 1973 zu 22,0 in 1999).“
Quelle: Europa Donna, Karin Jöns

Großbritannien, Stand 2007

Die Brustkrebssterblichkeit in Großbritannien ist im Jahr 2007 auf 11.990 Todesfälle gesunken und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1971. Das besagen die Daten von “Cancer Research UK“. Man geht davon aus, dass sowohl das nationale Screening-Programm sowie bessere therapeutische Möglichkeiten und Qualitätsstandards bei der Behandlung für die nun vorgelegten Zahlen sind. In Großbritannien erkranken bei einer Bevölkerung von etwa 60.5 Millionen Menschen rund 45.500 Frauen jedes Jahr neu an Brustkrebs (im Vergleich: Deutschland mit 82.3 Millionen Menschen und ca. 55.000 Neuerkrankungen bei einer Sterblichkeit von ca. 18.000 Frauen). Auch in Großbritannien ist Brustkrebs die häufigste häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Neuerkrankungen sind in den vergangenen 25 Jahren in Großbritannien um 50% angestiegen.

Die Entwicklung in Großbritannien seit 1989

Im Jahr 1989 starben in Großbritannien 15.625 Frauen an Brustkrebs. Seitdem ist die Sterblichkeit um 200 bis 400 Fälle in jährlich gesunken – bis zum Jahr 2004. Im Jahr 2005 gab es wieder einen leichten Anstieg, 2006 und 2007 ist die Sterblichkeit jedoch wieder etwas gesunken.
Quelle: BBC News, Breast cancer deaths record low v. 22. April 2009

Weltweit

Weltweit erkrankten im Jahr 2002 insgesamt 1.151.298 Frauen an Brustkrebs. 410.712 Frauen starben im Jahr 2002 an Brustkrebs.
Quelle: International Agency on Research on Cancer, GLOBOCAN, Stand 2002

Die WHO gibt in ihrem Datenblatt “Fact sheet N°297″ vom Februar 2006 allerdings an, dass über eine halbe Million Frauen (502. 000 deaths/year) jedes Jahr weltweit an den Folgen von Brustkrebs sterben.
Quelle: WHO:  http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs297/en/

Brustkrebs nach Erkrankungshäufigkeit und Ländern weltweit: Eine Übersicht von Nation Master (Australien): Es ist sehr spannend, diese Statistik genau zu betrachten. Sie zeigt, dass in Schweden z.B. die Erkrankungshäufigkeit an Brustkrebs niedriger ist als in Deutschland, obwohl das Land Frauen seit 1986 Mammographie-Screening zur Verfügung stellt. Schweden hat in Europa nach den Daten der Eurocare-Studien auch die besten Überlebensraten. Dieses könnte sehr wohl ein Hinweis auf die gute diagnostische Qualität – gemäß der Vorgaben der Europäischen Leitlinien – unter bestmöglicher Vermeidung von Überdiagnostik sein. (Inzidenz Deutschland: 23.5 und Schweden 18,5 per 100.000 Frauen).

In den USA werden im Jahr 2005 insgesamt 211.240 Frauen neu an Brustkrebs erkranken.
Quelle: Forum with Michael Krasny im Interview mit Barbara Brenner von Breast Cancer Action.

In den USA werden im Jahr 2007 nach den Angaben der American Cancer Society voraussichtlich 178.480 neue Fälle von invasivem Brustkrebs diagnostiziert werden. Mit den Änderungen im Verordnungsverhalten der Hormonersatztherapie sind auch die Neuerkrankungsraten in den USA spürbar gesunken. Trotzdem wird prognostiziert, dass rund 40.460 Frauen im Jahr 2007 an Brustkrebs sterben werden.

Allerdings steigt insbesondere die Entdeckung von Brustkrebsvorstufen (z.B. DCIS) weiterhin an. Man rechnet mit 62.030 neuen Behandlungsfällen allein für 2007 in den Vereinigten Staaten.
Quelle: NWHRC

Seit dem zweiten Weltkrieg nimmt die Zahl der Brustkrebs-Neuerkrankungen bei Frauen weltweit zu. Vergleichszahlen aus den USA: In den 40er Jahren erkrankte in Amerika ca. jede 44. Frau an Brustkrebs, heute ist es bereits jede 7. Frau.

Lesen Sie dazu auch: Das urbane Leben der Frauen: Warum das Brustkrebsrisiko weltweit weiter steigt bei uns im infoblog!

Hinweise zum Video oben: Breast Cancer Statistics bei gapminder.org, Creative Commons 2.0. Hans Rosling erklärt die Zahlen der International Agency for Research on Cancer (IARC) am Beispiel Schwedens. 1958 betrug das pro Kopf-Einkommen in Schweden 11.000 US $. Durchschnittlich 45 von 100.000 Frauen erkrankten in diesem Jahr an Brustkrebs. Hans Rosling stellt fest, dass duch den veränderten Lebensstil (z.B. weniger Sport, andere Stillgewohnheiten bzw. Ernährung) die Brustkrebsrate in den kommenden Jahren angestiegen sei. Betrachtet man die Sterblichkeit, so wird verhältnismäßig ein Absinken festgestellt. Im Jahr 2002 erkrankten 88 von 100.000 Frauen in Schweden, während 15 Frauen sterben. Leider wird die Sterblichkeit in Klarschrift für das Jahr 1958 nicht eingeblendet. Hans Rosling führt weiter aus, dass “in Schweden die meisten Frauen geheilt werden”, während in Pakistan bzw. Nigeria die Sterblichkeit weiterhin hoch sei. Hier müsse deswegen dafür gesorgt werden, dass die Behandlung der Erkrankung bezahlbar würde. Der “geringere Lebensstandard”, der sich durch das geringere Einkommen ausdrückt, hatte die Schwedinnen offensichtlich vor der Krankheit geschützt. Die Erkrankungsraten waren nur halb so hoch. Die Erklärungen erscheinen einleuchtend, doch ganz so einfach ist es nicht. Der Einfluss des Mammographie-Screenings in Schweden, Umweltbelastungen, die Frauen mit ihrem Körper tragen und Hormonaufnahme durch Kontrazeptiva, Umweltöstrogene bzw. “Hormonersatztherapie” fallen auf den Tisch. Die Finanzierbarkeit der Brustkrebstherapie ist außerdem weltweit und auch in westlichen Ländern inzwischen eine wichtige Frage.

Rubrik daten & zahlen

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Brustkrebs und Rauchen als Risikofaktor

Rubrik risikofaktoren


Mammographie-Screening (Die Mammographie zur Brustkrebs-Früherkennung: Eine Übersicht )

  • Linksammlung zum Mammographie-Screening (liegt bei dem Social Bookmarkdienst “Delicous” und wird von uns gepflegt. Die Linksammlung ermöglicht den Abruf von Dokumenten nach Autoren, Ländern, Erscheinungsjahr, Organisationen und Schlagworten)

Die sichere und in jedem Fall verlässliche, gefahrlose Form der Brustkrebs-Früherkennung ist leider noch nicht gefunden. Dennoch haben Frauen auch bei uns versucht, sich zumindest Zugang zu einer qualitätsgesicherten Brustkrebs-Früherkennung auf der Basis der Europäischen Leitlinien zu erkämpfen und einen fraktionsübergreifenden Bundestagsbeschluss bewirkt, der den Zugang festgeschrieben hat. Vorausgegangen war z.B. der Essener Brustkrebsskandal (Eine Katastrophe für die Frauen, DER SPIEGEL 15/2002 vom 08.04.2002, Seite 202).

An dieser Stelle dokumentieren wir vorwiegend umfassendere Ressourcen von relevanten Organisationen (neutral ausgerichtete wichtige Frauenorganisationen, Behörden, wissenschaftliche Einrichtungen) bzw. wir berichten über Verfahren in der Brustkrebs-Früherkennung.

Die Debatte um das, was im Kontext der Früherkennung sinnvoll und hilfreich ist, geht weiter und wird voraussichtlich auch nicht so schnell abgeschlossen werden. Wichtig bleibt auch der Blick auf die Ressourcen, die wir für Früherkennungsverfahren einsetzen. Wer alle Ressourcen für Diagnostikverfahren bei allen [meist gesunden] Frauen bereits verbraucht, hat möglicherweise keine ausreichenden Mittel für notwendige Therapien bei den erkrankten Frauen. Spezialisten für evidenzbasierte Medizin wie David L. Sackett beklagen bereits länger die “Arroganz der präventiven Medizin” (Sackett DL. The arrogance of preventive medicine. CMAJ 2002;167(4):363-4

Viele wichtige Publikationen zur Früherkennung liegen in deutscher Sprache nicht vor und sind Frauen bei uns damit nicht zugänglich. Dennoch versuchen wir, mehr für uns zu erschließen.

Der Etablierung des Mammographie-Screenings in Deutschland ging der sogenannten “Essener Brustkrebsskandal” voraus. Die Schaffung von Transparenz in Hinsicht auf Wirksamkeit, Risiken und die Möglichkeit zu einer informierten Entscheidung sind Grundanliegen in Bezug auf die hier bereitgestellten Informationen. Die breite, häufig einseitige öffentliche Berichterstattung (entweder einseitig pro oder einseitig contra) erleichtert die Situation für Frauen nicht. Eine einseitige Stellungnahme für oder gegen einfache Handlungsanweisungen soll auch hier zum Mammographie-Screening nicht angeboten werden. Wir versuchen jedoch, aus der Perspektive von Frauen relevante Positionen an dieser Stelle zu sammeln und längerfristig zu dokumentieren.

Der Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland, der im Auftrag des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Senionren und Frauen im Dezember 1999 in Berlin herausgegeben wurde, hält (S. 27) fest:
“Die in Deutschland im Aufbau befindlichen Krebsregister bieten eine Basis für eine Verbesserung der Forschung zu Verbreitung, Risiken und zur Effektivität von Früherkennungsprogrammen.
Die Wirksamkeit von Früherkennungsprogrammen bei Brustkrebs für Heilungs- und Überlebenschancen steht außer Frage. Bei der Mammographie kommt es zum einen auf die Einhaltung entsprechender Qualitätsmaßstäbe an, zum anderen müssen ihre Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden. Frauen sollten ihre Entscheidung zur Teilnahme an einem Mammographiescreening immer in Kenntnis der Risiken und des Nutzens fällen können und individuell entscheiden, ob und welche Methoden der Früherkennung sie anwenden wollen.”

Frauen in Deutschland hatten in der Vergangenheit keinen Zugang zu einem flächendeckenden Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, so wie es z.B. in den skandinavischen Ländern seit über 20 Jahren selbstverständlich verfügbar ist. Am Beispiel des “Essener Brustkrebs-Skandals” zeigte sich offensichtlich, wie problematisch die Situation von Frauen bei der Diagnostik von Brusterkrankungen in Deutschland tatsächlich war. Weil Frauen nicht auf Früherkennung verzichten wollten, ließen sie sich in der Vergangenheit millionenfach “grau” screenen, obwohl notwendige Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Zertifizierung bei den entsprechenden Leistungsanbietern in der Mammographie nicht gegeben waren.

Das Wissen über die Möglichkeiten der Früherkennung von Brustkrebs ist nicht starr und unterliegt einem ständigen Wandel. Solange es keine geeigneten Alternativen einer sicheren Prävention von Brustkrebs gibt, sollte Brustkrebs-Früherkennung unter strengen Normen in der Qualitätssicherung, so wie sie die Europäischen Leitlinien vorgeben, für Frauen zugänglich sein, schon allein damit “grauem Screening” ohne weitere Evaluation ein Riegel vorgeschoben wird.

Weiterlesen:
Wie die Fraueninformation zum Mammographie-Screening nach den Vorgaben der Europäischen Leitlinien zu gestalten ist, dazu geben wir Ihnen einen kleinen Überblick hier!

Stichwort: Mammografie, Mammografie-Screening

Rubrik früherkennung, mammographie

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Silikonimplantate bei Brustkrebs

Ist eine die Brust erhaltende Operation bei Brustkrebs nicht möglich, wird Frauen oftmals die “Wiederherstellung” der Brust mit oder ohne Verpflanzung von Eigengewebe angeboten. Auch Implantate aus Silikon werden bei solchen Operationen zur “Rekonstruktion” in den Körper der Frau eingesetzt. Silikonimplantate können häufig nicht dauerhaft in der Brust verbleiben, weitere Nachoperationen werden dann notwendig. Eine Reihe von Komplikationen können sich einstellen, die jedoch angesichts der Diagnose Brustkrebs zunächst unter Umständen als zweitrangig betrachtet werden. Dennoch sollten Frauen sich sehr genau informieren, bevor sie chirurgisch-rekonstruktiven Maßnahmen zustimmen, um Risiken und mögliche Folgeproblematiken besser einschätzen zu können.

Die Stiftung Warentest hat im Dezember 2003 den Artikel >>> Materialtest an Frauen (bitte auf pdf-Icon auf der Webseite der Stiftung Warentest klicken) veröffentlicht, der sich zwar grundsätzlich mit Brustimplantaten im Zusammenhang mit Brustvergrößerung befasst, Risiken und Nebenwirkungen sind beim Einsatz nach Brustkrebsoperation jedoch ggf. von noch größerer Tragweite.

Leider gibt es keine kritischen Informationen zum Einsatz von Silikon in die Brust nach Brustkrebs. Wir raten Frauen deswegen zu größter Vorsicht. Silikon in der Brust trägt mit Sicherheit nicht zur physischen Gesundheit bei und kann weitere erhebliche Gesundheitsprobleme verursachen.

Weitere Informationen:

Alternativen zu Silikon & Co:   Frauen, die sich nicht “rekonstruieren” ließen

Entschließung des Europa-Parlaments zu Brustimplantaten

Silikonimplantate in der Brust: Gefährliche Kosmetik?

Silikonimplantate: Bericht zum Stand in den Vereinigten Staaten (Stand 2007)

Siliconegate (Frauenzeitschrift EMMA, 1996, trotzdem relevant)

Weitere Links in unserer Linksammlung zu Brustkrebs

Rubrik brustkrebs, brustrekonstruktion, plastische chirurgie, therapie

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Was tun, wenn … eine Frau, die Sie kennen, erfährt, dass sie Brustkrebs hat

Download >> Text als pdf

Informationen für Angehörige und FreundInnen

zusammengestellt in Anlehnung an einen Text von Breast Cancer Action durch Beate Schmidt

Eine Brustkrebsdiagnose ist eine sehr schwierige und schwerwiegende Sache. Wenn die Worte “Sie haben Brustkrebs” fallen, können bei einer Betroffenen unzählige unterschiedliche und sehr existenzielle Gefühlslagen entstehen: Angst, Wut, Verrat, Kraftlosigkeit, Verbitterung, Verzweiflung, Einsamkeit. An diesem Punkt können Angehörige und FreundInnen helfen, wenn Unterstützung, Zuspruch und Ermutigung gebraucht werden.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, haben Sie anderen Menschen schon Einiges voraus. Ihre Freundin kann sich glücklich schätzen, dass sie jemanden hat, der bzw. die so viel Zuneigung empfindet, für sie da zu sein und Informationen für sie herauszusuchen, die ihr in dieser schwierigen Situation helfen können.

So können Sie der Frau, Sie gern haben, die Sie lieben, helfen:

Zuhören

Oftmals benötigt eine Frau, die eine Brustkrebsdiagnose erhalten hat, jemanden, der zuhört. Ängste müssen ausgesprochen werden, während gleichzeitig geradezu Berge von Informationen zu bewältigen sind.

Da sein

und eine Schulter anbieten, an der Ihre Freundin sich ausweinen kann, wenn es notwendig ist. Wenn der Zeitpunkt passt, sagen Sie ihr, dass viele Menschen diese Diagnose überleben und ein hohes Alter erreichen. Geben Sie Ihrer Freundin das Gefühl, nicht allein zu sein, sondern ein genauso wertvoller und geliebter Mensch wie immer – ob mit intakter Brust oder ohne.

Niemals

sollten Sie sagen, was Sie an Stelle Ihrer Freundin tun würden. Tatsache ist, dass Sie nicht in ihrer Situation sind und gar nicht wissen, was Sie in ihrer Situation tun würden. Ihre Freundin möchte reden und angehört werden. Jede Situation ist anders. Es gibt viele verschiedene Arten Brustkrebs und viele verschiedene Entscheidungen, die getroffen werden müssen.

Ratschläge

sollten Sie nur dann geben, wenn Sie darum gebeten werden. Stattdessen könnten Sie anbieten, Behandlungsmöglichkeiten und / oder mehr Informationen über die Erkrankungen herauszufinden.

Begleitung

zu Arztterminen kann eine wichtige und große Hilfe sein. Schlagen Sie vor, die Gespräche mit dem Arzt / der Ärztin aufzunehmen oder mitzuschreiben. Helfen Sie, eine Liste mit Fragen an den Arzt / die Ärztin / das Behandlungsteam aufzuschreiben. Während dieser ersten Termine bekommt man viele Informationen von seinen Medizinern. Achten Sie mit darauf, dass alle Fragen, die Ihre Freundin hat, verständlich beantwortet werden.

Fahren und Abholen

kann ebenfalls eine gute Unterstützung sein. Bieten Sie von sich aus an, Ihre Freundin zu ihren Behandlungsterminen zu fahren und sie wieder abzuholen, wenn es möglich und hilfreich ist. Ihre Freundin mag Sie darum vielleicht nicht von sich aus bitten, um Sie nicht zu belasten.

Hilfe im Haushalt

Ihrer Freundin können Sie mit Freunden und Familienmitgliedern organisieren, z.B. Babysitting, Hausputz, Einkaufen oder die Zubereitung von Mahlzeiten. Das wird Ihrer Freundin die freie Zeit geben, die sie jetzt benötigt.

Beratungsmöglichkeiten

können auch von Angehörigen und Freunden der Erkrankten in Anspruch genommen werden. Öffentlicher Gesundheitsdienst, unabhängige psychosoziale Krebsberatungsstellen und Krebsinformationsdienst (http://www.krebsinformationsdienst.de – kostenfreie Rufnummer täglich 8 bis 24 Uhr: 0800 – 420 30 40) können Sie beraten. Besonders die Frauengesundheitszentren (www.frauengesundheitszentren.de) kennen die Behandlungseinrichtungen und können bei Brustkrebs wertvolle Hinweise geben.

Angehörige und FreundInnen

brauchen manchmal auch Unterstützung. Tun Sie sich selbst etwas Gutes und nehmen Sie auch selbst Hilfe in Anspruch, wenn Sie diese brauchen. Wenn Sie ausflippen müssen – und das werden Sie –, dann tun Sie es bitte nicht in Gegenwart der Frau, die gerade ihre Brustkrebsdiagnose bekommen hat. Sprechen Sie stattdessen mit einer anderen Freundin oder einem anderen Freund.

Diese Hinweise und Anregungen gelten übrigens nicht nur für die FreundInnen einer an Brustkrebs erkrankten Frau, sondern auch für den Ehemann bzw. Lebensgefährten.

Quelle

Factsheet: What to Do When Someone You Know Has Been Diagnosed with Breast Cancer http://bcaction.org/index.php?page=bc-diagnosis

Rubrik brustkrebs, diagnose, info für angehörige, info für angehörige

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“Alternativmedizin” (CAM) | Übersicht

Die mit ihren gravierenden Maßnahmen manchmal als wenig heilsam empfundene Schulmedizin bei Krebs wird auf der einen Seite auch kritisch gesehen und löst auf der anderen Seite mit ihrem ökonomischen Hintergrund auch Abneigung aus. Das Geschäft mit der Hoffnung spielt überall eine Rolle.  Es ist bekannt, dass die meisten Krebspatientinnen auch “alternative” Methoden einsetzen. Leider sind auch sogenannte “alternative” oder auch “komplementäre” – also zusätzlich eingesetzte – Methoden (abgekürzt CAM für Complementary Alternative Medicine) oftmals ein Geschäft bzw. ein großer Markt. Die unterschiedlichen, teilweise sehr teuren Angebote sind kaum zu überschauen. Es gibt leider viele unseriöse  Anbieter, die gefährliche – manchmal sogar lebensgefährliche – Methoden anbieten.

Informationen zur grundsätzlichen Orientierung bietet der Krebsinformationsdienst (KID) an unter: http://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/broschueren/alternativmedizin.php

Im gerade vom KID aktualisierten Informationsblatt “Alternative Krebsmedizin” (pdf, Stand: 15.12.2009) heißt es: “Ist eine Krebserkrankung weit fortgeschritten, ist es gerechtfertigt, auch experimentelle Methoden in Betracht zu ziehen.” Es werden Hinweise zur Einschätzung gegeben und viele Fragen gelistet, die hilfreich bei der Einschätzung von einzelnen Angeboten sein können.

Der KID berät auch zu Fragen bei alternativen Therapien unter der Rufnummer 0800 – 420 30 40.

Auch das Tumorzentrum Freiburg hat eine Broschüre, in der einzelne Therapien direkt angesprochen, herausgegeben, die unter dem Titel Komplementäre Verfahren (pdf, Stand 12/2007 ) erschienen ist.

Ältere Informationen zu komplementären Fragen finden sich auch hier:

Das Tumorzentrum München hat früher Informationen zu einzelen Maßnahmen bereitgestellt, die im Archiv der Library of Congress noch nachgelesen werden können:

Eine Art “Quackwatch”, ein Platz also, wo differenziert gerade auch ungeprüfte, unbewiesene oder gefährliche Methoden kritisch in deutscher Sprache auf den Prüfstand gestellt werden, gibt es bisher nicht.

Rubrik CAM - Alternativmedizin, therapie

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Brustkrebs: Umwelt & Prävention | Literatur

Im Zusammenhang mit der Vermeidung von Brustkrebs ist auch  Charta von Ottawa interessant. Nachfolgend genannte Publikationen würden wir uns in deutscher Sprache auch wünschen. “Chemtrust” hat auch deutschsprachige Ausgaben des Flyers und der Broschüre zu Umwelt und Brustkrebs herausgegeben, doch die Übersetzungen allerdings gewöhnungsbedürftig. Das unten genannte Buch von Rachel Carson liegt ebenfalls in deutscher Sprache unter dem Titel “Der stumme Frühling” vor. Eine deutschsprachige Version der Helen-Lynn-Broschüre ist zur Zeit beim AKF e.V. in  Planung.

Helen Lynn / WECF e.V.:

Brustkrebsentstehung und Umwelt: Die Zusammenhänge (Linking breast cancer and our environment, 2008)

Download
englische Version [pdf]
holländische Version [pdf]

Frauen für eine giftfreie Zukunft / WECF e.V.:

Frauen für eine giftfreie Zukunft (WECF e.V., 2005)

Download [pdf]

Auch diese Broschüre ist im Zusammenhang mit Brustkrebs ebenfalls lesenswert und liegt bei WECF vor.

… mehr Info bei WECF e.V. zu dieser Arbeit …

Positionspapier zu dieser Arbeit bei im infoblog!

Die Beweislage 2008 / Breast Cancer Fund

Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Umwelt
- 5. Aufl. – What is the connection between Breast Cancer and the Environment? (Stand des Wissens: Zusammenhänge zwischen Umwelt und Brustkrebs)
Download: State of the evidence [pdf]
Bericht im  infoblog! (mit Bestellmöglichkeiten)
Download französische Version L’état de connaissances: La relation entre l’environnement et la cancer du sein [pdf] bei Breast Cancer Action Montreal

Die Beweislage 2006 / Breast Cancer Fund

Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Umwelt
(4. Aufl.)

Ältere Auflagen s.a. infoblog!

Download:
State of the evidence [pdf] What is the connection between Breast Cancer and the Environment? (Stand des Wissens: Zusammenhänge zwischen Umwelt und Brustkrebs)

Breast Cancer: an environmental disease / nomorebreastcancer.org.uk

Download: Breast Cancer: an environmental disease [pdf] (Hg. Diana Ward …)

Webseite: http://www.nomorebreastcancer.org.uk/

Are you being exposed? / nomorebreastcancer.org.uk

Kleiner Flyer für unterwegs: Hier lässt sich schnell nachlesen, welche Substanzen zu vermeiden sind: Gefährliche Chemikalien, synthetischer Murks in Kosmetik, Plastik etc., Pestizide, Phtalate, Triclosan, Parabene, Bisphenol A, Flammschutzmittel u.a.
Zugleich werden zahlreiche Links genannt, bei denen man weiterlesen kann. Für den englischen Sprachraum gibt es heute auch praktische Datenbanken für Verbraucherinnen, wo Kosmetika und Lebensmittel schnell überprüft werden können. Leider fehlen nicht nur die entsprechenden Informationen für uns, sondern auch geeignete Nachschlagewerke wie z.B. die Deep Skin – Cosmetik safety Database bei uns.
Download des Flyers

Breast cancer and exposurer to hormonally active chemicals / Chemtrust.org

An appraisal of the scientific evidence.

Diese Bestandsaufnahme zum Stand des Wissens ist die englische Ausgabe des Hintergrundpapiers von Prof. Andreas Kortenkamp, dem Leiter des Zentrums für Toxikologie, Universität von London und erschien im April 2008. Ausgabe in dt. Sprache s. nächster Titel
… Download der englischen Ausgabe [pdf]

Brustkrebs und die Exposition gegenüber hormonell aktiven Substanzen / Chemtrust.org

Brustkrebs und die Exposition gegenüber hormonell aktiven Substanzen: Eine Bestandsaufnahme zum Stand des Wissens
Hintergrundpapiers von Prof. Andreas Kortenkamp, dem Leiter des Zentrums für Toxikologie, Universität von London. Unter dem deutschen Titel “Brustkrebs und neu aufkommende Faktoren, welche die Risiken von Brustkrebs beeinflussen”
(dt. Version der Chemtrust-Publikation, Übersetzung gewöhnungsbedürftig, aber dennoch wichtig!). Stand: April 2008.

Risikofaktoren der Brustkrebsentstehung
Des Rätsels Lösung der noch fehlenden Ursachen – nur die Hälfte aller Brustkrebsfälle ist auf eindeutige oder „bekannte“ Ursachen zurückzuführen. Zu diesen zählen: genetische Veranlagung, die Einnahme von Hormonen in Pille und HRT, Gewichtszunahme und Bewegungsmangel sowie Alkoholkonsum.
Welche anderen Faktoren könnten eine Rolle spielen? Das beständige Ausgesetztsein im Zusammenhang mit natürlichen und künstlichen Hormonen (Pille und HRT) trägt zum Brustkrebsrisiko anerkanntermaßen bei und es soll in dieser Broschüre dargelegt werden, dass andere östrogenstimulierende oder hormonhemmende Chemikalien auch eine Rolle spielen können. In unserem Alltag werden wir alle einem Cocktail von Chemikalien ausgesetzt, von denen einige nachweislich unseren Hormonhaushalt stören, einschließlich Östrogenen oder Östrogen-ähnlich wirkenden Substanzen. Dazu gehören gewisse Pestizide, Dioxine, welche unsere Nahrungsmittel kontaminieren, Bisphenol A, das aus Blechdosen und Kunststoffbehältern austreten kann, sowie einige UV-Filter in Sonnenschutzmitteln. Die Forschung weist darauf hin, dass eine bessere Kontrolle dieser Chemikalien unsere Situation verbessern könnte.
“Wenn Sie diesen Bericht lesen”, verspricht der Rückentext, “so werden Sie hoffentlich feststellen, dass Brustkrebs möglicherweise effizienter vermieden werden kann, als Sie bisher gedacht haben.”
… Download der deutschen Ausgabe [pdf]

Brustkrebs – Verhindern, was zu verhindern ist / Chemtrust.org

Flyer: Brustkrebs – Verhindern, was zu verhindern ist. [Übersetzung gewöhnungsbedürftig ...] Die Verhinderung der Exposition gegenüber bestimmten künstlichen Chemikalien kann einen Beitrag zur Senkung der Brustkrebs-Epidemie leisten. Die meisten Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wurde, sind ohne genetische Disposition erkrankt.
… Download Flyer [pdf]

Literaturliste / Chemtrust.org

Chemtrust: Literaturliste zu Umweltbelastungen und Brustkrebs

Rachel Carson: Silent Spring

“Silent Spring” von Rachel Carson ist die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Folgen der chemischen Vergiftung unseres Planeten. Die Biologin Rachel Carson war selbst von Brustkrebs betroffen und starb an den Folgen der Krankheit. Ihr Buch “Silent Spring” wurde, obwohl von industrieller Seite versucht worden war, es zu unterdrücken, zu einem der weltweit wichtigsten Bücher überhaupt. Rachel Carson wird heute zu den einflussreichsten Persönlichkeiten gezählt.
Webseiten über
Rachel Carson
Rachel Carson Institute
Silent Spring Institute
“Silent Spring” [dt: Der stumme Frühling] von Rachel Carson in Bibliotheken in Deutschland

Sandra Steingraber: Living Downstream

An ecologigst look at cancer and the envirnoment. New York: Addison-Wesley, 1997
Rezension (engl., von Peter Montague)
Webseite von Sandra Steingraber

mehr …

Zehn-Punkte-Plan zur Vermeidung von Brustkrebs (Version 2006 & Version 2004)

Filmprojekt: “No family history” zum Schwerpunktthema Prävention (Film von Sabrina McCormick)
Artikel zu speziellen Einzelthemen im Zusammenhang mit dem Themenkoplex “Prävention” – insbesondere “Verhältnisprävention” im infoblog!

Rubrik ursachen & vermeidung

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Die Nachsorge bei Brustkrebs

Die Therapie ist geschafft, die Therapie hört auf. Und jetzt? Eine technisierte, an Apparatemedizin orientierte Form des ständigen Monitorings von Frauen mit Brustkrebs bringt nach heutigem Erkenntnisstand keine Überlebensvorteile. Was kann frau selbst für sich tun, was sollte sie wissen? Wir verweisen hier auf wichtige Informationen zum Weiterleben:

AKF-Special zur Krebsnachsorge im AKF-Info Nr. 2/2006

Aus dem Inhalt:

  • Tumornachsorge – evidenzbasiert
  • Tumornachsorge in der gynäkologischen Praxis
  • Sexualberatung bei Krebspatientinnen
  • Leben Lernen – Sterben lernen
  • Die Rolle der Rehabilitation

Vertiefende Informationen

AKF-Script: Nachsorge bei gynäkologischen Tumoren mit Vorträgen Friederike Perl, Claudia Schumann und Jessica Groß

AKF Pressemeldung: Für eine evidenzbasierte Krebsnachsorge Der AKF hält an evidenzbasierter Krebsnachsorge fest und fordert die gesicherte Honorierung der psychoonkologischen Betreuung

Und die “Selbstheilungskräfte”?

“Alternative Wege”? Was können wir selbst für uns tun?

Irmhild Harbach-Dietz: Ich bin sehr dankbar für mein Leben

Irmhild Harbach-Dietz: Ich bin sehr dankbar für mein Leben

Ein Buch: Jetzt sich lebenslänglich vom Krebs terrorisieren lassen? Hoffentlich nicht, es gibt andere Wege. Irmhild Harbach-Dietz hat 2004 die Erfahrungen von neun Frauen gesammelt, die mit Hilfe alternativer und komplementärer Methoden ihre Krebserkrankung überwunden haben. Sie schildern ihre Auseinandersetzung mit der Erkrankung und die Suche nach ihrem individuellen Heilungsweg. Dabei haben sie erstaunliche Entwicklungen erlebt und ihre Krankheit überlebt! Heute, vier Jahre nach Erscheinen der ersten Auflage, hat Irmhild Harbach-Dietz sich wieder mit den Frauen getroffen. Was ist heute aus ihnen geworden? Was hat ihnen am meisten geholfen? Was haben sie beibehalten? Einige der porträtierten Frauen haben zusätzlich zur Schulmedizin alternative Methoden angewandt und haben damit Selbstheilungskräfte gestärkt. Andere verzichteten völlig auf Chemotherapie oder OP: Sie konzentrierten sich ausschließlich auf Kombinationen alternativer Heilverfahren wie Homöopathie, Misteltherapie oder TCM.

Rubrik brustkrebs, nachsorge, therapie

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Brustkrebs in Berlin: Daten aus der Gesundheitsberichterstattung (Basisbericht 2008)

Gesundheitsberichterstattung Berlin - Basisbericht 2008

Gesundheitsberichterstattung Berlin - Basisbericht 2008

Knapp zusammengefasst: Die Zahlen zu Brustkrebs in Berlin für das Jahr 2007 zeigen einen Trend zu steigenden Erkrankungszahlen bei sinkender Sterblichkeit. Vor dem Hintergrund des am 17. Juli 2006 in Berlin begonnenen Mammographie-Screening-Programms müssen alle Zahlen in den nächsten Jahren sorgfältig beobachtet werden. Allerdings sind Neuerkrankungen, die im Mammographie-Screening entdeckt wurden, bisher noch nicht enthalten.

Neuerkrankungen

In den Jahren 2002 bis 2005 sind die gemeldeten Brustkrebs-Neuerkrankungen in Berlin um knapp 10% angestiegen: von 1.947 im Jahr 2002, 1.989 (2003), 2.124 (2004) und 2.176 im Jahr 2005. Auch bevölkerungsbezogen zeigt sich der Anstieg von 84 auf 90,8 Erkrankungsfälle je 100.000 EinwohnerInnen. Eine Aufschlüsselung nach Altersgruppen zeigt, dass statistisch die meisten Erkrankungsfälle (ca. 51 bis 57 Prozent) in Berlin bei Frauen innerhalb der Altersgruppe der beiden Dekaden zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auftreten, also bei denjenigen Frauen, die zur Zeit zum Mammographie-Screening eingeladen werden (s. Kapitel 3, S. 295).

Mortalität

Bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren ist Brustkrebs weiterhin die häufigste Todesursache (10,2% = absolut 197 Todesfälle, dicht gefolgt von Lungenkrebs mit 7,7% = absolut 187).

In der Tabelle zu Sterbefällen in Berlin und Deutschland 2007 (S. 31 des Nachtrags) werden bei 16.731 Sterbefällen insgesamt 632 – entsprechend 3,8% aller Sterbefälle bei Frauen – durch Brustkrebs berichtet. Zum Vergleich die Zahlen zu ganz Deutschland: Es gab 2007 hier insgesamt 16.780 Sterbefälle durch Brustkrebs – ebenfalls entsprechend 3,8% aller Sterbefälle bei Frauen in Deutschland.

Die längerfristige Beobachtung der letzten rund 15 Jahre zeigt, dass die Sterblichkeit an Brustkrebs in Berlin in den Jahren zwischen 1994 und 2007 kontinuierlich gesunken ist. Während im Jahr 1994 828 Frauen an den Folgen von Brustkrebs starben, waren es im Jahr 2007 noch 632 Frauen, was sich auch bevölkerungsbezogen nachweisen lässt.

Vollstationäre Behandlungsfälle

Bei den vollstationären Behandlungsfällen bei Frauen in Berlin im Jahr 2006 liegt Brustkrebs auf Platz 2 (nach Herzinsuffizienz), in der Altersgruppe zwischen 60 bis 69 sogar auf Platz 1, bei Frauen zwischen 70 und 80 jedoch “nur” noch auf Platz 10.

Staatsangehörigkeit & Brustkrebs in Berlin

Die meisten in Berlin an Brustkrebs verstorbenen Frauen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Anzahl der an den Folgen von Brustkrebs verstorbenen Migrantinnen in Berlin ist vergleichsweise sehr gering. Sie liegt absolut zwischen 4 Todesfällen im Jahr 1994 und 27 im Jahr 2003, sinkt dann aber wieder (2004 = 17, 2005 = 16, 2006 = 17 und 2007 = 21).

Nach wie vor wird bei Brustkrebs die Anzahl vermeidbarer Todesfälle angeben, die mit 234 im Jahr 2004, 212 im Jahr 2005, 223 im Jahr 2008 und 198 im Jahr 2007 berechnet wurde. Wie diese Zahlen berechnet werden, wird nicht dargelegt. Wahrscheinlich handelt es sich um die statistisch mögliche Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch das Screening-Programm.

Brustkrebs in der FrauenärztInnenpraxis

Auch die niedergelassenen FauenärztInnenpraxen in der Stadt hatten mit Brustkrebs viel zu tun: Nach den häufigsten Diagnosen in FrauenärztInnenpraxen lag Brustkrebs auf Platz 17. Insgesamt 23.767-mal lautete die Diagnose Brustkrebs, was 4,4% aller Diagnosen entsprach. Vorsicht: Dies sind keine Fallzahlen, sondern Arztbesuche. Die gutartigen Erkrankungen der Brust lagen mit 42.698 Diagnosen auf Platz 9 (= 7,9% aller Diagnosen).

Zum Vergleich: Die Daten zeigen eine zunehmende Bedeutung für die Behandlung von Brustkrebs in der Frauenarztpraxis. Im Jahr 2004 lag die Krankheit auf Platz 22, im Jahr 2005 auf Platz 21 und im Jahr 2006 auf Platz 20. Die „Hitliste der Frauenarztbesuche” wurde im Jahr 2007 angeführt mit kontrazeptiven Maßnahmen (44,7% bzw. 242.130 Diagnosen), auf Platz 2 lagen Früherkennungsmaßnahmen („Screening” auf Krebserkrankungen).

Weiterlesen:

Der Gesundheitsbericht 2008 der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
mit umfassenden Daten zu Gesundheits- und Sozialwesen ist jetzt online abrufbar unter
http://www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/gesundheit/basis.html.

Zusammenfassung aus dem Basisbericht 2005

Rubrik daten & zahlen

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Brustkrebssterblichkeit in Großbritannien 2007 leicht gesunken

Entwicklung der Brustkrebssterblichkeit in Großbritannien
Entwicklung der Brustkrebssterblichkeit in Großbritannien

Die Brustkrebssterblichkeit in Großbritannien ist im Jahr 2007 auf 11.990 Todesfälle gesunken und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1971. Das besagen die Daten von “Cancer Research UK“. Man geht davon aus, dass sowohl das nationale Screening-Programm wie auch bessere therapeutische Möglichkeiten und Qualitätsstandards bei der Behandlung für die nun vorgelegten Zahlen verantwortlich sind. In Großbritannien erkranken bei einer Bevölkerung von etwa 60.5 Millionen Menschen rund 45.500 Frauen jedes Jahr neu an Brustkrebs  (im Vergleich: Deutschland mit 82.3 Millionen Menschen und ca. 55.000 Neuerkrankungen bei einer Sterblichkeit von ca. 18.000 Frauen). Auch in Großbritannien ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den vergangenen 25 Jahren in Großbritannien um 50% angestiegen.

Die Entwicklung in Großbritannien seit 1989

Im Jahr 1989 starben in Großbritannien 15.625 Frauen an Brustkrebs. Seitdem ist die Sterblichkeit um 200 bis 400 Fälle jährlich gesunken – bis zum Jahr 2004. Im Jahr 2005 gab es wieder einen leichten Anstieg, 2006 und 2007 ist die Sterblichkeit jedoch wieder etwas gesunken. Das Mammographie-Screening-Programm soll nun in Großbritannien bis zum Jahr 2012 auf die Altersgruppe der Frauen zwischen 47 und 73 Jahren ausgedehnt werden, was bedeutet, dass pro Jahr 400.000 Frauen mehr gescreent werden. Diese Erweiterung der Gruppe der “anspruchsberechtigten Frauen” entspricht bisher nicht den Vorgaben der europäischen Leitlinien. Allerdings durften sich Frauen ab 70 in Großbritannien bisher schon alle drei Jahre auf freiwilliger Basis mammographieren lassen, wenn sie sich dafür selbst angemeldet haben.

Quelle: BBC News, Breast cancer deaths record low v. 22. April 2009

Rubrik daten & zahlen

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